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am 15. Juni 2012
Dexy's Midnight Runners sind jetzt einfach DEXYS. Denn Kevin Rowland läuft nicht mehr um Mitternacht durch die Strassen einer Stadt und sucht Zuspruch an all den falschen Plätzen: "'I'm gonna be the man I'm meant to be. Tolerating misery that is not for me. I am a man that must be free." (aus: "It's okay, John Joe")'

Nun kriegt Rowlands flammender Speer über labyrinthische Umwege endlich sowas wie eine Kurve, und er gesteht: "I know about controlling people, I know about using people, but I'm not gonna do it anymore". Somit hat Rowland die Selbstzerstörungs-Maschine vom Netz genommen und sein wild flackerndes Emotion-Gewitter gegen einen fokussierten Laserpointer eingetauscht. 'Mein Perfektionismus ist intakt, bloß dass ich dieser Tage nicht mehr fluchend aus dem Zimmer stürme und Leute beleidige.' (ggü. BBC 6). Heutzutage dreht er die Manuskriptseiten solange um, bis jedes überflüssige Gramm Zynismus herausgesiebt ist. Diese Essenz destilliert der große Empath und Dexys Co-Produzent Mick Talbot (ex-The Style Council) dann zu einem gereiften Dexys-Flavor, einem deepen Soul sound, der so zuletzt auf der Al Green/Willie Mitchell-Universität in Memphis in den Jahrgängen 1972 - 1978 gepflegt wurde, oder auf der vorletzten Dexys LP "Don't stand me down" von 1985.

Musik über den ungelösten Widerspruch von L.O.V.E. und Happiness - gelebt, erlitten, betrachtet und schließlich: transzendiert vom vormals größten Übertreiber des Soul: Kevin Rowland. Zuguterletzt spricht er gelassen aus, was ihm schon schwant, seit er das erste Mal ein hübsches Mädchen anbetete (vgl. auch die erste Single 'She's Got A Wiggle') und spontan an Heirat dachte, an Ewigkeit, an Erlösung durch 'die Andere': 'I won't say these three words anymore.'

Viele von uns bemühen sich um die Erhaltung der Art, manche noch on top um deren Erhöhung. Rowland begnügt sich nach Jahrzehnten der Selbstkasteiung exklusiv mit Plan B und hat damit endlich seinen Frieden gemacht: "I can't be what anybody wants me to be ... It's not the end of the world. It's okay to be alone."

Kevin Rowland hat sich also nichts weniger als ein Evangelium seiner erhabenen Unverbindlichkeit zurechtgemeißelt. Er brauchte einen langen Anlauf für den Sprung heraus aus dem Irr-Glauben, dass die gängigen Ideale von Liebe und Heimat für ihn, den haltlosen Wanderer zwischen den Welten, erreichbar seien. Als Ire in England ('take your Irish stereotype and shove it up your arse.') und hardcore Romantiker in einer schnöden Realität bleibt er nur flüchtiger Tourist, Besucher, Nomade. Wo also ist zuhause, Kevin? "Nowhere is home to me" singt er heute ohne Bedauern in einem der zentralen Songs auf 'One Day I'm Going To Soar'. Es hört sich wie die große Freiheit an: frei von dem Wunsch, frei zu sein.
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am 6. Juli 2012
Bei der aktuellen CD von Kevin Rowland kann man britische Clubathmosphäre genießen, die Scheibe ist herrlich voller Gefühl, guter Musik aber auch ein bischen herrlich unperfekt arrangiert - fast als säße man in einem britischen Pub, in dem Dexys live spielt. Großartig!
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am 14. September 2012
Hört man im direkten Vergleich das erste Album, wird man unweigerlich etwas enttäuscht sein. Kevin Rowland ist sehr viel zahmer geworden, einzig seine charakterische Stimme ist noch dominierend. Dafür fehlen Tempo und Groove des "Vorgängeralbums", und das ist nicht nur der (unfassbar langen) Wartezeit geschuldet. Sicher, der Zeitgeist ist ein anderer geworden, aber die bestimmenden Sequenzen aus Bläsern und keltischem Folk aus "Too Rye Ay" sind leider auf der Strecke geblieben. Ein Album für einen ruhigeren Abend und das wirklich gelungene 'She got a Wiggle' - viel mehr leider nicht.
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