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Kundenrezensionen

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am 17. Oktober 2014
Ehrlich gesagt, bin ich froh, dass die Plattenfirma - auch wenn sie keine wirklich gute Rolle in der Geschichte von SMILE gespielt hat - die SMILE Sessions 2011 doch noch veröffentlich hat. Nur so ist es möglich, ansatzweise zu erhören, wie sich das damals angefühlt hat. Am Sound zu mäkeln, ist müßig. Die Sessions fanden 1966 statt, und es war in der Zeit zumindest bei Brian üblich, in Mono aufzunehmen. Dass unfertige Stücke dabei sind, stört mich ganz und gar nicht. Brians Version 2004 - die ich im Übrigen im selben Jahr in Bonn live hören durfte - gibt uns eine gute Vergleichsmöglichkeit zwischen Entwurf, Demo und fertigen Song. Die Bonustracks sind ein Geschenk für jeden Liebhaber, denn es ist de facto ein Blick in die Plattenküche und das für eines der bemerkenswertesten Alben der Pop Historie. Toll, mal ein Demo zu hören oder andere Versionen. Interessanterweise tauchen da auch Songs auf wie You're Welcome oder He gives Speeches, die wohl ursprünglich mit auf SMILE sollten, aber weggelassen wurden. Angeblich sollten ja eigentlich bis zu 23 Songs auf SMILE.
Seltsam, dass hier gemeckert wird über etwas, was bisher nur als lausige Bootlegs, für die manche Unsummen ausgegeben haben, existierte. Wenn Brian das Material so abgenickt hat, wie hier gesagt wird, dann liegt das nicht etwa daran, dass er es gut findet, sondern weil es ihn nicht wirklich interessierte. Er hat seinen Frieden mit SMILE 2004 gemacht, der Rest ist ihm bei der Vorgeschichte egal. Wer Interviews mit Brian gelesen hat, kennt seine Taktik, um in Ruhe gelassen zu werden. Angeblich will er ja nach dem Scheitern von SMILE, das eigentlich schon 1966 veröffentlicht werden sollte, dann auf Januar 67 verschoben wurde, um schließlich gar nicht zu erscheinen, alle Mastertapes vernichtet haben. Glauben kann ich das nicht, denn da hat ja auch noch die Plattenfirma ein Wörtchen mitzureden. Und wie man hört, gibt es die Bänder noch, sonst wäre auch SMILE 2004 unmöglich geworden. Wenn Brian das sagt, dann ist es wohl eher symbolisch gemeint. Immerhin folgte 1967 sein depressiver Absturz. Sein Coautor Van Dyke Parks war es, der ihn 2003 überredt hat, das Album als seines aufzunehmen und die Sache zu beenden. Die Idee gab es bereits 1966 und wäre wohl die bessere Lösung gewesen. Der Rest der BEACH BOYS allen voran Mike Love waren gegen das Album, dessen Cover bereits gedruckt war. Wer ein Exemplar findet, weiß dann auch, was wirklich alles drauf sollte. Sicher hat Capitol noch eines irgendwo im Schrank. Vor diesen Hintergründen wundert es nicht, wenn Brian selber an der Veröffentlichung 2011 wenig Interesse gezeigt hat. Ist ja auch seltsam, fast 40 Jahre die Schublade zuzulassen, aber nach Brians Version 2004 nun doch noch eine eigene nachzuschieben. Die Kohle wollte sich Capitol nun doch nicht entgehen lassen...

Zur Bedeutung von SMILE lässt sich auf alle Fälle sagen, dass es das erste thematische Konzept Album der Rockgeschichte ist und bleibt. Da kommt auch Sgt. Pepper nicht dran, wenn es auch mehr Hits enthält. Brian ging es nicht vordergründig um Hits, dafür eignen sich einige Passagen, die als Übergänge zwischen den Songs gedacht sind, auch gar nicht, sondern um eine Teenager Synphonie, also eine moderne Anlehnung an die Klassik. D.h. die Musik ist auf Schönheit und Anspruch, weniger auf Kommerz ausgerichtet. Und das hat ja insbesondere Mike Love angekotzt und die Plattenfirma nicht weniger. Es ist fast zu vermuten, dass SMILE seinerzeit zumindest ungläubiges Staunen, ja vielleicht sogar Ablehnung bei der bisherigen Käuferschaft gefunden hätte. Nicht destotrotz ist es ein Meilenstein der Popmusik, dafür reichen bereits Surf's up und Good Vibrations. Paul McCartney war, angelockt von Pet Sounds, bei der Session zu Fire (Mrs. O'Leary's Cow) im Studio einschließlich Feuerwehrhelm und dürfte sich seine Notizen gemacht haben. Immerhin kamen bis dato nicht verwendete Instrumente und Geräusche zum Einsatz. Den nahtlosen Übergang der Titel hat er für Sgt. Pepper verwendet, auch den kurzen Einsteiger, aber damit noch lange kein Konzeptalbum geschrieben. SMILE hat ein Thema und will die amerikanische Geschichte abbilden, schlägt daher einen Bogen von der Ostküste durch den Wilden Westen bis hin zu Hawaii. Der Vorgänger Pet Sounds dagegen war ein unwahrscheinlich dichtes Hitalbum auf einem durchgängig großartigem Niveau ohne jeden Bruch - da fällt kein Titel aus. Es ist ähnlich perfekt wie Rumours von Fleetwood Mac oder eben Sgt. Pepper. Doch das sind keine Konzeptalben oder gar Rock Opern wie Tommy, die Brian im Prinzip mit SMILE ankündigt. Da liegt sein historischer Wert, nicht in der Frage, ob es kommerziell erfolgreich gewesen wäre. Das hätte schon die Plattenfirma zu verhindern gewusst wie bei Pet Sounds, als - selten dämlich oder absichtlich - direkt ein Compilation Album nachgeschoben und Pet Sounds Aufstieg in den Charts abgewürgt wurde. Die große Tragik der Beach Boys ist bis heute die fehlende Professionalität innerhalb und außerhalb der Gruppe. Management, Plattenfirma und Kleingeister wie Mike Love haben vieles versaut. Brian Wilson war dem leider nicht gewachsen. Mit Mitte 20 war er am Ende und es hat ihn beinahe umgebracht, ähnlich wie SMILE oder Pet Sounds hat er nicht wieder geschaffen. Aber warum auch - er hat uns tolle Musik geschenkt. Mozart hat auch nur bis Anfang Dreißig produziert. Brian gibt uns ein Beispiel, dass auch Genialität kein Leben lang halten muss.
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am 14. Juni 2017
Musikalisch und stilistisch seiner Zeit voraus. Hier haben die Beach Boys definitiv mit dem Surfsound gebrochen. Muss neben Sgt Pepper in jeder seriösen Diskothek stehen.
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TOP 1000 REZENSENTam 28. Dezember 2011
Als ich im Vorfeld die bisherigen Rezensionen hierzu durchschmökert habe, bin ich auf sehr viele interessante Thesen und Aussagen gestoßen, die mich nun letztlich auch dazu bewogen haben, eine eigene Rezension zu verfassen.

Einhaken möchte ich bei der für mich sehr interessanten Frage (danke an "Strawberry Fields"), ob denn SMILE, wäre es 1967 veröffentlicht worden, ebenso begeistert von Kritikern (und Fans) aufgenommen worden wäre wie etwa SGT. PEPPERS... von den Beatles. Man darf nicht außer Acht lassen, dass es sehr schwer ist vom heutigen Standpunkt aus eine halbwegs objektive Bewertung für SMILE abzugeben, da Musikinteressierte (mich eingeschlossen) bereits sehr stark beeinflusst sind, von diversen Ranglisten, Kritiken etc. bezüglich musikhistorisch bedeutender Rock-Platten.
Das ROLLING STONE MAGAZIN hat nun also SGT. PEPPERS... zur Nr. 1 in seinem 500er-Ranking auserkoren. Und wer belegt Platz 2?
Richtig! The BEACH BOYS. Und zwar mit ihrem gelungenen (ob es denn nun wirklich das zweitbeste aller Zeiten ist, darüber lässt sich natürlich vortrefflich und genüsslich streiten - aber lassen wir das jetzt...) PET SOUNDS, das ob seiner Harmonie, der Experimentierfreudigkeit und nicht zuletzt auch wegen seiner Tracks hochgelobt wird.
Selbst wenn man kein allzu großer Beach-Boys-Fan ist, muss man PET SOUNDS wohl einen gewissen Einfluss und vielleicht auch "ideellen Wert" (in einem weiteren Sinn) zugestehen... Wie auch immer.

Das Verblüffende an der Tatsache, die Beach Boys in zuvor besagter Rangliste derart weit vorne zu finden, liegt (für mich wenigstens) darin begründet, dass ihr (laut Ranking) "nächstbestes" Album irgendwo ganz weit hinten gereiht wird. Ja, sämtliche andere Beach-Boys-Alben wurden erst gar nicht berücksichtigt... Und wenn man bedenkt, wie lange, wie viel und welch großartige Musik die Beach Boys mitunter gemacht haben, ist das - finde ich zumindest - doch überraschend.
Aber hören Sie sich einmal ernsthaft eine andere Beach-Boys-Platte (außer PET SOUNDS) an! Da gehört dann doch einiges dazu, um nicht die Stopp-Taste oder den Vorlauf zu betätigen. Tatsächlich, und das halte ich für ein Phänomen, ist es den Beach Boys - trotz vieler, vieler wirklich großartiger und weltbekannter Hits - nie gelungen, ähnlich "würdige" Konzeptalben zu schaffen (bis auf zuvor besagte Ausnahme) wie vergleichsweise eben den Beatles, den Stones oder z.B. The Who.
Gut, wurscht wird da jetzt jeder sagen, der sich sowieso alles downloaded und keinen Wert auf die Kunstform Musikalbum legt.
Aber für jemanden, der sich interessiert mit älterer und neuerer Popmusik (und Musik im Allgemeinen) auseinandersetzt, wäre das schon fast eine kleine Doktorarbeit wert...

Nun, was hat das ganze Blabla nun denn eigentlich mit SMLE, also vorliegendem Produkt, zu tun?
Für mich stellt sich nun die Frage, ob denn die Beach Boys im kollektiven Musikkritikergedächtnis nicht einen doch viel bleibenderen Eindruck hinterlassen hätten (was aber trotz allem ohnehin der Fall sein dürfte), wenn denn SMILE tatsächlich anno 1967 auf den Markt gekommen wäre. Ich bin mir fast sicher, dass die Scheibe bei Kritikern (bei den Fans sowieso) großen Anklang gefunden hätte! Der konzeptartige Aufbau und die experimentellen "Soundcollagen" (ich nenn sie jetzt einfach mal so) sind weit weg von den vielen anderen Mischmasch-Alben der Beach Boys. Hier wurde wirklich versucht (Brain Wilson sei Dank) ein harmonisches Ganzes zu formen. Gut tut dies - aus meiner Sicht - vor allem den wenigen, aber dafür umso nachhaltigeren, Hitsongs, die auf SMILE enthalten sind (ich spreche hierbei etwa von "Heroes & Villains", "Surf's Up" und "Good Vibrations", das für mich die wahrscheinlich beste Beach-Boys-Single ever sein wird!).
Tatsächlich glaube ich, dass (sehr hart gesprochen - Fans mögen es mir bitte verzeihen) überhaupt lediglich PET SOUNDS und eben SMILE die einzig wirklich rundum überzeugend gelungenen Alben der Band sind!
Alles andere (und ja, ich mag viele ihrer Songs, meist zumindest) kann man sich ebenso gut auf Best-of-Format oder als Sampler zulegen! Die Beach Boys sind generell eine der wenigen ("klassischen") Bands, bei denen ich zuerst zum Kauf einer Compilation raten würde, weil da wenigstens wirklich nur die Hits, ohne zweitklassige und mitunter auch nervende B-Seiten, drauf sind!
UND: Darüber hinaus könnte man sich 1. PET SOUNDS und (JA) 2. SMILE zulegen, weil das 2 wirklich hübsche Alben sind, die eigentlich in keinem Musikfreak-Regal fehlen sollten.

Kurz: SMILE ist zurecht veröffentlich (oder wiederveröffentlicht) und gelobt worden. Es wird als Album den oft (teils auch zu Unrecht) belächelten Beach Boys gerecht.

Weitere Pluspunkte dieser aktuellen Veröffentlichung: Die Aufmachung kann sich sehen lassen, hier steckt sehr viel Liebe mitdrinnen. Zudem könnte ich auch über den Sound nichts Negatives sagen - ich glaube, dass dieses Remaster sehr gut gelungen ist und bewusst so umgesetzt wurde (Mono-Stereo hin oder her - egal, wie ich finde!).

Eher unnötig (da ich auch kein Hardcore-Fan bin) hingegen finde ich die Bonus-Disc. Mir persönlich würde es reichen, SMILE im 1-Disc-Format, ganz ohne Bonusschnickschnack, und dafür vielleicht gegen geringeres Entgelt (15 oder weniger?!) entgegenzunehmen.
Als chronischer Musikleidenschaftler habe ich aber natürlich trotzdem nicht widerstehen können und mir diese - meiner Meinung nach - sehr geglückte "Session(s)" einfach zulegen müssen. Andere Sammler und Musikbegeisterte werden verstehen, wovon ich spreche ;) (Und leider wissen es die Herausgeber und Produzenten auch und gerade deshalb fügen sie wohl auch sämtlichen gänzlich unnötigen Bonuskrimskrams hinzu - um eben noch mehr absahnen zu können).

Wem würde ich nun also zum Kauf von SMILE raten?
1. Allen Beach-Boys-Begeisterten.
2. Allen, die sich selbst als musikinteressiert einschätzen würden.
3. Allen, die gute Musik einfach mögen und auch ein bisschen Geduld dafür mitbringen.

Also: Zugreifen, erfreuen, genießen!

Eine berechtigte, aber aus heutiger Sicht eher schwer einzuschätzende, Veröffentlichung, die die Bedeutung und den Einfluss der Beach Boys noch einmal bewusst vor Augen führt!
Ob es deshalb notwendig ist, noch einmal auf Tour zu gehen, ist wiederum eine andere Frage... Burschen, macht euch (und eure Fans) nicht unglücklich! (Ist von Herzen lieb gemeint!)

SMILE = 5 Sterne. Bravissimo!
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am 1. November 2011
Was soll man zu diesem phantastischen Box-Set nur sagen?

Zunächst vielleicht, dass nur wirkliche Smile-Archäologen diese wirklich benötigen.

Der Gelegenheits-Interessent, so es diesen beim Thema "Smile" überhaupt gibt, ist sicher mit der 2 CD-Version bestens bedient, zumal auch der Preis der Box ziemlich happig ist.

Für den Smile-Fetischisten ist die Box eine unerschöpfliche Schatzkiste, die kaum einen Wunsch offenlässt. Das reicht von der liebevollen Aufmachung über das beigelegte Riesenposter, das mit Informationen vollgepackte Begleitbuch bis zur Vinyl-Version des Albums (inkl. Foto-Beilage) und zwei zusätzlichen Singles. Das Buch enthält Aussagen aller Beach Boys und etlichen anderen Beteiligten an dem Projekt, eine komplette Aufstellung aller Sessions mit den jeweils beteiligten Musikern, wunderbare Fotos und Grafiken und auch die kompletten Lyrics.

Kernstück sind natürlich die insgesamt 5 CDs. Auf der ersten befindet sich die eigentliche Rekonstruktion des Albums von Mark Linett, wobei die Songfolge annähernd identisch ist mit Brian Wilsons Solo-Version von 2004. Die seinerzeit bei einigen Stücken noch fehlenden Lyrics fallen nicht sonderlich ins Gewicht, ein Genuss sind die jungen Stimmen der Beach Boys gegenüber der doch arg gealterten Stimme Brians auf der Solo-Version. Die Rekonstruktion ist aus Authentizitätsgründen in Mono gehalten. Vielleicht hält man sich hiermit doch noch eine Option offen, denn auch bei Pet Sounds erschien erstmals 1997 eine Neuabmischung in Stereo, und vielleicht ist eine solche nunmehr die letzte Herausforderung für Mark Linett.

Auf den weiteren CDs, überwiegend in Stereo, kann man die Evolution der einzelnen Stücke nachverfolgen, wobei dies alleine für Heroes & Villains und Good Vibrations jeweils eine ganze CD füllt.

Ebenso sind bislang unveröffentlichte, oftmals jedoch nur halbfertige Songs wie Tune X, I Don't Know Why oder Three Blind Mice enthalten. Man stößt auch auf bisher nur von Bootlegs bekannte obskure Fragmente wie z. B. Talking Horns, das hier der Surf's Up-Session zugeordnet ist. Gespenstisch wird es bei der legendären Fire-Session...man stelle sich die beteiligten Musiker mit den Feuerwehrhelmen vor.

Nun mag durch diese Veröffentlichung ein gewisser Teil der Magie und des Mythos von Smile verlorengegangen sein, doch für den geneigten Fan ist eine geradezu unendlich lange Wartezeit vorbei, und das ist die ganze Sache doch allemal wert.
Den Stellenwert als meist erwartetes Album der Rock-Geschichte kann Smile gar nicht verlieren, vielmehr kann man das ganze Wunderwerk endlich in angemessener Form genießen.

Ein Traum wird wahr, deshalb natürlich: Fünf Sterne ohne jede Einschränkung!
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am 14. Dezember 2011
Die Geschichte vom Nichtzustandekommen von "Smile" ist fraglos einer der ganz großen Popmythen. Seit einigen Jahren nun wurde an der Fortsetzung des Mythos gearbeitet. Das erste, von einem kundigen Fan zusammengestellte "Smile"-Bootleg erschien dem Vernehmen nach 1985, zu einer Zeit, als Brian Wilson selbst noch immer viel zu traumatisiert war von den Ereignissen der Jahre 1966/7, um eine Vollendung des Projekts ernsthaft in Erwägung zu ziehen.
Seit dem 20. Februar 2004 ist alles anders. Damals wurde "Smile" von Brian Wilson und Band in der Royal Festival Hall uraufgeführt. Die von ihm und Van Dyke Parks komplettierte Version stieß auf algemeine Begeisterung, ebenso wie das relativ kurz darauf in Rekordzeit eingespielte Album "Brian Wilson Presents Smile". Aber der Mythos war noch immer nicht zuende erzählt. Erst weitere sieben Jahre später sind nun erstmals die lange verschollen geglaubten "Smile"-Originalbänder der Beach Boys dem normalsterblichen Musikfreund zugänglich. Das allein ist schon ein Grund zur Freude. Das Allerschönste aber ist, daß sich das Ergebnis auch noch richtig gut anhört! Ich meine, es lohnt sich allemal, den ganzen Grabstein zu kaufen: zwei LPs, zwei Singles, fünf CDs, ein Poster und ein Fotoheft, und das Ganze wunderschön verpackt, auch wenn sich das eigentliche Wunderwerk bereits abschließend auf LP bzw. CD Nr. 1 befindet: die aus den Hunderten Schnipseln in Wilsons Soundarchiv rekonstruierte "Endfassung" des unvollendeten Mammutwerkes, dieser psychedelischen "teenage symphony to God".
Die von Wilson 2004 vorgenommenen Veränderungen, die neuen Übergänge, Auslassungen und Ergänzungen und Textneufassung ergeben sicher Sinn. Aber das, was man hier zu hören bekommt, tut es auch. Der Hörer hat keoneswegs den Eindruck, vor einem in Verzweiflung aufgegebenen Fragment zu stehen. Die Rekonstruktion, mit "Heroes and Villains" als Leitmotiv, ist ein rundum gelungener Wurf. Die zusätzlichen Stunden Musik seien nur etwas für Fans, könnte man sagen. Angesichts der besonderen Entstehungsgeschichte von "Smile" als verschütteter, psychedelischer Popmeilenstein am Anfang aller "Americana", muß man aber eigemtlich sagen, daß nur die große Grabsteinversion der Funktion von "Smile" als der faszinierenden Zeitkapsel, die es ist, gerecht wird.
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am 8. Februar 2012
Eine sehr umfangreiche und sehr teure Box, aber schön. Allerdings wirklich nur für Hardcore-Fans die am Besten die ganze Geschichte dieses Werkes kennen. Für die aber zu empfehlen.
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am 28. Oktober 2011
2004 kam "Brian Wilson presents Smile". Zum ersten Mal wurde das "Puzzle" Smile zusammengesetzt und wir Fans, die bisher nur Fragmente und einzelne Songs aus späteren Beach Boys Alben und Bootlegs kannten, bekamen einen ersten Eindruck von "Smile" aus Gesamtwerk. Aber eben "nur" als Neuaufnahme von 2004 mit Brian Wilsons Band und der hörbar gealterten Stimme des Meisters.

Hier nun endlich das echte, originale Smile von 1967. Mark Linett hat hervorragende Arbeit geleistet, nach Vorlage der 2004er Version die Originalaufnahmen zusammenzustellen, mit den Stimmen der Beach Boys und den Instrumentaltracks der "Wrecking Crew". Eben "the real thing", man kann sich nur vorstellen wie die Geschichte der Popmusik verlaufen wäre, wenn dieses Album 1967 auf den Markt gekommen wäre.

Und als wäre es nicht schon genug, das Album auf CD und Vinyl (!) zu bekommen, gibts im Boxset noch eine ganze Menge mehr für den verwöhnten Fan: Auf insgesamt 5 CDs sind etliche Sessions, Demos, Outtakes etc. zu hören, oftmals bisher unveröffentlicht. Ein Begleitbuch erzählt die Geschichte des "verlorenen" Albums in diversen O-Tönen (Brian Wilson, Van Dyke Parks, Mike Love etc.), 2 Vinyl-Singles und ein Smile-Poster runden das ganze ab.

Und das Boxset an sich ist mit der 3d-Version des Albumcovers schon ein Hingucker.

Fazit: Zwar nicht billig, aber jeden Cent wert. Außerdem gibts ja noch die Doppel-CD und Vinyl Version, gehört haben sollte man Smile auf jeden Fall, sonst hat man etwas verpasst.
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am 8. November 2011
Die SMILE Geschichte: 1966 begann Brian Wilson - das musikalische Herzstück der Beach Boys - an dem Nachfolgealbum von Pet Sounds zu arbeiten. Aus dem Tagesgeschäft der Band hatte er sich schon länger zurückgezogen. Nun konnte er sich im Studio auf seine geniale Arbeit konzentrieren. Ihm schwebten keine klassischen Songs vor. Alles sollte wie ein Baukastenprinzip funktionieren. Einzelne Fragmente wurden aufgenommen und sollten zu einem großen Ganzen zusammengeführt werden. Die Hitsingle "good vibrations" gibt einen wunderbaren Eindruck was sich Wilson wohl in seinem Kopf erdachte. Es kam damals aus verschiedenen Gründen nicht zur Veröffentlichung. Die Plattenfirma Capitol stand nicht hinter dem Projekt, sondern wollte weiter die "fun in the sun"-Welle reiten / das Projekt verschlang eine große Summe an Dollar und der Geldhahn wurde zugedreht / Wilson war psychisch labil / Die Drogen sorgten dafür, dass der Plan im Kopf nicht mehr überschaubar war / die anderen Bandmitglieder konnten sich nicht mit dem Projekt anfreunden - auch wenn sie heute gerne Gegenteiliges äußern. Capitol zog die Reissleine und veröffentlichte Smiley Smile - eine misshandelte Version von Smile-Songs. In den Folgejahren wurden immer wieder Beach Boys-Platten aufgewertet indem man auf Songs der Smile-Sessions zurückgriff, wie beispielsweise auf das geniale "surf's up". Es gab Aussagen von Leonard Bernstein, der Brian Wilson aufgrund der Smile-Sessions auf eine Ebene mit Mozart hob. Das Album wurde zum Mythos. Kernaussage: Die Welt hat das beste Pop-Album aller Zeiten nicht zu Gehör bekommen.
Eifrige Beach Boys-Fans - hier schreibt so einer - haben Plattenbörsen und Flohmärkte nach Bootlegs durchstöbert. Ab und dann wurde man fündig. Die Aufnahmequalität war sehr unterschiedlich und nie wirklich gut. Qualitativ gute Fragmente wurden auf der tollen "good vibrations"Box 1993 veröffentlicht. Man saß daheim und stellte sich sein SMILE Pojekt zusammen, wie hat sich Brian das wohl gedacht!?!... 2004 hat Brian Wilson nach langer Genese SMILE neu eingespielt. Der Fan freute sich, war aber nicht begeistert. Zum einen, weil man sich eingestehen musste, dass nicht 100% alles was er damals im stillen Kämmerlein erdachte, genial war. Zum anderen, war da natürlich die Stimme eines älteren Mannes, die so gar nicht zu der "teenage symphony to god" - inoffizieller Untertilel von SMILE - passen wollte. Und Carl Wilson - sein Bruder mit der noch besseren Stimme -> "wonderful" war nicht mehr unter uns.
Dann Anfang 2011 die überraschende Mitteilung. SMILE soll angemessen veröffentlicht werden und Brian Wilson, Mike Love (!), Al Jardine & Bruce Johnston arbeiten mit. Das Box Set ist unter den gegebenen Umständen das Non-Plus-Ultra und die nicht kleine Investition absolut wert. Ich persönlich hätte die Vinyl-Beigaben nicht gebraucht, hätte mich über einen etwas geringeren Preis oder eine Flmdoku auf DVD mehr gefreut, aber ok ...
Die Box ist hochwertig gestaltet. Allein die 3D Darstellung des alten Artworks ist der Hammer. Der Folder für die CDs sehr schön. Endlich werden auch die Texte veröffentlicht, die Seesions werden dokumentiert; ausführliche Liner Notes; alles inhaltlich und optisch top.
Und die Musik ?! Soundtechnisch das Geld wert; werde meine Bootlegs einmotten. Der Versuch als Gesamtwerk orientiert sich an der 2004-Veröffentlichung von Brian Wilson. Eine schöne Gelegenheit es am Stück zu hören. Wir werden nie erfahren, ob Brian Wilson es sich damals so erdachte. Oder ob noch geniale Songs in seinem Kopf hängen geblieben sind. Es bleibt immer eine bitterer Beigeschmack. Was wäre gewesen, wenn die Umstände anders gewesen wären... ?! Die Musik ist zu 90% genial. Allein für "wind chimes" "wonderful" "good vibrations" "heroes & villains" "surf's up" "cabin essence" kann man Wilson nicht genug loben. Kein Lennon, kein Mc Cartney, kein Ray Davies ist je in diese Sphären vorgestossen.
Für den Fan ist es eine musikalische Entdeckungsreise sich durch die Sessions zu hören. Nur in dieser ausführlichen Ausgabe macht es Sinn. So können wir wieder dasitzen und an unserer SMILE Ausgabe tüffteln.
Danke an alle Verantwortlichen für diese Box, die alle Erwartungen erfüllt.
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am 10. Januar 2012
Als ich 2004 die CD "Brian Wilson: Presents Smile" gekauft hatte und die CD in meinen Player legte, habe ich das Album nur nebenbei gehört. Wenige Tage später hörte ich das Album ein drittes mal und es zauberte mir nicht nur ein Lächeln auf meinen Lippen, sondern als "Good Vibrations" verklungen wahr, schrie ich: "Wow...was für eine Symphonie!!" Der Grund hiefür ist der, das Brian Wilsen melodische Bausteine in einzelne Stücke versteckt hat (eine Art Mosaik) die sich in Good Vibrations wiederfinden. Also nicht nur Wiederkehrende Elemente und Themen aus "Heroes and Villains" und "Cabin Essence" (u.s.w) sind zu hören, sondern wie gesagt auch noch versteckte vielschichtige Melodien die beim genauen hinhören im letzten Stück "Good Vibrations" wieder auftauchen. Ich besitze alle Beatles-Alben und habe sie alle mehrfach gehört, gleiches gilt für die Rolling Stones von 1964-1976, Phil Spectors "Well of Sounds", The Kinks, The Who und ich habe auch das Meisterwerk "Odessey and Oracle" von The Zombies, aber noch nie hatte ich solch einen "Magischen Moment" erlebt wie bei diesem Album "Smile". Die Symphonie "Smile" muß man erfahren und erleben. Brian zerlegt erst alles in kleine Bausteine (Fragmente) in den ersten drei Sätzen und fügt es auf magische Weiße wieder zusammen und tut das noch einmal mit "Good Vibrations" (vierter Satz). Der magische Aspekt kommt bei der Beach Boys-Rekonstruktion nicht richtig rüber, da seinerzeit nicht eingesungene Passagen der Melodie halber fehlen. Aus historischer Sicht sollte man sich beides zulegen "Brian Wilson presents: Smile" und "The Beach Boys Smile Sessions", der Vergleich lohnt sich allemal. Der beste Komponist seiner Zeit und der beste Texter seiner Zeit ,Van Dyke Parks, taten sich 1966 für diesen "Heiligen Gral" der Rock- und Pophistorie zusammen und schufen ein wahrlich einziartiges Meisterwerk!!! "Smile" ist ganz, ganz große Kunst!!! Die Box ist ein Augen- und Ohrenschmaus und die anderen Alben der Beach Boys (1962-1981) sind ebenfalls Hörenswert und zum Teil Hörerfahrungen. Denn die Beach Boys wahren nie eine Surfband sondern ein Doo Wop Ansambel und der Name "The Beach Boys" kam von der Plattenfirma, da die glaubte das die Beach Boys unter dem Namen "The Pendletones" sich nicht verkaufen würden, also suchte man nach einem verkaufsträchtigeren Namen.

Fazit: Ein Meilenstein gilt es zu entdecken, tolles Boxset für Musikliebhaber und
eingefleischten Beach Boys Fans- ein Muß
Achtung: muß man öfters hören um immer wieder neues zu entdecken (bzw. zu hören)
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am 18. November 2011
So manche Kritik, die es hier zu lesen gibt, ist schwer nachzuvollziehen. Da wird moniert, das Album sei lediglich eine "Aneinanderhäufung von Fragmenten". Ähnlich absurd wäre es, einem Fußballer vorzuwerfen, dass er den Ball nicht mit der Hand spielt sondern mit dem Fuß. Analog verhält es sich auch mit Smile. Das Aufnehmen von Fragmenten und die damit einhergehende vielfältige Möglichkeit diese Puzzlestücke fast beliebig zusammenzusetzen, war eben just der Ansatz den Brian Wilson mit Good Vibrations erstmals verfolgte und mit Smile zu perfektionieren suchte. Ebenso ist man erstaunt, wenn sich überrascht über die Qualität der Songs geäußert wird, ganz so als ob es nicht seit 2004 Wilsons Neueinspielung von Smile gäbe, auf welcher man sich seit 7 Jahren ein Bild von dem hier vorzufindenden Liedmaterial machen könnte.

Eher schon verständlich ist es, wenn Unwissende darüber verwundert sind, dass so manche Aufnahme auf der CD nicht vollständig ist, weil der dazugehörige Gesang nie aufgenommen wurde. Jedoch dürfte der Anteil an unbeabsichtigten reinen Instrumentalaufnahmen höchstens 10 - 20 % des Albums ausmachen, sodass selbst der gewöhnliche Konsument dieses Stück Musikgeschichte gut hören kann. Erreicht wurde diese Quote unter anderem dadurch, dass man bei Liedern wie I'm in great shape und Barnyard Brians Gesang von den entsprechenden Heim-Demos verwendete. Man kann fragen, ob diese im Sinne einer originalgetreuen Darbietung des Smile Materials ist und zu 100 % funktioniert es auch nicht, da Brians Pianospiel des Demos selbstverständlich ebenfalls zu hören ist und nicht so wirklich zu den Studioaufnahmen passen will; dennoch das Ganze ist noch so gut gelungen, dass man mit dem Ergebnis leben kann.

Was bekommt man geboten?

Sechs überragende Lieder in Gestalt von Heroes and Villains (thematisch eng verbunden mit diesem Lied sind auch die Stücke Gee und Do you like worms?), Surf's up (mit den einleitenden Liedern Look und Child is father of the man), das psychedelische Meisterwerk Cabin Essence, die wunderbare barocke Ballade Wonderful, das mit einem Augenzwinkern dargebotene Vega-Tables und natürlich der Übersong Good Vibrations.

Darüber hinaus noch drei sehr feine Aufnahmen in Form von Wind Chimes, Fire und Barnyard.

Ob Smile wirklich das definitive Meisterwerk ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Zumal es nie fertiggestellt wurde. Ich denke dennoch, dass die 2011 erstellte Version eine gute Vorstellung davon bietet, wie Smile 1967 geklungen haben könnte. Ich würde ihm genauso wenig den Rang des Jahrhundertalbums zugestehen wollen wie Sgt. Pepper, aber ein verdammt gutes psychedelisches Album der 60er ist es allemal.
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