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am 12. April 2017
Es ist nur ein kleines Apostroph,aber extrem wichtig! Wenn hier die Kritik auftaucht,es handle sich hier nicht um die Tulls.Sind sie defacto ja auch nicht.Also wer lesen kann,ist klar im Vorteil....War wohl aber eher ein Rechteproblem.
Ich habe damals gezögert,mir das Ding zuzulegen,habs dann doch erworben.Erwartung gleich null....und dann die Überraschung,es stellte sich ein
richtig gutes Gefühl beim Hören ein.Wär hätte das gedacht?Gerald Bostok erlebt eine gelungene Wiederauferstehung,das Original-Album wird sehr sparsam zitiert mal mehr mal weniger offensichtlich.Ian Anderson wendet sich offenbar mit seiner großer Sympathie seiner Kunstfigur zu und entwirft ganz viele Möglichkeiten für ihren weiteren Lebensweg.TAAB1 ist und bleibt nichtsdestotrotz unerreicht und ich habe ein besonderes prsönliches Verhältnis dazu:Ein mir gut bekannter Englisch-Lehrer wurde von mir aufgezogen,weil er den Albumtitel wörtlich übersetzte.Er saß
dann etwas später als Protokollant in meiner mündlichen Englisch-Abi-Prüfung mir gegenüber.Und fragte mich unglaublicherweise ob ich nicht
"Thick as a brick"übersetzten könne! Jethro Tull im bundesdeutschen Abi!
Kurz:Erreicht nicht das Original,hat mich aber auch nicht enttäuscht.
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am 1. März 2013
Ian Andersons Projekt, 40 Jahre nach Veröffentlichung des Prog-Rog-Klassikers und prototypischen Konzeptalbums „Thick as a brick“ einen Nachfolger aufzunehmen, der den Liebling vieler Jethro Tull-Fans musikalisch wie textlich-thematisch fortspinnt, ist so gut gelungen, dass man es kaum glauben mag. Niemals hätte ich, als ich von dem Vorhaben hörte, erwartet, dass es dem virtuosen Songschreiber und Multiinstrumentalisten Anderson gelingen würde, eine solch überzeugende Balance zwischen Zitaten und neuem Material zu finden, den Sound der großen Jethro Tull-Alben so prägnant wiederzubeleben, und zudem so starkes neues Songmaterial zu erdenken.
Das Album funktioniert zwar, anders als der unübertroffene Vorgänger, nicht als pausenlos ineinander übergehende Rock-Sinfonie, sondern besteht weitgehend aus Einzelsongs, aber dennoch werden zentrale Motive, Akkordfolgen und Hook-Lines immer wieder variiert und in verschiedenen Tempi und Charakteristika neu eingewoben, was sowohl ein ziemlich cooles Konzeptalbums-Feeling – wenn es so etwas gibt – als auch einen großen Wiedererkennungswert hervorruft, durch den das Album schon nach wenigen Hördurchgängen sehr zugänglich und gefällig daherkommt. Stilistisch erfindet Anderson mit seiner Crew dabei natürlich das Tullsche Rad nicht neu, sondern orientiert sich – und das ist meiner Meinung nach nicht nur legitim, sondern auch ein großes Qualitätsmerkmal dieses Albums – an bewährten Elementen der Tull-Hochphase der 70er und 80er, wobei er Sound-Elemente verschiedener Alben gelungen mischt: kraftvolles Akkordspiel an der Akustikgitarre, ein vergleichsweise dezenter Flöteneinsatz und das wunderbar akzentuierte Gitarrenspiel des deutschen Martin Barre-Nachfolgers und –Nachahmers Florian Opahle erinnern an „Minstrel in the Gallery“, während das sehr geradlinige Spiel und der knackige Sound der Rhythmusabteilung eher auf „Broadsword“ oder „Crest of a Knave“ zurückverweisen. Insgesamt tendiert der Sound von „Thick as a Brick 2“ deutlich stärker zum rockigen, E-Gitarren-lastigen Ende des Jethro Tull-Sound-Kontinuums als der folkigere und bei aller Eingängigkeit im Ganzen doch vertracktere und, wenn man so will, etwas „anspruchsvollere“ Vorgänger.
Dennoch zeigt etwa das „Pebbles Instrumental“ gleich zu Beginn auf, dass Anderson seine Gabe, stark akzentuierte Passagen in „krummen“ Taktarten zu erfinden, die sich dennoch sofort ins Ohr schmiegen wie ein süßlicher Walzertakt, dabei aber deutlich mehr Dynamik entfalten, nicht verlernt hat. Weitere musikalische Highlights sind die leitmotivisch fungierende, geradlinige Mid-Tempo-Rock-Nummer „Banker Bets, Banker Wins“, das zwischen Melancholie und Rock-Power oszillierende „Swing It Far“ oder das beschwingte „Cosy Corner“ mit seinen marschartigen Bläser-Sounds.
Textlich experimentiert Anderson auf der Scheibe mit dem „Butterfly-Effect“: Er zeichnet fünf mögliche Lebenssituationen nach, die sich durch kleine Zufälle, Begegnungen, unscheinbare Drehungen scheinbar unwichtiger Stellschrauben des Lebens für Gerald Bostock, den fiktiven frühreifen angeblichen Verfasser des „Thick as a Brick“-Originaltextes hätten ergeben können: Dabei präsentiert Anderson Gerald als Banker, als Obdachlosen, Soldaten, Priester und normalen Trottel von nebenan. So gelingt ihm eine sehr schöne, wenn auch natürlich extrem typisierende lyrische Ausgestaltung des Gedankens, dass wir uns in unserem Leben permanent irgendwo auf dem unübersichtlichen Kontinuum zwischen Selbst- und Fremdbestimmung, zwischen Zufallsabhängigkeit und Schicksal bewegen.
Ich bin wirklich mehr als positiv überrascht von der Frische, die dieses Album ausstrahlt. Anders als andere Tull- oder Anderson-Projekte nach dem letzten großen Highlight „Crest of a Knave“ Mitte der 80er könnte sich „Thick as a Brick 2“ locker in die Reihe der großen Alben der 70er einfügen, ohne in irgendeiner Weise als einer Epoche zugehörig aufzufallen, in der es scheinbar immer schwieriger wird, noch authentische Rock-Musik zu machen. Respekt, Mr Anderson!
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am 4. April 2012
Eigentlich ist mit den entsprechenden 5-Sterne-Rezensionen schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem! Aber dieses Spät-Meisterwerk hat es verdient, unzählige Top-Bewertungen zu erhalten. An alle Tull-Liebhaber der vergangenen Jahre, die vielleicht auch ein wenig den Kontakt zur Band verloren haben, richtet sich der dringende Aufruf, dieses Album zu kaufen und zu genießen. Mit TAAB 2 ist es Ian Anderson gelungen, die geniale Musik der 70er wiederauferstehen zu lassen, und zwar in einem modernen Gewand und in brillanter Soundqualität, die Spielfreude schnell auf den Hörer übertragend. Besonders angetan (ohne die Leistung der weiteren guten Musiker schmälern zu wollen) bin ich auch vom Gitarrenspiel des Florian Opahle. Einige Instrumentalpassagen sorgen für das gewisse Kribbeln auf der Haut. Die 53 Minuten Spielzeit sind im Nu verflogen, in Erinnerung bleiben tolle Melodien und ein Querflötensound, der seinesgleichen sucht. Die Vocal-Parts sind so aufgebaut, dass die in die Jahre gekommene Stimme Andersons optimal eingesetzt werden konnte. Auch "live" wird Anderson diese Art des Gesangs sehr gut umsetzen können. TAAB 2 macht gute Laune und gehört in jede CD-Sammlung, die Prog-Rock-Charakter hat. Also: CD kaufen und sich auf die Konzerte freuen...
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am 23. September 2013
Das ist eine richtig tolle Sache, eine neue Platte tatsächlich im guten alten Stil von Jethro Tull. Ein Hörgenuss! Großartig!
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am 26. Dezember 2013
Schönes Album von Jethro Tull!
Bekannte Klänge und eine Fortsetzung von Thick as a Brick!
Diese Edition sollte jeder Tull Fan in seinem CD Regal haben!
Für mich eine klare Kaufempfehlung!
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am 1. Juni 2012
Ich will hier gar nicht so viel schreiben und mich einfach kurz fassen. Jethro Tulls Musik hat mich über viele Jahre begleitet, begeistert, mit ihr bin ich groß geworden, Aber seit vielen Jahren bin ich träge geworden und kaufe ich mir keine Tull CDs mehr, einmal/zweimal anhören, das reichte. Nur die alten LPs laufen immer wieder.
Ich wollte mir diese CD eigentlich auch nicht kaufen, aber die Story hinter der CD hat mich interessiert und die Kritiken hier und woanders im Netz waren vielversprechend. Also habe ich mir die CD (vorab ungehört) bestellt. Und?

Das Album ist sensationell, sie läuft bei mir auf der Anlage und unterwegs im mp3-Player regelmäßig "heiss". Sie ist so gut, dass ich Ian mit seinen neuen Tulls dieses Jahr unbedingt wieder sehen muss. Ich kann es kaum erwarten, ich habe das große Glück, er spielt dieses Jahr auf dem Herzberg, meinem Lieblingsfestival. Ich "lehne mich sogar noch ein wenig weiter aus dem Fenster", ich sage TAAB2 hat das Niveau von Heavy Horses, Songs from the wood, TAAB und den anderen frühen Klassikern.

Zuletzt noch ein Tipp: Unbedingt die Version plus DVD kaufen. Toller Film über die Aufnahmen zum Album und zudem die Texte in viele Sprachen übersetzt.
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TOP 1000 REZENSENTam 12. Juni 2015
Als die Nachricht kam,daß Ian Anderson eine Fortsetzung von "Thick As A Brick" machen wollte,und das dazu noch als Solo-Album,hielten sich Vorfreude und Ängstlichkeit bei mir die Waage.
Ein solches Meisterwerk von 1972 als Thema 2012 noch mal hervorzukramen birgt die Gefahr in sich,am Ende eine Arbeit abzuliefern,die die Zuhörer gerade wegen ihrer begeisterten Erwartungshaltung nach dem Hören dazu bringt,betreten nach unten zu blicken und zögernd,leise und mehr aus Pietät zu klatschen.
Dieser Gefahr war sich Anderson offensichtlich nur zu sehr bewußt,sodaß er sich mächtig ins Zeug legte.
Den Sound paßte er alten Zeiten an,es klingt angenehm "retro".
Die Texte spinnen die fiktive Geschichte des Gerald Bostock aus Teil 1 dergestalt weiter,daß verschiedene Szenarien durchgespielt werden,was aus ihm hätte werden können;und verweisen geschickt darauf,wie sehr kleine Entscheidungen in unserem Leben eben jenes massivst beeinflussen und ihm eine völlig andere Richtung geben können.
Auch der damals entworfene "St.Cleve`s Chronicle",der der alten Schallplatte und einer Remaster-Auflage beigelegt war,wurde hier mit einer neuen Ausgabe wiederbelebt.Auch diese sprüht vor Witz,Ironie und Phantasie.
Im Gegensatz zur alten Kult-Scheibe besteht der zweite Teil nicht aus einem Stück,sondern wurde unterteilt in deren 17,welche jedoch ineinander übergehen uns so eine Zusammengehörigkeit zur Schau stellen.
Entscheidend ist jedoch die Qualität in den Kompositionen,für die Anderson allein verantwortlich zeichnet und deren Umsetzung.
Letztere wurde auch durch die Hilfe eines gut zusammengestellten Teams sichergestellt.
Mit Florian Opahle an der E-Gitarre,David Goodier an E-Baß und Glockenspiel,John O`Hara an Hammond-Orgel,Klavier,Akkordeon,Keyboard,Scott Hammond für Schlagzeug und Percussion,Ryan O`Donnell als unterstützender Sänger und Pete Judge an Trompete,Flügelhorn,Tenorhorn und Tuba und dem Meister selbst an der unentbehrlichen Querflöte,der Akustik-Gitarre und am Micro war handwerkliche Qualität mehr als sichergestellt.
Und Bedenken,was die komponierte Musik angeht,die auf die gute,aber nicht überragende Qualität der letzten Solo-,wie auch JT-Alben zurückgeht,können getrost abgelegt werden.
Überraschungen wird wohl keiner erwartet haben und die kriegt man auch nicht geboten.
Allerdings kriegt man es auch nicht mit einem peinlichen Abklatsch des ersten Albums zu tun.
TAAB2 bietet typischen Tull-Sound vergangener Zeiten,ein gelungenes Wechselspiel zwischen ruhigen,akustischen Passagen und knackigem,ansprechendem Rock in historisch anmutender Couleur,ohne freilich den Druck aufzubauen,wie in alten Tagen;das gibt schon die brüchige Stimme des mittlerweile in die Jahre gekommenen Künstlers nicht mehr her.
Die Stücke überraschen mit einigen Selbstzitaten in Musik und Text,die dem Kenner manchen Schmunzler ins Gesicht zaubern.
Die hin und wieder eingefügten gesprochenen Texte sind nicht so nach meinem Geschmack,aber egal.
Letztendlich bleibt für mich ein mutiger Versuch,der nicht in einer Peinlichkeit endete,sondern,ganz im Gegenteil,aus Ian Anderson noch mal das Letzte an Kreativität herausgeholt hat.
Die Qualität des Originals wird zwar nicht erreicht,dennoch gibt es von mir für dieses gelungene Projekt großen Beifall.

Auch die Veröffentlichungspolitik und Produktionsqualität überzeugt.
Neben der Standard-CD,die mit gutem Klang,hoher Dynamik und anständigem Mastering überzeugt,gibt es eine Special-Edition,die mit mächtigem Bonusmaterial klotzt.
Da wird auf der Extra-DVD ein von Steven Wilson durchgeführter 5.1 Remix geboten,dazu eine Stereo-Version in hochauflösendem Format (24 Bit/96 KHz),dazu Übersetzungen,ein Interview,ein Making Of und mehr.
Zu einer nochmals erweiterten Tour Edition gesellt sich dann auch noch eine luxuriöse Edition mit noch viel mehr Extras,Vinyl gibt es auch noch.
Es gibt also nichts zu meckern.
Well done,Mr.Anderson!
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am 30. April 2012
"Lebendiger denn je!" - Teil 1 am 30. April

Veröffentlichung angekündigt für 30.3.2012, vorbestellt am 26.3., geliefert bekommen am 29.3. Besser geht's nicht.

Bis jetzt habe ich die Platte über 30 Mal gehört und kann nur sagen: Ich liebe sie. Und das vom ersten Mal an. Der spontane Impuls nach dem ersten Anhören war: sofort nochmal hören! Und dann nochmal. Und dann ... So krass habe ich das bei einer neuen Platte noch nie erlebt. Das Extrem waren 6x komplett Anhören an einem Tag: nachmittags 2x im Atelier, 1x abends mit der 'großen, guten' Stereoanlage und dann noch 3x direkt hintereinander weg in der Nacht als bessere Alternative zum Wachliegen. So langsam bin ich wirklich vertraut mit ihr. Mittlerweile ist sie ein fester Teil von mir geworden. Da melde ich mich nun auch einmal zu Wort.

Naturgemäß stellen meine Ausführungen hier nichts anderes als meine persönliche und subjektive Einschätzung und Meinung dar. Wenn ich die bisherigen Statements so lese, habe ich das Gefühl, dass man es sich manchmal auch unnötig schwer machen kann. Letztlich geht es hier doch um nicht mehr als ein Stück Unterhaltung. Um Musik. Entspannung. Nicht mehr und nicht weniger. Da muss man es doch nicht so derartig bierernst nehmen, wie es teilweise rüberkommt.

TAAB2 gehört für mich zum Hörenswertesten, was in letzter Zeit veröffentlicht worden ist. Ich persönlich (56 Jahre alt) bin Tullianer, seitdem ich TAAB zum ersten Mal hörte. Ich werd es nie vergessen: Auf einer Party im Sommer 1972 wurde auf einmal eine Platte aufgelegt, wie ich sie bis dahin noch nicht gehört hatte. Ich stand wie vom Donner gerührt auf der Tanzfläche. Das war meine Begegnung mit Jethro Tull und Ian Anderson. Seitdem gehört seine Musik zu meinen Alltime-Favourites. Neun Mal war ich in Konzerten und werde auch im Mai wieder eines besuchen. Außerdem: Wer weiß, wie oft man Ian Anderson und Jethro Tull (in welcher Besetzung auch immer) überhaupt noch live erleben kann? Also nix wie hin! Meine Tickets liegen schon seit 4 Wochen bereit.

Ich freue mich riesig darauf, die beiden Teile zusammen live erleben zu können. Bewusst nehme ich keine Wertung der verschiedenen Alben vor. Ich liebe sie alle. Jedes hat seinen ganz eigenen Reiz. Und die Tatsache, dass sie stilistisch im Laufe der Jahre durchaus differierten, ist für mich eher ein Indiz für Andersons Vielseitigkeit und Entwicklungsfähigkeit. Das schließt seine Soloprojekte ein.

Für mich schließt sich mit TAAB2 jetzt auch stilistisch ein Kreis und ich freue mich über dieses 'Back to the roots'. Ich sehe darin keine Einfallslosigkeit. Es ist für mich ein Album, dass sich prima an TAAB anschließt und mit seinen Zitaten eine gelungene Verbindung herstellt. Dabei kann es sich als eigenständiges Album durchaus daneben behaupten. Bei den Zitaten kommt auch der Humor nicht zu kurz. Es spricht für seine Reife sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Ein reine Wiederholung das Alten hätten wir doch gar nicht gewollt.

TAAB2 ist für mich so ein richtiges 'Wohlfühlalbum'. Man wird mit der Musik sehr schnell warm. Das fällt natürlich auch deshalb leicht, weil es so richtig typische Tull-Musik ist. Die Musik hat Kraft und Ausdruck. Sie grooved. Gute Tempowechsel: sanft und fast poetisch und dann wieder richtig rockig! So mag ich's. Und offensichtlich bin ich da nicht alleine. Die verschiedenen Instrumente kommen gut zur Wirkung. Das spricht auch für eine gute Arbeit im Tonstudio beim Abmischen.

Was Ian Andersons Stimme anbetrifft, so mochte ich sie immer und mag sie noch. Ich mag ihr warmes Timbre und kann einfach nicht bestätigen, dass sie so furchtbar schlecht geworden ist. Diese Beurteilung ist doch sowieso subjektiv und kaum objektiv messbar. Außerdem will ich mir durch solche (akademischen) Gedankenspielereien auch gar nicht den Spaß verderben lassen und auch nicht selbst verderben. Eine Stimme verändert sich nun einmal im Laufe eines Lebens. Wäre es den Stimmkritikern lieber, er hätte seine musikalisch künstlerische Tätigkeit eingestellt? Mir nicht!

Okay, auch für mich gehört Martin Barre einfach zu Jethro Tull dazu. Gar keine Frage. Auch die ganze Besetzung der letzten Jahre hat einfach gepasst und war gut. Aber es handelt sich ja hier um ein Soloprojekt. Da haben ja sonst auch andere Musiker mitgespielt. Florian Opahle habe ich auch schon zwei mal gesehen und muss sagen: Er ist klasse. Der 'Junge' passt nahtlos und fügt sich perfekt ein. Er ist erstaunlich reif für sein Alter. Und vielseitig ist er. Auch mit waschechtem Blues oder Flamenco hat er mich schon überzeugt und begeistert.

Natürlich frage auch ich mich, warum gerade dieses Projekt eine Soloaktion ist und kein normales Projekt von Jethro Tull, was eigentlich logisch wäre. Aber die Spekulationen sind hier einfach müßig, weil sie nichts ändern. Und mal ehrlich: Würde diese Scheibe in der Originlbesetzung soo viel anders klingen? Ich hab' da die vielleicht für manchen etwas ketzerische vorsichtige Vermutung, dass man da möglicherweise sogar keinen nennenswerten Unterschied hören würde. Also was soll's?! Wir müssen es eh nehmen, wie er es uns vorsetzt. Und es hätte schlechter kommen können - viiieel schlechter!

Schön, wenn da jemand auch in fortgeschrittenem Alter (oder vielleicht auch aufgrund?) nicht nur einfach seine alte erfolgsichere Nummer durchzieht, sondern ein echtes inhaltliches Konzept erstellt und konsequent umsetzt! Auch wenn auf der LP damals nur zwei Stücke gepresst waren, so beinhalteten diese ja doch auch mehrere unterschiedliche Elemente, inhaltlich und musikalisch. Da waren im Grunde einfach mehrere Stücke direkt hintereinander gesetzt. Dass die Angelegenheit dadurch zu einem homogenen Ganzen wurde, war natürlich eine gute Sache, keine Frage.

Die Rezension von 'Gerald Bostok' vom 6. April kann ich hier so uneingeschränkt übernehmen: 'Ian Anderson ist ein wundervolles Album gelungen, das alles bietet, was auch seine besten Werke aus den 70er Jahren ausmachte: Starkes Songwriting, exzellente, bisweilen komplexe Arrangements und musikalische Virtuosität. Ein Album, prallgefüllt mit spannenden musikalischen Erlebnissen und wunderbar erzählten Geschichten - progressiv, ohne dabei prätentiös zu sein. Ein spätes Meisterwerk'. So isses - super formuliert!

Die Ausstattung mit CD und DVD finde ich gelungen, auch angesichts des moderaten Preises. Das ist doch mal was: die Texte in verschiedenen Sprachen beigefügt. Das erleichtert den Zugang doch wirklich. Und verschiedene Musik-Dateiformate sind doch auch ein gutes Angebot.

Ian Anderson und Jethro Tull sind lebendiger denn je. Gereift wie ein guter Wein. Gibt es eigentlich ein besseres Statement als: Ich liebe diese Musik. Sie tut mir gut. Ein schöneres Kompliment kann man einem Musiker doch kaum machen. Für mich ist diese Scheibe schon jetzt ein echtes Highlight in 2012. Deshalb von mir ganz klare 5 Sterne!

"Lebendiger denn je!" - Teil 2 am 5. Juni

In meiner ersten Rezension schrieb ich: "Wer weiß, wie oft man Ian Anderson und Jethro Tull (in welcher Besetzung auch immer) überhaupt noch live erleben kann? Also nix wie hin! Meine Tickets liegen schon seit 4 Wochen bereit."

Nun, das Konzert am 23. Mai in Hamm in der Alfred Fischer-Halle, einem ehemaligen Zechengebäude, ist gelaufen und ich habe das Erlebte "sacken gelassen".

Mein Kommentar dazu: Siehe oben! Es stimmt: Lebendiger denn je! Das trifft sowohl auf die Musik als auch auf Ian Anderson zu. Sein Bühnenauftritt war lebendig - keine Frage. Der Musikgenuss war groß, denn die Soundanlage war hervorragend und exzellent ausgesteuert. Die Instrumente bzw. die Töne standen kristallklar im Raum. Das hat Spaß gemacht.

Das Konzept der Veranstaltung war ebenso einfach wie stimmig: TAAB Teil 1, Pause, TAAB Teil 2. Fertig. Ausnahmsweise waren mein Freund und ich einmal ohne Zugaben zufrieden. Die waren hier gar nicht unbedingt nötig.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Normalerweise kann ich in einem Tull-Konzert nicht genug kriegen. Da mache ich gewiss keine Ausnahme. Aber hier war das etwas anderes. Das Konzept war in Ordnung so und tragfähig.

Geschickt war der Einsatz des jungen Sängers Ryan O'Donnell. Zum Einen musste Anderson so seine Stimme nicht überbeanspruchen. Sie wird eben, wie er auch, im August 65 Jahre alt. Und das hört man hier und da. Längst nicht immer, aber manchmal eben schon. Macht aber nichts! Es ist auch einfach nicht fair, die Stimme eines 64-Jährigen mit der eines 24-Jährigen zu vergleichen.

Der zweite Grund für dessen geglückten Einsatz ist darin zu suchen, dass Ian Anderson gerade im ersten Teil 1972 sehr viel im Alleingang gemacht hat, was dann im Tonstudio später zusammen gemischt wurde. Und da es eben schwer ist, gleichzeitig zu singen und Flöte zu spielen, musste hier sowieso eine Lösung gefunden werden, wollte man die Musik möglichst naturgetreu wiedergeben. Und das ist auf diese Weise gut gelungen.

Die Musik ist und bleibt lebendig. Das ist das Entscheidende. Und da bin ich froh, wenn er noch nicht in Rente geht. Die Musik ist ein Erlebnis, weil sie intelligent ist. Nicht nur einfach laut. Er beherrscht auch die leisen und die Zwischentöne. Ich gehöre unter anderem zu der Fraktion, die auch seine Soloalben schätzt, wie "Divinities - Twelve Dances With God", 1995, "The Secret Language of Birds", 2000 und "Rupi's Dance", 2003.

"Thick As A Brick 2" ist eine Art Resümee des Gesamtwerks von Jethro Tull, bei dem einem manches sehr bekannt vorkommt. Die Zitate aus TAAB 1 schaffen die Verbindung, aber es gibt da eben noch weitere Anknüpfungspunkte zu den anderen Platten. Für mich zeigt sich hier der enorme Reifungsprozess des Komponisten und Musikers. Mittlerweile hab ich die CD locker über 70 Mal gehört. Sie wird nicht langweilig.

Mit der brillanten Begleitband war das Konzert ein eindrucksvolles Erlebnis, dass man in der Form so wohl nicht mehr oft geboten bekommen wird. Wie lange habe ich mir gewünscht, einmal TAAB 1 komplett auf der Bühne zu erleben. Und jetzt gibt es das sogar im Gesamtpaket mit der Fortsetzung. Besser geht's nicht.

Das einzige, was mir dann noch zu meinem Glück fehlt, ist ein DVD-Mitschnitt einer der Shows der Welttournee noch passend zu Weihnachten. Das wäre wirklich ein echter Knaller. Warten wir's ab.

Wer keine Möglichkeit hat, eines der Konzerte zu besuchen, dem seien beide CDs wärmstens ans Herz gelegt. Das absolut Beste ist es, beide Platten direkt hintereinander zu genießen. Mit einer hervorragenden Hifi-Anlage und ebensolchen Kopfhörern. Dazu ein Gläschen guten Roten, und der Abend ist gelungen.

Also: Beide CDs kaufen, am besten gleich doppelt, damit Ersatz da ist, wenn der erste Satz abgenudelt ist. ;-) Oder noch mehr, damit man noch welche weiterverschenken kann.

"Lebendiger denn je!" - Teil 3 am 27. November

In meiner letzten Rezension schrieb ich: Das Konzept der Veranstaltung war ebenso einfach wie stimmig: TAAB Teil 1, Pause, TAAB Teil 2. Fertig. Ausnahmsweise waren mein Freund und ich einmal ohne Zugaben zufrieden. Die waren hier gar nicht unbedingt nötig. Um nicht falsch verstanden zu werden: Normalerweise kann ich in einem Tull-Konzert nicht genug kriegen. Da mache ich gewiss keine Ausnahme. Aber hier war das etwas anderes. Das Konzept war in Ordnung so und tragfähig.

Nun hatte ich die Gelegenheit, das herrliche Programm am 21. November in Osnabrück noch einmal zu erleben. Und wieder hat es mich begeistert. Wie oft ich die LPs/CDs inzwischen gehört habe, kann ich nicht mehr sagen. Bei TAAB1 sowieso nicht. Die LP mit der Zeitung habe ich mir ja direkt 1972 gekauft. Später dann noch eine zweite LP, um das alte "Original" zu schonen, und dann später die CD mit Live-Bonusmaterial und Interview in einer Box mit Zeitungsnachdruck.

Die Atmosphäre in Osnabrück war sehr positiv. Im Anschluss an das Konzert hörten die Leute dann einfach nicht auf zu klatschen. Da war eine richtige Entschlossenheit zu spüren. Anscheinend auch für Ian Anderson & Co. Jedenfalls kamen sie nach einigen Minuten wieder zurück und spielten noch Locomotive Breath als Zugabe. Auch wenn das Konzept solo wirklich stimmig und ausreichend ist, haben wir uns doch sehr gefreut. Und wer weiß, vielleicht bin ich ja im nächsten Jahr auch noch ein weiteres Mal dabei?

Jetzt, wo das Jahr sich so langsam dem Ende zuneigt, stelle ich fest, dass die Veröffentlichung von TAAB2 für mich in diesem Jahr definitiv der musikalische Höhepunkt war. Deswegen hier noch einmal eine ganz klare Kaufempfehlung mit Höchstwertung.

Dann schrieb ich noch: Das einzige, was mir dann noch zu meinem Glück fehlt, ist ein DVD-Mitschnitt einer der Shows der Welttournee noch passend zu Weihnachten. Das wäre wirklich ein echter Knaller. Warten wir's ab. Nun, im Moment sieht es leider nicht danach aus. Aber vielleicht kommt ja in 2013 doch noch etwas. Ganz nach dem Motto: "Lebendiger denn je!" In diesem Sinne: Bis bald?!
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am 20. Mai 2013
Tja, hierzu wurde ja schon viel geschrieben. Ich liebe den Altmeister Ian und schätze seine Musikalität und Genialität sehr. Trotzdem möchte ich anmerken, dass mich diese Produktion nicht vom Stuhl umhaut. Sie ist, wie immer, sehr gut eingespielt und produziert, aber wenn man sich das Video reingezogen hat und sieht, wie der Altmeister vor dem Bildschirm sitzend seine Songtexte abliest und ins Mikro einsingt, dann hat man genau DAS Bild, welches ich vor Augen hatte beim Anhören seines Gesangs BEVOR ich das Video gesehen hatte. Mit einer solchen körperhaltung kann auch ein Ian nicht gscheit singen und die Gesangsqualität und Dynamik bringen, die man von ihm sonst gewohnt ist. Da fehlt buchstäblich die Luft. Keine Ahnung, warum er das selber nicht gemerkt hat oder sonst jemand ihn darauf aufmerksam gemacht hat. Das finde ich schon SEHR schade, denn das lässt die Platte eben wie "aufgewärmt" klingen. Es fehlt einfach der Pfeffer. Für solche Anhänger, wie mich ist es sicher gut sie in der Sammlung zu haben. Für jene, die sich neu an seiner Musik annähern, sei die alte CD (Nr. 1) empfohlen! Mein absoluter Favorit ist jedoch "A Passion Play" ! In meinen Augen, genauer gesagt in meinen Ohren ist dieses Werk DAS Meisterwerk von Jethro Tull - seines Zeichens Ian Anderson. Es gibt viele CDs, die sehr schöne Musikstücke bieten. Manche CD kann ich von Anfang bis zum Ende genussvoll anhören. Bei anderen überspringe ich manche Titel, die mich nicht so berühren. Am Besten mal rein hören und fühlen, was einem gefällt.
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am 17. Mai 2012
Habe mir die TAAB2 mit einer gewissen Skepsis bestellt. Wenn gealterte Rock-Barden noch einmal nachlegen, muß das nicht immer wirklich gut sein.
Das ist aber bei der Neuauflage von Jethro Tulls "Thick as a Brick" nicht der Fall. Der gute Ian Anderson hat es mit einer Gruppe von exzellenten Musikern geschafft, die Stimmung des damaligen Knüllers TAAB1 einzufangen, aber zeitgemäß zu variieren und neue Themen hinzuzufügen. Das klingt wirklich frisch und umfaßt eine erstaunliche Bandbreite von eher rockigen Passagen bis zu intelligenten Ton-Kabinettstückchen und das oft in einem Song kombiniert. Ich mag das einfach.
TAAB2 ist aus meiner Sicht gute, intelligente Musik von Profis, die ihr Handwerk wirklich verstehen und es nicht nötig haben, sich divenhaft in den Vordergrund zu spielen. Vielleicht war die erste TAAB aufregender, weil der progressive Rock damals erst entstand aber klanglich und kompositorisch finde ich TAAB2 stärker. Die Ton-Qualität ist übrigens exzellent.
Fazit: Hier kann man durchaus auch als Nicht-Jethro-Tull-Fan zuschlagen. Vielleicht legt Ian Anderson ja nun doch noch einmal nach, ich würde es mir wünschen.
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