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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
368
4,2 von 5 Sternen
Größe: Spyder4|Stil: Express|Ändern
Preis:102,41 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
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Wer sich ernsthaft und qualitätsbewusst mit dem Thema Fotografie und Bildbearbeitung befasst, kommt um die Kalibrierung seines Bildschirms nicht herum. Ignoriert man das Thema Farbmanagement, arbeitet man praktisch im Blindflug und muss sich über Enttäuschungen durch Farbabweichungen im Druck oder bei Fotoabzügen nicht wundern. Als begeisterter Colormanagement-Anwender freue ich mich, die beiden Profilösungen der Marktführer X-Rite und Datacolor gegeneinander testen zu können. Grundsätzlich bieten beide Hersteller verschiedene Lösungen in unterschiedlichen Preisklassen zur Bildschirmkalibrierung an. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der Leistungsfähigkeit der Hard- und Software. Hier treten die jeweils brandneuen Topmodelle beider Hersteller gegeneinander ins Rennen.

► Lieferumfang und Verpackung:
Beide Lösungen kommen in zweiteiligen, transparenten Kunststoffverpackungen, die sich problemlos handhaben lassen (siehe auch hochgeladene Bilder). Das Ganze ist dann noch jeweils von einer Umverpackung aus Pappe umhüllt. Der Lieferumfang ist mehr oder weniger identisch. Neben dem Messgerät mit USB-Kabel und integriertem Gegengewicht befinden sich jeweils eine Schnellanleitung und eine Software-CD im Lieferumfang. Beim Spyder sind noch eine separate Stativhalterung und ein Saugnapf für Röhrenbildschirme enthalten. Diese beiden zusätzlichen Teile werden beim X-Rite-Gerät nicht benötigt.

► Hardware:
Herkömmliche Colorimeter (wie z.B. die Vorgängergeneration der beiden Hersteller) hatten organische Farbfilter eingebaut, die nicht alterungsbeständig waren. Deshalb konnten solche Messgeräte nur ca. 4 Jahre zuverlässig betrieben werden. Anwender, die von dieser Problematik nichts wissen und solche Geräte über diesen Zeitraum hinaus nutzen, kommen natürlich zu völlig verfälschten Ergebnissen bei der Kalibrierung. Das ist besonders schlecht, wenn die Anwender dies nicht bemerken. Im Falle des X-Rite brauchen sich die Anwender diesbezüglich keine Gedanken machen, das neue i1 Display Pro verfügt über eine langlebige anorganische Filtertechnologie der neuesten Generation. Datacolor hält sich mit Aussagen über seine Filtertechnologie leider zurück, weshalb Prognosen über die Alterungsbeständigkeit leider spekulativ sind. Beide Geräte kommen jedoch mit modernen Monitortechnologien, wie Wide-Gamut oder LED-Backlight problemlos zurecht, das ist ebenfalls ein großer Fortschritt zur alten Messgerätegeneration.
Rein formal unterscheiden sich die beiden Messgeräte stark voneinander. Der Spyder ganz klassisch in "Spinnenform", das X-Rite kompakter und etwas gedrungen. Seitens Gewicht ist das X-Rite etwas schwerer, was möglicherweise einem höheren Materialaufwand geschuldet ist. Während der Spyder ohne bewegliche Teile auskommt, verfügt das X-Rite über einen schwenkbaren Diffusor, der gleichzeitig als Staubschutz für den Farbsensor dient.
Die USB-Kabel haben exakt den gleichen Querschnitt, in der Länge bietet das X-Rite etwas mehr. Das ist nicht ganz unwichtig, denn oft muss man vom Rechner bis zum Bildschirm inkl. Schreibtischplatte einiges an Distanz überbrücken. In meinem Falle könnten beide Kabel länger sein, denn das X-Rite-Kabel reicht ebenso ganz knapp, während das Spyderkabel komplett zu kurz ist. Hier muss ich dann anfangen Computer und Monitor hin und her zu schieben.
Beide Geräte verfügen über integrierte Gegengewichte am Kabel, aber nur das X-Rite bietet eine Arretierungstaste um das Gewicht leichtgängig verstellen zu können. Das Gegengewicht des Spyder lässt sich nur mit roher Gewalt bewegen. Hier stellt sich die Frage, wie lange das Kabel das wohl mitmachen wird.

► Installation und Produktaktivierung:
In beiden Fällen gestaltet sich die Installation problemlos. Die Treiber für die Messgeräte werden automatisch mit der Profilierungssoftware ins Betriebssystem eingebunden. Bei der Produktaktivierung gibt es allerdings Unterschiede. Am einfachsten geht dies beim X-Rite. Nach Erstinstallation wird das Messgerät angeschlossen und wahlweise übers Internet oder offline eine Aktivierung durchgeführt. Diese Aktivierung kann man beliebig oft und von diversen Rechnern aus durchführen, ohne dass es irgendwelche Limitierungen gibt. Beim Spyder ist das alles etwas aufwendiger. Die Software verlangt die umständliche Eingabe einer Seriennummer (Aufkleber auf CD-Hülle). Im Anschluss erfolgt eine Internetaktivierung mit Zwangsregistrierung. Danach erhält man per Email einen Reaktivierungscode für eine eventuelle Neuinstallation auf dem gleichen System.

► Software:
Hinsichtlich Benutzerführung unterscheiden sich die beiden Lösungen deutlich. X-Rite bietet ein nüchternes, technisch orientiertes, modernes Userinterface, welches sich dynamisch an jede Bildschirmauflösung anpassen lässt. Alles ist sehr übersichtlich gestaltet, workfloworientiert und erinnert stark an die Apple-Bedienphilosophie. Die Software von Datacolor wirkt im Vergleich etwas angestaubt, die Fenstergröße ist starr und sehr klein. Dadurch gibt es nicht so viel Platz für die einzelnen Funktionen. Das ist vermutlich auch der Grund für die teilweise verschachtelte Benutzerführung mit diversen Untermenüs. Hier merkt man, dass es sich bei Spyder 4 nur um ein Facelift und beim i1 Display Pro um eine komplette Neuentwicklung handelt. Dennoch lässt sich auch die Datacolor-Software recht angenehm bedienen. Letztlich finde ich die Oberflächen beider Lösungen gelungen, jede hat für sich gesehen Vor- und Nachteile.

► Kalibrierung:
Ich habe beide Produkte mit meinem 27 Zoll Wide-Gamut-Monitor getestet. Zunächst kann man in beiden Programmen die Vorgaben für Gamma, Weißpunkt und Helligkeit frei definieren. Für den Test habe ich in beiden Fällen Gamma 2,2, Weißpunkt 6.500K und eine Helligkeit von 120 cd vorgegeben. X-Rite erlaubt darüber hinaus auch Vorgaben für das Kontrastverhältnis, und berücksichtigt auch das Reflexionsverhalten des Monitorpanels (vorteilhaft bei spiegelnden Displays).
Im nächsten Schritt bietet X-Rite Einstellmöglichkeiten für den ICC-Profil-Standard. Diese Möglichkeit bietet Datacolor auch, allerdings in den Tiefen diverser Untermenüs versteckt. Die Grundeinstellung hat Datacolor allerdings sinnvoller gewählt. Hier setzt man auf den älteren Profilstandard Version 2, während X-Rite den neuen Standard Version 4 favorisiert. Da der neue Standard aber von vielen Grafikprogrammen noch nicht unterstützt wird, kann es zu entsprechenden Kompatibilitätsproblemen führen. Deshalb empfiehlt es sich auch für Nutzer des X-Rite die Vorgabe auf Profilversion 2 zu ändern.
Beide Lösungen fragen dann noch die Einstellmöglichkeiten des Bildschirms ab. Während beim X-Rite Kontrast, Helligkeit und RGB sofort zur Verfügung standen, habe ich die manuelle Einstellung von RGB beim Spyder 4 Elite vermisst. Glücklicherweise kann man diese nachträglich ergänzen, aber auch das ist in den Tiefen eines anderen Untermenüs versteckt.
Im Gegensatz zu Datacolor bietet X-Rite die Möglichkeit, die Anzahl der zu messenden Monitorfarben selbst festzulegen. So kann man in der Standardeinstellung zwischen Minimum 119 bis Maximum 478 Farben wählen. Im erweiterten Modus ist es sogar möglich, komplette Pantone-Bibliotheken mit Tausenden von Farben auszuwählen. Letztlich gilt: Je mehr Farben gemessen werden, desto präzisier kann das Profile errechnet werden. Allerdings dauert das Ganze dann natürlich auch entsprechend länger. Datacolor hat einen Messfeldsatz von 64 Farben fest hinterlegt.
Im Anschluss erwarten beide Lösungen die Platzierung des Messgerätes in der Bildschirmmitte. Dann beginnt jeweils der Messprozess. Ich habe mich in beiden Fällen für eine manuelle Hardwarekalibrierung entschieden. Dies ist zwar aufwendiger für den Anwender, aber dadurch bleibt das Grafikkartensignal linear. Das ist insofern relevant, da in diesem Fall der maximale Monitorfarbraum erhalten wird, und Abrisse in feinen Farbverläufen vermieden werden.
Beim Messvorgang ist auffällig, dass das X-Rite Farben in wesentlich schnellerer Folge messen kann, als der Spyder. Darüber hinaus erfolgen Korrekturhinweise im i1 Profiler in Echtzeit. D.h. sobald man an den Reglern des Monitors Änderungen vornimmt, wird das Resultat mithilfe von entsprechenden Indikatoren ohne Verzögerung am Monitor dargestellt. Nicht so beim Spyder. Dort ist nach jeder Korrektur an den Monitorreglern eine manuelle Aktualisierung innerhalb der Kalibrierungssoftware erforderlich. Damit kann man zwar leben, aber es ist schon etwas lästig und umständlich.
Nach Abschluss der Messung reichen beide Lösungen das Profil ans Betriebssystem weiter und bieten die benutzerdefinierte Erinnerung an die nächste erforderliche Profilierung. Was mir an der Spyder-Software besser gefällt, ist der anschließende Farbraumvergleich mit Standards wie sRGB, AdobeRGB oder dem NTSC-Standard. Hinweise über die prozentuale Abdeckung, z.B. des Adobe-Farbraumes bietet X-Rite leider nicht.

► Visueller Eindruck nach der Profilierung:
Dafür nutze ich diverse Referenzbilder, u.a. von Cleverprinting und anderen Anbietern. Beide Lösungen erzielen für sich gesehen visuell stimmige Resultate. Spyder 4 Elite liefert die etwas kühleren, das i1 Display Pro die etwas wärmeren, natürlicheren Resultate. Rein subjektiv tendiere ich ergebnisseitig etwas zum X-Rite i1 Display Pro. Auch habe ich den Eindruck, dass bei wiederholter Messung die Ergebnisse des Spyder variieren, wohingegen die Resultate des X-Rite konstant ausfallen.

► Probleme und Sonstiges:
Zusätzlich verfügen beide Softwarelösungen über diverse Analysefunktionen und die Möglichkeit, verschiedene Qualitätstests des Monitors durchzuführen. So z.B. Farbgenauigkeit und Homogenität. Die für mich wichtigste Eigenschaft, die Farbgenauigkeit, habe ich mit beiden Lösungen überprüft. Während das Ergebnis beim i1 Display Pro einen mittleren DeltaE von 1,2 ausweist, liegt es beim Spyder 4 Elite bei immer noch akzeptablen 3,5. Allerdings unterschieden sich die Ergebnisse bei mehrmaliger Wiederholung der Kontrollmessungen. So lieferte die Spyder-Software in drei Durchläufen stark abweichende Ergebnisse (3,5 - 5,9 - 6,3). Die X-Rite-Software lieferte 1,2 - 1,3 - 1,2. Gleiches trifft auf den Weißpunkt und den Helligkeitswert zu. Auch hier traten beim Datacolor-Gerät nach mehrfacher Wiederholung der Messungen größere Differenzen auf. D.h. hinsichtlich Wiederholgenauigkeit scheint mir das i1 Display Pro wesentlich stabiler zu arbeiten.
Seitens Voreinstellungen gewinnt Spyder 4 Elite. Alles ist so vorkonfiguriert, dass mögliche Probleme in der Standardeinstellung gar nicht erst auftreten. Wer das X-Rite i1 Display Pro favorisiert, sollte die Voreinstellungen des Profilstandards auf Version 2 einstellen und auf die Funktion ADC (Automatische Monitorkontrolle) zugunsten des manuellen Kalibriermodus verzichten. Bei der Qualitätskontrolle ist der Toleranzwert für den maximalen DeltaE bei Datacolor auf einen sinnvollen Wert von 3,0 voreingestellt. Bei X-Rite steht die Voreinstellung bei unakzeptablen 15,0. Diese sollte auch hier auf 3,0 geändert werden.

► Fazit:
Beide Produkte zeigen deutliche Fortschritte gegenüber den Vorgängerlösungen. Beide Produkte machen durchaus Spaß und lassen den Kalibrierungsvorgang nicht in Stress ausarten. Seitens Farbtreue, Wiederholgenauigkeit und Funktionsumfang überzeugt das X-Rite i1 Display Pro aber mehr als das Datacolor Spyder 4 Elite. Dafür ist ersteres Produkt auch geringfügig teurer. Seitens Bediensicherheit gewinnt Datacolor das Rennen. Hinsichtlich Professionalität geht X-Rite in Führung. Bleibt noch zu erwähnen, dass man mit beiden Geräten auch Beamer kalibrieren kann. Da ich keinen Projektor besitze, kann ich leider keine Aussagen dazu machen.

Abschließend noch eine kleine Bitte: Hat Ihnen meine Rezension in irgendeiner Art und Weise weitergeholfen? Falls ja, würde ich mich über die Nutzung des Abstimmungs-Buttons freuen. Falls nein, hinterlassen Sie doch bitte einen kurzen Hinweis über die Kommentarfunktion. So habe ich die Chance, es zukünftig vielleicht besser zu machen. Falls Sie ergänzende Fragen zum Produkt haben, beantworte ich diese gerne, sofern ich kann.
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2424 Kommentare| 1.100 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. April 2016
Habe vor ca. 4 Monaten die Spyder5Pro gekauft und bereue es keine Sekunde. Hab mit der Pro-Version mehrere Geräte kalibriert und das Ergebnis war stets einwandfrei. Anbei das Unboxing:

Heute war es soweit, das neue Farbkalibrierungsgerät Spyder5Pro ist mit der Post gekommen. Nach langem überlegen ob es sich für den Preis lohnt die Monitore zu kalibrieren kaufte ich es schließlich doch. Leider gewöhnen sich die Augen an eine falsche Farbwiedergabe und dies merkt man häufig bei der Fotobearbeitung nicht mehr. Viele Hobbyfotografen versuchen ihre Monitore anhand von ausgedruckten Bildern zu kalibrieren. Eine solche Kalibrierung ist jedoch wieder Augenmaß, ein leichter Rot-/Grün- oder Blaustich ist somit kaum zu erkennen. Ich habe auch bei der Monitoreinstellung diverse Testbilder runtergeladen und nach diesen den Monitor eingestellt und mit bereits gedruckten Bildern verglichen. Das Ergebnis wie ich daneben lag erfahrt Ihr weiter unten.

Nun zurück zu dem Spyder5Pro. Die Lieferung des Spyder5Pro’s erfolgte in einem kleinen weißen Päckchen. Die Software ist dort nicht enthalten, diese bekommt ihr von einem Link, welcher sich in der Verpackung befindet. Der Softwaredownload geht recht zügig und ist mit ca 70MB nicht allzu groß. Auf dem von Datacolor angegebenen Link findet man auch einen Quick Start Guide sowie ein ausführliches Benutzerhandbuch sowie den Support und eine Wissensdatenbank. Nach dem Download der Software erfolgt die Installation und das anschließen des Spyder5Pro über USB. Bevor es losgeht empfiehlt Datacolor den Monitor 30 Minuten warmlaufen zu lassen, damit eine saubere Kalibrierung erfolgen kann. Ich machte vorher Fotos der bisherigen Einstellung, da Datacolor empfiehlt den Monitor auf Werkseinstellung zurückzusetzen. Wenn der Monitor warm ist sowie der Reset durchgeführt wurde kann es eigentlich schon losgehen. Als erstes muss gewählt werden um welchen Anzeigetyp es sich handelt. Es besteht bei der Pro Version die Auswahl zwischen Desktop und Laptop, in meinem Fall ist es der Desktop. Danach wird die Marke und das Modell des Monitors abgefgragt sowie die Bedienelemente des Monitors (Helligkeit, Kelvin-Voreinstellung, RGB-Schieberegler).

Jetzt kann es schon mit der Kalibrierung losgehen. Ab der Pro Version wird das Umgebungslicht mit einbezogen um, eine noch exaktere Farbwiedergabe treffen zu können, auch ist es möglich die Farbtemperatur zu wählen (5000k, 5800k, 6500k). Ich habe mich für die 6500k entschieden, da ich vorwiegend meine Fotos für das Internet optimiere. Werden Fotos hauptsächlich gedruckt, empfiehlt es sich i.d.R. 5000k – 5800k zu nutzen. Bei den Gamma-Werten, welche ebenfalls von 1,8-2,4 ausgewählt werden können, nutze ich 2,2. Anschließend erfolgt eine Messung des Umgebungslichtes durch den Spyder5-Sensor auf der Rückseite des Geräts.

Wenn dies erledigt ist wird man aufgefordert den Schutzdeckel, welcher auch zeitgleich das Gegengewicht ist, abzunehmen und an der dafür vorgesehenen Stelle am Monitor zu platzieren. Jetzt erfolgt die eigentliche Monitorkalibrierung. Nach wenigen Sekunden erfolgt eine Aufforderung die Helligkeit des Monitors anzupassen. In der Regel sind die meisten Monitore zu hell eingestellt, der optimale Wert liegt bei 120cd/m². Mein LG-Monitor lag hier mit knapp 200cd/m² weit darüber und wird somit nun auf 17% Helligkeit betrieben um den optimalen Wert zu erreichen. Wenn dies erledigt wurde erfolgt die Messung und Profilierung des Monitors. Das Programm rechnet praktisch die „falsche“-Farbwiedergabe entgegen und schreibt dies in ein Farbprofil, welches dann der Monitor zur Anzeige in Windows etc. verwendet.

Sobald die Profilierung abgeschlossen ist, kann im Programm ein Vorher/Nachher-Vergleich durchgeführt werden. Der „AHA!-Effekt“ ist natürlich groß, da ja der Vergleich mit Werkseinstellung und kalibrierten Einstellungen erfolgt. Deshalb habe ich vorerst einen Reset der Monitore nicht durchgeführt, um zu sehen, wie weit ich daneben lag. Auf dem Testbild ist ersichtlich, dass der LG einen leichten Rotstich und der Samsung einen Blaustich besaß. Deutlicher ist es bei dem weiteren Testbild an den Hauttönen ersichtlich, dass der LG einen Rotstsich aufzeigte.

Ich lag also durch eine Kalibrierung anhand von gedruckten Fotos und Referenzbildern bei beiden Monitoren leicht daneben. Eine vernünftige Einstellung des Monitors ohne ein spezielles Gerät ist somit nur sehr schwer möglich. Es bleibt also jedem selbst überlassen, ob er einen Monitor kalibrieren möchte oder nicht. Natürlich sind die meisten Monitore auf denen Bilder im Internet angesehen werden nicht kalibriert.

Jedoch wird sich dies im Druck dann schon bemerkbar machen, sofern es sich um einen unkalibrierten Monitor handelt. Meine Empfehlung wäre ihn zu kalibrieren um eine getreue Farbwiedergabe zu erzielen, sofern man eine Bildbearbeitung vornehmen möchte.

Nach dem Vergleichsbild ist es auch möglich die neuen Monitor-Werte anzeigen zu lassen. Mein LG-Monitor deckt 100% des sRGB-Farbraum und 78% des AdobeRGB-Farbraum ab. Die 78% AdobeRGB sind für mich eher zweitrangig, da ich in diesem Farbraum nicht unterwegs bin. Dieser ist vor allem für Grafiker sowie Profi-Fotografen gedacht, die auch die Geräte für den entsprechenden Druck in AdobeRGB besitzen. Was jedoch einen Unterschied ausmacht ist die Darstellung des sRGB-Farbraum. Auch wenn es sich nicht nach viel anhört ist der Unterschied von 99% sRGB zu 100% sRGB doch bemerkbar und fällt in der Bildbetrachtung und -bearbeitung auf.

Generell sollte eine Re-Kalibrierung alle 2-4 Wochen vorgenommen werden, da sich im Laufe der Zeit die Farben des Monitors leicht verändern. Ab der Pro-Version ist eine schnelle Re-Kalibrierung möglich, in der Express-Version muss der komplette Kalibrierungsprozess erneut durchlaufen werden.

Viel spaß beim kalibrieren.
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Hallo Fotofreunde!

Lange ging ich mit der Überlegung schwanger, mir ein Monitorkalibrierungsgerät anzuschaffen. Hintergrund waren meist Enttäuschungen beim professionellen Ausbelichten meiner Fotos, die manchmal rotstichig, manchmal zu kontrastarm waren oder in der Gamma-Kurve nicht stimmten.

Natürlich werden Kritiker (und Perfektionisten) anführen, daß eine Monitorkalibrierung nur bei hochwertigen Monitoren Sinn ergibt, da kann man bei einer sog. "Hardwarekalibration" nicht irgendwelche Tabellen im Grafikkartentreiber oder dem Betriebssystem umkrempeln (im Fachjargon oft als LUT - LookUpTable bezeichnet), sondern die Daten direkt und mit hoher Auflösung ins Display schreiben. Letztlich ist dieser Ansatzpunkt auch absolut nachvollziehbar, denn in der Grafikkarte wird im Modus mit 16 Millionen Farben - was zunächst spektakulär klingt - jeder Kanal nur mit 256 Nouancen abgebildet. 256(Rot)*256(Grün)*256(Blau)=16777216. Das bedeutet aber auch, daß eine total verbogene Antwortkurve für "Blau" (was bei ältlichen Monitoren durchaus vorkommen kann) nur unter Verlust von Farbabstufungen ("Posterisierung", diskrete Ränder werden sichtbar) geradegerückt werden kann. Falls überhaupt.

Soviel zu den prinzipiellen Limits im Farbmanagement und letztlich allen Colorimetern gemeinsam.

Die eiligen Leser können sich - ohne weitere Beschäftigung mit der Materie - nun entweder das Flagschiff, den Spyder4Elite, einen Spyder4Pro, den günstigen Spyder4Express oder wegen mir sogar einen (gebrauchten) Spyder3Elite (PC/Mac) (das letzte Modell, das noch mit Windows 2000 *UND* den Nachfolgesystemen funktioniert) anschaffen und der Abarbeitung folgender Liste widmen, falls sie keine Lust auf die registrierungswütige Datacolor-Software haben und eine sehr einfach zu bedienende und zuverlässige OpenSource-Alternative vorziehen:

1. Argyll CMS und dispcalGUI herunterladen, in ein Wunschverzeichnis entpacken.

2. Installationsschritte der dispcalGUI-Webseite befolgen.

3. Beim Spyder 4 muß man zumindest das Installationsmedium von Datacolor heruntreladen/bereithalten oder (vorübergehend) die Software installieren aber nicht(!) registrieren, damit ArgyllCMS/dispcalGUI die Korrekturdaten extrahieren kann (Menüoption "Tools/Import colorimeter corrections from other display profiling software...").

4. Danach läßt man den Monitor auf den Grundeinstellungen eine Weile laufen (30-60 Minuten) und nimmt mit einem Graukeil (z. B. von der Website Photo Friday: "Monitor Calibration Tool") eine Grundanpassung von Helligkeit und Kontrast vor, sodaß alle Grauabstufungen differenzierbar sind.

5. Monitoren, die nicht vie DVI sondern VGA angeschlossen sind, muß man evtl. noch mit den RGB-Schiebereglern einen Farbstich abgewöhnen und den Gamma-Wert anpassen, dann hat es die Kalibrierungssoftware leichter.

6. Nach dem Start von dispcalGUI wählt man eine Farbtemperatur von 6500K, Gammawert von 2.2 und hakt ggfs. die Umgebungsbeleuchtungskorrektur ("Ambient light level adjustment") an. "Black point correction" darf auf "Auto" stehen, für die Kalibrierungsgeschwindigkeit reicht bei den Spyder-Produkten oft "Very High", als "Profile Quality" kann man "Low" verwenden, wenn man keine extrem hohen Ansprüche stellt.

7. Nach dem Klick auf "Calibrate&Profile" startet der Vorgang, die Anweisungen sind selbsterklärend und im ersten Schritt interaktiv.

8. Bei den obigen Einstellungen muß man sich ca. 30 Minuten gedulden, präzisere Kalibrierungen können auch gerne weit mehr als 60 Minuten dauern.

9. dispcalGUI unter Windows 7 legt die Einstellungen unter %APPDATA%\dispcalGUI\storage ab und kann die Datei auf Wunsch auch gleich mit Windows-Bordmitteln beim Start des Systems laden ("Control Panel/Color Management"), für XP/Vista gibt es ein Tool für den Autostart-Ordner.

10. Fertig. Spyder abstecken, Spaß mit farbtreuen Fotos haben.

Nun zu zum Service von Datacolor und der Spyder-Modellpalette. Achtung: Diese Rezension bezieht sich auf Spyder3Elite (PC/Mac), die Unterschiede zum Spyder 4 besteht darin, daß Letzterer eine Onboard-Kalibrierung mit dabei hat. Wer den obigen Open-Source-Ansatz zu Kalibrierung verfolgt, der wird zwischen dem Spyder4Elite, dem Spyder4Pro und dem günstigsten Spyder4Express nur marginale Unterschiede vorfinden. Schwerpunkt ist hier die Herstellersoftware, die beim "Express" z. T. schmerzhafte Einschränkungen hat.

Raymond, mein freundlicher Ansprechpartner von Datacolor meldet sich auf meine Anfrage "Welches Produkt soll ich kaufen, wenn ich neben einem WinXP und neueren Betriebssystemen auch noch Windows 2000 kalibrieren will?" sehr schnell mit dem kurzen und bündigen Rat: "[...] The best solution we have is for you to purchase a Spyder3Elite. We have legacy software for this that will run on Windows 2K and later software for Windows 8. [...]". Na bitte. So stelle ich mir Kundendienst vor - Menschen die aufmerksam lesen und auch etwas anderes als Textbausteine schreiben können. Pluspunkt für das Produkt.

I. d. T. gab es auf der Homepage eine Win2K-Version (die auch unter WinXP läuft) herunterzuladen, schnelle Suche führte auf datacolor.com > Support > Spyder Products > Downloads > Archive > Spyder3Elite 3.0.4 Windows. Diese Version muß - das dürfte Menschen, die nicht wollen, daß Software nach Hause telefoniert - im Gegensatz zu den Nachfolgern NICHT online aktiviert/registriert werden. Eine Eingabe des Produktcodes (z. B. von der Verpackung/des Beilegers) ist jedoch nach wie vor erforderlich.

Mit dieser Software war es mir - nach einigen Iterationen und etwas Gehirnschmalz - relativ problemfrei möglich, mehrere Monitore auf unterschiedlichen Rechnern zu einer annähernd gleichen Charakteristik zu bewegen. Mein Erfolgsgeheimnis dabei war, daß ich (entgegen dem Rat der Kalibrationssoftware) nicht alle Regler auf ihre Mittelposition stellte, sondern versuchte, dem Programm schon eine möglichst gute Ausgangssituation anzubieten.

Im ersten Durchgang war noch alles auf Null, danach kann man sich das Ergebnis (Soll-Ist-Korrektur) anzeigen lassen und, falls man z. B. feststellt, daß der Rotkanal sehr stark nach unten korrigiert wurde, den Rotregler am Monitor etwas reduzieren. Der Hintergedanke dabei ist, daß im Monitor die Signale möglicherweise höher aufgelöst sind und deswegen der Spyder weniger extreme Sprünge in der LUT der Grafikkarte einträgt. Natürlich sollte man sich diese Einstellungen notieren, denn nur für diese gilt das Kalibrierungsprofil. Sobald man die Farbtemperatur z. B. von 9300K auf 7500K oder 6500K stellt, wird das Bild logischerweise wärmer (=rotstichiger).

Da eine .icm-Datei erstellt wird, kann man sie idealerweise gleich entsprechend benennen, in meinem Fall also Hyundai_L90D_R50G50B50H100K50.icm. R=Rot, G=Grün, B=Blau (für analoge Anschlüsse), H=Helligkeit, K=Kontrast.

Es werden übrigens Monitore mit RGB-Schiebern unterstützt, solche, die nur Helligkeits-/Kontrasteinstellungen haben, jene, an denem man die Helligkeit der LCD-Hintergrundbeleuchtung einstellen kann und freilich diejenigen, die die direkte Auswahl einer Farbtemperatur erlauben sowie Kombinationen davon. Die Menüführung ist manchmal etwas kryptisch, so muß man für die RGB-Option erst in ein spezielles Untermenü und auch eine komplette Neukalibrierung (bei der alle RGB-Nouancen durchgespielt werden) ist erst mit etwas Fummelei möglich, aber das sollte denjenigen nicht schrecken, der sich ernsthaft mit der Farbwiedergabe seines Bildschirms auseinandersetzt.

Im Endresultat mußte sich die Software bei meinem Hyundai gar nicht so extrem stark anstrengen, die Vorher-Nachher-Unterschiede (die die Software anhand einiger Beispielbilder auch anzeigt) subtil aber nicht gravierend. Bei einem älteren, lange gelaufenen Samsung sah es da schon anders aus, der hatte eklatante Probleme bei der Anzeige von intensiven Blautönen. Ob da nun die LCD-Filter ausgeblichen sind oder der Leuchtstoff der eingebauten Kompaktleuchtstofflampe gealtert ist, kann ich nicht beurteilen.

Übrigens kann man sich bei den sogenannten "LED-Monitoren" (da sind gegenwärtig kaum Millionen von winzigen RGB-LEDs verbaut, der Name deutet eher darauf hin, daß an den Kanten oder in einzelnen Clustern am Hintergrund ein paar weiße LEDs sitzen) durchaus schwerer tun, denn "weiß" ist nicht gleich "weiß" - die Farbe von LEDs streut oft nicht unerheblich, was örtliche Schwankungen in der Farbwiedergabe erzeugt.

In diesem Zusammenhang ist es auch sinnvoll, den Monitor gelegentlich zu prüfen, dabei kann man den Spyer etwas hin- und herverschieben um auch andere Bereiche des Bildschirms zu erfassen. Leider erlaubt die Software nicht, das Testfenster (in dem die Farben- und Helligkeitsstufen angezeigt und vom Colorimeter erfaßt werden) nach Belieben zu positionieren, man bleibt also mehr oder weniger auf den zentralen Bereich beschränkt.

Zumindest in der Version 3.0.4 von Spyder3Elite (Nachfolger habe ich noch nicht getestet, vermutlich aber zumindest bei Windows XP und Vista unumgänglich) wird ein kleines Programm in der Autostartfunktion installiert, die farbrichtige Konfiguratin erfolgt also erst, wenn sich der Benutzer eingeloggt hat. Das ist nicht weiter schlimm, kann aber Anfangs zu Irritationen führen. Natürlich sollten, das geht aus der Anleitung glücklicherweise deutlich hervor, andere Farmanagementtools (Adobe Gamma, Windows-Bordmittel, PaintshopPro Gamma, etc.) abgeschaltet werden und auch bleiben. Nur so gibt es keine Konflikte.

Als eingefleischter Nerd versuchte ich ebenfalls, Spyder Elite zu deinstallieren und einfach die erzeugte .icm-Datei im Windows-Farbmanagement zu importieren und so ebenfalls zu einem kalibrierten Monitor zu kommen, leider erfolglos. Der Hintergedanke war dabei, daß man dann auch andere Monitore an Rechnern von Bekannten kalibrieren könnte, ohne sie mit einer Softwareinstallation zu belästigen. Wie ich nun weiß, funktioniert der Ansatz _prinzipiell_, jedoch erst ab Windows 7 und besser. Schade.

Den von meinen Vorrednern angebrachten Kritikpunkt, daß der Spyder nur direkt am USB-Port ohne Verlängerungskabel funktioniere, kann ich so nicht bestätigen. Zumindest mit zwei zusätzlichen Metern eines Produkts von Delock mit USB-A-Stecker auf USB-A-Buchse funktionierter das Gerät einwandfrei. Falls man die kontinuierliche Umgebungslichtüberwachung nicht wünscht, kann der Spyder im Alltagsbetrieb auch abgesteckt und eingepackt bleiben, die Software stört das nicht.

Im Großen und ganzen erfüllten die Software als auch die Hardware meine dahingehenden Erwartungen. Mit einem Zeitaufwand von 1-2 Stunden und etwas Interesse an der Materie sollte es dem normalen Benutzer definitiv möglich sein, seinen Monitor zu einer halbwegs genormten Farbwiedergabe zu überreden. Der Spyder macht einen wertigen Eindruck, verkratzt dank Filzfüßchen auch die empfindliche Oberfläche von Hochglanzdisplays nicht und kann bei Bedarf auch mit einem Gummisauger für Röhrenmonitore ausgestattet werden. Am Anschlußkabel gibt es noch ein Ausgleichsgewicht, so rutscht das Colorimeter nicht am Bildschirm herunter und die Rolle Tape kann im Werkzeugkasten bleiben.

Wer die Farbtreue seines Projektors verbessern will, kann das ebenfalls tun. Natürlich funktioniert das nur mit einem am Beamer angeschlossenen Rechner (dessen LUT dann konfiguriert wird), da der Spyder keine Empfehlungen gibt, wie man ggfs. die Regler am Projektor einstellen muß, insbesondere nicht in Echtzeit. Mit etwas Spieltrieb läßt sich aber auch hier ein Workaround finden, denn anhand der Vorher-Nachher-Korrektur-Kurven sieht man schnell, wo es krankt und kann nachregeln. Natürlich kostet jede Iteration Zeit, weswegen das Verfahren nur eingefleischten Cineasten zu empfehlen ist. Rechner/Mediaboxen, die mit HDMI/DVI zwecks Wiedergabe von Videodateien an den Projektor angeschlossen sind, funktionieren freilich prima, insofern die Datacolor-Software darauf läuft.

Das Traumpaar dispcalGUI/Argyll CMS kann sogar Projektoren, Notebooks, intelligente Fernseher, etc. "tethered" und "remote" kalibrieren, indem es per PC eine (dynamische) Webseite generiert, die das zu kalibrierende Gerät dann anzeigen muß. Der Spyder hängt elektronisch am PC, analysiert jedoch das Bild vom Endgerät. Clever, oder? Wer sich mit der Spyder-Software partout nicht anfreunden kann, wird sich über diese Alternative freuen. Dieses ehrgeizige und gut gepflegte Open-Source-Projekt existiert in Binaries für Win2K/Vista/Win7 32bit, Vista/Win7/8, etlichen Linux Ubuntu/Kubuntu/Madriva/OpenSuSE- und Whitebox-Geschmacksrichtungen und kann auch für Apple-Plattformen compiliert werden. Argyll CMS funktioniert mit den Spyders 2, 3 und 4 (Installationsmedium des Herstellers erforderlich), sowie zahlreichen Produkten von X-Rite. Statt der Kommandozeilenversion kann auch dispcalGUI verwendet werden, kurze Suchmaschinenabfrage liefert alle relevanten Infos.

Fazit: Vier Sterne für ein sehr brauchbares Produkt, das das Gewissen beruhigt und Enttäuschungen bei der Ausbelichtung weitestgehend vermeidet. Ein Sternchen ziehe ich für die teilweise etwas komplizierte und nicht immer selbsterklärende Software sowie die Zwangsregistrierung neuerer Versionen ab. Echte Profis dürfen natürlich auch weiterhin die Nase rümpfen, denn ohne ein hardwarekalibrierbares Display im Bereich von ein bis mehreren tausend Euro mit dediziertem, abgedunkeltem Betrachtungsplatz ist auch weiterhin keine 100%ig farbverbindliche Begutachtung für heikle Kunden möglich.

Viele Grüße!
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am 29. Mai 2016
Als Hobbyfotograf und Dual-Monitor-User verwende ich schon viele Jahre Datacolor-Produkte (Spyder 2, 3 und 4).
Nach etwas Bedenkzeit habe ich bei einem Lighning-Deal den Spyder 5 Elite als Nachfolger für meinen Spyder 4 Elite "geschossen". Als auffälligste Neuerung ist definitiv das Gehäusedesign zu nennen. Ob mir das nun besser gefällt als das alte, kann ich noch gar nicht beantworten - ist aber im Prinzip auch irrelevant. Wichtiger ist da eher die Tatsache, dass jetzt das Gegengewicht verstellbar ist. So kann man nun den Sensor einfacher an unterschiedlich große Monitore anpassen. Die Software (Spyder Utility) ist im Prinzip ein Aufguss der Vorgängers mit minimalen Verbesserungen.
Die Geschwindigkeit der Kalibrierung hat sich - zumindest gefühlt - nicht verändert. Das Ergebnis ist jedoch deutlich besser. Ich habe zwei ziemlich unterschiedliche Monitore: Asus VN279QLB und Eizo Foris FS2331. Einer mit CCFL- und einer mit LED-Backlight. Hier hatte der Spyder 4 immer Probleme, beide Monitore gleich abzustimmen. Speziell bei dunkelgrauem Hintergrund waren noch deutliche Unterschiede zwischen den beiden Monitoren zu erkennen. Der Spyder 5 Elite hatte hier gleich auf Anhieb wesentlich mehr Erfolg. Zum ersten Mal hatte auch die Kalibrierung (laut Software) eine 100%ige Abdeckung des sRGB-Farbraumes für beide(!) Monitore als Ergebnis.
Wer bisher noch keinen Spyder hatte, sollte wirklich über eine Anschaffung nachdenken und für Fotografen ist ein kalibrierter Monitor sowieso fast Pflicht.
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am 12. April 2016
Wenn ich überlege, wie lange ich gezögert habe, das Teil zu bestellen.. Weil ich immer dachte, so groß könnte der Unterschied nicht sein. Und wenn ich jetzt zwischen kalibriert und unkalibriert hin und her schalte frage ich mich, wie ich so lange ohne den Spyder auskommen konnte. Es ist für mich ein Unterschied wie Tag und Nacht. Mein Monitor ist ein Benq GL2450, der grundsätzlich schon mal nicht schlecht ist, aber wenn ich die Farben unkalibriert mit den fotografierten Produkten vergleiche, stimmen sie einfach nicht. Kalibriert kann ich bei Tageslicht keinen Unterschied mehr erkennen. Das ist einfach genial.

Der Kalibrierungsvorgang ist wirklich kinderleicht, damit das Colorimeter aber wirklich plan auf dem Monitor anliegt, muss dieser maximal schräg gestellt werden.

Abschließend kann ich nur sagen, dass der Spyder meine volle Empfehlung bekommt, weil ich nun nicht mehr das Gefühl habe, im Trüben zu fischen, wenn ich mit Lightroom und Photoshop arbeite. Ich wüsste nicht, wofür ich auch nur einen halben Stern abziehen sollte.
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am 10. Dezember 2014
Mit der mitgelieferten Software war eine Kalibrierung nicht möglich, da sie immer an einem bestimmten Punkt abgestürzt ist. Ein Kontakt mit dem Support konnte das Problem nicht lösen, mir wurde gesagt, dass mein Monitor nicht geeignet sei. Mein Monitor lässt also Software abstürzen? Ich solle dazu Grafikkartentreiber updaten und allerlei Einstellungen an der Grafikkarte vornehmen.

Nichts davon ist mit der freien Software argyll-cms und dispcalgui nötig!
Ich konnte das Gerät dann damit testen, da dauert die Kalibrierung des angeblich nicht geeigneten Monitors allerdings 3 Stunden (ist normal) und der Treiber für das Gerät muss ersetzt werden, damit ist allerdings keine Helligkeitsmessung mehr möglich. Mein Monitor war werkseitig allerdings derart gut kalibriert, dass kaum Änderungen vorgenommen wurde.

Fazit: Die Hardware wäre gut, die Software allerdings nicht brauchbar. Da ich im diesen Preis auch Support möchte und mein Monitor laut Support das Problem darstellt habe ich das Gerät zurückgesandt.
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am 1. April 2012
... der seine Fotos am Bildschirm bearbeitet!
Es ist erstaunlich, wie falsch mein LG Flatron IPS 235 vorher die Farben dargestellt hat, obwohl laut Hersteller der Monitor für die Bildbearbeitung perfekt kalibriert sei!
Beim ersten und zweiten Versuch hatte ich einen erheblichen Rotstich in den Farben. Daraufhin habe ich dank des Tipps eines Bekannten die Umgebungslicht-Messung abgeschaltet und siehe da, danach war ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Sowohl am PC wie auch am Laptop (habe ich hinterher auch noch kalibriert) habe ich nun indentische Farben.
Die Umgebungslichtmessung ist meiner Meinung wirklich nur für diejenigen sinnvoll, die permanent unter den gleichen Lichbedingungen bzw unter genormten Licht arbeiten, was bei mir nicht der Fall ist.

Negativ:
Die Verpackung finde ich für die anschließende Lagerung bis zur nächsten Kalibrierung nicht wirklich sinnvoll. Dies ist für mich jedoch kein Grund, einen Stern abzuziehen :)

Ich kann hier nur eine Kaufempfehlung ausprechen. Bin absolut zufrieden damit
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am 17. September 2015
Ich habe mit diesen Kalibrator auf Empfehlung eines Profi-Fotografen gekauft. Tatsächlich gab es an meinem Monitor einiges zu ändern. Seitdem sehen die Farben auf dem Monitor etwas anders aus und stimmen mit den Farben der im Labor ausbelichteten Bilder überein.
Installation und Durchführung der Kalibrierung waren sehr einfach. Das Programm meldet sich in einem von mir vorgewählten Zeitraum für eine Neu-Kalibrierung. Die soll deshalb nötig sein, weil Monitore mit der Zeit (und mit der Alterung) die Farben leicht verändern. Ich hab mal 6 Monate ausgewählt.
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Hallo Fotofreunde!

Lange ging ich mit der Überlegung schwanger, mir ein Monitorkalibrierungsgerät anzuschaffen. Hintergrund waren meist Enttäuschungen beim professionellen Ausbelichten meiner Fotos, die manchmal rotstichig, manchmal zu kontrastarm waren oder in der Gamma-Kurve nicht stimmten.

Natürlich werden Kritiker (und Perfektionisten) anführen, daß eine Monitorkalibrierung nur bei hochwertigen Monitoren Sinn ergibt, da kann man bei einer sog. "Hardwarekalibration" nicht irgendwelche Tabellen im Grafikkartentreiber oder dem Betriebssystem umkrempeln (im Fachjargon oft als LUT - LookUpTable bezeichnet), sondern die Daten direkt und mit hoher Auflösung ins Display schreiben. Letztlich ist dieser Ansatzpunkt auch absolut nachvollziehbar, denn in der Grafikkarte wird im Modus mit 16 Millionen Farben - was zunächst spektakulär klingt - jeder Kanal nur mit 256 Nouancen abgebildet. 256(Rot)*256(Grün)*256(Blau)=16777216. Das bedeutet aber auch, daß eine total verbogene Antwortkurve für "Blau" (was bei ältlichen Monitoren durchaus vorkommen kann) nur unter Verlust von Farbabstufungen ("Posterisierung", diskrete Ränder werden sichtbar) geradegerückt werden kann. Falls überhaupt.

Soviel zu den prinzipiellen Limits im Farbmanagement und letztlich allen Colorimetern gemeinsam.

Die eiligen Leser können sich - ohne weitere Beschäftigung mit der Materie - nun entweder das Flagschiff, den Spyder4Elite, einen Spyder4Pro, den günstigen Spyder4Express oder wegen mir sogar einen (gebrauchten) Spyder3Elite (PC/Mac) (das letzte Modell, das noch mit Windows 2000 *UND* den Nachfolgesystemen funktioniert) anschaffen und der Abarbeitung folgender Liste widmen, falls sie keine Lust auf die registrierungswütige Datacolor-Software haben und eine sehr einfach zu bedienende und zuverlässige OpenSource-Alternative vorziehen:

1. Argyll CMS und dispcalGUI herunterladen, in ein Wunschverzeichnis entpacken.

2. Installationsschritte der dispcalGUI-Webseite befolgen.

3. Beim Spyder 4 muß man zumindest das Installationsmedium von Datacolor heruntreladen/bereithalten oder (vorübergehend) die Software installieren aber nicht(!) registrieren, damit ArgyllCMS/dispcalGUI die Korrekturdaten extrahieren kann (Menüoption "Tools/Import colorimeter corrections from other display profiling software...").

4. Danach läßt man den Monitor auf den Grundeinstellungen eine Weile laufen (30-60 Minuten) und nimmt mit einem Graukeil (z. B. von der Website Photo Friday: "Monitor Calibration Tool") eine Grundanpassung von Helligkeit und Kontrast vor, sodaß alle Grauabstufungen differenzierbar sind.

5. Monitoren, die nicht vie DVI sondern VGA angeschlossen sind, muß man evtl. noch mit den RGB-Schiebereglern einen Farbstich abgewöhnen und den Gamma-Wert anpassen, dann hat es die Kalibrierungssoftware leichter.

6. Nach dem Start von dispcalGUI wählt man eine Farbtemperatur von 6500K, Gammawert von 2.2 und hakt ggfs. die Umgebungsbeleuchtungskorrektur ("Ambient light level adjustment") an. "Black point correction" darf auf "Auto" stehen, für die Kalibrierungsgeschwindigkeit reicht bei den Spyder-Produkten oft "Very High", als "Profile Quality" kann man "Low" verwenden, wenn man keine extrem hohen Ansprüche stellt.

7. Nach dem Klick auf "Calibrate&Profile" startet der Vorgang, die Anweisungen sind selbsterklärend und im ersten Schritt interaktiv.

8. Bei den obigen Einstellungen muß man sich ca. 30 Minuten gedulden, präzisere Kalibrierungen können auch gerne weit mehr als 60 Minuten dauern.

9. dispcalGUI unter Windows 7 legt die Einstellungen unter %APPDATA%\dispcalGUI\storage ab und kann die Datei auf Wunsch auch gleich mit Windows-Bordmitteln beim Start des Systems laden ("Control Panel/Color Management"), für XP/Vista gibt es ein Tool für den Autostart-Ordner.

10. Fertig. Spyder abstecken, Spaß mit farbtreuen Fotos haben.

Nun zu zum Service von Datacolor und der Spyder-Modellpalette. Achtung: Diese Rezension bezieht sich auf Spyder3Elite (PC/Mac), die Unterschiede zum Spyder 4 besteht darin, daß Letzterer eine Onboard-Kalibrierung mit dabei hat. Wer den obigen Open-Source-Ansatz zu Kalibrierung verfolgt, der wird zwischen dem Spyder4Elite, dem Spyder4Pro und dem günstigsten Spyder4Express nur marginale Unterschiede vorfinden. Schwerpunkt ist hier die Herstellersoftware, die beim "Express" z. T. schmerzhafte Einschränkungen hat.

Raymond, mein freundlicher Ansprechpartner von Datacolor meldet sich auf meine Anfrage "Welches Produkt soll ich kaufen, wenn ich neben einem WinXP und neueren Betriebssystemen auch noch Windows 2000 kalibrieren will?" sehr schnell mit dem kurzen und bündigen Rat: "[...] The best solution we have is for you to purchase a Spyder3Elite. We have legacy software for this that will run on Windows 2K and later software for Windows 8. [...]". Na bitte. So stelle ich mir Kundendienst vor - Menschen die aufmerksam lesen und auch etwas anderes als Textbausteine schreiben können. Pluspunkt für das Produkt.

I. d. T. gab es auf der Homepage eine Win2K-Version (die auch unter WinXP läuft) herunterzuladen, schnelle Suche führte auf datacolor.com > Support > Spyder Products > Downloads > Archive > Spyder3Elite 3.0.4 Windows. Diese Version muß - das dürfte Menschen, die nicht wollen, daß Software nach Hause telefoniert - im Gegensatz zu den Nachfolgern NICHT online aktiviert/registriert werden. Eine Eingabe des Produktcodes (z. B. von der Verpackung/des Beilegers) ist jedoch nach wie vor erforderlich.

Mit dieser Software war es mir - nach einigen Iterationen und etwas Gehirnschmalz - relativ problemfrei möglich, mehrere Monitore auf unterschiedlichen Rechnern zu einer annähernd gleichen Charakteristik zu bewegen. Mein Erfolgsgeheimnis dabei war, daß ich (entgegen dem Rat der Kalibrationssoftware) nicht alle Regler auf ihre Mittelposition stellte, sondern versuchte, dem Programm schon eine möglichst gute Ausgangssituation anzubieten.

Im ersten Durchgang war noch alles auf Null, danach kann man sich das Ergebnis (Soll-Ist-Korrektur) anzeigen lassen und, falls man z. B. feststellt, daß der Rotkanal sehr stark nach unten korrigiert wurde, den Rotregler am Monitor etwas reduzieren. Der Hintergedanke dabei ist, daß im Monitor die Signale möglicherweise höher aufgelöst sind und deswegen der Spyder weniger extreme Sprünge in der LUT der Grafikkarte einträgt. Natürlich sollte man sich diese Einstellungen notieren, denn nur für diese gilt das Kalibrierungsprofil. Sobald man die Farbtemperatur z. B. von 9300K auf 7500K oder 6500K stellt, wird das Bild logischerweise wärmer (=rotstichiger).

Da eine .icm-Datei erstellt wird, kann man sie idealerweise gleich entsprechend benennen, in meinem Fall also Hyundai_L90D_R50G50B50H100K50.icm. R=Rot, G=Grün, B=Blau (für analoge Anschlüsse), H=Helligkeit, K=Kontrast.

Es werden übrigens Monitore mit RGB-Schiebern unterstützt, solche, die nur Helligkeits-/Kontrasteinstellungen haben, jene, an denem man die Helligkeit der LCD-Hintergrundbeleuchtung einstellen kann und freilich diejenigen, die die direkte Auswahl einer Farbtemperatur erlauben sowie Kombinationen davon. Die Menüführung ist manchmal etwas kryptisch, so muß man für die RGB-Option erst in ein spezielles Untermenü und auch eine komplette Neukalibrierung (bei der alle RGB-Nouancen durchgespielt werden) ist erst mit etwas Fummelei möglich, aber das sollte denjenigen nicht schrecken, der sich ernsthaft mit der Farbwiedergabe seines Bildschirms auseinandersetzt.

Im Endresultat mußte sich die Software bei meinem Hyundai gar nicht so extrem stark anstrengen, die Vorher-Nachher-Unterschiede (die die Software anhand einiger Beispielbilder auch anzeigt) subtil aber nicht gravierend. Bei einem älteren, lange gelaufenen Samsung sah es da schon anders aus, der hatte eklatante Probleme bei der Anzeige von intensiven Blautönen. Ob da nun die LCD-Filter ausgeblichen sind oder der Leuchtstoff der eingebauten Kompaktleuchtstofflampe gealtert ist, kann ich nicht beurteilen.

Übrigens kann man sich bei den sogenannten "LED-Monitoren" (da sind gegenwärtig kaum Millionen von winzigen RGB-LEDs verbaut, der Name deutet eher darauf hin, daß an den Kanten oder in einzelnen Clustern am Hintergrund ein paar weiße LEDs sitzen) durchaus schwerer tun, denn "weiß" ist nicht gleich "weiß" - die Farbe von LEDs streut oft nicht unerheblich, was örtliche Schwankungen in der Farbwiedergabe erzeugt.

In diesem Zusammenhang ist es auch sinnvoll, den Monitor gelegentlich zu prüfen, dabei kann man den Spyer etwas hin- und herverschieben um auch andere Bereiche des Bildschirms zu erfassen. Leider erlaubt die Software nicht, das Testfenster (in dem die Farben- und Helligkeitsstufen angezeigt und vom Colorimeter erfaßt werden) nach Belieben zu positionieren, man bleibt also mehr oder weniger auf den zentralen Bereich beschränkt.

Zumindest in der Version 3.0.4 von Spyder3Elite (Nachfolger habe ich noch nicht getestet, vermutlich aber zumindest bei Windows XP und Vista unumgänglich) wird ein kleines Programm in der Autostartfunktion installiert, die farbrichtige Konfiguratin erfolgt also erst, wenn sich der Benutzer eingeloggt hat. Das ist nicht weiter schlimm, kann aber Anfangs zu Irritationen führen. Natürlich sollten, das geht aus der Anleitung glücklicherweise deutlich hervor, andere Farmanagementtools (Adobe Gamma, Windows-Bordmittel, PaintshopPro Gamma, etc.) abgeschaltet werden und auch bleiben. Nur so gibt es keine Konflikte.

Als eingefleischter Nerd versuchte ich ebenfalls, Spyder Elite zu deinstallieren und einfach die erzeugte .icm-Datei im Windows-Farbmanagement zu importieren und so ebenfalls zu einem kalibrierten Monitor zu kommen, leider erfolglos. Der Hintergedanke war dabei, daß man dann auch andere Monitore an Rechnern von Bekannten kalibrieren könnte, ohne sie mit einer Softwareinstallation zu belästigen. Wie ich nun weiß, funktioniert der Ansatz _prinzipiell_, jedoch erst ab Windows 7 und besser. Schade.

Den von meinen Vorrednern angebrachten Kritikpunkt, daß der Spyder nur direkt am USB-Port ohne Verlängerungskabel funktioniere, kann ich so nicht bestätigen. Zumindest mit zwei zusätzlichen Metern eines Produkts von Delock mit USB-A-Stecker auf USB-A-Buchse funktionierter das Gerät einwandfrei. Falls man die kontinuierliche Umgebungslichtüberwachung nicht wünscht, kann der Spyder im Alltagsbetrieb auch abgesteckt und eingepackt bleiben, die Software stört das nicht.

Im Großen und ganzen erfüllten die Software als auch die Hardware meine dahingehenden Erwartungen. Mit einem Zeitaufwand von 1-2 Stunden und etwas Interesse an der Materie sollte es dem normalen Benutzer definitiv möglich sein, seinen Monitor zu einer halbwegs genormten Farbwiedergabe zu überreden. Der Spyder macht einen wertigen Eindruck, verkratzt dank Filzfüßchen auch die empfindliche Oberfläche von Hochglanzdisplays nicht und kann bei Bedarf auch mit einem Gummisauger für Röhrenmonitore ausgestattet werden. Am Anschlußkabel gibt es noch ein Ausgleichsgewicht, so rutscht das Colorimeter nicht am Bildschirm herunter und die Rolle Tape kann im Werkzeugkasten bleiben.

Wer die Farbtreue seines Projektors verbessern will, kann das ebenfalls tun. Natürlich funktioniert das nur mit einem am Beamer angeschlossenen Rechner (dessen LUT dann konfiguriert wird), da der Spyder keine Empfehlungen gibt, wie man ggfs. die Regler am Projektor einstellen muß, insbesondere nicht in Echtzeit. Mit etwas Spieltrieb läßt sich aber auch hier ein Workaround finden, denn anhand der Vorher-Nachher-Korrektur-Kurven sieht man schnell, wo es krankt und kann nachregeln. Natürlich kostet jede Iteration Zeit, weswegen das Verfahren nur eingefleischten Cineasten zu empfehlen ist. Rechner/Mediaboxen, die mit HDMI/DVI zwecks Wiedergabe von Videodateien an den Projektor angeschlossen sind, funktionieren freilich prima, insofern die Datacolor-Software darauf läuft.

Das Traumpaar dispcalGUI/Argyll CMS kann sogar Projektoren, Notebooks, intelligente Fernseher, etc. "tethered" und "remote" kalibrieren, indem es per PC eine (dynamische) Webseite generiert, die das zu kalibrierende Gerät dann anzeigen muß. Der Spyder hängt elektronisch am PC, analysiert jedoch das Bild vom Endgerät. Clever, oder? Wer sich mit der Spyder-Software partout nicht anfreunden kann, wird sich über diese Alternative freuen. Dieses ehrgeizige und gut gepflegte Open-Source-Projekt existiert in Binaries für Win2K/Vista/Win7 32bit, Vista/Win7/8, etlichen Linux Ubuntu/Kubuntu/Madriva/OpenSuSE- und Whitebox-Geschmacksrichtungen und kann auch für Apple-Plattformen compiliert werden. Argyll CMS funktioniert mit den Spyders 2, 3 und 4 (Installationsmedium des Herstellers erforderlich), sowie zahlreichen Produkten von X-Rite. Statt der Kommandozeilenversion kann auch dispcalGUI verwendet werden, kurze Suchmaschinenabfrage liefert alle relevanten Infos.

Fazit: Vier Sterne für ein sehr brauchbares Produkt, das das Gewissen beruhigt und Enttäuschungen bei der Ausbelichtung weitestgehend vermeidet. Ein Sternchen ziehe ich für die teilweise etwas komplizierte und nicht immer selbsterklärende Software sowie die Zwangsregistrierung neuerer Versionen ab. Echte Profis dürfen natürlich auch weiterhin die Nase rümpfen, denn ohne ein hardwarekalibrierbares Display im Bereich von ein bis mehreren tausend Euro mit dediziertem, abgedunkeltem Betrachtungsplatz ist auch weiterhin keine 100%ig farbverbindliche Begutachtung für heikle Kunden möglich.

Viele Grüße!
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am 1. November 2013
Hab mir den Spyder zur kalibrierung meines Eizo FS 2333 BK besorgt und wurde leider etwas enttäuscht.

Erstmal zum positiven:

+ schneller & ordentlicher Versand
+ schnelle & leichte Installation
+ einfachen Kalibrierungsverfahren

...negativ nun leider, dass die Kalibrierung bei mir einen dunklen extrem sepia-stichigen Bildschirm eingestellt hat, obwohl ich alle Anweisungen korrekt befolgt habe. Da ich einige Bilder professionell gedruckt und einen zweiten Bildschirm eines Kollegen zum vergleichen hatte, konnte man da sehr gut erkennen, das hier irgendwo ein Fehler passiert war. Ich weiss nur leider nicht wo. Alles zurückgesetzt, nochmal das Spiel und wieder das gleiche Ergebnis. Der Bildschirm war leider so dunkel nach der Kalibriung, dass ich daran kaum mehr arbeiten konnte.

Lag der Fehler bei mir, oder beim Gerät, oder gar beim Bildschirm?

Jedenfalls gehen dafür leider nicht mehr als 3 Sterne über die Tastatur dafür.
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