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am 29. April 2014
"A Dangerous Method" heißt der Film im Original. Man hätte meiner Meinung nach gut daran getan, den Titel einfach wortwörtlich zu übersetzen. Das wäre dem Filmthema viel näher gekommen als "Eine Dunkle Begierde" - doofe Übersetzung. Das vorneweg!

Natürlich ist das Eine oder Andere vermeintlich "dunkel", aber schlussendlich geht es um das Finden der eigenen Identität und um das Anerkennen der "dunklen Seite", die in einem wohnt. Und dann, wenn man sie entdeckt und auch akzeptiert hat, stellt sich die nächste Frage: Soll / darf ich "das Dunkle" in mir herauslassen / ausleben bzw. muss ich das vielleicht sogar, um gesund zu werden / bleiben? Oder stecke ich den "dunklen Begleiter" einfach in ein Kästchen, das ich gelegentlich öffnen kann, wenn mir danach ist, aber das ich ansonsten verschlossen halt kann und das überhaupt nur mir selbst gehört?

Der Film dürfte vor allem für jene ein Genuss der ganz besonderen Art sein, die: Psychologie studiert haben oder studieren, psychologisches Interesse bzw. Verständnis haben und schon ein bisschen vertraut sind mit den Figuren bzw. der zwischenmenschlichen Konstellation von Jung und Freud. Da ich zu dieser Personengruppe gehöre, war der Film für mich wirklich ein psychologisches Schmankerl!

Und der Film ist wirklich sehr psychologisch und deshalb - für mich - so besonders schön, weil er ja offenbar auch in weiten Teilen authentisch ist. C. G. Jung habe ich mir eigentlich fast genauso vorgestellt, wie ihn der großartige Michael Fassbender spielt! Und ich bin froh, dass er diese Rolle übernommen hat. Jung, immer (nach)denkend, immer um Wahrheit und Einsicht und Verständnis bemüht, stets auf der Suche nach "des Pudels Kern", nach den Antworten auf die großen Lebensfragen. Er war ein psychologischer Visionär und seine Thesen kommen im Film ja auch zu Wort! Dieses ewige Hadern und Zweifeln, dieses Überlegen, was nun der richtige Weg ist ... Und am Ende das Nachgeben ... Das sich Hingeben und dann wieder die Frage, ob man alles richtig gemacht hat.

Freud und Jung haben sich genau so, wie es im Film dargestellt wird, kennen gelernt, aber auch wieder auseinandergelebt. Die Freud'sche Theorie ging halt in eine ganz spezielle Richtung, für ihn war jedes psychische Krankheitsbild die Unterdrückung einer sexuellen Regung! Das konnte Jung so nie zu 100 % unterschreiben. Und schließlich mussten die beiden dann auch anerkennen, dass sie psychologisch letztlich nicht an einem Strang ziehen. Das hätten sie eigentlich immer gern getan. Aber es ist ihnen nicht gelungen. C.G. Jung bezog das Mystische, das Unbewusste, die "Weltseele" und das Schicksal mit ein. Davon wollte Freud nie was wissen. Und schließlich - das kommt in dem Film auch zur Sprache und das war ja wohl auch in der Realität Thema - Freud war Jude, Jung ein "Arier" ... und wie sagte Freud zu der Geliebten von Jung: "Einem Arier kannst du nicht trauen!". Da zeigten sich dann schon die Ressentiments und auch die Unterschiedlichkeiten. Freud war nie wirklich religiös, wie er selbst sagte, aber eben Jude ... "und das wird auch immer so bleiben", waren seine eigenen Worte.

Trotzdem waren die beiden Männer diejenigen, die die Psycho-Therapie ins Leben gerufen haben. Was wäre die Psychologie heute ohne sie? Und wer sich mit der Psychologie ein wenig auskennt, der findet in dem Film unglaublich viele kleine psychologische Leckerbissen. So nannten Freud und Jung die Psycho-Therapie am Anfang "Rede-Kur" und genau dieser Begriff fällt auch. Hier hat man gut recherchiert.

Sehr, sehr gut überhaupt gespielt die Rolle von Freud von Viggo Mortensen. Da war ich wirklich gespannt, wie er diese Rolle ausfüllt - eines so großen und bedeutenden Mannes! Und: Er ist ihr mehr als würdig! Sigmund Freud - als wäre er noch am Leben! Immer rauchend, was ihm dann ja auch zum Verhängnis wurde.

Und sehr, sehr, sehr schön die Szenen in der Freud'schen Wohnung. Diese Wohnung war ja praktisch die Wiege der Psychologie. Schlaue Menschen gingen dort ein und aus. Und sehr authentisch auch die Szene bei Tisch. Denn bekannt ist, dass in der Freud'schen Wohnung immer gerne und viele Gäste empfangen wurden und die durften dann immer gemeinsam mit der ganzen Familie speisen. Und dabei wurde psychologisiert und philosophiert! Herrlich! Und natürlich sah man auch das allseits bekannte Sofa, auf dem Freud seine ersten Patienten durch die "Rede-Kur" geheilt hat.

Tja, und die schauspielerische Leistung einer Keira Knightley als "geistesgestörte" Frau ist ja schließlich auch nicht zu verachten. Sie spielt "die Verrückte" ziemlich gut. Und hier gibt's dann ein paar Ausflüge in den Bereich des Masochismus, nachdem sie feststellt, dass sie durch Demütigung Erregung empfindet. Dieser Bereich dürfte dann weniger authentisch, vielleicht mehr "aktuell" sein, nachdem sich zu dieser Zeit ja auch Shades of Grey mäßig so einiges getan hat.

Aber im Grunde genommen wird dieser Themenstrang, dass die Patientin selbst erkennt, dass sie masochistisch ist und auch noch, warum sie das ist, nicht so sehr vertieft, als dass er sich irgendwie unangenehm anfühlen würde (für Leute, die sich dadurch unangenehm berührt fühlen könnten ;)). Im Gegenteil. Quasi ein "Fallbeispiel" für den Erfolg der "Rede-Kur" ...

Okay, das war jetzt ein Lobgesang für den Film ;). Aber ich wusste nicht, was mich erwartet, bin halt Psychologie-versiert und Fassbender-Fan ;). Und was das betrifft, kam ich auf meine Kosten und eigentlich auf viel mehr. Ich fand den Film so sehenswert und interessant und kann ihn vor allem jedem empfehlen, der psychologisches Interesse hat.
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am 3. Januar 2013
Das obenstehende Motto stammt von Regisseur David Cronenberg, und in ganz besonderem Maße trifft es auf „Eine dunkle Begierde“ zu. Der Film hat eine längere Vorgeschichte: Er basiert großteils auf dem Theaterstück „The Talking Cure“ von Christopher Hampton – jenem Christopher Hampton, der auch das Drehbuch verfasste und der eine Reihe von geschliffenen Dialogszenen von der Bühne in den Film übernahm. Hampton schöpfte dabei aus einer ebenso zuverlässigen wie umfangreichen Quelle, nämlich dem 800-Seiten-Wälzer des Psychoanalytikers John Kerr "A most dangerous Method: The Story of Jung, Freud and Sabina Spielrein".

Der Buchtitel grenzt das Thema des Films kurz und bündig ein: Im Jahre 1904 wird die knapp neunzehnjährige Sabina Spielrein, Tochter eines russischen Kaufmanns, in die Nervenheilanstalt Burghölzli bei Zürich eingewiesen (oder besser gesagt: verfrachtet). Der behandelnde Arzt heißt Carl Gustav Jung (Michael Fassbender), der an seiner neuen Patientin erstmals die von Sigmund Freud (Viggo Mortensen) entwickelte „Sprechkur“ anwendet – eine Therapieform, die später unter dem Namen Psychoanalyse weltweit bekannt wurde. Die seelische Genesung von Sabina Spielrein, verkörpert von Keira Knightley, macht rasche Fortschritte, und bereits ein Jahr später beginnt sie ihr Medizinstudium an der Universität Zürich. Gleichzeitig gestaltet sich ihre Beziehung zu Jung immer intensiver, und schließlich wird sie seine Geliebte. Der Film vermittelt diese Entwicklung gewissermaßen in Etappen, das heißt in verschiedenen „Zeitfenstern“, die in einem Abstand von etwa zwei Jahren kurz geöffnet werden: Man wird zum Zeugen, wie sich Jung und Freud erstmals begegnen, wie sich zwischen den beiden Männern eine von intellektuellem Respekt geprägte Freundschaft entwickelt, die jedoch später fast in ihr Gegenteil umschlägt; man erlebt mit, wie sich Sabina Spielrein allmählich emanzipiert, auch von ihrem Mentor Jung, der sie fallen lässt und damit den Anstoß gibt, dass sie auf die Seite von Sigmund Freud wechselt. Und schließlich erlebt man die Person von Carl Gustav Jung in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit, einesteils beseelt vom Streben nach absoluter Erkenntnis, andererseits den Versuchungen eines wohlsituierten Großbürgertums nahezu hilflos ausgeliefert. Der Film endet im Juli 1913, am Vorabend des Ersten Weltkriegs, aber die Geschichte seiner drei Hauptpersonen begann eigentlich erst jetzt. Ihre Wege jedoch strebten von nun an auseinander.

„Eine dunkle Begierde“ ist kein einfacher Film. Er ist vor allem eines nicht: ein reiner Unterhaltungsfilm. Da er auf die leichtverdaulichen Zutaten eines Popcorn-Kinos generell verzichtet, werden ihn manche sicher langweilig finden oder auch anstrengend und verwirrend. In dieser Hinsicht ist er mit einer echten Psychoanalyse vergleichbar: Die nachhaltigsten „Actionszenen“ liegen unter der glatten Oberfläche begraben. Wer nur passiv darauf wartet, dass etwas Weltbewegendes geschieht, dürfte zwangsläufig enttäuscht sein, doch wer tiefer schürft, wird so manche Perle entdecken. Die Story erhält zusätzlichen Reiz durch das Auftreten des Anarchisten Otto Gross (ich glaube, Cronenberg nannte ihn einen „Proto-Hippie“). Er ist die dritte Zutat für den sich abzeichnenden psychoanalytischen Urknall: Sigmund Freud als kühl analysierender, rational denkender Begründer einer neuen Wissenschaft, C. G. Jung als idealistischer Sucher nach dem Unbekannten, als Erforscher der Archetypen und des kollektiven Unbewussten, während Otto Gross (gespielt von Vincent Cassel) die sexuelle Befreiung des Individuums in Form einer Kulturrevolution auf die gesamte Gesellschaft ausdehnen wollte – aus diesen drei Ur-Elementen entstanden alle psychologischen Anschauungen, Schulen und Richtungen, wie sie heute existieren.

Der Film überzeugt auch durch die hervorragenden Schauspielerleistungen. Viggo Mortensen interpretiert Freud als monolithischen Übervater, festgemauert in seinen Ansichten, während Jung offener und neugieriger, aber auch labiler wirkt. Einige Rezensenten haben an dieser Stelle Keira Knigthley für die vermeintlich überzogene und exzessive Darstellung der Sabina Spielrein kritisiert, besonders ihr Auftreten im ersten Drittel des Films. Aber man sollte nicht vergessen, dass der heutige Blickwinkel nicht unbedingt mit den Realitäten übereinstimmen muss, wie sie vor hundert Jahren herrschten. Dazu sagte Regisseur Cronenberg in einem Interview: „Ich habe mir zusammen mit Keira Knightley eine Menge alter Fotografien angeschaut, auf denen Hysteriekranke zu sehen sind.“ Und er fuhr fort: „Diese Fotos sind schockierend, fast unerträglich, weil die Gesichter der Menschen darauf oft schrecklich entstellt sind. Im Vergleich dazu ist der Film eher zurückhaltend.“ Ergänzend sei angefügt, dass Jungs detaillierte Beschreibungen von Sabina Spielreins Krankheitssymptomen („Wein- und Schreikrämpfe“) rund 50 Seiten umfassen und somit durchaus Rückschlüsse auf die psychische Verfassung der Patientin gestatten.

Ein weiterer Pluspunkt, den „Eine dunkle Begierde“ verbuchen kann, ist das Bemühen um historische Genauigkeit. So wurde die Jungsche Villa (ursprünglich am Zürichsee stehend) am Ufer des Bodensees originalgetreu wieder aufgebaut, und vielfach wurde auf Sammlungen und persönliche Gegenstände der Protagonisten zurückgegriffen. Fast anekdotisch wirkt die Recherche der Filmcrew in Bezug auf den Zigarrenkonsum von Sigmund Freund: Welche Zigarren rauchte er? Welche Länge, Dicke und Farbe besaßen diese? Rauchte er stets die gleiche Marke, oder bemühte er sich um Abwechslung? Und vor allem: Wie viele rauchte er pro Tag? Antwort: Ziemlich viele (etwa 20 bis 25 Stück). Ergo gibt es kaum eine Szene, in der Freud nicht in Begleitung einer qualmenden Zigarre auftritt. Vor dem Hintergrund dieser Detailbesessenheit wirkt es befremdlich, dass sich der Film im Abspann zwei grobe Schnitzer leistet: Otto Gross starb nämlich nicht 1919, sondern im Jahre 1920, und auch Sabina Spielreins Ermordung ist ein Jahr zu früh angesetzt (richtig wäre 1942). Das sollte einem Film, der sich um historische Authentizität bemüht, eigentlich nicht passieren (auch wenn diese falschen Angaben gelegentlich in der entsprechenden Literatur zirkulieren). Dessen ungeachtet ist „Eine dunkle Begierde“ keine Dokumentation, sondern immer noch ein Spielfilm, der gewisse Schwerpunkte setzt und andere Bereiche eher stiefmütterlich behandelt. So bleibt die Rolle von Jungs Ehefrau Emma schattenhaft diffus, und an keiner Stelle ist zu erahnen, dass sie später ebenfalls als Psychoanalytikerin arbeitete. Aber vielleicht wäre es zu viel verlangt, dass der Film alle agierenden Personen in gleicher Weise würdigt. Im Grunde ist er mit der skizzenhaften Darstellung des Dreiecksverhältnisses Freud – Jung – Spielrein vollkommen „ausgelastet“.

Das ganze Psychodrama ist zumeist in hellen, freundlichen und oft sonnendurchfluteten Szenen eingefangen, in ruhig fließenden, aber nie langweiligen Einstellungen. Die Bilder vermitteln den Eindruck einer Belle Epoque in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Wobei das „Belle“ natürlich nur für das gehobene Bürgertum zutrifft. Und so gilt auch hier der Satz: Die Wahrheit ist – wie immer – unter einer harmlos schimmernden Oberfläche verborgen.
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am 10. Juni 2012
Cronenberg wagt sich hier auf ein sehr ungewohntes Feld.
Ich finde es ist schon ein großes Wagnis Freuds Psychoanlyse und C.G.Jungs Position, die z.T. gegensätzlich ist, in einem Film einem breiten Publikum nahebringen zu wollen. Meines Erachtes ist es aber recht gut gelungen, wohl bemerkt in einem so eng begrenzten Rahmen, den ein Spielfilm normaler Länge vorgibt.

C.G. Jung, der stets offen und kompromissbereit ist, jedoch über eine unumstrittene fachliche Kompetenz verfügt, betreut die junge Fr. Spielrein, er selbst ist "mustergültig" verheiratet. Mit dem großen Prof. Freud steht er zunächst in lockerem Kotakt, der sich aber nach einem persönlichen Treffen und einem lang andauernden und tiefgründigen Gespräch intensiviert.

Von Anfang an steht Jung Freuds fast fanatisch vertretener These, dass die Sexualität der Urgrund allen Handelns und Fehlverhaltens sei recht kritisch gegenüber, zudem akzeptiert Jung gewisse metaphysische Aspekte, ja er bezieht sie nahezu in seine wissenschaftlichen Forschung mit ein.

Als Jung jedoch gesteht eine Affäre mit seiner Patientin Fr. Spielberg zu haben, ist dies der Anstoß für den Bruch in der Beziehung der beiden.

Eine schöne vorgegebene Rahmenhandlung, die aber die Figur Freud meines Erachtens ausgezeichnet trifft und Viggo Mortensen trägt sicherlich sehr gekonnt dazu bei, dass dies auch beim Betrachter ankommt. Freud der "kompromisslose Gott" auf dem Parkett, hat ein zementiertes Weltbild und Ansichten innerhalb streng verlaufender Bahnen ,und ist nicht bereit sich außerhalb dieser Strukturen zu arrangieren. C.G.Jung ist weitblickender und denkt wesentlich großzügiger, läßt andere Argumente zur Geltung kommen.

Geblieben ist letzendlich eine grobe Skizzierung einzelner Aspekte, doch ist dies in meinen Augen recht gut gelungen.

Neben dem überragenden Mortensen sind auch die anderen beiden Protagonisten durch M.Fassbender und K. Knightley hervorragend besetzt.
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am 19. November 2011
Am Rande wird im Abspann erwähnt, Sabina Spielrein sei 1941 umgebracht worden, obwohl jede kleine Recherche ergeben würde, es war ein Jahr später und äusserst tragisch, weil man davon ausging, die Deutschen würde Rostow nicht erneut besetzen können.

So vieles wirkt im Film wie Kulisse: die Pappmachéhintergründe, als das Schiff nach NY einfährt sind da die harmlosesten. Die Figuren sind schon bedeutender. Der masochistischen Komponenten wird ein grosser Raum eingeräumt, ist natürlich für das Auge von grösserem Interesse als die inhaltlichen Diskussionen, die dort herrschten.Gar nicht kommt zur Sprache, dass längst vor einer körperlichen Intimität eine seelische bestanden hatte, weil Jung mit Frau Spielrein sehr persönliche eigene Dinge besprach Das ist keine Dokumentation, sondern ein Spielfilm. Er kann also andere Aspekte herausstellen. Da es sich aber um Personen handelt, die bekannt sind und mit deren Bekanntsein Menschen ins Kino gelockt werden, wäre mehr Stimmigkeit angenehm.Leider weist schon der deutsche Titel in die plakative Richtung: die dunkle Seite, die im Schatten wohlfeiler Bürgerlichkeit liegt wird ausgelebt und der Zuschauer darf als Voyeur daran teilnehmen.Vielleicht war es eine Liebesgeschichte, im Film wird es eine Sex-affäre.

Im Film wird suggeriert, dass die weitere Entwicklung von Sabina Spielrein aus der Enttäuschung über das Verhalten von CG Jung zu erklären wäre. Ist das historisch belegt? Vieles spricht dafür, dass sie sich von der Affäre mit Jung besser emanzipieren konnte, als dies im Film unterstellt wird.

Die ZEIT titelt in ihrer Kritik." In seinem Kostümfilm um die Dreiecksgeschichte Freud-Jung-Spielrein entfacht er jedoch keine Gefühle"

Vielleicht kann man eine interessante Kontroverse über die Entstehung der Psychoanalyse nur transportieren, wenn die in ein heftige Sex-Geschichte eingebunden ist ?

Mich hat der Film nicht berührt.
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am 21. Juni 2014
...denn durch die durchgehend verhältnismäßig komplizierten Dialoge, ist die dunkle Begierde kein Popcornkino!

Lässt man sich jedoch auf dieses epische Werk ein, welches als ein fürstlich fotografiertes Historiendrama daherkommt, so sieht man mehr als eindeutig, dass die Geschichte in einigerlei Hinsicht meisterhaft inszeniert ist und der Film für ein hohes Maß an psychologischem Tiefgang steht.
Die recht theatralisch und zugleich rollengerecht agierende Keira Knightly ist meines Erachtens eine vollkommene Bestbesetzung und verzaubert das Gesamtwerk gravierend, verleiht ihrer Figur eine zerbrechliche Tiefe, wie sie uns zu ergreifen vermag. Im Übrigen ist alles einerseits rein sachlich romangerecht verfilmt worden, allerdings erweist es auch dem dazugehörigen Theaterstück alle Ehre und beschäftigt sich in gewagter Weise mit einem hundertjährigen Plot, wie er auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt faszinierender kaum sein könnte.

Da die den Film begleitende Dramaturgie so spürbar ist, alles geradezu gekonnt in Szene gesetzt wurde und die Charaktere facettenreich gezeichnet wurden, kann man hier getrost fünf Sterne vergeben, welch wundervolles Werk großer Gefühle und Entwicklungen. Da ist es doch zusätzlich zur hohen Qualität des Films auch noch eine nette Begleiterscheinung der ohnehin schon ausgeprägten Freud', dass die DVD ebenfalls von herausragendem Qualitätsgrade ist, "a dangerous method" ist ein Meisterwerk für die Ewigkeit...
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am 5. Mai 2014
Ich habe mir diese DVD angeschaut und direkt danach den Bonus mit den Interviews, von Michael Fassbender, Keira Knightley, Viggo Mortensen, Vincent Cassel und dem Regisseur David Cronenberg, die ca. 32 Minuten lang waren, angeschaut. So komme ich zu dem Schluss, dass vor allem der Regisseur diesen Film genauso machen wollte, wie er nun hier in der DVD ablief. Also keine Überraschungen. Keine Cronenberg-Extras. So hatte ich das Gefühl, hier wird eine wirklich wahre, für mich aber uninteressante Geschichte erzählt. Richtige Fehler oder filmisch unlogische Handlungen kann ich hier auch nicht entdecken. Die Schauspieler spielen ihre Rolle ohne Ausnahme perfekt. Der Film wird von der Seite Carl Gustav Jung aus betrachtet und dieser ist für mich sehr gut gespielt von Michael Fassbender. Er wirkt in diesem Film für mich wie ein Heuchler. Er versucht nach der Methode des Sigmund Freud (Viggo Mortensen) seine Patienten zu helfen. Er bewundert ihn sogar sehr. Dann kommt der Psychiater Otto Gross (Vincent Cassel) als Patient zu ihm und beeinflusst ihn wohl mehr als ihm wahrscheinlich lieb ist. So fängt er dann auch eine sexuelle Beziehung mit der Patientin Sabina Spielrein (Keira Knightley) an, die er auch intensiv fördert, so dass sie auch eine Psychoanalytikerin wird. Diese Beziehung ist eher sexuell als eine Liebe, obwohl sie hier im Film von ihm als Liebe verkauft werden soll. Er beendet sie wieder aus Angst öffentlich entdeckt zu werden und beginnt diese nach einiger Zeit wieder aus sexuellen Gründen. Danach ist die Beziehung wieder beendet. Sie heiratet einen Russen, der im Film nicht gezeigt wird und wird schwanger. Er sucht sich eine andere Patientin, die in diesem Film auch nicht gezeigt wird. Zwischendrin ist immer wieder Sigmund Freud zugegen. Manchmal persönlich und manchmal per Dialog mit Briefkorrespondenz. So spielt Sigmund Freud in der persönlichen Beziehung zwischen Carl Gustav Jung und Sabina Spielrein, zusammen und auch einzeln betrachtet, eine Rolle, was ich hier eigentlich nicht so extrem fühle. Ich denke, da hat Otto Gross (Vincent Cassel) mehr "geleistet", obwohl er nur kurz in diesem Film mitspielt. Das kann aber auch wegen der fehlenden Dramatik in diesem Film so wirken. Alles in allem ist dieser Film für mich eine Geschichte einer Zeitepoche von 1904 bis 1912, die in 90 Minuten erzählt wird, und etwas unvollkommen wirkt, aber durch den guten Regisseur und die Schauspieler nicht langweilig ist. Ein guter Film, aber ich war trotzdem froh, als er zu Ende war.

Meine Schulnote: 3
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am 23. März 2013
HANDLUNG

Das Drama behandelt die Auseinandersetzungen zwischen Carl Gustav Jung (Michael Fassbender) und Siegmund Freud (Viggo Mortensen) über psychologische Themen und das Verhältnis von Jung zu seiner ursprünglichen Patientin Sabina Spielrein (Keira Knightley).

MEINUNG

Der Film von 2011 ist ein hoch interessantes Drama über das Wesen des Menschen und Fragen der Psychologie. Dabei wird auf unnötige Ausschmückungen verzichtet. Die Dialoge, die Geschehnisse, die Geschichte für sich, reichen, um den Zuseher in den Bann zu ziehen. Dieser Bann ist jedoch eher nüchterner oder forschender als leidenschaftlicher Natur. Und dass, trotz oder gerade wegen der fabelhaften Leistungen der drei Hauptakteure.

FAZIT

Wer sich für Freud und Jung interessiert, findet hier einen unterhaltsamen Zugang in eine interessante Materie und geschichtliche Zusammenhänge.
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am 3. Dezember 2016
Ich hätte es wissen sollen, dass man Cronenberg-Filme nicht auf Amazon Prime Video schauen sollte. Der Film ist hier ganze 20 Minuten kürzer als im Original. Man kann ihn also getrost als verstümmelt beschreiben. Ich habe daher nach ca. einem Drittel die Länge geprüft und dann abgebrochen. Dann warte ich lieber, bis ich ihn ungekürzt woanders sehen kann.

Der eine Stern ist also nicht für den Originalfilm, sondern für die Tatsache, dass die Version hier im Streaming unbrauchbar ist.
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am 19. Mai 2016
Ich weis ja nicht, was die Leute sich erhoffen, aber das ist kein Erotikfilm! Das wird auch nirgendwo so beworben. Das ist eine historische Verfilmung. Ich fande es faszinierend, wo sich Keira Nightley nicht schämt, auch mal vollkommen entsellt auszusehen, um der Rolle einer psychisch Kranken gerecht zu werden. Es gibt im übrigen daurchaus Patienten, die sich so ausflippen. Kein Trailer verspricht, dass hier der Werdegang von Jung in seinen bedeutensten Jahren wiedergegeben wird. Das passiert auch nicht. Es geht hier um die besonderen zwischenmenschlichen Beziehungen. Die finde ich interessant dargestellt (aber ich studiere auch Psychologie).
Allein schon die Detailliebe zu historischen Messinstrumenten u.Ä. fand ich sehr schön und den Einblick, wie man früher diagnostizierte und behandelte. Ob das alles so historisch korrekt ist, das sei dahingestellt, aber es ist sehenswert.
Das eigentliche Ende der Geschichte bleibt ungezeigt. Deswegen sind wohl manche unzufrieden. Man muss wenigstens bis zum Abspann dranbleiben, um die Tiefe zu verstehen, denn es handelt sich um keinen fiktiven Film und das eigentliche Finale besteht in den Zeilen des Abspanns, die erzählen, dass Sabina Spielrein zusammen mit ihren Kindern in einer Synagoge erschossen wurde. Wenn das kein dramatisches Ende ist, weis ich auch nicht. Aber wer wollte schon sehen, dass diese attraktive junge Frau, die so viel Energie und Ehrgeiz aufgebracht hat, um aus einer psychisch kranken Frau zu einer Ärztin zu werden, abgemetzelt wird? Vermutlich wurde es deswegen auch nicht verfilmt.
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Der Schauspieler Viggo Mortensen ist die Überraschung dieses David Cronenberg-Films: Viggo Mortensen IST Freud, er spielt ihn nicht, er ist Dr. Freud. Michael Fassbender als sein Kollege und Gegner fällt etwas ab im direkten Vergleich. Grenzenloser Reichtum bei Jung in Zürich (angeheiratet!), ein traumhaftes Anwesen am Zürichsee (mit Boot und Seegrundstück), eine schumrige wiener Wohnung beim viel berühmteren Siegmund Freud - das hat schon sehr früh zu gewissen Irritationen geführt (ganz ohne fachliche Differenzen). Der Film zeigt es überdeutlich.

Wer nur das Vorwort (ca. 50 Seiten) der Gesamtausgabe des Briefwechsels Freud-Jung (S. Fischer Verlag) liest, weiß wahrscheinlich mehr über die Freud - Jung Beziehung als die Drehbuchautoren des Films wußten. Das ist jedoch sekundär; der Film bietet Unterhaltungskino, die Dramaturgie der Leidenschaften, der Abgründe, der Verwerfungen, das zeigt Regiesseur Cronenberg. Mehr muss er nicht zeigen.
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