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Das Jahr 1967 gehört sicherlich zu den im musikalischen Sinne innovativsten des 20. Jahrhunderts. Bahn brechende Alben eines Jimi Hendrix gehörten genauso dazu wie neue Dimensionen in der Musik von Beatles und Stones. Der Jazz hatte zu dieser Zeit bereits längst die Schallmauer der Moderne durchbrochen, der Bebop eines Charly Parker oder Dizzy Gillespie hatten Marken abgesteckt, die bis heute qualitative Unterscheidungen zulassen. Dass sich zu dieser Zeit auch revolutionäre Geister wie Hendrix und Miles Davis in einem New Yorker Apartment treffen sollten, um gemeinsame Projekte auszuloten, verwundert da nicht. Die Zeit war reif, alte Mauern einzureißen und Konzepte zu entwickeln, die sich jenseits aller Vorstellungskraft bewegten.

Es spricht für die damals noch kleine Gemeinschaft europäischer Jazz Afficionados, dass es seit dem II. Weltkrieg immer wieder gelang, die Protagonisten des amerikanischen Jazz auf den alten Kontinent zu holen. Im Winter 1967 reiste Miles Davis mit seinem Quintett nach Europa, um in mehreren Städten Konzerte für ein erlesenes Publikum zu geben. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass neben Miles Davis keine geringeren Musiker als Wayne Shorter, Herbie Hancock, Ron Carter und Tony Williams mit auf der Bühne standen und demonstrierten, welchen Entwicklungslinien sie momentan folgten.

Die vorliegenden Aufnahmen, die den Konzerten in Antwerpen, Kopenhagen und Paris entstammen, gehören auch im Werk Miles Davis zu den Journalen des Umbruchs. Er selbst wie Wayne Shorter zitieren in den längst etablierten eigenen wie entlehnten Standards Themen des Fusion, sie folgen den unbeschriebenen Wegen der Interpretation mit offenem Ende. Es ist zu vermuten, dass die Offenheit, in der sich die gesamte Band zum Experimentellen bekennt, nicht einmal an der amerikanischen Ostküste so honoriert worden wäre, wie in den damaligen Hochburgen des Jazz auf der anderen Atlantikseite. Vor allem Miles Davis wusste um den hohen Sachverstand des europäischen Publikums und suchte sich immer mal wieder ganz bewusst Engagements in Europa aus, um die Reaktion dieses sachkundigen wie toleranten Publikums zu erfahren.

Doch jeder Musiker des Quintetts markierte auf diesen Konzerten seine Positionen. Herbie Hancock fegte in Footprints so ziemliche jede Fixierung auf Synchronität aus dem Saal, Wayne Shorter vermied in seinen Soli auf On Green Dolphin Street jedes Happy End, Ron Carter konterkarierte in Agitation so ziemlich jede Melodielinie und Miles Davis zerpflückte in Round Midnight die melancholische Harmonie, wie immer in jener Zeit eskortiert von Wayne Shorter, der mit seinem Tempo aus der Mitternachtsballade ein Hunderennen machte, das mit einer langanhaltenden Salve Tony Williams endete. In No Blues, Masqualero und Gingerbread Boy finden sich Spuren von Fusion, aber auch Andeutungen von Sphären einer neuen Modalität, die bis dato im Jazz ungehört schienen.

Die vorliegenden Konzertmitschnitte sind nicht nur ein wichtiges Dokument einer revolutionären Phase des Jazz, sie verdeutlichen auch die notwendigen Konstitutionsprinzipien von Innovation, die aus dem Willen und Können der Akteure genauso besteht wie aus der Akzeptanz der korrespondierenden Röhre. Dass die meisten Stücke weder einen richtigen Anfang noch ein ebensolches Ende aufweisen, hat im Jahre 1967 dass Publikum ebensowenig gestört wie die Entfremdung der bekannten Themen. Da hat vieles gestimmt, und es ist immer noch eine Bereicherung, dieses heute hören zu können.
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Die 3 CDs haben jeweils rund 62, 64 sowie 72 Minuten Spielzeit. Die Soundqualität ist gut. Man hört die einzelnen Instrumente klar; der Bass von Ron Carter hätte aber für meinen Geschmack noch ein wenig lauter abgemischt werden können.

Die beiliegende DVD ist dieselbe, die bereits 2009 als Bestandteil der 70 CD Box von Miles erschienen ist.

Es fehlt der Song 'Walking' (knapp über neun Minuten) vom Karlsruhe-Konzert. Beim Stockholm-Konzert wurde 'Walking' nicht gespielt. Deshalb fehlt eine filmische Dokumentation dieses Songs auf der DVD völlig. Ein sehr bedauerliches und unverständliches Manko. War das ein Versehen? Die Frage stellt sich, denn im Abspann der DVD wird der Song aufgeführt. Aber ein Nachbessern gegenüber der DVD, die der 70 CD Box von 2009 beilag fand nicht statt.

Wie schon bei der DVD vom Konzert 1969 in Kopenhagen, die der 40th Anniversary Bitches Brew Edition (beide CDs und die DVD mit Klasse Surround-Sound!) ist auch diese DVD im NTSC-Format. Man hatte das Original-Filmmaterial mit dem (besseren) europäischen PAL-Format zur Verfügung und wandelte dies für den amerikanischen Markt ins NTSC-Format um und bietet dies auch den europäischen Kunden an.

Das bedeutet leichte Einbußen in der Bildqualität. Bei den Karlsruhe- und Stockholm-Konzerten kann man - zumindest auf einem Großbild Flachbildschirm - dünne waagerechte weiße Streifen wahrnehmen. Ansonsten ist aber die Bildqualität doch bedeutend besser als auf der früher veröffentlichten Bootleg PAL-DVD von der Europa-Tournee 67, die aber andererseits auch 'Walking' enthält.

Tja, ganz ohne Wermutstropfen geht's anscheinend nicht.

Übrigens fehlt bei dieser Neuausgabe auch die Ansage von Joachim Ernst Behrendt beim Karlsruhe-Konzert, die ich persönlich aber noch am leichtesten verschmerzen kann.

Außer den 3 CDs und der DVD enthält der 4-fach aufklappbare Pappcontainer noch ein 28-seitiges Booklet mit Fotos und einem Text von Ashley Kahn. Der Pappcontainer hat aber keinen Einschub für das Booklet, so dass dieses leicht herausfällt, bzw. separat aufbewahrt werden muss. Was soll das? fragt man sich da.

Die Details zum Inhalt der 4 Scheiben sind in sehr kleiner und blasser ' daher schlecht lesbarer ' Schrift - wie von einer alten Schreibmaschine mit abgenutztem Farbband - geschrieben. Ein selbstgefälliges Design.

Okay, die beschriebenen Mängel reichen natürlich trotzdem bei Weitem nicht, vom Kauf dieser 'Box' abzuraten, denn die Musik und die Filme sind trotzdem eine eindeutige Bereicherung für jeden, der Miles Davis Musik liebt und live hat die Band das Song-Material qualitätsmäßig absolut auf die Spitze getrieben!

Immerhin blieb dieses Ensemble vier Jahre zusammen und hat sich musikalisch in dieser Zeit ständig weiterentwickelt und in den Nächten nach den Konzerten auch oft lange über die Musik diskutiert. Die einzelnen Songs der Konzerte gingen inzwischen wie in einem Medley ineinander über (Ansagen lehnte Miles ja sowieso ab) und wurden aus dem Moment heraus - je nach Eingebung - reduziert und sonst wie abgewandelt. Spielweise und Bestandteile des Konzert-Repertoires änderten sich improvisatorisch von Auftritt zu Auftritt, was enorme Aufmerksamkeit aller Beteiligten erforderte, die Konzerte aber dafür auch immer interessant und überraschend blieben, für das Publikum und die Musiker. Besonders Tony Williams trieb die Band mit seinem Power-Drumming immer wieder an.

Der Übergang zu noch mehr Rhythmus-Betonung und dem Gebrauch elektrischer Instrumente stand kurz bevor und dies leitete dann die nächste, auch besonders interessante Phase von Miles musikalischer Entwicklung ein, hin zu Fusion, Free-Funk, Congas und weiterer Percussion zusätzlich zu den Drums und dies erschloss neue Kreise von Fans, während andere, die lieber gehabt hätten, dass Miles das frühere Format beibehalten hätte sich irritiert und enttäuscht abwendeten.

Dazu gibt es eine prägnante Antwort von Miles auf einen enttäuschten anderen Musiker, der ihm mitteilte, dass er seine frühere Musik so sehr liebte aber mit der neuen, elektrischen nichts anfangen könne. Miles dazu: 'Should I wait for you?'

Das tat er natürlich nicht. Auf niemanden.

Einen Stern Abzug gibt's wegen der beschriebenen, bedauerlichen aber erträglichen Mängel dieser Veröffentlichung. Ansonsten ist das Material eine sehr willkommene Bereicherung und vom Preis her auch günstig.
33 Kommentare| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Oktober 2011
Verkaufzahlen spiegeln oft nicht die Qualität von Musik wieder.Miles Davis Quintet-Live in Europe 1967, muss man einfach haben.MILES DAVIS und sein SECOND GREAT QUINTET mit HERBIE HANCOCK, WAYNE SHORTER, RON CARTER & TONY WILLIAMS Sind eine wunderbare Zusammenstellung , wie es auch in der Produkt Beschreibung steht grandios , alleine schon die Live aufnahmen in dieser Qualität woow '. einziges kleines Manko ist der FSK 0 Aufkleber aber den kann man problemlos abmachen, ich finde nicht das sich so etwas auf einer Jazz CD oder einer DVD gehört.Die bisher unveröffentlichte und erstmals authorisierte Liveaufnahmen aus der Konzertreihe NEWPORT JAZZ FESTIVAL IN EUROPE sind in einer wunderbaren Qualität. Und mal ehrlich über diesen Preis der Box kann man nicht Meckern. Die auf der DVD aufgenommenen Konzerte sind auch wunderbar natürlich Schwarz weiß wie soll es auch anders sein Qualitativ hoch finde ich , vom Sound her und auch von den aufnahmen her. Das sorgfältige
remastered aller Tracks hat sich gelohnt wirklich großartig. Die Ganze Box ein einziges Muss. !!!! ;)
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am 24. November 2013
Hier findet man 5 Europa-Konzerte (3 auf CD und 2 auf DVD) von Miles Davis mit seiner zu Recht gelobten Band (Wayne Shorter - Saxophon), Herbie Hancock- Piano, Ron Carter - Bass und Tony Williams - Schlagzeug)aus dem Jahr 1967. Es ist knapp bevor Davis sich seinen Experimenten mit elektrischen Musikinstrumenten (Synthesizer etc.), dem sogenannten Fusion-Jazz zuwandte und mir persönlich diese Werke nicht gefallen. Natürlich ist es auch nicht mit seinen Stücken aus den fünfziger bzw. frühen sechziger Jahren vergleichbar, die doch noch mehr die klassische Melodie beinhalten. Aber hier auf diesen
Konzerten holen Miles und seine Mannen alles aus den Instrumenten und improvisieren und "jammen", als gebe es kein Morgen und das noch ganz und gar "unplugged" im Gegensatz zu den Bootlegs Nr. 2 Konzerten, wo bereits Chick Corea am elektronischen Piano sitzt. Ich finde ein tolles und intensives Musikerlebnis, für jemanden der Jazz ohne Elektronik mag.
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am 1. Juni 2014
Dieses einzigartige Quintett lieferte ja nicht wenige legendäre Tonträger ab, jedoch fügem diese Aufnahmen nochmals einen weiteren Meilenstein hinzu. Vielleicht noch eine Spur spontaner als im Studio reiht sich ein fantastischer Chorus an den anderen. Unübertroffen die Interaktion der Rhythmusgruppe, Herbie Hancocks Soli sind Referenzen in Bezug auf logischen Aufbau und Spannung, Miles ist noch näher am New Thing als in den meisten Aufnahmen der damaligen Zeit, Ron Carter und Tony Williams arbeiten mit einer überirdischen Präzision und Wayne Shorter ist halt einfach Wayne Shorter. Genial
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am 19. Dezember 2012
Konstitutionsprinzipien der Innovation - schrieb ein Vorrezensent: feine Idee!

Es fordert mich heraus dieses Ausspielen eines bestimmten musikalischen Grenzbereichs des modernen Jazz neu zu definieren, es soweit auf eine Metaebene zu heben, dass einerseits mit nur einem Begriff Inhalt und Bedeutung des Geschehens erfasst werden, der Objekt-Inhalt andererseits deswegen aber nicht beliebig wird. "Konstitutionsprinzipien der Innovation" ist hierfür ein erster wirklich guter Ansatz.

Zudem sind Einschränkungen zu beachten: Innovationen im Feld des Jazz gab es bis zu diesem Zeitpunkt, 1967, so einige. Auch auf sie würde also dieser Begriff zutreffen. Ich denke da nur an Charlie Parker, 20 Jahre zuvor mit dem Übergang zum Bop, oder Ornette Coleman mit der Einführung freier harmolodischer Strukturen, 7 Jahre zuvor, oder Jackie McLean's, Andrew Hill's und Grachan Moncur III Abstraktionsjazz, 4 Jahre zuvor, oder dem zeitgleichen John Coltrane in seinen Pharoah'schen Stellar-Regionen ebenso wie zuvor mit Eric Dolphy beim Abstecken neuer Claims. Durch all diese Jahre hindurch war Davis der Konservative neben all den genannten Neuerern. Hier in der Spätphase des großen Quintetts und unter stellarer Co-Anleitung Wayne Shorters, werden die Erfahrungen des Quintetts sublimiert, in einen höheren geistigen Zustand des Jazz-Begreifens transzendiert. Vielleicht die sublimste und reinste Form des Jazz die überhaupt jemals entstand - denn bei all dem bleibt sie weiterhin physisch emotional erfahrbar, also fest in den eigentlichen Wurzeln des Jazz, der Sinnlichkeit, verhaftet.

Tatsächlich lebt diese Musik eben genau diese Antagonismen: den Antagonismus einer übergroßen Verfeinerung, ja Abstraktion des Hörbaren, bei einem gleichzeiten Verbleiben im Realen, sinnlich Erfahrbaren, wenn auch in den Grenzbereichen des Verstehens, Begreifens und Nachempfindens: empfinde das Nichtfühlbare, spiele das Nichtspielbare - das ist die Innovation dieser Band zu diesem Zeitpunkt und es ist das ihr immanente Konstruktionsprinzip.

PS. Selbstverständlich mein vorauseilender Kotau an alle jetzt aufbegehrenden Monk- und Powell-Verehrer - und die von Cecil Taylor sowieso, auch wenn der eher dekonstruiert.
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am 25. April 2012
Sehr interessante Aufnahme vom Miles Davis-Quintett aus der Zeit vor dem Umbruch zum Jazzrock. Sehr gut ist auch die DVD.
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am 7. Mai 2014
was soll man da sagen, eben der gute alte miles ; - ) . . . . . . .
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