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  • Faust
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Kundenrezensionen

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am 5. Juni 2017
Vorher wusste ich nix von Faust, außer, dass es von Goethe, T. Mann u. Pessoa Werke dazu gab und das er irgendwie seine Seele an den Teufel verkauft hat. Das zu lesen- gerade von Goethe- wäre mir zu öde, obwohl ich sehr viel und sehr gerne lese. Also, dachte ich, dass eine Verfilmung mir das Thema nahebringen würde. Ich wurde nicht enttäuscht...

Schon die "Special-Affects", wie man heute sagt, waren für einen Film der damaligen Zeit super. Und überhaupt: Jannings in einer Glanzrolle, wenn man sein Mimikspiel sieht, Horn spielt das Gretchen so überzeugend, dass es meiner Meinung nach auch auf der Bühne nicht besser sein kann. Die niederländischen Untertitel nerven bisweilen, aber das ist auch die einizige Schwäche. Der Film ist gewaltig und bringt das Thema für Neulinge wie mich sehr gut rüber. Für die Erstbeschäftigung mit Faust sehr zu empfehlen...
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am 18. Januar 2016
Den Film kannte ich noch von einer TV-Ausstrahlung her. Nun also hab ich mir diese DVD gegönnt und nicht bereut. Was man alles so in einem Stummfilm ausdrücken kann, ist kaum zu glauben.

Für Stummfilmfreunde ein unbedingtes Muss, hier zeigte wieder einmal ein deutscher Regisseur, dass es nicht immer amerikanische Filme sein müssen (mussten).

Allerdings sollte man schon ein bisschen Ahnung von "Faust" haben, da hier notwendiger Weise nicht alles gezeigt werden konnte und auch viel künstlerische Freiheit ihren Raum fand.

Die Schauspieler sind klasse, jede/r einzelne, besonders natürlich Jannings Mephisto, einfach großartig!
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am 22. August 2005
Wer Goethes "Faust" erwartet, der möge Goethes "Faust" lesen! Das Meisterwerk unseres großen Dichters ist letztlich nicht verfilmbar. Zu dominant die hohe Sprachkunst! Auch alle Opernkomponisten, die sich an dieses Werk gewagt haben, sind an ihm gescheitert. Ein Richard Wagner hat es wohlweislich erst gar nicht versucht!
Wer allerdings ein Werk erleben möchte, dass filmtechnisch wie auch filmästhetisch den höchsten Stand seiner Zeit (1926) repräsentiert (fast parallel wurde "Metropolis" gedreht, im selben Studio!), der ist bei diesem grandiosen Film F. W. Murnaus bestens aufgehoben. Filme nannte man früher auch "Lichtspiele" und Kinos entsprechend "Lichtspielhaus/ oder -theater". Eben dies demonstriert der Film auf eindrucksvolle Weise: Eine Wette zwischen dem Erzengel (Licht) und Mephisto (Schatten) um Faustens Seele lässt den Kampf von Gut und Böse entbrennen. Abwechselnd treiben heller Tag und Finsternis die Handlung voran; düster umhüllt Mephistos riesiger Mantel das frohe Treiben in dem kleinen, altdeutschen Städtchen, kalt weht der Pesthauch durch die engen Gassen. Verzweiflung ob des Massensterbens treibt Faust in Mephistos Arme, dessen Pakt er mit Blut unterschreibt. Die Verjüngung, die Mephisto Faust zuteil werden lässt, bindet diesen nun ewig an die finstre Seite der Welt. Erlösung wird ihm erst durch Gretchens aufopfernde Liebe zuteil.
Motive aus der volkstümlichen "Historia von Dr. Faustus", dem Faust-Drama von Christopher Marlowe und eben Goethes Weltenspiel durchziehen diesen einzigartigen Film, dessen filmtechnische Effekte bis heute verblüffen: die Beschwörung Mephistos durch Faust bei Mondenschein, der Flug auf dem Mantel, der Tod von Gretchens Kind im eisigen Grab, Fausts gemeinsames Sterben mit Gretchen auf dem Scheiterhaufen.
Anstelle der berühmten amerikanischen Schauspielerin Lillian Gish, die ursprünglich als Gretchen vorgesehen war, erleben wir eine bezaubernde Camilla Horn in dieser Rolle, die Murnau während der Dreharbeiten zu seinem "Tartüff" (1925) kennengelernt hatte. Mephisto wird verkörpert von dem damaligen deutschen Filmstar Emil Jannings, dessen Interpretation allerdings etwas unheimlicher und dämonischer hätte ausfallen können. Gösta Ekman spielt sowohl den alten wie auch den verjüngten Faust.
Wirklich großartig ist die von Timothy Brock komponierte und unter seiner Leitung vom Olympia Chamber Orchestra eingespielte Musik, die Anklänge an Wagner und Beethoven nicht verleugnen kann - was ja nicht das schlimmste ist.
Bild- und Tonqualität auf dieser DVD sind absolut zufriedenstellend. Ein fundierter Audiokommentar rundet das Filmerlebnis entsprechend ab.
Nur vier Sterne aus dem Grund, dass es ansonsten keinerlei Bonusmaterial zu diesem herausragenden Film gibt.
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am 5. Mai 2002
„Faust“(1926) gehört nach „Nosferatu“(1922) zum zweiten großen Höhepunkt der Karriere Friedrich Wilhelm Murnaus und ist zudem auch der letzte von Murnau in Deutschland gedrehte Film, bevor er nach Hollywood ging.
Murnau gehörte zu einem der wenigen Regisseure, die es schafften die Einflüsse des Expressionismus, der Literatur, der Malerei und des Theaters dieser Zeit in ihren Filmen zu verarbeiten und dennoch ihre Filme durch einen eigenen Stil zu prägen. So zeichnet sich „Faust“ beispielsweise durch ein brillantes Spiel mit Licht und Schatten aus. Eine düstere Atmosphäre wird auch durch den geschickten Einsatz von Rauch und Nebel aber auch durch den Einsatz von Feuer erzeugt.
Zur Handlung: Die Geschichte spielt im Mittelalter und stellt eindrücklich den metaphysischen Kampf zwischen Gut und Böse dar:
Der Film beginnt mit der Wette zwischen einem Erzengel und dem Teufel. Der Teufel (Mephisto) wettet, dass jeder Mensch, der durch ihn beeinflusst wird, sich von Gott abwendet. Als Mensch suchen sie sich den alten Wissenschaftler und Alchimisten Faust aus.
Als die Pest ausbricht und Faust es nicht schafft ein Gegenmittel zu entwickeln und darüber fast verzweifelt, bietet ihm Mephisto seine Hilfe an. Da Faust zunächst ablehnt macht Mephisto ihm den Vorschlag sich vorerst nur einen Probetag lang auf ihn einzulassen. Faust nimmt an und die Pest verschwindet. Als der Teufel ihm ewige Jugend anbietet kann Faust nicht wiederstehen und geht den Pakt mit dem Teufel ein. Er beginnt sich aber schnell zu langweilen, bis er Gretchen trifft und sie sich in einander verlieben...
Als Vorlage für das Drehbuch diente weitgehend die Bühnentragödie „Faust“ von J.W. von Goethe. Um aber deutlich zu machen, dass der Film auch auf ältere Quellen zurückgreift gab Murnau ihm den Titel: „Faust – Eine deutsche Volkssage“
Der Film ist nach seiner Restauration in einem – für sein alter (Premiere 14. Oktober 1926) – brillanten Zustand. Auch die musikalische Untermalung des Films ist absolut passend. Der einzige Nachteil ist, dass der deutsche Text durch englische Texttafeln ersetzt wurde, was der Handlung allerdings keinen Abbruch tut, da der englische Text sehr leicht verständlich ist.
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TOP 500 REZENSENTam 22. Juli 2017
Der Bielefelder Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931) ist einer breiteren Masse eigentlich nur durch einen einzigen Film überhaupt ein Begriff:"Nosferatu- Eine Symphonie des Grauens" (1926). Unter seinen 22 Filmen-etliche davon heutzutage verschollen- gibt es aber noch andere Highlights zu entdecken. Sein "Faust- Eine deutsche Volkssage"(1926) zumindest ist so faszinierend, dass es eigentlich in einem Atemzug mit Werken wie "Metropolis", "Cabinet des Dr. Caligari" oder "Der Golem" genannt werden müsste. Das Setdesign war großartig, und der Aufwand, der für den Film betrieben wurde immens. In einer Szene am Hof der Herzogin von Parma des opulenten Werkes tauchen sogar zwei wie verkleidet aussehende Elefanten auf (die allerdings aus Stoff waren, aber absolut echt wirkten) ; in einer anderen ringt ein Mann mit einem echten Bären. Die Schauspieler und auch die Statisten sind großartig, allen voran natürlich Emil Jannings ("Der blaue Engel") als Mephisto. Murnau liess sich auch unglaublich viele Effekte und Kameraratricks einfallen, die das Werk auch nach über 90 Jahren noch visuell interessant wirken lassen. Und nicht zuletzt hat er mit "Faust" ein urdeutsches Thema gewählt und es in die Welt hinausgetragen.
Die unglaublich gute Box enthält zwei DVDs, eine BluRay und ein informatives, 44 Seiten starkes Booklet zur Entstehung des Films. Von dem Film existieren viele verschiedene Schnittversionen, von denen die zwei besten hier vertreten sind, die völlig anders gefilmt und geschnitten wurden: Eine für den deutschen Markt und eine Exportversion mit englischen statt altdeutschen Zwischentiteln. Murnau filmte mit zwei nebeneinanderstehenden Kameras, weshalb sich die Filme in den gewählten Blickwinkeln deutlich unterscheiden. Manchmal weist eine Kamera auch eine Nahaufnahme vor, die in der anderen Version nicht enthalten ist. Ausserdem unterscheiden sich die Filme im Schnitt bzw in der Länge einzelner Szenen und der Gesamtlänge. Während die heimische Version eine Länge von 1:47:20 Minuten vorweist kommt die Exportversion auf eine Spielzeit von 1:55:43 Minuten. Unter den Extras befindet sich ein 26:46 Minuten langes Special, das die beiden Versionen miteinander vergleicht. Natürlich bleibt es immer der gleiche Film, aber die Unterschiede sind schon erheblich, auch wenn es einem wahrscheinlich nicht sofort von alleine auffallen würde. Die Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung restaurierte nur die "domestic Version", weshalb sich auch die Bildqualität auf interessante Art voneinander unterscheidet. Alleine diese ist mit vier verschiedenen Tonspuren anwählbar. Es gibt eine Version mit Orchestermusik, eine mit Harfenmusik und eine mit Pianobegleitung. Die vierte Tonspur enthält einen informativen Audiokommentar. Ein weiteres Extra ist ein 39:24 Minuten langer Kommentar zu dem Film des britischen Filmhistorikers Tony Rayns und eine 58:59 Minuten lange Dokumentation mit deutschem Ton und englischen Untertiteln namens "The language of Shadows". Dieses Special erklärt auch, warum überhaupt verschiedene Schnittversionen existieren. All diese Extras sind auf der BluRay enthalten, während es auf den DVDs vor allem die verschiedenen Filmversionen zu begutachten gibt und nicht alle Extras hier vorhanden sind. Insgesamt gesehen ist das Paket jedoch von atemberaubender Qualität und Pflichtprogramm für jeden, der sich für Stummfilmklassiker interessiert.
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am 21. Mai 2017
Der Film ist gut angekommen und war in beste Zustand nur nicht das was ich mir versprochen hatte von Inhalt. Es war ein vereinfachte Darstellung von Faust der nich wirklick berausvhend ist. Und als Stummfilm kann man es nicht so richtig geniessen aber das war Murnau sein Schuld nicht ihres.
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TOP 1000 REZENSENTam 27. Januar 2016
"Faust - eine deutsche Volkssage" entstand 1926 und gilt als eines der größten Meisterwerke des Filmpioniers Friedrich Wilhelm Murnau, der im Alter von 43 Jahren auf tragische Weise bei einem Autounfall in Santa Barbara, Kalifornien starb. Seine Filme waren geprägt vom Expressionismus, seine psychologische Bildführung und die damals revolutionären Kamera- und Montagearbeiten waren für die damalige Zeit bahnbrechend und eröffneten dem Film-Medium, das noch in den Kinderschuhen stand, völlig neue innovative Möglichkeiten. Dies kann man auch in "Faust" bewundern, denn eine Szene dokumentiert vielleicht am stärksten die Zusammenarbeit zwischen Architektur und Kameraführung: Der Flug Mephistos (Emil Jannings) und Fausts (Gösta Ekman) auf dem Mantel Mephistos nach Parma. Diese Sequenz setzt sich aus einer ganzen Reihe von Spezialeffekten zusammen. Für den "Abflug" wurden Jannings und Ekman auf dem Mantel stehend vor einem schwarzen Hintergrund gefilmt. Die Kamera bewegte sich dann in schneller Fahrt vor ihnen fort. Die Aufnahme wurde anschließend über das zuvor zersprungene Fenster kopiert und so entsteht der Eindruck, dass sich nicht die Kamera entfernt, sondern die Darsteller auf dem Mantel Mephistos. Für den eigentlichen Flug war dann noch zusätzlich ein Wagen notwendig, auf dem die Kamera platziert wurde. Dieses Gefährt war eine Konstruktion von Kameramann Carl Hoffmann.

Diesen hätte Murnau durch den Amerikaner Charles Rosher ersetzen sollen, denn das war die Bedingung dafür, dass der damals große Hollywoodstar Lilian Gish die Rolle des Gretchens übernommen hätte. Er hat dann schließlich abgelehnt, was dann zur großen Chance der Filmdebütantin Camilla Horn wurde, die in dieser Rolle glänzte.
Goethes berühmtes Werk ist von Anfang bis Ende in spektakuläre Szenen eingebettet, was bereits beim Auftakt sichtbar wird. "Aufgetan sind die Pforten der Finsternis und die Schrecken der Völker jagen über die Erde..." der Zuschauer wird konfrontiert mit dem ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Dunkelheit. Die vier apokalyptischen Reiter erscheinen, der Satan breitet seine mächtigen Schwingen über die Welt. Doch der Erzengel (Werner Fuetterer) stellt sich dem Kampf um die Seele der Menschen.
Der alte Alchemist Faust (Gösta Ekman) lebt in der Zeit als sich das Mittelalter verabschiedet und langsam die Neuzeit beginnt. Um seine von der Pest bedrohten Mitbürger zu retten, verschreibt er sich für einen Tag dem Teufel (Emil Jannings). Er rettet einen Totkranken und wird sofort von der Menge als Retter und Heiler umjubelt.
Doch eine weitere Heilung kann er nicht vollbringen, weil die Kranke ein Kreuz in der Hand hält. Jetzt will die Menge Faust steinigen, er rettet sich in sein Studierzimmer.

Mephisto gibt ihm zu verstehen, dass dieser Probetag noch nicht zu Ende ist und macht ihm nun das Ideal der Jugend schmackhaft. So wird Faust wieder zum jungen Mann. Mit der Jugend wird auch Reichtum und Macht geschenkt.Am Abend will Faust auf diese Jugend auch nicht mehr verzichten. Der Pakt mit dem Teufel ist gemacht. Er kann aber die Herzogin von Parma (Hanna Ralph) für sich gewinnen und entführen - durch eine List von Mephisto, der ihren Mann (Eric Barclay) aus dem Wege räumt. Nach der Rückkehr in die Heimat trifft er in der Stadt das junge Gretchen (Camilla Horn), die gerade in die Kirche will.
Er verliebt sich in sie. Mit Mephistos Trick kommt ein Zusammentreffen mit Gretchen im Garten von Marthe Schwerdtlein (Yvette Guilbert) zustande. Auch das Mädchen verliebt sich in ihren Verehrer und gewährt ihm schließlich Zugang zu ihrer Kammer. Doch Mephisto ist daran gelegen, dass das Liebespaar entdeckt wird. Er lässt durch einen Wind die Mutter (Frida Richard) erwachen und lockt Gretchens Bruder Valentin (Wilhelm Dieterle) aus dem Wirtshaus nach Hause. Es kommt zum Kampf zwischen Valentin und Faust, doch Mephisto tötet Valentin im Hintergrund und ruft noch in der Nacht in der ganzen Stadt den Mord aus. Faust muss flüchten. Gretchen kommt an den Pranger und bringt ein Kind zur Welt. Sie irrt mit dem Neugeborenen durch den Schnee. Ihr Geist ist inzwischen verwirrt. Sie sieht eine Wiege und legt dort das Kind hinein. Aber in Wirklichkeit ist es ein Schneehaufen und das Kind stirbt. Nun wird sie als Kindsmörderin auf dem Scheiterhaufen sterben müssen. Angesichts des Leids, dass seine Jugend hervorgebracht hat, verflucht Faust seine Jugend. Er steigt zu ihr als alter Mann auf den Scheiterhaufen. Dadurch wird er von der Sünde befreit und entsühnt. Am Ende treffen sich Erzengel und der Feind aus der Finsternis noch einmal. Dort wird dem Teufel klar gemacht, dass alle seine Bemühungen ins Leere laufen, wenn die Kraft der "Liebe" geübt wird. Der Teufel kennt dieses Wort nicht...

"Faust - Eine deutsche Volkssage" ist einer der besten Stummfilme der Weimarer Republik. Der Film ist auch heute noch faszinierend und ungeheuer atmosphärisch. Eine wesentliche Rolle für diese Dichte und Tiefe wurden durch die Bauten erreicht. Robert Herlth und Walter Röhrig entwarfen u.a. eine mittelalterliche Stadt mit spitzen Gibeln, dunklen Winkeln und treppenartigen Straßen. In dieser engen Welt beginnt und endet das religiös-philosophische Drama. Die suggestive Stimmung wird dabei immer wieder mit praller Action erweitert. Umso erstaunlicher, dass "Faust" ein reines Studio Projekt ist. Für Murnau war es wichtiger, Schatten zu machen als das Licht zu stellen. Es wird Nacht, als Mephisto sienen Mantel über die Stadt ausbreitet. Schatten sind die Vorboten für die Pest. Natürlich darf Emil Jannnings nicht unerwähnt bleiben - er liefert einen brillianten "Mephisto" ab und glänzt in seiner Rolle. Auch seine Kostümierungen sind legendär, sowohl als alter, furchterregender Gnom mit stechenden Augen als auch als Junker mit Feder, Degen und spitzem Hut. Ein paar Jahre später sollte er der erste Schauspieler und bis heute immer noch einzige Deutsche sein, der den Oscar erringen konnte.
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am 24. Dezember 2006
Im letzten Jahrhundert fing es ja recht viel versprechend an mit dem deutschen Film, und manch einer mag sich die weltweite Größe des Expressionistischen Films zurückwünschen. Aber ganz so einfach ist das nicht, wenn die 20ger nun als eine Epoche der Filmklassik gelten und höchstens von einigen Studenten oder Flyerdesignern für Halloweenparties beachtet werden.

In der Morgenstunde des „gezeichneten“ Films wie „Sin City“ und in seiner Tradition schon stehenden „300“, der nächsten September in die Kinos kommen soll, frage ich mich, wann die Filmmode eine Renaissance erlebt und Meisterwerke, wie „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“, „Das Cabinett des Dr. Caligari“, „Der Golem, wie er in die Welt kam“ und „Faust“ von 1926 wieder hervorkramen werden, und Mittel des filmischen Expressionismus mit den neuen Möglichkeiten der Filmproduktion wieder hervorbringen werden. Aber möchte man dies? Braucht man ein „update“, eine Kreation im Zeitgeist des jungen 21ten Jahrhunderts, um das zu fühlen, was F.W. Murnau, Fritz Lang und Wegener mit ihren Werken erreichen wollten? Warum sollen wir es nicht riskieren, trotz dem Gelächter, das die überaus geschminkten Gesichter in unseren Mitmenschen erwecken, den Film ernst zu nehmen und genau hinzuschauen?

Der Filmische Expressionismus

Der Filmische Expressionismus wird für die erste Hälfte der 20ger Jahre datiert. Berlin mit der UFA und den großen Filmstudios ist dabei das Zentrum des Geschehens. Charakteristisch sind die grotesk verzerrten, schiefen Kulissen und die starke kontrastreiche Beleuchtung, welche durch gemalte Schatten nochmals verstärkt wurde. Dieser starke visuelle Eindruck wird ebenso bei den Schauspielern erreicht, durch übertriebene Gesten und eine ausdrucksstarke Mimik, sowie der bekannten Schminke: Lippen und Augen dunkel, Haut blass bis weiß. Der Einsatz von ersten special effects ermöglichte überzeugende und spektakuläre Szenen, auch für den Zuschauer von heute. Das Wissen um die beschränkten Mittel, die ein Mensch, der mit Computern aufgewachsen ist, hat, gibt den offensichtlichen Tricks ein Alibi und applaudiert und ist in großen Maßen erstaunt über Effekte, die nicht nach Effekten aussehen, sondern kunstvoll kaschiert sind und genauso echt wirken, wie das Schauspiel der Personen und die Kulissen. Diese meisterhafte Stufenlosigkeit zwischen Effekten und real gefilmten Dingen wird heutzutage in ihrer Glaubwürdigkeit schwer erreicht.

Ein Meister jedoch schafft es diese Ästhetik in unsere Zeit zu bringen, und ermöglicht auch demjenigen, der die Filme als fremdartig und lächerlich empfindet, einen guten Einstieg. Tim Burton. Mit der Verfremdung des Puppenhaften bei „Nightmare before Christmas“ kommt er dem Effekt des Films der 20ger Jahre sehr nahe. Dennoch ist ein schwarz weiß gedrehter Stummfilm eine glaubhaft unheimlichere Erfahrung.

Jannings – Der erste und einzige Deutsche mit einem Oskar

Es ist, keine Frage, eindrucksvoll, wie Emil Jannings in seiner Rolle als Mephisto glänzt. Ich möchte sagen, dass er der glaubwürdigste Teufel in der ganzen Filmgeschichte ist, neben Vigo Mortensen in „The Prophecy“. Von Anfang an ist seine Kostümierung perfekt. Ob als schwarzer Engel mit einem titanenhaften Körper und pechklebrig schwarzen Flügeln, als alter Gnom mit leuchtenden Augen, oder als frivoler Junker mit spitzem Hut, langer Feder und dem erigierten Degen. Faszinierend ist seine Mimik: düster, erschreckend satanisch, sarkastisch witzig. Noch nie habe ich einen solch glaubhaften Mephistopheles gesehen, noch nie einem Schauspieler diese Rolle so geglaubt in meinem echten Schauder. Mit Recht, so dachte ich, als ich las, dass Emil Jannings der erste Deutsche ist, der einen Oskar bekommen hat, und bis heute leider auch der einzige. Braucht Deutschland mehr Teufel, die glaubwürdiger sind, als alle „evil Germans“ der Nachkriegsfilme?

Experimentierwille und stringente Umsetzung

„Faust“ zeigt das Okkulte ostentativ vor, aber weder so plakativ wie Wegener, noch so unglaubhaft wie in modernen Filmen. Wenige Rezepte von Paracelsus und Agrippa wie im „Golem“, dafür mehr Effekt. Mephisto und Faust fliegen auf Umhängen, undefinierbaren behaarten Monstern durch die Welt, sie lassen Elefanten und orientalische Sklaven auftauchen, und vieles mehr. Ein Feuerwerk an großen Effekten und Taschenspielertricks, die alle lustvoll die teuflischen Kräfte auf die Leinwand bringen.

Doch dazu kommen die handwerklichen Tricks des Kameramanns (Carl Hoffmann) und Bühnenbauer (Robert Herlth, Walter Röhrig, Arno Richter) sowie der Beleuchtung. Wie schon erwähnt, finden sich auch hier die schiefen Kulissen wieder, insbesondere bei den Stadtbildern. Daneben dramatische Kameraperspektiven (bei der Rahmengeschichte um die Wette zwischen dem Erzengel und Mephisto) und auch beeindruckende Kamerafahrten (Gretchens Ruf aus dem Kerker).

Dagegen gibt es zwei markante Veränderungen in der Geschichte, die einem braven Schullehrer vielleicht aufstoßen könnten. Zum einen Gretchen, die versucht ihr Kind zu retten, das erfriert und fälschlicherweise von Söldnern als Kindsmörderin überführt wird. Zum anderen das Ende. Darüber aber etwas zu verraten würde diesen Bericht etwas vollständiger machen, aber wie man weiß: Brüche und Lücken garantieren die Freude am offenen Kunstwerk, und so soll sich der Leser den Film selber anschauen und seine eigenen Gedanken zu den Veränderungen in der Geschichte machen.

Faust – Ein deutsches Volksmärchen

Eine Wirkung hat der Film auch heute noch, und auch auf die im Computerzeitalter aufgewachsenen jungen Menschen. Der Film ist ein alter Schinken, wenn auch sehr gut erhalten, und das weiß der Zuschauer. Diese Distanz bewirkt aber ein Bewusstsein für die hohe handwerkliche Kunst Murnaus, mit der er diesen Film geschaffen hat, und die stellenweise deutlicher ist, als in allen rasanten und berauschenden Videoclips der heutigen Tage. Hier wird der Zuschauer berauscht und muss einen Moment innehalten, vielleicht den Film in Sequenzen sehen und ihn verdauen, den Eindruck nachspüren. Dadurch wird aber Medienkompetenz erworben, und der Blick bekommt ein neugieriges und erstauntes Leuchten, das Bestand hat. Und möglicherweise greift man dann doch zu den literarischen Vorlagen Goethes Faust, Marlowes „Dr Faustus“ oder dem Volksbuch.
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am 13. März 2004
F. W. Murnau hat die Filmwelt immer noch viel zu verdanken. Seine schattenspielerischen expressionistischen Filmessays (wie "Nosferatu"), seine Momentaufnahmen stummer menschlicher Abgründe (wie in "Sunrise") haben Werte vorgelegt, die sprachgewandte, bunte Up-to-date-Filmchen nur mit Müh und Not ankratzen, aber sicher nicht so schnell einholen werden. Murnau - wie die meisten deutschen Filmemacher seiner Generation - war ein experimentierfreudige Special-effects-Künstler, von dem Hollywood noch heute mit Freuden abkupfert, und dessen Ästhetik auch den Sprung in die neue Zeit der digitalen Effekthascherei überlebt hat.
Was ich damit sagen will? Nun, daß Murnau für Filmepen sondergleichen steht, die bis heute nichts an Originalität eingebüßt haben - sofern man sich erst einmal überwunden hat, sich auf die Tatsache einzulassen, daß es sich hierbei um einen STUMMFILM handelt, wird man zweifelsohne seinen Genuß an der Sache finden. Selbstverständlich ist aber mit Special Effects nicht ein explodierendes Raumschiff nach dem anderen gemeint, gruselige Blutkellerszenen finden sich ebenfalls nicht, und auch mit Splattereinlagen kann "Faust" nicht aufwarten - dies sei abschreckenderweise für all jene gesagt, die sich irrtümlicherweise in diese Rezension verirrt haben, obwohl sie eigentlich Faust den Horrorklassiker vorzufinden hofften.
Für alle anderen ist dieses Meisterwerk nur zu empfehlen - Murnaus extravagante Kamerafahrten und Trickaufnahmen vermitteln ein ganzheitliches Sehgefühl, über das sich auch die Lumieres wie kleine Kinder gefreut hätten. Typisch sind die Perspektivenwechsel, außergewöhnlich das rasende Objektiv, mit dem der Meister Filmgeschichte geschrieben hat.
Der Expressionismus ist hier Geschichte. Die Deko, die Bühnen, das ganze Weltbild von Faust hat mit den schachteligen Alpträumen eines Dr Caligari nun aber wirklich gar nichts mehr gemein, viel eher lehnt Murnau sich an die Ästhetik alter Kupferstiche an. Was aber seine Bilder keinen Deut weniger zauberhaft macht.
Zum allseits bekannten Inhalt sei nur telegrammartig was gesagt: Faust will Menschen vor Pest retten, Mephisto will seine Seele, Faust will ewige Jugend, Mephisto gibt ihm ewige Jugend, Gretchen kommt ins Spiel, die große Liebe wird vollstreckt, und so weiter und so weiter, bis zum allseits durchgekauten Goethefinale. Für alle, die sich noch von Film-Enden überraschen lassen wollen, wird auch hier der Ausgang nicht verraten.
Wie auch immer, für alle, die nicht den Horrorfilm Faust suchten wird sich der Kauf ohne Frage bezahlt machen. Lassen Sie sich fallen, wenn Mephisto seine gewaltigen Flügel über die Dächer der Stadt breitet... Ein Fünf-Sterne-Gustostückerl für Cineasten!
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am 14. Januar 2013
Phantastisch was man ohne Worte schon damals darstellen konnte. Die Gesten und Bewegungen der guten Darsteller reichen aus um zu überzeugen. Eine geniale Verfilmung.
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