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Kundenrezensionen

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am 1. Juni 2016
die den Kauf dieses Albums inklusive der Bonus Tracks rechtfertigen:
01) Das "Hauptalbum" strotzt nur so von Abwechslung und eingängigen Melodien. Da wäre mal der Nr. 1 - Hit "Miss you" und eine weitere Hitsingle "Beast of Burden". Klasse auch "When the Whip comes down" und "Some Girls". Waschechten Country gibt es mit "Far away Eyes" und Freunde des Punk dürften Gefallen an "Shattered" finden. Der Rest gutes Mittelmaß.
02) Die Bonustiteln alleine würden ein Klassealbum ergeben, also wer da was von Resteverwertung oder Ausschussware schwafelt, der sollte in einer ruhigen Stunde sich diese Musik nochmals zu Gemüte führen. Keine einzige schwache Nummer, besonders gelungen sind "Claudine" und "You win again".
Dieses Album rechtfertigt jedenfalls alle Lobeshymnen.
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am 18. November 2011
Nachdem neue CDŽs von den alten Stones immer seltener werden und Mick sich mit SuperHeavy" zu verjüngen versuchte (was ihm meiner Ansicht nach ob des dünnen Songmaterials nicht wirklich gelingt), erschien nun fast heimlich still und leise diese De-Luxe Version von Some Girls. Heimlich still und leise, wenn man es mit dem Rummel vergleicht, der anlässlich des Re-Releases von Exile on Main Street verursacht wurde. Und vor allem in Hinblick auf die neuveröffentlichten Songs, die nach langen Jahren in den dunklen Abgründen der Bootlegger nun ins helle Licht des offiziellen Stones Himmels gehoben wurden. Und siehe da: Die neuen" Songs sind diesmal von erstaunlicher Qualität. Eigentlich besser als die neuen alten" von Exile. Mick soll sie ja alle neu eingesungen haben, was er großteils auch bei Exile machte, aber diesmal klingt seine Stimme nicht so affektiert wie bei den Exile Songs. Weniger ist immer besser, hat er sich wohl diesmal auf die große Stoneslippe geschrieben.
Eines ist allerdings bei all diesen Neuveröffentlichungen von damals nicht veröffentlichten Songs grundsätzlich zu beachten: es gab definitiv einen Grund, warum man sie damals nicht ins offizielle Album genommen hat. Meistens ist die Komposition an sich nicht ausgereift und/oder der richtige Text wollte einfach nicht einfallen und/oder auch keine so rechte Melodie und/oder alles zusammen trifft zu. Denn meist handelt es sich bei diesen Songs um Improvisationen, wo um zwei, maximal drei Akkorde herumgeschrumpelt wird. Passiert letzteres, so handelt es sich um das beliebig modifizierbare Bluesschema. Im ersteren Fall saßen einfach ein paar Musiker in einem Studio und spielten sich die Finger an diesen beiden Akkorden wund und die weiterführenden Akkordfolgen, die daraus einen passablen Song gemacht hätten, wollten einfach nicht einfallen. Dass es dann einer dieser Songs trotzdem auf ein Album schafft, wie zum Beispiel in unserem Fall das unsägliche When The Whip Comes Down" ist dann wohl meist ein Zufall.
Man hört, dass ursprünglich das nun veröffentlichte Claudine" auf Some Girls einen Platz hätte finden sollen. Aber die Stones hätten dann doch zurückgezogen, da der Anwalt der echten Claudine Longet mit Klagen gedroht hatte, wenn man den Song veröffentlichen würde. Schließlich ging es hier um einen brisanten Kriminalfall, in dem Claudine Longet des Mordes an Spider" Sabich freigesprochen wurde. Der Richter hielt die Sache für einen Unfall und Longet bekam nur 30 Tage Haft, die sie an den Wochenenden absitzen durfte. Die Stones nehmen aber hier deutlich eine andere Position ein als der Richter und scheinen nicht so ganz von ihrer Unschuld überzeugt zu sein. Vielmehr dringt durch, dass der Richter - wohl geblendet durch ihre Schönheit - zu einem milden Urteil kam. Und auch der Protagonist des Liedes fürchtet, dass sie ihn, sollte er jemals was mit ihr haben, erschießen würde. Dass blieb Mick allerdings erspart, denn Claudine heiratete später ihren Anwalt. Nun also wurde der Song veröffentlicht. Offensichtlich ist Gras über die Sache gewachsen und es gab nun keine rechtlichen Bedenken mehr. Der Song hätte sicher nicht schlecht auf die originale Platte gepasst, aber so ein richtiger Kracher ist er auch nicht. Aber allemal besser als When The Whip Comes Down".
Und dann gibt es da noch We had it all". Gesungen von Keith Richards. Ein Cover eines Songs von Waylon Jennings. Das hätte wirklich veröffentlicht gehört. So beseelt wie Keith von seiner verflossenen Liebe singt ... Großartig! Man nimmt ihm jedes Wort ab und spürt in seiner Stimme, dass er die Verflossene immer noch liebt. Ich glaube, dass das die Originalstimme KeithŽs aus den Siebzigern ist und dass er den Song nicht neu eingesungen hat. Vermutlich gab es zwei Gründe, dass der Song nicht aufs Album kam: Erstens regierte damals König Punk und die Stones wollten dem insofern Rechnung tragen, als sie nicht zu viele Balladen ins Register fließen ließen. Und zweitens war das auch eine Fremdkomposition und mit Just My Imagination" hatten sie bereits eine auf dem Album. Besser eine schwache eigene Nummer als eine gute fremde. Das bringt mehr Tantiemen.
Aber auch alle anderen neuen Songs sind durchaus gut und hörenswert. Keep Up Blues" ist ein beseelter Bluesrock, einzig Charlies Doppelsnareschläge zu exakt dem Zeitpunkt, als Mick mit der Stimme einsetzt, sind etwas deplaziert, aber vermutlich hat man sie aus der Tonspur nicht mehr rausbekommen.
Alles in allem: hört euch die neuen Songs an. Und kauft euch die CD. Sie ist wirklich gut und die neuen Songs eine schöne Ergänzung zu den schon bekannten.
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am 25. Juli 2012
Mit "Some Girls" platzierten sich die rollenden Steine 1978 wieder in den Charts: Mit "Miss You" eroberten sie die Diskotheken und auch die anderen Titel "When The Whip comes down, "Beast Of Burdon", "Shattered" wirkten wie eine Rock'n-Roll Frischzellenkur. Die 12-unveröffentlichten Songs der Deluxe-Version gehen da nicht weiter und hinterlassen keinen bleibenden Eindruck (im Gegensatz zu den Extra-Stücken der "Exile On Main Street-Deluxe Version).
Nun kommt aber das Hauptärgernis: Der Klang ist ungenießbar. Hier wurde einfach digital überspielt, statt die Originalstücke einem notwendigen Remix zu unterziehen. Als Resultat dieser preiswerten Unternehmung gibt es keine hörbare Transparenz, keine Tiefe und eine Höhenlastigkeit, die den Klang eines Transistorradios zu Ehren reichen würde.
Wenn schon "Some Girls", dann als CD-Produkt von 1995, bei Virgin. Billiger und besser!
44 Kommentare| 14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Überall in der einschlägigen Literatur wird "Some Girls" als eine DER Stones-Platten gefeiert, zumindest soll sie es von den Verkaufszahlen her sein. Nach der matschigen "Love you live" ein Jahr zuvor und mit einem Keith Richards, der auf dem Weg war, clean zu werden, stellt das Album auch zweifellos eine Frischzellenkur im Stones-Katalog dar und gab ihrer Karriere einen gewaltigen Schub. Ich kann jedoch aus mehreren Gründen die allgemeine Euphorie nicht teilen. Die Platte hat gute Kompositionen und weist zweifellos eine lang vermisste Frische auf. Keith mag sich gewehrt haben, aber Mick setzte durch, dass erstmals Einflüsse aus Disco, Punk und Wave etc. Eingang auf ein Stones-Album fanden, und das funktionierte auch (anders als bei "Emotional Rescue" zwei Jahre später).

Mein Haupteinwand ist, dass die Platte insgesamt einfach zu kalt klingt, und das gilt vom ersten bis zum letzten Titel: wo sind die vollen, warmen, fetten, dreckigen Gitarrensounds aller Vorgängeralben hin?? Der Gesamtsound läßt mich emotional recht kalt und ist definitiv ein Verlust. (Richtig schlimm wurde das dann bei "Emotional Rescue"; sie sollten sich aber bald wieder erholen.)

Bei diesem Album sind nur wenige, aber erlesene Gastmusiker mit an Bord: Ian McLagan (Faces) ersetzte Billy Preston an den Tasten, Mel Collins Bobby Keys am Saxophon (schade!), und mit Sugar Blue haben die Stones einen tollen Mundharmonika-Virtuosen aufgegabelt! Mick Jagger spielte im Studio so viel Gitarre wie noch nie zuvor, und es war die erste Platte mit Ron Wood als vollwertigem Mitglied (selbst wenn es noch lange Jahre dauern sollte, bis er auch als solches bezahlt wurde).

Miss you war ein Riesenhit und erschloss den Stones sicher neue Käuferschichten. Für mich wird es aber nie in die Klasse von Brown Sugar oder Tumbling Dice etc. aufsteigen. Just my Imagination und Shattered klingen gegen die Interpretationen auf "Still Life" ('82) lediglich wie Entwürfe, und gerade die Live-Fassung von When the Whip comes down (auf "Sucking in the Seventies") fegt die Studio-Version einfach an die Wand!

Lies und Respectable (unverständlicherweise eine Single!) werden überall als hoch energetische Rocker bejubelt, die den Punks mal zeigen sollten, dass auch alte Säcke noch wissen, wo der Hammer hängt. Sind für mich einfach nur lärmige, hohle Kracher mit einfältigen Texten - energetisch ist was anderes.

Richtig gelungen sind die Country-Parodie Faraway Eyes (selbst wenn Keith Jaggers Gesang zu Recht affektiert fand) und der humorige Titelsong; die Empörung über den anzüglichen Text kommentierte Jagger nur trocken mit "if you can't take a joke, it's too f***ing bad". Before they make me run ist ein authentischer, aufrichtiger Keith-Rocker, und Beast of Burden wird immer einer meiner Stones-Lieblinge bleiben - hier passen die cleanen Gitarren zum Inhalt.

Im CD-Zeitalter fände ich es angebracht, endlich mal ein paar Bonustracks mit drauf zu packen: vorneweg die Single-Version von Miss you sowie die Maxi-Version (ihre erste überhaupt), Everything is turning to Gold (die B-Seite von Shattered) und vielleicht noch den Single-Edit von Faraway Eyes... Platz genug wäre ja noch!

Ach ja, bevor ich's vergesse: leider wieder keine Texte wie bei der LP, aber zur Abwechslung mal eine der geilsten Stones-Plattenhüllen überhaupt! Das kam vor allem bei der Original-LP mit der beidseitig bedruckten Innenhülle voll zur Geltung.

Auf der 2. CD der Deluxe Edition von 2011 finden sich 12 Outtakes, die mir allesamt besser gefallen als die auf der "Exile"-Bonus-CD, bei denen es sich überwiegend um Songskizzen handelte. Diese hier sind sämtlich gut ausgearbeitet und produziert, die Stones frönen neben dem Rock'n'Roll hauptsächlich dem Blues und Country, und vor allem: die Songs weisen neben ihrem guten Maß an Humor jene fast ungestüme Ausgelassenheit auf, die dem Stammalbum immer nachgesagt wird, das dagegen fast etwas bemüht wirkt, es der Rockwelt so richtig zu beweisen. Hier und da wurde wieder dezent mit aktuellen Overdubs nachgebessert, aber der Ausgelassenheit in Songs wie So young (den ich erst '94 als Outtake auf der Love is strong-Maxi kennenlernte) oder Tallahassee Lassie hört man die Erleichterung über Keiths neu gewonnene Freiheit an, und hier ist der Gesamtsound auch wieder wärmer. CD 2 der "Some Girls"-Deluxe Editionen ist die interessanteste Stones-Platte, die ich in letzter Zeit gehört habe. Von einer Deluxe Edition hätte man aber auch erwarten dürfen, dass sie die diversen o.g. Single-Versionen enthält, die immer noch über verschiedene Sampler verstreut sind.
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am 28. Dezember 2016
Lange habe ich mit mir gerungen ... nach der LP jetzt noch die dritte CD-Version? Aber da Some Girls eine meiner Lieblingsscheiben ist, blieb bei einem Preis von unter 10 € keine Wahl --- und das Geld ist gut angelegt! Egal, bei welchen Sessions die Songs übergeblieben sind, es gibt keine Ausfälle und richtig gute Stones-Musik! Nicht das Xte Outtake oder rough mixes wie bei Led Zeppelin ....

M.E. wäre diese Variante, etwas anderes zusammengestellt und etwas "poliert", durchaus z.B. an Physical Graffiti von LZ herangekommen (Ketzerei?), wo ähnliches Ausgangsmaterial zu einer Doppel-LP "verwurstet" worden ist. Das soll jetzt nicht LZ abwerten, sondern die Bonus-Titel in Relation setzen (und ich wage gar nicht daran zu denken, wie genial eine Einfach-LP Physical Graffiti geworden wäre).
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am 9. Februar 2013
Meine Rezension bezieht sich ausschließlich auf die Umsetzung der "Bonus CD" und nicht auf das Album Some Girls an sich.
In den Rezensionen wird viel darüber geschrieben, ob die zusätzlichen Titel zum Album passen oder nicht. Hier handelt es sich um Songmaterial, dass in den Pathe Marconi Studios Ende 1977/Anfang 78 um die Entstehung des Albums Some Girls aufgenommen wurde.
Über die Titelauswahl lässt sich bei der Anzahl von Songs streiten. Auf der CD ist noch viel Platz, so hätte noch einiges mehr darauf gepasst.
Grundsätzlich erst einmal eine gute Idee. Als Stones Fan ist man froh, neues Altes zu hören.

Ich kann die Rolling Stones aber nicht verstehen. Wenn man schon die Archive öffnet, sollte man nicht so dilettantisch vorgehen wie sie. Entweder waren schlechte Berater am Werk oder die Stones wissen nicht, was ich mir als Fan unter unveröffentlichten Songs vorstelle.
Erst einmal singt man keine Titel neu ein. Wer ist denn bloß auf die Idee gekommen, dass Mick Titel nachgesungen hat? Ich hoffe, nicht er selbst.

Der zweite Knackpunkt ist die Titellänge.
Warum werden Titel gekürzt, bzw. nicht als lange Version veröffentlicht?
Bestes Beispiel: Der wirklich richtig gute Song "Do You Think I Really Care?" ist 6:05 Minuten lang und nicht 4:20. Der längere Instrumentalteil fehlt. Das gleiche gilt für "No Spare Parts" mit 4:32 Minuten anstatt 6:10. Die längere Version von "Claudine" hat eine Spieldauer von 7:33 Minuten.
Ganz gravierend ist die Kürzung bei "Petrol Blues". Der Song wurde mit einer Länge von 3:47 Minuten eingespielt und hat auf der CD nur eine Länge von 1:35.
Nachzulesen in der "The Rolling Stones Bootlegs database" - List Songs ([...]).

Was hätte noch auf die CD gepasst (gehört)?
Für mich hätte "Hang Fire" mit 6:19 Minuten und "Everythink Is Turning To Gold" (4:28) die Auswahl gut ergänzt.
Ferner hätte eine alternative Version eines Songs des Albums Some Girls der CD gut gestanden. Mein Favorit wäre "Beast Of Burden" (9:32) von den Woodstock Rehearsals 78 zur Vorbereitung der US Tour gewesen. Für alle die Keith Richards Gesang mögen, hätte sich ferner der Song "Run Rudolph Run" von 1976 (3:18) angeboten.
Bei einer so lieblosen Veröffentlichung bleibt der Verdacht der Geldschneiderei.

Für uns Fans bleibt nur die Hoffnung, dass in der Zukunft eine sonst gute Idee besser umgesetzt wird. Deshalb nur 2 Sterne.
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am 25. November 2011
Hier möchte ich keine Meinung zur musikalischen Qualität abliefern,als Rolling Stones Fan der ersten Stunde erübrigt sich dies sowieso. Aber was mich maßlos ärgert,und welches auch einige andere Rezensenten schon angesprochen haben, ist die absolut lausige Klangqualität des Remasters. Okay,ich habe eine sehr hochwertige High End - Anlage, und da ist es wirklich grauenvoll,weil eben alles ungeschminkt herüberkommt. Aber ich gehe ja davon aus, daß das Studioequipment beim Abmischen auch hochwertig ist. Ich bin im Besitz der Original-LP (jawohl, mit dem Schiebecover),und habe auch Miss You und Beast Of Burden von der 40 Licks CD gegengehört,das ist Stones Sound und Feeling,das Remaster ist kalt,mit schneidenden Höhen,Micks Stimme ist weit zurückgenommen.Es ist jammerschade.
Der Trost ist die 2. CD. Wie es viel besser ist, kann man übrigens bei der gleichzeitig erschienen Some Girls Live DVD hören.
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am 29. Dezember 2011
Meine Kritik bezieht sich ausdrücklich auf die am 18.November 2011 erschienene Deluxe-Edition mit 12 Extra-Songs und nicht auf das Album "Some Girls" als solches. Dieses ist nämlich nach wie vor große Klasse und gehört zu den drei oder vier besten Stones-Alben überhaupt. Abgesehen von vielleicht einem halben Dutzend Songs ähnlich hoher Qualität haben die Stones seitdem kein ganzes Album vergleichbarer Güte mehr hinbekommen.

Das verwendete Remaster entspricht dem von 2009, und hierüber gehen die Meinungen bekanntlich auseinander. Ich finde, daß es trotz deutlicher Dynamikkompression und angehobener Lautstärke insgesamt noch akzeptabel ist. Wesentlich neue Höreindrücke vermag ich aber nicht zu erkennen. Das etwa 15 Jahre ältere, damals von Virgin herausgegebene Remaster wirkt auf mich irgendwie runder und volumiger, eine eindeutige klangliche Verbesserung bietet die Neuausgabe aus meiner Sicht nicht.

Man kann den Standpunkt vertreten, daß die Musik das wichtigste und die Covergestaltung eher Nebensache ist. Selbstverständlich geht es in erster Linie um die Musik. Es ist aber eine unbestreitbare Tatsache, daß der optischen Gestaltung im Pop/Rocksegment eine ganz wesentliche Bedeutung zukommt. Die Stones und ihr Grafiker Peter Corriston haben sich damals bei der Gestaltung des Originalcovers für aufwendige Ausstanzungen entschieden, die beim Herausziehen des bedruckten Innencovers einen visuellen Effekt bewirken sollten. Damit verfolgten sie eine bestimmte Intention, und darin lag auch eine kreative Leistung, die zum Renommee des Albums beigetragen hat. Eine Deluxe-Edition erhebt den Anspruch, mehr als Standard zu sein, nicht weniger. Von daher muss man erwarten können, daß eine solch charakteristische, individuelle Covergestaltung entsprechend gewürdigt und in überzeugender Form aufgegriffen wird. Darauf liesse sich vielleicht verzichten, wenn das Album einst nur als limitierte Erstauflage in dieser Form veröffentlicht und danach stets mit einfachem Cover ausgeliefert worden wäre. Die Ausstanzungen gehörten aber von Anfang an zur Standardversion und waren so auch viele Jahre lang erhältlich, selbst nach Wechsel der Plattenfirma wurden sie in dieser Form für die LP-Ausgabe beibehalten. Die oben erwähnte CD-Ausgabe auf Virgin hatte 1994 ebenfalls eine größenadaptierte Version mit Stanzungen. Die neue Deluxe-Edition bietet nichts von alledem. Es handelt sich im Grunde nur um eine Fotografie des Originalcovers - ohne Stanzungen und ohne Wechseleffekt. Auch das Innenleben des Digipacks sowie das Booklet wirken lieblos zusammengeschustert, mit großen, leeren Farbflächen, fehlenden Texten und mehrfachem Aufdruck des (vom Originalcover stammenden) Zitats "Pardon Our Appearance - Cover Under Construction". Dieses Zitat war damals ein Hinweis darauf, daß neben den Gesichtern der Stones ursprünglich noch Portraits anderer Berühmtheiten (u.a. Raquel Welch) eingeplant waren. Die damalige Plattenfirma EMI befürchtete jedoch rechtliche Probleme und untersagte schließlich die Verwendung der entsprechenden Bilder. In der Folge kam es dann zum Aufdruck eben dieses Zitats. Angesichts des mangelhaften Deluxe-Designs wirkt gerade die Verwendung dieses Zitats besonders dreist.

Als Hauptattraktion dieser Deluxe-Ausgabe werden zwölf bislang offiziell unveröffentlichte Extra-Songs aus den damaligen Sessions angepriesen. Vieles wurde in diesem Zusammenhang schon geschrieben, vom "besten Stones-Album der letzten Jahrzehnte" bis zu "wohlweislich damals in der Schublade gelassen" war bereits die Rede. Aus meiner Sicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen: Keines der zwölf Stücke ist dem Originalalbum in Geist und Athmosphäre irgendwie nahe, und abgesehen vom Aufnahmezeitpunkt gibt es ganz offensichtlich auch keine weitere Zusammengehörigkeit. Diese Sammlung von Outtakes zeigt lediglich, daß sich die Stones damals nicht nur mit Disco und Punk auseinandergesetzt haben sondern zumindest zeitweise für mehrere Richtungen offen waren, bevor sie sich dann fürs Album klar entschieden. Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, inwieweit diese Zugabe eine echte Bereicherung von "Some Girls" darstellt, zugegeben ein Problem so mancher Deluxe-Ausgabe. Abgesehen von "We Had It All", einer von Keith Richards sehr authentisch vorgetragenen Ballade über geendete Liebe erreicht auch keine der Nummern das Niveau von "Some Girls". Lediglich "So Young" und der (leider viel zu kurze) "Petrol Blues" haben noch eine (ausbaufähige) Qualität, wie man sie so oder ähnlich auf manchen Alben nach "Some Girls" finden konnte. Die restlichen Stücke bieten viel bluesiges und klingen beim ersten Durchgang auch ganz nett, entpuppen sie sich dann aber doch nur als passabler Durchschnitt oder darunter. Hatte die Deluxe-Ausgabe von "Exile On Main Street" mit "Plundered My Soul" noch eine veritable Single aufzuweisen, so sucht man hier danach vergebens. Ein "great lost Album" ist bei diesen Veröffentlichungen jedenfalls nicht herausgekommen. Diese Extras sind nur interessant für den Sammler der alles haben muss und der sie neben diversen Bootleg-Versionen nun in offizieller Tonqualität angeboten bekommt.

Fazit: Fehlende Texte, ein von 2009 stammendes Remaster, das ein 15 Jahre älteres zumindest nicht übertrifft und eine indiskutabel vermurkste Umsetzung des Coverdesigns. Dazu 12 Extra Stücke ohne inhaltlichen Bezug zum Originalalbum, von denen nur drei wirklich hörenswert sind. Und das Ganze unter dem Gütesiegel "Deluxe-Edition"...
Eine solche Nachbehandlung hat das Originalalbum nicht verdient. Hier wurde eine große Chance vertan und mit der heissen Nadel versucht, schnelles Geld zu machen. Erneut zeigt sich, daß den Stones für die Aufarbeitung ihres Kataloges das richtige Händchen fehlt. Mein Tip also: Die Virgin-Ausgabe von 1994 mit authentisch rekonstruiertem Cover besorgen und die relevanten Extra-Stücke legal downloaden. Wem das Cover egal ist, der ist auch mit der Einfach-Variante von 2009 passabel bedient.
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am 19. Juni 2001
Es gibt ein Leben nach dem Tod, und die Stones haben es mit dieser Platte bewiesen! Denn künstlerisch tot waren sie in der Tat bei "Black And Blue" und "Love You Live", eigentlich schon bei "Exile On Main Street", aber das darf man ja immer noch nicht laut sagen. In einem Interview soll Mick Jagger gesagt haben, mit dieser Platte wollten die Stones den Punks zeigen, was Rock`n`Roll ist. Und das haben sie, denn nicht soulige Discoklänge dominieren dieses Meisterwerk, sondern es ist in erster Linie eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen, authentischen Quellen der Sechziger, die hier aber nicht als Nostalgie, sondern, wie bei den besten Punksachen als Wiederauferstehung in neuer Zeit zu verstehen ist. Das gelungen-tanzbare "Miss You" ist dabei legitime Reminiszenz an eine andere im Jahr 1978 vorherrschende Richtung, aber mit Songs wie "When The Whip Comes Down", "Lies", "Respectable" und dem Geniestreich "Shattered", die schon allein zahlenmäßig dominieren, wird klar, wo hier die Hauptbetonung liegt. "Before They Make Me Run", von Keith Richards vorgetragen, wurde damals als heimliches Eingeständnis der Sattheit am Starrummel aufgefasst. Wie wir heute wissen, war dem nicht so, trotzdem ist es für mich einer der stärksten von Richards vorgetragenen Songs auf einer Stonesplatte überhaupt. Angereichert durch die ins Discozeitalter nun wirklich nicht passende, Blue Grass-artige Ballade vom "Girl With Faraway Eyes" und mit dem tollsten Albumcover seit "Sticky Fingers" haben die Stones mit "Some Girls" eines ihrer besten und authentischsten Alben vorgelegt, mit dem sie wieder zu dem Niveau gefunden haben, das ihre stärkste Zeit von 1968 bis 1970 geprägt hat.
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bis auf "Tattoo You" natürlich, aber das ist ja eigentlich nur ein großer fake, bestehend aus auf aktuell-polierten Studio-Resten...
Das war schon eine große Sache, damals, 1978, als die degenerierten, unmusikalischen Punk-Rotzbengel
und die Disco-Weicheier uns vormachen wollten, was gute Musik sei - und Band wie die Kinks, die Who
und die Stones diesen pubertären Dreiakkordehoch-Möchtegerns die Antworten um die Ohren krachten, das es eine reine Freude war -
und zwar genau da, wo es wirklich weh tut, nämlich an der Spitze der Charts...

Natürlich ist "Some Girls" keine "typische" -Stones Platte; "Black & Blue", der geniale Vorgänger, war eine solche -
aber selbst bis heute hat es kaum jemand gemerkt - man konstatierte nur den komerziellen Mißerfolg, auf den die
Stones reagieren mußten und eine Antwort zugleich auf den Disco-Sound (Micks Weg) und auf den Punk (Keith`
Weg) kreirten, die ihresgleichen sucht. "Moment mal" - ruft uns diese Platte zu - "Wir, die Stones, haben das
Rebellentum und die musikalische Härte (zusammen mit den Kinks und den Who) erfunden, - euer Verdienst soll das sein?
Dass wir nicht lachen!!!" Und ab ging`s...Eine nicht in allen, aber in den meisten Songs gelungene Frischzellenkur, die
die Band auf die Höhe der Zeit katapultierte. "Some Girls" ist für mich die letzte richtige Stones-LP, die hörenswert ist; ich
stimme zu, "Emotional Rescue", obgleich zu 90 Prozent von den gleichen Sessions in den Marconi-Studios, Paris
1977/78 stammend wie "Some Girls" ist eine wirklich schlechte Platte (unverständlicherweise aber die erfolgreichere),
aber was kommt denn danach? Nur der Reste-Sampler "Tatto You" ist noch hörenswert; alles spätere ist schlechte,
uninspirierte, abgedroschene Musik, die die Welt nicht gebraucht hätte...(nein, Verzeihung, die ich nicht brauche, die
kritiklosen Alles-Sammler mögen sich an hohlen Scheiben wie "Voodoo Lounge" erfreuen, wenn`s sie`s so wollen...)

Die rechtlichen Probleme bezüglich der Kläger, die sich auf dem Cover wiederfanden, existieren wohl noch immer, so daß man nur -
wohl wegen der "ungefährlicheren", weil kleineren Auflage von Bill Wymans Buch "Rolling Stones - Story" eine Ausnahme riskierte,
denn dort findet man das unzensierte, ursprüngliche LP- cover (zufällig?) genau in cd-booklet-größe.

Viele Bonus-Titel wären neben "Everything Is Turning To Cold" möglich gewesen, angefangen mit "Claudine" über "Stuck In The Cold", "You Left Me", "I Think I'm Going Mad", den beiden anderen,
von Keith gesungenen Titel: "We Had It All" und "I Need You" bis hin zu den (kürzeren) Single-Fassungen von "Miss You" und "Shattered" bis zum (längeren) Dance- Mix von "Miss You"- Respectable wurde wohl auf Micks Wunsch als Single ausgekoppelt, damit Bianca Jagger es auch sicher im Radio hört und sich
gründlich darüber ärgert, als jemand bezeichnet zu werden, der sich auf dem
Rasen des Weißen Hauses flachlegen lässt...
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