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TOP 1000 REZENSENTam 14. November 2012
Im ersten Band ICH ARBEITE IN EINEM IRRENHAUS (ISBN 978-3-430-20097-4) haben wir gelernt, dass der Wahnsinn in allen Unternehmen tobt, nur die Ausprägungen sind, je nach Größe und Entwicklungsphase der Firmen, verschieden. Wenn man weiß, worauf man achten muss, hat man als potentieller Insasse die Möglichkeit, sich gezielt bei Unternehmen zu bewerben, mit deren Art von Wahnsinn man einigermaßen kompatibel ist.

Diese Erkenntnis war für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Offenbarung. Nicht umsonst erreichte der erste Band über 20 Auflagen und stand monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Und so wundert es einen auch nicht, dass der Autor rund 2.000 Mails zu dem Buch bekam, viele davon mit neuen Wahnsinnsgeschichten aus der Arbeitswelt. Diese hat er für den vorliegenden Band gesammelt, kategorisiert und kommentiert.

Sachbücher liest man ja gemeinhin nicht zum Vergnügen, haarsträubende Fallbeispiele dagegen schon. Diese Sammlung hier hat es in sich! Wenn man schon in oder für Unternehmen gearbeitet hat, sind die Geschichten so nah am eigenen Leben, dass man immer wieder denkt: „Das kann der Autor doch gar nicht wissen! Das habe ich ihm nie erzählt!“ Bis einem dämmert, dass andere Leute in anderen Firmen haargenau den gleichen Wahnsinn erlebt haben wie man selbst.

Von manchen Vorfällen hat man schon aus den Medien erfahren. Wieder andere sind so unerhört, dass man gar nicht glauben mag, dass so etwas in einem zivilisierten Land möglich ist. Unfassbar ist zum Beispiel die Geschichte von der Bombendrohung in einem Bürogebäude, von der die Mitarbeiter erst anderntags durch die Zeitung erfahren. „Kein einziges Stockwerk war geräumt, kein einziger Abteilungsleiter informiert worden. Offenbar hatte man sich darauf verlassen, dass die Bombendrohung ein Scherz war“, erzählt die Kundenberaterin Lisa. (Seite 23) Um nur ja keine Arbeitszeit durch eine vorsorgliche Evakuierung des Gebäudes zu verschwenden, hat man tausende von Menschenleben riskiert.

Zum Wiehern ist der Beitrag „Wie unsere Putzfrau zum Sicherheitsrisiko wurde“ (Seite 48). Zu schön, wie Amtsrat Markus die Auswirkungen der Sparmaßnahmen beim Reinigungspersonal beschreibt. Aber man möchte wirklich nicht mit ihm tauschen.

Im folgenden Kapitel erfahren wir, wie man sich als Firma beim Sparen effektiv ins Knie schießt und entdecken die zweifelhaften Segnungen des Großraumbüros. Liest man Erfahrungsberichte wie den des Vertriebsassistenten Alexander (Seite 70), kann man sich nur an den Kopf fassen. Und so geht es weiter. Man weiß wirklich nicht, ob man lachen, weinen oder vor Wut in die staubige Auslegware beißen soll.

Eigentlich müssten nicht die Irrenhaus-Insassen dieses Buch lesen und etwas daraus lernen, sondern die Irrenhaus-Direktoren. Wir armen kleinen Irren konsumieren die Wahnsinnsbeispiele mit wohligem Gruseln und freuen uns, wenn es uns selbst nicht ganz so schlimm erwischt hat wie die Kollegen, die hier aus dem Nähkästchen plaudern. Und wir fühlen uns in dem Gefühl bestätigt, dass das, was wir tagtäglich im Beruf erleben, tatsächlich nicht in Ordnung ist, denn sonst würde es ja hier nicht unter „Irrsinn“ aufgeführt werden.

Wirklich ändern können wir an den Zuständen nichts. Es sei denn, wir seien in der glücklichen Lage, den Job wechseln und uns ein passenderes Irrenhaus aussuchen zu können. So gesehen ist ICH ARBEITE IMMER NOCH IN EINEM IRRENHAUS ein Buch mit hohem Unterhaltungswert und Identifikations-Potential, aber ohne Happy End. Ein „Anti-Idiotikum, das die Firmen zweimal am Tag einnehmen müssen“ „(Seite 295), damit das Arbeitsleben halbwegs menschlich wird, hat der Autor leider auch nicht parat.

Der Wahnsinn liegt eben im System. Wer Macht hat, wird weniger empathisch und mitfühlend, erklärt uns Prof. Dr. Myriam Bechtholdt von der Frankfurt School of Finance and Management im Epilog. Ihr Fazit ist: „Das Fördern von Mitarbeiterzufriedenheit hat nichts mit Gefühlsduselei sondern mit unternehmerischem Erfolg zu tun. Vorgesetzte, die das erkennen und sich zum Ziel machen, würden womöglich immer noch als irre bezeichnet, aber als irre gut.“ (Seite 303)

Meine Rede! Die Chefs sollten dieses Buch lesen. Und wer traut sich jetzt, ihnen das zu sagen?

Der Autor: Wehrle war Führungskraft in einem Konzern, ehe er Karrierecoach wurde. Heute leitet er die Karriereberater-Akademie in Hamburg. Bei Econ erschienen von ihm unter anderem die Bücher „Ich arbeite in einem Irrenhaus“ und „Lexikon der Karriere-Irrtümer“.
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An manchen Tagen bin ich der Überzeugung, dass einen Polemik und Fatalismus nicht weiter bringen, aber dann tröstet Martin Wehrle einen mit seinem zweiten Band "Geschichten aus dem Büroalltag" doch etwas über das eigene Leid hinweg. Zumindest ein bisschen...
"Die Acht--Stunden-Diktatur" (Seite 17ff) ist so ein Kapitel, wo man sich als Büromensch in einem großen Unternehmen mit unübersichtlichen aber perfekt Organigramm-technisch abgebildeter Struktur, einfach an vielen Stellen wiederfindet. Alleine als ich den Begriff "tägliches Mitarbeiter-Gebet" gelesen habe, wollte ich laut lachen, doch irgendwie blieb es mir doch im Hals stecken. So witzig es sich auch alles liest, es ist doch nicht rundum motivierend zu lesen, dass es da draußen so vielen Leuten ergeht.

"§4 Irrenhaus-Ordnung: Es gibt zwei Wege, einen Krieg auszulösen: Man schickt Panzer mit Bomben - oder Mails mit CC:" (S.42)

Soweit, so witzig...

Ganz besonders unerbaulich sind dann noch die vielen (belegten oder zitierten) Beispiele, die dem Autor zugetragen wurden, oder die auch in den Medien publik wurden. Schlecker, Lidl, Telekom, outsourcen über Zeitarbeitsfirmen... da wird einem regelrecht übel, wenn man das liest. Zuschriften von normalen Angestellten, Arbeitern, die von ihren Arbeitgebern gelinkt oder über den Tisch gezogen wurden. Vieles davon nicht lustig, sondern bittere Pillen.

"§33 Irrenhaus-Ordnung: Es gibt drei Gründe, warum sich ein Mitarbeiter gemobbt fühlen kann: weil er es sich einbildet, weil er es sich einbildet, weil er es sich einbildet." (S. 265)

Einen Hoffnungsfunken bietet Martin Wehrle noch mit dem Nachwort "Die Rettung des Arbeitslandes". Am Beispiel Schlecker wird hier festgemacht, dass solche Wahnsinns-Managements früher oder später den Bach runter gehen, ja dass eine "Evolution der Vernunft" (S. 295) stattfindet. Im Zweifelsfall verweist der Autor hier noch auf die Tipps aus seinem ersten Band, wo man einen Test ausfüllen kann, der als Indikator dient zu entscheiden, ob man nicht besser "den Absprung" macht.

Ein lesenswertes Buch!
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am 19. Dezember 2012
Lesenswert..... eine nicht zu geringschätzende Steigerung zum ersten Teil in welchem schon "Geschichten" vorkamen, von welchen man sich gefragt hätte, ob es denn das geben kann. Nein es wird im zweiten Teil noch bunter, noch skurriler und es wird einem vor Augen geführt was Unternehmen und ihre Manager alles unternehmen um Unternehmen gut dastehen zu lassen. Einiges sollte unter Strafe gestellt werden....
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am 1. Oktober 2012
Ich freute mich auf die Fortsetzung:"Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus". Hatte ich bereits das
erste Buch mit göttlichem Genuss verschlungen. Doch gab es noch eine Steigerung dieser
Tollhaus-Geschichten? Eindeutig ja!

Da parkt ein Mitarbeiter in Absprache seines Vorgesetzten auf dessen Chefparkplatz - und wird prompt
abgeschleppt. Und das Schönste: Er darf die Zeche für den Autoknast selber bezahlen. Ein anderer
Mitarbeiter wünscht sich schon lange einen Firmenwagen. Angeblich kein Geld. Doch sein windiger Chef
bietet ihm einen Kuhhandel an. Auf einen Teil seines Arbeitslohnes soll er verzichten. Dafür den
geldwerten Vorteil einer Firmenlimousine genießen. Skeptisch lässt der Mitarbeiter seinen Steuerberater
die Milchmädchen-Rechnung prüfen. Und tatsächlich: Der Mitarbeiter würde unter dem Strich mehr verdienen.
Gleich im nächsten Monat hat er weniger Geld auf dem Konto. Der Firmenwagen lässt allerdings bis zum
Sankt-Nimmerleins-Tag auf sich warten und sein Chef hat auf einmal die Alzheimer-Krankheit. (Ich kann
nur jedem Mitarbeiter raten: Bitte stets alle wichtigen Entscheidungen schriftlich fixieren und
unterschreiben lassen. Das beugt späterer Vergesslichkeit vor.)

Der Autor greift bei seinen Texten auf die verschiedensten Branchen zurück. Alle Bereiche der Politik und
Wirtschaft, ja selbst Sozialeinrichtungen bleiben vom Irrsinn nicht verschont. In seinen
Irrenhaus-Sprechstunden, von denen es in jedem Kapitel zwei gibt, klagen Mitarbeiter ihr Leid mit Firmen
und Chefs. Diese authentischen Geschichten, inklusive Ratespiel und Idiotentest sind so brisant und (leider!)
kein Einzlfall. Doch für den Leser - mit Abstand betrachtet - eine Lektüre mit viel Potenzial zum Schmunzeln.

Mir gefallen die eigens vom Autoren entwickelte Irrenhaus-Paragraphen sehr gut. Mit § 24 der
Irrenhaus-Ordnung möchte ich enden:
"Wenn Ihr Chef bei diesem Test schlecht abschneidet, hat nicht er beim Führen versagt - sondern
Sie beim Ausfüllen dieses Tests."
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am 15. Oktober 2012
Ich habe mir das Buch eigentlich gekauft, weil es versprach, lustig zu werden. Das Lachen bleibt einem dann doch ziemlich schnell stecken, wenn man vor Augen gehalten bekommt, was bei einigen großen Namen von Fantastereien abgehen. Toll, dass so viele Mitarbeiter dann doch den Mut hatten, und Ihre Geschichte der Leserschaft mitteilen. Mir persönlich hat das Buch vor allem eins gebracht: ich weiß mal wieder, in was für einer tollen Gruppe ich arbeite, und mein Chef ist zwar ein bisschen chaotisch un durchgeknallt, aber schwer in Ordnung!
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TOP 1000 REZENSENTam 28. Februar 2013
Vieles, was der Autor schreibt, hat man selbst schon ähnlich erlebt - oder erlebt es gerade am jetzigen Arbeitsplatz - und empfindet es gar nicht mehr als "Wahnsinn" oder "Mobbing", da es einfach alltäglich ist und zum täglichen Arbeiten im Hamsterrad dazugehört.
Der Autor hilft deshalb dabei, diesen Wahnsinn und diese teils schon kriminellen Praktiken zu enthüllen - und in der Folge nicht mehr länger zu akzeptieren, indem man nach Fluchtwegen aus der Irrenanstalt sucht.
Teilweise handelt es sich um Geschichten "aus dem wahren Leben", die man fast nicht glauben kann. Und dann wieder liest man von Vorfällen, die man ähnlich im Betrieb miterleben musste.
Fazit: Ein wichtiges Buch, das aufzeigt, wie Engagement und Initiative oft gar nicht gewünscht wird und mit Füßen getreten wird - und welch wertvolles "Betriebskapitel" durch Nieten in Nadelstreifen vernichtet wird. Sehr empfehlenswert - zum Schmunzeln, Kopfschütteln, Weinen....
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am 4. März 2013
Selbst wenn man keine Klagen bezüglich seines Arbeitsplatzes und/oder Vorgesetzten hat, sollte man als Arbeitnehmer das Buch lesen, um darauf gefasst zu sein, was passieren könnte, aber auch, um den guten Arbeitsplatz und das angenehme Betriebsklima noch höher schätzen zu können.
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Jeder von uns hat doch bestimmt während der Arbeit mal gedacht "Die Welt ist ein Irrenhaus und hier ist die Zentrale!". Martin Wehrle zeigt mit seinem zweiten Band "Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus", wie irre die Unternehmen in Deutschland wirklich sind.

Dabei geht der Autor sehr stark auf die Arbeitnehmerseite ein. Die Ansichten des Arbeitgebers werden nicht wiedergegeben. Aber wer will auch die Argumente hören, wenn man liest, wie der Leiter eines Discounters versucht 2 seiner Angestellten per Auto zu überfahren, wie Mitarbeiter zum gegenseitigen Mobbing aufgerufen und wo Bewerbungen wahlweise nach Namen, Schädelgröße oder Sternzeichen aussortiert werden?

Während ich beim ersten Buch noch von Herzen gelacht und mit dem Kopf genickt habe, blieb mir hier so manches Mal der Mund offen stehen. Denn ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Schmerzfreiheit in den Unternehmen gibt. Und doch musste ich auch hier bei der Lektüre so manches Mal nicken. Leider, möchte ich sagen, denn so sollte mit keinem Mitarbeiter umgegangen werden.

Toll fand ich, dass Martin Wehrle in jedem Kapitel auch die Arbeitnehmer direkt zu Wort kommen lässt. In seiner "Sprechstunde" hat er Zuschriften von Lesern veröffentlicht und zeigt damit, dass seine Fälle, so traurig bis schreiend komisch sie anmuten, leider keine Einzelfälle sind.

Wer sich noch tiefer mit der Materie beschäftigen möchte, kann sich im Literaturverzeichnis vertiefen. Dort hat der Autor Bücher und Artikel zu den einzelnen Themen aufgelistet. Das hat mir sehr gut gefallen.

Im Gegensatz zu Band 1 zeigt Wehrle diesmal keinen Ausweg aus solch einem Irrenhaus. Klar, der Weg der Kündigung steht jedem offen, doch im Vorgänger wurden auch erfolgreiche Wechsel gezeigt, was mich mehr angesprochen hat.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Martin Wehrle spricht die Missstände klar an und zeigt auch, was er davon hält. Das Buch ist also keinesfalls objektiv, macht aber umso mehr Spaß.

Fazit: Wer Band 1 mochte, wird auch Band 2 mögen. Ich kann es nur empfehlen.
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am 29. Juli 2015
Nachdem ich den ersten Teil als Hard-Buch gelesen hatte war ich schon gespannt auf den zweiten Teil.
Ich habe mich mehrfach vor Lachen gekrümmt und musste beim lesen pausieren.
Das buch ist echt klasse geschrieben und es bleibt sicher kein Auge trocken.
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am 17. Dezember 2012
Habe schon "ich arbeite in einem Irrenhaus" gelesen, und kann diese "Fortsetzung" jedem, der in irgendeiner weise auch in einem größeren konzern arbeitet, empfehlen.
Man meint, der Autor müsste sich sich längere zeit in genau demselben Umfeld bewegt haben! Hoher wiedererkennungswert! Traurige Wahrheiten und Irrtümer in lustiger und sarkastischer Form !
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