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am 2. März 2012
Bewertung: 4,5 Sterne

Wrecking Ball wird die Hörerschaft in mindestens zwei Lager spalten: Das eine Lager wird enttäuscht sein, dass es auch diesmal wieder kein zweites Mainstream-Album á la Born in the USA (und auch kein E-Street-Klassiker wie Born to Run oder Darkness on the Edge of Town) geworden ist. Das andere Lager, und zu dem zähle ich mich, wird begeistert sein, weil es Bruce Springsteen mit Wrecking Ball wieder einmal geschafft hat, etwas Neues, etwas völlig Unerwartetes zu machen. Nie zuvor hat Springsteen so auf elektronische Sounds gesetzt - von Drum-Loops über Hip-Hop-Klänge bis hin zu einem kleinen Rap-Part (in Rocky Ground), was für den klassischen Springsteen-Fan zunächst etwas verstörend wirken mag. Der neue dichte Sound hat wenig mit dem Heartland-Rocker zu tun, zu denen Bruce Springsteen lange nicht zu Unrecht gezählt wurde und der das Genre maßgeblich geprägt hat. Keine Mundharmonika, kein Piano von Roy Bittan und erst Recht (mit einer Ausnahme) kein Saxophon, also kein E Street Sound. Überhaupt, den neuen Sound, produziert von Ron Aniello, der Brendan O'Brien ersetzt hat, traut man Bruce Springsteen erstmal gar nicht zu. Dies ist definitiv ein Solo-Album, ähnlich wie 1987 das Tunnel of Love-Album, Mitglieder der E Street Band sind auf Wrecking Ball nur sehr vereinzelt, wenn überhaupt zu hören. Wahrscheinlich war, was den Sound angeht, Bruce Springsteen mit Wrecking Ball noch nie so innovativ und mutig in seiner seit 40 Jahren anhaltenden Karriere. Lange hat er nicht mehr so gute, tiefgründige und wütende Texte geschrieben - es geht in den meisten Songs um Amerika in der Finanz- und Wirtschaftskrise und natürlich um den American Dream - vor allen Dingen aber hat seine Stimme lange nicht mehr so gut und markant geklungen wie auf diesem Album.

Insgesamt vereint Bruce Springsteen auf Wrecking Ball alle Stile seiner Alben seit The Rising. Heraussticht vor allem das 2006er-Album The Seeger Sessions, viele Songs, vor allem in der ersten Hälfte des Albums sind sehr folklastig, was nicht jedem gefallen mag. Gleichzeitig gibt es aber auch Songs, die gut auf Devils and Dust und The Rising und sogar auf Born in the USA gepasst hätten. Aber dann wiederum gibt es da den Song Rocky Ground, mit dem Springsteen gänzlich Neuland betritt: Hip-Hop-Sounds, Rap und Gospelchöre sind darin enthalten, aber unterlegt von einer wunderbaren Ohrwurmmelodie. Selbst der Rap - und normalerweise hasse ich Rap und Hip-Hop - passt hier hinein.

Wenn man etwas kritisieren kann, dann, dass meines Erachtens an manchen Stellen zu oft auf elektronische Sounds gesetzt wird. Ein Schlagzeug muss man nicht unbedingt durch Drum-Loops ersetzen (Land of Hope and Dreams), auch wenn es dadurch gegebenenfalls etwas wuchtiger klingen mag. Hier wäre an manchen Stellen m. E. etwas weniger mehr gewesen.

Für mich ist Wrecking Ball bisher das Album des noch jungen Jahres 2012, denn Bruce Springsteen beweist einmal mehr, dass man auch als sogenannter Altrocker noch innovativ sein kann. Bruce Springsteen wird auch mit Wrecking Ball nicht annähernd den Massenerfolg haben wie seinerzeit mit Born in the USA (erwartet und braucht auch niemand), aber er hat bewiesen, dass er nach wie vor relevant und sicherlich der bedeutendste Rock-Musiker dieser Zeit ist und das kann man nicht von vielen Musikern behaupten, die heute noch durch die Welt touren und im Wesentlichen vom Ruhm alter Tage leben. Es gibt kaum einen anderen Musiker, der nicht nur mich als Fan mit seiner Musik so berührt, sondern dem eine ganze Nation respektvoll zuhört, weil die Amerikaner wissen - auch wenn es die Konservativen/Republikaner oft nicht gerne zugeben - dass Springsteen den Finger in die Wunde legt und wie Bruce Springsteen kürzlich in einem Interview erläutert hat, die Diskrepanz zwischen dem American Dream und der amerikanischen Realität deutlich aufzeigt. Vieles, was Springsteen anprangert sollte man auch nicht auf die USA reduzieren, die Probleme und Missstände in Deutschland oder anderen Teilen der Welt sind durchaus ähnlich.

Zur Einzelkritik:

We Take Care Of Our Own: Es geht rockig los mit Drums im Stile von American Slang von The Gaslight Anthem, ein echter Ohrwurm. Der Text kann ähnlich missverstanden werden wie seinerzeit der von Born in the USA und wird in sämtlichen amerikanischen Medien kontrovers diskutiert (man stelle sich das mal in Deutschland vor, dass über einen Rocksong so gesprochen wird). Obama hat den Song in seine Playlist für den Wahlkampf aufgenommen, obwohl der wütende Text durchaus auch gegen ihn gerichtet ist. Der Song ist eigentlich recht einfach gestrickt, es wird die ständig gleiche Melodie wiederholt (was aber auch Born in the USA bekanntlich nicht geschadet hat). Ärgerlich aus meiner Sicht ist, dass der Song (wieder einmal) viel zu früh und zu lange ausgeblendet wird. Dürfte aber live ein Mitgröhlkracher sein. Solider, etwas eintöniger Album-Opener: 4/5

Easy Money: Einer meiner Lieblingssongs. Die Streicher erinnern stark an Into the Fire vom Album The Rising. Ansonsten ein rockig-folkiger (keltischer) Song, in dem es darum geht, wie man ohne Rücksicht auf andere zu nehmen, schnell das große Geld machen kann. Schönes Ende mit der Geige von Soozie Tyrell. 5/5

Shackled and Drawn: Im Stil von Easy Money geht es weiter, also folkig-rockig. Wieder ein brutaler Ohrwurm. Tolle Gitarren und kräftige Drums. Textlich geht es darum, wie sich andere im Rahmen der Finanzkrise auf Deine Kosten bereichern. 4,5/5

Jack of all trades: Eine rührende Springsteen-Ballade, ein Walzer, sehr langsam, untermalt von einem Piano und einem Gitarren-Solo von Tom Morello. Klasse, etwas dahinplätschernde Melodie, aber erst in Kombination mit dem Text wird es zu einem sehr schönen Song, vor allem wenn zur Mitte des Songs die Trompete (kein Saxophon) einsetzt. Der Song endet instrumental mit vielen Bläsern, einem Gitarrensolo von Tom Morello und erinnert an einen Friedhofsmarsch. 4,5/5

Death to my Hometown: Irisch angehauchter Rocker im Stile von American Land. Hört sich stark nach den Pogues oder den Dropkick Murphys an. Melodie wird getragen von der Penny Whistle, ansonsten noch Gospel enthalten. Inhaltlich geht's wieder um die bösen Banker, die der Wirtschaft schaden, den Arbeitern erst ihre Jobs und dann ihre Häuser wegnehmen. 4,5/5

This Depression: Düstere Ballade, die gut auf Devils and Dust oder auch The Rising gepasst hätte. Gitarren-Solo von Tom Morello. Text wiederum sehr ernst: This is my confession/ I need your heart in this depression, wobei Depression durchaus doppelt gedeutet werden kann. Musikalisch für mich der schwächste Song: 3/5

Wrecking Ball: Der Titeltrack wurde eigentlich anlässlich des Abriss des Giants Stadiums in New Jersey geschrieben, in dem Bruce viele legendäre Konzerte gespielt hat. Obwohl der Text unverändert blieb, steht die Abrissbirne jetzt als Metapher für den Niedergang der Weltwirtschaft. Viele Bläser und Streicher, ansonsten so wie man es von der Tour 2009 bereits kennt. Killer-Track, wahrscheinlich der beste Track und der, der noch am ehesten an den alten E Street Sound erinnert: 5/5

You've got it: Der Song fällt sowohl textlich wie auch musikalisch komplett aus dem Rahmen, ist aber nicht minder hervorragend. Könnte auch aus den Sessions von Born in the USA stammen, zumindest von der Stimme her, die hier wesentlich jünger klingt. Einige wollen darin sogar Ähnlichkeiten zu Sugarland (aus eben jenen Sessions) erkennen. Für mich ein Höhepunkt des Albums, kommt mit den wenigsten elektronischen Zusätzen aus, wird aber leider erneut viel zu früh ausgeblendet, deshalb nur 4,5/5.

Rocky Ground: Ein Song, wie man ihn niemals von Springsteen erwartet hätte. Auf einen ähnlichen Beat wie Philadelphia, also Drum-Loops, singt Bruce und im Background Michelle Moore den unwiderstehlich melodiösen Refrain mit absoluter Ohrwurmqualität. Zum Schluss gibt es einen kurzen, aber durchaus passenden Rap, einen Gospel Chor und viele Bläser. Nachdem man den ersten Schock überwunden hat, entwickelt sich daraus für mich ein weiterer Höhepunkt des Albums. Textlich wird das Album ab hier optimistischer. 5/5, könnte aber nicht jedermanns Sache sein.

Land of Hope and Dreams: Hmmm! Der Song stammt ja eigentlich von der Reunion-Tour 1999 und gehört in der bisher bekannten Live-Version zu den besten Songs, die m. E. Bruce je geschrieben hat. Jetzt hat er daraus einen mit Drum-Loops untermalten, atmosphärisch sehr dichten Song gemacht, bei dem vor allem auch deutlich die Gospelelemente herausstechen. Einen so guten Song kann man grundsätzlich nicht komplett kaputt produzieren, aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich jederzeit die Rock-Live-Version vorziehen, obwohl auch diese hier sehr gut, aber eben völlig anders ist. Immerhin ist dies der einzige Song, auf dem das Saxophon des verstorbenen Big Man zu hören ist, was den Song noch emotionaler macht. Bin gespannt, wie der Song auf der Tour präsentiert wird. In dieser Version: 4/5

We're Alive: Zum Schluss noch ein religiös angehauchter, optimistischer Song mit akustischen Gitarren und einem an Ring of Fire erinnernden Trompeten-Riff. Die gesungene Melodie erinnert zumindest zu Beginn an My Best was never Good Enough vom Album The Ghost of Tom Joad. Sehr schön und der perfekte Schluss für ein (fast) perfektes Album. 4,5/5

Bonus Track Swallowed Up: Ein an Tom Waits erinnernder Song, sehr düster mit akustischen Gitarren, auf den ich allerdings hätte verzichten können. Im Gesamtkontext des Albums aber dann doch ganz gut, als einzelner Song weniger. Textlich nochmal sehr ansprechend. Muss man mehrmals hören. 3/5

Bonus Track American Land: Auch längst bekannt, stammt aus den Seeger Sessions, irischer Folksong im Pogues-Stil, wurde auf den beiden letzten drei Touren auch mit der E Street Band fast allabendlich gespielt. Unterscheidet sich hier leicht von der bekannten Version, einige Drum-Loops zu Beginn, das Ende mit stärkerer Rhytmusbetonung, cooler versoffener Stimme (die bei dem Song einfach passt), ansonsten wie gehabt ein klasse Song, von dem ich nicht genug bekommen kann. 5/5

Ein wunderbares, überraschendes, abwechslungsreiches Folkrock-Album in modernem Sound, das man nicht vergleichen sollte mit anderen Springsteen-Alben, zumal sich die Alben von Springsteen m. E. eh nicht miteinander vergleichen lassen, weil jedes Album komplett anders ist.

Spieldauer der CD: knapp 62 Minuten, Sound: Hervorragend (nicht mehr der Soundbrei wie bei Magic)
Booklet: Sehr schön gestaltet, mit allen Texten und mit einem sehr rührenden Nachruf auf Clarence Clemons.

The Boss is back! Ein Wahnsinnsalbum! Ob's ein Meisterwerk wird, muss sich erst noch zeigen.

Noch ein kleiner Tipp: Das Album unbedingt laut, bewusst und am Stück hören. Erst dann wirkt es richtig.
3939 Kommentare| 187 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Juli 2014
Springsteen wird immer dann am besten, wenn ihn etwas bewegt/aufwühlt und er diese Gefühle in Text und Musik umsetzt. So auch hier. Der Niedergang durch die Immobilienblase und den Bankencrash verarbeitet er hier vorbildlich. Er beschreibt die Menschen, die Stimmung und das Land. Zeigt die Wut, die Depression, die Melancholie, aber unterlegt seine Texte teilweise mit solcher irisch angehauchten Powermusik dass man auf den " Tod meiner Heimatstadt"(death to my hometown) am liebsten tanzen möchte. Die USA ist also noch nicht am Ende, es ist noch Kraft da und Lust am Leben. So begleitet man als Zuhörer seine Reise in bester Songwritermanie durch die USA und ärgert sich am Ende der CD eigentlich nur darüber, dass nicht viel, viel länger dauert.
Fazit: Eines seiner besten Alben, ein Muss für jeden Fan, oder sehr guter Einstieg für die die es werden wollen.
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am 12. März 2012
Er könnt es sich ja leicht machen, der Boss. Auf Nummer Sicher gehen und ohrwürmige, direkt treffende Rocker und Balladen a la BITUSA aus dem Hemdsärmel schütteln, Stadionrock und Radioseeligkeiten liefern, auch ohne E-streeter und den Big Man.
Tut er aber nicht. Stellt die fans vor eine Gedulds- und Gefühlsprobe. Nimmt man ihm diese multikulti Stilelemente ab und identifiziert sich noch mit dem Verfechter aller Gelackmeierten und Gedemütigten - nicht nur in USA, denn ein wenig USA sind wir doch alle...?
Die Frage wie glaubwürdig als Sprachrohr des Volkes ist man als Multi-Millionär, stellt sich nicht wirklich. Jeder
Superstar vedient sich diamantene Sporen, aber nicht jeder erinnert sich seiner Herkunft, oder er verdrängt es eben.
Da muss man nicht Bruce Springsteen heranziehen. Fakt ist, er berührt, bewegt, hat sich aus eigener Kraft dahin gebracht wo er heute ist, und damit ist nicht ein Spitzenplatz in der Riege der Overkillstars gemeint. Jeder der sich schon mal ganz besch.... gefühlt hat, wird musikalischen Trost und Verständnis gefunden haben - in den verlässlichen auffangenden karobehemdeten Armen vom Boss. Wie oft lief Bruce Springsteen im Hintergrund wenn man persönlich - Land unter, plain fields - war ?
Manchmal bleibt es eben einem nur übrig, sich an seinem Idol zu orientieren, sich nicht auszuruhen an altbewährten
bequemen Mustern, go ahead, another chance, another songs....
Der - Wreckin Ball - schlägt ein mit Power, Dynamik, Subtilität und einem energischen druckvollen Boss.
Man mag Bruce 2012 oder nicht, aufhalten und in s Jahr 1984 zurückbeamen wird ihn niemand. Love it or leave it.
Und ich beharre immer noch drauf, dass er in den Blackhills seinen eigenen Felsen bekommen sollte.
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Der Bankenkollaps und die Wirtschaftskrise hat sehenswerte Filme hervorgebracht: Company Men Company Men [Blu-ray], Margin Call Der große Crash - Margin Call [Blu-ray] und The Dark Knight Rises The Dark Knight Rises [Blu-ray], aber auch ein Album wie Wrecking Ball.

Live ist das alles noch viel schöner! Da war dann Silvio Dante, von den Sopranos Die Sopranos - Staffel 1 [Blu-ray], tatsächlich 2013 in Hannover im Niedersachsenstadion – surreal. Und er hatte den Boss dabei, seinen ursprünglichen: Bruce Springsteen. Der ist über 60 – auf dem Papier. Merkt man nichts von. Auf der Bühne und auf dem Album Wrecking Ball klingt er so frisch wie zu „Born in the USA“-Zeiten.

Wrecking ball – bedeutet Abrissbirne. Ist absurderweise auch der Titel der neuen Single von Miley Cyrus – bloß nicht versehentlich die kaufen! :-) Jedenfalls: Bruce und die E-Street-Band räumen in den elf Sogs den Schutt der letzten Jahre beiseite und fangen was Neues an – zu dem Schutt würde ich auch Alben wie Devil & Dust zählen, die dazu führten das ich einige Jahre das Springsteen-Hören pausiert hatte. Mit Magic, Working on a dream und Wrecking Ball bin ich wieder zum Boss zurückgekehrt – großartig war ja auch der Song zum fantastischen Film The Wrestler! Springsteen knüpft wieder an seine besten Alben hat – das ist die hellste Freude. Es wird heftig gerockt – so glatt und so viel Pop wie auf „Born in the USA“ gibt es hier nicht. Nichts gegen „Dancing in the dark“ oder perfekte Balladen wie „I'm on fire“ aber „Wrecking Ball“ wird Hörer die genau solche Songs erwarten wohl verschrecken. Hier gibt’s Springsteen mit extra viel Power und ohne Rücksicht auf Mainstream-Befindlichkeiten. Mit „Death to my hometown“ gibt's immerhin eine Art Fortsetzung zum wunderschön melancholischen „My hometown“ von Springsteens kommerziell und an Popularität wohl kaum zu toppenden „Born in the USA“. Erinnert mich etwas an Metallicas Unforgiven 2 – von der Idee her zumindest, einen beliebten Song Jahre später fortzuführen. Gemeinsam haben Metallica und Springsteen allenfalls, das sie seit Jahrzehnten Stadien füllen können, unsterbliche Songs geschrieben und nicht aufgegeben haben, sich um Musik zu kümmern.

Obwohl ich die stilleren Werke wie „Nebraska“ Nebraska, „Darkness“ Darkness On The Edge Of Town, „Tom Joad“ The Ghost of Tom Joad meist bevorzuge tut das energiegeladene, kämpferische „Wrecking Ball“ richtig gut! Geld in Springsteen-Alben anlegen: nicht das schlechteste. Gibt wenigstens eine faire Gegenleistung. Wahrscheinlich der Mann mit der besten Arbeitsmoral im Rock-Geschäft. Hoffentlich bleibt er uns noch sehr lange erhalten!

Anspieltipps: We take care of our own, Jack of all trades, Death to my hometown

1 CD, Spielzeit: 51:45 Minuten, 11 Tracks, Pappcover, Booklet mit den kompletten Lyrics, Sony 2012
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am 4. Januar 2013
An Bruce Springsteen bin ich durch meine Eltern gekommen, es ist ja sonst eher ungewöhnlich, dass sich ein 16-jähriger Punkrock-Fan Musik von einem Mann anhört, der sein Opa sein könnte. Wrecking Ball ist ein kongeniales Album, kein Lied gefällt nicht, alles super. Tolle Texte und die Musik erinnert durch die Instrumentalisierung manchmal etwas an Irish Folk bzw. Folk-Rock á la Dropkick Murphys (haben ja auch schon mal was mit dem Boss aufgenommen) oder Flogging Molly. Ein weiteres Highlight ist Tom Morello (genau der von Rage Against The Machine und Audioslave oder auch der Nightwatchman), der zu Jack Of All Trades und This Depression geniale Gitarrensoli hinlegt.
Das Album ist eine Meisterleistung, eine Liebeserklärung an die Rockmusik und auch jüngeren Leuten, die Rockmusik mögen, zu empfehlen! Tolle Texte, tolle Instrumentalisierung und natürlich die geniale rauchige Stimme ziehen einen sofort in ihren Bann!
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am 17. November 2013
Grossartig... Mir fehlen die Worte bzw die Superlative.
Das Album hat kaum Schwächen, fast jeder Song ist ergreifend. Die vorherrschende Stimmung ist melancholisch - religiös. Mehrfach wird von "Graveyard" und "God" gesungen...
"Swallowed up" (Bonus Track) ist mein Favorit: es ist ein unglaublich schlichter Song (wenig Instrumente), der nichtsdestotrotz umwerfend ist. Er hat die Kraft schlaflosen Nächten einen mystischen Glanz zu verleihen, eine Distanz vom profanen Leben, von der man sich, dem Himmel sei dank, ein Leben lang nicht erholen wird...
Danke !
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am 9. März 2012
Immer wenn der "Boss" ein Album voller Frust, Trauer oder Missmut schreibt, kommen Hammersongs dabei raus. Bei "The Rising" war es das Thema 9-11. Bei "Born in the USA" war es Protest und Wrecking Ball soll ein depressives Album sein. Depressiv sind vielleicht die Texte, bzw die Ihnalte - musikalisch ist es das Beste seit The Rising. Abwechslungsreich, frisch, mit neuen Facetten, einfach nur das beste was Springsteen zu bieten hat.
Ich möchte verzichten auf jeden einzelnen Songs einzugehen, da das Album auch in der Gesamtheit mehr als überzeugt.
Eine Mischung aus dem typischen Springsteen-Rock, eine große Prise Folk, etwas Gospel und Soul ' in der Gesamtheit ' GENIAL!
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am 21. Juli 2016
Unglaublich eigentlich, das Bruce Springsteen 39 Jahre nach seinem Debütalbum mit diesem 17.Werk noch so eine hohe Qualitätsarbeit abliefert. Er gehört Zeit meines Lebens immer zu meinem Top-Favoriten, trotzdem war ich mehr als positiv überrascht das er wieder so ein Meisterwerk herausgezaubert hat. Mit den Chartplatzierungen bin ich dieses mal gleich durch. Weltweit Platz 1. In diesem Werk hat Bruce Springsteen die 2008 verursachte Banken und Finanzkrise zum Thema gewählt, denn laut seiner Auffassung wurde für diesen gewaltigen Crash niemand zur Verantwortung gezogen. Und deswegen erlebt man bei allen 11 Songs einen aufgebrachten und sehr zornigen Bruce Springsteen. Der Opener der auch als Single ausgekoppelt wurde fetzt schon mal gewaltig los. We Take Care of Our Own. Weiter geht's mit Easy Money und dem sehr folkig angehauchten Shackled and Drawn-übrigens gelingt Bruce Springsteen wieder genial ,verschiedene Musikrichtungen einfließen zu lassen. Folk, Blues, fetziger Rock und gewaltige Singer-Songwriter Balladen. Speziell bei dem genialen 4.Song Jack of all Trades geht er sehr hart mit dem Finanzcrash zu Gericht. Der nächste ist einer meiner Lieblingssongs. Death to my Hometown. Was für eine fetzig-folkige Nummer, hier hat er sich selber übertroffen. Dann geht es mit einer tieftraurigen aber trotzdem wunderschönen Ballade mit dem Titel This Depression weiter bevor uns der Titeltrack beglückt. Song Nummer 8 lautet You"ve Got It und Song Nummer 9 trägt den Titel Rocky Ground. Eine wunderbare Ballade im Stile seiner 3 Folkalben (Nebraska, The Ghost of Tom Joad und Devils & Dust) ist Land of Hope and Dreams. Abgeschlossen wird dieses Meisterwerk mit dem 11.Track: We Are Alive. Ein Album für die Ewigkeit und für mich eines seiner besten Alben.
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Obwohl die Titel der beiden Alben - ich spreche hier konkret von THE RISING (2002) und dem Neuwerk WRECKING BALL (2012) - gegensätzlicher nicht sein könnten, lassen sich einige, unverkennbare musikalische Gemeinsamkeiten feststellen.
Freilich: THE BOSS alias Bruce Springsteen hat in den letzten 10 Jahren (eben seit THE RISING, das ich sehr mag und immer noch gern höre) unglaubliche Ausdauer bewiesen und mit THE RISING, DEVILS & DUST, MAGIC, WORKING ON A DREAM und dem Zwischendurchappetithappen THE PROMISE nicht weniger als 5 Neuerscheinungen auf den Markt gebracht - oops, 6 waren es - die SEEGER-SESSIONS kommen ja auch noch dazu! Hinzu kommen noch etliche Konzerte und DVD-Veröffentlichungen, die uns regelmäßig die außergewöhnlichen Live-Fähigkeiten der Rocklegende unter Beweis stellen...

Was kann ich an dieser Stelle nun sagen, um nicht missverstanden zu werden?? Schon zu MAGIC und WORKIN ON A DREAM habe ich eher zurückhaltend geschrieben - um dann Jahre später festzustellen, dass das doch zwei recht hübsche Alben sind, die man sich dann und wann gerne zu Gemüte führt. Auch, wenn ich jetzt Gefahr laufe, denselben Fehler bei WRECKING BALL noch einmal zu begehen, aber so recht makellos, überzeugend und/oder gar grandios finde ich Springsteens Neuling nicht unbedingt. Natürlich sind die Songs ordentlich aufgenommen worden und auch das Songwriting ist gewohnt solide. Mehr aber würde ich WRECKING BALL zunächst einmal nicht zugestehen - bei aller Sympathie, die ich offen für Herrn Springsteen empfinde!
So richtig berührt haben mich bislang lediglich die Singleauskopplung "We Take Care Of Our Own" sowie der Titelsong, der meines Erachtens das Highlight der Platte ist (gute Steigerung, Marke "Rockhymne" mit melancholischem Springsteen-Touch).
Ironischerweise ist auch gerade das der Song, bei dem auch Teile der E-Street-Band mitgewerkelt haben (wenn man den Credits glauben darf). Vielleicht spreche ich nur für mich selber, wenn ich das sage, aber mir persönlich ist der rocklastige BOSS mit E-Street-Formation im Rücken irgendwie lieber, als seine Solo-Projekte. Einzig das 1982 erschienene NEBRASKA habe ich wirklich, wirklich "lieb".
Ansonsten ist WRECKING BALL eine recht düstere Platte - textlich gesehen wenigstens. Zornig spricht der BOSS dem einfachen Mann aus dem Herzen, der es satt hat die Krise auszubaden, die ihm Spekulanten und andere rücksichts- und skrupellose Geier eingebrockt haben...
Musikalisch ist es (für mich) ein recht bunter Mischmasch - Violine da, irische Folkklänge dort, rapähnliche Drumloops zwischendurch... Nichts Neues also und alles schon mal dagewesen. Und, um ehrlich zu sein: THE RISING war besser (mag eben auch an der Band gelegen haben), ebenso WORKING ON A DREAM. MAGIC hat mich nach wie vor (auch nicht) umgehauen und die SEEGER-SESSIONS haben mich offengestanden noch nie so recht interessiert (kenne ich lediglich vom Reinhören)...

Fazit: Wenn Bruce Springsteen schon eine rockorientierte Platte macht, dann sollte er auch seine E-Street-Band dazu einladen. Die Burschen (und die Lady) wissen halt einfach blind, wie sie ihren BOSS auf Trab bringen und zu Höchstleistungen motivieren können!
Mag sein, dass man Mr. Springsteen bei dessen Mörderoutput mal ganz einfach auch so eine Platte zugestehen muss. Achtung: Keinesfalls soll das jetzt heißen, dass WB generell eine schlechte Scheibe wäre. Es sind schon ein paar hübsche Nummern drauf, auf die der eingefleischte Springsteen-Fan wohl kaum verzichten kann! Dennoch ist WB leider auch nicht besser als erwartet - und das macht aus meiner Sicht gerechtfertigte 3 STERNE geradeaus...

Anmerkung: Für die aktuelle Tour habe ich natürlich trotzdem schon Karten erworben. Da ich davon ausgehe, dass THE BOSS sein Hauptaugenmerk auf ältere Nummern legen wird, und ich zudem weiß, wie grandios er dem Publikum einheizen kann (sah ihn bereits 2009 in Wien), freue ich mich schon außerordentlich auf diese hot Summernight... :)

Aber (WB betreffend) ganz ehrlich: Selbst, wenn man in Bruce Springsteens Neuwerk den Folkcharakter herausfiltern will, so ist es alles in allem eine eher mittelmäßige Angelegenheit. Ein Bob Dylan kann sowas trotzdem besser (Geschmackstoleranz ist hierbei freilich inbegriffen). Kurz: Bitte, Bruce, mach weiter Musik - aber bleib bei Rockhymnen, knackigen Riffs und deiner Band...

P.S. RIP CLARENCE - we'll miss you!!
(Ich find's schön, dass man "Land Of Hope And Dreams" (2000 aufgenommen!) auch hier raufgepackt hat. Ist eine schöne Geste und im Übrigen auch einer der besseren Songs auf WB. Es beinhaltet (soweit ich mich da jetzt nicht verhört habe) als einziger Song auf WB eine Saxophonspur.)

Gesamtresümee: Solide Arbeit vom BOSS, mehr aber auch nicht. Und selbst, wenn ich mir persönlich kein Meisterwerk erwartet habe, so sind BORN TO RUN, THE RIVER, NEBRASKA, BORN IN THE USA, TUNNEL OF LOVE und THE RISING mindestens eine Klasse besser!
Aber gut, darüber lässt sich ja sicher vortrefflich streiten ;)...
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am 2. März 2012
Dem Boss sein neues Album ist alles andere als nur netter Kommerz, mit längst bekannten Rhythmen. Er hat das Album "Abrissbirne (Wrecking Ball)" genannt. Bruce Springsteen präsentierte uns 2009 sein Album Working On A Dream", das auch die Visionen Barack Obamas eines guten und für alle Bevölkerungsschichten erträglichen Amerikas skizzierte. Es ging sogar soweit, dass Springsteen bei der Amtseinführung des Präsidenten Barack Obama im Januar 2009 aufgetreten ist und Amerikas Tugenden mit dem gleichnamigen Song heraufbeschworen hat.

Das nun vorliegende Album entstand nach der Finanzkrise 2008. Bei einer Pressekonferenz über die Entstehungsgeschichte des Wrecking Ball"-Albums teilte Springsteen den Journalisten mit Die Leute haben ihr Hab und Gut verloren. Keiner wollte dafür verantwortlich sein. Keiner wollte dagegen protestieren. ...". Keiner? Keiner wie Bruce Springsteen macht mit diesem Album seinem Unmut darüber Luft! Diese Finanzkrise hat nicht nur die USA verändert, sondern auch Europa.

Das Album erzählt von Protest, einer Menge Ohrfeigen und Wut. Musikalisch aber tut das wirklich gut! Wer glaubt, dass jetzt das Album eher melancholisch oder bluesig klingt, der täuscht sich.

Die Single-Auskopplung und der erste Song dieses Albums We Take Care Of Our Own" wirkt kräftig, rockig, frisch. Und was danach folgt fegt fetzig über'n Tisch. Und mit dem Boss als Ritter, da wird's der Politik ganz bitter.

Ganz Patriot hat der Boss eine Textzeile der alternativen patriotischen Nationalhymne "America the Beautiful" von Katherine Lee Bates (1859-1929) gleich im ersten Song des Albums angesungen, wo er die gemeinsame Hoffnung und den Zusammenhalt der Amerikaner anmahnt: "Where is the promise '...from sea to shining sea...'"!

Zwei Band-Mitglieder der E-Street-Band sind mittlerweile gestorben: 2010 Clarence Clemons (Sax) und 2008
Danny Federici (Keyboard). Die Songs wurden ohne die E-Street-Band eingespielt. Die Charaktere der Texte hingegen, die Highwaymen, die Handwerker, die einfachen Leute in der Weite des Lands, wirken aber wie alte Bekannte. Der Boss als gütiger Vater. Dabei die stete Botschaft Arm, aber ehrlich. Reich und deshalb gefährlich".

Amerika und die Welt von heute mit ihren schwierigen und problematischen Veränderungen (aber auch Chancen). Gegensätze kann man nicht besser darstellen. Für mich unzertrennbar, das Album Working On A Dream" aus 2009 und das jetzt erschienene Album Wrecking Ball".

However, keep rockin' and buy this anyway.
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