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TOP 500 REZENSENTam 20. April 2012
MEDIUM (Blu-ray/DVD):

- BILD: Bild ok und detailliert, leicht grünlich-kühl abgestimmte Farben
- TON: Ton "nicht gefordert", quasi nur Dialog, Blu-ray: DTS-HD 5.1, DVD: DD 5.1 + DD 2.0
- EXTRAS: Making of (ca. 30 min.), Audiokommentar

FILM (OHNE SPOILER !):

Wenn ein Regisseur wie Thomas Bohn für sein Erstlingswerk nicht die mühsamen Weg der Filmförderung oder Crowd Funding beschreitet, sondern selbst ins Risiko geht und 2 Lebensversicherungen auflöst um seinen persönlichen Wunsch-Independent Film zu drehen dann hat das zunächst einmal hohen Respekt verdient. Wenn dann auch noch ein interessanter und vor allem auch nachwirkender Mystery-Thriller mit wenig Schwächen dabei herauskommt ist das umso mehr beachtenswert. Science Fiction Filme werden ja meist mit bombastischen Aufwand gedreht, REALITY XL ist der low-budget-big-story Gegenentwurf sonst in diesem Genre üblicher bombastischer Inszenierungskonventionen.

Zur Story nur kurz (OHNE SPOILER!): Am LHC (Large Hadron Collider) des Kernforschungsinstituts CERN verschwinden 23 Kollegen und nur Professor Konstantin Carus (Heiner Lauterbach) verlässt am Morgen danach die Schleuse. Daraufhin wird er verhört und man versucht die Wahrheit herauszufinden, aber nichts ist wie es scheint.....Es ist im wahrsten Sinne ein Kammerspiel (arg strapaziertes Wort) das in 3 Räumen, einem Innenhof und 4 Schauspielern eine Atmosphäre erzeugt die insbesondere in der zweiten Hälfte des Films einen deutlichen Sog auf den Zuschauer ausübt, denn man möchte doch wirklich wissen wie die offene Story wirklich ausgeht.

Die Schauspieler verstehen es allesamt präsent zu sein und Protagonist Heiner Lauterbach nimmt man trotz anderer Rollenprägung seinen Auftritt als Professor Carus ab. Der Film wird die Sehgemeinde spalten von "Begeisterung" bis "gähnende pseudophilosophische Langeweile". Und es gibt auch eine Reihe von Schwächen die man trotz allem Lob den der Film von allen Seiten erhält nennen sollte. Die philosophischen Andeutungen in bezug auf die Definition der Realität gemäß der Interpretationen der Quantentheorie bleiben doch stark an der Oberfläche und auf sehr allgemeinem Feuilleton-Niveau.

Manches wirkt auch recht holprig in der Inszenierung und nicht alles ist wirklich logisch zu Ende gedacht. Das Ende ist leider zu einfach und entspricht Auflösungen wie wir sie schon oft in Filmen gesehen haben. Auch die ultimative Schlußszene wirkt für mich deplaziert und wäre nicht nötig gewesen. Das sind jedoch handwerkliche Mängel die den guten Kern von REALITY XL nicht nachhaltig tangieren. Man staunt um so mehr wenn man erfährt, dass der Film mit ca. 90.000 Euro gedreht wurde und somit sollte durch die anlaufende DVD und TV Verwertung die Refinanzierung gesichert sein, verdient hat der Film es allemal, auch wenn der der Presse-Hype um ihn nicht ganz berechtigt ist.

4/5 Realitäten...äh,...Sternen
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am 22. August 2012
Über den Film wurden in den Rezensionen genug über den Inhalt berichtet, somit schreibe ich hier nur meine Meinung zum Film:

Ich fand ihn erfrischend, mal anders als die typisch amerikanische Konserve mit viel unsinniger Action und irren special Effects.
Bin kein Fan von Heiner Lauterbach, aber schauspielerisch hat er echt was drauf, keine Frage, für mich war er in der unsympatie der Rolle und in der Zerbrechlichkeit glaubhaft. Das ganze Schauspiel erstreckt sich über "nur" 4 Personen, welche brillant agieren und dem ganzen Farbe geben. Der Film dreht sich ein paar mal; als der Film zu ende war, schaute ich ihn mir gleich nochmal an, mit einem neuen Blick (da ich da schon weiß wie er ausgeht). Ich kann verstehen, dass direkt auch dieser Film sehr polarisiert: manche finden ihn unfertig oder langweilig, tatsächlich gibt er nicht 100% Antworten, deswegen auch mein Stern Abzug...ich bin auch eher eine Freundin von mutigen Agieren eines Drehbuches, dass man Farbe bekennt: was will man mit dem Film sagen...das wird hier offen gelassen und damit entsprechend Diskussionsspielraum und er hat keine Action, nur Dialoge - was mir wieder weniger ausgemacht hat: an guten Dialogen erfreue ich mich.

Für mich war der Film schlüssig, im Wissen von Quantenphysik...die hier zugegebenermasen frei interpretiert wird.
Steinigt mich nicht, aber ich behaupte, dass der Film auf jeden Fall etwas ist für Fans der Matrix-Esoterik...nicht in dem Sinne, dass Maschinen uns beherrschen, sondern dass "unsere Realität" nicht das ist für das wir sie halten.

Von mir 4 Sterne.
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am 26. April 2016
Interessant ist hierbei auch die Beschreibung , der 'Waschzettel', der genau das beschreibt was nicht passiert ist. Was man in Träumen verarbeitet ist oft etwas was im Wachzustand nicht bewusst verarbeitet wird, oft auch Frage zu dem Thema was dieser Wachzustand eigendlich ist. Wer schon mal im Traum aus einem Traum erwacht ist sieht den leicht dahin gesagten Satz 'Es ist alles relativ.' in einem anderen Licht. Gerade an den Wahrnehmungsgrenzen (im Großen wie im Kleinen) beginnt Realität etwas sehr unscharfes zu werden.
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am 21. Oktober 2012
Ein Film, der zum Nachdenken, zum Diskutieren anregt. Der Fragen aufwirft, über die es sich nachdenken lohnt. Ich halte es für wichtig, dass nicht jede Frage beantwortet wird, sondern jeder für sich selbst die für ihn/sie die richtige Antwort finden kann.
Tom Bohn und alle Beteiligten haben viel riskiert - aber vielleicht auch nicht, denn dieser Film wird sich vermutlich langsam (aber sicher!) durchsetzen -> un so wird dann doch jeder zu seiner Gage kommen... Tolle Schauspieler und ein Thema, das immer mehr Menschen bewegt. Die Kraft der Gedanken, die Wirklichkeit erschaffen, ist immer wieder ein spannendes Feld.
Danke für diesen ungewöhnlichen Film!!!
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am 30. September 2012
(Spoilerfreie Rezension)
Regisseur und Produzent Thomas Bohn hat mit "Reality XL" einen Independent-Film auf professionellem Niveau geschaffen. Die Schauspieler sind engagiert bei der Sache und die Bodenstation eines Nachrichtensatelliten als Drehort sowie die Gestaltung der Kulissen können ebenso überzeugen. Wichtiger ist aber, dass das Drehbuch funktioniert, was bei deutschen Independent-Filmen eine echte Seltenheit ist. Insbesondere die Dialoge sind gut geschrieben und verdienen es hervorgehoben zu werden. Mit nur vier Figuren und ausschließlich über die Dialoge wird zu Beginn des Films ein Rätsel aufgebaut, das den Zuschauer zum Spekulieren und Mitdenken anregt und das im Verlauf des Films zu einigen gut durchdachten Twists führt. Der Film ist hier mit dem ebenfalls gelungenen "The Man from Earth" vergleichbar.
Die letztendliche Auflösung ist leider ein wenig zu konventionell, auch wenn sie im Rahmen des Films funktioniert. Die Kammerspielartige Inszenierung und der Verzicht auf Schauwerte verringern auch den Wiederschauwert des Films.
Fazit:
Ein guter Genre-Film aus deutschen Landen, der beim ersten Anschauen durchaus fesseln und faszinieren kann.

Zur DVD:
Das Bild der DVD ist gut und das Making Of gibt einen guten Einblick in die ungewöhnliche Entstehung des Films.
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am 19. April 2012
Thomas Bohn wusste mich bereits 2004 mit Das Kommando zu überzeigen, um so gespannter war ich auf diesen Film. Auch wenn ich zugeben muß, dass mich die Besetzung des Charakters Prof. Carus durch Heiner Lauterbach ersteinmal abschreckte, muß ich konstanieren, dass sich diese Wahl schlußendlich als Glücksgriff herausstellte, denn Lauterbach spielt grandios. Ebenso können Annika Blendl und Godehard Giese in diesem Kammerspiel vollkommen überzeugen. Und die erzählte Geschichte gehört zudem zu einer der interessanteren in dem diesjährigen "Kopfkino".

Prof. Konstantin Carus, Quantenphysiker, wird zu einem Verhör in einem Nachrichtensatelliten gebeten. Antoine, eine merkwürdige Person in Pferdelederschuhen empfängt ihn an diesem ungewöhnlichen Ort und stellt sich als Protokollant vor, der das stattfindene Verhör verschriftlicht. "Monsieur TikTak", ein oldschooliger Computer dient ihm hierfür als Arbeitsgerät. Die Polizistin Dekkers und der Ermittler des Staatsanwaltschaft Spector sollen die Befagung durchführen. Dabei geht es um eine Nachtschicht, in der Carus mit 23 weiteren Wissenschaftler_Innen zwei Tage zuvor arbeitete. Gegenstand der Forschungsarbeit war hierbei ein Teilchenbeschleuniger. Grund der Befragung ist jedoch die Tatache, dass zwar 24 Menschen den Arbeitsbereich betraten, das belegen Kameraaufnahmen, jedoch Carus als einziger am nächsten Morgen den Raum verließ. Was geschah mit den anderen Personen? Carus erklärt sich verantwortlich für das Verschwinden. Die Experimente, so seine Aussage, führten zu der Erkenntnis, dass die Realität nur ein Traum sei, den er alleine erschuf und dementsprechend auch manipulieren konnte. Er entschied sich dafür, die 23 Wissenschaftler_Innen aus "seinem Traum" zu entfernen. Die ermittelnden Personen glauben ihm kein Wort, da nützen auch Carus Erklärungen nichts, nach der er die Existenz der Materie anzeifelt und für ihn selbst das kleinste Teilchen nichts weiter als Energie darstellt. Die Geschichte hört sich schwer an bis jetzt? Ist sie aber nicht wirklich, denn es geht weniger darum, genau verstehen zu müssen, was Carus so von sich gibt, sondern viel mehr um die mögliche Reflexion und die Infragstellung vorgegebener Antworten zum Sein und der menschlichen Existenz und gegen einen wissenschaftlichen Dogmatismus und Positivismus. Oder weiß ich, dass ich weiß?

"Reality XL" ist ein kleiner ruhiger und kafkaesker Film, der in verwirrenden Bildern und Dialogen, äußerst bildgewaltigen Kulissen und mit einer beeindruckenden Symbolik, eine seit Jahrhunderten bestehende Frage neu stellt, ohne eine Antwort vorzugeben, das Hirn des Zuschauers jedoch in Aufruhr versetzen könnte. Mich hat der Streifen schwer beeindruckt und ist empfehlenswert für diejenigen, für die "Film gucken" und "Kopf einschalten" kein Widerspruch darstellt und die sich mit der Welt der Natur- und Geisteswissenschaften beschäftigen möchten. Ansonsten könnte "Reality XL" für viel Langeweile sorgen.
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am 1. Januar 2016
Dieser Film hat mich sehr nachdenklich gestimmt. In einer perfekten und unaufdringlichen Weise wird das eigene Weltbild subtil in Frage gestellt. Mehrere unerwartete Wendungen ergeben ein trotz der unscheinbaren Handlung sehr interessantes Filmwerk. Sehr zu empfehlen
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am 15. Oktober 2013
„Wie konnte es bloß soweit kommen? Sie hatten so gute Anlagen, sehr gute Anlagen.“

Dieser Film hat mich in meinem Innersten berührt und mich aus einer Haltung heraus geholt, welche derjenigen von Professor Carus in gewisser Hinsicht nicht unähnlich ist, wie ich einfach sehen muss, wenn ich mich ganz ehrlich betrachte.
Ähnlich wie es der Autor Michael Ende in seinen Kinderbüchern gemacht hat (z.B. „Jim Knopf ...“), wo er Dinge anspricht, die er direkt und ungeschminkt nicht so einfach hätte herausbringen können, aber in Form dieser Kinderbücher erst einmal unauffällig daherkamen, so auch in diesem hervorragendem Film von Thomas Bohn.
Der Zuschauer wird sehr schön abgeholt und auf die letztendlichen entscheidenden Sinnfragen des Lebens geführt, wo es darum geht, mich zu entscheiden, ob ich mein Leben im Einklang mit der großen Schöpfungsordnung in Hinwendung zum Schöpfer lebe oder mir mein eigenes Süppchen koche, wie es mir gerade in den Kram passt. Bin ich bereit, meinen eigenen Willen unter den Willen des Schöpfers zu stellen, um so letztendlich festzustellen, dass wenn ich dies tue, ich erst wirklich lebendig und frei werde, weil dann, wie es am Ende des Films gezeigt wird, ich aus meiner Einkapselung heraus wieder in die Verbindung mit der mich umgebenden Gottesschöpfung komme.

Meine Ähnlichkeit zum Verhalten des Professors Carus bestand darin, dass ich immer mehr aus dem realen Leben abdriftete, immer weniger daran teilnahm, weil ich das, was ich hier abgehen sah, nur als Irrenhaus bezeichnen konnte und da heraus auch manches Mal mich unleidlich meinen Mitmenschen gegenüber verhielt.
Als Sophia Dekkers ihm den Rollstuhl wieder hinschiebt und sagt: „Das hier ist die Realität, Herr Professor“, durchrieselte es mich und ich dachte „Ja, so ist es“ und dies so meinte, jetzt auf mich bezogen, dass mir klar wurde: Es geht nicht darum, ob das hier im Moment ein Irrenhaus ist oder nicht (es ist es zweifelsohne), sondern es geht darum: „Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe“, dem Schöpfer zu helfen, dass in dieser Lernschule die Menschen aus ihrer selbstgefälligen arroganten, nur um sich selber drehenden, Sicht heraus wieder zu Menschen werden, die den Mitmenschen wahrnehmen und in gegenseitiger Liebe miteinander verkehren. Egal, was hier gerade alles für ein Mist abläuft: Für mich ist es wichtig, dass ich aufpasse, dass ich nicht auch zu einem immer liebloseren Menschen werde.
Die Zwischenebene, wo sich der Professor Carus da befindet (die man sich natürlich in Wirklichkeit nicht so vorstellen muss, aber hier filmisch wunderbar aufzeigt, wie es in ihm aussieht und die Ermittler spiegeln ihm sein eigenes Verhalten), ist praktisch die Ebene nach dem physischen Tod, wo der Lebensfilm angeschaut wird und man sich selbst die Frage beantworten muss: Was habe ich aus meinem Leben gemacht?: „Wie konnte es bloß soweit kommen? Sie hatten so gute Anlagen, sehr gute Anlagen.“
Und man richtet sich praktisch selbst, da braucht der Schöpfer gar nicht strafend daher kommen (und tut es auch niemals), man erkennt selbst, wie sein Erdenleben verlaufen ist und wo man jetzt steht. Und wenn es nicht so gut gelaufen ist, kommt da allerdings kein „Gehörnter“ der einen abholt, wie man es evtl. in die letzte Aussage des Robin Spectors hineininterpretieren könnte. Nein, man erfährt einfach im „Außen“ die Realität, die man sich während seines Erdenlebens in seiner Seeleninnenwelt aufgebaut hat und zieht evtl. gleichgeartete Seelen an. Und von da aus lernt man weiter und wird irgendwann heimkehren in unsere wahre Lichtheimat. Niemals kann am Ende auch nur ein einziges Geschöpf fehlen, eine wirklich ewige Verdammnis gibt es nicht, sonst wäre Gott nicht die Liebe.

Und als Aufrüttler zum Schluss des Films, als er das eben Erlebte mit „nur ein Traum“ verstehend einordnen will, der Füller im „realen“ Leben auf dem Schreibtisch des Professors: Nichts da, kein Ausweichen mehr:
„Meinen sie, sie haben nur zum Spaß gelebt?“
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am 4. Oktober 2012
Einer der besten Filme, die ich seit Jahren gesehen habe. Hier stimmt alles, Schauspielkunst in der Vollendung eines Kammerspiels mit überraschenden Wendungen und z.T. etwas überzeichneten Rollen, eine außergewöhnliche Kulisse, Handlung und Surround-Sound ohne Hollywood-Effekte, aber gerade deshalb extrem spannend. Ich habe die Blu-Ray-Fassung schon mehrmals gesehen und entdecke immer noch neue Details. Außergewöhnliches Kopf-Kino.
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am 1. Juli 2012
Wissenschaft und Glaube -' über Jahrhunderte beschäftigten sich viele Philosophen und Metaphysiker mit der Problematik beide Ansichtenlager in einen gemeinsamen Zusammenhang zu stellen. Mit dem Beginn der Quantenphysik (ca. 1925) gaben viele Theorien weitere Teile zu diesem Verstand sprengenden Universal-Puzzle hinzu. Ist Realität nicht doch nur ein Traum oder gar ein lebenslanger Test mit einem höheren Zweck und einem Masterplan dahinter? Tom Bohn, der Regisseur von diesem Independent-Filmprojekt -'Reality XL'-, stellt die Existenz von Raum und Zeit, und damit die der ganzen Realität, erneut in Frage. Der Film bleibt dennoch bei Fakten und sortiert diese auf traumgleiche weise, so dass man dem Drehbuchautoren keine Weltfremdheit vorwerfen kann. Die Schauspieler fügen sich optimal in Ihre Rollen, als wenn diese extra für die Protagonisten geschrieben worden wären. Heiner Lauterbach (z.B.) spielt eine der Hauptrollen, Carus, matrixmässig Neo-konform, selbstkritisch und -ironisch. Den weiblichen Part dieser universellen 'Dreiecksbeziehung' übernimmt die traumhafte Annika Blendl. Sie kann mit Ihrer liebevoll aber distanzierten Art inspirieren und ergänzt das Ermittlerteam, um den zynischen, eiskalt abwägenden und latent aggressiven, aber doch beherrschten, Max Tidorf, optimal. Man merkt allen Beleidigten deutlich Ihr Engagement und das Herz an, welches sie in das Projekt gesteckt haben, für welchen sie, beim Erscheinen dieser Rezension, immer noch keine Bezahlung erhalten haben. Ein Filmprojekt für welches Mann, auch wenn der Film recht kurz und die Zielgruppe eventuell nicht die allergrößte ist, ruhig einmal das Risiko des Verdienstausfalles in Kauf nehmen kann, da er jetzt schon in meinen persönlichen Top 3 deutschsprachiger Filme ist. Insgesamt behandelt der Film ein zeitloses Thema und das tut er auf seine ganz spezielle Art.

Für manche wohl insgesamt ein zu trockenes oder ernstes, tiefgründiges Thema mit Einschlaf-Character. Andere werden diesen Film lieben und anschließend stundenlang -bei einem Bier mit Freunden- Theorien oder Lösungsansätze suchen und haarspalterisch analysieren. Da Quantenphysik und Existenztheorien allerdings hochgradig ansteckend sind, sollten labile und ungefestigte Menschen, mit diesen Theorien vorsichtig umgehen oder den Film gar meiden.

Fazit: Endlich mal wieder ein (relativ bündiger) guter deutscher Film, der Eure bestehenden Realitätstunnel in Frage stellen kann, wenn ihr bisher noch nicht so tief in der Quantenphysik eingetaucht seid oder einfach mal ein bisschen Realitätszweifel an Euch heran lassen wollt. Kein 'Kino' für nebenbei ' hierfür braucht man einen freien Kopf. Edel wie Cordoba-Leder. Zweifelnd, hinterfragend & absolut größenwahnsinnig. Ich bereue den Kauf in keiner Weise.
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