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am 15. Mai 2012
Auf den ersten Blick betrachtet eine gute Idee von Michael(John C. Reilly), aber genaugenommen ist das der Anfang der Katastrophe. Als der Alkohol die Hemmungen der Beteiligten abbaut, gibt es eine verbale Schlammschlacht allererster Güte in der New Yorker Wohnung der Familie Longstreet. Als Zuschauer und Zuhörer dürfen wir dabei bestaunen, wie schnell es geht, dass zivilisierte Umgangsformen im Klo heruntergespült werden, um archaischem Platzhirschgehabe und kompletter Hysterie Platz zu machen. Roman Polanski hat diese Geschichte, nach dem erfolgreichen Bühnenstück von Yasmina Reza, hervorragend auf die Leinwand gebannt. Dabei braucht -Der Gott des Gemetzels- ein wenig, ehe er sich auf dem Bildschrim richtig austobt. Leben versprüht Polanskis Film vor allem durch die exquisiten Darsteller.

In einem Streit zwischen elfjährigen Jungen schlägt Zachary Even zwei Zähne aus. Jetzt treffen sich die Eltern, um zu klären, wie man sich verhalten soll. Zachs Eltern sind die Investmentbankerin Nancy(Kate Winslet) und der Anwalt Alan(Christoph Waltz). Evens Eltern sind der Verkäufer Michael und die Hobbyschriftstellerin Penelope(Jodie Foster). Zunächst scheint man miteinander klar zu kommen. Irgendwie trifft die Upper Class von Alan und Nancy den Mittelstand in Form von Michael und Penelope. Aber irgendwo brodelt da ein Funke. Als Alan ständig telefoniert und Nancy sich kurze Zeit später auf den Stubentisch übergibt, bringt dieser kleine Funke das Wort- und Gefühlsgemisch in der Wohnung zur Explosion. Jeder bemüht sich urplötzlich darum, seinen Gegenüber bloßzustellen und fertig zu machen. Das kann durch einen Wutausbruch oder ein kleines Lächeln geschehen. Am Ende gibt es nur Verlierer und die Frage: Worum ging es eigentlich?

Polanski hat Rezas Bühnenstück gut umgesetzt. Was vor allem wunderbar geklappt hat, war die ständig fortschreitende Eskalation der Geschichte. -Der Gott des Gemetzels- beginnt verhalten. Die schmale Kulisse erfordert da schon ein wenig Geduld, um am Ball zu bleiben. Spätestens nach einer halben Stunde aber wird man mit brillianten, bitterbösen Dialogen belohnt. Hat Michael tatsächlich den Hamster ausgesetzt? Ist Penelope tatsächlich so eine verschrobene Nudel, die den Armen in Afrika helfen will? Wann dreht Nancy endgültig durch? Verliert dieser süffisante Alan eigentlich nie die Ruhe? Diese und andere Fragen treiben einen immer tiefer in die Geschichte hinein.

Alle vier Mimen sind perfekt in ihren Rollen. Meine persönlichen Favoriten waren zum einen Jodie Foster mit Mut zur Hässlichkeit. Wenn sie in ihrer Wut eine hassverzerrte, ungeschminkte Fratze in die Kamera schleudert, ist das Schauspielkunst vom Allerfeinsten. Christoph Waltz scheint mit einem Fingerschnippen große Gefühle auslösen zu können. Mit seiner unterkühlten Überheblichkeit kommt er brilliant rüber, bis sein Handy in der Blumenvase landet. Dann ist es auch mit seiner Nonchalance vorbei...

-Der Gott des Gemetzels- ist dialoglastiges Bühnenkino. Wer so etwas mag, der muss sich den Film einfach ansehen. Allein die Schauspielleistungen sind das wert. Eine Garantie, dass dieser Film jedem gefällt, würde ich nicht abgeben. Bei der Adaption von Bühnenstücken muss das Medium Kino immer einen kleinen Spagat vor die Kamera zaubern. Hier ist er, wie ich finde, gut gelungen.
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TOP 500 REZENSENTam 15. Februar 2013
Wie oft sagt man in der heutigen Zeit, dass früher alles besser war?
Früher hat man sich kurz geprügelt und fünf Minuten später hat man sich die Hand gereicht und ein Pausenbrot verdrückt.
Heutzutage gibts sofort Polizeieinsätze, welche sämtliche Beteiligte auf Waffen und Drogen durchsuchen.

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Beim Gott des Gemetzels, gibts inetwa eine ähnliche Situation. Zwei Elternpaare diskutieren über eine Auseinandersetzung ihrer Söhne. Einer davon, hat dem anderen mit einem Stock einen Zahn ausgeschlagen.

Anfangs, wird erwachsen darüber diskutiert. Doch schon nach kürzester Zeit werden durch falsche Ausdrucksweisen, kleine Missgeschicke und das Desinteresse eines ständig telefonierenden Vaters (Christoph Waltz in Höchstform) alle Rahmen gesprengt. Nach Schreiattacken, einem versenkten Handy in der Blumenvase und Whisky mit Zigarrenrauch in einer Nichtraucherwohnung endet der gesamte Film in einem riesigen Chaos.

Das spektakuläre daran ist eigentlich, dass der gesamte Film nur im Wohnzimmer eines der Ehepaare spielt. Es ist im Endeffekt mehr oder weniger eine Art Theater-Aufführung, jedoch mit Oscar-Starbesetzung. Aufgrund der unglaublich starken schauspielerischen Leistung von der wundervollen Jodie Foster - und natürlich auch von Kate Winslet, die schon längst bewiesen hat dass ihre Rolle in 'Titanic' nur ein Tropfen auf dem heißen Herd war und sie für viel größeres bestimmt ist - ist man wirklich vom ersten Moment bis zur letzten Sekunde brüllend vorm Fernseher und somit wirklich bestens unterhalten.

Für junge Menschen welche noch nie mit Konflikten umgehen mussten - als auch für Menschen die Theater nicht mögen - ist der Film vermutlich nichts. Alle anderen sollten unbedingt zuschlagen - Der Gott des Gemetzels ist eine Dramakomödie der obersten Liga!
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am 25. August 2013
Nach einer Prügelei ihrer 11 jährigen Söhne treffen sich die Eltern - vordergründig um über die Konsequenzen für ihre Söhne zu sprechen. Das Ergebnis hat nur noch wenig mit der eigentlichen Tat zu tun, denn schon bald entpuppt sich das Treffen als wahre Ausuferung der innersten Gefühle. So verlieren beide Paare im Verlaufe der Handlung ihre Fassung und plaudern über intimste Gedanken ihrer enttäuschten Ehen.

Meiner Meinung nach ist es vor allem die sehr gute Besetzung, die diesen Film zu einer Überraschung für mich gemacht hat. Jeder Charakter überzeugt durch die Darstellung vielschichtiger Facetten, so dass obwohl die Handlung ja wie in einem Kammerstück üblich, nur in einem Raum statt findet.

Klasse Film!
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am 24. Januar 2013
Sicher. Aber muss es deshalb schlecht sein?
Vergibt man deshalb 1-3 Sterne? Liegt es nicht etwa an der falschen Erwartungshaltung und tut man nicht damit dem Film unrecht?
Es gibt heutzutage genug Möglichkeiten, sich über einen Film vorab zu informieren. Wenn mich ein Film interessiert, schaue ich mir zuvor Inhaltsbeschreibung und idealerweise einige Kritiken an und entscheide dann, ob ich den Film sehen will.
Hier war klar, dass es sich um abgefilmtes Theater handeln würde.Auch nicht gerade mein Genre.
Gereizt hat mich aber die interessante Kombination der Schauspieler und das mögliche Potential.
So war es dann auch. Grosses Schauspielerkino...man hat keinen Moment den Eindruck, dass sie ihre Rollen spielen. Sie sind die Personen, die sie darstellen.
Das geht soweit, dass sich das Gesicht von Jodie Foster zeitweise in eine hässliche Fratze verwandelt.
Ich kann diesen Film nur empfehlen. Ich fand ihn lediglich zu kurz. Für mich hätte diese Streiterei endlos weitergehen können.
Interessant auch der Abspann.
Unbedingt ansehen!
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am 24. März 2013
Es ist ein Bühnenstück vom Broadway, das verfilmt wurde. Es spielt eigentlich nur in einer Wohnung.
Die Besetzung ist hochkarätig, die Dialoge sind einfach nur phantastisch und voll aus dem Leben gegriffen.
Alleine Christoph Waltz bringt mit seiner Art eine herrliche Spannnung zwischen den Schauspielern auf.

Zum Inhalt wurde hier schon genug gepostet.

Ein Film ist natürlich Geschmacksache, dem einen gefällt er, dem anderen nicht.
Daher möchte ich mich nur zum Bild und zum Ton äussern.
Bild und Ton sind auf einem hohen Niveau.
Bild ist gestochen scharf , Ton ist gut abgemischt,
Das Bild habe ich über einen 46"-LCD gesehen und den Ton über eine sehr gute Surroundanlage (Pioneer und Nubert) gehört ;-))
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am 26. Dezember 2012
Sehr beeindruckender Film, der mich in vielen Szenen zum "breiten" Grinsen animiert hat. Christoph Waltz ist einer der besten Schauspieler, die es gibt und Kate Winslet als seine Frau - das ideale Paar. Seien wir doch ehrlich - der Film spiegelt viel von uns langjährigen Verheirateten oder Beziehungsgeschädigten wider. Wir denken vieles, sagen es selten oder nie. Denn: Wahrheit tut weh. Als Erwachsene können wir wenig verzeihen, daher ist das, wie die Kinder am Ende des Filmes agieren, doch das, was wir uns für uns selbst wünschen...auch verzeihen und Fünfe mal grade sein lassen können.
Absolut empfehlenswert. Ich habe mir den Film mittlerweile mehrfach angesehen.
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am 23. Juni 2013
Diese Art von Filmen ist selten geworden:
Hier steht keine Action im Vordergrund und auch keine Spezialeffekte. Hier spielen vier bekannte Schauspieler in nur einem Raum bzw. einer Wohnung mit der Macht der Worte abwechselnd mit und gegeneinander. Dabei ist der Betrachter unbeteiligter Zuschauer, wie vier scheinbar gebildete, erwachsene Menschen mittels Aussprache und Diskussion einen handgreiflichen Streit ihrer beiden halbwüchsigen Söhne aus der Welt schaffen wollen und dabei die Fassade Ihrer Ehen und Familien immer weiter einbricht, bis schließlich die Situation eskaliert.
Hervorragend gespielt, auch wenn manchmal etwas überzeichnet. Es gab ein oder zwei Stellen im Film, an denen ich - wäre ich Beteiligter in dieser Situation - das Treffen einfach abgebrochen hätte. Aber ansonsten auch ohne Action sehr spannend anzuschauen und vor allem zuzuhören und mitzuerleben.
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am 8. Februar 2018
Ein wirklich klasse Film!
Lohnenswert!

Den Film selbst rezensiere ich hier aber nicht - das hat Amazon (oder einschlägige Film-Seiten im Netz) bzw. haben diverse weitere Käufer schon getan :-)
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am 29. Februar 2016
Die Schauspielerriege, die Polanski in diesem dialoglastigen Werk versammelt, spielt wahrlich überragend. Einzig Christoph Waltz setzt dem Ganzen noch die Krone auf - hier hätte er die Filmpreise dieser Welt verdienter gehabt als bei den bereits ausgezeichneten Rollen.
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am 13. Oktober 2016
Der Film ist ganz klar Geschmackssache... Ich persönlich finde ihn einfach total unterhaltsam und lustig! Die Schauspieler sind allesamt perfekt in ihren Rollen und es macht Spaß dabei zuzusehen, wie alles eskaliert :D
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