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am 22. April 2013
Diese Aufführung wird nicht nur als Vermächtnis des Strauss-Dirigenten Wolfgang Sawallisch in Erinnerung bleiben, sondern auch, weil sie die erste strichlose Gesamtaufnahme dieser phantastischen und vor musikalischen Einfällen strotzenden Oper darstellt. In der Kunst der Instrumentation gilt die Oper als Strauss' beste. Der riesige Orchesterapparat dient vorrangig der Charakterisierung und legt mit einer Art der Leitmotivtechnik die sich überlagernden oder widersprechenden Stimmungen/Bedeutungen offen, all das, was Worte nur "eindimensional" ausdrücken können. Alles von Solobegleitung, Kammermusik, blühendem Melos bis hin zur Überwältigung in den Tuttistellen der Finali wird eingesetzt, um immer neue Farben für die diversen Welten zu erschaffen. Sawallischs jahrzehntelange Erfahrung mit der Partitur spiegelt sich in seiner meisterhaften, sensationell exakten Aufführung wider:
Über allem steht die von ihm geforderte "Deutlichkeit". Jedes Instrument bzw. jede Instrumentengruppe in der komplexen Instrumentation ist selbst in den Tuttistellen hörbar, dazu wird mit einer phantastischen Präzision in Rhythmik unter Beachtung der vielen Partiturvorgaben musiziert! Wer also die Partitur in allen Facetten hören möchte, wie Strauss sie komponiert hat, sollte zugreifen, zumal das Symphonieorchester des BR mit erstklassigem Klang und Können seinen Ausnahmerang unter Beweis stellt. Den nur kurze Zeit später in Soltis Aufnahme spielenden Wiener Philharmonikern sind sie ebenbürtig! Der Unterschied liegt für mich in der Herangehensweise der Dirigenten: Hier die nach Deutlichkeit und Umsetzung der Partitur strebende Musizierkunst Sawallischs, dort die Feuer und Dramatik um alles ausreizende Musizierkunst Sir Soltis. Beides ist beeindruckend gelungen!
Das Libretto von Hofmannsthal verdient eine verkürzte Wiedergabe nicht, ist es doch ein Kaleidoskop seiner Philosophie anhand von Märchen- sowie Phantasiewelt, sehr geprägt vom Zeitgeist, mit vielen Szenenwechseln. Die wichtigen Themen der Oper sind: Mitgefühl, Liebe, das Menschwerden bzw. -sein im humanistischen Sinne und Fruchtbarkeit. Dargestellt wird dies durch die Welt der Geister bzw. die der Menschen. Die "Frau ohne Schatten" ist die Kaiserin, welche - als Gazelle aus der Geisterwelt kommend - vom Kaiser erjagt ihre menschliche Gestalt erhält, und nun Frau/Mensch werden muss - Symbol der Fruchtbarkeit ist der Schatten - um den Kaiser vor dem Tod zu retten. Die unterschiedlichen Welten und märchenhaften Vorgänge haben Strauss zu einmaliger Gestaltungskraft inspiriert und so das Drama kongenial vertonen lassen. Eine inspirierende, beglückende und tief berührende Musik, welche auch mit geschlossenen Augen gehört und verstanden werden kann, wenn man den Inhalt gut genug kennt.
Cheryl Studer (gerade 33 Jahre alt) gibt der Kaiserin ihre große, jugendliche und silbern schimmernde Stimme, welche nahezu mühelos durch die Tücken der Partie mit den permanenten Anforderungen an die Hochtöne um das B, H, C (gar bis zum Des in ihrer Szene "Weh, mein Mann!", 2. Akt) im Forte gleitet. Die ruhigen Stellen, in denen sie menschliche Emotionen erfahren und zeigen muss, gelingen stimmlich ebenfalls, wenn auch ohne die innere Glut und Beteiligung einer Leonie Rysanek oder Julia Varady. Eine insgesamt beeindruckende, wenn auch etwas "gläserne" Leistung.
Der Kaiser wird von René Kollo mit Intensität und Verständnis für den Charakter gesungen. Die Anforderungen an Höhe und Dynamik gelingen ihm eher mühsam, sein Tenor ist dunkel und schwer geworden, bewältigt mehr durch Kraft (als Technik) und kann nicht brillieren wie Hans Hopf oder Ben Heppner. Immerhin ist er derart disponiert, im Finale das hohe C mitsingen zu können, neben seiner Textgestaltung dennoch eine ordentliche Leistung.
Die unheimliche Amme (sie soll sich um die Kaiserin kümmern) wird von Hanna Schwarz mit angstmachender Intensität und absolut beeindruckender Stimmführung gemeistert! Ihr individueller Mezzo besticht in allen Lagen, die gefürchteten Intervalle und Hochtöne gelingen vortrefflich und dokumentieren eine Sängerin auf dem Zenit ihres Könnens, bravo!
Barak, der Färber (und einzige, der einen Namen erhalten hat), ist die "Seele" des Stückes: Einfach, kräftig und arbeitsam, gutmütig, geduldig, liebend, aber auch auffahrend und zu allem bereit, als seine Frau ihn verhöhnend von vermeintlichem Betrug und Verkauf ihrer Fähigkeit, Mutter zu werden, berichtet. Eine dankbare Partie für kraftvolle Baritone mit sehr guter Höhe. Alfred Muff singt diese sicher, meistens tonschön und mit nahezu tenoraler Höhe, dazu mit gutem Legato und einigen Zwischentönen. Allerdings bleibt er im Vergleich zu Schöffler, Metternich oder Fischer-Dieskau etwas blass.
Die Färberin, Baraks Frau, ist eine hybride Partie: Sie stellt höchste Anforderungen an die Sängerin in puncto Höhensicherheit, Durchschlagskraft, Ausdauer und Charakterisierungskunst. Bei der Uraufführung gab Lotte Lehmann die Färberin (und 1919 verfügte sie noch über eine sichere Höhe), also sicherlich kein hochdramatischer Sopran, wie es inzwischen Tradition geworden ist. Die vielen hochliegenden Phrasen gewinnen erst dann vollkommene musikalische Überzeugung, wenn sie mit Legato und dem Sinn für die Melodie geformt werden, etwas, was Lehmann neben der stimmlichen Charakterisierungskunst auszeichnete. Ute Vinzing singt die Färberin mit der Fülle und Kraft eines dramatischen Soprans, der gereift ist an Brünnhilden und Elektras. Sie hat die Stamina für die Partie, eine solide Mittellage sowie eine kraftvolle, sichere Höhe. Die Schwierigkeiten der Färberin bewältigt sie mit ihrer Rollenerfahrung der Bühne, souverän gelingen die Ausbrüche, meistens den Gesangston wahrend. Weniger souverän ist ihre Phrasierung, zu häufig muss sie hohen Tönen zusätzlichen Druck geben, um sie zu erreichen. Ihre sehr reif klingende Stimme (das Timbre eher dunkel in der Mittellage, in der Höhe harsch, sie kann kein Zungen-R sprechen, was bisweilen komisch klingt) ist als Gegensatz zur Kaiserin passend, nicht aber zum Klang des Barak Alfred Muff. Aufgrund der Kraft und Souveränität ihres Soprans aber eine trotz der Einschränkungen sehr beachtliche Leistung, der vielleicht nur noch das Schillernde, Besondere einer Inge Borkh oder Hildegard Behrens fehlen.
Andreas Schmidt als Geisterbote klingt jung, wenig geisterhaft, meistert seine Partie jedoch stimmstark und mit überzeugender Intensität.
Diese wundervoll ausbalancierte Aufnahme wurde 1987 im Münchener Herkulessaal aufgenommen und beeindruckt durch sehr gute Aufnahmetechnik, wenn auch bei geringer Lautstärke der Klang etwas zu entfernt wirkt. Die Stimmen bleiben immer im Vordergrund und sind sehr gut abgemischt. Der Tölzer Knabenchor sowie der Bayerische Rundfunkchor singen sauber und souverän. Alle weiteren Rollen sind gut bis sehr gut besetzt, Julie Kaufmann, Jan-Hendrik Rootering und Marjana Lipovšek seien besonders erwähnt aufgrund ihrer Leistungen, zudem zeigen diese Namen die erstklassige Besetzung auch kleinerer Partien und die Sorgfalt dieser Produktion.
Für den mittleren Preis ist eine orchestral und musikalisch äußerst beeindruckende, die Instrumentationskunst der Partitur phantastisch wiedergebende Aufführung unter einem Meister am Pult entstanden. Welche Aufnahme auch immer man im Schrank hat, diese gehört dazu. Danke, Wolfgang Sawallisch!
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am 23. April 2012
Wolfgang Sawallisch gibt die Frau ohne Schatten hier das erste Mal in der (Schallplatten)- CD-Geschichte ohne Striche, die in der Regel die Rolle der Amme gerade im dritten Akt betreffen. Die Orchesterleistung des Dirigenten am Pult des Bayerischen Symphonie-Orchester ist unbestreitbar gut und einige der Hauptrollen sind auch wirklich hervorragend besetzt. Cheryl Studer gibt eine stimmgewandte Kaiserin und Hanna Schwarz ist eine Amme mit der gehörigen Portion Dämonie in der Stimme. Auch Alfred Muff macht seine Sache als Barak gut. Dann aber wirds stimmlich schon ganz schön finster, denn Ute Vinzing "bellt" sich eher durch die zugegeben schwer zu singende Partie der Färberin und auch für Rene Kollos Heldentenor kam die Rolle des Kaisers hier schon einige Jahre zu spät. Da sind in der ersten Studioeinspielung unter Karl Böhm Hans Hopf und gerade Christel Goltz aus ganz anderem stimmlichen Holz geschnitzt.
Das restliche Ensemble ist solide besetzt, jedoch wegen der oben genannten unzureichenden sängerischen Leistung gibt es von mir zwei Sterne Abzug.
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