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am 29. Dezember 2011
Gute Frage. Aber ganz ehrlich: Die Antwort auf seine Frage wird den amerikanischen Drehbuchautor Gil Pender(Owen Wilson) komplett um den Verstand bringen. Er ist mit seiner Verlobten Inez(Rachel McAdams) nach Paris gefahren, um die Hochzeit vorzubereiten. Klar, dass auch Inez wohlhabende Upper-Class Eltern dabei sind. Schon allein mit denen hat Gil ein Problem, als aber auch noch Inez alter Bekannter, der oberschlaue Pedant Paul(Michael Sheen) mit seiner Frau auftaucht, hat Gil die Nase voll. Er macht sich allein auf den Weg und erkundet Paris bei Nacht. Gil ist ein absoluter Fan vom Paris der 20er Jahre, und er hofft diesen Zauber in den Gassen der Stadt zu finden...

Ja...und dann kommt ein altes Peugeot Taxi vorgefahren. Und plötzlich ist Gil auf einer Feier von Jean Cocteau. Dort muss er feststellen, dass sein Mitfahrer aus dem Taxi niemand anders als John Fitzgerald(Tom Hiddleston) ist und der Typ am Klavier, der sieht doch tatsächlich wie Cole Porter aus. Gil ist sprachlos. Das wird auch nicht besser, als er Hemingway(Corey Stoll) trifft und der ihn mit Gertrude Stein(Kathy Bates) bekannt macht. Gil arbeitet gerade an einem Roman; da bietet es sich doch an, dass Getrude mal einen Blick ins Manuskript wirft. Vorher aber muss er unbedingt die bildschöne Adriana(Marion Cottillard) ansprechen, die mit ihrem Freund Picasso bei Gertrude zu Besuch ist.
Dann ist Gil wieder in der Gegenwart. Hat er geträumt? Nein, er glaubt fest an das Erlebte. Allerdings hält ihn Inez für verrückt. Aber Inez Eltern glauben ohnehin, dass Gil nicht richtig tickt.
Also macht sich Gil um Mitternacht wieder auf den Weg in die 20er. Er begegnet Dali(Adrien Brody), Bunuel, Matisse und T.S. Eliot. Aber er hat nur Augen für Adriana. Mit ihr erlebt er die schönsten Stunden seines Lebens. Zusammen machen die beiden sogar einen Abstecher in die Belle Epoque und sitzen dort mit Degas, Lautrec und Gaugin an einem Tisch. Spätestens jetzt weiß Gil, dass sein bisheriges Leben so nicht weitergehen kann...

Eine traumhaft schöne Geschichte des, jedenfalls wenn sie mich fragen, intellektuellsten Filmemachers der letzten Jahrzehnte. Diese Überdosis intellektueller Dialoge und Ansichten lässt Woody Allen Freunden das Herz höher schlagen und verstärkt bei Gegnern die Abneigung. Was soll man da machen? Allens Filmbeginn, eine Kamerafahrt zu den schönsten Plätzen von Paris, nur von Musik unterlegt, ist brilliant. Auch seine Wahl dem Komödianten Owen Wilson die Hauptrolle für dieses verträumte Filmfeuerwerk zu überlassen ist ein gelungenes, wenn auch gewagtes Experiment. Allen zeigt uns seine literarischen Helden mit all der künstlerischen Freiheit, für die er bekannt ist. Der Macho-Hemingway, der übernervöse Picasso und der Lebemann Fitzgerald, diese Charaktere sind so spannend wie witzig gelungen. Zu all der nostalgischen Schwärmerei packt Allen in sein Drehbuch noch eine gefühlvolle Lovestory und die Moral von der Geschichte, dass man immer das haben möchte, was man nicht besitzt...

Also wenn sie mich fragen: Sollten sie gern lesen, träumen und sich schon immer gefragt haben, wie das damals eigentlich so war, als Hem, Scott und Gertrude das "alte Paris" unsicher machten, dann schauen sie sich -Midnight in Paris- unbedingt an. Wenn sie auf Allen Filme stehen, dann ist -Midnight in Paris- ohnehin ein Muss. Lehnen sie die Filme des Mannes aus Brooklyn jedoch grundsätzlich ab, bleiben sie einfach dabei. Aber in diesem Fall, ob sie mir glauben oder nicht, würden sie vielleicht etwas verpassen...
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am 22. Mai 2013
Ein wunderbarer Film!! Endlich einmal ein Film den man von der ersten bis zur letzten Minute geniessen kann. Eine wunderbare Hommage an das Paris der 1920er Jahre mit seinen bedeutenden Künstlersalons und gleichzeitig eine großartige Persiflage auf die vielen lieblosen Pseudogelehrten unserer Zeit. Ein junger amerikanischer Drehbuchautor kommt mit seiner Verlobten und deren Eltern nach Paris um dort seinen ersten Roman zu vollenden. Während seine Zukünftige mit den zufällig auch in Paris verweilenden Bekannten von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzt um dort ihr Halbwissen aufzubessern, beginnt unser Protagonist eine verträumte Reise zu seinen künstlerischen Wurzeln.
Sehr zu empfehlen!!!!
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am 28. Februar 2016
Ich war geradezu verblüfft, plötzlich in einem Märchen für Erwachsene gelandet zu sein. Der Übergang geschah zunächst so unmerklich und gelungen, daß einem keine Gelegenheit gegeben wurde, sich dagegen zu stemmen. Und das war herrlich.
Der Ausbruch aus dem Vorhersehbaren, die Erweiterung der Innenwelt, die Entfachung von Begeisterung und Fantasie springt nicht nur auf Protagonisten sondern fast zwangsläufig auf den Zuschauer über. Zumindest beim offenherzigem.

Nein, nein, die Zeiten, in denen ein Märchen einem etwas sagen kann, sind noch lange nicht vorbei. Wenn man denn erzählen kann. Wie Woody Allen hier.
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am 13. August 2014
Da wird der Drehbuchschreiber Gil im Jahr 2004 in das Paris der 1920er versetzt. Er trifft Hemmingway, Gertrude Stein, Picasso und dessen Freundin Adriana, auch Dali und Degas. Wundervolle Nostalgie, nur Hemmingway weiß natürlich nichts mit dem Begriff "Nostalgie" anzufangen. Und dann sind die Zuschauer immer wieder amüsierte Besserwisser: Gil rät einem damals noch unbekannten Regisseur, einen Film über eine geschlossenen Gesellschaft zu machen. Kein Wunder, Gil der Drehbuchschreiber kennt den Film. Und wir kennen den Film doch auch. So logisch und konkret hat Woody Allan die Fahrt zurück in die Zukunft gestaltet. Picassos Adriana, die der Protagonist getrofffen und geküsst hat, fährt mit ihm noch weiter bis ins 19. Jahrhundert und will dort für immer bleiben, also nicht mehr zurück in die Zukunft. Das klingt dann schon wieder plausibel. Im Grunde ist alles logisch, nur eben woodylogisch. Und das alles glänzt im Kontrast zum zeitgenössischen Kulturgebrabbel über Prominente und Künstler wie Picasso und Co. Carla Bruni ist eine damals noch wenig prominente Fremdenführerin, die eine Brücke aus den goldenen Zeiten in die Gegenwart baut. Dazu Farben und Klänge, die jeder, der Paris liebt, am Morgen, Mittag und um Mitternacht wieder erleben kann. Eine einzigartige DVD.
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am 6. August 2014
Owen Wilson versucht als Gil Pender, seiner Schaffenskrise Herr zu werden, indem er Inspiration im nächtlichen Paris sucht, was seiner Verlobten nur ein verständnisloses Kopfschütteln entlockt. Eines Nachts wird Schlag Mitternacht die Tür einer altertümlichen Limousine geöffnet, und Gil findet sich in Gesellschaft einiger literarischer Persönlichkeiten wieder, die er seit langem verehrt. Von nun an geht es jede Nacht zur Geisterstunde zu einem Ausflug in die Zeit berühmter Schriftsteller, Maler und ihrer Musen ...

Woody Allen gelngt es mit diesem Film, Sehnsüchte zu wecken, den Zuschauer aber auch wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen, denn: Nostalgie gehört zu unserem Leben, aber sie darf nicht unseren Blick für die Gegenwart trüben.

Übrigens: Der eine oder andere meint vielleicht beim Anschauen der DVD, sein Fernseher ist defekt. Der Film wurde bewusst teilweise in Sepia-Farben gedreht, um die Sequenzen aus der Vergangenheit optisch sichtbar zu machen. Dafür wurde auf Spezialeffekte verzichtet. Dafür brillieren Künstler wie Owen Wilson Kathy Bates durch eine darstellerische Glanzleistung in dieser hinreißenden Komödie.
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am 14. Februar 2013
Paris ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Das muss auch Gil (Owen Wilson) in "Midnight in Paris" feststellen, als er mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams) in die Stadt an der Seine fährt. Während er von einer Karriere als Schriftsteller in der französischen Metropole träumt und dafür sogar seinen Job als Hollywood-Drehbuchautor an den Nagel hängen will, sind seine Frau und Schwiegereltern alles andere als begeistert von seinem Plan, einen Roman über die 1920er Jahre in Paris zu schreiben. Als dann seine Verlobte auch noch lieber mit einem blasierten Snob tanzen geht, als die romantischen Straßen von Paris zu erkunden, hat Gil genug und tritt allein den Heimweg an.

Auf dem Weg nach Hause wird er Punkt Mitternacht überraschend von einem Auto mitgenommen, welches ihn in eine Bar bringt. Dort angekommen, kann er seinen Augen kaum trauen: Es ist das Jahr 1920. In der Bar findet er aber nicht nur eine vergangene Epoche, sondern auch die künstlerischen und literarischen Größen der verlorenen Generation vor, welche sich ausgiebig mit ihm über seinen Roman unterhalten.

Midnight in Paris, von Woody Allen, ist eine große Liebeserklärung an Paris. Doch nur das alte Paris, wohlgemerkt, welches eine internationale Anlaufstelle für Künstler und Schriftsteller war. Diese als “Génération Perdue” bekannte Künstlergeneration, welche nach dem ersten Weltkrieg das kulturelle Leben in Paris prägte, ist in Midnight in Paris auch durch zahlreiche Gastauftritte vertreten.

Gil begegnet in Midnight in Paris unter anderem Ernest Hemingway (Corey Stoll), F. Scott Fitzgerald (Tom Hiddleston), Josephine Baker (Sonia Rolland) und Pablo Picasso (Marcial Di Fonzo Bo). Auch die Surrealisten Salvador Dalí (Adrien Brody) und Luis Buñuel (Adrien de Van) tauchen auf und sind die einzigen, welche sich nicht über Gils Zeitreise wundern. Als wenn dies nicht schon aufregend genug wäre, präsentiert uns Woody Allen in Midnight in Paris bei einer weiteren Zeitreise auch noch einige Maler der Belle Époque wie Henri de Toulouse-Lautrec (Vincent Menjou Cortes).

Aber auch die Rückkehr in das Paris der Gegenwart erfolgt mit einem nostalischen Augenzwinkern und einer eleganten Lösung, die es nur in einem märchenhaften Film geben kann. Der Film macht zudem Lust sich wieder mit der Génération Perdue zu befassen. Eine klare Kaufempfehlung
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am 22. Januar 2015
Endlich mal wieder ein Film der nicht von Sex, Gewalt oder schlechten Witzen durchzogen ist!

Ein Film für einen Gemütlichen und zugleich Intelligenten Abend.
Man erlebt Paris von seinen schönsten Seiten und bekommt(sofern man noch nicht da war) noch mehr Lust dort hin zu reisen und sich selbst von der Stadt verzaubern zu lassen!
Owen Wilson in einer seiner Besten Rollen!
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am 24. April 2013
Ein weiterer sehr sehenswerter Woody-Allen-Film. Ein erfolgloser amerikanischer Schriftsteller wandelt im Paris der Gegenwart auf den Spuren der Goldenen 20er. Diese Zeit stellt für ihn die ideale Epoche dar. Um Mitternacht wird er von einem anhaltenden Wagen in diese Zeit gebracht, wo er seine großen Idole leibhaftig kennen lernen darf. Er ist begeistert! Doch wie fühlt es sich für die Menschen an, die tatsächlich in dieser Zeit lebten? Hatten sie auch das Gefühl in einer großartigen Epoche zu leben?

Neben den Woody-Allen-typischen Fragen macht der Film durch die besondere Ausstattung großen Spaß. Cole Porter und Charleston, Hemingway, Picasso, Gertrud Stein, Luis Bunuel und Dali sind nur ein paar der charmant umgesetzten Hingucker des Films.
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am 30. April 2016
Wirklich schön gemachter, nostalgischer Film mit namhaften Schauspielern und in toller Kulisse (Paris ist einfach magisch - egal zu welcher Tages- und Jahreszeit! :-)). Und der Soundtrack ist ebenfalls klasse!
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am 26. Januar 2012
Um Mitternacht ereignen sich in Paris manchmal wundersame Dinge. Sobald die Glocken in den Kirchtürmen zu läuten beginnen, schleicht ein Relikt aus einer längst verschütteten Zeit in Form eines alten Peugeot im diffusen Laternenlicht einer malerischen Seitengasse ganz elegant das Kopfsteinpflaster hinauf. Wenn man Glück hat, hält der Wagen kurz an, die Tür geht auf und eine illustre Partygesellschaft lädt etwas angeheitert zu einer magischen Reise in die 20er Jahre ein. Und ehe man sich versieht, tanzt man Charleston mit Djuna Barnes in einer Cocktail-Bar, trinkt einen Whiskey Sour mit Scott Fitzgerald, rettet dessen hedonistisches Flapper Girl Zelda vor dem selbstmörderischen Sprung in die Seine oder man trifft auf den launischen Pablo Picasso, der für Frauen nur zwei Verwendungen kennt, weil er sie entweder malt oder mit ihnen schläft. Es könnte auch passieren, dass man in einem Bistro einer Gruppe Surrealisten begegnet, zu denen Salvador Dali gehört und nun raten Sie mal, lieber Leser, woher Luis Bunuels Idee zu "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" stammt. Vergessen Sie bitte alles, was in sämtlichen Biographien steht, denn der Meister wurde in Wahrheit natürlich von keinem Geringeren als Woody Allens Alter Ego Gil Pender inspiriert, der sich noch einmal wie ein kleines Kind fühlt, das durch die Tore von Disneyland geht, wenn er in diesen mysteriösen Peugeot steigt und sich in eine längst verblichene Zeit verirrt, wo er all seinen Idolen begegnet, von denen er ein Leben lang träumte.

Gil ist ein wortgewandter Drehbuchautor aus Beverly Hills, der mit den wenig frankophilen Eltern seiner Verlobten Inez in der Metropole an der Seine verweilt, um neue Inspirationen für einen prosaischen Roman zu finden, der von einem sentimental veranlagten Besitzer eines Nostalgieladens handelt, der ähnlich wie Gil zu den Leuten gehört, die heillos vom Charisma der Vergangenheit infiziert sind. Böse Zungen behaupten, es handelt sich dabei um das sogenannte Goldene-Zeitalter-Syndrom, an dem all diejenigen Menschen leiden, die wie Woody Allen meinen, in der falschen Epoche zu leben. Selbstverständlich trägt Gil alle Neurosen zur Schau, von denen auch der Regisseur dieses Films akut befallen ist, sodass sein von Selbstzweifeln geplagtes Künstler-Ego auf der Suche nach einem festen Platz im Universum den Tod ebenso fürchtet wie der Teufel das Weihwasser, was Gils kreativen Fluss beim Schreiben arg behindert. In einem Restaurant trifft Inez zufällig auf Paul, einen ehemaligen Kommilitonen, der inzwischen Vorträge an der Sorbonne hält und damit den Penisneid von Gil auf sich zieht, weil Paul nicht nur geselliger und intellektueller ist, sondern außerdem noch ein ausgewiesener Monet-Experte, geschmackssicherer Weinkenner und begnadeter Tänzer. Inez bittet Paul, Gil bei seinem Manuskript etwas unter die Arme zu greifen. Doch wer benötigt schon die Expertise eines Kunstfachmanns, wenn man kurz nach Mitternacht an der Seite von Ernest Hemingway mit der eigenen Zeilenschinderei zur legendären Gertrude Stein gehen kann, die das Corpus Delicti mit ihrem erfahrenen Blick eingehend auf seine literarische Tauglichkeit überprüft? Als Gil dort in einem Nebenraum mit Picassos Kunstgroupie Adriana anbandelt, ist das der Startschuss zu einem schocktherapeutischen Selbsterfahrungstrip, der in ihm zwei illusorische Leidenschaften ins Wanken bringen wird, nämlich seine Liebe zu Inez und seine unstillbare Sehnsucht nach der Vergangenheit.

Nostalgische Gefühle entspringen oft einer leichten Form des Anachronismus, weil sie bei der Rückkehr an einen als vertraut empfundenen Ort entstehen, mit dessen Wiederaufsuchen die traurige Erkenntnis verbunden ist, dass nichts mehr so ist, wie es früher einmal war. Und genau das ist einer der Gründe, warum es in nahezu jedem Woody Allen-Streifen einen Rundgang durch eine Kunstgalerie gibt. Sind Kunstwerke nicht immer auch Schöpfungen, die vor allem Erinnerungen kolportieren? Wenn Gil und Paul mit feiner Klinge vor einer Rodin-Skulptur fachsimpeln, tun sie das nicht nur, um ihren gesunden Narzissmus zu befriedigen, sondern auch um in Rodins Gedankenwelt einzutreten. In "Midnight in Paris" liefert Woody Allen den Schlüssel zu seinem gesamten Schaffen, denn hinter seinen Filmen versteckte sich meistens auch die Absicht, seinen Meistern in einer Flut von Zitaten so nah wie möglich zu sein und sei es auch nur aus dem einen Grund, sich Ratschlag bei den großen Genies der Literatur, des Jazz, des Kinos und der Malerei einzuholen, um damit die eigenen Neurosen zu besänftigen. Woodys Illusion war es doch stets, dass er in der Vergangenheit glücklicher wäre als in der Gegenwart, was sich hier jedoch als Trugschluss herausstellt, allein schon deshalb, weil der chronische Hypochonder ohne Valium-Tabletten niemals hätte in den 20er Jahren überleben können, diese Generation wahrscheinlich mindestens genauso substanzlos wie die heutige war und Frauen damals schon Männer gezielt in den Wahnsinn getrieben haben. Am Ende ist alles wie gewohnt. Die Beziehung mit Inez fliegt natürlich mit einem Donnerschlag auseinander, was nicht weiter tragisch ist, weil es sowieso nie richtig gepasst hat und nur die wahre Liebe dem verzagten Gil eine Atempause von seiner Todesangst verschaffen kann. Im wunderschönen Regen von Paris wartet sie bereits am Ufer der Seine auf den melancholischen Romantiker.
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