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Kundenrezensionen

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am 27. Februar 2003
Sein erstes Soloalbum, schlicht "McCartney" betitelt, hatte er irgendwo in einer schottischen Hütte unter Einsatz bescheidenster Mittel eingespielt. Was heute als "unplugged" gefeiert würde, fiel damals - im Zeitalter der Phil Spector'schen "Wall of Sound" - mitleidslos durch. Schlimmer noch: Ausgerechnet der jüngere George Harrison, den McCartney stets mit der Arroganz eines älteren Bruders behandelt hatte, erzielte mit "All Things Must Pass" (das eben jener Spector produziert hatte) den künstlerischen und kommerziellen Erfolg, der McCartney zunächst verwehrt blieb. Entsprechend groß war der Druck. McCartney stand unter Zugzwang - und fand die richtige Antwort.
RAM ist ein Dokument der Wut. Es zeigt einen Menschen, der mit dem Rücken zur Wand steht, der sich beweisen muss, dass er das Komponieren nicht verlernt hat. Dass er eben doch der Kopf der Beatles war - musikalisches Wunderkind und Rocker in einer Person. Also finden sich auf RAM schlichte Rock'n'Roll-Kracher wie "Eat At Home" neben ausgefeilten (aus heutiger Sicht etwas überladenen) Songgemälden wie "Onkel Albert/ Admiral Halsey". Am besten aber ist McCartney dann, wenn er seinen Melodien vertraut und ihnen einfach ihren Lauf lässt. Über fünf, sechs Minuten eine Stimmung entfaltet, die den Zuhörer in seinen Bann zieht. Es ist schwer zu erklären, worin die Faszination von Songs wie "Monkberry Moon Delight" liegt. An den rotzfrechen weiblichen Backgroundchören? An McCartney Stimme, die klingt, als schreie er sich den Leibhaftigen aus dem Leib? An der Komposition, die sich vom ersten Takt an ins Ohr schleicht und trotzdem nie penetrant wirkt? Wahrscheinlich ist es die Mischung aus allem. Sentiment mit Soul (statt mit Kitsch). Härte mit Gefühl (statt mit Gewalt). RAM klingt, als habe McCartney den Part von Lennon einfach mitübernommen. Ein Fall von musikalischer Schizophrenie, der ein Meisterwerk hervorbrachte - so wütend, so zerrissen, so vielschichtig klang McCartney nie wieder.
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am 22. Mai 2012
Klanglich ist dieses Reissue, wie im übrigen auch seine Vorgänger, gelungen. Darüber muss man keine weiteren Worte mehr verlieren, denn hier wurde alles richtig gemacht. Die Ausstattung der Box als solche ist, von einem kleinen Manko abgesehen, hervorragend. Zu dem Manko komme ich später, aber jetzt zu den Discs und den Beilagen:

CD 1 Remastered Album
Das Remastering ist sehr gut gelungen, kein Vergleich zur CD Erstveröffentlichung und der remasterten Version von 1993 (bei diesen CDs frage ich mich stets, ob überhaupt etwas getan wurde). Anspieltipp hier Dear Boy, Uncle Albert/Admiral Halsey und Monkberry Moon Delight diese Stücke haben mich in ihrer remasterten Version umgehauen.

CD 2 Bonus Audio
Schön, das die Single Another Day/Oh Woman Oh Why auch enthalten sind. Schön ist auch das Little Woman Love historisch richtig auf der Deluxe Edition von Ram erscheint und nicht auf der Bonus CD zu Wild Life, da es ja bereits in 1970 aufgenommen wurde. Die anderen fünf sind dem geneigten Bootlegsammler bekannt, aber eben nicht in dieser herausragenden Qualität. Zu erwähnen ist das Rode all night nicht gekürzt wurde. Einzig die mal wieder relativ kurze Spielzeit von 33 Min gibt Anlaß zur Kritik, von mir aus hätten es durchaus mehr Outtakes sein können (aber das ist ein persönliches "Problem").

CD 3 Mono Mix
Der Mono Mix wurde im Mai 1971 nur als Promo-LP für Radiostationen zur Verfügung gestellt, erst 2000 erschien dieser Mix erstmals als Bootleg CD, daher ist die Einbeziehung in die Deluxe Edition sehr lobenswert und schon wie für CD 1 und CD 2 ist das Remastering hervorragend gelungen.

CD 4 Thrillington
Es scheint so als würde diese CD wieder aus dem Rahmen fallen, da das Album Thrillington erst 1977 erschien, die Aufnahmen wurden aber bereits 1971 gemacht, daher passt es auch zur Deluxe Edition. Musikalisch ist dieses Album grenzwertig, entweder man mag es oder eben nicht. Für meinen Geschmack nicht notwendig, aber "Nice to Have". Für das Remastering ist über jeden Zweifel erhaben.

Bonus DVD
Ein 11 minütige aninmierte Doku, zwei Promos, endlich die komplette Hey Diddle Version in Schottland, die ja schon in der Doku Wingspan in Auszügen zu sehen war und ca 4 Min zur 1971 Wings Tour durch Europa, nicht viel aber immerhin.

I am your singer wird hoffentlich auf der Deluxe Edition von Wild Life veröffentlicht.

Das Buch
Inhaltlich wie alle anderen auch, allerdings, und das ist das oben angesprochene Manko, die Bindung ist wenig vertrauenserweckend. Ich befürchte, dass es sich, wenn es häufiger in die Hand genommen wird, in seine Einzelteile zerlegt. Also Vorsicht walten lassen, aber wem erzähle ich das. Auch wurde bei den anderen Ausgaben eine etwas bessere Papierqualität verwendet.

The little Book of Sheep und das Scrapbook
Zwei "Nice To haves", aber über den Sinn läßt sich streiten

Die Fotos und Faksimile Drucke
Sehr schön und im Bilderrahmen und an der Wand wirken sie nochmal so schön.

Dazu kommt noch der Download Code für zwei exclusive Downloadtracks, sowie wie bei allen anderen Veröffentlichungen die Möglichkeit das gesamte Set lossles als limited oder unlimited herunterzuladen.

Ein besonderes Schmankerl ist der einjährige Premium Account für paulmccartney.com. Ich hoffe, dass in einem Jahr diese Aktion wiederholt wird.

Alles in allem zu Recht verdiente 5 von 5 Sternen.

Da hier schon diverse Male über die Verpackung seitens Amazons diskutiert wurde: Ich hatte keinen Grund zur Beanstandung. Die Box war sicher in einem extra Paket aus Wellpappe verpackt, da ich zeitgleich die Mono LP gekauft habe, kam alles zusammen in einem recht großen und stabilen Amazonpaket.
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am 25. Juli 2012
Ich bin jetzt 18 und kenne die Beatles seit meinem 6. Lebensjahr. Von damals bis heute weiß mich deren unglaubliche Musik zu faszinieren, sodass ich mich vor Kurzem entschloss, mich auch mal näher mit den Soloprojekten der Ex-Fab-Four-Mitglieder auseinanderzusetzen. Zunächst wollte ich mich ein wenig über die einzelnen Soloalben erkundigen und laß mir mehrere Bücher durch, mit besonderem Augenmerk auf die Post-Beatles-Zeit. Und fast überall, wo ich mich erkundigte, kam Pauls zweites Soloalbum "Ram" überhaupt nicht gut weg. So heißt es meist, es wäre von der Kritik verrissen worden und auch die anderen Beatles werden zitiert, u.a. Ringo der das Album als "Aneinanderreihung technischer Tricks" bezeichnet haben soll. Heute, nachdem ich dieses Album kenne, kann ich nur sagen, dass die Ursache dieser Kritik wohl der damalige gerichtliche Streit gewesen sein muss, denn "Ram" gehört definitiv zu den besten Solo-Alben McCartneys (die Wings-Zeit, die ebenfalls einige geniale Alben hervorbrachte, lasse ich jetzt mal außen vor).
Und ich finde auch, dass sich das Album nicht hinter den Beatles-Alben verstecken muss - was natürlich nicht heißt, dass es so gut ist wie z.B. "Abbey Road" oder "Rubber Soul". Ich meine damit nur, dass Paul McCartney mit "Ram" ein Album gemacht hat, das dem eines Ex-Beatles würdig ist, denn es ist einfach voller guter Songs!
Und dabei ist es so facettenreich und innovativ, wie es bei McCartney später nur eher seltener der Fall war - zahlreiche Musikstile, ob klassisch-schlichter Rock'n'Roll, bluesig anmutende Stücke oder auch balladenhafte Folksongs, werden von McCartney aufgegriffen und gekonnt, innovativ und spritzig umgesetzt. Fest steht: Es wird nie langweilig mit diesem Album, die Songs gehen ins Ohr und machen Lust, mitzusingen.
Hinzu kommt, dass diese neu erschienene remasterte 2-CD-Version einen richtig guten Sound bietet und ich finde es wirklich famos, wie toll dieses 40 Jahre alte Material heute klingt - Respekt!
Die zweite CD hält außerdem noch einige Leckerbissen bereit, u.a. das als Single erschienene "Another Day" aber auch weniger bekannte Stücke, die es wirklich wert sind, angehört zu werden!
Im schicken Digipack und mit tollem Booklet kann man als Beatles- oder McCartney-Fan mit dem Kauf dieses Werkes absolut nichts falsch machen!
Also: Pfeifft auf die Kritik und genießt dieses Meisterwerk, das sich lohnt, entdeckt zu werden!!
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am 19. Mai 2012
Über "Ram", erschienen 1971, ist schon viel geschrieben worden und meistens nichts Positives. Es ist sicher nicht das Opus, das mir spontan einfällt, wenn ich an Paul McCartney denke, ist aber wie ich finde auch nicht so schlecht wie sein Ruf. Ich persönlich ziehe dieses Album nach wie vor einigen späteren McCartney-Werken wie "Wings At The Speed Of Sound", "London Town", "McCartney II" oder "Press To Play" vor.

Das neue Remaster von "Ram" ist soundmäßig nicht weniger als eine Offenbarung. Die Songs klingen derart transparent und frisch und zudem dynamisch, dass ich mich frage, von welchen lausigen Bandkopien die bisherigen LP- oder CD-Versionen eigentlich hergestellt wurden. Bereits die Remasters der zuletzt veröffentlichten Band on the Run,McCartney und McCartney II fand ich soundmäßig recht gelungen, "Ram" aber fasziniert von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Die Bonustracks auf der zweiten CD, von denen man die ersten drei bereits von frühen McCartney-Singles kennt, stammen allesamt aus den "Ram"-Albumsessions. Die Tracks 4 bis 8 waren offiziell bislang unveröffentlicht, sind nice to have, mit Ausnahme vielleicht von "A Love For You" aber keine wirkliche Bereicherung (m)einer Paul McCartney-Sammlung.

Dennoch hat mich diese "Ram"-Edition alles in allem sehr angenehm überrascht, ja ich fange an, "Ram" ganz neu zu entdecken, und es macht richtig viel Spaß!
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am 27. Mai 2012
Vorab: in einer anderen Rezension wurde bemängelt, die Box würde ohne Verpackung verschickt. Ich weiß nicht, was da passiert ist, aber an mich wurde die Box verschweißt in einem durch doppelte, dicke Pappeinlagen gefütterten Karton geliefert, der wiederum in einem größeren Amazon-Versandkarton steckte. Optimal.

Zunächst die gute Nachricht für alle, denen die ersten drei Super-Deluxe-Ausgaben der "Archive Collection" im Buchformat gefallen haben: Ich hatte angesichts der Produktbeschreibung zunächst befürchtet, die vierte Wiederveröffentlichung, "Ram", würde gegenüber den anderen Veröffentlichungen komplett aus dem Rahmen fallen, aber nichts dergleichen. Diese Box ist gar nicht so anders als jene Buchformate, wie man befürchten könnte. Haptik und Optik stimmen exakt mit den drei Vorgängern der Reihe überein, lediglich durch die doppelte Dicke fällt "Ram" sofort auf.

Ich hätte zwar dennoch bevorzugt, die Super-Deluxe-Ausgabe von "Ram" wäre weniger verspielt dahergekommen und man hätte weniger schwer und dick aufgetragen. Denn mir gefiel die Anmutung von edlen Ausstellungskatalogen plus Tonträgerbeigabe bei "Band On The Run" , "McCartney" und "McCartney II" sehr gut.
Aber das ist natürlich Geschmackssache und ich bin wie geschrieben heilfroh, dass die Reihe im Prinzip im bewährten Format fortgesetzt wurde.

Von Paul McCartney hätte man einerseits eine ressourcenschonendere Ausgabe erwarten können. Andererseits müssen die Deluxe-Boxen natürlich etwas hermachen, damit sich überhaupt Käufer für diesen Luxus finden. Und es ist schon hübsch, die einzelnen Inhalte in die Hand zu nehmen - und dann wieder artig an ihre Plätze in der Box zu verstauen. Schön übrigens, dass für die Tüten, in denen sich in der Box die einzelnen Fotodrucke (five 10 inch x 8 inch prints of RAM era photographs in archival wallet) und die Text-Nachdrucke (8 full size facsimilies of Paul's original handwritten lyric sheets) befinden, auf sammlertypische Verschweißungen und Verklebungen verzichtet wurde, sie sind einfach per Bindfaden wiederverschließbar.

Die Hauptsache der Super-Deluxe-Box stellen meiner Ansicht nach - in Abgrenzung zu den "kleineren" Ausgaben - nicht mal die CDs/DVD dar, sondern das Buch zum Album.
- Diesmal mit matten statt glänzenden Seiten gefällt es mir auf den ersten Blick nicht so gut wie die drei Vorgänger der Reihe. Gerade die vielen Fotos kommen auf den matten Seiten lange nicht so gut zur Geltung wie bei den Vorgängern in Hochglanz. Schade.
- Auch ist gewöhnungsbedürftig, dass ein Umschlag fehlt - da das Buch ja in der Box gelagert wird. Dank des fehlenden Buchrückens kann man aber die Seiten komplett aufschlagen, ein Vorteil. Ich habe auch nicht das Gefühl, das Buch wäre nicht gut gebunden.
- Das Buch ähnelt vom Inhalt her zum Glück den anderen, sehr gelungenen Büchern der Reihe. Es sind allerdings nur 112 statt 128 Seiten geworden, und ich persönlich finde die enthaltenen Fotos deutlich langweiliger. Da können sich kommende Bände gerne wieder steigern und auch wieder mehr ungewöhnliche Aufnahmen vom Equipment etc. zeigen. (Ich mag das. Es ist natürlich nicht jedermanns Geschmack.)
- Etwas (ver-)störend, das sei am Rande erwähnt: das Buch stinkt, als ob man gerade die Wand frisch gestrichen hätte. Hat das irgendetwas mit dem Vermerk "Printed in China" zu tun? Die drei ersten Bände waren noch "Printed in USA".

Noch kurz ein Wort zu den "Remastern". Die Unterschiede zwischen der "Thrillington"-CD von 1995 und der hier enthaltenen CD sind minimal. Das gilt so auch für die "Ram"-CD von 1993 und den neuen Remaster. Ich würde den aktuellen Remastern ein minimal besseres, ein wenig differenziertes Klangbild zugute halten wollen, aber kaum genug, um den Neukauf zu rechtfertigen. Allerdings wenigstens auch kein Grund, weiter die sehr alte CD-Fassung hören zu müssen. Wer vor der Wahl steht, sollte zu den neuen Remastern greifen.
Die vermutlich beste Fassung des Albums, die in der Super-Deluxe-Editon enthaltene Mono-Fassung, hebt sich erstaunilch deutlich von der alten (Stereo-)CD ab. (Der Originalcharakter bleibt aber erhalten, erwarten Sie keine gravierenden Unterschiede zum altbekannten Album wie etwa bei vielen der Beatles-Remaster von 2009.)

Und ganz kurz noch ein Wort zu den beiligenden Download-Codes für die Hi-Res-Stücke mit einer Bitrate von 4608 kBit/s. Wie geil ist das bitte? Schon bei den drei Vorgängern der Reihe fand ich das Angebot bemerkenswert. Diesmal gibt es zusätzlich zu hochauflösenden Stücken des Albums und der Bonus-CD zwei zusätzliche Bonustracks nur zum Download: "Eat At Home / Smile Away (Wings live in Groningen 1972) (2012 Remaster)" sowie "Uncle Albert Jam (2012 Remaster)".

Wer die Mono-Aufnahme und das augenzwinkernde Thrillington-Album noch nicht kannte, wird in dieser Box mit zwei lohnenswerten Schmankerln belohnt. Dazu noch die acht Stücke der Bonus-CD. Ein schönes Päckchen für eingefleischte Fans. Aber ehrlich gesagt nicht zu dem horrenden Preis. (Bei Amazon schwankte das Box-Set im Zeitraum rund ums Erscheinen zwischen 85 und 95 Euro. Meiner Meinung nach ist das 20 bis 30 Euro zu teuer angesetzt, allem Deluxe-Etikett zum Trotz.)

PS: Warum wurde eigentlich ausgerechnet "Ram" als viertes Werk in der "Archive Collection" wiederveröffentlicht? Das Album sticht nicht wirklich als Meisterwerk aus McCartneys Oeuvre heraus. Vielleicht weil es als einziges Album als Künstler die Namen "Paul and Linda McCartney" trägt? Gemeinsam mit dem schon wiederveröffentlichten Album "McCartney" ist damit die Spanne zwischen Beatles und Wings komplett. Ich persönlich würde mich freuen, wenn mit der nächsten Ausgabe der hoffentlich fortgesetzten Reihe der Bogen zunächst in etwas jüngere Gefilde weiter gespannt würde, vielleicht mit "Flowers In The Dirt"?
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Der Rolling Stone - die Fachzeitschrift für musikalische Angelegenheiten, die, wenn Sie verzweifelt nicht im Stande sind selbst zu befinden was Sie von einem Album halten sollen, Ihnen mit letztinstanzlichem Imperativ erklärt, wie Sie es zu bewerten haben und ob es Ihnen gefallen darf - und auch Ex-Kollege John Lennon waren damals vor gut vierzig Jahren von "Ram" alles andere als angetan. Lennon milderte sein Urteil nach mehrmaligem Hören zwar etwas ab, aber die Kritik im Rolling Stone war nicht weniger als eine öffentliche Hinrichtung.

Nun schreibe ich weder für den Rolling Stone, noch kann ich auch nur im Ansatz mit den fachlichen Referenzen eines John Lennon mithalten, aber mir gefällt's! Und seit einigen Tagen gefällt es mir sogar noch besser, denn wie auch schon bei den anderen bisher drei restaurierten Alben von Paul McCartney, ist der Klang des Remasters einfach nur zum ergriffen dahin sinken. Hier wurde wieder einmal eine Brillanz und Klarheit geschaffen, die einen bis in den letzten Winkel des Studios hineinhören lässt, jeder einzelne Ton wurde vorsichtig entstaubt und erstrahlt in neuer, natürlicher Schönheit.

Zweiter Grund, warum "Ram" in der Neuauflage gewinnt ist (so man sich für die Special-Edition als Doppel-CD oder Doppel-Vinyl entscheidet) die zweite CD oder LP mit acht sinnvollen Bonustracks. Neben der 1971er Single "Another day" und drei Single-B-Seiten, die allesamt während der Ram-Sessions enstanden, aber damals nicht mit auf das Album kamen, wurden auf die zusätzliche Scheibe noch vier bisher gänzlich unveröffentlichte Outtakes gepackt. Alle vier gelungen und überaus hörenswert, wenn auch zum Teil im Demo-Status unfertig zurückgelassen.

Zum Album selbst muß man eigentlich nicht mehr viel sagen. "Ram" ist nicht grundlos ein absoluter McCartney-Klassiker geworden und verkaufte sich, trotz verheerender Kritiken, sensationell. Was die meisten Kritiker bemängeln, die mit McCartneys zweitem Album pertout nicht warm werden wollen, ist eigentlich seine größte Stärke.
McCartney reizte damals alles aus, was der Effekt-Baukasten hergab (und das war in den ganz frischen 70er Jahren durchaus sympathisch, weil es nicht einfach künstliche Computer-Loops waren) und spazierte stilistisch quer durch alle Genres.
Von amtlichem Blues (3 Legs), über erfrischend leichte Folksongs (Heart of the Country), pompösen dicken Rock (Monkberry moon delight) oder cool groovendem Rock'n'Roll (Eat at home) - wo Paul so klingt, als wolle er den King parodieren, oder nein, das stimmt nicht ganz, eigentlich klingt er eher, als parodiere er Ted Herold wie der versucht Elvis Presley zu kopieren - das Album ist eine wilde Mischung, bis hin zu einem Philharmonischen Orchester, was für die Aufnahmen ins Studio gekarrt wurde. Mit reichlichen Effekten spielerisch ausgarniert ergibt sich eine vollkommen eigene Klangwelt, die man entweder mag oder eben nicht.

Ich will Ihnen nicht vorschreiben, dass Ihnen das Album zu gefallen hat (wie erwähnt, ich schreibe ja nicht für den Rolling Stone), empfehle aber dringend mal intensiv reinzuhören und sich von der Begeisterung anstecken zulassen, die der damals 29jährige Paul bei der Produktion offenbar hatte, während er wie ein großer Junge mit allem spielte, was er in der Trickkiste fand . Ach ja, und weil er sein Mädchen so liebte, durfte sie mitspielen, denn offiziell ist "Ram" das einzige Album was unter Paul & Linda McCartney firmiert. Wie hoch der kreative Anteil von Linda damals tatsächlich war, darüber werden Fans und Experten wohl auch in noch mal vierzig Jahren streiten. Es ist doch auch eigentlich egal, denn sympathisch war es allemal.
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am 26. Mai 2012
Na, eigentlich wurde wirklich schon genug über "Ram" geschrieben, aber für diejenigen, für die es "neu" sein sollte, ein paar Infos: es ist meiner Meinung nach eines von Paul McCartneys besten Werken (neben "Tug of War", "Venus and Mars" oder dem unterschätzten "Back to the egg") und nicht erst seit kurzem. Es ist das Album, das am nähesten an seinen Beatles-Qualitäten dran ist, obwohl er sich ja gerade von den Beatles abgrenzen wollte, das mit enormer stilistischer Bandbreite (Folk, Rock, Scat-gesang, Orchester, Bläser) und seiner hervorragenden Qualität der Songs überzeugen kann, allen voran das gar nicht so schlichte "Heart of the Country", aber auch "Monkberry Moon Delight", das einen mitreißt, oder "Backseat of my car" oder das eigentlich aus zwei Stücken bestehende sehr abwechslungsreiche Uncle Albert/Admiral Halsey", das ja auch Single wurde. Von kommerziellen bis hin eher rauen Stücken - alles da. "Ram" stand in England an Platz 1 der Charts (als diese noch was bedeuteten.)
Dass "Ram" lange so schlecht weg kam, lag sicher an der negativen Presse. Paul wurde die Schuld gegeben, er hatte das Ende der Beatles bekant gegeben, er galt als der Streithansl. Dabei ist "Ram" wirklich gelungen.
Außerdem tauchten einige Stücke wie z.B. "Backseat of my car" schon während der "Get back"-Sessions auf. Auch kleine Witze wie "Ram on" sind zu finden, denn Paul nannte sich in den Anfangstagen der Beatles mal Paul Ramon, oder auf dem backcover sieht man zwei kopuliernde Käfer (=beetles). Die Texte aber sind wie gewohnt belanglos, die hineininterpretierten Stichelein, die auch Lennon erkennen wollte, sind fraglich. Tatsache ist, dass die anderen drei mit Paul im Rechtsstreit lagen ,aber "3 Legs" gibt das ebenso wenig her wie "Dear Friend" auf Wings Wild Life irgendwas mit John zu tun hat, textlich. Kann alles und nichts bedeuten. Genauso wurde die Tatsache, dass Linda fast überall als Co-Autorin vermerkt ist und "Ram" als Album von Paul und Linda McCartney veröffentlicht wurde, überinterpretiert, es hat nicht mehr zu bedeuten, als dass dies rechtliche Gründe hatte und vielleicht Paul zudem Johns Yoko-Wahn etwas entgegensetzen wollte.
Aufgenommen in New York mit Denny Seiweil am Schlagzeug, der später bei den frühen Wings dabei sein sollte, sowie Dave Spinozza und Hugh McCracken an der Gitarre, letzterer später wieder bei "Red Rose Speedway" dabei. Das Stück "Big Barn Bed" von eben jener Platte taucht hier schon am Ende von "Ram on" auf. Alles etwas eigenartig.

Nun zur Frage, weshalb man diese Neuausgabe braucht: braucht man nicht, es sei denn man muss jeden Husterer von McCartney besitzen. Die 1993 erschienene McCartney Collection ist auf einer normalen Anlage sound-mäßig vollkommen in Ordnung und war schon damals hervorragend abgemischt. Außerdem befanden sich auf dieser Ausgabe bereits die bonus tracks "Another Day", das damals als Single veröffentlicht worden war, sowie die B-Seite "Oh Woman Oh Why". "Little Woman Love" befindet sich auf "Wings Wild Life" als Bonus Track. Bleiben also gerade vier "neue" Stücke, die dann aber doch auch nicht die Frage aufkommen lassen, weshalb sie bis jetzt nie veröffentlicht wurden. Zudem empfinde ich die "gleichberechtigte" Abmischung aller Instrumente und der Stimme hier manchmal sogar als Nachteil: man hört zwar jetzt z.B. den Bass viel klarer, das stimmt schon, aber genauso laut wie die Stimme und alle anderen Instrumente, auf die man sich dann gar nicht mehr richtig konzentrieren mag. Der Meinung anderer Rezensenten hier kann ich mich nicht anschließen. Soundmäßig kaum ein Gewinn, ok, manchmal etwas "fetter", aber stellenweise sogar ein Verlust.

Ja, es wäre eine tolle Beatles-Platte geworden. Stellen Sie sich vor, die ein, zwei schwächeren Stücke auf "Ram" würde man gegen "All things must pass", "Let it down" und "Hear me Lord" (alle bei den Get-back-Sessions schon da gewesen) austauschen, dazu noch "Instant Karma", "Jealous Guy" (=Child of Nature/Road to Marrakesh) und "Gimme some truth" von John (alle schon während der Get Back -Session gespielt worden)(Quelle: Buch von F. Rathjen: Von Get back zu Let it be)sowie "Maybe I'm amazed" von McCartney I - dann hätten Sie den Nachfolger von ABBEY ROAD. Aber da es nicht so gekommen ist, ist "Ram" das Beste, was uns bleibt so kurz nach den Beatles. Mit seinen späteren Platten und den Wings emanzipierte sich McCartney dann viel mehr von den Beatles als hier.
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am 27. Mai 2006
McCartney finally hit his first highlight with "Ram", full of diversity and irresistible and blissful pop excess. From the ethereal beginning of "Too Many people" to the teenage lament of "Back Seat Of My Car", he just bounces with delight. "Ram On" spirits a delightfully wispy ditty and "Smile Away" is a romping jokester of a song. It's interesting that with all these good songs, only one single was released, but it is a staple. "Uncle Albert/Admiral Halsey" is a classic single with enough bridges and chord changes to delight any music student or pop aficionado. Adding "Another Day" (a homage to women and Linda) and "Oh Woman, Oh Why" (ditto, again), completes this period of McCartney, but Remastering the entire album is a marvel and makes it sound like the first listen from over thirty years ago.
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am 22. Mai 2012
Natürlich ist es ärgelich, dass beim Vorredner die Verpackung schlecht war. Ist aber kein Grund, der Box nur einen Punkt zu geben. Das sollte man bei Amazon reklamieren.
Die Box verdient nämlich alles anderes als einen Punkt, sondern die volle Punktzahl.
Auch wenn der Preis gegenüber der bereits erschienenen Deluxe Editionen von Band On The Run, McCartney und McCartney II um einiges höher ist, ist er meiner Meinung nach gerechtfertigt.
Es sind 4 CDs und eine DVD, sowie Bücher und Fotos beigelegt, die dieses wunderbare Album würdigen, wie es es verdient.
Über die Musik muss man nicht diskutieren. Ram hat in 40 Jahren nur dazugewonnen und ist zeitlos.
Das Re-master ist, wie bei den bisherigen sehr gut gelungen. Die Bonustracks sind hervorragend. Die Monoausgabe ist ein Highlight - sehr gut, dass man diese endlich veröffentlicht hat. Habe zusätzlich auch die Monoausgabe auf Vinyl, die ich klanglich noch besser finde. Bin aber sowieso ein Vinylfreak und behaupte nach wie vor, dass Vinyl der CD überlegen ist.
Thrillington - ein Geniestreich. 3 Legs oder Back Seat of my Car sind wundervoll.
Die DVD ist ganz nett - wird man nicht allzu oft ansehen.
Alles in allem ein Rundumglücklichpaket. Für jeden McCartney Fan ein Muss.
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am 15. Juli 2012
RAM gilt für mich persönlich als Meilenstein des Schaffens von Paul McCartney. Ich selbst war bei erscheinen des Albums ganze 7 Jahre alt und ich war sofort in den Song Admiral Halsey/Uncle Albert verschossen und höre ihn noch heute sehr gerne.
Smile Away, Dear Boy, Ram und Sittin on the BACKSEAT of My Car sind klare Anspieltips.
Damals konnte ich nicht ahnen, dass dieser Mann in der bedeutendsten Band des 20.Jahrhunderts gespielt hat.
Es ist schön zu sehen, dass sich insbesondere junge Menschen nunmehr auch mit dem Frühwerken der Solo Projekte befassen und dies auch mit reichlich Bonus Material tun. Schade, dass McCartney so wenig heutzutage seine Solo Hits bei den Live Konzerten berücksichtigt.
Mir wäre es hundert mal lieber EAT AT HOME; LISTEN TO WHAT THE MAN SAID, SILLY LOVE SONGS usw. Live zu hören als immer wieder die selben Standards wie Hey Jude, LET IT BE usw. Zwar verlangt der Markt das, insbesondere bei Leuten, die bereits im vollen Bewusstsein zu gegen waren und die Beatles in ihrer Schaffenszeit erleben durften.
Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Nachgeborenen, die nichts dagegen hätten mal eine Tour "FOR MCCARTNEY FANS ONLY" zu erleben.
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