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am 21. September 2011
Denn ein bisschen bin ich noch gefangen von diesem absolut furiosen Ende, das mich nachdenklich bis unbefriedigt zurückgelassen hat. Aber so habe ich wenigstens noch ein paar Tage was zum Nachdenken ...

Drei junge Leute, ein Ehepaar und eine befreundete Frau, setzen mit einem Boot über zu einem einsam am Fjord gelegenen, schon vor Jahrzehnten verlassenen Dorf, um dort ein Ferienhaus zu renovieren. Zeitgleich gibt es in Ísafjörður einen Einbruch in einen Kindergarten, der, da es "nur" Verwüstungen gegeben hat, zunächst als Routinefall zu den Akten gelegt werden soll, bis der Arzt Freyr, der zu dem Fall hinzugezogen war, von einem Patienten auf Parallelen zu einem viel älteren Fall aufmerksam gemacht wird.

Das sind die zwei Handlungsstränge in diesem geisterhaften, absolut gruseligen Thriller, jeweils abwechselnd aus der Sicht von Katrín, einer der Frauen in dem verlassenen Dorf, und Freyr, der auch noch schwer damit zu kämpfen hat, dass sein Sohn vor einigen Jahren spurlos verschwunden ist. Es gibt keine unnötigen Nebenschauplätze in diesem schnörkellos, stringent und straff erzählten Roman.

Und trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen - läuft einem beim Lesen der kalte Grusel den Rücken hinunter, so viele unerklärliche Phänomene, merkwürdige Ereignisse und dazu noch die Parallelen zwischen zwei viele Jahre auseinander liegenden Vorkommnissen. Ich habe mich ein oder zweimal dabei ertappt, dass ich den Atem angehalten habe, so spannend war es zeitweise.

Die beiden Handlungsstränge scheinen zunächst so gar nichts miteinander zu tun zu haben, jedenfalls dauert es ein bisschen, bis sich da was herauskristallisiert, und von irgendeinem Zeitpunkt an hatte ich eine gewisse Ahnung, worum es geht. Denn Mitdenken ist bei diesem düsteren Thriller durchaus erlaubt, Miträtseln allerdings weniger, denn die Auflösung (einschließlich eines entscheidenden Hinweises) kommt tatsächlich erst ganz zum Schluss.

Wer düstere (Island-)Thriller mag, die eine intelligente Handlung mit schauriger Kulisse verbinden, in denen nicht viel Blut spritzen muss, um das Spannungsniveau derart hoch halten zu können wie hier, der wird an diesem Buch bestimmt seine Freude haben. Vielleicht braucht es ein ganz kleines Faible für Mystery, aber nur vielleicht ... Wer weiß?
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am 20. September 2013
Nachdem ich doch einige Rezensionen gelesen habe, war ich etwas im Zweifel, ob dieser Krimi mit Phantasie-Effekten etwas für mich sein sollte.
Mut zur Lücke - trotzdem gekauft und was soll ich sagen: NICHT BEREUT!!
Selten habe ich ein Buch gelesen, welches mich abends so gefesselt hat und einen eiskalten Schauer nach dem anderen über den Rücken laufen ließ.
Spannend, gut geschrieben und einfach anderes als alle anderen Krimis. Ich werde mir von dieser Autorin noch ein zusätzliches Buch kaufen. Das möchte
ich dann doch jetzt wissen!
Ob ich wollte oder nicht, dieses Buch musste ich schnell zu Ende lesen. Zu spannend und die Enden der Kapitel waren so geschrieben, dass man einfach weiterlesen
musste. Voll gemein. Zwei Tage und ich war durch. Aber es hat noch etwas länger angedauert, den Inhalt zu verkraften.
FAZIT: Für Fans der dunklen Krimis ein MUST HAVE.
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am 6. Mai 2013
Gerne lasse ich mich, auch in einer fiktiven Story mit Realitätsbezug, auf das rutschige Eis einer Mystery-Ebene führen, da es, sofern es geschickt und gekonnt ausgeführt wird, die erwünschten Gänsehautmomente beschert - ähnlich den Elementen der Charlie Parker Thriller von John Connolly. Irreführend sind bei diesem Island-Krimi zwei falsche Annahmen, die verlagsseitig, vielleicht unbeabsichtigt, unterstützt werden: Zum Einen dachten etliche Leser (so zeigen es die Rezensionen und auch mir erging es so), es handele sich um einen weiteren Roman um die Anwältin Dóra Gudmundsdóttir - das ist der "Fluch", wenn man Reihen schreibt. Bei "Geisterfjord", einem Stand-Alone-Krimi hätte man sich besser vom bisherigen Covergestaltungsmuster erheblich abgesetzt und zum Zweiten den Titelzusatz MYSTERY-Thriller hinzufügen MÜSSEN. Die Lesererwartungen sind vom einen zum anderen Genre grundsätzlich unterschiedlich und dem hätte man Rechnung tragen sollen.

Nun zum eigentlichen Plot, der laut Klappentext partiell auf Tatsachen beruht. Da vermutlich KEIN Leser weiß, welche Passagen das betrifft, umfasst meine Kritik den gesamten Stoff. Die Erzählung ist kompliziert angelegt, immer wieder verknüpfen sich Geschehnisse der 50iger Jahre mit denen der Gegenwart. Durchaus gefesselt und gespannt versuchte ich den komplexer werdenden Geheimnissen und Ereignissen zu folgen, bis hin zu dem Punkt, an dem ich mich in Unkenntnis der okkulten Basis fragte: Wie will Frau Sigurdardóttir DA wieder "rauskommen"? Antwort (ohne zu spoilern): GARNICHT! Meine angehäuften Fragen, fanden letztlich nur in allergeringstem Ausmaß eine akzeptable Lösung - der Rest fällt unter die Rubrik "ungeklärte Phänomene". Hätte man mir das doch mal vorher gesagt!

Selbst wenn man sich für eine übernatürliche, obskure Erzählung entscheidet, hätte sich ein schlüssigeres Ende finden lassen. Auch innerhalb eines tolerierten irrealen Plots MUSS eine Logik zugrunde liegen! Das ist nun schon der zweite, zwar im Kern sehr spannende, intelligent aufgebaute, Thriller der Autorin, bei dem sie, nach meinem Empfinden, den Schluss "verhaut". Gerade der Showdown, der Höhepunkt ist doch mehr, als nur, ähnlich einem Mathebuch, der Lösungsanhang. Dramaturgisch sollte im Idealfall alles bis zum letzten Wort unter Kontrolle bleiben. Hier wurde zu viel offen gelassen oder den Geistern geopfert - die einfachste Lösung. Die drei Sterne (= nicht schlecht) gibt es dann doch, weil die ersten beiden Drittel Pageturner-Effekt hatten.
(T)
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VINE-PRODUKTTESTERam 27. Mai 2013
Der Island-Thriller hält, was er verspricht und gibt noch etwas Gänsehaut obendrauf. Man taucht ein in eine Welt voller Selbstzweifel, Angst, Wut und Traurigkeit und muss zudem noch gegen das Gefühl von Kälte und Nässe ankämpfen.

Die Charaktere sind wieder typisch nordisch - teilweise ver-(zer-)stört, mit sich hadernd und eigentlich müde. Nur müde. Freyr kämpft gegen die Stimme seines toten Sohnes an und muss sich doch mit einem verzwickten Fall herumschlagen. Warum bringt sich die alte Frau ausgerechnet in einer Kirche um? Und was hat sie auf ihrem Rücken? Was hat das mit einem Einbruch in einen Kindergarten vor vielen Jahren zu tun? Was sind das für Zeichen?

Freyr, ein Mediziner und Psychiater, ermittelt zusammen mit Dagný, einer Polizistin, in diesem Fall und so richtig kommen sie nicht voran. Es sind so viele kleine Puzzelteilchen und nicht jeder will auf die Fragen antworten. Oder kann nicht mehr antworten. Manche sind gefangen in ihrem Körper und werden doch von den Geistern bedrängt. Gibt es sie wirklich?

Und die drei Leute auf der Insel? Sie wollen ein Haus sanieren und erleben hier ihre schlimmste Zeit. Es knarrt und quietscht, Stimmen tauchen auf und es ist kalt. So kalt. Kaum hat man die Augen geschlossen, geschieht etwas. Wer legt Muscheln in den Raum? Und warum? Woher kommen die nassen Fußspuren? Wer ist noch auf dieser Insel, die doch eigentlich ganz verlassen sein soll? Was geschieht hier?

Die Autorin spinnt ein feines Netz aus Gänsehaut, Kribbeln und Atemlosigkeit. Man will wissen, wie es weitergeht und wagt sich tapfer vor. Doch nachts im Bett knarrt und quietscht es und man verflucht das Buch ;-). Das Ende ist überraschend und für einige Leser vielleicht unbefriedigend. Ich fand es gut und werde bestimmt noch ein weiteres Buch von dieser Autorin lesen.
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am 11. November 2013
Zuerst einmal das Positive vorneweg: Das Buch ist sehr spannend geschrieben und ermuntert zum Weiterlesen. Die Geschichte selbst ist sehr ungewöhnlich, eine Mischung aus Krimi, Geistergeschichte und Psychothriller.

Die Autorin beschreibt eindrücklich die seelische Verfassung der handelnden Personen und ihre Beziehungen zueinander. Die Atmosphäre auf einer unbewohnten Insel im dunklen, kalten nordischen Winter, die irratonalen Ängste der Hauptpersonen angesichts unerklärlicher Vorfälle, die Verzweiflung eines Elternpaares, das seinen kleinen Sohn verloren hat, all dies wird sehr eindrücklich widergegeben.

Ich musste mich anfangs etwas daran gewöhnen, dass zwei Handlungen parallel nebeneinander erzählt werden, bis sie dann kurz vor dem Ende in eine Handlung zusammenlaufen.

Negativ anzumerken sind für mich vor allem zwei Punkte: Einerseits das "offene" Ende, d.h. man erfährt bei einigen Verschwundenen überhaupt nicht, was aus ihnen geworden ist, was ich als unbefriedigend empfinde. Andererseits die extrem negative Ausrichtung der Autorin, d.h. wenn man bereits einige Bücher von ihr gelesen hat, dann ahnt man schon von Anfang an, dass die Geschichte für alle Beteiligten so negativ ausgehen wird wie nur irgendwie möglich.

Dieses Buch ist keine leicht verdauliche Lektüre, sondern im Gegenteil eher beunruhigend. Man muss es erst einmal verdauen. Aber es ist toll geschrieben und man liest gerne weiter.
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am 14. Mai 2016
Das war ein tolles Buch. Es war quasi eine Geschichte mit zwei Handlungsstängen. Die eine handelt von "Geisterkindern" - eins aus der Vergangenheit, eins aus der Gegenwart - und die andere dreht sich um ein marodes Haus, welches von 3 Leuten renoviert wird und als Ferienwohnung dienen soll. Doch in diesem Haus spukt es - und es hat mit den Kindern zu tun...Doch bis es soweit ist, muss man einiges lesen und erleben und das ist so spannend. Selten ein so gutes Buch gelesen - seit langem wieder ein absolut fesselndes super Buch. Total zu empfehlen.
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am 3. Januar 2014
Wenn mir klar gewesen wäre, das es sich bei diesem Buch um eine Art Mystery-Thriller handelt, hätte ich es sowieso nicht gelesen. Mir gefallen Geschichten mit übernatürlichen Elementen nämlich sowieso nicht besonders.Schon aus diesem Grund fällt meine Rezension nicht allzu positiv aus, obwohl die Autorin natürlich nichts für meine Vorlieben kann.
Die Story ist hier zudem ziemlich holprig, die Zusammenhänge zwischen den alten und aktuelleren Geschenissen schwach und auch die gruseligen Elemente wiederholen sich zu ähnlich. Auch eine Fantasy-Geschichte muss eine innere Logik haben - hier fehlt sie aber, ganz besonders wird dies an dem zwar überraschenden, aber gleichtzeitig absolut unglaubwürdigen Schluss deutlich.
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am 18. Oktober 2013
Dies war mein erstes Buch von Yrsa Sigurdardóttir und der Grund dafür, dass ich mir noch vier weitere Bücher dieser Autorin gekauft habe. Die anderen Bücher, in denen es alle um die Rechtsanwältin Dora geht, sind auch sehr spannend. Aber meiner Meinung nach ist dieses Buch das Beste, da es neben Spannung auch sehr unkonventionelle Ideen aufweist. Mich faszinierte der Ort der Handlung - dieses "Hesteyri" - total, weshalb ich mich dann im Internet schlau gemacht habe. Dort hab ich erfahren, dass es diesen Geisterort in Island wirklich gibt. Auch diese Walfabrik-Ruine - ebenfalls Schauplatz der Handlung - gibt es in der Realität. Achtung: Dieses Buch sollten aber nur Leute lesen, die wirklich an mystischen und übersinnlichen Themen interessiert sind. Der Titel des Buches lässt aber ohnehin schon vermuten, dass die Geschehnisse im Buch nicht rein wissenschaftlich und analytisch erklärt werden können. Jemand, der nur das glaubt, was er sieht, sollte lieber die Finger vom Buch lassen. Alles in allem aber eine sehr, sehr spannende Lektüre, welche man nicht mehr aus der Hand legen kann, weil man unbedingt die Antworten auf die ganzen Fragen finden möchte. Und des Rätsels Lösung ist sehr überraschend...
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am 5. Februar 2012
Schade, schade, schade.

Ich habe die anderen fünf Bücher von Yrsa Sigurdatottir mit viel Vergnügen gelesen und fand sie ausnehmend gut. Jeweils eine spannende Geschichte, durchaus verknüft mit einigem Aberglauben und "Erscheinungen", aber immer mit einer logischen und nachvollziehbaren Erklärung. Und auch die Rahmenhandlung der Hauptprotagonistin wurde stimmig weiter entwickelt.

Das sechste Buch ist keines aus dieser Reihe der Krimis mit der Anwältin Dora Gudmundsdottir, sondern ist ein verquaster Geisterroman, in dem verschollene und verstorbene Kinder als rachsüchtige Geister Menschen terrorisieren und versuchen umzubringen, teils erfolgreich, teils erfolglos.

Es ist eine Aneinanderreihung von sinnfreien und unlogischen Handlungsstückchen, die überwiegend nicht sinnvoll aufgeklärt werden, es ist eben Magie bzw. Geistererscheinung. So ein Buch hat sicher seine Berechtigung, aber es ist kein Krimi und kein Thriller, sondern ein Phantasieroman und das sollte man auch klar auf Cover und Klappentext schreiben, sonst weckt man - wie bei mir falsche Erwartungen.
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am 3. Februar 2016
Spannende Ferienlektüre. Man kann sich mit den verschiedenen Personen gut identifizieren und deren sehr realistisch dargestellte Charaktere in den Extremsituationen bestens nachempfinden. Großes Lesevergnügen!
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