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VINE-PRODUKTTESTERam 3. September 2011
"In den Augen der anderen" sind Kinder mit dem Asperger-Syndrom oft völlig falsch eingeschätzt. Nicht jeder Aspie hat so starke Empfindlichkeiten und Reaktionen wie die Hauptperson in diesem Buch, aber meist werden sie von ihrer Umwelt für unberechenbar und aggressiv gehalten. Es gibt viel Unwissenheit und Ignoranz. Als Mutter eines betroffenen Kindes kann ich das so bestätigen.

Daher finde ich es wirklich gut, dass sich Jodi Picoult so einfühlsam mit diesem Thema auseinandersetzt. Außer einem spannenden Kriminalfall wird hier ein Einblick in dieses Krankheitsbild gegeben.

Die Hauptperson ist der 18-Jährige Jacob Hunt, der das Asperger-Syndrom hat. Jacob lebt mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder Theo zusammen. Die ganze Familie ist auf ihn und seine Problematik ausgerichtet, was besonders für Theo oft nicht leicht ist. Jacob geht in eine normale Schule, mit besonderen Hilfsmöglichkeiten. Seine Therapeutin Jess ist für ihn sehr wichtig. Die große Leidenschaft des autistischen Jungen ist die Forensik und die Aufklärung von Kriminalfällen. Daher konstruiert Jacob oft Tatorte, die seine Mutter dann erforschen soll.

Jess verschwindet und wird später tot aufgefunden - in einen Quilt von Jacob gewickelt. Hat der Junge sie umgebracht? Oder war es Jess' Freund Mark, der sie schon misshandelt hatte.

Dieser Krimi ist spannend und interessant aufgebaut, besonders die Teile, die aus Jacobs Sicht erzählt werden. Die Perspektiven wechseln, zwischen Jacob, Theo, ihrer Mutter, dem ermittelndern Detective und dem Anwalt hin und her.
So wird dem Leser ein guter Eindruck vermittelt, wie ein Autist auf andere wirken kann und was wirklich der Hintergrund für sein Verhalten war.
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ZUM INHALT:
Jacob Hunt ist anders als Gleichaltrige: Der 18-jährige leidet am Asperger-Syndrom, einer Form von Autismus, bei der ein fester Tagesablauf ohne Überraschungen unerlässlich ist. Er hasst Orange, jeder Wochentag steht im Zeichen einer anderen Farbe (so gibt es an jedem Tag z.B. nur gelbe, rote oder blaue Lebensmittel und Klamotten) und sein allerliebstes Hobby ist Forensik. Unter seiner Krankheit leiden auch seine Mutter Emma und der jüngere Bruder Theo, denn sollte es zu einer Abweichung seines Tagesplans kommen, flippt Jacob komplett aus oder zieht sich vollkommen zurück. Um den sozialen Umgang zu lernen, bekommt er Unterricht von seiner Tutorin, der Studentin Jess. Obwohl Jacob keine menschlichen Emotionen deuten kann und alles wörtlich nimmt, hat er seine Sozialtherapeutin in sein Herz geschlossen. Und als Jess plötzlich spurlos verschwindet, gerät Jacob unter Verdacht - denn er war angeblich der Letzte, der die Studentin lebend gesehen hat. Außerdem hat sich der Schüler ein großes Fachwissen an Kriminaltechnik durch seine Lieblingssendung "CrimeBusters" angeeignet und ist auch schon öfters an Tatorten aufgetaucht. Für Inspector Rich Matson ist der Fall klar: Jacob hat etwas mit Jess Verschwinden zu tun...

MEINE MEINUNG:
Seit "Beim Leben meiner Schwester" bin ich ein großer Fan der Jodi Picoult-Romane. Wie so oft in Picoults Romanen geht es auch hier um eine Familie, die eine große Bürde in Form einer besonderen Krankheit zu tragen hat und diese bemerkenswert meistert. Den Handlungsschauplatz hat die Autorin in die Kleinstadt Townsend, Vermont verlegt.

Der 18-jährige Jacob Hunt ist am Asperger-Syndrom erkrankt und rastet aus, wenn etwas nicht seiner gewohnten Ordnung entspricht. Wegen seiner Krankheit genießt der dunkelhaarige Schüler in der Schule Sonderprivilegien, nimmt alles wortwörtlich und ist zudem sehr ordentlich. Jacob liebt alles, was mit Forensik zu tun hat und stellt daheim Tatortszenen nach. Täglich sieht er sich pünktlich um 16.30 Uhr seine Lieblings-Fernsehsendung "CrimeBusters" an, auch wenn er alle Folgen schon unzählige Male gesehen hat. Sein 3 Jahre jüngerer Bruder Theo Hunt leidet unter der Krankheit seines Bruders, da er in der Schule nur als Bruder des "Spastis" bekannt ist und zu Hause immer Jacob an erster Stelle steht. Mit seinen blonden Haaren, dem chaotischen Zimmer und der Liebe zu seinem Skateboard ist Theo das Gegenteil seines Bruders. Emma Hunt, die Mutter von Jacob und Theo, ist schon seit vielen Jahren alleinerziehende Mutter und möchte nur das Beste für ihre Söhne, auch wenn das nicht immer ganz leicht ist. Die 40-jährige arbeitet als Kummerkastentante bei der Burlington Free Press und ist sich selbst nicht ganz sicher, ob Jacob etwas mit Verschwinden seiner Sozialtherapeutin, der 23-jährigen Jess Ogilvy zu tun hat... So engagiert sie einen Anwalt, den 28-jährigen Oliver Bond, der Jacobs Unschuld beweisen soll - dagegen ist Inspector Rich Matson von Jacobs Schuld vollkommen überzeugt...

Die mitwirkenden Protagonisten sind vielschichtige, interessante Persönlichkeiten, die mit ihren Ecken & Kanten überzeugen. Jacob ist wohl der reizvollste Charakter, denn man weiß bei ihm nie, woran man ist oder wie er im nächsten Augenblick reagieren wird. "In den Augen der anderen" beschäftigt sich mit dem Asperger-Syndrom bzw. wie sich diese Krankheit auf Jacob und seine Familie auswirkt. Während des Lesens bekommt man das Gefühl, dass die Autorin zu diesem Thema sehr ausführlich recherchiert hat und ihre Ergebnisse für Laien wie mich verständlich beschrieben hat.

"In den Augen der anderen" beginnt richtig fesselnd, doch spätestens im letzten Drittel lässt die Handlung, trotz einiger Irrwege und ungeahnter Wendungen, deutlich an Spannung nach. Natürlich will man wissen, ob bzw. wie die Schuldfrage geklärt wird und so muss man fast wie unter Zwang weiterlesen, auch wenn es einen die detaillierten Beschreibungen sowie die häufigen Wiederholungen mit der Zeit gewaltig nerven... Die rasanten Geschehnisse werden aus der Sicht verschiedener Ich-Erzähler geschildert. Neben Emma, Theo und Jacob Hunt berichten auch der Anwalt Oliver Bond sowie der Ermittler Rich Matson über die Ereignisse aus ihrer eigenen Warte. So erhalten wir einen tiefen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt des jeweiligen Erzählers und können ihre Handlungen bzw. Taten durchwegs nachvollziehen, auch wenn die Begebenheiten teilweise viel zu ausführlich geschildert wurden. Der Schreibstil präsentiert sich emotional & sensibel zugleich und hätte Jodi Picoult die knapp 690 Seiten ein wenig gekürzt, würde meine Bewertung besser ausfallen. ;-)

FAZIT:
Jodi Picoult hat erneut ein außergewöhnliches Thema aufgegriffen und das Asperger-Syndrom in einen spannenden Roman verpackt. Leider birgt "In den Augen der anderen" neben einem interessanten Plot, hervorragend ausgearbeiteten Protagonisten und einem gefühlsbetonten, bildhaften Schreibstil auch viele Längen bzw. überflüssige Passagen. Dafür vergebe ich ergreifende 3 1/2 STERNE.
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am 29. September 2013
Ich habe mich wieder von dem Klappentext infizieren lassen und dachte: "Tolles Thema". Denke ich auch immer noch - nur ist es schade, dass Jodi Picoult ihre Bücher immer nach dem gleichen Schema schreibt. "Beim Leben meiner Schwester" war ich hingerissen und habe es kürzester Zeit verschlungen. Bei "Zerbrechlich" war ich bereits enttäuscht über den gleichen Aufbau des Buches und nun ist es wieder passiert. So kann man natürlich jedes Thema abhandeln. Für mich war es der letzte Versuch. Ich gebe 2 Sterne, weil es unterhaltend geschrieben ist, aber das war's auch.
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TOP 1000 REZENSENTam 26. August 2011
Mit Skepsis habe ich mir das neue Buch von Jodi Picoult bestellt, da es zu schnell nach dem letzten Buch (Schuldig) erschienen ist und man manchmal das Gefühl hat, dass die Kreativität und Qualität unter der Quantität der Buchveröffentlichungen leidet. Beim Lesen der ersten 100 bis 200 Seiten sah ich mich auch in meiner Skepsis bestätigt und war leicht verärgert.Picoult hat wieder mal auf Altbewährtes zurückgegriffen :Familie mit Problemkind, bzw.krankem Kind, vernachlässigtes Geschwisterkind, das straffällig wird und der Roman wird wieder in jedem Kapitel aus der Sicht eines anderen Protagonisten erzählt. Alles Dinge die "Beim Leben meiner Schwester" erfolgreich waren und auch bei "Zerbrechlich". Da hatte es sich Picoult zu leicht gemacht, dachte ich. Dann aber hat das Buch einen regelrechten Sog entwickelt und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. 682 Seiten in 2 Tagen gelesen. Es war spannend bis zum Schluß und hat mich dann regelrecht begeistert.Tipp: Sollte sich jemand noch etwas mehr mit diesem Asperger-Syndrom befassen wollen, nicht in wissenschaftlicher oder medizinischer Hinsicht,sondern rein informell, schaut Euch die DVD "My name is Khan" an. Wenn man ein Buch in 2 Tagen ausliest, denke ich muß man 5 Sterne geben.
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am 1. Januar 2012
"In den Augen der anderen" habe ich, wie alle anderen Bücher der Autorin, innerhalb kürzester Zeit verschlungen.
Spannend machen den Titel die verschiedenen Erzählperspektiven und dass auf über 600 Seiten zwar immer über einen Mord gesprochen wird, aber der Leser erst auf den letzten Seiten erfährt, was denn nun wirklich passiert ist.
Wer Jodi Picoults Romane kennt und liebt, wird begeistert sein.

Jacob leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus. Aus Sicht von Jacob, seiner Mutter Emma und seines Bruder Theo wird erzählt, wie sich das Leben mit dieser Krankheit gestaltet, welche Schwieirgkeiten die alleinerziehende Mutter zweier Söhne zu bewältigen hat, wie es sich mit einem "behinderten" Bruder lebt und wieso die Welt so ganz anders ist als Jacob. Später kommt dann noch die Erzählperspektive von Rich dazu, einem Detective, der mit einem Mordfall betraut wird und dessen Hauptverdächtiger Jacob ist. Und eine weitere Perspektive kommt noch hinzu, die von Oliver, als dieser mit der Verteidigung Jacobs vor Gericht betraut wird.
Jacob landet zunächst im Gefängnis, kann jedoch bis zur eigentlichen Verhandlung aufgrund seiner "speziellen Bedürfnisse" dort heraus geholt und unter Hausarrest gestellt werden. Dann kommt es zur Verhandlung.
Während der gesamten Zeit der Ermittlungen im Mordfall und auch während des Prozesses wird Jacob nicht einmal danach gefragt, was denn nun wirklich passiert ist und so steht er kurz vor einer Verurteilung. Bis sich das Blatt schließlich wendet.

Trotz der Sprünge zwischen den einzelnen Erzählperspektiven ist es nicht schwer, der Geschichte zu folgen und die Übersicht zu behalten.
Ein überaus gelungener Roman.
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am 2. Mai 2012
Ich mag Jodi Picoults Schreibstil und die Themen ihrer Bücher. Von diesem war ich allerdings sehr enttäuscht, da die Handlung sehr schnell absehbar war und die "Überraschung" am Ende in keinster Weise eine war. So musste man all die recht plumpen falschen Fährten ertragen und darauf warten, dass schließlich ganz zum Schluss der tatsächliche Tathergang (der einem seit der Entdeckung der Leiche klar sein konnte)aufgedeckt wurde. Bis dahin findet Seite um Seite nie ein offenes Gespräch statt, sei es zwischen Mutter und Sohn oder Sohn und Bruder oder Anwalt und Mandant oder Mutter und Anwalt oder Kommissar und Angeklagtem oder oder oder. Die ständigen offensichtlichen Missverständnisse (die eben als falsche Fährte dienen sollen) haben mich so wahnsinnig gemacht, dass ich mich überwinden musste bis zum Schluss weiter zu lesen. Schade, dabei hat die Asperger-Thematik mich sehr interessiert.
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am 8. April 2014
Emma ist die allein erziehende Mutter von Theo und Jacob. Während Theo ein ganz normaler Teeanger von 15 Jahren ist, leidet der 18-jährige Jacob am Asperger-Syndrom. Henry - der Vater der Jungs - hat die Familie kurz nach Jacobs Diagnose verlassen und eine neue Familie am anderen Ende der USA gegründet. Emmas ganzer Alltag besteht darin, Jacobs Ausbrüche zu vermeiden für die bereits kleinste Auslöser reichen, z.B. dass die Verkäuferin, die im Supermarkt immer an ihrem Platz sitzt zum ersten mal fehlt. Emma gibt ein horrendes Geld für Nahrungsergänungsmittel und Therapien aus. So sehr sie sich auf Jacob fixiert, so sehr verliert sie im gleichen Maße Theo aus den Augen. Doch so tragisch es klingen mag, der Junge hat sich daran gewöhnt immer die Nummer 2 für seine Mutter zu sein.
Eines Tages wird Emmas Welt umgeworfen. Ein junges Mädchen ist tot - Jacobs Tutorin. Alle Zeichen sprechen dafür, dass Jacob der Mörder ist. Es treten verschiedene Figuren an den Plan, unter anderem Rich Matson, der Detective der Jacob verhört. Oliver Bond, ein Junganwalt zu dem Emma rennt und der Jacob raushauen soll. Es beginnt eine nerven- und kräftezehrende Zeit in der es einzig und allein darum geht zu beweisen, dass Jacob unschuldig ist.

Die Gedanken zu diesem intensiven Roman zu sortieren ist nicht ganz einfach. Er hat mich in den Schlaf begleitet und in Lesepausen beim Kochen. Die letzten 250 Seiten habe ich quasi am Stück weggelesen. Nicht zu wissen wie das Buch zu Ende geht hätte mich um den Schlaf gebracht.

Dieser Roman ist mein erster Jodi Picoult Roman und ich bin tief beeindruckt. Picoult schafft eine Welt, die mir Asperger-Neuling völlig fremd und zuweilen skurill ist. Jacob besteht auf farbigen Tagen, zum Beispiel weißen Montagen und blauen Freitagen. Emma hat die Herausforderung, alle Speißen und Jacobs Kleidung diesen Farben anzupassen. Doch sie tut es ganz einfach - weil sie es seit 15 Jahren so macht (Jacob hat die Diagnose mit 3 Jahren bekommen). Das Buch scheint sehr gut recherchiert zu sein (wobei ich mich vielleicht nach etwas Abstand noch tiefer mit dem Asperger-Syndrom beschäftigen werde). Man taucht einfach ein in Emmas Welt, die sie so hartnäckig aufgebaut hat und die sie beschützt wie eine Löwin. Durch ihren Vollzeit Job mit Jacob verliert sie dabei oft genug Theo aus den Augen. Theo liebt seinen großen kleinen Bruder war sehr, dennoch kommt er nicht davon weg sich vorzustellen, wie sein Leben wohl ohne einen autistischen Bruder wäre. Denn auch sein Leben ist ein einziger Kampf, er ist immer der mit dem seltsamen Bruder. Er kann nie in den Urlaub fahren, weil Jacob fliegen nicht erträgt. Er kann keine Freunde einladen, weil das Jacobs Tagesablauf stören würde. Man hat Mitleid mit dem Jungen, der es schon lange aufgegeben hat um die Aufmerksamkeit seiner Mutter zu buhlen. Als es dann zur Mordanklage kommt, wird Emmas und Theos Kampf noch härter. Sie kämpfen gegen die Anschuldigungen, gegen das Flimmern des Neonlichts im Gerichtssaal das Jacob einen Zusammenbruch erleiden lässt. Sie kämpfen gegen die Termine des Gerichts damit Jacob um 16.30 wie jeden Tag die Krimi-Serie CrimeBusters anschauen kann.
Der schlimmste Gegner im Gericht ist jedoch Jacob selbst. Seine nicht vorhandene Fähigkeit zur Emphatie ("Jess ist tot, warum sollte ich mich traurig zeigen, sie kommt ja doch nicht wieder"), die Tatsache dass ihn der Hammer des Richters mehr aufregt als die grausigen Details von Jess' Autopsie - all das lässt Oliver und Emma an die Grenzen ihrer eigenen Möglichkeiten und Kräfte stoßen. Dazu kommt Jacobs makabre Fixierung auf die Kriminalistik und auf Tatorte, die auch gerne zu Hause nachstellt. Für Staatsanwältin Helen Sharp reicht das: ein kaltblütiger Killer der sich auch noch am Tatort ergötzt und der scheinbar keinerlei Emotionen hat.

Kommen wir vielleicht zum Aufbau des Buches. Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven geschrieben: aus denen von Jacob, Emma, Theo, Oliver und Rich. Das Buch ist in acht Teile untergliedert, vor jedem Teil kommt ein kriminalistischer Fall beschrieben ist, der trotz seiner Komplexheit am Ende doch gelöst werden könnte. Meine Interpretation der Fälle ist: dem Leser soll bewusst gemacht werden, dass auch der Tatort um Jess herum kein perfekter war und der Mörder am Ende gefunden wird. Dank der verschiedenen Perspektiven erlebt man jede Figur einzeln für sich. Jacobs autistische Gedankengänge werden einem zugänglich (wenn auch nicht ganz nachvollziehbar) gemacht, man erlebt Emmas und Theos Hilflosigkeit und Kampf. Durch diese Perspektiven bekommen alle Protagonisten einen vollständingen Charakter der sich klar umreisst und von den anderen unterscheidet.

Der Schreibstil ist sehr mitreissend. Ein klassischer Page-Turner bei dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann und will.

Leider hat die Geschichte ein paar kleine Schwachstellen, die sie den 5. Stern kosten. Nach meinem persönlichen Geschmack ist die Geschichte mit 700 Seiten etwas zu lang. Das heißt nicht, dass das Buch langweilige Längen hatte, aber es ist schon sehr umfangreich geschrieben. Was mich eigentlich am meisten gestört hat war die Tatsache dass Emma und Oliver Angst vor der Wahrheit hatten. Jacob kann nicht lügen, sagt immer die Wahrheit. Oliver kann man noch verstehen, wenn er die komplette Wahrheit zu Jess Todesumständen wüsste wäre seine komplette Verteidigungsstrategie hinfällig. Aber Emma? Die so sehr hofft, Jacob hat diesen Mord nicht begangen frägt ihn einfach nicht. Beziehungsweise sehr spät. Und auch dann nur: Jacob, hast Du sie getötet? Und sie gibt sich mit einen "Nein" zufrieden obwohl sie merkt, dass Jacob ihr etwas verschweigt. Warum frägt sie ihn nicht nach den ganzen Umständen? Wie hat er Jess vorgefunden? Was ist genau passiert? Emma verschließt die Augen vor der Realität. Sie mag es aus purem Überlebensinstinkt tun aber will eine Mutter nicht die volle Wahrheit wissen, wenn ihr Kind vor Gericht steht?
Dritter Wehrmutstropfen: Theo ist auch offensichtlich in den Fall verwickelt, wenn auch als Randfigur. Er hadert mit sich (soll er Jacob ans Messer liefern oder gesteht er seinen Part in der Geschichte). Emma lässt ihn nicht zu Wort kommen und so gibt er - wie so oft in seinem Leben - einfach auf.

Eine lange Rezension mit vielen Gedanken und Eindrücken. Aber ein so intensives Buch hat auch mehr Worte verdient....
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am 12. Mai 2012
In den Augen der andern hat mir sehr gut gefallen. Gut, das mag vielleicht auch am Thema gelegen haben: Asperger-Syndrom. Ich fand es von an Anfang an durchgehend spannend.

Am Anfang lernt man die einzelnen Charaktere kennen. So zum Beispiel Jacob, welcher das Asperger-Syndrom hat, von Kriminaltechnik fasziniert ist und dessen Speisen unter der Woche bestimmte Farben haben müssen. Dann gibt es da noch Theo, Jacobs jüngeren Bruder, welcher aber irgendwie der Ältere ist. Auch lernt man ihre Mutter, Emma kennen und wie sie es schafft, den Alltag zu bewältigen.
Doch eines Tages wird der gewohnte Tagesablauf, zu dem auch gehört, täglich um 16:30 Uhr CrimeBusters im Fernsehen anzuschauen, unterbrochen. Jess, seine Tutorin, wird tot aufgefunden und die Beweise deuten darauf hin, dass Jacob etwas mit der Sache zu tun hat.

Jodi Picoult schreibt sehr fesselnd und informativ. Man verfolgt die Geschichte und den Prozess als stiller Beobachter, ohne in das Geschehen eingreifen zu können. Zum Beispiel wird Jacob eine Frage gestellt. Dem Leser ist klar, warum die Frage gestellt wird und wie die Antwort lautet. Doch Jacobs Antworten sorgen für einen ganz anderen Verlauf der Geschichte. Den er beantwortet die Fragen direkt. Wie zum Beispiel auf die Frage, wie er geschlafen hätte, würde er nur antworten, dass er auf dem Bauch geschlafen hätte. Auch versteht er keine (bildlichen) Redewendungen. Den Spruch 'Willst du mich auf den Arm nehmen?' würde nicht verstehen. Er würde dazu nur sagen, dass er nicht die körperliche Kraft dazu hätte.

Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt: Jacob, Emma, Theo, Rich, dem Polizisten und Oliver, dem Anwalt. Sie Schriftart wechselt zwischen jeder Perspektive. Man merkt es also auch optisch, wenn der Blickwinkel wechselt. Die Charaktere sind sympathisch und liebenswert: Jacob, welcher aufgrund des Asperger-Syndroms im Mittelpunkt steht; Theo, welcher nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die er bekommen sollte; Emma, welche versucht, die Verantwortung alleine zu tragen; Rich, welcher zwar helfen möchte, aber auch seinen Job machen muss und Oliver, Jacobs Verteidiger, welcher vom Strafrecht allerdings keine Ahnung hat.

Das Ende allerdings kam mir dann aber zu plötzlich und schlussendlich hat mir dort auch etwas gefehlt. Ich hatte diese 682 Seiten innerhalb von 4 Tagen durch und war die ganze Zeit wie gefesselt von der Geschichte. Sie war die ganz Zeit auf 5-Sterne-Kurs, aber das Ende bekommt einen halben Stern abgezogen.

Den Titel finde ich passend. Am Anfang konnte ich mit dem Originaltitel nichts anfangen. Aber jetzt finde ich 'House Rules' richtig passend.

FAZIT:
Ich vergebe 4,5 Sterne (aufgerundet 5 Sterne) für eine beeindruckende Geschichte über Menschen, die anders sind.
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am 24. November 2011
Inhalt:
Jacob hat das Asberger Syndrom, eine autistische Störung. Er hasst die Farbe Orange und seine Mutter Emma kocht das Essen jeden Tag nach Farben. Für Jacob ist jede Abweichung vom täglichen Leben etwas sehr schlimmes, wo er nur sehr schwer mit zurechtkommt. Eines Tages wird er des Mordes an eine jungen Frau bezichtigt und es beginnt eine schwierige Verhandlung um diese Fall.

Wertung:
Jede der fünf Hauptpersonen (Theo, Jacob, Der Anwalt Oliver, Emma und der Detectiv) erhalten eine eigene Stimme. Dadurch kann der Hörer sofort erkennen aus wessen Sicht die Geschichte gerade weiter erzählt wird, was das Hören zu einem wahren Genuss macht. Alle Erzählstimmen sind wirklich sehr gut gewählt. Einfühlsam erzählt die Autorin eine Geschichte über die Schwierigkeiten mit dem Asberger Syndrom zu leben. Jacob hat Probleme mit den zwischenmenschlichen Beziehungen, ist aber ansonsten hoch intelligent. Seine Mutter Emma opfert alles, um Jacob ein normales Leben bieten zu können und dabei kommt auch Theo ab und an mal zu kurz. Alles in der Familie richtet sich nach Jacob. Für die Geschworenen erscheint Jacob als der vermeintliche Mörder, da er niemanden in die Augen sieht, sich sonderbar verhält und kaum Gefühlsregungen zeigen kann. Der Anwalt hat sich da einen schweren Fall zugezogen. Als Hörer rätselt man sehr schnell mit, warum Jess nun gestorben ist. War es ein Mord oder war es nur ein Unfall? Wer war der Mörder. Im Verlauf der Geschichte ändert sich häufig auch die eigene Vermutung, was passiert sein könnte und das macht das Hören so spannend.
Der einzige Kritikpunkt ist das Ende. Es kommt viel zu schnell und es bleiben einige wichtige Fragen offen.

Fazit:
Die Autorin hat gut recherchiert und eine wirklich spannende und einfühlsame Geschichte geschrieben, die den Leser dazu auffordert darüber nachzudenken und mit zu fiebern.
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am 12. September 2014
Ich finde es auf jeden Fall interessant so viel über das Asperger-Syndrom zu erfahren und auch mal die Welt aus dem Blickwinkel eines Asperger-Patienten zu sehen.
Allerdings finde ich das Buch ziemlich langwierig, dadurch das auch vieles oft wiederholt wird. Gerade am Anfang fande ich es auch recht zäh bis erstmal die richtige Handlung los ging. Und vieles war auch voraus zu sehen. Ich mag lieber diese Überraschungseffekte.
Außerdem stört mich das Ende. Hätte gerne erfahren wie es ausgegangen ist und nicht so ein abrubtes Ende gehabt.
Trotzdem fande ich es lesenswert, gerade wenn man sehr an menschlichen Krankheiten und deren Dramen interessiert ist, wie es bei den Bücher von Jodi Picoult oft der Fall ist :)
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