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am 20. Juli 2012
Matthäus 26,52
Denn alle, die das Schwert nehmen, werden durchs Schwert umkommen.
In dieser Kurzgeschichte wirft uns der Autor in das New York der 20iger Jahre, in denen nicht nur die ostjüdischen Einwanderer skrupellos von ihren Arbeitgebern ausgebeutet wurden, ein menschenunwürdiges Dasein führend.
Und die Söhne zweier Überlebender des Progroms in Tomsk, die durch Feigheit überlebt haben, entscheiden sich für zwei verschiedene Wege, ihr Leben zu verbessern: Der eine als Gewerkschafter, der andere als Mitglied der Schlägertrupps, die die Streikenden zusammenschlagen und auch töten.
Und im Verlauf der Geschichte wirft der Autor die Frage auf, wie weit man gehen kann und darf, um berechtigte Ansprüche durchzusetzen, und ob Gewaltlosigkeit nicht womöglich Feigheit ist, die noch Schlimmeres provoziert.
Die Sprache ist packend, die Charaktere sind Personen aus Fleisch und Blut, die glauben, ihr Schicksal selbst bestimmen zu können, doch nichts weiter sind als kleine Rädchen im großen Getriebe.
Und die Moral von der Geschichte? Der Autor verurteilt uns dazu, unser eigenes Urteil zu fällen, eigene Entscheidungen auf ihre Richtigkeit hin zu überdenken. Und das fand ich besonders positiv!
Wer sich für die Situation der Arbeiter zu Beginn des 20. Jahrhunderts in New York interessiert, dem kann ich folgendes Buch ans Herz legen: A Tree Grows in Brooklyn (P.S.).
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am 20. Februar 2012
New York ... In seinem Überraschungserfolg Der Junge, der Träume schenkte beschrieb Luca di Fulvio die Goldenen Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts aus Sicht eines italienischen Buben. In dieser Kurzgeschichte ist wieder New York der Schauplatz des Geschehens. Und wieder befinden wir uns in den Roaring Twenties. Diesmal allerdings sind es zwei junge jüdische Männer, die das Geschehen bestimmen. Ostjüdische junge Männer wohlgemerkt.

Ihre Väter hatten nach dem Pogrom von Tomsk, dem sie wie durch ein Wunder entkommen waren, die russische Heimat verlassen. Das Wüten der Menge, die Schreie. Wehrlose Männer, Frauen und Kinder, die zusammengeschlagen, verstümmelt und ermordet wurden. Amos und Asher wurden von diesen Ereignissen geprägt. Immerhin, sie konnten sich mit ihren Frauen retten und nach Amerika einschiffen. Dort werden ihre beiden Söhne geboren. Aber die Kinder entwickeln sich nicht so, wie von den Vätern erhofft. Beide wählen Wege, die unterschiedlicher nicht sein können. Beide werden sie für ihre Familie zur Schand.

Jakob Berkowitz, der Sohn von Amos, strebt nach dem schnellen Geld. Der amerikanische Traum? Jakob hält ihn für eine Lüge für die Dummen. Sein Motto: man nehme sich das, was man will! Und so verachtet Jakob seinen Vater, der mit seinem geringen Einkommen zufrieden ist. Mit dreizehn landet er zum ersten Mal in einer Besserungsanstalt. Später wird er Karriere als sogenannter Schlammer machen. Skrupellos schlägt er andere zusammen, verstümmelt sie, wenn nötig, und verdient so wesentlich mehr Geld als sein Erzeuger.

Sholem Lipsky hingegen, der Sohn von Asher, sieht Amerika als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Um seinen amerikanischen Traum zu verwirklichen, ist er aktives Mitglied der Gewerkschaft geworden. Bessere, gerechtere Arbeitsbedingungen für seine ostjüdischen Kameraden und Kollegen, das ist sein Ziel. Ein Ziel, das unerreichbar scheint, da die deutschstämmigen, jüdischen Fabrikbesitzer die Dienste der Schlammer nutzen, um Streikende und die Gewerkschaft auszuschalten. Eines Tages hat Sholem jedoch eine zündende Idee. Die Schlammer arbeiten für den, der am meisten zahlt, und so schlägt er seinen Kameraden vor, den Spieß umzudrehen, und einen Cent mehr zu bieten als die Fabrikbesitzer.

Die Folgen sind freilich unerwartet.

Luca di Fulvio beschreibt virtuos ein Dilemma, das nicht auf die damalige Zeit beschränkt ist. Die Frage, welche Ziele man verfolgt. Die Frage nach den Werten, die das eigene Handeln bestimmen. Die Schicksale der beiden Protagonisten Jakob (alias Kid Schlammer) und Sholem sind dabei gekonnt miteinander verknüpft. Und die befreundeten Väter? Die Traditionen und der Glaube, die ihnen das Überleben gesichert haben, gelten in dieser neuen Welt, in diesem Amerika, nichts. Die beiden alten Männer sind hilflose Zeugen eines Geschehens, das sie nicht beeinflussen können. Unaufhaltsam erfüllt sich die Bestimmung ihrer Söhne.

Großartiges Kopfkino!
Dramatische Ereignisse.
Tragische Ereignisse.
Schicksale, die bewegen.
Die unergründlichen Wege des Herrn ...

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"Veahavtà et Adonài elohécha, bechòl levavchà, uvechòl nafschechà, uvechòl meodécha."
Darum sollst du den Ewigen, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.
(Position 243)
---> Keine Sorge, es ist keine religiöse Geschichte, aber der Glaube spielt natürlich eine Rolle.
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Nachtrag 27.2.2012:
Ein Zitat aus der Produktbeschreibung
"Dies ist die exklusive Kurzgeschichte ..."
Also bitte keinen Roman erwarten!
Zumindest für mich hat sich der Kauf dennoch gelohnt.
Wie oben gesagt: es geht um zutiefst menschliche Fragen. Die Frage, wer will ich sein? Und was bestimmt mein Handeln?
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am 6. August 2013
Normalerweise bin ich kein Freund von Kurzgeschichten; nur wenige konnten mich bisher so fesseln wie ein guter Roman das kann. "Ein Cent für ein Leben" gehört definitiv zu diesen wenigen.

Auf eindrucksvolle Weise und mit einem einfachen aber prägnanten und fesselnden Schreibstil schildert di Fulvio das Leben der Juden im New York der 20er Jahre. Jacob und Sholem, die Söhne zweier eng miteinander befreundeter Juden, die vor Jahren ein Massaker in Russland überlebt haben und mit ihren Frauen nach Amerika geflohen sind, möchten keinesfalls so enden wie ihre Väter. Sie wollen sich nicht mit Armut und Unterdrückung abfinden und alles hinnehmen wie es ist. Bei dem Versuch, sich ein besseres Leben aufzubauen, geraten sie an völlig unterschiedliche Fronten: Sholem wird Gewerkschaftler, Jacob "Schlammer", ein Schläger, der von den reichen Juden, den Fabrikbesitzern, bezahlt wird, um mit Gewalt gegen die Gewerkschaftler vorzugehen. Als Sholem vorschlägt, den Schlägern das Angebot zu machen, für denselben Betrag - und einen zusätzlichen Cent - gegen die Fabrikbesitzer und Streikbrecher vorzugehen, könnte das Blatt sich wenden.

Nichts wird geschönt, keine der wenigen Seiten wird dafür verschwendet, die bedrückende Atmosphäre gekünstelt aufzulockern. Während der Erzählung bezieht der Autor keinerlei Stellung, die Beweggründe der beiden Protagonisten, aber auch der angeblichen feigen Väter, werden hinterleuchtet und glaubhaft dargestellt. Dabei werden essenzielle Fragen aufgeworfen und es bleibt allein dem Leser überlassen, sie für sich selbst zu beantworten.
Die Charaktere wissen stets zu überzeugen und wirken weder überzogen noch unglaubwürdig. Immer wieder werden Aspekte des Glaubens geschickt in die Geschichte verwoben ohne dabei zu sehr in den Vordergrund zu rücken.

Wenn man sich an diese Geschichte heranwagt, darf man freilich kein großes literarisches Meisterwerk erwarten (wie auch, bei nicht einmal 50 Seiten), noch darf man auf leichte und kurzweilige Unterhaltung hoffen. Wer sich aber auf eine trotz der Kürze intensive, anspruchsvolle und teils brutale Erzählung einlassen kann, wird bestimmt nicht enttäuscht. Di Fulvio verbindet bewährte Themen wie einen Generationenkonflikt zwischen Vätern und Söhnen, Religion und Werte, Hass, Rache, Gewalt und Resignation gekonnt miteinander und weiß somit mit jeder der 42 digitalen Seiten zu fesseln.
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am 21. März 2013
Dies ist eine Geschichte, die man nicht mehr aus der Hand legen kann, weil sie so spannend ist. Da es sich um einen Kurzroman handelt, ist sie (leider) auch in wenigen Stunden gelesen, genau das Richtige für den Flug in den Urlaub oder eine Autofahrt.
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am 25. November 2013
Spannend erzählt und macht neugierig auf seine anderen Werke. Vor allem der Hintergedanke der Story regt zum Nachdenken an - wie vielen ist das Leben wirklich nur 1 Cent Wert? Wie weit geht man, um zu überleben?
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am 13. April 2012
Eine "kurze" Kurzgeschichte die sich sehr gut liest und meiner Meinung nach ganz interessant ist. Herr Di Fulvio hätte mit dieser Thematik gut und gerne ein "normales" Buch daraus machen können - deshalb nur 4 Sterne. Allerdings gibt gerade diese Kurzgeschichte viel zu denken.
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am 4. August 2013
Es ist schwer, dieses Buch während des Lesens aus der Hans zu legen. Mich hat die ganze Geschichte sehr gefesselt und auch bewegt. Dennoch finde ich, dass streckenweise die Geschichte etwas langatmig wird und man hofft sehr, dass bald wieder Fahrt aufgenommen wird, denn man ist sehr auf das Ende gespannt. Im Allgemeinen ist es ein sehr starkes Buch mit einer großartigen Geschichte.
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am 17. September 2013
Die Geschichte habe ich gelesen weil sie von Luca Di Fulvio geschrieben wurde. Sie war konzeptuell in Ordnung aber den tieferen Sinn der Geschichte ist mir persönlich abhanden gekommen. Di Fulvio weiß aber wie man eine Geschichte erzählt und sie dem Leser schmackhaft macht. Dies hat er bereits mehrmals bewiesen.
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am 9. November 2016
Das Buch war zwar relativ gut zu lesen, ein Sinn hat sich mir aber irgendwie nicht erschlossen. Ich habe es irgendwann vor Ende weggelgt u. gelöscht
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am 13. November 2012
Kurze Story, aber trotzdem sehr Interessant geschrieben. Man kann alles gut mitverfolgen.
Der Autor schreibt sehr verdeutlichend und der Hintergrund der Familien ist geschichtlich gesehen auch sehr wichtig für die Handlung.
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