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am 27. August 2014
Habe das Buch empfohlen bekommen und bin auf das Lesen der ersten 20 spannenden Seiten hereingefallen. Danach flaut die Geschichte ab und entwickelt kaum Spannung und schon gar keine Überraschungen. Man nehme das übliche: Eine Titelhedin, eine Art weiblicher Spiederman, die durch eine spektakuläre, wenn auch sehr fragwürdige Aktionen und Methoden für den eigenen Dienstherren das FBI in den Knast gegangen ist und dies auch wieder tut. Schon sehr unglaubwürdig. Eine, nein zwei, maue Liebesgeschichten, Logigfehler: z:B.mal ist die Heldig blond, mal brünett. Das FBI ist dem Verbrecher dicht auf den Fersen, aber trotzdem hat er noch Zeit unbemerkt eine Frau zu entführen und sie an einem abgelegenen Ort zu verstecken. Einzig der Charakter des Anwalts Stein und der letzte Absatz des Romans haben mir wenigstens ein Schmunzeln entlockt.

Normaler Weise hätte ich das Buch spätestens nach den ersten 50 Seiten weggelegt. Aber ich befand mich auf einer längereren Zugfahrt und hatte keinen andereren Lesestoff dabei.Ausserdem muss man ab- und zu ein schlechtes Buch lesen, damit man sich auf's nächste freuen kann.

Fazit: der übliche Ami-Krimi-Billig-Einheitsbrei, hab ich gedacht. Doch wie ich dem Schlusswort entnehmen kann, ist das Buch in Deutschland verlegt worden und da muss man sich schon fragen, haben wir nicht genug eigene Autoren in Deutschland, wie z.B. Sabine Thiesler oder Judith Krieger die diesem hier bei weitem überlegen sind?

Faziit: der übliche Einheitsbrei aus der Ami-Polizeithriller-Mottenkiste.
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am 25. Januar 2014
ist Ben Berkeley mit "Judaswiege".

Sam Burke und Klara "Sissi" Swell waren mal ein Paar, beruflich und auch sonst. Bis er sie wegen ihrer manchmal unlauteren Methoden hat fallen lassen - und Sissi 4 Jahre im Knast verbringen musste. Sams neuer Fall bringt die beiden zumindest beruflich wieder näher. Ein Serienkiller ermordet junge Frauen indem er sie pfählt - er setzt seine Opfer auf einen spitzen Holzpflock, die Judaswiege, und lässt die Schwerkraft den Rest tun. Um den ganzen die Krone aufzusetzen stellt er Fotos und Filmsequenzen seiner Taten ins Internet.

Judaswiege bietet im Plot zwar starken Tobak, verzichtet aber fast komplett auf voyeuristische Gewaltdarstellungen wie sie in solchen Thrillern ja oft zu finden sind. Trotzdem kommt man hier auf seine Kosten - das Ganze wirkt auch so grausam genug. Die Handlung ist spannend und durch einige Zeit- und Handlungssprünge anspruchsvoll und teilweise kompliziert. Die Rollenverteilung ist allerdings sehr klassisch: Sam Burke als Boss der gleichzeitig Psychologe ist, die austrainierte Klara "Sissi", die nicht immer gesetzeskonform aber dafür erfolgreich handelt, der Chef als gelackter Opportunist, im Team ein Computergenie sowie ein paar gute Handlanger. Dazu ein alter, knochiger und gerissener Anwalt samt draller Assistentin die sich prompt in einen Klienten verliebt. Und natürlich der Mörder, der offensichtlich ein irrer Kontrollfreak mit gleich drei Persönlichkeiten sein soll.

Leider gibt es auch ein paar Schwächen. Die Handlung ist schlüssig und durchdacht, hat aber ein paar kleinere logische Fehler die zwar nicht stören, mich aber haben stutzen lassen. Zudem hätte sich Berkeley den letzten Absatz in seinem Roman sparen können, er ist schlichtweg vollkommen albern und überflüssig. Ein etwas langsamer Einstieg (Judaswiege kommt erst nach ca. einem Drittel in Fahrt), die kleineren Patzer und der lächerliche Schlussabsatz kosten einen knappen Stern, trotzdem ist Judaswiege eine klare Empfehlung für Freunde des klassischen Polizei-sucht-Serienkiller-Thrillers.
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am 19. März 2012
Judaswiege ist ein guter Krimi. Leider schafft der Roman es in meinen Augen nicht zum typischen Thriller. Dafür fehlt ihm die nervenzerrende Spannung, die einen nachts aufhorchen lässt, wenn ein winziges unscheinbares Geräusch den Schlaf stört. Die einen dazu bringt das Buch nicht aus den Händen legen zu können.
Das und vielleicht zu viele Protagonisten, deren Charaktere zu wenig beschrieben werden, hemmen den Spaßfaktor beim Lesen.
Aber das Ende ist der Hammer. Hier hat Ben Berkley ganze Arbeit geleistet... Rund um: Ein gutes Buch, bei welchem ich nicht bereue es gelesen zu haben.
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am 18. Februar 2014
Um dieses Buch bin ich schon eine ganze Weile lang herumschlawänzelt und als es bei meiner letzten Rebuy - Bestellung Anfang des Jahres dabei war, habe ich es mir nun endlich zur Hand genommen.

Das Folterinstrument "Die Judaswiege" war mir schon im Vorfeld ein Begriff und gerade deshalb wollte ich diesen Thriller unbedingt lesen.

Jessica ist mit ihrem Mann gerade auf Hochzeitsreise auf Maui, als sie in die Hände eines Psychopaten gerät. Mittels einer - unter ihrem Fahrersitz eingebauten - Bombe lockt er sie zu sich in ein abgelegenes Waldgebiet. Dort beginnt er seine grausame Folter, welche mit Hilfe der Judaswiege - einem mittelalterlichen Folterwerkzeug - ein brutales Ende für Jessica findet und nach ihr noch weitere Frauen.
Bald jedoch recht dem Täter das nicht mehr und er beginnt sich selbst dabei zu filmen und seine Taten ins Internet zu stellen, anfangs noch als harte Pornographie getarnt.
Sam Burke nimmt sich diesem schwierigen Fall an. Er ist leitender Ermittler beim FBI und zudem Psychologe, auch wenn er oft genug an seine Grenzen gerät. Seine Ex - Partnerin Klara wird ihm zusätzlich an die Seite gestellt und schon bald befinden sich beide in mitten eines oerfiden Spieles eines Mörders, welcher ihnen so noch nie untergekommen ist und nicht nur das Leben von weiteren Frauen scheint in Gefahr.

Das Buch beginnt gleich mit der Entführung samt Autobombe von Jessica und man wird förmlich in den Taghergang und die Story hineingeschmissen.
Der Autor beschreibt Jessicas letzte Stunden oder eher Minuten, ohne dabei richtig - ebenso wie bei den anderen morgen - ins Detail zu gehen und doch fühlt sich man teilweise, als wäre man selbst dabei.
Mein Lieblingscharakter war definitiv der betuchte Anwalt Dr. Thiblaut Godfrey Stein. Seine Art und Weise, seine Verhandlungen zu führen oder dem Ganzen irgendwie doch noch etwas positives abzugewinnen, haben die Situationen oftmals ein wenig aufgelockert.

Das Verhältnis zwischen Klara und Sam ist anfangs etwas kühl und doch nähern sie sich im Laufe der Ermittlungen auch auf privater Ebene ein wenig an, was mir durchaus gefallen hat. Ihre gemeinsame Vergangenheit spielt oftmals eine große Rolle und doch versuchen beide diese hinter sich zu lassen.
Ein Paar, was sich ebenso neu bildet, besteht aus Pia - der Assistentin von Dr. Stein - und Adrian. Adrian von Bingen hat in Jessica seine Ehefrau kurz nach der Hochzeit verloren und nähert sich Pia nur langsam an. Wobei ich dort gestehen muss, dass ich die Situation, in welcher Pia ihrem Adrian ihre Liebe gesteht, doch etwas unpassend fand und auch was seine Wohnung betrifft, gab es einige Unstimmigkeiten.

Ben Berkeley hat es dennoch geschafft, mich mit seinem Roman zu begeistern. Ich wusste in diesem Fall wirklich erst, wer der eigentliche Täter ist, als er dessen Namen genannt hat und vorher hat er mich oftmal auf eine falsche Fährte gebracht.
Man merkt durchaus, dass sich Ben Berkeley Gedanken um sein Werk gemacht hat, dass er mit der Judaswiege und deren Durchführung auseinander gesetzt hat.
4/5 Schneeflöckchenbäume für dieses Buch, was mich trotz kleinerer Schwächen zum Miträtseln, Durchatmen und Gänsehaut kriegen gebracht hat.
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am 19. November 2013
Wer Bücher über Serientäter/-mörder mag, wird auch dieses Buch mögen. Es ist keine Literatur, es gibt keine brillianten Wendungen, aber die Handlung hat "Hand und Fuß", es gibt keine bzw. kaum Ungereimtheiten und für (sorry!) Mimosen auch überhaupt kein Blut; jedenfalls keine übertriebenen und detailierten Schilderungen der Morde. Anfangs hätte ich fast deswegen aufgegeben, aber meine Phantasie wurde angeregt, die Story hat mich gefesselt und ich wollte wissen, wie es weiter geht.

Alles in allem ein gutes Buch, das ich fast wg teilweiser (m.E. fälschlicherweise) schlechten Kritiken fast verpasst hätte! Kaufgrund waren gute Rezessionen das zweite Buch betreffend, das ich (noch im Buchladen stehend) preiswert gebraucht über Amazon bestellt hatte, ohne zu ahnen, dass es einen ersten Teil gab. Als ich dies erfuhr, habe ich mir schnell den ersten Teil auf den Kindle geladen und habe es nicht bereut. Freue mich nun auf den zweiten Teil mit Sam und natürlich Sissi (Klara).
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am 13. Februar 2012
gepaart mit der Liebesgeschichte zwischen dem Ehemann des ersten Mordopfers und der - natürlich bildschönen - Assistentin des - natürlich reichen und unendlich gewieften - Anwalts.

Die Geschichte des Mörders ist wirklich gut ausgedacht, aber die Ermittler haben mir persönlich so nicht gefallen. Der Zufall, dass die amerikanische High-Society- SM- Szene mehr oder weniger behilflich ist und eine Einbrecherkönigin FBI- Ermittlern war, ist, wieder war und dann erneut wird, war mir doch zu weit hergeholt und sympathisch war mir keine der Figuren.

Das Buch ist keine schlechte Unterhaltung aber auch keine atemberaubend spannende Lektüre.

Das e-book war prima; beim Buch wäre mir das Cover zu reißerisch gewesen und überhaupt macht Bücherlesen keine Spaß mehr, wenn man den Kindle kennen und lieben gelernt hat. Bequemeres, augenschonenderes Lesen und kein Bücherschleppen- und stapeln mehr. Eine herrliche Erfindung für die ich mein iPhone hergäbe.
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am 19. Januar 2017
Ja ja das Ende. Zumindest im Hörbuch hätte dies deutlich länger ausfallen müssen. Die Geschichte ist sehr spannend und auch meistens gut und ausführlich erzählt, womit man sich ein sehr gutes Bild von allem machen kann. Dies geht so bis CD 4. Die CD 5 beschäftigt sich dann mit dem Ende der Geschichte und wird meiner Meinung nach immer schneller abgehandelt und irgendwie hat man den Eindruck das Teile der Geschichte einfach weg gelassen wurden. Mag sein das es im Buch ausführlicher steht, dass Hörbuch leidet unter dem Schluss ein bisschen. Trotzdem ein gelungenes Hörbuch.
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Im Jahr 2004 verschwindet die junge Jessica von Bingen spurlos auf Hawaii. Nur ihr Auto wird gefunden, die Ermittlungen verlaufen im Sande. Rund 7 Jahre später erscheinen kurze Bildsequenzen im Netz, auf denen auch Jessica in reell wirkenden Folterszenen zu sehen ist. Dies ruft das FBI auf den Plan. Der Profiler Sam Burke übernimmt den Fall und zieht seine ehemalige Kollegin Klara 'Sissi' Swell als Beraterin hinzu. Während Sam und Klara mit ihren Ermittlungen beginnen, wird bereits eine erste Frauenleiche gefunden, die ganz eindeutige Folterspuren aufweist. Die junge Frau wurde mit einer sogenannten Judaswiege gepfählt. Und der Serienmörder, der seine Opfer mithilfe einer Autobombe zu abgelegenen Plätzen lockt, um ihnen so habhaft zu werden, hat bereits sein nächstes Opfer ins Visier genommen.

Sam Burke und Klara Swell erhalten unerwartete Unterstützung von dem versierten Rechtsanwalt Thibault Stein, der im Auftrag von Jessicas Ehemann ebenfalls in dem Fall aktiv ist. Und obwohl die Ermittlungen von allen Seiten auf Hochtouren laufen, lässt sich einfach keine Gemeinsamkeit zwischen den Opfern herstellen, der Täter scheint planlos über das ganze Land hinweg zu morden und anschließend Bildsequenzen seiner Folterungen ins Netz zu stellen.

Die Story an sich ist jetzt nicht unbedingt neu, irgendwie hat man alles schon einmal gelesen, aber die Umsetzung ist Ben Berkeley dennoch gut gelungen. Hinzu kommt, dass er sein Fachwissen als Experte für Medien- und Täterpsychologie mit einfließen lässt und dadurch gerade die reine Ermittlungsarbeit durchaus realistisch und überzeugend wirkt.

Ohne großes Vorgeplänkel steigt Ben Berkeley bei seinem Erstlingswerk in die Story ein und so ist man zu Beginn gleich bei der Entführung von Jessica dabei und bekommt schon eine kleine Ahnung davon, wie der Täter agiert. Den temporeichen Erzählstil hält der Autor bei und so entwickelt sich der Thriller bis zum Schluss äußerst spannend und fesselnd.

Die Story erzählt Ben Berkeley aus verschiedenen Perspektiven und lässt hierbei auch den Serienmörder nicht außen vor, ohne hierbei jedoch in irgendeiner Form auf dessen Identität einzugehen. Sein Motiv kristallisiert sich im Verlauf des Thrillers zwar heraus, nach welcher Methodik er jedoch seine Opfer auswählt, dies verrät einem der Autor erst auf der letzten Seite. Und diese Idee fand ich wirklich gelungen. Zudem hat mir gefallen, dass Ben Berkeley nicht zu blutrünstig schreibt. Zwar erklärt er schon, wie die jungen Frauen ermordet wurden, geht hierbei aber nicht sehr auf Details ein. Eher legt er bei dem aktuellen Entführungsfall mehr den Fokus auf die Angst und Verzweiflung des Opfers, was einem beim Lesen stellenweise schon nahe geht.

Vordergründig ist man aber natürlich bei den Ermittlungen und somit beim Team von Profiler Sam Burke dabei. Hierbei stellt man auch ziemlich schnell fest, dass das Verhältnis zwischen Klara und Sam durch ein Ereignis aus der Vergangenheit vorbelastet ist, die Beiden aber doch soweit Profis sind, um dies nicht in ihre Arbeit mit einfließen zu lassen. Zusätzlich wird man auch ständig über die Aktivitäten des Anwalts Stein und seiner Assistentin Pia Lindt auf dem Laufenden gehalten. Zudem gewährt der Autor einem als Leser auch ein wenig Einblick in das Privatleben der einzelnen Mitwirkenden, ohne dies jedoch zu sehr in den Fokus zu rücken. Zudem sind die Wechsel der Erzählstränge recht häufig und zumeist sehr gut gelegt, wodurch die Spannung konstant auf hohem Niveau gehalten wird.

Seine Charaktere sind ziemlich unterschiedliche Typen. Das ist einmal die sympathische, resolute und sture Klara Swell, die für Ermittlungen auch gerne einmal ziemlich unkonventionelle Wege einschlägt. Ihr Pendant ist der Psychiater und FBI-Profiler Sam Burke. Dieser stringent arbeitende, immer korrekt angezogene und eher konservativ eingestellte Ermittler ist zwar nicht immer mit Klaras Aktivitäten einverstanden, deckt sie aber gewissenhaft gegenüber ihren Vorgesetzten. Tja, und dann gibt es noch den älteren Herrn, Rechtsanwalt Thibault Stein. Dieser ist wahrhaft ein Gentleman alter Schule, gewitzt, integer und wirklich mit allen Wassern gewaschen. Und auch er schreckt nicht vor unlauteren Mitteln zurück, wenn diese dem Fall nutzen können.

Fazit: Ein sehr spannender Thriller, der weitgehendst auf blutrünstige Szenen verzichtet, mit einer recht komplexen und schlüssigen Story aufwarten kann und ein Ermittlerteam präsentiert, das überaus sympathisch dargestellt wird.
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am 18. Juni 2012
Ein neuer Typ Serienkiller ergötzt sich daran, seinen Opfern unendliches Leid zuzufügen, um ihre Angst zu maximieren und sich so an ihrem Entsetzen zu weiden. Sam Burke, seines Zeichens FBI Agent und seine Ex -Geliebte und Ex -Kollegin ermitteln in diesem Fall.
Ein Buch ohne Tiefgang , gestaltete mit einer mehr als einfachen Sprache. Die Figuren sind seicht und übersimple gezeichnet , keiner von ihnen vermag es die Fantasie des Lesers anzuregen , oder seine Sympathie zu erringen. Der Plot hat mehr als nur eine Schwäche unabhängig von der fehlenden Spannung. Alles ist zu einfach und durchsichtig ,nicht mal gut für Regentage.
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TOP 500 REZENSENTam 20. Februar 2012
Jessica von Bingen könnte kaum glücklicher sein: Vor wenigen Tagen erst hat sie ihren frischgebackenen Ehemann Adrian geheiratet und befindet sich nun auf Maui, wo die beiden ihre Flitterwochen verbringen. Als sich Jessica nach einem Strandtag mit ihrem Auto auf den Weg zurück in ihr Ferienhaus machen will, wird sie plötzlich von einem fremden Mann angerufen. Dieser bringt sie dazu, einen Blick unter den Fahrersitz zu werfen, wo Jessica dann eine blinkende Bombe auffindet. Der unbekannte Anrufer zwingt sie anschließend zu einer Fahrt in ein abgelegenes Waldstück, wo Jessica schließlich den Wagen verlassen darf. Allerdings nur, um darufhin von ihrem Peiniger durchs dunkle Dickicht gejagt zu werden'

Rund sieben Jahre später stößt ein junger Computerspezialist des FBI mithilfe einer neuen Technologie im Internet auf ein Video, welches eindeutig die immer noch vermisste Jessica von Bingen zeigt, wie sie gefangengehalten und brutal gequält wird. Diese Information erreicht über Umwege auch den erfahrenen und gerissenen Anwalt Thibault Stein, der Jessicas Ehemann Adrian seit vielen Jahren kennt. Zusammen mit seiner aufstrebenden Assistentin Pia Lindt und Adrian von Bingen stellt der Anwalt nun eigene Nachforschungen an, um das Schicksal der vermissten Frau aufzuklären. Unterdessen findet das FBI weitere Folter-Videos im Internet'

'Judaswiege' ist der erste Roman des amerikanischen Autors Ben Berkeley, der auch als Berater des FBI fungiert(e) und laut Verlagsangaben einer der führenden Experten für Medien- und Täterpsychologie ist. Als Sohn deutscher Einwanderer wurde Berkeley zweisprachig aufgezogen und wenn ich das Nachwort richtig interpretiere wurde 'Judaswiege' auch zuerst in Deutschland verlegt. Ebenso überrascht hat mich auch, dass der offizielle Internetauftritt des Autors sowie die Facebook-Seite (auf welcher der Autor übrigens auch selbst und umfassend schreibt und auf Fragen antwortet) ebenfalls 'in deutscher Hand' sind, ich war beim Kauf des Buches eigentlich von einem 'amerikanischen' Thriller ausgegangen.

Inhaltlich ist er das aber auch absolut, denn die Handlung erstreckt sich quer über die Vereinigten Staaten und im Mittelpunkt stehen Agenten des FBI. Leider ist mir der Einstieg in dieses Buch recht schwer gefallen, was meiner Meinung nach vor allem auf die anfangs anstrengende Erzählweise zurückzuführen ist. Berkeley springt in seiner Einführung munter durch Raum und Zeit, ständig wechseln Schauplätze und Protagonisten, zudem baut der Autor immer wieder Rückblenden auf weitere Opfer des offensichtlichen Serientäters ein. Das macht die Orientierung nicht gerade leicht, zumal mir nicht so wirklich klar wurde, welche Figuren eigentlich im Mittelpunkt der Handlung stehen sollen.

Charaktere gibt es nämlich in Hülle und Fülle. Da wäre zum einen der Ehemann der vermissten Jessica, der immer noch nicht über das Verschwinden seiner Frau hinweggekommen ist. Dieser tut sich mit dem Anwalt Stein und dessen Assistenten Pia zusammen. Stein wiederum holt sich dann noch die ehemalige FBI-Agentin Klara 'Sissy' Swell ins Boot, die nach einer missglückten und illegalen Informationsbeschaffung (= Einbruch) suspendiert und verurteilt wurde und sich nur mit einer Fußfessel bewegen darf. Dann gesellt sich auch noch der FBI-Agent Sam Burke dazu, der die offiziellen Ermittlungen leitet und früher beruflicher und privater Partner von Klara war. Dazu kommt dann noch die ein oder andere größere Nebenrolle, wie z.B. der Computertechniker Wesley Brown oder das SM-Pärchen Vittorio und Virginia.

Zu der modernen Aufmachung der Story gehört auch der Einsatz neuer Technologien, wie ein Algorithmus, der Fotos vermisster Personen anhand einer umfangreichen Bildersuche mit allen erdenklichen Internetfotos abgleichen kann, oder der Einsatz einer Geierstaffel, die auf dem Luftweg nach Leichen Ausschau hält. Außerdem spielt das Internet selbst eine wichtige Rolle, denn Berkeley bringt bei der Charakterisierung des Täters den Begriff der 'Triple-Identität' ins Spiel, bei dem Einflüsse neuer Medien einen großen Faktor darstellen. Diese Aspekte sorgen für frischen Wind und heben sich dadurch angenehm von der Masse an anderen Thrillern ab. Allerdings kommt die Geschichte erst ab der Mitte des Buches richtig in Fahrt, wenn man nämlich endlich einen Überblick über die Figurenkonstellationen und sonstige Zusammenhänge gewonnen hat. Dann entwickelt sich eine temporeiche Story mit der ein oder anderen Überraschung, die dann auch zu einem soliden Ende geführt wird.

Nun komme ich aber zu dem Punkt, der mich bei der Lektüre von 'Judaswiege' am meisten gestört hat: Irgendwie ist mir alles ein wenig zu sehr aufgebauscht. Das beginnt schon mit der Figur der Klara Swell. Diese wird nämlich schnell zu einer Art Super-Agentin hochstilisiert, die nachts im Catwoman-Kostüm illegale Einbrüche verübt um mit den gewonnenen Informationen die offiziellen Ermittlungen anzutreiben. Natürlich geht das bei rund 80 Einbrüchen nicht immer gut und so ist es auch kein Wunder, dass sie zu Beginn der Handlung als arme Kellnerin in einem heruntergekommenen Imbiss landet, noch dazu steht sie immer noch unter Bewährung. Als sie dann aber doch wieder reaktiviert wird, ist ihr dann selbstverständlich kein Hindernis zu hoch und 'Superwoman' ist zurück auf ihrem Kriegszug gegen die Verbrecher dieser Welt.

Auch die Ermittlungen erscheinen mir in ihrem Umfang nicht realistisch und wenn es nach dem Roman geht schwimmt das FBI offenbar im Geld. Kaum werden zwei tote Frauen aufgefunden wird eine eigene Einheit zusammengestellt, die sich nach Lust und Laune aus dem umfangreichen Gadget-Katalog ihr Equipment zusammenstellen darf. Einsatzzentrale in einem gesicherten Testgelände ' kein Problem; riesige und hochmoderne Flachbildschirme, welche die Wände des improvisierten Gebäudes bilden ' wenn's mehr nicht ist' irgendwie ist alles ein bis zwei Nummern zu groß geraten. So hätte es auch gereicht, EINE Liebesgeschichte in die Story einzubauen und nicht gleich noch eine zweite, wenngleich diese dann immerhin etwas verhaltener daherkommt. Ebenso verwunderlich ist, dass die im Klappentext groß beworbene Hauptfigur des Sam Burke in der ersten Hälfte nahezu überhaupt keine Rolle spielt und in meiner subjektiven Wahrnehmung erst hinter Klara Swell, Thibault Stein, Adrian von Bingen und Pia Lindt eingeordnet wurde ' von einer tragenden Rolle hätte ich da ein bisschen mehr erwartet. Viel größeres Potenzial hat hier die Figur des gerissenen Anwalts, der mit allen Wassern gewaschen ist und mit sichtlicher Freude seine 'Gegner' aufs Kreuz legt.

Mein Fazit:
'Judaswiege' von Ben Berkeley ist mitnichten ein schlechtes Buch, allerdings hätte man mit ein bisschen mehr Bescheidenheit sicher noch viel mehr aus der Story herausholen können. An manchen Stellen verliert diese nämlich ein bisschen an Bodenhaftung und wirkt recht übertrieben, was eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre. Das gleiche gilt für die oft etwas überzeichneten Protagonisten, allen voran die (Ex-)FBI-Agentin Klara Swell mit ihrem 'Superheldenkostüm'. Punkten kann das Buch durch einige frische Ideen und seine Aktualität, gerade was den Bezug auf neue Medien angeht. Positiv ist meiner Meinung nach auch hervorzuheben, dass Berkeley den Gewaltanteil trotz der Erwähnung drastischer Foltervideos relativ niedrig hält, was gerade beim Blick auf das blutrünstige Buchcover (mit seinen blutüberströmten Holzpfählen) für mich doch etwas überraschend kam. Der Autor belässt es meist bei vielsagenden Andeutungen, ohne bei brutalen Szenen allzu sehr ins Detail zu gehen. Insgesamt ist 'Judaswiege' somit ein solider Thriller, dessen erste Hälfte jedoch viel zu zäh und zu chaotisch geworden ist. Erst im zweiten Teil konnte die Geschichte ihr Potenzial entfalten und hat es dann auch geschafft, mich ans Buch zu fesseln. Leider sorgt der total misslungene Schlussabsatz für einen negativen letzten Eindruck, diesen 'Gag' hätte man sich echt schenken können. Für die vom Autor bereits auf seiner Facebook-Präsenz angekündigte Fortsetzung bleibt also noch genügend Luft nach oben.
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