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Kundenrezensionen

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TOP 500 REZENSENTam 27. Juni 2016
Nein, sicherlich ist Klemperers Così-Aufnahme von 1971 nicht das Maß aller Dinge, und erst recht ist sie nicht der Maßstab für vergangene und zukünftige Così's. Klemperer widerlegt bereits in den ersten Takten der Ouvertüre den Titel der Oper: Così fan tutte!
Nein, wirklich, so machen es nicht alle - so macht es nicht Karajan in seiner legendären EMI-Aufnahme von 1954, so macht es nicht Böhm in seinen drei Rundläufen aus Wien (Decca), London (EMI) und Salzburg (DGG), so macht es nicht Solti (Decca), und erst recht macht es so nicht Harnoncourt (Tel).
Und doch: Im Reigen der wichtigen Così-Aufnahmen darf Klemperers Lesart nicht fehlen, sonst würde dem Freund dieser Oper etwas entscheidendes fehlen, nämlich eine Sichtweise, die aus dem Rahmen fällt, aber eben gerade deshalb Facetten des Werkes und damit Abgründe berührt, die in allen anderen Versionen mehr oder weniger unterbelichtet bleiben.
Mit Bleischwere hat das, wie einer der Vorrezensenten meint, nichts zu tun, sondern eher mit Hintergründigkeit und einer Portion Melancholie, ja Traurigkeit, über die Unbeständigkeit und Vergänglichkeit menschlicher Gefühle und Leidenschaften. Natürlich kommt da die Spritzigkeit, der "Champagner" der Partitur nicht so zum Zuge wie der konventionelle Opernfreund es gewöhnt ist, gerade bei diesem Werk.
Doch deshalb diese Aufnahme eines greisen Meisters als überflüssig zu verurteilen, gar als "Schlafmittel" zu verteufeln, das geht entschieden zu weit. Flinke Tändelei wird man bei Klemperer allerdings vergeblich suchen, er musiziert breit und dramatisch, aber immer lebendig.
Und das Sängerensemble ist, vor allem was die Damen betrifft, von hervorragender Qualität. Vor allem Margaret Price als Fiordiligi, wenn man auch nicht so tun darf, als hätte es vor ihr keine Elisabeth Schwarzkopf, keine Lisa della Casa, keine Gundula Janowitz oder Teresa Stich-Randall gegeben. Aber sie zeigt insgesamt eine runde Leistung, die sich hinter der ihrer berühmteren Kolleginnen nicht zu verstecken braucht. Yvonne Minton singt mit frischer Stimme und guter Spiellaune, wenngleich mir ihr Timbre für die Dorabella eine Spur zu hell erscheint. Doch das schmälert nicht eine alles in allem überzeugende Rollengestaltung. Die Despina der Lucia Popp ist glänzend gesungen, aber eigentlich ist die Sängerin zu reif für diese Rolle. Da reicht sie nicht ganz an die unvergessene, jugendfrische Lisa Otto (bei Karajan, EMI) heran, paßt dafür aber vielleicht besser in Klemperers Konzept.
Nicht ganz so sehr kann ich mich für die männliche Besetzung begeistern. Hans Sotin als Don Alfonso gefällt mir da noch mit Abstand am besten, während Geraint Evans (Guglielmo) und vor allem Luigi Alva (Ferrando) den Erwartungen nicht ganz gerecht werden. Letzterer scheint mir hier ein wenig der Delikatesse zu ermangeln. Alva war wohl über seinen Zenit hinaus und mit seiner relativ kleinen Tenorstimme auch mehr für Rollen wie Almaviva in Rossinis "Barbiere" prädestiniert.
Fazit: Wer nur eine "Così" in seiner Diskothek haben möchte, der sollte lieber zu den weiter oben genannten Aufnahmen greifen, doch als eine in sich stimmige, diskussionswürdige Alternative ist Klemperers Version, eine seiner allerletzten Aufnahmen überhaupt, unverzichtbar. Für jeden Verehrer des Dirigenten ist sie ohnehin ein Muß. Klemperer war ein eigenwilliger, ein aus dem üblichen Rahmen fallender Künstler, er bürgt niemals für konventionelle Sichtweisen, aber immer für Qualität!
Die technische Beschaffenheit der Aufnahme aus dem Jahr 1971 ist erstaunlich gut, nach digitaler "Runderneuerung" klingt sie frisch, transparent und weiträumig. Statt eines Libretto liegt dem 3 CD-Album eine zusätzliche CD-ROM bei. Das ist kein idealer Ersatz für ein gutes, ausführliches Booklet. Die Textbeilage enthält aber immerhin eine knappe Werkeinführung in drei Sprachen sowie die exakten Aufnahmedaten. Eine erfreuliche Wiederveröffentlichung!
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am 30. Juni 2013
Wer mag, der soll Cosi als neckisches Lustspiel verstehen, dann kommen sicher Assoziationen an Champagner. So wird das Stück ja auch oft inszeniert. Wer das sucht, sollte die Finger von dieser CD lassen.

Für alle anderen jedoch ist es DIE Aufnahme, an der man nicht vorbeikommt. Nicht wegen der (achtbaren) Sänger, sondern weil Otto Klemperer dieses Stück radikal ernst nimmt wie kein anderer.

Als Operndirigent ist er im Theater der 1920er Jahre groß geworden, kommt von der Moderne her. Mit Männer-Frauen-Witzchen und Verkleidungs-Scherzchen hält so einer sich nicht auf. Vielmehr hat er den analytischen Blick dafür, was Cosi ist, wenn man tiefer schaut: Ein einziger bitterer Abgesang auf das bürgerliche Ideal der Liebesheirat.

Klemperers Dirigat verweigert alles platt Lustige. Von Anfang an liegen Schatten über dem Geschehen, treten immer wieder Stockungen ein, die andeuten, dass die ganze Liebesbrunst dieser beiden Paare bloß aus hohler Selbstbespiegelung besteht. Die Sicherheit, in der sich die beiden Männer wiegen, klingt ahnungslos und dumm. Jeder hat nur die Bilder des Partners im Kopf, wie er ihn gerne hätte. Und dann nimmt das Unheil seinen Lauf. Das geschieht teilweise wirklich in Zeitlupe - und wirkt dadurch umso bestürzender. Die Atmosphäre pendelt zwischen grimmiger Dramatik und unendlich trauriger Vorahnung, was da gerade verloren geht und zerbricht.

Am Ende gibt es nichts mehr zu lachen. Unvergleichlich, wie Klemperer da die "zurückgekehrten" Männer der Untreue ihrer Frauen gewahr werden läßt, wie man hören kann, wie sie aus allen Wolken fallen. Unvergleichlich auch, wie hohl und bitter zugleich die "Versöhnung" am Schluss sich anhört. Nichts ist mehr in Ordnung, alles voller Lebenslügen. Lebenslänglich für vermeintlich Liebende, die zusammenbleiben, weil man schließlich mit irgendwem zusammen sein muss - denn wenn es eh "alle so machen", warum dann weitersuchen?

P.S. Von wegen dass man "Cosi" heute nicht mehr so spielt! Habe neulich in arte die Aufzeichnung der Haneke-Inszenierung aus Madrid gesehen: Sylvain Cambreling dirigiert das, als stünde Klemperer selbst am Pult. Und wer Cambreling mal erlebt hat, der weiß, dass er nun wirklich nie im Leben in die Schublade "seniler Bremser" passt. Das entlarvend Unflüssig-Ungemütliche der Musik ist Programm, hier wie dort.
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TOP 500 REZENSENTam 31. Dezember 2013
Diese Cosi ist sicherlich eine Aufnahme der Extreme: so langsam hat man das Werk davor und danach nicht mehr gehört. Und diese Langsamkeit hat so ihre zwei Seiten: zum einen gibt sie dem Werk eine Ernsthaftigkeit und auch eine Transparenz, die so kaum gehört ist. Aber mitunter bleibt das Komödiantische auf der Strecke und es bleibt eine diskutierenswerte Frage, wieviel Ernst, aber auch wieviel Komik und auch Lebendigkeit in der Cosi komponiert sind. Aber in sich ist diese Konzeption schlüssig und Klemperer gelingt es letztlich auch, den Spannungsbogen zu halten, auch wenn er mitunter diesbezüglich in "gefährliche Gefilde" vorstößt. Und dennoch hat diese Aufnahme einen ganz besonderen Reiz. Und macht mehr als deutlich, dass in der Cosi nun mal keine leichten Themen verhandelt werden.
Die Besetzung ist nun sehr unterschiedlich. Um es kurz auf den Punkt zu bringen: die Frauen sind durch die Bank weg großartig, gleiches lässt sich leider nicht von den Männern sagen. Alva hat bereits deutliche Abnützungserscheinungen in der Stimme und Evans hat relativ wenig Italianita, gestaltet aber klug. Und Sotin ist recht eigentlich kein Mozart-Sänger, was man auch hören kann. Sein Alfonso ist schon sehr schwer und bar jeder Italianita. Aber bei M. Price kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus und auch die Popp und Minton sind ganz wundervoll. Insofern bleibt ein zwiespältiger Eindruck und es ist für mich definitiv nicht die Cosi für die einsame Insel. Aber als Ergänzung der Sammlung durchaus hörenswert, v.a. dank der schweren Einsichten Klemperers, aber auch dank der vorzüglichen Damen.
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am 3. Oktober 2013
Klemperers Così erschien kurz nach seiner umstrittenen Aufnahme von "Nozze di Figaro". Und Dirigent und Produzent scheinen sich die Kritik an den langsamen Tempi zu Herzen genommen haben. Das meint man zumindest, wenn man die durchaus zügig dirigierte Ouvertüre hört. Schnell jedoch verblasst die Hoffnung: Auch hier dehnt der Altmeister die Musik sehr in die Breite. Zwar hört man so (dem hervorragenden Orchester sei Dank) Details und Nuancen, die in anderen, rascher dirigierten Aufnahmen untergehen, aber alles in allem scheint mir diese Herangehensweise dem Werk nicht gerecht zu werden.

Die Sänger jedoch sind im Großen und Ganzen sehr lobenswert: Margaret Price singt hier meines Erachtens ihre beste Mozart-Aufnahme. Ihre wundervolle Stimme leuchtet und strahlt gerade auch in den Ensembles so wunderschön hervor, wie man das selten gehört hat. Zwar fehlt ihr die gestalterische Tiefe einer Elisabeth Schwarzkopf, doch von dieser Kollegin abgesehen ziehe ich Price allen übrigen Rollenvertreterinnen (darunter della Casa, Seefried, Janowitz, Caballé, Te Kanawa, Mattila ect.) entschieden vor. Zusammen mit ihrer unvergleichlichen Isolde unter Carlos Kleiber dürfte dies ihre beste Operneinspielung sein.
Auch Yvonne Minton macht ihre Sache hervorragend, sie ist eine lebendige, leidenschaftliche und jugendliche Dorabella. Eine Sternstunde auch die Despina von Lucia Popp. So schön gesungen habe ich Despina noch nie gehört. Der Ton glitzert und leuchtet, das Spiel ist nuanciert und gestaltreich.
Leider können die Herren dieses Niveau nicht ganz halten. Luigi Alva ist hörbar über seinen Zenit hinaus (wie wunderbar jung und frisch klingt er im Scala-Mitschnitt unter Guido Cantelli 1956!). Die Stimme wackelt hörbar, ist leicht rauh und den Feinheiten der Partie nicht mehr ganz gewachsen. Geraint Evans zählte noch nie zu meinen Lieblingssängern. Sein Guglielmo ist grob gesungen und gespielt - wie sehr vermisst man einen Berry, Taddei, Prey oder auch Ganzarolli!
Don Alfonso schließlich wird von Hans Sotin gegeben. Der deutsche Bass singt zwar wie immer wundervoll strömend und lyrisch, ist aber ein wenig langweilig. Das haben Bruscantini (unter Karajan) oder Panerai (unter Böhm) besser gemacht. Immerhin: Dem Klischee des alten, misogynen und mißgelaunten Philosophen entgeht Sotin glücklicherweise.

Leider sind die Rezitative in dieser Produktion stark gekürzt. So beginnt der 2. Akt seltsamerweise völlig unvermittelt mit Despinas zweiter Arie. Diese Amputationen stören zwar ein wenig, tun dem Werk jedoch keine allzu große Gewalt an.
Alles in allem eine hörenswerte Aufnahme, die jedoch an die prachtvollen und maßstabsetzenden Einspielungen unter Karajan, Böhm (vor allem 1955 und 1962) oder auch Muti nicht ganz heranreicht.
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am 12. Juni 2012
Champagner ist es freilich nicht, was Klemperer uns hier serviert. Das haben die Kritiker schon beim Erscheinen der LP Version gemeint. Und Guglielmo singt es auch bei der Hochzeit: Möge das Glas vergiftet sein... Bei Klemperer, dem letzten der grossen Dirigenten des 20. Jhdts. klingt bekanntlich alles schwer, breit, monumental etc. Die Adjektive liessen sich beliebig fortführen. Jedenfalls ist jede seiner Aufnahmen kantig und glasklar, analytisch. Man denke an seine Zauberflöte, seinen Figaro (leider nur antiquarisch zu bekommen, noch extremer, meiner Meinung nach)den Don Giovanni oder an Fidelio. Walter Legge meinte beim Erscheinen der Aufnahme, alles sei so klar, dass ein guter Kopist beim blossen Hören eine Kopie der Partitur anfertigen könne, jede Note sei hörbar. Freilich wird heute Mozart anders aufgeführt, aber Klemperers Aufnahme ist ein historisches Dokument, das zeigt, so kann man es auch machen. Un ich finde es immer noch interessant. Worum geht es denn eigentlich? Vier bunte Paradiesvögel, schön, jung und unnütz, machen Scherze über etwas, über das man nicht scherzt: Die Liebe, die Treue. Das geht natürlich ins Auge. Also schwören wir aufs Neue ewge Treue...
Klemperer (und Mozart) sezieren hier menschliches (Fehl-)Verhalten, fast könnte man an Brecht denken: Schaut, welchen Blödsinn die vier machen. Kann man da Lachen? Den Sängern ist es vergangen.
Dem Zuhörer auch. Die Sänger schlagen sich wacker, es gibt schlechtete Leistungen auf CD. Die Herren sind nicht mehr ganz frisch, aber achtbar. Die beiden Damen singen um ihr Leben, Despina ist wirklich die 15jährige Donna. Hans Sotin, sonst nur als Wagnersänger auf LP/CD, ist hier ein junger Zyniker, mit schöner Stimme, aber bitterböse und nicht minder gefährlich.
Von meinen 20 Cosi Aufnahmen ist sie meine liebste.
H.H. Luxemburg
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am 4. Juni 2012
Da hat wohl jemand Zement in den Champagner geschüttet. Da es genügend Klemperer-Fans gibt, will ich deren heiligen Gefühle gar nicht verletzen.

Meine Cosi ist DIES GAR NICHT.

Soviel Schwere bekommt diesem Stück ÜBERHAUPT NICHT.

Angesichts der Überfülle herrlicher Aufnahme ist diese Aufnahme überflüssig.

Nein ! Es gibt ja Klemperer-Fans.

Ich,mit Verlaub, würde gerne geweckt werden, wenns zu Ende ist.
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