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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
57
4,1 von 5 Sternen
Schloss des Schreckens
Format: DVD|Ändern
Preis:6,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 18. März 2017
Eine meisterliche Verfilmung des Gruselklassikers "The Turn of the Screw" von Henry James! Die Erzieherin, unerfahren, aber hoch motiviert, wird großartig dargestellt von Deborah Kerr - welcher Reichtum an Ausdrucksnuancen in Mimik und Körpersprache! Auch die Darsteller der Waisenkinder Miles und Flora sind sehr gut - man spürt die Handschrift und die Führungsqualitäten des Regisseurs. Alles erscheint zunächst harmonisch und wohlgeordnet, die Kinder sind lieb und sympathisch - doch Flora ist zuweilen jähzornig und Miles nervt mit seiner Altklugheit. Und dann erscheinen Geister; man könnte sie als "Wiedergänger" bezeichnen, was auf einen alten Glauben zurückgeht: Es sind Verstorbene, die im Tod keinen Frieden finden können und in ihrer früheren Gestalt wiederkehren. Diese Geister, Peter Quint und Miss Jessel, die frühere Gouvernante der Kinder, stehen für Unmoral und Verworfenheit. Sie versuchen, Macht über Flora und Miles zu bekommen. Die Erzieherin setzt alles daran, das zu verhindern - ob ihr das gelingt, bleibt offen, ebenso die Frage, ob die Geister tatsächlich erscheinen, oder ob es sich nur um Halluzinationen der Erzieherin handelt. Viele Deutungen sind möglich. Ein wirklich toller, spannender Film, der dem Zuschauer einiges an Nervenstärke abfordert! Martyn Hilden
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am 28. Mai 2014
Gruselklassiker. Am besten sehe man sich diesen Film nachts und allein an, dann kommt die richtige Stimmung auf. Deborah Kerr ist einzigartig und überzeugend; die Kinder stehen ihr in nichts nach. Das Hörspiel als Extra verfehlt seine Wirkung ebenso nicht.
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am 12. November 2013
Dieser Psychokrimi ist die perfekte Verfilmung des Buches "Turn of the screw". Stimmungsvoll und spannend bis zum Schluß. Zu empfehlen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 21. Oktober 2008
Denkt man darüber nach, ist "Schloss des Schreckens" eigentlich eine schauerlich platte Übertragung des originalen Titels "The Innocents", der gerade durch die Unbestimmtheit der Formulierung schon auf das verweist, was den Film und vor allem die Romanvorlage ausmacht: die ausgesprochen kunstvoll exerzierte Ambiguität der Erzählung. Henry James' "Turn of the Screw" ist derart geschrieben, dass man nahezu auf jeder Seite Doppeldeutiges findet: Die (im Buch namenlose) Erzieherin (und Ich-Erzählerin) gibt ihre Wahrnehmungen und Beobachtungen, ihre Unterhaltungen mit Mrs Grose und den Kindern so wieder, dass stets für den Leser reichlich Raum zur Interpretation bleibt: Gibt es tatsächlich Geister auf Bly? Oder lesen wir den Bericht einer jungen Frau, die zunehmend den Verstand verliert? James pendelt die Hinweise und Andeutungen durch Auslassungen (Was trieben Quint und Jessel, inwiefern waren die Kinder darin involviert, wie ist es um den familiären Hintergrund der Erzieherin bestellt, warum verbietet sich ihr Arbeitgeber so ostentativ jede Belästigung?), vieldeutige Dialoge etc. so kunstvoll aus, dass bis zum Schluss der Erzählung eigentlich beides vorstellbar bleibt.

Dem Film gelingt es, diese Uneindeutigkeit auf seine eigene Weise zu reproduzieren; auch wenn er deutlicher für die realistische Lösung zu votieren scheint. Wir sehen, was Miss Giddens sieht (oder zu sehen glaubt) und welche Schlüsse sie zieht; und da der Film sich entscheiden muss, die "Geister" Quint und Jessel zu zeigen und nicht bloß von Miss Giddens behaupten zu lassen, instrumentalisiert er dies gleich für einige besonders unheimliche Szenen. Weitere Zufügungen, wie die (soweit mir erinnerlich) nicht im Roman vorkommende Melodie oder Miles' beklemmender Gedichtvortrag sind (besonders im ersten Fall als explizit filmisches Mittel) gelungene Ergänzungen. Positiv hervorzuheben sind auch die Darsteller der beiden Kinder, die es wirklich verstehen, unheimlich, aber nicht unglaubwürdig zu agieren. Deborah Kerr meistert ihre schwierige Rolle ebenfalls souverän.

Neben dem üblichen Kleinkram befindet sich das Hörspiel "Die Unschuldsengel" auf der DVD; nach halbstündigem Hören bin ich allerdings eher enttäuscht. Die Stimmen der Kinder vor allem wirken zu alt, und was sie sagen, klingt sehr auswendig gelernt. Dennoch: Der Film selbst ist den Kauf auf jeden Fall wert.
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am 30. Oktober 2011
Ein unheilvoller Kindergesang und ein schwarzer Bildchirm. Damit eröffnet Jack Clayton seinen atmosphärischen Gruselschocker "Schloss des Schreckens". Nichtmal das Studio wagte es die Szenerie zu stören und legte das "20th Century Fox" Zeichen, geräuschlos in die Eröffnungssequenz.

"Aber ich will den Kindern nichts Böses antun! Ich will sie retten"

Die ersten Worte die man im Film noch während den Credits vernimmt, weisen schonmal daraufhin das der neue Job von Miss Giddens kein Zuckerschlecken wird. Sie soll auf zwei Kinder aufpassen, da ihr Vormund absolut kein Interesse an ihnen besitzt, was er auch offen zugibt. Dazu muss sie sich in ein altes Schloß begeben und sich rund um die Uhr um sie kümmern. Allerdings merkt sie schon bald das irgendetwas nicht stimmt. Die Kinder sind zwar herzallerliebst, aber manchmal auch etwas seltsam. Dies wäre aber vielleicht noch zu bewältigen, wenn sich nicht der kürzlich verstorbene Gutsverwalter auf dem Turm und vor ihrem Fenster rumtreiben würde.

Ein Fest der Sinne und ein Meisterwerk des Gruselfilms wurde hier 1961 abgeliefert. Die Locations sind traumhaft und genau so stellt man sich ein "Resident Evil" vor. Das Schloß bietet nämlich wirklich alles, was ein Gruselfilm benötigt. Der Garten davor ist ebenfalls unglaublich und kann noch heute in Sussex bewundert werden.
Da der Film am Ende des 19. Jahrhundert spielt, gibt es auch noch keinen Strom, weshalb das alte Gemäuer nachts immer nur im Kerzenschein erforscht werden kann. Hierbei hat Kameramann Freddie Francis eine fulminante Arbeit abgeliefert.
Die Licht- und Schattenspiele sind einfach überragend und die manchmal steilen Kontraste komplett der Wahnsinn. Obendrein gibt es noch fantastische Kamerawinkel und Positionen die einem die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. Hier gruselt man sich noch richtig. Klar, reinen Splatterfreunden und Blutorgienfanatiker, kann man den Film selbstverständlich nicht empfehlen. Eher Menschen, die noch ein wenig Empfindsamkeit für die Szenerie besitzen und nicht einfach auf das nächste Opfer warten. Ich denke mir aber das er auch manch einem moderner eingestellten Filmkonsumenten, noch ein wenig Angst einjagen könnte. Man sollte ihn sich eben nur Nachts und Allein in der Dunkelheit ansehen.

Die Dramaturgie ist ebenfalls absolut hervorragend. Die Charaktere werden natürlich erstmal vorgestellt und man lernt sie schnell besser kennen. Trotzdem gibt es schon da immer wieder spannende Zwischenfälle, die einem ein wohliges Grauen bescheren. Im letzten Drittel zieht er dann nochmal gnadenlos an.

Auch heute noch ist "Schloss des Schreckens" einer meiner absoluten Lieblingsfilme und er wird es auch immer bleiben. Zu tief eingebrannt sind die fabelhaften Bildkompositionen und die mörderische Spannung, die den Film über die komplette Laufzeit begleitet. Die Tour durch das Schloß nur mit einem Kerzenständer bewaffnet, die unheimlichen Stimmen und natürlich auch das wirklich perfekte Ende, das einen tief in den Sessel drückt, sind zumindest in meinem Fall nicht mehr aus dem Gedächtnis zu bringen.

Ein echter Gruselfilm, der mit den heutigen Genrebeiträgen ohne Schwierigkeiten den Boden aufwischt.
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am 19. April 2006
Dieser Film versteht es durch simpelste Effekte wie Schattenspiel, eindrucksvolle Musik (allein das Kinderlied fährt einem durch Mark und Bein) und hervorragende Schauspieler (Deborah Kerr, Michael Redgrave) den Zuschauer von der ersten Minute an zu faszinieren und nicht mehr los zu lassen.

Ganz im Gegensatz zu heutigen Gruselschockern die hauptsächlich durch aufeinander folgende Blutbäder zu erschrecken versuchen kann dieser Streifen durch seine zurückhaltende Art und Weise den Gänsehautfaktor drastisch erhöhen. Was ist schon gruseliger als ein vom Windhauch aufgebauschter Vorhang, ein undefinierbarer Schatten an der Wand, eine flackernde Kerze die droht zu verlöschen und den letzten Rettungsanker Licht mit sich zu nehmen?

Das ist wahre Filmkunst! Keine Tricktechnik der Welt kann das ersetzen, höchstens unterstützend einwirken.

Die fünf Sterne sind absolut verdient, auch wenn andere Rezensenten der Meinung sind das Gesamtniveau herunterziehen zu müssen weil sie noch nicht wissen wie die Qualität der DVD ist?!?! Kleiner Tip, erst ansehen, dann Rezensieren.

Allen Anderen kann man zum Kauf dieser DVD nur raten.
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am 14. April 2006
Schloss des Schreckens kann nicht nur innerhalb des Genres Schauerfilm getrost zu den besten Filmen der 60er Jahre gezählt werden.
Wenige Filme dieser Art haben es bisher geschafft, genauso psychologischen wie auch übersinnlichen Interpretationen Platz zu machen.
Deborah Kerr spielt hier eine Ihrer besten Rollen. Gemeinsam glauben wir mit Ihr daran, dass es Geister geben kann.
Aber auch die beiden Kinder überzeugen in diesem atmosphärischen Film und schaffen es, einem so manchen Schauer über den Rücken fahren zu lassen.
Die Qualität der DVD lässt keine Wünsche offen, das Bild ist scharf und kontrastreich und der Ton (englisch wie deutsch) ist dem alter entsprechend gut.
Eine echte Empfehlung.
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am 15. September 2007
Dieser Film ist einer meiner All-Time-Fovorites und fast so gut wie mein Lieblings-Film "Bis das Blut gefriert". Die Spannung packt einen vom Anfang bis zum Ende. Die Tatsache, dass der Film nicht in unserer heutigen Zeit, sondern Ende des 19. Jahrhunderts spielt, macht das ganze noch gruseliger! Der Film ist in schwarz/weiß, und das ist gut so. Denn Farbe würde sehr viel von der spannenden Athmosphäre kaputt machen.
Zum Bonus-Material: Dieses ist extrem üppig! Der Filmtrailer, eine grosse Bilder-Galerie mit vielen Backstage-Shots und ausserdem: Die gesamte Story des Films als Hörspiel!!
FAZIT: Wer sich hier beschwert, dem ist auch nicht mehr zu helfen! ;)
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am 1. November 2007
Obwohl ich den Streifen schon seit meiner Kindheit kenne,habe ich mir die DVD gekauft.Der Film schafft es,ohne technischen Schnickschnack eine düstere und beklemmende Atmosphäre aufrecht zu erhalten-das Zusammenspiel der Filmmusik,dem Vogelgezwitscher,den Schatten,verstärkt durch den Schwarzweisseffekt, erzeugt eine dauerhafte Spannung,die bis zum Ende des Films anhält.Gestört haben mich lediglich die Endlosdialoge im Gutenmütterchenstil der Gouvernante Miss Giddens bis zur Mitte des Films.Dies tut der guten Leistung der Schauspieler(inklusive Deborah Kerr)aber keinen Abbruch.
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am 14. Oktober 2014
" The Innocent" , so der wesentlich passendere Originaltitel, ist ein seltener Glücksfall des Geisterfilms( möchte man ihn denn dort einordnen) , denn nur wenige Werke des Genres schaffen es einen versponnen, beunruhigend, betörenden Kosmos zu kreieren.
Ein eigenes, in sich verschlossenes Universum, hier ein verwinkeltes Haus, das mit seinen schwebenden Vorhängen, tiefen Teppichen, langen Säulengängen, verwilderten Gärten und arabesken Architektur den Zuschauer selbst umhüllt in einem Nebelschleier aus Anspannung, Vorahnungen; ihn , wie die bedauernswerte (?) Titelheldin verloren sein läßt in einer spinnwebhaften Sinfonie aus Magie, morbider, verfallender Schönheit und übernatürlichen Visionen.
Gäbe es den Begriff Ambivalenz noch nicht , für diesen Film müsste er erschaffen werden.
Denn in perfide Unwägbarkeit versetzt uns Regisseur Jack Clayton in jeder Minute des Schauerstücks.
Das macht den Film zu einem noch wesentlich eindrücklicheren Erlebnis als den etwas überschätzten " Bis das Blut gefriert" der zwei Jahre später entstand.
Während dieser mit einer Forschergruppe im Bereich des Paranormalen, mit Szenen des wirklich polternden Spuks wesentlich eindimensionaler die Waage Richtung Übernatürlichkeit ausschlagen lässt, befindet sich " Schloss des Schreckens" in einer bemerkenswert ausbalancierten Schwebe .
Handelt es sich bei den Geschehnissen um den , vielleicht auch tief in sexuellen Untiefen wurzelnden Wahn der Hauptprotagonistin oder um tatsächlichen Geisterspuk von zwei bösartigen Verstorbenen , die sich aus dem Jenseits zweier Kinder bemächtigen wollen.
Mit keinem Bild läßt Jack Clayton eine fundierte Erklärung gelten.
Denn Gesagtes und Gezeigtes lässt sich in spannender Weise in beide Richtungen interpretieren.
Mit einer vollkommen schwarzen Leinwand beginnt der Film. Ein leises, zärtliches, dabei unsagbar feenhaft unheimliches Kinderlied hören wir. Ein Lied, das den Zuschauer noch tagelang in Träumen begleiten wird.
Zwei Hände recken sich zum Gebet gefaltet langsam in die Höhe.
Ein erstes Bild, das schon viele Aspekte verdeutlicht.
Die Schwärze der unendlichen Leere, im Kontrast zu dem demütigen Symbol des christlichen Glaubens, unterlegt von dem zunehmend unheimlichen jenseitigen SingSang .
Verstörung , Dekonstruktion und Angespanntheit schon in der ersten Bildkompositionen.
Wir befinden uns im späten 19 Jahrhundert. Die strenggläubige Mrs. Giddens ( Deborah Kerr) nimmt eine Stelle als Gouvernante auf einem einsam gelegenen englischen Landsitz an.
Zwei kleine Kinder sind es, denen hier Mrs. Giddens ihre ganze Sorgfalt und Aufmerksamkeit schenken soll.
Die Eltern verstorben, der Onkel viel auf Reisen, bzw. so gut wie interesselos an den Zöglingen.
Mrs. Giddens wird hier vollkommen eigenverantwortlich agieren können. Einzig einige Hausangestellte bewohnen noch das prächtige Anwesen.
So tauchen wir mit der neuen Gouvernante gleich bei der ersten Besichtigung ein in diese merkwürdig hypnotisch trügerische Idylle eines sinistreren Ortes.
Kameramann Freddie Francis schafft hier glasklar kontrastierte Schwarzweiß- Bilder, die an doppelbödiger Faszination, an unterschwellig aufgeladener Intensität ihres gleichen suchen.
90 Minuten werden wir selbst diesen Dachkammern, Wendeltreppen , geheimnisvollen Speicher , verwunschenen Gartenlauben und den Parkanlagen mit dräuenden Götterstatuen nicht mehr entkommen können.
Doch so eindringlich schön , so unwirtlich böse wirkt das Szenario.
Ein Hauch von Sterblichkeit, Verfall und Verhängnis.
Metaphern im Spiel mit der brüchigen Balance aus Leben und Vergänglichkeit. Blumengebinde, die bei der kleinsten Berührung ihre Blüten verlieren, eine Spinne in Großaufnahme , die einen Schmetterling frisst, kleine Käfer die aus den starrenden Mündern verwitterter Steinfratzen hervorkriechen.
Zum Sterben schön, die prachtvoll fast schmerzhaft in voller Blüte stehenden Gärten.
Eine belastende, die Seele bedrückende Fauna.
Ein letztes Aufbäumen der Natur vor dem kraftlosen Niedergang in Fäulnis und Tod ?
" Flora" ruft plötzlich eine geisterhafte Stimme, doch erlauschen wir nur , das , was Mrs. Giddens Ohren scheinbar hören, sehen wir das Übernatürliche nur durch ihre Augen.
Keiner der Angestellten kann sehen, was sie scheinbar sieht.
Die beiden zu betreuenden Kinder wirken ebenfalls mehr als ungewöhnlich.
Miles, ein kleiner unangenehm altkluger und penetrant sexuell frühreifer Sprößling und seine kleine ebenfalls etwas merkwürdige Schwester.
Früher als geplant kehrt der kleine Miles aus dem Internat auf den Landsitz zurück. Sein Verhalten , so scheint es , war für die Schule zu aufmüpfig und nicht tolerierbar.
Ist das wirklich so ? Niemand der Bediensteten kann den Brief der Schule lesen außer Mrs. Giddens und so sind wir Zuschauer wieder darauf reduziert dem Blickwinkel der Hauptprotagonistin zu glauben.
Später wird Mrs. Giddens und wir mit ihr in erschreckender Weise Geistererscheinungen wahrnehmen.
Ein toter amoralischer Wüstling, die in schwarze Gewänder gehüllte schemenhafte Vorgängerin von Mrs. Giddens, die den Freitod wählte.
Beide Manifestationen scheinen in perfider Weise aus dem Jenseits nach der unschuldigen Seele der Kinder zu greifen, erscheinen drohend als Spiegelung in Fenstergläsern, blicken düster über Dachzinnen oder recken ihre flehenden Arme an einem Fluss nach den Kindern aus.
Reale Spukphänomene oder erleben wir hier nur das komplex pathologische Wahngespinst einer labilen, zwischen christlichen Tugenden und eigenen verdrängten Sehnsüchten gefangenen Frau ?
Das allerdings würde gerade auch in dem Bezug auf die kleinen Kinder freudsche Seelen- Verstrickungen komplexen Ausmaßes beinhalten.
Erleben wir Mrs. Giddens als tiefenpsychologisch zerrissenen Charakter, gefangen zwischen einer bigotten blütenweiß unschuldigen Idealisierung ihrer umgebenden Welt und der gleichzeitigen tief verborgenen Wunschprojektion auf das " Schmutzige" , Verbotene, das körperliche Verlangen , das für sich genommen frei ausagierte Triebhafte, das dann natürlich wieder nach harter Bestrafung zur Einhaltung eines eigenen seelischen Gleichgewichtes ruft ?
Ewig könnte man die Gedankenspiele , die " Schloss des Schreckens" hervorruft fortsetzen.
Die Spinne die den Schmetterling frisst.
Eine Metapher für Mrs. Jessel und ihre Schutzbefohlenen und wer wäre hier Spinne und wer Schmetterling?
Wer missbraucht hier wen emotional, weiter gedacht sogar in sexueller Hinsicht.
Oder kann man sich auf die verderbende Kraft einer jenseitigen Macht berufen, die herkömmliche " Unschuldsengel" erst zu Tyrannen macht ?
Ist das Böse in uns, oder das Böse außerhalb ?
Die zweite Lösung wäre die beruhigendere und doch führt " Schloss des Schreckens" jeden gefundenen Standpunkt eine Sekunde später wieder ad absurdum.
Das Ende so plötzlich und tragisch , so kryptisch verschlüsselt wie es dem Kunstwerk auch zusteht.
Im Schatten des Zweifels lässt uns Jack Clayton in diesem beeindruckenden Sinnenrausch.
Eine beunruhigende Unerklärlichkeit, die diesen Film auch nach fast sechzig Jahren noch so funkelnd brillant macht.
Viel mehr somit als ein herkömmlicher Geisterfilm, sondern ein vibrierendes Spiel mit der Wahrnehmung , der manipulativen Kraft von Assoziationen, mystischen Versatzstücken, eingeschränkten Wahrnehmungsebenen und verborgenen menschlichen Untiefen.
Unberechenbare facettenreiche Gefährlichkeit in einer doppelbödigen filmischen Meisterleistung.
" Schloss des Schreckens" ist kein einziges Jahr gealtert.
Zeitlos betört das Werk , packt uns mit seiner schrecklich schönen Unentrinnbarkeit, läßt subtil Unsicherheit entstehen.
Der Landsitz der spukhaften Alpträume als Ausdruck eines psychisch zerrütteten Unterbewusstseins ?
Schein und Sein -Wirklichkeit und Illusion - ein ewiges Trugbild
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