Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
23
5,0 von 5 Sternen
5 Sterne
22
4 Sterne
1
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Blu-ray|Ändern
Preis:22,70 €+ 3,00 € Versandkosten

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 22. Januar 2003
"Sein oder nicht sein" muß man einfach gesehen haben - diese Mischung aus Komödie und tiefem Ernst, aus Shakespeare-Zitaten von "Hamlet" über "Julius Caesar" bis zum "Kaufmann von Venedig", diese irrwitzige Geschichte, in der Spiel und Ernst durcheinandergeraten, als eine abgewrackte kleine polnische Theatertruppe ein Verwechslungs- und Maskendrama um ihr nacktes Überleben spielen muß. Lubitsch wußte bei der Produktion des Films noch nicht um die wahren Ausmaße der Verbrechen im Dritten Reich, doch das macht seinen Film keineswegs obsolet, vielmehr gewinnen im Nachhinein viele der komischen Szenen eine ganz besondere, traurige Tiefe, wenn man sie aus heutiger Perspektive betrachtet.
Die Besetzung ist genial: Bezaubernd Carole Lombard (Ehefrau von Clark Gable) als flatterhafte Maria Tura - die letzte Rolle der Schauspielerin, die noch vor Premiere des Films im Alter von erst 33 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Unnachahmlich der eitel-aufgeblasene Jack Benny als Joseph Tura ("Soso, man nennt mich also Konzentrationslager-Erhardt!"), sein Gegenspieler Sig Ruman als tollpatschig-gefährlicher Nazi Erhardt ("SCHULTZ!!!"), das untergebutterte tragische Duo der Kleindarsteller Bronski und Grünberg ("Aber das hätte doch einen Lacher gegeben.").
Die deutsche Synchronfassung ist traumhaft gut gelungen und mindestens ebenso hörenswert wie das Original. Alle Stimmen passen perfekt zu den jeweiligen Darstellern.
Status: Kultfilm!
0Kommentar| 51 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 11. September 2012
Und was für den Ehemann gilt, gilt auch für den Zuschauer, weshalb wir den im Verlauf von Ernst Lubitschs gesamtem Film “To Be or Not to Be” (1942) nie wirklich erfahren, wie weit das Schäferstündchen zwischen der Schauspielerin Maria Tura (Carole Lombard) und ihrem Verehrer, dem Piloten Sobinski (Robert Stack) gediehen ist. Aber, wie auch die Ehefrau sagt, als ihr Gatte, der große, große polnische Schauspieler Josef Tura (Jack Benny), von dem Sie sicher schon mal gehört haben, auf Aufklärung in dieser Sache dringt, gibt es im Augenblick auch viel Wichtigeres: Immerhin befindet sich Polen unter Nazi-Okkupation und der Zweite Weltkrieg wütet in Europa. Da muß zum Beispiel in allererster Linie der abgefeimte Doppelagent Professor Siletzky (Stanley Ridges) unschädlich gemacht werden, bevor er eine Liste mit den Namen der Angehörigen von Mitgliedern des polnischen Untergrundes an den Gestapo-Schergen Ehrhardt (Sig Ruman) aushändigen kann. Da Siletzky den Gestapo-Funktionär noch nie zuvor persönlich zu Gesicht bekommen hat, wäre es doch für einen Schauspieler wie Josef Tura ein Leichtes, quasi eine Fingerübung, sich als Ehrhardt auszugeben, um Siletzky die Namensliste abzuluchsen.

Das wäre es sicher, wären da nicht die Selbstverliebtheit und auch die Eifersucht des geltungssüchtigen Mimen …

Ernst Lubitschs „To Be or Not to Be“ ist neben Chaplins „The Great Dictator“ (1940) sicher eine der gewagtesten und gleichzeitig auch brillantesten zeitgenössischen Satiren auf den Nationalsozialismus und besticht vor allen Dingen durch ihren teilweise auf jüdischem Humor aufbauenden Wortwitz, der sich – dies soll aber nicht heißen, daß die deutsche Synchronisation schlecht wäre, denn dies ist sie beileibe nicht – nicht immer adäquat übersetzen läßt, wie er etwa hier, in einem meiner Lieblingsbeispiele, zutage tritt:

„Mr. Rawitch, what you are I wouldn’t eat.“
“How dare you call me a ham!”

Aber auch Situations- und Charakterkomik werden in “To Be or Not to Be” aufs virtuoseste ausgereizt: Man denke nur an die Art und Weise, wie Tura seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen versucht, als man ihn mit der Leiche Solitzkys im Wartezimmer schmoren läßt. Oder an den Protagonisten selbst, dessen Eitelkeit und Selbstbezogenheit angesichts der schrecklichen Verbrechen, mit denen die Welt um ihn herum konfrontiert ist, geradezu haarsträubend sind. Dem Film war zur Zeit seines Erscheinens kein allzu großer Erfolg beschieden, was zum einen natürlich mit der Tatsache zusammenhing, daß die Zeitgenossen wenig Neigung verspürten, über die Nazis zu lachen, stellten diese vor der Niederlage in Stalingrad doch noch eine reale Bedrohung dar. Zum anderen überschattete der Tod der unvergleichlichen Carole Lombard bei einem Flugzeugabsturz die Premiere des Filmes, und es mußte auch ein Teil ihres Textes aus dem Film geschnitten werden, der im Lichte ihres furchtbaren Todes eine geschmacklose tragische Ironie ergeben hätte. Doch auch der Umgang mit der polnischen Okkupation im Gewand einer Komödie – auch wenn diese recht eigentlich eine Satire ist – wurde dem Regisseur, der immerhin ein gebürtiger Berliner war, angekreidet. Wer sich allerdings an die Eingangspassage erinnert, in der die zerbrochenen Ladenschilder mit polnischen und jüdischen Namen als stumme Metonymien erscheinen und auf die hinter ihnen stehenden Menschen und ihre Kultur verweisen, die ebenfalls gebrochen worden waren, der wird Lubitsch wohl kaum der Kaltschnäuzigkeit und fehlenden Empathie zeihen und behaupten können, der Film verharmlose den Krieg und mache aus den Nazis lächerliche Knallchargen. Gerade dies ist Oberst Ehrhardt nämlich nicht, denn dank Sig Rumans, in dessen Ausgestaltung dieser Rolle immer wieder auch etwas Brachiales aufblitzt, geben wir uns keinen Moment dem Gedanken hin, dieser Nazioffizier sei ein leicht über den Löffel zu barbierender Volltrottel, sondern sehen immer auch seine Gefährlichkeit – eine Leistung, die meines Erachtens in Mel Brooks‘ Neuverfilmung aus dem Jahre 1983 von Charles Durning nicht erreicht wurde. [1] Ein von besonderem Scharfsinn des Regisseurs zeugendes Detail ist dabei die Neigung Ehrhardts seinen Untergebenen im Angesichte des Scheiterns zu beschuldigen, ihm die Verantwortung zuschustern zu wollen, denn Verantwortung für die Greueltaten und die Zerstörung wollte nach der Niederlage ja niemand der selbststilisierten „Herrenmenschen“ übernehmen.

Es ist deshalb gerade auch die Darstellung der Nazis in diesem Film, die als Beweis dafür gesehen werden kann, daß „To Be or Not to Be“ eine glückliche Balance zwischen Komik und Satire auf der einen, aber auch einem Ernstnehmen des Themas und der Charaktere auf der anderen Seite bewahrt.

Die DVD bringt den Film in der englischen sowie in der deutschen Sprachfassung und mit deutschen Untertiteln. Ansonsten gibt es keine nennenswerten Extras.

[1] Es ist überhaupt fraglich, ob es wirklich eines Remakes von Brooks zu diesem Film bedurft hätte, denn eigentlich kopiert Brooks hier lediglich die meisten – aber beileibe nicht alle – guten Szenen des Originals und fügt nur wenig wirklich witzige eigene Ideen ein; abgesehen freilich von dem wundervollen „All I want is peace … a little piece of Poland, a little piece of France“.
44 Kommentare| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Juni 2008
Als Ernst Lubitsch seinen heute bekanntesten Film drehte, waren die unvorstellbaren Verbrechen des Regimes der Nationalsozialisten noch nicht weltweit bekannt, erst nach dem Krieg wurde das ganze Ausmaß des Grauens, das die Nazis über die Welt gebracht hatten, offenbar. So erklärt sich die Leichtigkeit mit denen die NS - Unterdrücker lächerlich gemacht werden und bis heute gilt "Sein oder Nichtsein" neben Chaplins "Der große Diktator" als hervorragendes Beispiel eines antifaschistischen Propagandafilms, der zum ewigen Klassiker wurde.
Als der Film entstand, hatten Hitlers Armeen fast ganz Europa überrannt oder in Bündnisse gezwungen, nur Großbritannien und nationale Widerstandsgruppen boten den Deutschen die Stirn, die Wehrmacht stand an mehreren Fronten im Krieg und war bereits tief in die UdSSR eingedrungen, wo der Vormarsch erst Ende 1942 in Stalingrad steckenbleiben sollte. Genau wie im Deutschen Reich wurden auch in den USA zahlreiche Propagandafilme zur Unterstützung der Kampfmoral und um den Feind zu dämonisieren oder lächerlich zu machen produziert.
"Sein oder Nichtsein" sollte ein Propagandafilm zur Unterstützung des polnischen Widerstands sein, es wurde eine der brillantesten Komödien aller Zeiten und eine bissige Abrechnung mit dem Nazireich. Die Handlung spielt in Warschau im Jahr 1939, am polnischen Nationaltheater wird eine Komödie mit dem Titel "Gestapo" geprobt, doch die bedrohliche Situation führt zur Absetzung des Stückes und nun wird der politisch unbedenkliche "Hamlet" gegeben. Stars des Ensembles sind das Ehepaar Joseph (brillant als eitler, aber liebenswerter Fatzke, der alle Schwächen in sich vereinigt, die ein Schauspieler nur haben kann: Jack Benny) und Maria Tura (die bezaubernde Carole Lombard, die kurz vor der Uraufführung des Films mit nur 33 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam). Die flatterhafte Maria wird von dem jungen Fliegerleutnant Sobinski (Robert Stack) umworben, was zu einem herrlichen Running Gag führt. Kaum steht Joseph Tura als Hamlet auf der Bühne und beginnt den "Sein oder Nichtsein" - Monolog, steht Sobinski auf und verläßt den Zuschauerraum zum Stelldichein, worauf Tura prompt hängenbleibt. Auch gibt es hier wieder den berühmten "Lubitsch - Touch" zu bewundern: Es bleibt der Phantasie des Zuschauers überlassen, wie weit das Techtelmechtel zwischen Maria Tura und Sobinksi geht. Mitten in diese Situation platzt die Nachricht vom deutschen Einmarsch, das Theater wird geschlossen, das Ensemble zerstreut sich und Sobinski flieht zur polnischen Fliegerstaffel bei der Royal Air Force. Nun formiert sich in England und Polen selbst der Widerstand, einem Verräter und Spitzel der Gestapo muß das Handwerk gelegt werden, dazu (und natürlich, um Maria wiederzusehen) wagt sich Sobinski mitten in die Höhle des Löwen, das zerstreute Ensemble wird wieder vereinigt, Joseph Tura spielt mehr oder weniger freiwillig die Rolle seines Lebens und es wird in zahlreichen irrwitzigen und gefährlichen Situationen dem scheinbar übermächtigen Feind, verkörpert durch den Kommandanten der Gestapo, "Konzentrationslager - Erhardt" (ein schauspielerisches Meisterstück von Sig Rugman, der es schafft, Gefährlichkeit und Trotteligkeit zu vereinen) immer wieder ein Schnippchen geschlagen.
"Sein oder Nichtsein" zählt absolut zu den ganz großen Klassikern der Filmgeschichte den man getrost in eine Reihe mit Filmen wie "Citizen Kane", "Der Pate" oder "Casablanca" stellen kann. Nicht nur die Handlung ist ungeheuer vielschichtig und verliert auch bei der verrücktesten Situation nicht eine gewisse Glaubwürdigkeit, es gibt hier auch eine großartige Ensembleleistung (es gibt kaum etwas Besseres, als wenn Schauspieler Schauspieler spielen) und einen nahezu unerschöpflichen Schatz an Filmzitaten (Joseph Tura: "Sie kennen doch bestimmt diesen hervorragenden Schauspieler Joseph Tura?" - Erhardt: "Oh ja, den kenne ich, den hab ich vor dem Krieg in Warschau gesehen. Wissen Sie, was der mit Shakespeare gemacht hat, das machen wir jetzt mit Polen.") zu bewundern.
Die DVD - Ausgabe liefert den Film in bester Bild - und Tonqalität, so daß man ihm sein stolzes Alter fast gar nicht mehr anmerkt, die Tonspuren wurden restauriert (nebenbei bemerkt: "Sein oder Nichtsein" ist ein Musterbeispiel für eine rundum gelungene deutsche Synchronisation), also ein reiner Genuß ohne Knarzen und Rauschen.
Einziger Kritikpunkt: Es gibt leider kaum Extras, außer ein paar Trailer und eine recht magere Dokumentation über Ernst Lubitsch.
Das schmälert allerdings den Gesamteindruck kaum, "Sein oder Nichtsein" ist ein Juwel in jeder Filmsammlung.
33 Kommentare| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. April 2014
Ernst Lubitsch hat diese Tragi- Komödie, 1942 in amerikanischen Exil gedreht, ganz unpolitisch mit einer kleinen Dreiecksgeschichte begonnen: Kaum dass der Schauspieler und "Hamlet"- Interpret Joseph Tura (Jack Benny) den Satz "Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage" intoniert hat, sieht er den jungen Flieger- Leutnant Stanislav Sobinski ( Robert Stack) schon den Zuschauerraum verlassen. Joseph vertut sich mit seinem eifersüchtigen Riecher nicht, denn Stanislav ist tatsächlich auf dem Weg in die Garderobe seiner Frau (Carole Lombard). Die Dinge sind aber erst in Vorbereitung, denn der junge Flieger Stanislav hat vorerst nur den Plan gefasst, der schönen Schauspielerin die Stadt Warschau aus der Luft zu zeigen. Nachdem dies geschehen ist, ziehen dann aber doch erste Wolken auf, denn der plötzlich sehr selbst- verliebt wirkende Stanislav versucht auf einmal, Joseph Tura's Frau Maria zur Scheidung zu drängen. Als dann aber der Blitzkrieg über Polen und Warschau hinweg tobt und vom blühenden Geschäftsleben in Warschau vorerst nur kleine Scherbenhaufen übrig lässt, ist das sich so anbahnende, private Techtelmechtel vorerst beendet. Dann nehmen die Nazis ruppig den "Hamlet" vom Spielplan, weil sie befürchten, das Stück könne den Führer irritieren, und die Wege der Drei trennen und kreuzen sich. Jetzt machen sie als Spielfiguren des politischen Widerstands Furore: Während Flieger Stanislav das polnische Geschwader der Royal Air Force verstärkt, zieht es die Schauspieler um Maria + Joseph in den Warschauer Untergrund. Der wird alarmiert, als ein Doppelagent, Professor Siletzky (Stanley Ridges), mit einem Bericht über die polnischen Flieger, die er in England ausspioniert hat, nach Warschau unterwegs ist. Nun versuchen die polnischen Schauspieler unter allen Umständen zu verhindern, dass "Gestapo"- Ehrhardt ( Sig Ruman) die verräterischen Papiere in die Hände bekommt. Jetzt, wo sie aus dem Untergrund operieren, wird aus Ernst Spiel und aus Spiel Ernst. So wie die augenblickliche Situation es verlangt, wird ein ganzes Gestapo- HQ an einem anderen Ort zur Staffage, wo der Doppelagent Professor Siletzky von einem "Gestapo"-Ehrhardt 2 hinters Licht geführt und der echte "Gestapo"- Ehrhardt von einem Siletzky 2 hingehalten wird. In einer ebenso makabren wie witzigen Szenenfolge, die gleichzeitig einen tiefen Einblick in die Trickkiste des Lubitsch'schen Filmschaffens erlaubt, erreicht die Situationskomik ihren Gipfelpunkt, als der echte "Gestapo"- Ehrhardt den falschen Siletzky 2 in einem Wartesaal schmoren lässt, wo er die von den Nazis aufgestöberte Leiche des echten Siletzky in einem Sessel sitzend vorfindet. Was kann er tun, um für zusätzliche Verwirrung zu sorgen? Der Zuschauer sieht die Utensilien, die er in den Händen hält, einen zweiten falschen Kinnbart + ein Raisermesser. Wie er die Situation damit meistert, rauscht mit unter die Fantasie des Zuschauers hindurch, wo es dann plötzlich Rupp-zupp! macht und der Regisseur ( = "Gestapo"- Ehrhardt) beleidigt ist. Dieser Film vervollständigt das Arsenal meiner Lubitsch- Filme nicht nur; er ist die Krönung!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Januar 2006
Sein oder nicht sein - die Geschichte eines kleinen Schauspielertrupps, dessen Frontmann einen evidente Ähnlichkeit zu Hitler hat...
der Film stammt aus dem Jahr 1942, aus der Pioneerzeit dieses Genres, und dennoch könnten viele heutige Regisseure sich bezüglich des Spannungsbogens und der Originalität viele Scheiben abschneiden. Ein zeitlos schönes Meisterwerk, das die Augen von Lachen tränen lässt ohne je geschmacklos zu werden, ein weiteres Merkmal, das in Zeiten von Scary Movie schwerer auffindbar geworden ist.
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. November 2012
Was "Sein oder Nichtsein" turmhoch über ähnliche Produktionen hinaushebt, ist vor allem Lubitschs Charakterzeichnung der handelnden Figuren. Der Film ist nicht nur komisch, er ist vor allem extrem spannend. Die Spannung kommt - ähnlich wie in "Casablanca" von einer Dreiecks-Situation. Was in "Casablanca" die Figurenkonstellation Rick Blaine (Bogart), Elsa Lund (Bergmann) und Victor Laszlo (Paul Henreid) darstellt, sind hier Josef und Maria Tura und der Flieger Stanislav Sobinski.

Aber die Konstellation funktioniert hier weit besser als in "Casablanca", weil Josef Tura so konsequent unheroisch ist. Während Blaine einem gebrochenen Helden entspricht, der am Ende aber wieder heroisch entsagt und damit wieder zu einem Helden wird, ist Josef Tura von Anfang an Anti-Held und bleibt auch die ganze Filmhandlung hindurch ein ängstlicher Mann. Und das nicht nur wegen der Nazis. Er ist Schauspieler und als solcher auf den ersten Blick eitel und selbstgefällig. Aber schnell wird hinter der gespielten Selbstsicherheit ein zutiefst unsicherer Mensch sichtbar.

Josef Tura ängstigt sich zum Beispiel wegen der Reaktionen des Publikums auf seine Darbietung als Hamlet. Aber vor allem liebt er seine Frau sehr. Ja, er liebt sie mehr als sie ihn. Er ist darum emotional abhängig von ihr und das macht Josef Tura überaus verwundbar. "Ja, ich war heute bestimmt miserabel, das bin ich immer, wenn wir uns streiten. Sag etwas Nettes!" fleht er seine Frau Maria zu Beginn an, und zu einem späteren Zeitpunkt mit zitternder Stimme: "Du weisst, wenn ich mich unsicher fühle, bin ich immer ein Versager". Im Klartext: Die Frage, ob seine Frau Maria ihn mit Stanislav betrogen hat, ängstigt ihn mehr als die gesamte politische und militärische Situation des Zweiten Weltkriegs, mehr als Tod und Folter durch die Gestapo.

Für mich ist Josef Tura einer der faszinierendsten Film-Charaktere aller Zeiten. Die Geschichte steckt voller brillianter Einfälle, aber es ist der Charakter des Josef Tura, der die enorme Spannung bis zur letzten Sekunde aufrecht erhält. Und niemand sollte meinen, der Charakter sein nur als komödiantischer Bestandteil der Geschichte angelegt.

In Josef Tura hat Lubitsch sehr viel über Angst, verletzte Gefühle und Enttäuschungen hineingepackt. Und vermutlich auch sehr viel über sich selbst. Auch Ernst Lubitsch wurde von einer Frau betrogen. Und Jack Benny spielt ihn einfach perfekt.

Aber natürlich überzeugt nicht nur das "Was", sondern vor allem das "Wie". Lubitsch inszeniert eleganten Thrill wie Hitchcock. Mit Carole Lombard - damals Hollywoods bestbezahlte Schauspielerin - verstand sich das Regie-Genie so gut, dass ironischerweise ihr Ehemann Clark Gable sie verdächtigte, eine Affäre mit Lubitsch zu haben.

All das macht diesen Film nicht nur zum besten Anti-Nazi-Film aller Zeiten - so viel Subjektivität muss sein - sondern auch zu einem Meisterwerk der Filmkunst. Dieser Film sollte an allen Schulen zum Pflichtprogramm gehören. Fünf Sterne mit Auszeichnung!
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. August 2004
Eigentlich ists ein absoluter Klassiker, der 5 Sterne bei weitem verdiente - bloss hat die DVD einen Wermutstropfen (oder schon fast ein ganzes Glas):
Was da vollmundig als "Dokumentation" über Ernst Lubitsch angekündigt wird, sind ein paar wenige Texttafeln mit einem Bio-Abriss.
Ausserdem sind die Opening-Credits nicht original, sondern von irgendwann aus deutscher Nachkrigszeit.
Aber der Film: siehe oben!
0Kommentar| 22 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Oktober 2011
Mag Der Große Diktator auch der bekanntere Film sein, ein Chaplin eben, lebt er doch inhaltlich zu sehr von dessen Person und dem Humor, den Chaplin aus der Stummfilmära herüber gerettet hatte und hier immer wieder aufleben ließ. Dagegen war Sein Oder Nichtsein ein Ensemblefilm mit so geschliffen pointierten Dialogen, wie sie heute in der Comedyflut zum Selbstzweck verkommen, wo hier noch eine Geschichte erzählt wird, die bei aller Komik niemals lächerlich sein will und selbst Sturmführer Ehrhardt und seinem SCHULZ!!! noch menschliche Würde belässt, bei allem Bösem, was man ihren realen Vorbilder zusprechen kann. Und da Monty Python dieses Thema nur in kleinen Sketchen ihrer Showreihe angerührt haben, dürfte es wohl nie mehr einen Film geben, der die Nazibarberei konsequenter ad adsurdum geführt hat. Das Mel Brooks hier ein Remake gewagt hat, wäre ihm besser auszureden gewesen. Manches kann man nicht mehr besser machen!
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Januar 2014
"Sein oder Nichtsein - das ist hier die..." und der junge Kerl verlässt schon wieder den Raum!
Ich bin begeistert von diesem Film. Es ist faszinierend zu sehen wie geschickt Ernsthaftigkeit und Witz sich die Waage halten und noch spannender zu beobachten, dass der Humor - anders wie bei vielen alten Filmen - immer noch auch in der heutigen Zeit nichts eingebüßt hat.
Gute Unterhaltung für jeden, der noch einen gewissen Anspruch an Filme hat und einer Geschichte ohne viel Peng - Kabooooom - "komm, nimm mich Baby!" und nackten Weibern folgen will und kann :)
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. November 2014
Das große Meisterwerk von Ernst Lubitsch.
Nach Napoleon hat man einen Cognac benannt, nach Bismarck einen Hering...
Wenn man bedenkt, daß diese Hitlerparodie noch während des 2. Weltkrieges
gedreht wurde...ich behaupte, es gibt keine Komödie, die es mit den Dialogen
und Einfällen aus "Sein oder Nichtsein" aufnehmen kann.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden