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Kundenrezensionen

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am 24. April 2012
Ein Heimatfilm? Aber sicher doch! Auch das ist "Jagdszenen aus Niederbayern". Aber einer, der nicht die heile Welt abbildet, sondern die harte Realität einer rückständigen Gesellschaft. Und der beweist, das der Mensch des Menschen Wolf sein kann.

Ganz ohne Gelder vom Fernsehen und ohne Verleihgarantie verfilmten Regisseur Peter Fleischmann und Produzent Rob Houwer das gleichnamige Theaterstück von Martin Speer, der hier auf die Hauptrolle des Mechanikers Abram spielt. Zuerst nur ein Gerücht, dann immer mehr zur Gewissheit werdend, wird den Bewohnern seines bayerischen Heimatdorfes klar, dass Abram wegen "Unzucht mit Männern" im Knast saß (schließlich galt der unselige § 175 noch bis 1969, den Produktionsjahr des Films).

Wie sich die Dorfgemeinschaft langsam gegen den sonst so beliebten jungen Mann wendet, wie amoralisch sich die angeblich so moralischen Bürger des Dorfes gegen einen Außenseiter wenden, das schildert der Film in beängstigenden Bildern. Bilder, die auch deswegen so echt wirken, weil sie an Ort und Stelle mit Laiendarstellern entstanden, die neben professionellen Schauspielern auftreten (darunter die noch zu Beginn ihrer Karriere stehenden Hanna Schygulla und Angela Winkler).

Der Film führte zu heftigsten Reaktionen, wurde zum Skandal. All das dokumentiert die hervorragend editierte DVD von "Kino Kontrovers" anhand sehr spannender, erhellender Extras, wie verschiedenen Interviews, einer zeitgenössischen Dokumentation über die Kinopremiere in Landshut 1969 sowie einigen wiedergegebenen Leserbriefen in einer Landshuter Zeitung, die zeigen, dass der Ungeist, den der Film angreift, durchaus lebendig war.

Eine grandiose DVD-Veröffentlichung und eine der spannendsten Wiederentdeckungen seit langem.

Ein erschütternder Film, den wohl auch heute noch einigen hassen, andere aber lieben werden. "Kino Kontrovers" eben.
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TOP 1000 REZENSENTam 17. Juli 2014
"Jagdszenen aus Niederbayern" ist ein deutscher Kinofilm in Schwarz-weiß aus dem Jahr 1969 und eine heftige und schockierende Variante des Heimatfilms. Inszeniert wurde der damalige Skandalfilm von Peter Fleischmann, er basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück des Hauptdarstellers Martin Sperr, der den schulen Mechaniker Abram spielt. Die Geschichte befasst sich aber nicht mit der persönlichen Tragödie eines Homosexuellen in den 60er Jahren, der damals noch kriminalisiert war, sondern die zentrale Figur des Films ist das Dorf selbst, in das Abram nach einem Gefängnisaufenthalt zurückkehrt. Die Dorfbewohner wissen nicht so genau warum der junge Mann im Knast war, aber es machen sich Gerüchte breit, dass der Abram ein "warmer Bruder" wäre. Der Aussenseiter versetzt das Dorf irgendwie in Unruhe. Doch Abram ist nicht der einzige Aussenseiter in der Dorfgemeinschaft. Die Witwe Maria (Gunja Seiser), deren Mann kürzlich starb, hat jetzt in der Trauerzeit ein Verhältnis mit dem Knecht (Ernst Wagner). Dazu hat sie noch den geistig zurückgebliebenen Sohn Ernstl (Johann Lang), der nicht in die Gemeinschaft passt. Auch die Dorfhure Hannelore (Angela Winkler) wird nur geduldet. Als im Laufe der Handlung Hannelore, die in Abram verknallt ist, behauptet sie bekäme von ihm ein Kind und der Aussenseiter auch noch mit Ernstl "erwischt" wird, konzentriert sich der ganze Dorfhass auf den, der anders als die anderen ist. "Jagdszenen aus Niederbayern" ist einer der ersten Filme aus Deutschland, die sich offen gegen die Diskriminierung von Schwulen wendet. Dabei ist aber die Homosexualität eher zweitrangig - Mittelpunkt des Films ist die pogromartige Stimmung, die sich im Dorf langsam aber sicher aufbaut. Vorerst ist nur eine unterschwellige Aggression im Dorf bemerkbar. Diese latente Gewalt ist sichtbar in der Nähe der Menschen zueinander. Eine gesunde Distanz scheint nicht möglich und wird ständig verletzt. Aus dieser Konstellation des nahen Miteinanders ergibt sich ein Bild von Jägern und Gejagten, dass sich am Ende in einer Art Hatz gegen Abram äussert. Der junge Mann versteckt sich im Wald. Polizei und Dorfbevölkerung sind engagiert dabei in der Ergreifung des Schuldigen. Die Mutter Barbara (Else Quecke), ebenfalls eine Zugezogene, die in der Dorfgemeinschaft eingebettet sein will, gibt einmal den Satz "Ich hab ihn halb tot geschlagen, ich schwörs, was kann ich dafür, dass eine Drecksau draus geworden ist" zum besten. Fleischmann präsentiert die Brutstätte des Bösen im ländlichen Idyll - dort kristallisiert sich eine grausame, kollektive Bestie heraus. Eklig fand ich aber die Szene, in der das Schwein geschlachtet wird und da frage ich mich wirklich, ob es sein muss, dass man aus dramaturgischen Gründen ein Tier für den Film opfern muss. Dieser Schlacht-Szene beginnt mit einem Schuß, der das Tier tötet und dann zeigt Fleischmann explizit wie das Tier geschchlachtet und verarbeitet wird. Während dieses Vorgangs wird dann die arme Hannelore von drei Männern bedrängt, die ihr das Schweinehirn in den Mund stopfen und ihr gewaltsam den Slip ausziehen. Allerdings verfehtl diese schreckliche Sequenz ihre Wirkung nicht. Was Fleischmann gut gelungen ist die Tatsache, dass er das Dorf nicht in Gute und Böse zerfallen lässt. Es wirkt als würden die Dorfbewohner durch eigenen Ängste motiviert sein, denn jeder könnte nur zu leicht durch eine einzige Verfehlung vom Kollektiv in die untere Reihe der Hackordung landen. Insgesamt ein grausames Szenario, dass Fleischman hier zeigt und mit dem mulmigen Gefühl hinterlässt er den Zuschauer, dass "Niederbayern" womöglich überall sein könnte. Und aktuell ist der Film sicherlich noch immer - denn Herden, die zur Meute werden, gibt es weiterhin.
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am 8. Februar 2015
Eindrucksvolles und beklemmendes Lehrstück von Ignoranz, Dummheit, Borniertheit, Bosheit, Gewalt und Faschismus - "Tugenden", die nach Nazideutschland noch lange Zeit, gerade auf dem Land, etabliert waren; ob in Niederbayern oder sonstwo, spielt keine Rolle: "Raus mit der schwulen Drecksau!", so das Motto.
Zwar ist das Ende abzusehen und die Figuren scheinen von Laiendarstellern gespielt; dem Niveau und der Intensität des Filmes tut dies jedoch keinen Abbruch. Die Bilder, Dialoge und Handlungsweisen, in denen der menschenverachtende Charakter der Dorfbevölkerung ans Licht kommt, sind haufig geschickt boshaft-zynisch von jovialer und unschuldiger Blasmusik untermalt; fast schizophren erscheint so die Doppelmoral aus scheinbarer Tugendhaftigkeit und übelster Menschenhetze.
Fazit: Rundum empfehlenswert für Filmliebhaber, die sich gerne mit ernsten Themen auseinandersetzen und sich weder von Schwarzweiß noch von starker dialektaler Einfärbung abschrecken lassen. Wer kein Wort Bairisch versteht, hat dann allerdings Pech gehabt.
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am 21. September 2014
Ich war bei den Dreharbeiten an vielen Drehtagen und einigen Szenen dabei und habe das Ergebnis bei der Uraufführung und 10 Jahre später im Fernsehen gesehen. Ich finde es schade dass der Film in mehreren Bereichen neu geschnitten wurde und etliche Szenen nicht mehr vorhanden sind. Das Material auf der DVD ergibt aus meiner Perspektive einen anderen Film, was ich schade finde.
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am 5. Februar 2015
Ein "schlimmer" Film, der auch heute noch aufwühlt. Sicherlich wird hier bewusst übertrieben, weil man eine Botschaft hat und, zu der Zeit passend, den "Spießern" hinschmeißen will. 1968 war Homosexualität in Deutschland noch strafbar. Diese Gruppendynamik und die Bösartigkeit in einem Dorf, das überall sein könnte, lassen einen ratlos zurück. Das Booklet dazu ermöglicht einem, das ganze mit interessanten Infos noch einmal aufzuarbeiten. Daß hier zwei bekannte und politisch engagierte deutsche Schauspielerinnen, Hanna Schygulla und Angela Winkler, ihr Filmdebut geben, geht fast schon unter. Interessant nebenbei, daß der Film auf der Homepage der Gemeinde Unholzing nicht erwähnt wird. Über den Grund darf spekuliert werden.
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am 15. Februar 2014
Hat mir gut gefallen.
Es ist auch die Altersangabe richtig.
Es wird das bäuerliche Leben in Bayern in allen Facetten der Zeit um 1970 gezeigt, incl. das Schlachten eines Schweines, mit dem Stich in des Hals, damit das Blut abfließen kann.
Die Milieudarstellung der Zeit war sehr gut gemacht.
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am 25. November 2012
Wer in einem kleinen Dorf groß geworden ist, wird diesen Film auch verstehen. Vieles ist, bwz. war leider Realität (in einer Szene z.B. sagt der Dorfpfarrer zum Bürgermeister das er sich keine Sorgen um die nächste Wahl zu machen brauche, er würde der Bevölkerung schon "PREDIGEN" wen sie zu wählen haben). In solchen Gemeinden war, bzw. ist es vielen Bewohnern heute immer noch wichtig "Was die Leute denken". Das dieser Film mit geringen Budget, bzw Fleischmanns erster richtiger Spielfilm war lässt sich unschwer erkennen. Aber es stört irgendwie auch nicht wenn mal ein Aufnahmemikrophon von den Dreharbeiten am Bildrand erscheint. Durch die vielen Laiendarsteller kommt der Film auch sehr realistisch rüber. Schade das sich heute kaum noch Filmemacher an solchen Stoff wagen.
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am 21. November 2014
Wie geht ein bayerisches Dorf, in dem es sich um Schweinezucht, Weizenanbau, die Kirche und den Bürgermeister geht, mit dem heimgekehrten Sohn um, der in der "Großstadt" Landshut sein Outing hatte. Vorurteile, Verachtung, ständige Hänseleien. Das muss ein schlimmes Ende nehmen.
Die falsche Doppelmoral und das Leben und Denken zu der Zeit wurden hier ganz ausgezeichnet in Szene gesetzt.
Genre Krimi trifft sicher nicht zu. Dafür kann man von einem Heimatfilm sprechen, der, in dieser Weise, seines Gleichen sucht.
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am 30. Dezember 2013
Der Film ist sehr gut. Ich bin aber sehr enttaucht, weil es nur den ersten Teil von dem Film gab.
Ich finde es unverschämmt vom Zulieferer.
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am 22. Dezember 2013
Der Film ist reine Geschmacksache. Bis zum Schlachtfest war ja alles OK.
Bestimmt gibt es Liebhaber des Films. Wir können den z.Teil schlecht verständliche Bayrische Dialekt nicht noch
einmal anschauen.
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