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Kundenrezensionen

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am 22. Juli 2012
Ja, da ist sie endlich, diesmal in gelb(Frontcover) und grün(Rückseite), auf der einen Seite mit Schwänen, auf der anderen mit Hummerkrabben. John Baizley, verfolgt seine grafische Linie konsequent, orientiert an Alphonse Mucha, weiter. Die Baronessalben sehen einfach grandios aus, da kann man nicht motzen.

Musikalisch ist das Gebrüll jetzt komplett raus-leider ich mochte das sehr-, die Songs sind weniger opulent miteinander verwoben und weniger episch angelegt als auf den Vorgängeralben. Baroness zelebrieren plötzlich Song für Song, orientiert am einzelnen Lied selbst. Ein Schritt der dem neuen Sound sehr gut zu Gesicht steht und dessen Kehrseite vielleicht die Schwäche des Vorgängers markierte.

Y e l l o w
Vorbei ist die Zeit des progressiven Gesamtkunstwerks, geblieben sind hingegen markante Einflüsse der British Invasion, die bei poplastigen Rocknummer wie Little Thing oder Cocainum sogar mal die Beatles heraufbeschwören. Twinkler ist der Kontrastpunkt auf Yellow und eine schlotzige Folkrocknummer das ich für einen Augenblick America im Kopf habe. Aber sonst bleibt die Schiene eher in der Nähe der britischen 60er Rockmusik mit den Beatles und Who trifft dem Gegenüber auf eine Rockwucht welche die USA in den 90ern überrollte. Anleihen an Pearl Jam, Guns n Roses und Soundgarden sind in take my Bones away, march to the Sea nicht zu leugnen. Überrascht hat mich das kleine Killing Joke(love like blood) Zitat im Intro von Sea Lung, das ansonsten wieder nach diesem neuen Baronesssound aus British Invasion(Ínstrumentierung) trifft Grunge/90sUSHardRock(Attitüde) klingt.
Killing Joke mit ihren ersten 5-6 Jahre Post Punk sind vielleicht das Element, dass noch fehlt um den Brückenschlag zwischen diesen beiden Schwergewichtigen Seiten 60er und 90er Zusammenzubekommen und Eula, ist sodann auch gleich das hymnische Killing Joke Monstrum, das Baroness auf Yellow ausdefiniert.
British Invasion+K i l l i n g J o k e+90er US-Hard Rock alles immer im Baroness-eigenem ProgRockSound natürlich, denn die Band als Abklatsch oder Kopie zu Brandmarken wäre ein Hohn!
Ein treibener Song jagt den nächsten und rockt die Hütte. Und Baroness haben hiermit wohl entgültig die Mastodonvergleiche abgestriffen und die einstmaligen Protegees überrundet.

G r e e n
Von Song zu Song oder besser von Album zu Album gewinne ich den Eindruck, das John Baizley mit Baroness einen vor Jahren erstellten Langzeitplan verfolgt.
Green ist noch mal eine Spur harmoniebetonter als Yellow, gradliniger und eingäniger. In MTNS kommt es sogar schon zu einem kurzen RedHotChiliPeppersHippieAugenblick in der Gitarre. Was auf Yellow noch die British Invasion war ist auf Green nun wohl eher der amerikanische Poprock der 70er Jahre, die Andeutung von America in Twinkler findet sich nun verstärkt(Collapse, MTNS) und wird noch um Chicago(Foolsong) ergänzt.
Am Ende des ganzen beibt die Frage was wohl als nächstes kommen mag. Baroness wandern durch Nationen und Generationen musikalischer Entwicklung und drücken allem einen eigenen Stempel auf wie auch auf Green z.B. die saftig rockenden Psalms Alive und das sehr amerikanisch nach Sleazerock klingende the Line Between der das folkige Instrumental Stretchmarker gekonnt belegt, aber was soll da noch kommen? Klassischer Rock n Roll, Black Metal, Bluesrock, Sleaze, Punk oder tatsächlich tiefer in den Post Punk? Wohin als nächstes Mr. Baizley? Ich bin gespannt.
Insgesamt gewinne ich Yellow mehr von den beiden Scheiben ab, es ist ein konstanteres und mitreißenders Stück Musik. Gelungen sind dennoch beide Seiten des Doppelalbums.

Wer den ganz alten Baroness-sound will kann ja Tephra - Tempel, Kylesa - Spiral Shadow, Unperson III, Black Tusk Taste the Sin und vielleicht noch Dirge - Elysian Magnetic Field antesten und entsprechend nachlegen. Da wird dann schon das richtige dabei sein.
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am 20. Juli 2012
Was will mir dieses schräge, hochkreative Cover-Artwork sagen? Eine der Schönheiten wurde mit einem wunderhübschen Luciafest-Leuchter gekrönt und meuchelt zum Dank hinterrücks einen eigentlich recht unschuldig dreinblickenden Schwan. Die andere erprobt das gerade frisch in Mode gekommene Facelifting mit Nägeln. Weitere Trends folgen auf dem Fuße: Garnelen-Toupets! Shrimp-Kuscheltherapie! Tja, die Welt ist halt schon ein bisschen verrückt. Ich kapituliere und konzentriere mich lieber auf die Musik - und die hat's in sich!

Baroness faszinieren hier mit aus filigranen, melancholisch-introvertierten Melodien eruptiv hervorbrechenden, drückenden Soundniederschlägen. Dort entschwebt der Sound in psychedelische Sphären - nur um im Anschluss durch eine deftige Portion dreckigen, treibenden Rock geerdet zu werden. An anderer Stelle wiederum sind die Kompositionen in der Essenz weniger kontrastiert und bestechen durch einen kohärenteren, getragenen Charakter.

Markantestes Stilmerkmal und häufig die verknüpfende Komponente ist dabei der Gesang. Besonders in diesem Punkt spielen Baroness mit einem Garagen-Sound, bauen auf eine gleichsam vibrierende wie leicht schräge Melodieführung. Das Spektrum reicht von progressiven Klängen über psychedelische Momente bis hin zu metallisch angehauchten Passagen. Stilbildend sind vor allem der Hang zur Modulation und das einzigartige Timbre John Baizleys. Höhepunkte: die emotionalen 'Yellow'-Vocals, insbesondere in 'Little Things', 'Twinkler' und 'Back Where I Belong'.

Die Saiten werden mal in freier Natur zu flächig-wabernden, psychedelischen Sequenzen angeschlagen, tanzen einmal folkloristisch ums Lagerfeuer, grooven im Anschluss beschwingt quer durch die Garage, ziehen sich für kurze, oft akustische Improvisations-Passagen kurz ins stille Kämmerlein auf dem Dachboden zurück, nur, um dann kurz darauf in Form rockig-metallischer Riffs durch den Kamin ins Wohnzimmer zu krachen. Vielfältigkeit ist Trumpf!

Das Soundbild ist Relapse-typisch rau und dreckig und verleiht 'Yellow & Green' wie schon den Vorgängerwerken 'Blue' und 'Red' eine angenehm erdige Atmosphäre. Hochglanzpolitur? Fehlanzeige. Es kracht, es knarzt, es gibt Ecken und Kanten. Gut so!

Zwei Momentaufnahmen möchte ich dabei gerne gesondert festhalten: Die göttliche Slide-Gitarre im Intro des großartigen 'March To The Sea' und das epische 'Stretchmaker'. In letzterem bedienen sich Baroness kompositorisch Elementen der Klassik und weben auf zunächst simple Rhythmusfäden zunehmend komplexe Gitarrenmuster. Kulminierend in einem vielstimmigen, fast orchestral anmutenden instrumentalen Arrangement gehört der Titel zu den einzigartigsten des Doppel-Albums.

'Yellow & Green' ist kompromisslos anachronistisch. Fernab jeglicher Trend-Anbiederei haben Baroness ein äußerst eigenständiges, bewegendes Werk geschaffen. Der atmosphärische Fokus liegt in Abgrenzung zum straighten 'Red' und dem komplex-dynamischen 'Blue' diesmal stärker auf der emotionalen Komponente, die vielleicht am besten durch das ganz starke 'Twinkler' repräsentiert wird. Auch wenn einige richtige Brecher völlig zu Recht ihren Platz auf den beiden Silberlingen gefunden haben, ist 'Yellow & Green' letztlich eher ein dezent schwermütiges, atmosphärisches Machwerk für den stillen Genießer als ein Fest für das Konzerthallen-Publikum. Es ist ein Kaleidoskop musikalischer Vielfalt, eine Ode an die künstlerische Identität, aber vor allem ein sehr inspirierendes, stimulierendes Stück Herbst-Musik - und das schon im Juli! Dass ich das noch mal erleben darf. Danke, Baroness!
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am 19. Juni 2013
Yellow & Green ist echt ein sehr interessantes Album. Yellow klingt wie ein supergutes Rockalbum, allerdins ist es nicht Mainstream- und radiotauglich. Aber das ist gar nicht schlimm, die Songs sind super geworden, sehr hooklastig und machen richtig Spaß.
5/5

Green fällt dagegen doch sehr ab. Es ist eher psychedelisch und 70er-Jahre-lastig. Hier fehlt mir etwas die Abwechslung.
3/5

Anspieltipps: Take my Bones away, March to the Sea, Eula (!)
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am 28. August 2012
Vorab: ich kann mit der ganzen Post-Metal, Post-Core und überhaupt der ganzen Post-Mucke nicht soooo viel anfangen. Das meiste davon hat man meiner Meinung nach mit Mastodon, Tool, Steven Wilson (und seinen tausend Progjekten) und Killing Joke eigentlich abgedeckt. Weshalb mir Baroness bislang auch relativ egal waren - bis ich zufällig das aktuelle Album hörte.

Ganz ehrlich: das hier Dargebotene hat mit Metal, ob Post oder nicht, bis auf einige harte Riffs eigentlich gar nichts zu tun. Stattdessen gibt es schönen, schubladenfreien atmosphärisch dichten Rock mit Zitaten und Elementen aus allem, was in den letzten fünf Jahren originell und im harten Rockbereich wichtig war. Gänzlich ohne die Hardcore-artigen Brüllattacken, die mir die Vorgänger verleidet haben, entpuppt sich Baizley tasächlich als kompetenter Rocksänger - wenn auch der Vergleich mit Nickelbacks Chad Kroeger, den ein anderer Rezensent aufbrachte, durchaus zutrifft. Aber das ist für mich persönlich kein Problem, die frühen Nickelback-Alben kann ich mir (ich bin schon lange nicht mehr in dem Alter, in dem mich der Coolheitsfaktor einer Band interessiert) auch heute noch problemlos zu Gemüte führen.

Wie schon von anderen Rezensenten erwähnt, die (früher absolut zutreffenden!) Mastodon-Vergleiche haben Baroness mit dieser Scheibe endgültig abgeschüttelt, auch wenn gelegentlich immer noch "stonige" Riffs auftauchen, diesmal gibt's eher die straighte Version! Thin Lizzy, inklusive schöner Harmonie-Gitarren, lugen bei den härteren Songs öfter mal um die Ecke, aber auch für dieses Genre ganz unerwartete Bezugspunkte wie Jefferson Airplane, Hawkwind , Neil Young oder gar das frühe Alan Parsons Project ("Cocainium"!!!). Für viele unterschiedliche Vergleiche hat ja auch das ungewöhnliche "Little Things" gesorgt, das für mich aber mehr als alles Andere an "Murmur", das Debut der ebenfalls aus Georgia stammenden R.E.M. erinnert.

Am Besten sind Baroness meiner Meinung aber, wenn sie die ruhige Schiene befahren. "Foolsong" beispielsweise bietet einfach drei Minuten lang pure Schönheit, ein wenig wie die verträumten, "Meddle"-Ära-Floyd gepaart mit etwas typischer US-Hippie-Attitude, das instrumentale "Stretchmarker" tönt nach Crowded House zu "Woodface"-Zeiten und "Twinkler" klingt genau, als hätten David Gilmour und Neil Finn zusammen einen Song geschrieben.

Das Allerfeinste ist, das Baroness mit diesem Album wirklich ein potenzielles Chartalbum geschaffen haben. Songs wie "Take My Bones Away", "The Crown And Anchor" oder "Board Up The House" sollten eigentlich auch alle "normalen" Rockfans ansprechen können (hat ja bei mir auch funktioniert!), die nach wie vor weder auf clevere Arrangements und Atmosphäre noch auf Bodenständigkeit und überraschend eingängige und poppige Hooklines verzichten wollen.

Der einzige Kritikpunkt, der mir einfällt, ist, daß eben fast jeder Song der beiden Alben an irgendeiner Stelle direkt an eine andere Band erinnert. Da wäre es meiner Meinung nach durchaus möglich, noch etwas mehr Eigenständigkeit herauszuarbeiten. Das ist aber natürlich Gemeckere auf hohem Niveau, und Baroness haben sich durchaus ihre eigene Nische geschaffen, ich begreife das Ganze auch eher als Zitate und Ehrerbietungen an Einflüsse der Band denn als "Diebstahl" oder "Abkupfern".

Ich für meinen Teil bin aber auf jeden Fall gespannt, wo die Reise der Band in Zukunft hingehen wird - und kann so lange nur "Yellow" und "Green" empfehlen. Auch uncoolen Musikhörern, die normalerweise bei Relapse-Produkten Reißaus nehmen...
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am 20. September 2012
Ich finde das Album gut, einige Songs haben mich direkt beim ersten Hören angesprochen. Ob es gut oder wie auch immer produziert wurde, vermag ich nicht zu sagen, da ich aber so gar keine Idee habe, woran sich das beim Hören festmachen lässt.

Was ich aber gar nicht hören konnte, war Metal. Rock, Stoner Rock usw. mag ja alles sein, aber unter Metal stelle ich mir definitiv etwas anderes vor.

Trotzdem- das ist kein Kritikpunkt. Ich finde das Album sehr gelungen. Als Hintergrund hatte ich zuvor ein Interview mit der Band gelesen, das mir gut gefiel. Daher kam ich auf die Scheibe.
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Baroness sind so eigenwillig wie das Artwork ihres neuen Doppelalbums. Die vier US-Amerikaner haben spätestens seit ihrem letzten Dreher Blue Record" vielerorts mindestens einen Fuß in der Tür, konnte man doch bereits zum zweiten Mal Fans aus verschiedensten Genres für sich begeistern. Das wird auch "Yellow & Green" wieder gelingen, nicht nur weil man im Grunde zwei Alben auf einmal ins Rennen schickt.

Zwar hätte man das Songmaterial auch auf einem Silberling unterbringen können (Gesamtdauer 75 Minuten), aber Baroness haben sich lieber dazu entschieden, die Songs auf zwei in sich stimmige Alben aufzuteilen. "Yellow" bildet dabei die etwas grobere, lautere Seite der Musiker ab. Hier blitzen auch mal die Punkwurzeln der Protagonisten durch, dazu gibt es die bisher so erfolgreiche Mixtur aus Sludge, Post-Rock, Alternative und Prog. Der Metal spielt im Klangkosmos von Baroness zunehmend nur eine Nebenrolle, was die Band in keiner Weise Intensität kostet. Denn auch ohne übermäßige Härte wabert und schiebt es hier allerorts, während "March to the Sea", "Take my Bones away" und das abgefahrene, Mastodon-mäßige Sea Lungs" mit ihrem Garagenflair überzeugen.

Die zweite CD - Green" - stellt in gewisser Weise den insgesamt ruhigeren Gegenpol dar. "Mtns. (The Crown & Anchor)" ist da ein gutes Beispiel: Hier fühlt man sich wie in einer anderen Welt, der Gesang wirkt durch massiven Hall geradezu hypnotisch und man schweift fast schon zwangsläufig gleichermaßen in die Musik wie in seine eigene Gedankenwelt ab. Dabei war der Albumauftakt mit dem "Green Theme" (tolles Instrumental mit dynamischen Ausbrüchen) und dem dröhnenden Ohrwurm "Board up the House" noch greifbar und relativ nüchtern. Damit hat es sich wenig später, etwa wenn Psalms Alive" knietief in den Siebzigern versinkt und die Gitarren sich gegen Ende im Charme uralter Scifi-Filme suhlen. Was im direkten Anschluss mit "Stretchmarker" folgt, ist gleichermaßen überraschend wie großartig. Dieses tolle Instrumental erzeugt eine überaus entspannte Atmosphäre und lädt zum Träumen und Verweilen ein.

So richtig greifen lassen sich Baroness nur hin und wieder, etwa wenn man zwischendurch einen kleinen Köder in Form einer gefälligen Strophe oder eines griffigen Chorus auswirft. Drum herum gibt es jede Menge kleine und große Ausbrüche, die eine oder andere verschobene Harmonie, mal dröhnt es in den Ohren, mal wähnt man sich auf einem psychedelischen Trip. Manchmal scheint einem "Yellow & Green" regelrecht ins Gesicht zu knurren, an anderer Stelle versucht es einem mit seiner eigensinnigen Schönheit den Kopf zu verdrehen. Irgendwie bekommt man das Gefühl, dass die Worte eigenartig und einzigartig manchmal das gleiche beschreiben wollen. Auf das rauschhafte "Yellow & Green" jedenfalls trifft beides zu.
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am 20. Juli 2012
Irgendwo muß man anfangen. Fangen wir bei John Dyer Baizley an, Gitarrist, Sänger, Coverkünstler, Gitarrist und Mastermind von Baroness. "To dye", und das ist so dämlich, was ich jetzt schreibe, das hat sich bisher bestimmt kaum einer getraut, heißt "färben", und John Dyer Baizley hat seiner kleinen Farbenlehre mit "Yellow & Green" zwei neue Farben hinzugefügt. "Neu" nicht nur, weil dies das neue Baroness-Album ist, sondern auch, weil Vieles auf diesen etwa 75 Minuten erstmal so neu klingt. Aber was ist wirklich neu an der neuen Baroness?
Um das Offensichtliche gleich am Anfang zu sagen: Baizley brüllt nicht mehr. Das melodische Gekehle vorangegangener Arbeiten, bei dem man hervortretende Schläfen-Adern automatisch mitdachte, ist einer cleanen Gesangsstimme gewichen. Und die klingt (auch wegen gewisser zweistimmiger Melodiepräferenzen) zu ca. 80% nach NICKELBACKs Chad Kroeger (kein so rühmlicher Vergleich, aber es is wie's is; wichtig ist sowieso nur, daß man nicht wie James Hetfield klingt.), während die übrigen 20% auf OPETHs MIKAEL AKERFELDT entfallen, vor allem auf den eher schwermütigen Seventies-Rockballaden der grünen CD. Bei "Collapse" mußte ich sogar an die MEAT PUPPETS denken, aber nur, was den Gesang angeht.
"Green" ist, in ihrer Gesamtheit betrachtet, also die ruhigere Hälfte. Das Fragmentierte, Suitenhafte speziell des "Red Album" hat sich zu ausgewachsenem Songwriting entwickelt. (Fast) jeder Track kann isoliert vom Rest bestehen. Baroness müssen nicht mehr so viel auf einmal und nacheinander machen. Sowas nennt man "Entwicklung", und trotz der teilweise euphorischen Reaktion der Fachpresse auf "Yellow & Green" wird es eine Reihe Leute geben, die sich abwenden und z.B. enttäuscht anmerken, dies wäre "kein Metal mehr". Ich seh' das anders: Hört man "Yellow & Green" und wird sich der Tatsache bewußt, daß Baroness hier den gleichen Boogie spielen wie früher, nur eben ausformulierter, dann fragt man sich bald: WAR das je nur Metal? Nein, denn Baroness' musikalischer Horizont war schon immer breiter als das. Auf "Blue Record" klangen sie schon nach einer open-minded Hardrock-Kapelle, und die Enden dieses scheinbaren Widerspruchs dehnen sie auf "Yellow & Green", bis die Gelenke knacken. Am Ende wird es schwierig zu sagen, WAS das überhaupt genau für Musik ist, abgesehen davon, daß es natürlich ROCKmusik ist.
Wir wollen uns nicht falsch verstehen: Stücke wie "Take My Bones Away" (mit Keyboardsolo!) sprechen eine klare Sprache. Geil, diese genüßlich gebendeten 2-stimmigen Gitarren! Aber was sind das für oktavierte Zupfmuster, mit denen "Little Things" beginnt? "SISTERS OF MERCY", schoß es mir durch den Kopf, erst recht, als dieser extrem tanzbare Beat einsetzte. Baizleys Vocals machen dann aber wieder ein Baroness-Stück draus, und zum Ende kommt eine prog-verdächtige Durchführung. Die Band verzettelt sich bei solchen Ausflügen nie im Länglichen, die Songs bleiben kompakt und kommen knackig auf den Punkt; auch, wenn sie sich Zeit nehmen, wie bei "Cocainium", dessen Arrangement eine Spitzenleistung in Sachen subtiler Dynamikerzeugung ist. Ein Stück, daß sich permanent und mit langem Atem höher und höher schraubt und dann abrupt aufhört. Klasse!
Es steckt also viel drin in diesem auch noch extrem gutaussehenden Album, und Manches zieht ob der hohen Geschlossenheit und den bruchlosen Übergängen von Song zu Song erstmal an einem vorbei. Man nehme sich Zeit und höre wirklich zu, außer man ist auf billige Sensationen aus. Ich weiß nicht, wo ich in, sagen wir mal: 2 Wochen angekommen bin, aber mein vorläufiges Lieblingsstück ist das schamlos HYMNISCHE "Board Up The House", bei dem ich an TRAIL OF DEAD auf dem Höhepunkt ihrer Macht denken mußte: 2005 war das, als sie "Worlds Apart" veröffentlichten. Intelligenter, leidenschaftlich gespielter Rock, der dich mit offenen Armen abholt und mitnimmt auf eine wilde, schöne Reise. Ein Meisterstück!
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am 20. August 2016
Ein wirklich tolles Album bei dem jedes der 18 Lieder abwechslungsreich und packend ist. Achtung:
Durchaus Gefahr von Ohrwürmern vorhanden.
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am 31. August 2012
Über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten. Daher nur folgende kurze Anmerkungen: CD ist in sehr guter Qualität produziert. Ich finde die Musik sehr abwechlsungsreich mit schönen Gitarrenriffs und Melodien, dann wieder sehr rockig - kurzum meine augenblickliche Lieblings CD.
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am 24. Juli 2012
Meine drei Vorredner haben schon so viel über die neuen Stücken von Baroness geschrieben, dass es in der Tat schwer wird diesem etwas hinzuzufügen.

Daher fasse ich mich kurz...es handelt sich bei dieser Doppel Cd um ein genreübergreifendes Meisterwerk.
Eine Platte die niemals alt wird und definitiv aus einem Masterplan herraus entstanden ist. Eine Metalplatte ist dies gewiss nicht mehr...dafür reist man mit dieser Platte in Welten die für viele - ohne sie - schwer zu erreichen sind.
Daher mein Tipp...bitte nicht als Hintergrundmusik laufen lassen...die Platte will mit voller Aufmerksamkeit erlebt werden.
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