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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
28
4,6 von 5 Sternen
Jefra heißt Palästina
Format: Kindle Edition|Ändern
Preis:3,63 €


am 24. Dezember 2013
fande es sehr sehr gut, gibt einen Einblick in das Gedankengut der paläst. Seite und hilft vielleicht, das man gewisse Vorurteile überdenkt.
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am 25. April 2005
Mit dem Titel konnte ich zunächst nicht viel anfangen. Aber mit fortschreitender Lektüre wurde es ein „furchtbar gutes" Buch. Dabei verflog auch bald die Sorge vor zu viel „Gutmenschsein". Der Autorin gelingt es - im Gegenteil- spannend und sensibel eine wechselvolle Geschichte von Hass und Liebe und ihren vielschichtigen Facetten zu schildern, die von großer psychologischer Einfühlung, Sach-, Orts- und im Hintergrund auch Politik-Kenntnis zeugt. In ihrem vorigen Buch („Miss, wie buchstabiert man Zukunft?") faszinierte bereits die Mischung von Sach- und Menschenkenntnis. In diesem zeigt die Autorin, dass sie auch das Zeug für Romane hat! Wäre Jane Austen 200 Jahre später geboren: Jefra könnte von ihr stammen. Aus dem alltäglichen Leben ein so sprachfreudiges, oft humorvolles, auch weises und gelegentlich bissiges Buch zu machen, das man erst weg legen kann, wenn man sein ungewisses Ende erreicht hat: Kompliment. Allerdings spielt neben den einfühlsamen eingefangenen Alltagsszenen der grausame aktuelle und traumatisierende Krieg natürlich eine entscheidende Rolle. Aber die Kämpfe, die die Protagonistin/nen da ausleben, könnten auch in einem anderen Kontext die eigenen sein. Auf jeden Fall helfen sie, die zum Thema Palästina oft notwendige Verdrängungsfähigkeit durch Alternativen anzureichern. Jefra ist (hoffentlich) in uns allen. Deshalb ist das Buch nicht nur für Jerusalem-Kenner und solche die es werden wollen ein Muss, sondern für jeden, der das eigene widersprüchliche Menschsein nicht mit Resignation beantworten will.
Als Psychotherapeutin für Erwachsene wäre ich besonders gespannt auf Urteile von Jugendlichen! Ich glaube, es hat das Zeug zum Kultbuch.
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am 29. März 2017
Das Buch liest sich trotz des ernsten
Themas sehr gut! Es ist fesselnd geschrieben!
Die für einen Aussenstehenden so schwer nachvollziehbare Situation in Nahost wird verstehbar und Bücher dieser Art sollten Pflichtlektüre sein! Gerade für Betroffene! Gut ist, dass am Ende keine billige Lösung angeboten wird, dass nur Wege aufgezeigt werden!
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am 25. April 2005
Mit dem Titel konnte ich zunächst nicht viel anfangen. Aber mit fortschreitender Lektüre wurde es ein „furchtbar gutes" Buch. Dabei verflog auch bald die Sorge vor zu viel „Gutmenschsein". Der Autorin gelingt es - im Gegenteil- spannend und sensibel eine wechselvolle Geschichte von Hass und Liebe und ihren vielschichtigen Facetten zu schildern, die von großer psychologischer Einfühlung, Sach-, Orts- und im Hintergrund auch Politik-Kenntnis zeugt. In ihrem vorigen Buch („Miss, wie buchstabiert man Zukunft?") faszinierte bereits die Mischung von Sach- und Menschenkenntnis. In diesem zeigt die Autorin, dass sie auch das Zeug für Romane hat! Wäre Jane Austen 200 Jahre später geboren: Jefra hätte aus ihrer Feder kommen können. Aus dem alltäglichen Leben ein so sprachfreudiges, oft humorvolles, auch weises und gelegentlich bissiges Buch zu machen, das man erst weg legen kann, wenn man sein ungewisses Ende erreicht hat: Kompliment! Allerdings spielt neben den einfühlsamen eingefangenen Alltagsszenen der grausame aktuelle und traumatisierende Krieg natürlich eine entscheidende Rolle. Aber die Kämpfe, die die Protagonistin/nen da ausleben, könnten auch in einem anderen Kontext die eigenen sein. Auf jeden Fall helfen sie, die zum Thema Palästina oft notwendige Verdrängungsfähigkeit durch Alternativen anzureichern. Jefra istmit ihrer persönlichen Wahrheitssuche (hoffentlich) in uns allen. Deshalb ist das Buch nicht nur für Jerusalem-Kenner und solche die es werden wollen ein Muss, sondern für jeden, der das eigene widersprüchliche Menschsein nicht mit Resignation beantworten will.
Als Psychotherapeutin für Erwachsene wäre ich besonders gespannt auf Urteile von Jugendlichen! Ich glaube, es hat das Zeug zum Kultbuch.
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am 15. Januar 2014
„Jefra heißt Palästina“ – interessanter Titel, interessantes Thema, durchschnittliches Buch. Ich habe die Geschichte an einem Tag gelesen und mein Kindle zugeklappt, ohne dass viel zurück geblieben wäre, mit Ausnahme von ein bisschen Enttäuschung und dem Gefühl: Da hat was gefehlt. Margarete Greiner erzählt eine Geschichte über ein Mädchen im palästinensischen Teil Jerusalems unter der jüngsten Intifada, Jefra Namadi. Im Verlauf des Buches entwickelt Jefra eine eigenständige Meinung zur Intifada und setzt sich für den Friedensprozess ein. Das klingt aufregend und hochaktuell, tatsächlich fehlt dem Buch jedoch das gewisse Etwas, um es unvergesslich oder wenigstens zu etwas zu machen, an das man sich später gern und gut erinnert.

Handlung: In weiten Teil vorhersehbar. Selbstverständlich werden dem Leser einige Fakten über die Intifada serviert, wer sich jedoch im Vorfeld mit israelischer Geschichte beschäftigt hat, wird in Greiners Buch wenig Neues oder Überraschendes finden. Geschichtliche Hintergründe werden nicht aufgezeigt.

Figuren: Ein Schriftsteller kann seine Figuren auf zwei Arten behandeln: Als Platzhalter, die eine fest definierte Rolle auszufüllen haben oder als eigenständige, fiktive Menschen, die ihre Geschichte erzählen und sich nur selten in eine vorgeschriebene Handlung fügen. Beide Handlungsweisen haben Vorteile. Platzhalter-Geschichten können genauso gut funktionieren wie psychologisch ausgereifte Darstellungen einer Figur. „Jefra heißt Palästina“ benutzt Figuren im Stile von Platzhaltern, und das funktioniert leider nicht besonders gut. Keine Figur hat psychologische Tiefe, von den Nebenfiguren bleibt, wenn überhaupt, nur der Name in Erinnerung, Eigenheiten werden nicht heraus gearbeitet und psychologische Prozesse in einigen Sätzen abgetan, obwohl sie, gerade in einer Geschichte wie dieser, weit mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Ein bisschen traurig, beinahe lachhaft erscheint es da, dass Jefra ausgerechnet Psychologie studieren will – ihr selbst, der Hauptfigur des Buches, fehlt die Lebendigkeit und ein bisschen auch die Glaubwürdigkeit. Sie hat keine Ecken, an denen man sich stoßen kann, keine Marotten, die sie lebendig machen oder zu einer Figur, mit der man sich identifizieren könnte. Überhaupt fehlen der Geschichten die Ecken und Kanten. Jefras Welt kam mir, trotz der Gräuel der Intifada, ein bisschen vor wie in Zuckerwatte eingepackt: Eigentlich ging doch alles ganz gut. Eigentlich gab es keine großen Konflikte. Ja: Da war der Tod des behinderten kleinen Bruders und Jefras Kampf darum, die Intifada zu verstehen und um Frieden zu werben. Da war die Mutter, die nach dem Tod ihres Sohnes zusammen gebrochen ist. Da war die Schwester, die weg gegangen ist, weil sie nicht länger in Palästina bleiben wollte, da waren die Eltern, die ihre eigene Tochter verstoßen haben, weil sie den Falschen geliebt hat, und am Ende sind da auch die Brüder, die Jefra eine Verräterin nennen, weil sie sich für den Frieden einsetzt. Konflikte gibt es in dieser Geschichte zuhauf, wie könnte es denn auch anders sein bei einer Erzählung über den Nahost-Konflikt – nur irgendwie macht Frau Greiner nichts daraus.

Erzählweise: Erzählt wird mal auktorial, mal personal aus Jefras Sicht, mal in Form eines Jefra-Ich-Erzählers. Wann und warum die Perspektiven gewechselt werden, scheint keinem festen Muster zu folgen, oder wenigstens keinem, das mir zugänglich gewesen wäre. Ein bisschen hat mich das irritiert.

Sprachlicher Stil: Wenig auffällig; gerade in der wörtlichen Rede benutzt Greiner gern Slang, ihre jugendlichen Weiblichen Figuren verwenden leidenschaftlich das Wort „total“, besonders, wenn etwas total toll ist oder total klasse. Einige Beschreibungen von Jerusalem sind sehr stimmig, ansonsten ist dem Stil dieses Buches wenig zueigen, das ihn über andere deutsche Erzähler hinaus heben würde.

Fazit: Ein gut gemeintes Buch, das wenig Aufklärung in die dunklen Wirren des Nah-Ost-Konflikts bringt und mir persönlich zu heiter und unbeschwert daher gekommen ist. Stereotype Figuren erzählen eine wenig überraschende Geschichte, in der Konflikte zwar durchaus auftreten, aber nur wenig Beachtung finden. Geeignet ist Greiners „Jefra heißt Palästina“ vermutlich gut für den Deutsch-Unterricht: Als leicht lesbares Einstiegsbuch in den Nah-Ost-Konflikt, mit deren Hauptfigur sich Schüler – trotz Jefras Blässe – leicht identifizieren können.
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am 29. April 2005
Jefra, ein empatisches, optimistisches, palästinensisches Mädchen, versucht, trotz schwerster Bedingungen in ihrem Umfeld für mehr Toleranz, Akzeptanz und gegenseitiges Verständnis zu kämpfen, um einen Schritt in Richtung Frieden zwischen Nachbarn ( Israelis und Palästinensern ) zu gehen.
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am 16. Dezember 2010
Ein Buch zu schreiben über den Nahost-Konflikt, ohne sich "auf eine Seite zu schlagen" - das ist schwer: Margret Greiner gelingt es. Sie wechselt kunstvoll immer wieder die Seiten, lässt nicht zu, dass sich der Leser mit einer Partei deutlich mehr identifiziert als mit der anderen. Und dabei wird nichts verschwiegen, was in anderen Büchern zum Thema leider so häufig der Fall ist, wenn im Sinne einer "pädagogischen" oder politisch korrekten Literatur die Fakten und nicht selten die Wahrheit (so schwierig dieser Begriff auch sein mag) gebeugt werden. Erzählt wird die Geschichte eines jungen palästinensischen Mädchens, was einen Weg hinaus aus der Spirale des Hasses sucht, indem es Kontakt zu einem israelischen Mädchen aufnimmt. Die Sichtweise der Palästinenserin überwiegt. Und dennoch bleibt eine gewisse und notwendige Distanz zur Hauptfigur, vielleicht gelingt das auch durch den erzähltechnischen Kunstgriff, die Ich-Perspektive nur zeitweise einzunehmen. Man merkt diesem Buch an, dass die Autorin fundierte Kenntnisse zur Lage in Palästina/Israel hat, die Hauptfigur "lebt", ist authentisch und Greiner verkneift sich jeden übertriebenen Ausflug in die Fiktion (z.B. was die Vorstellungen von Sexualität bei der Hauptfigur angeht). Sehr empfehlenswert ist das Buch für junge Menschen (auch für Schüler, die zum Thema arbeiten), die in dieses Thema einsteigen wollen und die etwas über die Lebenswelt von Jugendlichen Palästinensern erfahren wollen. Die israelische Seite, die israelische Hauptfigur bleibt hingegen etwas dünn und blass, was ich dem Buch aber nicht wirklich vorwerfen mag, denn das wäre ungerecht und zu viel verlangt.
Diese Buch ist sicher keine "hohe Literatur", das will es aber auch gar nicht sein. Es ist der sehr gut gelungene Versuch, das Innenleben eines überaus aufgeweckten palästinsischen Mädchens in einer sehr hoffnungslosen Situation zu beschreiben. Ein Mädchen, dass sich zumindest die Hoffnung auf Frieden bewahrt hat, was nicht aber in völlig illusorischen Friedensträumereien sich verliert. Und letztlich wird wohl dieser so unmöglich scheinende Weg der Verständigung, den die Mädchen aus beiden Lagern in dem Buch gehen, der einzige sein, der irgendwann einmal einen Ausweg aus dem Wahnsinn des Konfliktes bedeuten kann.
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am 6. Januar 2013
"Ich hoffe, daß wir eines Tages sagen können: Wir haben nur kleine Schritte getan, hin zu mehr Verständigung und Aussöhnung, aber wir haben diese Schritte gewagt. Und alle kleinen Schritte, die heute überall vollbracht werden, von Juden und Christen und Muslimen, von Israelis und Palästinensern, werden den Weg zum Frieden verkürzen."
[Seite 212/213]

Jefra ist eine 16-jährige Palästinenserin, die mit mit ihren fünf Geschwistern in einer recht liberal funktionierenden Familie in Ost-Jerusalem aufwächst. Ihre älteste Schwester Maryam arbeitet als Volontärin bei einer arabischen Tageszeitung. Laut Jefras Mutter ist Jefra “für ihre sechzehn Jahre ungewöhnlich erwachsen” und von allen Kindern “am ehesten in die Verantwortung zu nehmen”. Trotz allem ist Jefra ein normales Mädchen mit Schulalltag und Pflichten im Haus. Einzig ihre Umgebung unterscheidet sie von anderen “normalen” Mädchen dieser Welt: sie erlebt tagtäglich den brutalen und erbarmungslosen Kampf der Bevölkerungsgruppen zur Zeit der zweiten Intifada in Israel und Palästina.

Jefras Vater war als palästinensischer Widerstandskämpfer jahrelang in israelischer Haft. Ihre beiden Zwillingsbrüder wachsen im Hass gegen ihre Nachbarn auf. Arabische Medien sparen nicht an Bildern über getötete, verletzte, verwaiste Kinder und Eltern. Mediale Aufklärung erfolgt meist sehr einseitig.

Jefra selbst entwickelt sich trotz dessen zur Widerstandskämpferin in der eigenen Familie. Sie nimmt Kontakt zu einem jüdischen Mädchen auf, der jedoch zu einem jähen Ende kommt als die beste Freundin dieses Mädchens durch ein Selbstmordattentat in einem israelischen Café getötet wird. Während Onkeln, Tanten, Eltern und Geschwister den Tod israelischer Kinder nach einem Attentat “feiern”, flüchtet sie angewidert angesichts des Anlasses nach Hause. Trotz der erniedrigenden Dinge, die sie täglich durch israelische Besatzung erfahren muss und die sie miterlebt, ist sie nicht bereit den Hass gegen die Juden in sich herauf zu beschwören.

"Aber die Tatsache, daß Hunderte unschuldiger Zivilisten getötet worden waren, daß Häuser willkürlich von israelischen Soldaten demoliert wurden, daß palästinensische Bauern von jüdischen Siedlern daran gehindert wurden, ihre Olivenfelder abzuernten, daß schwangere Frauen an den Grenzübergängen ihre Kinder zu Welt brachten, weil man sie nicht ins Krankenhaus fahren ließ, das alles war doch keine Greulpropaganda, das war Alltag in Palästina.
Jefra stiegen Zornestränen in die Augen, wenn sie solche Geschichten hörte. Aber dann wischte sie die Tränen ab und sagte: >>Ich möchte wissen, warum diese Menschen so etwas tun.<<” [S. 16]

Jefra nimmt in Folge an einem sogenannten Friedensprojekt teil. Dafür muss sie für zwei Wochen nach New York und dort mit isrealischen, gleichaltrigen Mädchen im Zimmer verbleiben. In dieser Zeit verändert sich ihre Sicht auf die Zustände zwischen Palästinensern und Juden immens. Jefra - und auch die anderen Teilnehmerinnen - begreifen, dass sie alle Opfer sind. Sie alle sind Opfer von Verfolgung und Hass.

“Heute haben wir Palästinenserinnen erfahren, was den Juden vor fünzig Jahren in Europa angetan wurde. Wir wußten das nicht. Oder wir wollten das nicht wissen. Wir konnten uns nicht vorstellen, daß Juden so gelitten haben. Wir haben nicht gelernt, in Juden Opfer zu sehen. Für uns sind Juden Menschen, die uns leiden machen. Man hat uns nicht erzählt, was eure Großeltern und Urgroßeltern durchgemacht haben. Vielleicht können wir euch jetzt besser verstehen. Aber gleichzeitig fragen wir uns: Warum müssen wir für die Verbrechen bezahlen, die andere verübt haben?” [S. 136]

Die Mädchen lernen im Camp, dass sie ihre Werte und Vorstellungen von Leben und Freiheit nicht ändern oder aufgeben müssen um mit anderen in Frieden zu leben.
Neben den Aspekten des Konflikts behandelt das Buch jedoch auch das Leben und Aufwachsen der arabischen Frauen in kritischer Weise. Es scheint keine einfache Aufgabe zu sein, sich zu selbstverantwortlichen jungen Frauen zu entwickeln, wenn es die Kultur eigentlich verbietet. Jefras Tante Nibal ist dafür ein gutes Beispiel:

“In einem Umfeld, in dem Frauen nicht nur Steine, sondern ganze Geröllhalden in den Weg gelegt wurden, hatte sie sich durchgesetzt.[...] Sie hatte den Preis für ihre Karriere bezahlt, und der Preis war hoch gewesen, Eine gescheiterte Ehe mit einem amerikanischen Kollegen, der ihr immerhin die Vergünstigungen eines amerikanischen Passes hinterlassen hatte, Verzicht auf Kinder, Leben in einem arabischen Land, in dem bei einer klar patriarchalischen Gesellschaftsordnung wenig Platz war für eine intellektuelle Frau in einer Spitzenposition. Vielleicht noch nicht in dieser Generation.” [S. 114]

Jefra kehrt nach dem Camp “Bridges for Peace” nach Hause zurück und löst dort erst einmal Unbehagen aus. Sie hat sich verändert. Sie muss lernen ihre Einstellung diplomatisch zu äußern - ohne die einen zu verletzen aber auch ohne den Respekt der anderen zu verlieren. Wie sie diesen Weg geht sollte man selbst nachlesen.

Margret Greiner hat einen wundervollen, hoffnungsvollen und großartigen Roman geschaffen. Dabei lässt sie ihre Erfahrungen aus ihrer eigenen Zeit als Lehrerin an einer palästinensischen Mädchenschule einfließen. Sie schafft eine realistische und unverklärte Sichtweise auf die Konfliktproblematik. Wie schwer es ist, Demütigungen und Leid ertragen zu müssen und dabei nicht zu pauschalisieren. Wie schwer es ist, als Jugendliche(r) in Palästina/Isreal aufzuwachsen und dabei den Frieden im Blick zu behalten. Sie lässt keine Schuldzuweisung unkommentiert stehen, sondern deutet in eine andere (Denk)Richtung. “Denken”, “Reflektieren” und “Differenzieren” sind Schlagwörter, die die Autorin unermüdlich herausarbeitet. Polarisierung, Polemisierung - davor warnt sie stets.

Jefra heißt Palästina habe ich unserer örtlichen Bibliothek im Bereich "Maxi - Junge Erwachsene" vorgefunden. Auch wenn es sprachlich sicher genau dort anzusiedeln ist, verlangt die Thematik ein Mindestmaß an Kenntnissen um die Konfliktsituation im Nahen Osten. Leider fehlt es dem Buch an einem entsprechenden Glossar.

Fazit
Der Klappentext lobhudelt: “Der Frieden ist in diesem Roman”. Als ich diesen Satz das erste Mal gelesen habe, dachte ich, das wäre wohl ein bisschen hoch gegriffen. Nach dem Lesen allerdings bin ich mir sicher, dass Magret Greiners Ansatz den Frieden hochzuhalten sehr gut gelungen ist und dass das Buch an Aktualität nichts eingebüßt hat. Hier sind sicher jede Menge Zutaten für das Rezept Frieden zu finden. Sehr empfehlenswert - nicht nur für junge Erwachsene!
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am 26. Juli 2013
Ich habe dieses Buch im Anschluss an eine Reise nach Israel und Palästina erworben, um das Erlebte zu reflektieren. Dazu ist dieses Buch sehr gut geeignet, obwohl es eher an ein jugendliches Publikum gerichtet ist. Die dargestellten Konflikte und dramatischen Lebenswendungen wurden mir in ähnlicher Form von vielen Menschen, denen ich auf meiner Reise begegnet bin, berichtet. Also von jüdisches Israelis ebenso wie von arabischen Israelis wie von Menschen aus dem Westjordanland. Das ist sehr erfreulich, denn gerade junge Menschen erhalten durch die Geschichte von Jefra eine gute und emotionale Möglichkeit, sich mit diesem komplizierten Landstrich vertraut zu machen - da richten verzerrte Informationen, egal in welche Richtung sie gehen, nur Schaden an.

Zu den kleinen Schwächen des Buches gehört für mich der didaktische Grundton, der möglicherweise der vermuteten Zielgruppe geschuldet ist. Wobei ich denke, das wirkt bei dieser eher kontraproduktiv. Dennoch wird man von Jefra und ihren Erlebnissen mitgerissen. Für mich hat sich das Lesen auf jeden Fall gelohnt.
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am 12. April 2005
Ein schoenes und nachdenkliches Buch zu einem heiklen Konflikt, soweit man das als Aussenstehender ueberhaupt beurteilen kann. Hier geht es nicht um Schuldzuweisungen gegenueber Israelis oder Palaestinensern. Vielmehr ist es ein Aufruf zum Dialog der jungen Generationen, ein Appell zu gegenseitigem Respekt und eine Absage an Fanatismus und unzulaessige Verallgemeinerungen. Dieses Buch ist frei von Illusionen und will nicht den Eindruck erwecken, der Graben zwischen Israelis und Palaestinensern sei einfach wegzureden. Vielmehr ist es ein Buch der Hoffnung; der Hoffnung, dass der Dialog der jungen Generationen ein erster Baustein fuer eine Bruecke des Friedens sein koennte. "Jefra heisst Palaestina" ist ein Buch, das vielleicht weniger die ueberzeugt, die anderer Meinung sind, als ein Buch, das denjenigen Mut macht, die sich fuer Toleranz und Dialog einsetzen.
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