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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
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3,9 von 5 Sternen
Hotel Lux [Blu-ray]
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am 8. März 2015
... humorvoll, allerdings nicht den Spagat zwischen anspruchsvollem Thema und unterhaltsamen Film geschafft. Weder das Eine, noch das Andere ist überzeugend umgesetzt mMn. Habe mich nicht wirklich gut unterhalten gefühlt. Schade
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am 11. November 2017
Gute Komödie mit guter Besetzung, die gleichzeitig hervorragend das Verhältnis zwischen Faschismus und Stalinismus zeigt. (Sogar noch lustiger wenn man Ahnung von sozialistischer Theorie hat) -von einem Trotzkistischen Verräter
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am 22. September 2015
1938 entzieht sich der Schauspieler und Kabarettist Hans Zeisig nach einigen gewagten Auftritten den Unbilden der Nazis aus Berlin. Da Hollywood für ihn zu dieser Zeit unerreichbar ist, flüchtet er mit falschem Pass in das Gästehaus des Komintern, dem Hotel Lux in Moskau, wo sich neben russischen Parteigenossen auch etliche deutsche Gäste aufhalten (z.B. Walter Ulbricht mit späterer Frau Lotte, Wilhelm Pieck, Georgi Dimitroff, J.R. Becher und Herbert Wehner). Nach unterkühltem Empfang mit Verhör erkennt Zeisig schnell, dass er vom Regen in die Traufe gewechselt hat, denn in Moskau herrschen genauso raue Sitten wie in Berlin. Trotzdem hat der Komiker Glück, denn man hält ihn für einen gewissen Hansen (eigentlich Hanussen), den Astrologen Hitlers. Da Nazideutschland den Russen inzwischen eine Kooperation angeboten hat, sucht Stalin beim angeblichen Hansen ausgiebigen Rat für künftige Entscheidungen. Entsprechend erfährt Zeisig im Hotel eine fast fürstliche Behandlung. Als Dolmetscherin fungiert übrigens eine alte Bekannte des Komikers aus Berlin, die holländische Kommunistin Frida, die inzwischen seinen besten Freund und Kollegen Siggi Meyer geheiratet hat. Auch Siggi ist nach einem KZ-Aufenthalt im Hotel Lux gelandet und als der russische Diktator die wahre Identität Zeisigs entdeckt, muss sich das Freundes-Trio nach alter Kabarett-Sitte als Hitler und Stalin verkleidet aus der Bedrouille retten. Nächste Station : Hollywood.

Die Titelzeile stammt aus Hans Zeisigs letztem Auftritt in Berlin 1938. Eigentlich soll er im Variete einen gierigen Juden verkörpern, was der Komiker allerdings ablehnt. Stattdessen schlüpft er in die Paraderolle seines inhaftierten Freundes Siggi, den 'Führer'. Den uniformierten Nazis unter den Gästen fällt vor Schreck der Unterkiefer herunter, als Zeisig im Stechschritt auf die Bühne kommt. 'Lachen Sie gefälligst !' herrscht er im Befehlston Hitlers sein Publikum an. Aber schon als sein erster Witz vor den braunen Schergen im Saal nicht wirklich zündet, hält der Komiker es für angebrachter, sein Heil in der Flucht zu suchen.

An Nazi-Komödien wagt sich der deutsche Film (aus bekannten Gründen) eigentlich erst seit Beginn dieses Jahrtausends heran, während sie in den USA, Grossbritannien und Frankreich schon seit langem zum Standardrepertoire gehören. Natürlich steht immer wieder in der Diskussion, ob es überhaupt deutsche Komödien zur Nazivergangenheit geben sollte, aber ich meine, was nicht mit Vernunft besiegt werden konnte, muss halt ätzender Humor erledigen. GOEBBELS UND GEDULDIG (2002) ist eine TV-Produktion mit einer zwar guten Grundidee, aber einem grottenschlechten und wenig witzigen Drehbuch. MEIN FÜHRER (2007) war da schon wesentlich pointierter, aber leider entschied sich Regisseur und Autor Levy dafür, die groteske Komik der Reichskanzlei immer wieder dem frugalen Leben einer jüdischen Familie gegenüberstellen zu müssen, was allzuhäufig den Schwung aus dieser Satire nimmt.

HOTEL LUX (2011) wurde vom komödienerfahrenen Leander Haussmann (SONNENALLEE, HERR LEHMANN, NVA) geschrieben und inszeniert. Der Film orientiert sich teilweise an den Slapstick-Einlagen der Screwball Comedies Hollywoods aus den 30er und 40er Jahren und produziert eine Reihe von mehr oder minder guten Gags, nur um dann immer wieder wieder den Fuss vom Gas zu nehmen, d.h. dem Zuschauer die schnell ermüdenden Liebeleien zwischen Hans und Frida und andere unnötige Füllsel, z.B. mit den nervenden Kindern im Etagengang, vorzuführen. Dabei kann der Film - für deutsche Verhältnisse - durchaus mit seinen 'Production Values' glänzen : einer hervorragenden deutsch-osteuropäischen Besetzung, sehr stimmigen Aussenaufnahmen vom Berlin und Moskau der 30er Jahre (Bluebox und CGI) und einem gutem Sound. Von den Gags hat mir am besten eine kleine Szene im Zimmer von Walter Ulbricht und Lotte Kühn gefallen, als dieser gedankenverloren Dutzende von Zuckerstücken zu einer Mauer formt. Der Dialog dazu ('Was machst Du denn da, Walter ?' - 'Ooch, nichts') scheint direkt aus einem alten Ehe-Sketch von Loriot zu stammen.

Fazit : originelles Handlungskonzept, optisch anspruchsvolle Produktion, Michael Herbig wie gewohnt in Topform, stellt damit leider das übrige Ensemble etwas in den Hintergrund. Eine ausgewogene Balance zwischen witzig und ernst ist nicht immer gegeben, insgesamt wirkt der Film mit 100 Min. Laufzeit (ohne Nachspann) einfach zu lang. Etliches Russisch lenkt außerdem mit dem Lesen der eingeblendeten UT von der Handlung ab. So mindern schlechtes Timing plus Sprachgewirr in einer derartigen Slapstick-Komödie den Unterhaltungsspass. An Ernst Lubitsch (SEIN ODER NICHTSEIN, 1942) kommt eben so schnell keiner heran.

Die BD weist - wie man es erwarten kann - gute Bild- und Tonwerte auf. Auch die Boni mit Making Of, Interviews, Trailer, Hörfilm-Fassung und Wendecover runden ein ordentliche Produkt ab.
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am 6. Juni 2012
Eine Komödie, die im finstersten stalinistischen Zeitalter in Moskau spielt? Ich hatte befürchtet dass das wieder so eine "Kommunisten sind eigentlich ganz cool"-Nummer wird, bestenfalls oberflächlicher Klamauk, der das berüchtigte "Hotel Lux" nur als nostalgisch-schauerlichen Kulisse hernimmt. Aber nichts da. Es ist ambitioniert und mutig, diese finstere Zeit als Rahmen zu nehmen, sich so eine Handlung auszudenken, Bully Herbig als Hauptdarsteller zu nehmen, Stalin und seine Nomenklatura und nebenbei eine ganze Rige von deutschen KPD-"Legenden" durch den Kakao zu ziehen (Ulbricht, Pieck, Wehner, Becher, ...). Hätte schief gehen können. Ist es aber nicht, weil der Film die Gratwanderung zwischen Klamauk, schwarzer Komödie und Melodram gut schafft und niemals peinlich wird. Und man erfährt ganz nebenbei trotzdem einiges über die ganzen Auswüchse des Stalinismus. Und die Besetzung passt: Bully Herbig macht seine Sache locker und gut; ich würde ihm irgendwann sogar eine ernste Rolle zutrauen. Sehr beeindruckend die Leistung der (russischen) Darsteller Grishko und Senderowitsch als Stalin und Jeschow. Die beiden Rollen sind der Kitt des Films. Herrliche Karikaturen. Man muss bei so einem Film natürlich mit vielen historischen Fehlern, Ungereimtheiten und seehr viel Fiktion leben. Wer auf historisch korrekte Filme steht, wird hier ähnlich große Qualen erleiden wie bei Inglourious Basterds (auch wenn man hier sonst kaum was vergleichen kann). Für mich war es gute Unterhaltung und eine absolut positive Überraschung, was den deutschen Film angeht.
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am 29. März 2015
Also für eine vernünftige Satire fehlen mir bei diesem Film eindeutig die guten Gags. Stellenweise wird wiedermal nach bester deutscher Kino-machart alles totgequatscht statt durch aktive Handlung zu überzeugen. Wer die ein oder andere Länge verkraften kann bekommt hier trotzdem ein visuell guten Film präsentiert.
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am 1. Juli 2017
"Hotel Lux" was written and directed by Leander Haußmann, well known for his movies in Germany.

The basic plot of "Hotel Lux" is from "To Be or Not to Be", with a bit of "Hitler--Dead or Alive" (both from 1942). But of course it starts with "Cabaret", which in 1972 established the fact that the Berlin of the early 1930s was basically a variety theater. It might be fun for some nerds to spot all the little details from the 1972-Cabaret incorporated in this 2011 version. But in this cabaret hindsight rules supreme. "Hitler" (8 million deaths) and "Stalin" (15 million deaths) dancing and singing as good friends in 1933 - and the audience giving this performance a standing ovation?

Next stop: Moscow, or rather the long, long corridors of the Hotel Lux in Moscow, probably built and run by Franz Kafka. A lot of communist emigrants live here, under the permanent threat of being arrested and shot by other communists, when a denunciator has labeled them as "Trotskyists". Many of the apparatchiks behave like robots, a ghastly, alien breed.
Some famous names join the party.
Meet Mr. Walter Ulbricht, who in 1961 ordered the construction of the Berlin Wall and commanded border troops to shoot East German people trying to flee the DDR communist paradise: he is building a wall with sugar cubes. Ha Ha !
Meet Mr. Stalin, who is an old paranoiac, so scared of hidden microphones that he wouldn't talk without turning the faucet on. Poor Stalin, so very afraid of the "apparat", just like the average Joe. Hi Hi !

This movie is neither a comedy nor a thriller. It is stylish, hip and ambitious, but it offers absolutely nothing in terms of knowledge, relevance or quality filmmaking. It offers only a pulp version of history.

What kind of target audience did the producers have in mind? It didn't find much of any. But that's the beauty of France or Germany's film subsidy system, I guess, things like that don't matter too much.
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am 19. August 2013
Vorweg: Ich bin ein richtiger Deutschlandfilm-Hasser, da es in meinen Augen zu 99,9 % billiges Laientheater ist. Auf "Hotel Lux" habe ich dementsprechend skeptisch reagiert, war aber interessiert wie gut Michael Bully Herbig eine ernste Rolle hinbekommt, schließlich bin ich ein Fan seiner Filme.
Und was soll ich sagen? Ich bin begeistert!
Man kann wirklich kaum glauben, dass es sich bei diesem Film um ein deutsches Machwerk handelt. Sämtliche Darsteller, egal wie klein ihre Rollen sind, spielen fast hollywoodreif! Es ist erstaunlich zu was deutsche Schauspieler fähig sind, wenn sie denn endlich mal richtig und ernsthaft schauspielern. Dieses typisch deutsche Dahinsagen auswendig gelernter Texte spürt man hier nie.
Es gibt auch keine lächerliche Musikuntermalung oder Durststrecken. Alles passt bis ins Detail. Was an "Hotel Lux" besonders beeindruckt, ist die geniale Kameraführung, ebenso wie Kulisse und Ausstattung. Ich konnte keine Sekunde das Produktionsland spüren. Die Hollywood-Illusion ist perfekt und ich kann mich an keinen deutschen Film erinnern, der je eine solche Qualität erreicht hat. Lediglich "Die Wanderhure" besitzt ähnlich hohes Niveau.
Bully meistert seine ernste Rolle mit Bravour. Ähnlich wie Jim Carrey in "Number 23", der den krassen Wechsel von Komik zu ernst noch um einiges beeindruckender hinbekommen hat, beweist er seine darstellerische Vielfalt.
Lediglich Thekla Reuten erinnert einen daran, dass der Film deutsch ist. Sie schafft es nicht ganz dieses künstliche Getue abzuschütteln.

Es ist mehr als erstaunlich, was Regisseur Leander Haußmann, der auch das Drehbuch schrieb, hinbekommen hat, ist er doch sonst durch, typisch deutsch, schlechte Filme bekannt. Ganz kann er seine Schwächen nicht verbergen. "Hotel Lux" hätte besser daran getan den ernsten Ton konsequent beizubehalten. Der zuweilen eingesetzte Humor wirkt meist fehl am Platz und man kann nur selten darüber lachen. Dafür gibt es aber eine für deutsche Verhältnisse äußerst untypische Menge Spannung und gute Dialoge. Besonders dann, wenn Fake-Hansen in Gesprächen droht aufzufliegen, sitzt man angespannt da.

Es ist kaum zu glauben, aber "Hotel Lux" lohnt sich wirklich! Man muss mal gesehen haben was Deutschland cineastisch in der Lage ist hervorzubringen, wenn es denn einfach mal richtig gemacht wird. Warum nicht immer so?

Anmerkung: Den Abspann sollte man ein klein wenig laufen lassen, denn es kommt noch eine witzige Pointe.
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am 31. Oktober 2011
Dieser Film von Regisseur Leander Hausmann ist schon gewagt. Das Hotel Lux ist schwerer Stoff. Das Hotel war ja quasi so einen Art kommunistisches Gefangenen- oder Internierungslager. Und über so etwas eine Kommödie zu machen erfordert eine gewisse Vorsicht, oder sehr viel schwarzen Humor. Was daraus geworden ist, ist eine Art Märchen über die finstere Zeit, als manche Menschen nur die Wahl zwischen Pest (Hitler) oder Cholera (Stalin) hatten, mit wirklich guten Gags, bei denen einem manchmal das Lachen allerdings im Halse steckenbleibt. Ich möchte jetzt hier nicht zu viele Gags verraten, aber es sind schon wunderbar zynische Gags drin. Zm Beispiel - weil der glaube ich auch im Trailer ist: Als Walter Ulbricht aus Langweile beim Kaffeeersatz-Trinken aus Zuckerstückchen eine Mauer baut, seine Frau ihn fragt, was er da denn macht und er sagt "nichts weiter" (falls es jemand nicht weiß: Walter Ulbricht war dann später für die Deutsche Mauer verantwortlich).
Von solcher "fiesen Qualität" sind unzählige Gags drin und vermute mal, es wird so werden, wie bei den besseren Monty Python Filmen wie Brian oder Ritter der Kokosnuss: Man kann beliebig "reinklicken" und sich schief lachen. Aber Sie wollen ja wissen, ob man sich den Film ansehen sollte: JA! Ist aus meiner Sicht der zweitbeste Film mit Bully nach dem Schuh des Manitu (immer noch unübertroffen) und hat Monty-Python-ähnliche Qualitäten und diverse Anklänge an den "Großen Diktator" von Chaplin. Daher: Kultstatus zu erwarten. Pflichtprogramm für Liebhaber, schwarzen schrägen Humors. Wer allerdings Monty Python zum Beispiel nicht ausstehen kann, wird an dem Film nicht wirklich große Freude haben.
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am 29. Dezember 2011
Obwohl als Komödie gedacht würde ich eher sagen ist es eine Art Tragikomödie.Es ist schon schwerer Stoff,was dem Zuschauer geboten wird.Man weiss eigentlich wirklich nicht ob man lachen darf oder nicht.Aber genau das ist es ,was dieser Film zu etwas besonderen macht.Ich wusste vorher was mich erwartet...kein Schuh des Manitou oder Traumschiff Surprise abklatsch.Es ist ein Film von hohem Niveau mit einer Prise Humor mit ernstem Hintergrund.Es gibt auch Szenen ,die einem Erschrecken und diese man so in der Art nicht erwarten hätte.
Ich war mit meinem 15 jährigen Sohn in dem Film im Kino und hatte Ihm gleich gesagt,dass der Film keine überschäume Komödie ist,aber Ihm gefiel der Film im Ganzen auch weil er Ihn verstanden hat.
Ich kann wirklich jedem diesen Film empfehlen,weil in diesem Film die Tragig und die Komik eng beianander liegen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 5. November 2011
Der heimliche Hauptdarsteller dieses Films ist das Haus Cumberland, ein - man kann es nicht anders sagen - mächtiger Gebäudekomplex aus der Kaiserzeit direkt am Kurfürstendammm in Berlin. Eine Art von Hotel mit Dauerwohnungen sollte dies einmal werden, aber schnell fand dieses Haus dann seine wahre Bestimmung als Behörde, mit klaustrophobisch langen Gängen und Zimmern, die ihre Bewohner ob ihrer Größe und Dunkelheit erschlagen.

Die Dreharbeiten in diesem Gebäude sind in einem ansonsten etwas zu langen Making-Of gut beschrieben. Man brauchte nicht viel zu verändern, um die Räume aus einer preußischen Behörde in einen anderen Ort des Schreckens zu verwandeln. Moskau sollen diese Räume im Film jetzt darstellen. Und zwar einen besonderen Ort, nämlich das Hotel Lux in den Jahren kurz vor dem Beginn des zweiten Weltkriegs. Dort wurden die europäischen Kommunisten einquartiert, die während der Jahre des Faschismus aus ganz Europa fliehen mussten. Dieses Hotel wurde allerdings zu einem Ort des Terrors, als Stalin vor allem zwischen 1936 und 1938 seine politischen Säuberungen durchführte. Viele der Bewohner des Hotel Lux begannen jeweils andere als politische Abweichler zu denunzieren. Nachts wurden diese dann abgeholt, sie verschwanden, man sprach nicht über sie und hörte nichts mehr von ihnen, und man lebte in der Angst, der nächste zu sein, dem dieses Schicksal widerfuhr.

In diese Atmosphäre des Schreckens gerät nun Bully Herbig. Er spielt einen Komiker, einen eigentlich apolitischen Menschen, den es durch einen Zufall hierher verschlagen hat, und der keinesfalls hierher gehört, der die merkwürdige Welt des Hotel Lux noch nicht einmal verstehen kann. Und Bully ist halt auch in diesem Film Bully, er macht halt "Tingeltangel", so wie das im Film mehrfach heißt. Es ist fast ein Wunder, dass dieser Kontrast zwischen der Komik und dem ernsten Thema den Film nicht zerreist. Aber tatsächlich funktioniert das dann doch, vielleicht deshalb, weil die ideologische Verbohrtheit der Kommunisten in dem Hotel eben noch viel absurder ist als jede Pointe, die sich der Komiker überhaupt ausdenken kann.

Man merkt dem Film an, mit wie viel Routine das ganze in eine Geschichte und in Bilder umgesetzt ist. Damit wären wir dann beim Dritten Hauptakteur dieses Films. Leander Hausmann hat hier Regie geführt. Dieser hat bereits im wunderbaren "Sonnenallee" große Geschichte aus der Perspektive kleiner Leute erzählt und damit einen Nerv beim Zuschauer getroffen. Und so schafft es Hausmann dann auch hier, ein weiteres historisches Thema mit Eleganz in Form einer Filmkomödie darzustellen. Vorwerfen kann man dem Film allenfalls, dass er beim deutschen politischen Personal in diesem Hotel sich auf die platten Gags beschränkt. Gerade Herbert Wehner bleibt mir hier zu blass beschrieben. Da wäre noch mehr drin gewesen. Aber vielleicht ist dies auch einfach der Menge der genialen Nebendarsteller geschuldet, allen voran sicher Jürgen Vogel als proletarischer Kollege von Bullys Komiker "Zeisig".

Inzwischen wird das Haus Cumberland renoviert. Diese in vielen Filmen und Fernsehserien verwendete Kulisse wird nun in ein Wohnhaus mit Geschäften umgestaltet. Ob es gelingt, den Räumen den beklemmenden Charakter auszutreiben? Sieht man den Film, mag man es kaum glauben.
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