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am 3. April 2012
(Kinoversion)

Kaurismäki's back! Endlich, endlich gibt es wieder einen neuen Film von meinem finnischen Lieblingsregisseur Aki Kaurismäki. Fünf Jahre musste ich auf seinen nächsten Spielfilm warten, aber das Warten hat sich gelohnt. "Le Havre" ist trotz seines französischen Titels und der gleichnamigen Stadt, in der er spielt, so finnisch, wie ein Kaurismäki-Film nur sein kann. Der Meister der Melancholie und Lakonie ist zurück und zeigt einmal mehr, dass seine Filme etwas ganz Besonderes sind und Kaurismäki wirklich großes inszenatorisches Talent besitzt. "Le Havre" ist ein 103minütiges Fest für Kaurismäki-Fans, für alle anderen dürfte der Film etwas schwer zugänglich, skurril und wohl auch langweilig sein. Für Fans ist "Le Havre" eine finnische und filmische Offenbarung, ein tiefer Griff in den kaurismäkischen Topf voller Gold, einfach ein großartiger Film.

Marcel Marx (André Wilms, "Das Leben der Bohème", "Juha") ist Schuhputzer im französischen Küstenstädtchen Le Havre und kann mit seinem Verdienst sich und seine Frau Arletty (Kati Outinen, "Wolken ziehen vorüber", "Das Mädchen aus der Streichholzfabrik") mehr schlecht als recht über Wasser halten. Als im Hafen eines Tages ein Container voller Flüchtlinge entdeckt wird, kann der junge Idrissa (Blondin Miguel in seiner ersten Rolle) vor der Polizei und Kommissar Monet (Jean-Pierre Darroussin, "22 Bullets") fliehen. Durch Zufall lernt er Marcel kennen, der ihn kurzerhand bei sich versteckt. Das passt gerade gut, da Arletty ins Krankenhaus musste und er dem Jungen so problemlos Unterschlupf gewähren kann. Marcel macht sich sogleich daran, Idrissa die Weiterreise nach London zu seiner Mutter zu ermöglichen und stellt sich dabei sehr erfinderisch an. Und er erhält mehr Hilfe von Nachbarn und Freunden, als er sich je hätte träumen lassen. Allerdings hat Kommissar Monet ihn ständig im Auge, da er des flüchtigen Idrissa unbedingt habhaft werden will...oder etwa nicht?

"Le Havre" ist ein wunderbares modernes Märchen. Aki Kaurismäki ("Leningrad Cowboys", "I hired a contract Killer") zeigt uns, wie wichtig Zusammenhalt, Menschlichkeit, Vertrauen und Engagement für uns sind. Und dass manchmal sogar noch kleine Wunder geschehen. Vollkommen unaufgeregt erzählt er seine Geschichte und flicht mit großem künstlerischen Geschick moralische Werte und das, worauf es im Leben wirklich ankommt, in die Story mit ein. Angereichert mit skurril-charmanten Charakteren, wenigen Worten, aber viel Gefühl und großartigen Bildkompositionen entsteht so ein kleines Meisterwerk lakonischer Filmkunst, die gerade dann am meisten beeindruckt, wenn sie still in einer Bildsequenz verharrt. Kaurismäki hat einfach ein untrügliches Gespür dafür, Situationen in bewegte Bilder umzusetzen, die schon fast eine symbolische Aussagekraft haben und nebenbei sehr schön anzusehen sind. Sein Spiel mit (zugegebenermaßen dunklen) Farben und Licht ist so einzigartig, dass man daran sofort erkennt, wer hier auf dem Regiestuhl saß. Kaurismäki drückt jedem seiner Filme seinen ureigenen Stempel auf und macht sie so unverwechselbar. Wenn Kommissar Monet in schwarzem Trenchcoat mit Hut in einer dunklen Gasse steht, die hinter ihm in schimmerndes Dämmerungslicht getaucht ist und vor ihm von einer Straßenlaterne erleuchtet wird, der Kommissar selbst aber genau zwischen diesen beiden "Lichtspielen" steht, hat das ungeheure Symbolkraft und ist einfach ein echter Kaurismäki.

Dazu kommen die unverwechselbaren steifen, fast wie auswendig gelernt wirkende Dialoge, die in ihrer temporären Gespreiztheit oft zum Lachen sind und nicht immer wirklich Sinn machen. Und natürlich die wie immer düsteren, deprimierenden Settings des kaurismäkisches Kosmos, in dem es nur Farben wie grau, schwarz, dunkelgrün, dunkelblau oder ocker zu geben scheint. Karge Einrichtungen ohne Schnickschnack, reduziert auf ihre Zweckmäßigkeit und somit immer ein bisschen trostlos und trist, abgewohnt, verblichen und karg.

Die Darsteller sind durchweg über jeden Zweifel erhaben. André Wilms als Marcel, ehemaliger Schriftsteller und nun Schuhputzer, hat es trotz aller Widrigkeiten und Stolperfallen des Lebens geschafft, sich seine Würde zu bewahren. Kati Outinen, eine von Kaurismäkis Stammschauspielerinnen, ist alt geworden, wie man als Fan ihrer Filme feststellt und sich noch an sie vor 20 Jahren in "Tatjana" oder ähnlichen Filmen erinnert. Sie hat es perfektioniert, so starr, gleichmütig und traurig in die Kamera zu blicken, dass einem das erstaunlicherweise wirklich ans Herz geht. Der junge Blondin Miguel als Flüchtlingskind schaut aus seinen tiefbraunen Augen bekümmert in die Kamera, zeichnet sich aber auch durch Mut und Beharrlichkeit aus. Jean-Pierre Darroussin als Monet ist ein herrlich ambivalenter Charakter, bei dem man nie so genau weiß, woran man ist, wenn er stoisch und unbeirrbar auf den Pfaden des Gesetzes wandelt...oder von diesen abweicht, wenn man es am wenigsten erwartet. Und auch die zahlreichen Nebendarsteller, angefangen bei Bäckerin Yvette über den Gemüsehändler bis hin zu Sänger Little Bob, der immer ein bisschen wie eine Frau aussieht, aber ein echter Rockstar ist. Wunderbare Rollen und Talente, die mit sehr wenigen Worten sehr viel sagen können ("Ich brauche Mimie, sie ist die Managerin meiner Seele") und so unaufgeregt wie nachhaltig überzeugend spielen.

"Le Havre" ist ein wunderschöner Film, und das bei all seiner Tristesse, Zweckmäßigkeit und den schwer in Worte zu fassenden Gefühlen. Die Geschichte berührt, weil sie Mut und Menschlichkeit über die Alltagssorgen nicht gerade glücklicher Menschen stellt und so selbstverständlich erzählt wird, dass wir wieder beginnen, ein wenig an das Gute im Menschen zu glauben. Alles scheint möglich, trotz all der Steine, die einem das Leben manchmal in den Weg legt. "Le Havre" ist zu 100% ein Kaurismäki-Film, keiner kann so schöne traurige Geschichten erzählen und einem trotzdem nicht das Gefühl der Hoffnungslosigkeit vermitteln wie Aki Kaurismäki. Allerdings ist es auch vorrangig ein Film für die Fans dieses Regisseurs. Wer beim Lesen der Inhaltsangabe und des weiteren Textes schon mehrfach unwillig den Kopf geschüttelt hat, sollte tunlichst die Finger von "Le Havre" lassen. All die, die bekräftigend genickt haben, Kaurismäki kennen und lieben oder mit wortkargen, einfachen, aus dem Leben gegriffenen und doch märchenhaften Geschichten etwas anfangen können, die erst nach und nach und im Kontext preisgeben, wie gut sie sind, der sollte "Le Havre" unter keinen Umständen verpassen. Für mich klare fünf von fünf kleinen Wundern, die immer wieder geschehen...ob im Kino oder im echten Leben.
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am 26. Dezember 2013
"Le Havre" ist der erste Film des finnischen Kultregisseurs und ich muss sagen, dass mir der Einstieg zwar ein wenig schwer gefallen ist, aber nach einiger Zeit Gefallen am Film gefunden habe.

(Achtung Spoiler)
In Le Havre wird ein Container mit illegalen Einwanderern aufgespürt. Ein Junge kann fliehen, bevor er von der Einwanderungsbehörde aufgegriffen wird. Der Junge kommt bei einem Mann unter, der kurz zuvor seine Frau wg. einer schier unheilbaren Krankheit ins Krankenhaus gebracht hat. Der Mann versteckt ihn und schafft es am Ende mit Hilfe einiger Nachbarn, den Jungen auf einem Kahn nach England zu verschiffen, damit er zu seiner Mutter kommt. Auch die Frau des Mannes wird geheilt - auf wunderbare Weise.

In einer anderen Kritik habe ich gelesen, dass genau das konstruiert wirkt. Ich habe länger darüber nachgedacht, muss aber sagen, dass ich den Einwand durchaus verstehe, aber es bei diesem Film in die Kategorie einordne möchte: Sag niemals niemals! Im Grunde waren beide Geschichten nicht realistisch - weder den Jungen zu retten, noch die Ehefrau des Jungen. Dass es manchmal trotzdem klappt, ist eine schöne Vorstellung.
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am 10. Juli 2012
Ein Container, der für England bestimmt war, landet im französischen Hafen von Le Havre. Das Misstrauen der Zollbeamten ist berechtigt. Nach dem Öffnen finden sie eine Gruppe farbiger Menschen. Einem Jungen aus der Gruppe gelingt die Flucht. Der Junge läuft dem Schuhputzer Marcel Marx über den Weg und dieser fühlt sich verpflichtet zu helfen. Marcel lebt mit seiner kranken Frau Arletty in bescheidenen Verhältnissen. Beide snd aber glücklich, dass sie einander haben.

Marcel findet heraus, das die Mutter des Jungen in London lebt und spinnt seine Fäden. Immer dicht auf den Fersen des Jungen ist der Kommissar Monet, der zu seinem Vorgesetzten ein ambivalentes Spiel betreibt.

Die märchenhafte Geschichte wirkt wie aus einer anderen Zeit. Es gibt eine angenehme Abwesenheit von moderner Technik. Langsam entwickeln sich die Charakteren der Protagonisten. Überraschende Wendungen erhöhen manche Hürde oder wirken helfend wie ein deux ex machina. Die Szenarien gehen sparsam mit Farbe um. Das Traurige sind eigentlich nicht die Menschen, sondern die Szenenbilder. Aber gerade dieser optische Eindruck generiert eine ganz besondere Atmosphäre. Regie und Schauspieler haben eine kleine Filmperle erschaffen.
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am 14. Februar 2015
Dieser Film ist eine Ode an die Kraft der Gemeinschaft und der Mitmenschlichkeit. - ohne Kitsch, ohne großes Tamtam.... leise Dialoge, ganz viel Wärme.... es ist ein sehr empfehlenswerter Film, der einen berührt und einen den Abend mit einem guten Gefühl enden läßt.
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am 18. April 2012
...dieser Gedanke überkam mich, als ich mitten in Aki Kaurismäkis -Le Havre- steckte. Nicht nur die Farben und die Kameraarbeit erinnern an die Optik von Filmen aus der Anfangszeit der Farbfilmproduktionen, auch Kaurismäkis Drehbuch, der Schnitt und die Darstellungsmethoden seiner Schauspieler passen genau in das "filmische Handwerk" dieser Zeit. Das Kaurismäki den Film an ein aktuelles europäischen Flüchtlingsproblem ahnlehnt, jedoch das Ambiente, die Kulisse, die Musik, die Bekleidung und auch die Fahrzeuge geradezu nostalgisch in Szene setzt, passt da bestens ins Bild. Der surreale Eindruck, den diese Produktion dabei verströmt, lässt einen nur schwer an einen Film mit Realitätsbezug denken. Vielmehr wird der Eindruck eines Märchens geschaffen, das exemplarisch für die Realität steht.

Marcel Marx(Andre Wilms) verdingt sich als Schuhputzer in Le Havre. Seine Frau Arletty(Kati Outinen) erkrankt schwer und muss ins Krankenhaus. Während Marcel sich um Arletty sorgt, muss er seinen kargen Alltag weiter bestreiten. Er lässt anschreiben und spart die wenigen Euro die er verdient. Bei der Bäckerin Yvette(Evelyne Didi), dem Verkäufer Jean Pierre(Francoise Monnie) und der Wirtin Claire(Elina Salo) steht Marcel schon mächtig in der Kreide. Als er jetzt den afrikanischen Flüchtlingsjungen Idrissa(Blondin Miguel) aufnimmt, der aus einem Flüchtlingscontainer geflohen ist, entsteht eine unerwartete Verbundenheit in Marcels Viertel. Der ehemalige Lebemann erfährt nicht nur von seinen Gläubigern, sondern auch von Kommisar Monet(Jean Pierre Daroussin) nie geahnte Unterstützung. Belohnt wird Marcel von Idrissas Dankbarkeit. Der Junge will zu seiner Familie nach London und Marcel versucht, Idrissa diesen Traum zu erfüllen...

Wer auf Filme im Nostalgielook steht, der dürfte Le Havre die volle Gesamtpunktzahl geben. Ich muss gestehen, dass ich nicht dazu gehöre. Kaurismäkis Film ist mir persönlich zu sehr auf die klassischen Elemente der Filme dieser Zeit gemünzt. Damit konnte ich nicht all zu viel anfangen. Hätte der kreative Finne diese Story mit anderen Mitteln umgesetzt, wäre für mich sehr viel mehr dabei herausgekommen. Die Schauspielleistungen sind hervorragend, allerdings auch immer unter dem Gesichtspunkt, dass Kaurismäki seinen Mimen in punkto Ausdruck und Darstellung bestimmte Beschränkungen auferlegt hat.
Der Film braucht eine halbe Stunde, bis er in Gang kommt. Von dem Moment an, wo sich Idrissa und Marcel kennenlernen, gewinnt die Geschichte. Ansonsten kommt -Le Havre- behutsam, bedächtig und sehr ruhig daher.

Aki Kaurismäkis Film hat etliche Preise eingeheimst und jede Menge Kritikerlob geerntet. Insofern gehe ich davon aus, dass er seine Freunde und Bewunderer finden wird. Ich kann mich persönlich da nicht anschließen. Mich hat Kaurismäkis Wahl der Umsetzung der Story nicht erreicht, obwohl ich den finnischen Regisseur ansonsten sehr schätze. Mir war -Le Havrre- schlichtweg zu altmodisch und langatmig. Sie können und dürfen das natürlich völlig anders sehen und sich für -Le Havre- begeistern. Schauen sie sich Kaurismäkis Film einfach an und entscheiden sie selbst...
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am 26. Dezember 2012
Aki Kaurismäki gelang ein traumhaft schönes Sozial-Märchen, das einfach rundum glücklich macht und die Herzen erwärmt.

"Le Havre" ist ein menschlicher und wunderbarer Film, in seiner Gesamtheit einfach unwiderstehlich, einfach ein Muss! In der französischen Hafenstadt lebt der Schuhputzer Marcel Marx, ein früherer Bohemien und Schriftsteller, er hat nicht viel Geld aber eine gütige und leider auch schwerkranke Frau und viele Freunde. Obgleich er bei Bäckerin, Gemüsehändler und Barwirtin tief in der Kreide steht, helfen sie ihm, als er einen afrikanischen Flüchtlingsjungen vor den Behörden versteckt und auf ein Schiff zu dessen Mutter nach England schummelt. Sogar der knurrige Polizeiinspektor drückt ein Auge zu und hält seine Häscher in Schach, während Jean Pierre Léaud den intriganten Nachbarn gibt...

Mit großer Zärtlichkeit und leiser Heiterkeit betrachtet der sonst so pessimistische Finne seine lieben Melancholiker, wie sie sich durchbeißen und zusammenhalten, lakonische Dialoge aufsagen und mit altmodischen Autos durch die Gegend kutschieren.

Kaurismäki lässt in einer kalten kapitalistischen Welt Solidarität blühen, verzaubert mit ungewohnter Leichtigkeit und poetischem Realismus, verbeugt sich vor dem Werk von Jean-Pierre Melville und dem französischen film noir. Souverän balanciert er zwischen Realismus der Außen- und Stilisierung der Innenszenen unterstützt von Timo Salmines sorgfältiger Kamera, die gedämpfte Rot- und Blautöne einfängt. Der Humor ist an Absurdität kaum zu übertreffen. Ohne Angst vor Sentimentalität zieht der wortkarge Regisseur das Herz-Ass und erobert die Herzen im Sturm.

Fazit:

Ein wundervoller Film, wie man ihn selten sieht. Unbedingt empfehlenswert!
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am 21. Oktober 2014
Relativ einfache Geschichte, die in kühlen Farben und sehr einfachen Dialogen gut erzählt wird. Hat Anklänge an Casablanca. Kaurismäki für Frankophile. Aktionfans kommen nicht auf ihre Kosten, Humor ist auch nicht drin, aber es ist ein familientauglicher Film über Liebe, Freundschaft und Verständigung. Familientauglich und sehenswert.
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Die Probleme von Flüchtlingen, die von Frankreich nach England kommen möchten sind im Moment ein sehr aktuelles Thema, wobei hier in erster LInie Calais genannt wird.

Der vorliegende Film spielt in Le Havre und lässt den schuhputzenden Clochard Max auf einen jungen Flüchtling treffen, der auch von der Polizei gesucht wird. Mit sehr beschränktenMitteln - und einer schwer kranken Frau im Hintergrund, sowie ein bisschen Nachbarschaftshilfe - versucht er den jungen irgendwie zu seinen Verwandten nach England zu schaffen.

Eine gute, wichtige und hoffnungsfroh stimmende Geschichte mit einigen kafkaesken Momenten. Letzteres ist nicht unbedingt negativ zu sehen, aber der Wunsch des finnischen Regissuers, diese kafkaesken Momente hervor zu heben - und einen möglichst künstlerischen Film zu machen (was durch eine beinahe peinliche Ausstattung und auf jeden Fall in Teilen peinliche Darstellungsmomente, wie ich sie seit Ende der 70er im arthouse-Bereich selten erleiden musste, zu erreichen versucht wird), macht den Film stellenweise nahezu schmerzhaft aus ästhetischer Sicht.

Was bei der Geschichte sehr schade ist, denn diese ist wirklich sehr anrührend und auch versöhnlich. Hier wünsche ich mir geradezu eine baldige - eher mainstreamige - Neuverfilmung. Denn hier ist das "Künstlerische" doch zu gewollt für meinen Geschmack.
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am 26. November 2015
der Spielfilm von Aki Kaukasmäki ist schon etwas älter; passt aber hervorragend in die heutige Zeit mit den vielen Flüctlingen. Gerade, weil auch Calais und der Dschungel immer noch im Gespräch sind Ein spannender sehr emotionaler Film . Lohnt sich!
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Marcel ist nicht mehr der jüngste. Mehr schlecht als recht verdient er als Schuhputzer seinen Lebensunterhalt, so dass er mit seiner Frau sehr bescheiden existieren und sie ein paar Euros in einer Blechdose auf die Seite legen kann. Doch wie lange noch? Denn seine Frau ist unheilbar erkrankt und muss ins Hospital. Marcel nimmt einen flüchtigen afrikanischen Jungen bei sich auf, der nach London zu seiner Mutter möchte. Doch um die Schlepper bezahlen zu können, benötigt er viel Geld, mehr als sich in der Dose über die Jahre angesammelt hat. So wird die Idee geboren, einen alternden Rockstar für ein Benefiz-Konzert zu reaktivieren. Doch das ist an eine Bedingung geknüpft, die Marcel erst noch arrangieren muss. Derweilen sitzt ihm ein unsympathischer Kommissar im Nacken, bei dem im Zweifel ist, ob er nun Freund oder Feind ist.....

Vom Filmstil her erkennt man rasch einen typischen Aki Kaurismäki. Seine Filme sind von der Machart her nicht mit den Standards des aktuellen Kinos zu vergleichen. Das vorliegende Werk, das in der namensgebenden französischen Stadt am Meer spielt, erinnert mich auch vom Handlungsverlauf her an Krimis der 60iger Jahre. Vor allem das Auftreten des Kommissars erscheint mir wie ein diesbezüglicher Zeitsprung. Kaurismäki legt viel Wert auf diese alte Filmkunst. Das dürfte manchen zu Begeisterungsstürmen hinreißen, andere doch mehr als irritieren.
Bin übrigens kein Fan von "Leningrad Cowboys".

Hinzu kommt, dass die ganze Geschichte doch sehr an den Film "Welcome" aus dem Jahr 2010 mit Vincent Lindon erinnert. Im Gegensatz zu diesem gelang es aber "Le Havre" nicht, mich emotional zu berühren.

Fazit: Eher ein cineastisches Kunstprodukt und als solches jedoch herausragend aus der Filmlandschaft.
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