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am 27. Dezember 2011
Christoph Hufeland, ein junger aber ehrgeiziger und aufgeschlossener Medizinstudent, wird in Jena Zeuge eines Mordes an einem seiner Kommilitonen. Die Umstände des Mordes kommen ihm gleich seltsam vor und seine Vermutung bewahrheitet sich: Die Leiche verschwindet unter mysteriösen Umständen und er befindet sich mitten in einem Netz aus Verschwörungen und blutigen Ritualen, die alle auf eine Freimaurerloge zurück zuführen sind. Hals über Kopf flieht er zu seiner Familie um sein Studium dort in Sicherheit vor der Bedrohung seines Lebens, der er sich ausgesetzt sieht, zu beenden.
Zeitgleich erreicht die Schwester des Verschwundenen Jena und stößt ebenfalls auf die Machenschaften der Freimaurerloge.
Jahre später treffen beide aufeinander und versuchen die Vorkommnisse zu klären. Alles scheint sich um ein allmächtiges Heilmittel, Menschenversuche an jungen Mädchen und veraltete Rituale zu drehen.
Begleitet von Samuel Hahnemann, einem Arzt, der für die damalige Zeit zu moderne Praktiken vertritt und dafür oft geschmäht wird, begeben sie sich auf die Fährte einer geheimnisvollen Rezeptur, die ewiges Leben verheißt.

Auf dem Buchrücken heißt es: "Ein spannender historischer Roman zwischen Mystik und Wissenschaft, Liebe und Wahnsinn."
Wow, was für eine Konstellation, dachte ich mir, als ich den Roman zum ersten Mal in meinen Händen hielt und diese Worte las. Doch meist steckt hinter großen Worten, die auf Buchrücken gedruckt werden, nichts als heiße Luft! Daher ging ich nicht mit der Erwartung an den Roman heran, dass diese großen Worte tatsächlich in die Realität umgesetzt werden würden.
Weit gefehlt! Hätte ich den Worten auf dem Buchrücken Glauben geschenkt, so wäre ich vielleicht nicht ganz so atemlos durch den Roman gehetzt, denn ich wäre auf das Ausmaß des Wahnsinns, der von dem Roman ausgeht gefasst gewesen. So muss ich allerdings sagen, dass ich ihn absolut sprachlos zugeklappt habe und mich tatsächlich fragen musste, ob ich jemals einen vergleichbar guten historischen Roman gelesen habe. Die Antwort ist vermutlich: NEIN!

Heike Koschyks Schreibstil ist unvergleichlich. Zum einen wirkt er der damaligen Zeit durchaus angepasst und daher ein wenig altertümlich, dennoch ist er unglaublich leicht lesbar und verständlich. Sie versteht es, so fesselnd zu schreiben, dass man den Roman kaum aus den Händen legen kann. Die Spannungskurve steigt tatsächlich exponentiell an und der Roman endet mit einem gewaltigen Knall, den so vermutlich niemand erwartet hätte. Dennoch wirkt der Schluss keines Falls weit hergeholt, sondern durchaus authentisch.
Diese Authentizität erhält Frau Koschyk bis zum Ende aufrecht, indem sie ihre Charaktere realistisch und bedacht handeln lässt. Zu keinem Zeitpunkt fällen diese irgendwelche undurchdachten oder naiven Entschlüsse, die sie ins Verderben stürzen könnten.
Das ist es auch, was mich an den einzelnen Charakteren so fasziniert hat. Sie bleiben durchweg authentisch und sind vor allem alle sehr tiefgründig gezeichnet. Selbst eher unwichtige Nebenrollen haben einen ganz eigenen Charaktere und werden gut beleuchtet, sodass sie nicht seicht und gänzlich unwichtig erscheinen.

Mir ist während des Lesens besonders aufgefallen, wie leicht es mir viel, mit der Geschichte mitzuhalten und mir die einzelnen Szenen bildlich vorzustellen. Das ist für mich immer sehr wichtig, da ich sonst rasch mit meinen Gedanken abschweife, wenn mich der Roman nicht zu fesseln vermag. Allerdings hat mich "Die Alchemie der Nacht" regelrecht in seinen Bann gezogen.

Ebenfalls richtig gut gelungen finde ich die Zusammenführung der einzelnen Handlungsstränge. Am Anfang weiß man noch nicht so genau, wie das alles zusammenhängen soll und wie sich die Geschichte wohl weiter entwickeln wird. Doch rasch verweben sich einzelne Stränge miteinander, bis letztendlich alle Handlungsstränge zu einem großen Ganzen zusammenlaufen und man schließlich begreift, wie alles zusammenhängt.

Besonders Eindrucksvoll ist allerdings die Schilderung der damaligen Verhältnisse und Weltanschauungen. Das ist es im Besonderen, was mich an historischen Romanen reizt. In diesem Roman lernt man erstaunlich viel über die Ärzte der damaligen Zeit und wie unterschiedlich diese doch waren. Da gab es die "Quacksalber" die jede Erkrankung auf einem Wurmbefall zurückführten und den Patienten die Haare abschnitten um die Auswüchse der Würmer abzutöten. Und dann gab es noch Ärzte wie Hahnemann, die nicht jede unerklärliche Heilung auf ein Wunder zurückführten, sondern rational dachten und nur wirklich erprobte und wirksame Heilmethoden praktizierten. Erstaunlich, dass ausgerechnet diese Ärzte geschmäht wurden...

Abschließend möchte ich euch einfach nur mitgeben, dass dies der bisher beste historische Roman ist, den ich gelesen habe. Er hält tatsächlich alles, was er verspricht, auch wenn das eine ganze Menge ist. Mir persönlich hat die ganz eigene Note des Wahnsinns, die Heike Koschyk in den Roman mit eingebracht hat, zusammen mit den Schilderungen der damaligen Zeit am besten gefallen. Da ist es nur logisch, dass ich diesem Roman gerne 5 Sterne geben möchte. Ich kann ihn wirklich jedem Fan historischer Romane empfehlen, der beim Lesen eines Buch auf absolut nichts verzichten will. Denn "Die Alchemie der Nacht" beinhaltet alles: Spannung, Liebe, Mystik, blutige und grausame Szenen und Rituale, lehrreiche und gut recherchierte historische und wissenschaftliche Fakten und eine Prise Wahnsinn, der man sich als Leser einfach nicht entziehen kann!
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"Nicht der äussere Schimmer glänzender Hypothesen oder vielversprechender Rezepte sei unser Zweck, nicht grösste Einfachheit in der Auswahl der Mittel. Wahrheit sei unser höchstes, unser einziges Gut. Wahrheit und Aufklärung." Zitat Seite 250

Alchemie, was für ein berauschendes und zugleich mächtiges Wort. Ein Fluidum von Mythen und Sagen umwehen diesen alten Zweig der Naturphilosophie wie der flüchtige Wind und jeder versteht etwas anderes unter diesem geheimnisumwitterten Begriff. Für die einen ist es der Weg unedle Materie mittels Transmutation in Gold zu verwandeln, für die anderen ein Prozess der inneren Läuterung und Wandlung um das Himmelreich auf Erden zu erfahren und manche verstehen darunter nicht weniger als die Erforschung der Lebenskraft, des "Lapis Philosophorum" - Der Stein der Weisen, Das arkanische Salz, Das Lebenselixier schlechthin! Eine Rezeptur die das göttliche Licht mit der irdischen Materie vereint und eine Arznei von unermesslicher Kraft erschafft.

Deutschland gegen Ende des 18. Jahrhunderts, überall in den Hochburgen der Wissenschaft wird gelehrt, gelernt und geforscht. In Leipzig studieren die Höfisch-Galanten, in Halle die Frommen und Fleissigen, in Wittenberg wird die Freundschaft über alles gestellt und in Jena versuchen die Renommisten zu akademischen Ehren zu kommen. Im Milieu der Universitäten zu dieser Zeit spielt die Handlung dieses Romans. Gebildete Professoren und wissbegierige Studenten leben den Drang aus sich immer mehr Wissen über die Medizin anzueignen und neue Heilmethoden zu entwickeln. Dabei schliessen sie sich zu Gruppen zusammen die teilweise seltsame Auswüchse annehmen, einfache Studentenverbindungen mit ihren Ritualen sind da noch die Harmloseren im Vergleich zu Logen von Freimaurern oder Anhängern des Okkulten. Um medizinische Wissen zu erlangen nehmen einige Forschungen an Menschen düstere und ganz und gar makabere Züge an und finden im Verborgenen statt...

Christoph Wilhelm Hufeland ist Student in Jena und wird Zeuge einer tödlichen Auseinandersetzung zwischen Kommilitonen. Unter ungeklärten Umständen verschwindet die Leiche und er kommt nach und nach einer nebulösen und unbarmherzigen Vereinigung auf die Spur. Wer spielt in diesem undurchsichtigen Geflecht aus dem Umfeld von Universität und Wissenschaft welche Rolle? Wer ist ein verblendetes aber umso gefährlicheres Irrlicht und wem kann man vertrauen? Gibt es eine Grenze zwischen Humbug, Quacksalberei und seriöser Forschung? Eine Geschichte voller Tücken nimmt ihrem Lauf...

Just zu dieser Zeit entwickelt der junge deutsche Arzt Samuel Hahnemann eine neuartige Heilmethode, die Homöopathie. Die Kunst die Medizin zu erlernen und das Wissen zu erweitern bedarf gründlicher Ausbildung mit Verstand aber auch viel Herz und Empathie, den Kranken sei dabei so viel Aufmerksamkeit wie möglich zu zollen. Die Heilung von Kranken und das menschliche Leben lange und brauchbar zu erhalten sollte dabei die oberste Maxime sein. Er prägt auch den Spruch "Similia similibus curentur - Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt". Er sollte schliesslich zum Begründer dieser alternativen Medizin werden.

Heike Koschyk hat einen ausserordentlich spannenden und bemerkenswerten Historischen Roman geschrieben. Der Roman ist voller Fakten und Wissen und ist lebendiger Geschichtsunterricht. Ich als Leser spüre das die Autorin mit den Anfängen der Homöopathie auf ein Historisches Thema gestossen ist zu dem sie einiges zu erzählen hat und genau weiss von was sie schreibt. Durch ihren Beruf als Heilpraktikerin und Dozentin für Homöopathie hat sie sich zu diesem Thema viel Erfahrung angeeignet und wie der Anhang beweist allfällige Historische Wissenslücken sorgfältig recherchiert und sich ihre kritischen Gedanken gemacht. Sie vermeidet es die Schulmedizin und die alternativen Heilmethoden zu werten und gegeneinander auszuspielen - das finde ich persönlich erwähnenswert.

Wer aufgrund meiner Einleitung einen einfach zu lesenden, seichten Mystik-Thriller erwartet wird enttäuscht werden. Heike Koschyk schiebt solcherlei banalem Schmarren schnell einen Riegel vor. Die verschiedenen Handlungsstränge sind klug eingefädelt und ergeben nach und nach ein komplexes aber stimmiges Gesamtbild. Ein gewisses Mass an Mitdenken wird übrigens vom Leser erwartet.
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Nachdem ich schon Heike Koschyk's Erstlingsroman Pergamentum mit großer Begeisterung gelesen habe, war klar, dass ich auch Ihren neuesten Roman sofort lesen musste.
Heike Koschyk ist Trägerin des Agatha-Christie-Krimipreises und das zu Recht! Ihre Romane sind keine reinen, vor sich hin plätschernden historischen Abhandlungen.
Es gibt immer einen super spannenden Krimiplot, dessen puzzleartige Auflösung einen bis zum Ende atemlos bei der Stange hält.

Jeder der mit "Die Alchemie der Nacht" zu lesen beginnt sei schon mal vorgewarnt, dass er dann erst wieder für seine Familie ansprechbar sein wird, wenn man die letzten Seite umgeblättert hat.

Der Schreibstil ist flüssig, die Handlung ist logisch und spannend aufgebaut und zieht einen sofort in die Geschichte hinein.

Der Klappentext hält was er verspricht, es geht um die Wissenschaft, Mystik, Liebe, Wahnsinn und um die Anfänge der Homöopathie.
Der Roman beinhaltet Fiction und Wahrheit und zeigt sehr gekonnt die Konfrontationen auf, die es schon im 18. Jahrhundert zwischen Schulmedizin und Homöopathie gegeben hat.
In dieser Hinsicht hat sich bis heute nichts geändert!

Helene und Albrecht sind Geschwister aus Königsberg. Deren Vater ist Apotheker und schickt seinen einzigen Sohn nach Jena, auf der Suche nach dem Rezept für das unsterbliches Leben.
Um seine Apotheke vor dem Ruin zu retten, will er Helene mit dem Medizinalrat verheiraten. Diese lässt sich das nicht gefallen und flieht in einer Postkutsche über Berlin nach Jena.
Der zweite Handlungsstrang befasst sich mit Christoph Hufeland, der in Jena studiert. Sehr bald schon bekommt er die üblen Machenschaften der Verbindung an sich und seiner Familie zu spüren.
An dem Tag als er nach Weimar zu seinem Vater aufbrechen will, kommt Helene mit der Postkutsche an.
Von Hufeland muss sie nun erfahren, was mit ihrem Bruder passiert ist.

Der dritte Handlungsstrang beschreibt Hahnemanns Werdegang, dem Begründer der Homöopathie. Zum Ende hin verweben sich alle 3 Handlungsstränge zusammen zu einer Geschichte.

Ein Glossar und ein gezeichneter Stadtplan von Jena runden das Buch ab. Die Autorin erklärt am Schluss sehr genau, was Fiction und was Realität ist.

Fazit: ein gelungener Roman über Christoph Hufeland und Samuel Hahnemann und über die Anfänge der Homöopathie, den ich sehr gerne gelesen habe.
Meine uneingeschränkte Leseempfehlung!
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am 1. Juli 2012
Inhaltsangabe:

Jena 1780: Christoph Wilhelm Hufeland ist Student der Medizin und muss miterleben, wie sein Kommilitone Albert Steinhäuser in einem Duell getötet wird. Hufeland kommen die Umstände des Duells merkwürdig vor und er beginnt nachzuforschen. Dabei kommt er einer geheimen Verbindung auf die Spur, die verbotene, medizinische Experimente durchführt und im Besitz eines Geheimrezeptes sein soll, das die Medizin revolutionieren könnte. Hufeland ist nicht der Einzige, der sich für Albert und das geheime Rezept interessiert. Helene, Alberts Schwester, will Genaueres über den Tod ihres Bruders erfahren und dann ist da auch noch Samuel Hahnemann, dessen wissenschaftliche Neugier ihn den Weg Helenes und Christophs kreuzen lässt, und der aufgrund der von ihm entwickelten, neuen medizinischen Behandlungsart, der Homöopathie, von der Kirche und der Schulmedizin angefeindet wird ...

Der erste Satz:

Leiser Gesang drang an ihr Ohr, eine sich wiederholende Melodie, die anschwoll, sich verdichtete."

Meine Meinung zum Buch:

Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen - es ist spannend, man möchte unbedingt wissen, wie die Geschichte endet und die Figuren sind so lebendig, dass sie einem richtig ans Herz wachsen und man mit ihnen mitfühlen kann.

Hufeland und Hahnemann sind historische Personen und hier in eine Geschichte eingebettet, die sich auch so zugetragen haben könnte. Welche Teile Fiktion sind, kann man in einem interessanten und informativen Nachwort lesen - das hat mir sehr gut gefallen, denn mit Hilfe dieser Informationen kann man die Historie und die Personen besser einordnen.

Ebenso interessant war für mich zu lesen, wie Hahnemann langsam aber sicher seine medizinische Therapie, die Homöopathie, entwickelt. Heike Koschyk beschreibt das sehr schlüssig und logisch, so dass auch Medizinlaien wie ich diese Szenen mit Interesse und Spannung lesen können.

Ich finde es auch eine tolle Idee, die Handlung in einen Mordfall" einzubetten - das erzeugt doppelte Spannung und natürlich wollte ich unbedingt wissen, was hinter dem Duell, hinter der geheimen Verbindung und hinter den medizinischen Experimenten steckt. Die Fäden werden alle am Ende des Buches zu einem runden Schluss verknüpft.

Die Hauptpersonen sind sehr lebendig gezeichnet. Die Handlung des Buches erstreckt sich über mehrere Jahre, so dass man als Leser die Personen auch über einen längeren Lebensabschnitt begleiten kann und auch erfährt, welche Konsequenzen ihren früheren Handlungen gefolgt sind.

Interessant war es auch, nebenher" mehr über das Leben in einer Universitätsstadt der damaligen Zeit zu erfahren, über die Zeit der Aufklärung und über den Stand der damaligen Medizin. Hier standen mir ein paar Mal die Haare zu Berge und ich bin wieder einmal froh, heute und hier leben zu dürfen.

Für mich ist das Buch eine klare Leseempfehlung.
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am 12. Juli 2015
...und öde. Obwohl schon relativ früh ein Spannungsbogen aufgebaut wird verliert sich das Ganze in endlos wissenschaftlichen Beschreibungen eingebetet in eine lahme Krimihandlung nebst drei Handlungssträngen um die drei Hauptakteure, die bei mir viel Geduld erforderten weiterzulesen. Ab Seite 300 in etwa passiert dann ein bischen was, aber insgesamt hat mich das Buch bis zum Schluss nicht fesseln können. Die ganze Story wirkte irgendwie konstruiert und aufgesetzt. Gähn...
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am 9. Juli 2012
Jena, im Jahr 1780: Christoph Hufeland, Spross einer angesehenen Ärztefamilie aus Weimar, studiert in Jena Medizin. Aberglaube bestimmt den Alltag; die Forschungen und Experimente - denen er sich mit Feuereifer widmet - sind größtenteils noch als Teufelswerk verschrien. Eines Tages wird er Zeuge eines Duells unter Studenten, bei dem er schockiert zusehen muss, wie sein Kommilitone Albert Steinhäuser hinterrücks niedergestochen wird. Zweifel an seinem Tod und den Umständen bringen ihn dazu, nachts das Grab Alberts zu öffnen. Der Blick hinein lässt ihn allerdings noch fassungloser zurück, denn in dem Grab liegt ein anderer, ebenfalls bei dem Duell anwesender Studiosus.
Von nun an ist auch sein Leben in Gefahr, denn sein Interesse an dem Fall bringt Christoph in den Dunstkreis eines Geheimbundes, der vor keinem Verbrechen zurückschreckt.

Zur gleichen Zeit flieht Helene Steinhäuser in Königsberg aus der elterlichen Apotheke, um einer Zwangsheirat zu entgehen und macht sich auf den Weg nach Jena, um ihren Bruder um Hilfe zu bitten - nichts davon ahnend, dass Albert ermordet wurde.

Und Samuel Hahnemann, Arzt und Wissenschaftler im Dienste der Medizin, stolpert bei der Besichtigung eines Irrenhauses über einen unter widrigsten Umständen gehaltenen Patienten - und dessen Spuren führen ihn ebenfalls nach Jena...

Und mein Fazit:
Historischer Krimi, Liebesgeschichte und einfach ein spannender Roman über die Erforschung der Homöopathie, all das ist DIE ALCHEMIE DER NACHT. Auf den Spuren der verbürgten Persönlichkeiten Hufeland und Hahnemann verfolgt man die Entdeckung des Prinzips, "Gleiches mit Gleichem" zu behandeln oder der Potenzierung der Heilmittel, eingebettet in eine Handlung um mystische Geheimbünde und einen Kriminalfall, bei dem ich bis zum Schluss - bis zum Herunterreißen der Maske - nicht hinter des Rätsels Lösung gestiegen bin. Daumen hoch auch dafür, dass es mal was Neues war, sowohl was den Schauplatz als auch die Geschichte betrifft.
Dennoch hat mir das letzte Quentchen gefehlt, der letzte Funke sozusagen. Den Showdown empfand ich als etwas überstürzt und auch die "Genesungsgeschichte" des Patienten hätte ich mir ein bischen ausführlicher gewünscht - hier war der Übergang zwischen "nicht zu retten" und "gesund" zu krass, um ihn nur mit einem Brief zu erklären. Deshalb ein kleiner Stern Abzug.
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Ich reihe mich nahtlos in die Schlange der 5 ***** Rezis und fasse mich kurz ...

Die "Alchemie der Nacht" verspricht beste Unterhaltung. In mehreren Erzählsträngen, die gekonnt zusammengeführt werden, erlebt der Leser die Machenschaften in Jena, Ende des 18. Jahrhunderts, die Verderbtheit und grenzenlose Geltungssucht in akademischen Mediziner-Kreisen, hautnah mit.

Da ist der angehende Mediziner Hufeland, der Zeuge des Mordes an einen Kommilitonen wird und unverhofft in ein Wespennest aus Lug und Trug sticht, das ihn sein Leben kosten könnte, wenn er nicht schweigt.
Da ist weiterhin die Schwester des vermeintlich Getöteten, Helene, die dem elterlichen Königsberg, samt Apotheke, den Rücken kehrt, um einer ungewollten Heirat zu entgehen. Doch sie kommt vom Regen in die Traufe, als sie beschließt bei ihrem Bruder in Jena Zuflucht zu suchen.
Dann ist da noch Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, den der Aberglauben der Menschen auf den Weg in die Ferne treibt ...

Letztendlich treffen alle zusammen ...

Ich habe einen historischen Roman erwartet, der sich mit Homöopathie beschäftigt, bekommen habe ich aber, wider Erwarten viel mehr: einen historischen Kriminalroman, der lebendig erzählt und sehr gut recherchiert ist. Er gibt m.E. nach die beschriebene Zeitspanne sehr gelungen und exakt wieder und vermag wie nebenbei, diverses über Medizin- als auch Kulturgeschichte zu vermitteln.

Dem Ganzen haftet ein Hauch Mystik, Alchemie, Geheimbünden, Freimauerlogen- Geheimnistum und irrwitzigen dahinterstehen Gedankengebäuden & Experimenten an.

Aber nicht nur die Thematik hat mich im wahrsten Sinne des Wortes gebannt und gefesselt, nein auch die Spannung war von Beginn an auf konstant hohem Niveau. Die Charaktere sind lebendig und in der Vielfalt ihrer Gefühle und Gedanken treffend gezeichnet.
Die Sprache überzeugt, es fließen diverse Fachbegriffe mit ein, das gefällt mir und widerspricht dem gängigen historischen Roman, man lernt nebenbei eine ganze Menge ...

Fazit: wen Medizingeschichte mit einem Hauch von Mystik, studentischer Verkommenheit, grenzenlosem Experimentiersinn interessiert, verpackt in ein gelungenes Abenteuer, das mit jeder Menge Spannung aufwartet und wie nebenbei den Zeitgeist und die Anschauungen anno dazumal vermittelt, der ist hier GENAU richtig.
Nicht zu vegessen: de absolut unerwartete, bezaubernd schöne Liebesgeschichte - hach .... ;)

Volle 5 Sterne, mir fällt absolut kein Grund zum Mäkeln ein. Doch eines vielleicht: der Verlag hätte durchaus ein etwas teuereres & zugleich stabileres HC anbieten können ;)!
33 Kommentare| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 1. Oktober 2013
Ich habe mir das Buch im Rahmen des "Kindle Deal der Woche" aber auch aufgrund der sehr guten Rezensionen geladen und es keine Minute bereut. Diese Mischung aus historischem Roman mit wahren geschichtlichen Hintergründen, Krimi und Zeitgeschichte ist aus meiner Sicht unschlagbar. Außerdem fand ich den Roman so spannend, dass ich ihn kaum weglegen konnte.

Zudem vermittelt das Buch interessante Fakten zu den Anfängen der Homöopatie, die mich sehr interessiert, aber auch allgemein zu Medizin und Wissenschaft im 18.Jahrhundert. Sehr interessant wurden von der Autorin auch die Lebenswege von Hufeland und Samuel Hahnemann bzw. deren Freundschaft geschildert. Die Geschichte des Romans insgesamt ist fiktiv, wurde aber eingebettet in wahre historische Hintergründe. Dies wird im Anhang auch ausführlich erläutert.

Aus meiner Sicht ist der Autorin hier ein wirklich toller spannender Roman gelungen, den ich gern weiterempfehle. Ich bin froh im Rahmen der Aktion "Deal der Woche" darauf gestoßen zu sein. Vielen Dank an dieser Stelle auch einmal für diese Aktion, bei der ich schon oft für mich neue Autoren entdeckte und tolle Bücher gelesen habe, auf die ich sonst wahrscheinlich nicht gestoßen wäre.
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1780 war Jena eine beliebte Studentenstadt. Die Zeit der Aufklärung brachte es mit sich, dass überall geforscht und experimentiert wurde. Das ging nicht immer friedlich zu. Bei einem Studentenaufstand wurde der Medizinstudent Christoph Wilhelm Hufeland Zeuge einer Schlägerei, bei der sein Mitstudent Albert Steinhäuser ums Leben kommt. Erst später kommen Christoph Zweifel, ob Albert tatsächlich tot oder gar nur scheintot ist. Gewissheit verschafft er sich, indem er gemeinsam mit einem Kommilitonen das Grab öffnet. Was er dabei entdeckt, ist für ihn lebensbedrohend.

Zur selben Zeit plant Alberts Vater im weit entfernten Königsberg, seine Tochter Helene mit dem deutlich älteren Medizinalrat zu verheiraten. Seine Beweggründe sind rein finanzieller Natur. Helene weiß sich nicht anders zu helfen und flieht mit der Postkutsche. Ihr Ziel ist Jena, wo sie sich Beistand von ihrem Bruder erhofft. Die abenteuerliche Fahrt verläuft nicht so reibungslos, wie gedacht und Helene muss kurzzeitig in Berlin als Dienstmädchen bei einer verwitweten Ministerialrätin die Fahrtkosten abarbeiten. Diese Umstände verzögern die Ankunft und Helene erfährt nur noch vom gewalttätigen Tod ihres Bruders. In ihrer Not vertraut sie sich Johann Vogt an, ohne zu wissen, dass er der mutmaßliche Mörder ist.

Rund zehn Jahre nach den Vorfällen führt es den späteren Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann nach Jena. Eigentlich will er mit Hufeland ein Geheimrezept gegen alle Krankheiten erforschen. Jedoch kann dieser ihn überzeugen, die früheren Vorfälle mit den aktuellen Methoden zu untersuchen. Die beiden Gelehrten gewinnen Erkenntnisse, die die früheren Mitglieder der Studentenverbindung lieber bedeckt gehalten hätten. Ein spannender Zweikampf beginnt.

Heike Koschyk verbindet in diesem historischen Roman geschickt Fiktives mit verbrieften Charakteren über einen Zeitraum von 20 Jahren. Dabei schafft sie eine authentische Atmosphäre der damaligen Zeit als Kulisse für die spannende Handlung. Der historische Roman hätte durchaus auch als Krimi veröffentlicht werden können. Der Mix von Spannung, Liebesgeschichte und Beschreibung der Gesellschaft lässt die Handlungsführung zum Strudel werden, bei dem der Leser schon Willenskraft aufbringen muss, um das Buch zu unterbrechen. Die Charaktere sind zudem vielschichtig aufgebaut. Teilweise kann man nicht mehr unterscheiden, auf welcher Seite sich wer bewegt. Der Stand der Wissenschaft teilte die Professoren und Studenten in zwei Lager. Die einen wollten das neue Wissen nutzbringend einbringen, die anderen sahen das große Geld. Diese durchaus menschlichen Züge werden jederzeit nachvollziehbar beschrieben. Auch Helene wird in ihrem Abwägen, ob sie nun für den verheirateten Hufeland mehr als nur Freundschaft empfinden darf, lebhaft dargestellt.

Mich hat der Roman nicht nur wegen des Themas Homöopathie begeistert. Ein Stadtplan des historischen Jenas lässt das Nachverfolgen der Wege schnell zu. Ein Glossar erklärt die spezifischen Begriffe aus der Medizin. Alles in allem kommt es beim Lesen so vor, als wäre man vor mehr als 200 Jahren dabei gewesen.
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am 28. Oktober 2011
Um mich für dieses Buch zu entscheiden, genügte schon der Name der Autorin.
Hildegard von Bingen ' Ein Leben im Licht, sowie Pergamentum, haben mich zu einem Fan von Heike Koschyk werden lassen.
Meine Erwartung an dieses neue Werk war dementsprechend hoch.
Und ich kann euch versichern, ich wurde mit keiner Zeile enttäuscht.

Der Inhaltsangabe möchte ich nichts mehr hinzufügen, denn die spricht für sich. Und sie hält, was sie mir versprach.

In ihrem unnachahmlichen flüssigen und sehr gut verständlichen Schreibstil verbindet Heike Koschyk wahre Begebenheiten mit Fiktion.
Beschreibt die Anfänge der Homöopathie mit all ihren Schwierigkeit. Ob es Ärzte der alten Schule waren, oder Menschen, denen der Aberglaube tiefer saß, als der Mut sich Neuem zuzuwenden.

Heike Koschyk greift die damaligen Logen und Verbindungen auf, mit ihren Statuten und Ritualen. Spinnt da herum ein feines Netz aus Intrigen und Lügen. Und natürlich das eigentliche Verbrechen.
Baut die Kriminalgeschichte geschickt auf und lässt den Spannungsbogen immer weiter werden.

Mir war es nach kurzer Zeit nicht mehr möglich, das Buch aus der Hand zu legen. Jeder wichtige Protagonist wurde sehr gut vorgestellt. Sodass ich jeder Figur vor meinem inneren Auge gesehen habe.
Die plastischen Beschreibungen der Begebenheiten ließen mich mitten drin sein in der Geschichte. Am Ende fügen sich alle losen Fäden zusammen. Für mich blieb keine Frage offen. Nur wie es endet, verrate ich hier natürlich nicht.
Nach der eigentlichen Geschichte berichtet die Autorin noch abrundend, welche Protagonisten real gelebt haben und aus welchen Quellen sie ihr Wissen über eben diese geschöpft hat.
Ebenso befindet sich am Ende ein Glossar, das mir bei einigen Bezeichnungen sehr hilfreich war.

Von mir gibt es für dieses fantastische Werk eine uneingeschränkte Empfehlung. Und ich freue mich auf weitere aus der Feder von Heike Koschyk
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