Jeans Store Hier klicken Strandspielzeug Neuerscheinungen Cloud Drive Photos OLED TVs Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle WalkingOnCars Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
66
4,5 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 10. Januar 2015
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich ein wenig mit der Pink Floyd und ihrer Musik.
Vor kurzem las ich über ihre programmatische Phase zu der die Alben Atom Heart Mother, Meddle und Obscured by Clouds gehören. Angezogen von dem 23 minütigen Echoes, das mich beim Hören sehr beruhigt, hörte ich mir Atom Heart Mother an. Das gleichnamige Lied ist schon ein wenig außergewöhnlich, nicht nur weil es auch 23 Minuten dauert, sondern weil es verschiedenste musikalische Elemente enthält. Mal ein Ton, mal ein Chor, mal ein Blasorchester. Beim ersten Hören machte mir das alles erst einmal wenig Sinn und ich kam mir ein wenig verloren vor. Ich habe das Lied dann noch einmal gehört. Man kann diese Musik mit Nervengift vergleichen: Sie braucht Zeit zu wirken. Die Wirkung stellt sich erst nach und nach ein. Dann aber kommt sie nur um so heftiger: Ich erkannte, dass das Lied streng durchkomponiert ist, dass eine Spannung aufgebaut wird, die am Ende in einem gigantischen Soundteppich entladen wird.

Zu den anderen Liedern: "If" ist in meinen Augen ein schönes harmonisches Schlaflied, Summer '68 erinnert an den Sound der Beatles. Ein schöner, dunkler, klarer Bass ist zu hören. Am Anfang von Fat Old Sun sind Glocken zu hören, der Rest klingt auch ein wenig nach den Beatles, sehr harmonisch und abgestimmt. Am Anfang von Alan's psychedelic breakfast sind Küchen Geräusche zu hören. Sie werden mit Musik kombiniert. Sehr interessant und gelungen. Und dann dieser klare Sound mit dem starken Bass, einfach wunderbar.

Ich bin froh und dankbar dieses geniale, relativ unbekannte Album gefunden zu haben.

So bin ich in den Bann dieser Musik geraten.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. September 2015
Im Jahr nach ihrer experimentellsten Platte UMMAGUMMA setzten Pink Floyd mit ATOM HEART MOTHER ihre Reise durch die Grenzbereiche der populären Musik fort, bzw. betraten als Pioniere Neuland. Pink Floyd sind eine seltsame Band und sie haben einige seltsame Platten kreiert. ATOM HEART MOTHER ist eine seltsame Platte.

Kernstück der Scheibe ist der über 23 Minuten lange Titelsong. Damals war bei progressiven Rockbands die Zusammenarbeit mit einem Orchester oder auch einem Chor schwer in Mode. Also versuchten sich die Herren Gilmour, Mason, Waters & Wright an einer Suite und ich finde, dass ihnen dass hervorragend gelungen ist. Manche dieser Kollaborationen klingen aus heutiger Zeit sehr angestaubt. Pink Floyd begingen in der Zusammenarbeit mit Ron Geesin, der Roger Waters schon bei Several Species Of Small Furry Animals Gathered TogetherIin A Cave And Grooving With A Pict unterstützte, nicht den Fehler das Stück auf konservative Art zu arrangieren. Man kann sich auch schwer vorstellen Atom Heart Mother würde ähnlich süßlich klingen wie DAYS OF FUTURE PASSED von den Moody Blues, auch wenn Nights In White Satin ein toller Song ist. In Nick Masons sehr lesens- und empfehlenswertem Buch INSIDE OUT kann man lesen, dass es nicht einfach war, das Orchester zur Mitarbeit an dem Stück zu bewegen. Klassisch ausgebildete Musiker hegten damals zumeist große Abneigung gegen Rockbands.

Atom Heart Mother besteht laut Booklet aus sechs Teilen. Um eine Verbindung zum Cover herzustellen wurden den einzelnen Teilen Namen wie Funky Dung und Breast Milky gegeben. Ruhige Parts wechseln sich mir dramatischen ab, melodiöse Teile mit schrägen Sequenzen. Alles passt hier aber für meinen Geschmack sehr gut zusammen. Heute ist es kaum vorstellbar, dass Nick Mason und Roger Waters die Rhythmusspuren in einer einzigen ununterbrochenen Session einspielten, ohne irgendein anderes Instrument dabei und auch ohne einen Fehler machen zu dürfen. Nick Mason beschreibt in seinem persönlichen Blick auf die Jahre mit Pink Floyd, dass diese Herausforderung die beiden auf eine harte Probe stellte und dass die metronomische Genauigkeit darunter litt. In unregelmäßigen Abständen wurden Waters und Mason schneller und langsamer. Jeder, der selber Musik macht kennt das. Wenn alle die Schwankungen mitmachen und das Feeling stimmt, ist es okay. Blöd nur, wenn dann noch Overdubs eingespielt werden. Noch blöder, wenn es ein ganzes Orchester oder ein Chor sein müssen. Für mich klingt der Song aber gut und überzeugend. Manche meinen, dass es Pink Floyd erst mit Echoes gelungen ist, ein ( etwa gleich )langes überzeugendes Stück zu produzieren. Ich sehe das nicht so. Ich mag beide Stücke sehr gerne und empfinde keinen qualitativen Unterschied. Irgendwann gegen Ende des fünften Teils verkündet eine Stimme 'Silence in the studio!', die chaotische Kakophonie endet und die Instrumente spielen danach wieder in abgestimmter Lautstärke und geordnetem Tempo weiter. Ich hab da lange 'Violence in the studio!' verstanden und ehrlich gesagt höre ich das heute noch so, oder zumindest will ich es so hören.

Nach der Suite folgen nun drei 'normale' Stücke. Von Waters stammt die Ballade If. Ein netter Song, der nach dem langen Titelstück für etwas Ruhe und Leichtigkeit sorgt. Kommt für mich nicht ganz an die beiden Songs von Wright und Waters ran. Gefällt mir aber besser als das ebenfalls ländlich klingende Waters-Stück Grantchester Meadows von UMMAGUMMA. Aber das sind Abstufungen auf hohem Niveau. Summer '68 ist für mich nicht nur ein der besten Songs von Richard Wright, er gehört auch zum Besten, was unter dem Namen Pink Floyd geschaffen wurde. In einem seiner wenigen Texte beschreibt er die negativen Aspekte des flüchtigen Lebensgefühls der späten Sechziger. Das Lied beginnt als Klavierballade und steigert sich dann mit ineinander fließendem Gesang zu einer fanfarenartigen Stimmung. Dann kommt Fat Old Sun von David Gilmour, auch ein wunderbares Lied und genau wie der Vorgänger einer meiner Band-Favoriten. Klassiker und Songs für die Ewigkeit!

Abschließend folgt Alan's Psychedelic Breakfast. Ein englisches Frühstück als Hörspiel. Sicher ist das Stück, vermutlich noch mehr als Atom Heart Mother für die meisten Rock/Pop-Musik-Hörer schwer einzuordnen und wohl wenig zu genießen. Ich höre es aber immer wieder gerne. Man hört das Anzünden eines Streichholzes, die entzündete Gasflamme, das Brutzeln von Speck und den vor sich her murmelnden Pink Floyd-Roadie Alan Styles ( 'Marmalade, I like marmalade !' bringt mich immer zum Schmunzeln ), der auch zum Namensgeber des Werks wurde. Das Stück endet mit einem tropfenden Wasserhahn. Auf manchen Plattenspielern konnte man das Tropfen endlos weiterlaufen lassen.

Die Kuhbildern auf dem Cover schienen zunächst gar nicht zu einer spacigen Band wie Pink Floyd zu passen. Heute gehören Lulubelle III vom Frontcover und ihre Artgenossen zu den berühmtesten Plattencovern der Rockgeschichte. Da ich schon immer Kühe, vor allem Schwarzbunte wie die drei Damen von der Rückseite, mag, halte ich das Cover für sehr gelungen. Der CD-Version von 1994 ist ein Zettel mit Frühstücktipps beigelegt. Hier findet man sowohl das Rezept für ein 'Original fränkisches Kuhhirn Frühstück' als auch die Anleitung für ein 'Traditional Bedouin Wedding Feast', beides erinnert mich an den von mir sehr geschätzten Humor von Monty Python.

ATOM HEART MOTHER ist eine gute Pink Floyd-Scheibe. Ich würde die Platte allerdings nicht als Einstieg empfehlen. Dazu sind die beiden Stücke Atom Heart Mother und Alan's Psychedelic Breakfast zu verschroben. Wer sich mit der Band aber eingehender beschäftigen möchte sollte sich ATOM HEART MOTHER anschaffen.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Alleine das Cover war und ist schon von einer sehr gelungenen Besonderheit. Eine Kuh auf einer saftigen Wiese wendet sich dem Betrachter zu. Kein Namenszug der Band oder der Titel des Albums sind erkennbar. Der etwas eigenartige Titel "Atom Heart Mother" war dem Verlauten nach eine Idee von Roger Waters, der in einer Zeitung einen Artikel gelesen hatte, der von einer schwangeren Frau handelte, der ein neuartiger Herzschrittmacher mit Atombatterie implantiert werden sollte. Tituliert war der Artikel mit "Atom Heart Mother".
Dies ist auch der 23:51 Minuten lange Titelsong des Albums. Bei diesem Stück ließ sich Pink Floyd von einem vollen Orchester und einem Chor begleiten. Hinzu kamen noch die für Pink Floyd üblichen Soundeffekte. Die klassischen Elemente des Songs ergänzen den Sound von Pink Floyd hervorragend. Dieser Song alleine rechtfertigt den Kauf des Albums. Er ist in der Pink Floyd Historie wahrlich herausragend.

Der zweite Song "IF" ist eine wunderschöne Ballade, welche von Roger Waters stammt.

Es folgt mit "Summer '68" eine Komposition von Rick Wright. Bei der Textzeile "How Do You feel? ..." klingt es fast so, als hätten die "Beach Boys" mitgeholfen, was natürlich Quatsch ist. Auch dieser Song ist eine Perle im Pink Floyd Fundus.

Der vierte und von David Gilmour beigesteuerte Song "Fat Old Sun" ist wahrscheinlich das bekannteste Stück dieses Album. Er wurde häufig von Pink Floyd, aber auch in David Gilmour Solokonzerten, dargeboten.

Mit dem 13 minütigen "Alan's Psychedelic Breakfast" beendet AHM. Es handelt sich hierbei um ein Instrumentalstück. Ich habe hierzu gelesen, dass mit diesem Stück dem Roadie "Alan Stiles" geehrt wurde, der durch gelegentlich auftretende Geräusche zu hören ist. Ich persönlich assoziierte mit diesem Song immer ein Katerfrühstück mit einem schweren Kopf nach durchzechter Nacht.

Im Oktober 1970 war es, als AHM das Licht der Welt erblickte. Damals war ich 12 Jahre alt und durch die Dauerbeschallung meines Bruders lernte ich diese, für mich damals, eigentümliche Musik intensiv kennen. 1974 gehörte es zu meinen ersten Schallplatten im Regal. Seit einigen Jahren befindet sich die CD auch in meiner Sammlung. Ich mag "Atom Heart Mother" immer noch sehr und bin mir sicher, dass jeder echte Pink Floyd Fan sie auch sein Eigen nennt, auch wenn das Album mit der der schwarz weißen Kuh nie so richtig geschätzt wurde.
44 Kommentare| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Dezember 2014
Für mich persönlich der Pink Floyd Klassiker schlechthin!

Man kann Klassik lieben und dennoch begeistert sein von diesem Feuerwerk an lautmalerischer Kreativität.

Musik ist natürlich Geschmackssache, und das gilt für diese Art von Musik ganz besonders.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Mai 2002
"Atom Heart Mother" erschien 1970 als fünftes reguläres Album von Pink Floyd. Dieses Album war der erste Versuch der Band, die mittlerweile altbekannten Pfade psychedelischer Rockmusik zu erweitern. Zu dieser Zeit kamen Bands wie King Crimson und Emerson Lake & Palmer aus den Startlöchern und feierten große Erfolge, indem sie u.a. symphonische Elemente in ihre Musik einbrachten. Auch Pink Floyd hatten Interesse an dieser Art von Progressiv Rock - natürlich ohne ihren Psychedelic Background zu verleugnen.
Kernstück des Albums ist der Konzepttitel "Atom Heart Mother", der mit einer Dauer von deutlich über 20 Minuten die erste Seite der damaligen LP füllte. Rein musikalisch war Atom Heart Mother (wie immer bei Pink Floyd) eine recht simple Angelegenheit: man wählte ein monumental klingendes Grundthema, arrangierte dies mit Hilfe von Ron Geesin für Bläser und Chor, verfremdete es in verschiedenen Variationen und kam im pompösen Finale darauf zurück. Doch auch auf diesem Album zeigten Pink Floyd ihre alt bekannte Stärke, die über jeden rein musikalischen Anspruch hinaus ging: die Jungs schafften es, mit zwei oder drei Akkorden eine magische Athmosphäre zu zaubern.
Bei den Songs der zweiten Albumseite handelt es sich weitgehend um Füller: auf "Fat old sun" nervt der außerordentlich dünne Gesang, "Alan's Psychedelic Breakfast" klingt für meine Begriffe recht konstruiert. Von den "Seite 2 Titeln" war lediglich Roger Waters' Folk Ballade "If" ein langjähriger Bestandteil des floyd'schen Live Programms.
Pink Floyd selbst sehen dieses Album rückblickend eher ambivalent. Aber sei's drum: "Atom Heart Mother" ist ein Stück gute Musik.
0Kommentar| 21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Juni 2005
Meinen ersten Kontakt mit PF hatte ich vor 10 Jahren mit einer Musikkassette (ja, die waren damals noch gang und gäbe, und mittels Walkman konnte man die hören :-), auf welcher AHM enthalten war - und nie zuvor hatte ich gehört, dass man auf DIESE Art Musik machen konnte. Ich war begeistert ! Beim Titelstück wechselwirken die Band, der Chor, das Orchester höchst ergreifend miteinander - am Besten mit geschlossenen Augen lauschen - die einzelnen Parts greifen wie geschmiert ineinander ... und lassen mich (man bedenke, damals jung, unerfahren) atemlos und tief berührt zurück.
Das nächste Stück - 'If' - im Gegensatz zur vorangegangenen Symphonie ein "einfaches" Lied, ist ein weiteres, das ich bis zum heutigen Tage lebendig in meinem Herz und Hirn trage - Roger Waters lässt sich wieder Mal über Verzweiflung und Liebe aus.
Der Rest - man verzeihe mir - ist nur noch halb so wichtig. Das vielzitierte Spiegeleierbraten in 'Alans Psychedelic Breakfast' ist mir noch gut in Erinnerung, als ich es zum ersten Mal hörte, und dachte, dass dies eigentlich recht harmonisch zu der akustischen Gitarre passt. Ein perfektes Stück für Sonntag Morgen - den Tag danach.
Ein Muss für jeden, der Pink Floyd von den Wurzeln her kennen lernen will.
0Kommentar| 17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. September 2003
Atomheartmother war meine erste LP, die ich mir vor 20 Jahren gekauft hatte und ich war, obwohl damals erst 14 Jahre alt, hellauf begeistert. Die musikalische und kompositorische Vielfalt von Pink Floyd begeistert mich immer noch.
Ich gebe der LP aber nur 4 Sterne, da mir das Waters-Stück If nicht so gefällt, zur gleichen Zeit entstand Embryo, was ich bedeutend besser finde, vor allem die blues-psychedelisch-rockige Live Version. Zum Hintergrund des Namens, die Herr Koeltgen nicht bekannt ist:
Pink Floyd hatte noch keinen Namen für die Scheibe, irgendeiner der vier Herren las in einer Zeitung, daß eine hochschwangere Engländerin einen schweren Herzfehler hatte, da man um die Gesundheit der Mutter und des Kindes bangte, bekam sie in ihrem Zustand einen Herzschritter und beide überlebten.
Gruß aus Mittelhessen
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. August 2010
Dieses fünfte Album der Prog-Rocker von Pink Floyd aus dem Jahre 1970 gehört sicherlich zu den unterschätzten Meisterwerken der Rock-Geschichte; denn diese frühe Platte mit der charakteristischen Kuh-Optik bietet alles, was man sich als Floydianer so wünscht:
Zunächst ist da der Titeltrack, ein rund halbstündiges, groß angelegtes, phasenweise geradezu meditatives Instrumentalopus voller verrückter Einfälle, mit einem von schweren, fast Wagner-haften Blechbläsern getragenen Leitmotiv im Midtempo, über das immer wieder variiert wird und in das sich Zwischensequenzen einschleichen, in denen auch mal Streicher, Orgel oder verrückte Chorgesänge die Führung übernehmen. Unheimlich-psychedelische Zwischensequenzen runden das Ganze ab und machen es sozusagen "genuin Floydianisch". Wenn man sich dann überlegt, das diese Platte 1970 auf den Markt kam, und sich dann vor Augen führt, das wenige Jahre später andere Prog-Rocker wie Jethro Tull mit dem großartigen "Thick as a Brick" oder Yes mit ihrem hochgelobten "Close to the Edge" ähnliche Long-Track-Konzepte auf den Markt warfen und davon bis heute zehren, während Floyd ihr "Atom Heart Mother" sicherlich nicht als ihr Hauptwerk betrachten würden, dann wird doch sehr deutlich, mit was für einer bedeutenden Band für die gesamte Rock-Geschichte wir es bei Floyd zu tun haben.
Um auf die Song-Ebene zurückzukommen, bietet sich natürlich nichts mehr an, als die drei wundervollen, geradlinigen Rocksongs zu bemühen (je eines von Waters, Wright und Gilmour), die den Mittelteil des Albums bilden. Das wunderschöne und erstaunlich simpel gestrickte "If", von Waters fast wie eine Art Schlaflied zur akustischen Gitarre vorgetragen, ehe sich Gilmours dezente E-Gitarren-Einwürfe und Wrights zerbrechliche Klavier-Arpeggios zum Ende hin dazugesellen, leitet diese klassische Floyd-Troika ein. Mit Wrights "Summer 68" folgt dann aus meiner Sicht das absolute Highlight des Albums: Der manchmal übersehene Pianist der Band trägt hier mit seiner wunderbaren sanften Stimme zunächst eine melodische Folk-Rock-Nummer zum Klavier vor, die im Refrain in ein mehrstimmiges Gesangsfeuerwerk mündet, das wiederum übergeht in einen bombastischen Instrumentalteil, der von einem ebenfalls mehrstimmigen Blechbläsersatz bestimmt wird und mit seiner kraftvoll-melodischen Art absolut überrascht und überzeugt. Ungewöhnlicherweise kann da Gilmours ebenfalls gutes Stück "Fat Old Sun" nicht ganz mithalten (sonst ist der Gitarrist ja meist der Mann für die Highlights bei Floyd). Doch seiner ebenfalls meditativ anmutenden Nummer fehlt ein wenig der melodische Aha-Effekt, um mit "If" und vor allem "Summer 68" mitzuhalten. Dennoch ein gutes Stück, keine Frage.
Mit dem humorvollen Instrumental "Alan's Psychedelic Breakfast", bei dem tatsächlich ein Frühstück zu hören ist, das in der Hauptsache von Rick Wrights fröhlich-verspielten Klavierklängen begleitet wird, schließt das Werk gerade so leichtfüßig und verschmitzt, wie es zuvor schwer und düster begonnen hatte. Es ist ein Floyd-Album, das ebenso charakteristisch wie ungewöhnlich für die wohl bedeutendsten Prog-Rocker überhaupt ist: charakteristisch wegen seiner Dramaturgie, seinem Ideenreichtum und seiner meditativen Atmosphäre, ungewöhnlich wegen seiner von Blechbläsern und fast rein akustisch gehaltenen Instrumentierung ohne große Gitarrensoli à la David Gilmour. Für jeden Rock'n'Roller sollte diese Platte auf jeden Fall zum Kanon gehören.
33 Kommentare| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Februar 2015
1969 bis 1971 war so ungefähr die Hauptzeit, in der Gruppen, die was auf sich hielten, mit der Klassik liebäugelten. Zuerst 1969 als bekanntestes Beispiel Deep Purple mit ihrem Concerto (eigentlich eine Solo von Organist Lord...), 1971 Uriah Heep im Titelsong des längsten Songs der Gruppe (Salisbury. Kauftipp, tolle Platte!).
Und 1970 halt auch Pink Floyd.

Mit dem Soundtrack More ein knappes Jahr zuvor, beendete die Gruppe ihre psychedelische Phase und betreten vor allem mit den 23:30 langen AHM den Pfad des progressiven Rocks.
Zusammen mit Ron Geesin als Mitkomponist und Conductor des Orchesters und dem John Aldis Chors gelang Ihnen eine gelungene Gratwanderung wie es funktioniert.
Es gab auch einige Konzerte mit Orchester und Chor, welche aber dann aus Kostengründen nicht mehr auf Tour mitgingen. Das heißt, es wurde dann ohne Klassik das Stück gespielt. Im Gegensatz zur legendären 77iger Tour von Emerson Lake und Palmer gab es auch keine Einspielungen von Band. Auch wurden keine 23 Minuten mehr live gespielt, sondern nur noch um die 17 Minuten. Der "Chor" wurde von Gilmour und ein wenig von Wright übernommen.
Und es klang toll (man höre sich mal Aufnahmen dieser Zeit an!).

Und Seite 2?
If, eine akustische Nummer von Waters, sogar wenige (inkl BBC) male live gespielt, ist so richtig schön melancholisch, wie es nur Waters kann.
Fat Old Sun, ein eher unscheinbares Stück von Gitarrist Gilmour, plätschert ein wenig vor sich hin, Entwickelte live (immerhin ca 1 Jahr lang) aber eine ganz eigene Dynamik. Bis 15 Minuten wird der Song gedehnt. Auch während der 2006er Konzerte von Gilmour wurde der Song wieder gespielt.
Summer Of 68 von Wright ist ein bisschen das Gegenteil von If, mehr beschwingt und heiter... Live, soweit ich mich jetzt erinnere, nie zu Ehren gekommen.
Am Schluss noch das 12 minütige Alan's Psychedelic Breakfast, ein Mischmasch aus Collage Musik und Effekten. Das noch psychedelichte Stück der Platte. Live nur wenige male dargeboten...

Fazit:
Eine Klasse erste Seite, eine mit etwas Abstrichen sehr gute zweite Plattenseite, macht zusammen ein erstes, wirkliches Meisterwerk der Band.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. September 2014
Das Album erschien am 10. Oktober 1970 erstmals. Nähere und sehr interessante Infos findet man in wikipedia, wenn man den Albumnamen eingibt. Das sollte man sich unbedingt mal anschauen.

Die LP, die ich Mitte der Siebziger gekauft habe, befindet sich heute noch in meiner Plattensammlung. Und auch heute noch, liebe ich es dieses Stück, auch zum 5000. Male, zu hören.

Das Remasteriing ist durchaus gelungen, kleine "Kratzgeräusche", z.B. beim Chorgesang, konnten nicht zu 100% herausgefiltert werden, aber trotzdem ist diese überarbeitete Version im Gegensatz zu meiner alten MP3-Datei und erst recht im Gegensatz zu meiner schon tausende Male durchgenudelte LP ein Segen für die Ohren.

Das trifft übrigens auch auf die anderen Songs zu. Gerade das leise und sanfte "If" hat durch das Remastering eine ganz neue, Dynamik erfahren.

5 fette Sterne für ein fettes, remastertes, Album.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken