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am 29. Juni 2012
Vorweg: ich habe Rush mit der "Moving Pictures" kennen- und liebengelernt, habe alle ihre Vorgängeralben gekauft und war totaler Rush-Freak. Dann kam "Signals" auf den Markt und ich war erst einmal enttäuscht von den Keyboard-Sounds. Das Konzert war jedoch genial und so habe ich alle weiteren Alben von Rush gekauft. Allerdings gab es bis auf "Counterparts" kein Album mehr, das mich wirklich begeistert hat. Ich sagte damals immer, die jeweils neue Rush sei zwar irgendwie genial, aber eigentlich wie immer.

Und genau das ist das Problem von Rush-Alben nach der "Power Windows": sie sind "wie immer", Stagnation - wenn auch auf spieltechnisch sehr hohem Niveau. Genau das ist auch meine Kritik am neuen Album "Clockwork Angles". Alles hat man in der Vergangenheit schon unzählige Male gehört. Bezüge zu "2112", wie in einer Rezension bemerkt, kann ich übrigens beim besten Willen nicht feststellen, dieses Album habe ich hunderte Male gehört. Außerdem ist der Sound absolut grauenvoll, diese Platte ist zwar nicht ganz so katastrophal produziert wie "Vapor Trails", doch ist die Kritik vieler Rezensenten, daß hier "Loudness War" herrscht, in meinen Ohren absolut berechtigt. Ich fand schon die "Power Windows" überproduziert und die neue Rush ist keinen Deut besser!

Rush live ist nach wie vor eine Bank, ich war von der letztjährigen "Time Machine-Tour" total begeistert und finde auch die dazugehörige DVD absolut genial. Was soll im Zusammenhang mit dem neuen Album eigentlich Steampunk sein? Ich höre weder einen neuen Sound, noch sind die Melodiefolgen für mich eine Innovation. Sicher sind Rush tolle Virtuosen, die ihr Handwerk perfekt beherrschen. Doch wo ist das ergreifende Songwriting, das man z.B. auf der "A Farewell to Kings" oder "Moving Pictures" hört"?

Haltet mich bitte nicht für einen Ewiggestrigen, der nur die alten Zeiten idealisiert, ich liebe die neue Jeavestone, finde z.B. die aktuellen Werke von Beardfish, Gov't Mule, Warren Haynes und moe. fantastisch. Aber Rush langweilen mich leider nur noch auf CD und nerven mit einem furchtbaren Sound. Dennoch werde ich weiterhin ihre tollen Live-Konzerte besuchen. Ein weiteres Album werde ich mir allerdings nicht mehr zulegen. Das gilt übrigens ebenso für Saga und Magnum, die in meinen Ohren keine neuen Impulse mehr liefern, sondern ihren "Stiefel" gebetsmühlenartig" durchziehen. Sorry, es tut mir weh, wieder eine meiner Lieblingsbands (außer live) aufgeben zu müssen, aber meine Zeit und mein Budget für CDs sind zu knapp, so daß ich mich (für mich!) spannenderen Bands zuwende.
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am 7. Mai 2016
Ich verstehe die vielen negativen Kritiken zu diesem Album nicht! Was erwartet man von einer Band die uns schon so viele schöne Musikerlebnisse beschert hat? Natürlich kann man sagen, früher war alles besser, aber das lasse ich nicht gelten! Das die Drei nach all den Jahren überhaupt noch zusammen Musik machen, und dann noch auf so hohem Niveau, ist schon ein kleines Wunder!

Wenn ich mir nur einen Song wie z.B. den im Betreff erwähnten "The Garden" (Gänsehautnummer !!!) anhöre, dann muss man doch zugeben, dass dieser eine Song besser ist, als manch andere Band in Ihrer gesamten Karriere schafft. Viele würden für solch einen Song, oder für "The Wreckers" Ihre Seele verkaufen.

Und wenn ich immer das Gejammere wegen der Produktion höre, muss ich sagen: Wenn ein Song super ist, bleibt er es auch, und wenn Sie auf Mülltonnen eindreschen würden (hat doch bei Metallica auch funktioniert :-) )!

Fazit: Kaufen, und freuen dass es die Band noch gibt !!!
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am 10. Dezember 2014
Selten fiel es mir so schwer, über ein Album zu schreiben, wie bei Rushs (noch) aktueller Scheibe. Zwei Rezensionen habe ich bereits geschrieben und vor Veröffentlichung wieder verworfen (beide sind unter den Kommentaren zu lesen, falls es wen interessiert). Das könnte einige Ursachen haben. Die Musik von Rush, dem kanadischen Powertrio, ist inzwischen weniger positiv "komplex" als negativ "sperrig". Das verstellt hier oftmals die Sicht auf die guten Melodien, die auf "Clockwork Angels" wieder öfter auftauchen und das Album mit den 80er-Werken verknüpfen. Noch gravierender ist allerdings der fragwürdige Sound der CD - laut und leider relativ dynamiklos klingen Rush ja bereits seit Ende der Neunziger, und für das gnadenlos übersteuerte und schwammig abgemischte "Vapor Trails" musste die Band ordentlich Prügel einstecken. Mit "Snakes & Arrows" schien die Band zumindest den Mix wieder in den Griff zu kriegen, das Album litt jedoch ebenfalls unter enormer Kompression. Auf "Clockwork Angels" ist der Sound so "aufgepumpt", dass es fast wehtut. Anders als S&A wurde CA nicht von Richard Chycki gemixt, der u.a. auch alle bisherigen 5.1-Mixe von Rush-Alben erstellt hat, sondern vom Produzenten Nick Rasculinecz selbst, was ein Grund für die Soundprobleme sein könnte. Auf der DR-Seite hat jemand aber auch den Kommentar "Art destroyed by Brian Gardner" hinterlassen, womit impliziert wird, dass Mastering Engineer Brian "Big Bass" Gardner die Hauptschuld trifft. Dabei ist der anfängliche Eindruck gar nicht mal so schlecht, im Laufe der Zeit jedoch wird der schwammige Sound immer nerviger. Beim ersten Hördurchgang hab ich nach drei Songs auf die Trackliste gesehen, und dachte "wie lange geht das noch?". Beim zweiten Mal hatte ich vom Hören das Albums Kopfschmerzen. Melodien oder Hooks sind bei mir überhaupt nicht hängengeblieben, ich konnte mich an nichts erinnern. Eine "Wand" stand zwischen mir und den Songs...na ja, jedenfalls bin ich dann darauf gekommen, dass das Hauptproblem die Sub-Bass-Anteile der Bassdrum sind, die hier so viel "drückende" Schallenergie beinhalten, dass es von der eigentlichen Musik ablenkt. Ich kann nur jedem empfehlen, der mit dem Album nichts anfangen konnte, mal mit Equalizern oder High-Pass-Filtern zu experimentieren (oder zumindest, wenn vorhanden, Bass-Boost auszuschalten). Auch ein Declipping kann Wirkung erzielen, allerdings lässt sich der "abgeschnittene" Frequenzverlauf nie akkurat reproduzieren. Wie weit sind wir gekommen, wenn man ein Album erst mal selbst nachbearbeiten muss, um es genießen zu können? Aber ein Gitarrist, der allen Ernstes glaubt, 100 Gitarrenspuren in einem einzigen Song ("BU2B") unterbringen zu können, der ist wohl auch von allen guten Geistern verlassen. Sorry Alex. Auch die Vielzahl an Effekten auf praktisch allen Instrumenten und die vermatschten Drums (klingen teilweise wirklich dumpf, Becken kaum hörbar) erhöhen nicht gerade das Hörvergnügen.

Musikalisch versucht "Clockwork Angels", wie Rush in alten Tagen zu klingen. Manches Mal wirkt die Band dabei aber zu bemüht und angestrengt, besonders bei den "heavy" daherkommenden Tracks ("BU2B", "Headlong Flight") stellen sich schnell Abnutzungserscheinungen ein, weil es einfach keine Luft zwischen den verzerrten Lifeson-Gitarrenriffs gibt. Zudem schafft es Geddy Lee auch nur noch selten ("Caravan"), die dazugehörige Kraft in den Vocals aufzubringen. Besser gefällt mir sein Gesang immer dann, wenn er etwas relaxter klingt (Strophen von "Halo Effect", "The Garden"). Neil Pearts Schlagzeugspiel ist songdienlich und wird durch die Produktion seiner Kraft beraubt. Na danke. Die insgesamt wieder höhere Komplexität und die Mixtur aus 70er-Gitarrenriffs und 80er-Refrains machen "Clockwork Angels" aber schon zu einem ordentlichen Werk, das zumindest musikalisch seine drei Vorgänger in die Tasche steckt. Die Konzeptstory führt leider nicht zu mehr Zusammenhang zwischen den Songs als z.B. auf "Roll the Bones" oder "Snakes & Arrows": die Übergänge sind eher schwach, wiederkehrende Motive gibt es abgesehen von "BU2B"/"BU2B2" überhaupt keine, zumindest nicht offensichtlich. Nach genauerer Untersuchung könnte ich mir vielleicht noch einbilden, dass "Seven Cities of Gold"/"The Anarchist" und "Clockwork Angels"/"The Wreckers" ähnliche Stellen enthalten und am Anfang von "Wish them Well" die Melodie von "Carnies" zu hören ist. Die Streicher sorgen für einen dramatischen Anstrich in einigen Songs. Gitarrensoli sind leider eher Mangelware (stattdessen oft dissonantes Quietschen), und viele Songs sind ca. 1 Minute zu lang geraten.
Mit dem kantigen Opener "Caravan", dem dramatischen "The Wreckers" und dem ungewöhnlich balladesken Abschluss "The Garden" enthält das Album drei zukünftige Klassiker; "Clockwork Angels" (übertrieben aufgedreht), "The Anarchist" (viele schöne Ideen - alleine drei tolle Riffs) und vielleicht noch "Seven Cities of Gold" (etwas anstrengend) sind ähnlich gut. "BU2B" hätte dieses Niveau vielleicht auch erreichen können, das schrammelige "Vapor Trails"-Gitarrenspiel sorgt aber leider für Punktabzug. Am schlimmsten ist (trotz einer interessanten melodischen Idee zwischendrin) das über siebenminütige "Headlong Flight": kopf- und zielloses Herumgerocke und -gebolze, das mir beim Zuhören nicht mehr Spaß macht als jemandem zuzusehen, der seinen Kopf gegen eine Wand schlägt. Einfach nur nervig. Das hektische "Carnies" (Gitarrensolo im Mix erstickt...), die teilweise akustische Ballade "Halo Effect" und das etwas zusammengestückelte "Wish them Well" (ein Abklatsch des unterbewerteten "Carve Away the Stone") sind eher Mittelmaß.
Erfreulich an "Clockwork Angels" ist vor allem, dass Rush endlich wieder selbstbewusster und ambitionierter zu Werke gehen; ob es musikalisch Sinn macht, dass sie wieder auf die Stilmittel zurückgreifen, von denen sie sich jahrelang zu emanzipieren versucht hatten, steht auf einem anderen Blatt. Was aber auf "Clockwork Angels" auch schmerzlich deutlich wird: Ein weiteres "2112", "Hemispheres", "Moving Pictures" oder "Grace Under Pressure" wird der Band nicht mehr gelingen. Dass "Clockwork Angels" trotzdem so abgefeiert wurde und von manchen Fans sogar als bestes Rush-Album überhaupt bezeichnet wurde, erschließt sich mir nicht. Dafür fehlt Geddy inzwischen die stimmliche Wandlungsfähigkeit, und der Band ein ursprünglicher, "unverdickter" (Trio-)Sound.

Nachtrag: Habe mal versucht, bei einigen Songs mit der Gitarre mitzuspielen und bin dabei immer wieder auf das Problem gestoßen, dass ich in dem Soundwust nicht richtig erkennen konnte, was für ein Akkord gerade zu hören ist oder wie das Riff genau geht. So etwas kenne ich von keinem anderen Album. Nicht einmal der Rhythmus ist richtig definiert, z.B. am Ende von "Caravan" hört man das Schlagzeug kaum noch. Mit Headbangen ist also auch nichts. An manchen Stellen gelingt es mir zwar, mich auf Details wie z.B. die Streicher in "Halo Effect" zu konzentrieren, aber die Keyboards in "BU2B" sind und bleiben in einer Klangsoße versunken. Warum eine Band ein so detailverliebtes Werk produziert und dann alles durch einen dermaßen miesen Sound ruiniert, ist eine Frage, auf die ich nach wie vor keine Antwort finde. Angesichts der Qualität der Kompositionen und der Performances der Band wirklich traurig. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie gut dieses Album hätte klingen können, und wie viel mehr Spaß mir das Zuhören machen würde. Das ist zwar nur Utopie, aber wenn mich irgendjemand fragen würde: Ich würde dieses Album persönlich remixen.
Songs & Performance - 4,5 Sterne; Konzept - 3 Sterne; Sound - 1,5 Sterne => Gesamt - 3 Sterne
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am 6. Februar 2014
...ja ja, ich weiß das weiß ja jeder schon, daß es aus mir unerfindlichen gründen in den letzten paar jährchen zur "mode"?! geworden ist, vor allem seltsamer weise auch bei bands, die immer auf einen guten sound geachtet zu haben scheinen, einen undifferenzierten, platten, flachen, schalen, völlig daneben gemixten sound ihren alben angedeien zu lassen...
...es ist mehr als traurig, denn dieses album ist beileibe nicht schlecht, sound wie bis zu einschließlich test for echo zeiten und ein bisschen mehr herzblut in die gitarrenparts, es wäre wie immer ein meisterwerk...
...so schade...
...leute hört euch eure eigenen sachen aus den neunzigern an, fällt euch da denn wirklich nix auf im sound irgendwie???...
...bin trotzdem bei euch...
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TOP 500 REZENSENTam 8. Juni 2012
... könnte man als Einleitung schreiben, über die unglaubliche Musikalität von Rush, oder dass sie sich jetzt nach so vielen Jahren wieder an ein Konzeptalbum heranwagen, das demnächst noch von einem Buch begleitet wird. Lassen wir die Songs sprechen ...

CARAVAN wure schon 2010 veröffentlich und ist den Fans natürlich bekannt. Ein Zugsignal, eine kräftige Bassline (übrigens halte ich das gesamt Album für das 'basslastigste' seit langen) und schon explodiert der Song und wird ein feister Rocker. Lee singt im mittleren Bereich, was einigen sicherlich nicht gefallen wird, aber mir scheint er mit den Jahren immer ausdrucksfähiger zu werden. Die Tempowechsel sind atemberaubend.

BU2B ist im Vergleich zur Single Version letztes Jahr etwas modifiziert. Der Song knallt nicht mehr sofort ohne Warnung die Riffs um die Ohren des Hörers, sondern beginnt in der Albumversion akustisch. Das Hauptriff bleibt natürlich und ist immer noch zum niederknien. Für die meistens Band ware das schon genug für einen Song, aber Rush sind natürlich etwas anders. Während der Bridge stürmen Lee und Peart auf einem im vollen Bass und Drums Galopp nach vorne. Lee's Gesang hebt gerade zu einem fast chorähnlichen Part an, da kommt das überraschende Gitarrensolo.

Nach den beiden bekannten Songs lässt einen CLOCKWORK ANGEL fast den Atem anhalten. Ein typischer Schlussong für ein Konzert und ein wahres progressives Monster von einem Song. Der Song könnte aus der Mitte der 70ern stammen, als man sich fragte was nach dem klassischen Prog noch kommen könnte, King Crimson oder eben ... Clockwork Angels. Der Song wirkt verspielt, episch, aber nie altbacken oder abgehangen, man dürstet danach zu wissen, in welche Jams das in Konzerten ausarten wird.

THE ANARCHIST hat ein schönes simples Riff, Gitarren und Gesang umkreisen sich, fernöstliche Anklänge in der Melodie. Pearl jamt vor sich hin, sehr ähnlich wie bei Vapor Trail.

CARNIES ist ein unglaublich hardrockender Song. Für die jenigen unter uns, die noch lange Haare haben, ihr werdet sie schütteln ;-)

HALO EFFECT. Kann man einen Song schon nach dem ersten Hören in die Klassikerkategorie befördern? Der erste Song zum Durchatmen. Der Song ist hauptsächlich akustisch, nur im Chorus kommt das gesamte Trio zum Einsatz. Obwohl nur drei Minuten lang ist der Song sehr erhaben, "What did I do before there were words?" fragt Lee. Wie gesagt, ich weiss nicht ob man einen Song so früh schon in den Olymp heben soll.

SEVEN CITIES OF GOLD wird direkt von Lifesons Gitarre nach wenigen Takten entzündet. Das Riff hat Hendrix Format. Der Song ist eine Verneigung vor der eigenen Vergangenheit, aber er fühlt sich lebendig an, mit einer fast schon verwirrenden Vielzahl von Riffs, die aus allen Richtungen zu scheinen kommen. Dazu noch ein fast schon funkiges Bassspiel. Auch noch zu erwähnen ist natürlich der wunderbare psychedelische Mittelteil, in dem das Tempo gedrosselt wird. Der Song pustet mir ein wenig das Gehirn durch ... ;-)

THE WRECK beginnt sehr leicht, eine Referenz an die Ende der 80er Alben. Der Song bleibt immer melodiös und meist Midtempo Bereich. Er spricht auf vielen Ebenen an, weil er grossartig klingt, weil es Rush mal wieder gelingt, auch bei den weniger komplexen Nummern die richtigen Knöpfe zu drücken und weil er mal wieder ein klein wenig den Glauben erneuert, dass es selbst in der Rock Musik immer noch etwas schräge aber wunderschönen Plätze zu entdecken gibt.

HEADLONG FLIGHT ist die wahre lead Single des Album, auf die Art und Weise, wie früher Singles ausgewählt wurden. Der Song beginnt mit einem 'Bastille Days' Drums Zitat und mündet in einen schönen Refrain, einerseits leidenschaftlich andererseits aber auch etwas schräg, verrückt und verspielt.

BU2B2 ist kein wirklicher Song, nur ein Sequel mit Cellos und akustischen Gitarren, mit Lee's minimalistischen Gesang wird so etwas wie eine Vollmond Gospel zelebriert.

WISH THEM WELL ist wieder einfacher der simpler strukturierten Songs, eine schöne kleine Hymne, die aber eigentlich nur den Weg bereitet für das wunderbare Ende des Albums ...

THE GARDEN Ein unglaublicher schöner Song, der einen (fast) weinen last. Für mich der schönste Schlusssong eines Rush Albums seit 'Mystic Rhythms. Der Song beginnt akustisch und orchestral, Lee singt sehr unaffektiert. Peart kommt dann erst beim zweiten Verse dazu, bleibt aber fast sanft im Hintergrund. Seine Muster sind aber profund und tragen den den Song. Nach einem kurzen Pianoausflug setzt Lifeson dann zu einem vielschichtigen Gitarrensolo an. Epischer Song, der einen verzaubert, einfach wunderschön.

Keine wirklichen Durchhänger zu sichten, sehr viele Highlights (CARAVAN, CLOCKWORK ORANGE, HALO EFFECT, HEADLONG FLIGHT, SEVEN CITIES OF GOLD, THE GARDEN) und das von einer Band mit Mitgliedern, die sich auf die 60 zubewegt und denen es nach fast 40 Jahren Zusammenspielen immer noch gelingt, ein solches intensives und inspiriertes Album aus dem Ärmel zu schütteln. Das Fanboy Stigma lasse ich mir da gerne anheften, das Album ist wunderbar geworden und ich kann mir nicht vorstellen, dass es viele Fans enttäuschen wird. Den tiefsten Respekt für und einen grossen Dank an diese drei Ausnahmekünstler. Und auch wenn ich ungerne Albums dieser Band in Vergleich miteinander setze, ich lehne mich mal weit aus dem Fenster, dass beste in diesem Jahrhundert und vielleicht noch seit viel längerer Zeit.

PS. Vielleicht noch eine kleine Ergänzung, ich habe mit 14 eine erste Kasette mit "Grace under Pressure" in die Hand gedrückt bekommen, dafür bin ich einerseits meinem grösseren Bruder ewig dankbar, das hilft aber andererseits vielleicht auch zu verstehen, warum ich die Stücke auf dem neuen Album, die ein wenig in Richtung des 80er und 90er Outputs von Rush gehen, sehr schätze .... ;-)
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am 8. Juni 2012
Mit einiger Verspätung liegt nun also endlich Clockwork Angels vor, und ich muss sagen: Selten hat Warten sich derart gelohnt. Meine Erwartungen (die bei einer Band wie Rush natürlich immer sehr hoch sind) wurden sogar noch übertroffen. Ich fand die letzten Alben Snakes & Arrows sowie das sperrige Vapor Trails absolut stark (allerdings durchaus mit einigen Schwächen), hier jedoch erwartet einem ein absolut frisches, vor Ideen nur zu sprühendes Werk einer sympathischen Band, die niemandem mehr etwas beweisen muss.

Vor Höhepunkten wimmelt es geradezu, und dazu gehören überraschenderweise noch nicht einmal die beiden schon seit längerem bekannten Songs 'Caravan' und 'BU2B'. Großartig sind eher Lieder wie der Titelsong (mit 7,5 Minuten auch gleichzeitig das längste Stück). 'Headlong Flight' hätte auch schon in die Siebzigern erscheinen können; hier gehen die Jungs unbekümmert wie frisch entlassene Pennäler ans Werk, was vielleicht auch daran liegen mag, dass hier das Riff von Bastille Day aus der Mottenkiste geholt und noch einmal zum Besten gegeben wird. 'Wish them Well' ist im Vergleich ein für Rush-Verhältnisse recht simples Stück, das jedoch gerade dadurch unverzüglich im Ohr hängen bleibt. Wie so oft bei Rush findet sich der Höhepunkt am Ende der Scheibe. 'The Garden' ist eines der emotionalsten Lieder der Band, hier sitzt man sieben Minuten paralysiert vor den Boxen und lauscht den Melodien, die beinah schmerzhaft schön sind.

Abgerundet wird die CD durch eine schöne und künstlerische Aufmachung und gut lesbaren Texten, was immer noch den besten Kopierschutz darstellt.

Wo diese CD letztlich eingeordnet werden kann, ist nun unmöglich zu sagen, aber ich denke schon, dass man in einigen Jahren wird sagen können, dass CA sich auch vor den alten Meisterwerken absolut nicht verstecken muss.

Ich ziehe meinen Hut vor den alten Herren!
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am 30. August 2013
kurz und knapp....Clockwork Angels ist für mich das langweiligste und uninspirierteste Album das Rush je veröffentlicht haben.
Darüber hinaus weiß heute eigentlich jeder wie man einen loudness maximizer bedient, Ammateure neigen dazu es mit dem Lautheitswahn zu übertrieben.
Das erste Rush Album, dass ich nach dem Kauf drei mal gehört und dann nie wieder angefasst habe :-(
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am 23. Juni 2012
Das Fanpack enthält die CD, einen kleinen, etwas popeligen Schlüsselanhänger, ein großartiges Magazin mit ca. 130 Seiten nur über Rush mit Interviews, Fotos u.a., sowie ein großes doppelseitig bedrucktes Poster mit zwei Motiven: Luftschiff über Meer und Engel vor rotem Hintergrund. Für die Preise hier fände ich es überteuert, anderswo findet man es zu angemesseneren Preisen. Das Magazin und der Anhänger sind zusammen, denke ich, ihre 12 bis 15 Euro wert, das Poster für echte Fans vielleicht nochmal 5. Wir alle kennen ja die Preise von Konzerten etc. Insofern kann sich jeder ausrechnen, ob er das braucht oder nicht. Ich bin vor allem froh, das Magazin zu haben.
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Da das hier schon zu genüge getan wurde, werde ich nicht auf jeden Song einzeln eingehen.

"Clockwork Angels" stellt sich als konsequente Weiterentwicklung der letzten Alben dar, wobei "Snakes & Arrows" sicher mehr Pate gestanden hat, als das strittige Album "Vapor Trails".
Von gewohnter Kost zu sprechen wäre allerdings mehr als vermessen und würde dem Album nicht gerecht werden.
Knackige Rocksongs wie "Caravan" (wie immer ein klasse Opener), BU2B oder "Headlong Flight" wechseln sich mit langsameren, ja fast poppigen Nummern ab ("The Wreckers" --mein Favorit- oder das fast herz-schmerzende "The Garden").

Was mir besonders Spaß macht und was das Albumcover ja schon andeutet (die Uhr steht nicht umsonst auf 21:12), sind die immer wieder auftauchenden Remineszenzen der drei Kanadier an das eigene Schaffen. Das geschieht manchmal offensichtlich wie bei "Headlong Flight" ( Bastille Day) und manchmal versteckt wie beim Titelsong (etwa bei Minute 1:00), wo Anleihen an "2112" auftauchen.
Das macht das Album für den Rush-Fan noch spannender und von Einfallslosigkeit zu sprechen wäre bei Rush sicherlich völlig Fehl am Platze. Ich sehe es eher als augenzwinkenden Verweis auf Vergangenes, zumal auch inhaltlich der Bogen zu "2112" zurückgespannt wird, denn hier wird eine Geschichte erzählt - von einem Konzeptalbum zu sprechen wäre aber übertrieben.

Die Produktion des Albums ist klasse. Was mir besonders gefällt seit Nick Rasculinecz als Produzent fungiert, ist der deutlich in den Vordergrund getretene Bass Geddy Lees.
Was das Können an den Instrumenten betrifft sind Lee, Lifeson und Peart sowieso über jeden Zweifel erhaben.
Das Cover- und Artwork stammt wieder von Hugh Syme und verdient ein Extra Lob.

Fazit: Ein tolles Album mit frischen Rocksongs (kaum zu glauben, dass sich die Herren auf die 60 zu bewegen), gewohnt hohem musikalischem Können und interessanten Texten, welches aber trotzdem nicht an die Meilensteine herankommt.
Wem "Snakes & Arrows" gefiel, macht hier garantiert nix falsch.
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am 13. Juni 2012
Ein Album ist das Produkt einer Band und jedes Produkt kommt beim Verbraucher anders an. Geschmäcker sind verschieden, für die einen liegen die Höhepunkte in den Songs x und für manche in den Songs y. Daher schreibe ich hier meine Meinung über Clockwork Angels, ohne für andere eine Meinung kreieren zu wollen. Jeder sollte sich das neue Werk von RUSH persönlich anhören. Und das am besten nicht nur einmal, sondern nach und nach. Denn wie so oft bei RUSH zünden manche Songs sofort und manche eher nach dem vierten oder fünften Mal.

"Caravan": Schon seit 2 Jahren als Vorgeschmack "auf der Welt" und von der Art des Spielens ziemlich modern und frisch daher kommend. Nach dem kurzen Intro donnert der Caravan aus den Boxen und RUSH kommen ins Rollen. Die Lyriczeile "In a world where I feel so small, I can't stop thinking big" ist so simple und doch so verdammt wahr.

"BU2B": Wie auch Caravan haben uns die Kanadier diesen Song schon im Voraus geschenkt und ich muss sagen, dass mir dessen Rhythmus und Refrain mit am besten gefällt. Wie ich schon letztes Jahr auf dem Konzert in Frankfurt und später auf der Time Machine DVD erleben konnte, steckt mich die Spielfreude in diesem Stück besonders an.
Bei jedem Hören dieses Songs stelle ich mir das unglaublich intensive Drumming dazu vor und muss sagen, dass es hier einfach passt.

"Clockwork Angels": Der Titelsong des Albums ist Energie pur gemischt mit sanfteren Zwischenmelodien.
Besonders wenn ich mir dieses Lied in der Setlist der nächsten Tour vorstelle, kommt Vorfreude auf.
CA erinnert mich ein wenig an The Main Monkey Business vom letzten Album. Das Tempo und die Komplexität dieses Stücks fetzt einfach total! CA könnte sich live zu einem Dauerbrenner entwickeln. Melodie, Power, Drumming und Virtuosität in einem. Auch wenn manchen der künstlich klingende Gesang in der Mitte des Songs nicht gefällt, finde ich dass gerade sowas ein neues Album ausmacht. Ohne neue Ideen kein neues Album!

"The Anarchist": Ist einer der wenigen Stücke auf dem Album, die erst (bei mir) nach mehrmaligem Hören gefunkt haben. Anfangs hörte ich keine klare Struktur darin, aber auch das ist mittlerweile verflogen. Der Refrain ist doch sehr einprägsam und ansteckend. Auch hier glaube ich, dass es The Anarchist in die Setlist der Tour schafft.

"Carnies": Ich gebe zu, Carnies hat mich bis jetzt noch nicht erreicht. Ich weiß nicht was diesem Song fehlt, aber ich kann ihm (noch) nicht so viel abgewinnen wie den meisten anderen.

"Halo Effect": Auch hier bin ich noch nicht Feuer & Flamme. Zwar ist Halo Effect meines Erachtens schöner als Carnies, aber dennoch nur (für mich) ein Lückenfüller. Ich betone das extra, denn schlechte Ergebnisse gibt's bei RUSH selten, nur eben in meinem Gehör kann dieses Stück nicht punkten.

"Seven cities of gold": Sehr gelungenes Intro, das sich langsam aufbaut und steigert und schließlich in einen kraftvollen Song mündet. SCOG ist ein gradlinieger Rocksong a'la RUSH mit schönem Refrain und starken Gitarren. Ohne viel Schnörkel kommt hier das Können von den drei Herren exzellent zur Geltung.

"The Wreckers": Melodisch ist das eines der besten Stücke, das RUSH je abgeliefert haben. Beim Refrain bekomme ich jedes Mal Gänsehaut, ohne dass mir kalt ist ;)
The Wreckers klingt ähnlich wie Faithless von Snakes & Arrows und kann einem im richtigen Moment die ein oder andere Träne vergießen lassen. Songs wie dieser sind eine Fähigkeit, die nur ganz wenige Musiker können und wegen der ich RUSH so liebe.

"Headlong Flight": Dreht die Boxen auf und lasst es brummen!! Woaah!! Was für ein starkes Stück. Der Anfang erinnert an die frühen RUSH im Stile von Bastille Day. HF hat ein gutes Tempo, welches durch Geddy's Gesang perfekt unterstützt wird. Immer wieder diese puren Gitarren mit dem Schlagzeug und einem Bassspiel zum Niederknien. HF ist für mich das Highlight des Albums, weil es einfach direkt drauf los geht und jede Anlage zum Schwitzen bringt. "All the highlights..."

"BU2B": Eine anderthalb minütige Sequenz, die gut zum Erholen der Ohren nach Headlong Flight dient. Nicht mehr und nichr weniger.

"The Garden": Ähnlich wie bei The Wreckers kommt hier die Gänsehaut ganz von alleine. Eine Art Akkustik Stück mit dem sanften Gesang von Geddy Lee und Melodien wie nur RUSH sie können. In mehreren Interviews zu CA hat Geddy The Garden immer wieder als sein vielleicht größtes Meisterwerk hervorgehoben. Wenn man den Text und die Melodie für sich wirken lässt, kann man das gut nachvollziehen. Ein schöner Schlusspunkt eines sehr gelungenen Albums.

Clockwork Angels ist komplett gesehen ein richtiges gutes Album! Ich gebe vier (sehr gute) Sterne. Fünf wären es geworden, wenn mir Carnies genauso gefallen würde wie der Rest. Auch wenn im Internet schon Diskussionen über den Sound geführt werden, bin ich eher ein Fan von zu viel "Krawall" als zu wenig. Wenn man schon eine etwas bessere Anlage hat, möchte man auch dass sie gefüttert werden kann.

Freue mich auf den 4. Juni 2012, wenn die Lanxess Arena zum Beben gebracht wird!
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