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  • Pina
  • Kundenrezensionen

Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
98
4,3 von 5 Sternen
Pina
Format: DVD|Ändern
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am 15. Februar 2012
Der Einstieg in diesen Film gestaltet sich schwierig, auch sehr viele weitere Tanzszenen gestalten sich auch sehr unverständlich, das mag daran liegen, das sie aus dem Kontext der Gesamtinszenierung herausgegriffen worden sind. Das stört etwas den Einstieg-wäre da nicht Wim Wenders. Er fängt diese schwierige Tanzkunst visuell und packend ein, so das wohl auch Menschen,die eher weniger mit Piná Bauschs Tanzkunst vertraut sind den Einstieg finden können. Klar das moderne Tanztheater ist sicher nicht jedermanns Sache-und wer mit Wenders nichts anfangen kann ist hier gleich zweimal falsch.
Wim Wenders Film zeigt wie Körperbetont Pinas Tanztheater ist, er zeigt auch wie sehr Pinas Inszenierungen dem richtigen Theater verwandt sind-die Übergänge sind fließend. Auch die Tanzszenen sind so fließend, leicht, körperbetont, das vedient absolute Beachtung und Bewunderung. Man möchte fast sogar schon von "stunts" sprechen. Wundervoll ist Wim Wenders Film genau dann, wenn er das Theater verläßt und hinaus geht in die Stadt Wuppertal mit ihrer Schwebebahn, in die Natur. Genial verstörend sind die Tanzszenen in der Schwebebahn, eine Frau steigt mit einem Kissen ein und trampelt darauf herum-und vorher sah man die Schwebebahn durch die Stadt gleiten und es ließen sich durchs Fenster Wahlplakate sehen...
Wenders findet wunderbare Plätze für die Szenen außerhalb, da ist zum Beispiel ein Szene in einer Industrieanlage(ich glaube Zeche Zollverein) zu sehn. Der Tänzer scheint verloren in dieser Weite und Übermacht der Industrie-Anlage, doch der Tanz belebt den Körper UND die Anlage. Hier wird der Untertitel des Film am besten deutlich:" Tanzt, Tanzt sonst seid ihr verloren "
Der Film bezieht die Architektur als Element mit ein ebenso die Natur, das ist sehr beeindruckend. Genial in dieser Hinsicht auch die Tanzszenen an einer Straßenkreuzung, alles in Bewegung, die Körper, die vorbeifahrenden Autos. Und die Szenen die unter der Schwebebahn(Schatten und Spiegelungen an der Hauswand!!!) oder an deren Bahnhöfen stattfinden bzw, in deren Über-bzw- Unterführungen. Wenders gelingt hier modernes, surreales, architektonisches ! !, statisches, packendes, buntes Kino.
Auch Rainer Werner Fassbinder hätte diesen Tanzfilm drehen können, er hat eine Doku über ein Theatertreffen gedreht und auch Pina Bausch kommt darin vor. Wenders, Fassbinder, Pina Bausch sind aus dem selben Holz...
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am 22. April 2014
Die Tänze, wenn dieser Ausdruck das Gezeigte nicht schon zu sehr einengt, berühren elementar, auch wenn ich nicht sagen kann warum. Ich habe auch nicht verstanden, warum jeweils Erde oder Wasser durch den Raum und über die Akteure flog. Die Musik behagte mir selten. Weggucken war trotzdem keine Option.

Ich erinnere mich an keinen Dokumentar- oder Konzertfilm außer vielleicht Work Hard Play Hard, bei dem mir die Kamera so gut gefallen hat: Die Bilder sind ruhig und perfekt komponiert, ohne hektisches Kreisen und Schnittorgien; man studiert in Ruhe Konstellationen auf der Bühne und sieht dann wieder Gesichter in Großaufnahme. Einige Tanzszenen sind reizvoll und ohne Effekthascherei in die Wuppertaler Umgebung eingebunden.

Zu Pina Bauschs Werdegang oder zu den Tänzern erfährt man nichts. Dafür gibt es den Abspann und Infotexte außerhalb des Films.
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am 20. Februar 2012
Wer mit dem Namen Pina Bausch modernes Tanztheater verbindet, wird auf eine tief bewegende, hoch emotionale und einzigartige ästhetische Reise in ihre Schaffenswelt mitgenommen. Es geht um elementare Gefühle und Erfahrungen wie in allen ihren Werken, und Wim Wenders hat Pina Bausch's Schaffenskraft großartig eingefangen. Zu Beginn des Films sagt Pina Bausch, dass ein Wort die Dinge nur "ahnbar" macht", die weiteren Dimensionen liegen dahinter. Und genau das gehört zu ihrem Tanzstil, ihrem Genius. Die Detailverliebtheit von Pina Bausch spiegelt sich auch in dem Film wider, und man kann (muss?) den Film mehrmals sehen und entdeckt jedes Mal etwas Neues. Für Menschen mit erwachsenem ästhetischen Gespür.
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am 9. April 2012
Dies ist eine seltene Gelegenheit, auf der Bühne das Geschehen wie mittendrin mitzuerleben.
Wie andere berichten, wirkt der 3D Effekt bei den Aussenaufnahmen aber am eindrücklichten.
Die Musik ist leider ca. 10 dB zu leise, gegeüber dem THX Referenzpegel.
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am 29. Juni 2012
Ich mag Wim Wenders' Filme nicht. Er kann keine Geschichten erzählen. Das hat er auch selbst immer zugegeben. Er ist als Fotograf besser, kann Stimmungen in Bilder feinfühlig umsetzen. Das gelingt ihm mal gut und mal weniger gut. In seinen dokumentarischen Filmen filmt er - ökonomisch geschickt - meist Bühnengeschehen ab und wertet dies durch technische Neuerungen auf (Fotografen lieben Technik..!).
Ich mag auch die Tanzchoreographien von Pina Bausch nicht. Schon immer wirkten sie auf mich destruktiv, spartanisch-anämisch und redundant. Hinzu kommt, dass sie nur ein Thema drauf hatte: das Geschlechterverhältnis.
Doch nun kommt es: Dieser FILM IST EINFACH GENIAL! Wenders inszeniert Tanz an ungewöhnlichen Orten in und um Wuppertal und erzählt plötzlich etwas über die Trauer von Tänzern und Tänzerinnen um ihre Choreographin und stellt Parallelen zum morbiden Charme der völlig verarmten und verschuldeten Stadt her, die jetzt nicht mal mehr mit der verstorbenen Bausch glänzen kann.
Kino lebt von großen Bildern - das gelingt Wenders hier einfach super. Ich entdecke eine Stadt völlig neu. Und ich entdecke Körper, die alt, ausgezehrt und dennoch biegsam sind, jenseits aller Musical-Dance-Klischees... Der 3D-Effekt ist mir aber wurscht, auch wenn er im Kino super 'rüberkam. Kurzum: Ich liebe diesen Film.
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am 11. Juli 2011
Nun ist es so. Meine Mutter ist seit immer großer Ballettfan, schwärmte schon vor Jahren von John Neumeier und seinen Inszenierungen, hat seit jeher ein Abo und hätte es gern gesehen, wäre ich als Kind selbst zu Ballettstunden gegangen. Das war natürlich vollkommen ausgeschlossen, nicht nur aufgrund einiger Kilogramm zu viel an Körpergewicht, sondern auch aufgrund der Vorstellung, dieses meinen Kumpels zu verklickern, mit denen ich definitiv viel lieber Fußball spielte. Meine Schwester jedoch besuchte die Schule an der Hamburger Staatsoper, gab das Projekt Ballett jedoch auf, nachdem ihre Füsse, geschunden von stundenlangem Training und einem schon fast militärisch zu nennenden Drill, tagelang geschwollen und unbenutzbar waren.

Meine Frau sah vor einigen Wochen "Pina" im Kino und war, obwohl das Ballett auch eher nicht so ihre Sache ist, begeistert. Also entschloss ich mich dazu, mir den Film ebenfalls anzuschauen, schließlich eint uns die Liebe an der Fotographie, den aussergewöhnlichen Inszenierungen und filmischen Raffinessen und auch hiervon sollte es angeblich ne Menge geben. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich der Film schwer beeindruckte. Nun werde ich ganz sicherlich kein Ballettfan, jedoch ermöglichte es mir "Pina" einen Einblick in eine mir relativ unbekannte Welt zu erhalten, die mich zugegebener Weise stellenweise mehr als fesselte.

Ursprünglich wollte Wim Wenders einen Film über Pina Bausch machen, seine langjährige Freundin. Jedoch verstarb diese 2009 vor den Dreharbeiten und so wurde "Pina" ein Film für die Choreographin, Tänzerin und Ballettdirektorin, von der ich zuvor niemals etwas gehört hatte. Neben den Choreographien "Le Sacre Du Printemps", "Kontakthof", "Vollmond" und "Cafe Müller", die von Wim Wenders und Pina Bausch noch vor deren Ableben ausgewählt wurden und die von dem Tanztehater Wuppertal dargeboten werden, sind es die kleinen, sparsamen Filmausschnitte und Tondokumente einer ungewöhnlichen und oftmals mißverstandenen Frau, die diesen Film zu etwas besonderem machen. "Pina" ist ein kreatives Meisterwerk auch wenn einzelne Mitglieder des Ensembles, wie auch Pina Bausch, von Zeit zu Zeit ein wenig verrückt wirken, was an dieser Stelle als Kompliment zu betrachten ist. Insbesondere die Ausbrüche aus vor- und festgeschriebenen Strukturen machen für mich oftmals erst den besonderen Reiz aus, das Überbrücken konventioneller Wege, der Versuch etwas anderes und neues zu erzeugen, bekommt von mir prinzipiell erst einmal mindestens einen Extrapunkt in der Beurteilung. Die Darsteller und Tänzer wirken teilweise recht "unballettmäßig", es gibt keine Tütüs und keine (oder kaum) "Zehenspitzenakrobatik" und auch hinsichtlich der Ästhetik bewegt sich "Pina" auf mir unbekannten Ebenen, weit weg von "Schwanensee", "Nussknacker" oder "Giselle" die mir noch im Gedächtnis waren, da übriggebliebene Eintrittskarten dafür sorgten, dass ich in meiner Jugendzeit mehr oder weniger dazu gezwungen wurde, mir "dieses Erlebnis aus Tanz und Musik" doch einmal live und vor Ort anzusehen. "Pina" ist anders, das Ensemble tanzt "Angst" und "Vergewaltigung", was beizeiten recht verstörend wirkt. Auch dient nicht eine x-beliebige Bühne als Ort der Darstellung, es wird auf Wasser getanzt, es wird auf Sand getanzt. Auch die Musik verlässt die mir bekannten Ebenen und ist hin und wieder äußerst gewöhnungsbedürftig. Gewöhnungsbedürftig fand ich ebenfalls "Cafe Müller", stellenweise nervte mich diese "Darbietung" sogar, jedoch fesselten und faszinierten mich die anderen Choreographien um so mehr.

Wie ich schon andeutete, Ballett wird niemals meine Leidenschaft werden, auch nicht nach dem Sehen dieses aus Fragmenten und Teilen zu einem Ganzen zusammengebauten Werks, jedoch wurde ich bestens unterhalten, in einen Sog aus Kreativität, Raffiness und Bild- und Farbexplosionen gezogen, in einen Rausch, der dafür sorgte, dass ich mich anschließend mit einer aussergewöhnlichen Frau beschäftigte, deren Inszinierungen und Choreographien mich tief berührten. Wim Wenders schaffte dieses 2003 mit seinem Film "A Soul Of A Man" schon einmal und auch wie hier war der Gegenstand des damaligen Films eine Thematik die mich prinzipiell nicht interessierte und auch anschließend nicht wirklich lange von Interesse blieb. Genauso wenig, wie ich nun regelmäßig Ballettaufführungen sehen werde, höre ich Blues, allerdings war das Abtauchen in etwas mir Unbekanntem von großer Wichtigkeit um den eigenen Horizont zu erweitern, bzw. um mir ein Teilbild zu machen, anstatt etwas abzulehnen, was ich nicht kenne. Das Ballett kenne ich nach wie vor nicht, dafür wird dieser eine Film wohl nicht genügen, jedoch konnte ich stellenweise nachvollziehen, was für einige den Reiz daran ausmacht und das führt schlußendlich zu einer gesteigerten Toleranz "dem anderen" gegenüber. Und diese Feststellung genügt mir und jetzt kann ich wenigstens einmal mit meiner Mutter über einen Film reden, den sie mag und das ist mehr als ich vorher erwartet habe.

Über den deutschen Release kann ich nichts sagen, da der VÖ ja noch aussteht. Diese Rezension bezieht sich also alleine auf die Kinofassung. Wie in der Produktbeschreibung bereits zu lesen, wird "Pina" auch auf DVD als 3D Version erscheinen, was ich für unbedingt notwendig halte, da grade diese Technik dem Film die richtige Note verleiht. Die enstandene Räumlichkeit ist insbesondere in Filmen dieser Art von unschätzbarem Wert. Es wurde auch Zeit, dass die 3D Technik nicht nur für 0815 Hollywood Großprojekte genutzt wird.
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am 29. November 2013
Die Bluray-Disc gibt den Film so wieder wie man ihn vom Kino her in Erinnerung hatte: Großartig und immer wieder kurzweilig anzuschauen, eine hervorragende künstlerische und auch choreographische Gesamtleistung, herrlich die offensichtlich ganz dem Selbstzweck dienenden paradoxen sich wiederholenden Tanz-Aktionen ohne konkrete oder offensichtliche Handlungsgrundlage, mit entsprechender Interpreationsfreiheit. Sollte man unbedingt haben, und zwar in 3D, da der 3D-Effekt überraschend gut auf dem Heimmonitor kommt.
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am 26. Januar 2014
Die Präsenz der Tänzer ist spürbar. Wie wunderbar Pina die Tänzer dazu bringt sich darzustellen, was für ein wunderbarer Mensch sie war.
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am 3. Februar 2012
Als habe Pina ihren Blick auf die Tänzer auf Wim übertragen. Der Film war ein langer gemeinsamer Traum von Pina Bausch und Wim Wenders. Erst die 3D-Technik ermöglichte ihm die Umsetzung der Idee, über Pina mit der Kamera zu erzählen, nach ihrem Tod. In dieser Technik fand er endlich die "andere Sprache", die eine Affinität zum Tanz habe. Das Eine bringe das Andere erst richtig raus, erklärt Wim Wenders in einem Interview zu diesem Film. Das Volumen eines Raums, der bis in die Tiefe zu erfassen sei, das Volumen des bewegten Körpers auch.

Die Kamera fühlt mit - wie sonst sind solche Aufnahmen möglich, von einer solchen Schönheit, die zeitlos ist. Junge und ältere Tänzer, mit einigen hat Pina Bausch über 30 Jahre zusammengearbeitet. Auch mit Laien studierte sie den "Kontakthof" ein, aus dem wir Szenen in diesem Film sehen, mit Jugendlichen genauso wie mit "Damen und Herren ab 65".

Es ist immer wieder ergreifend, wie viel Liebe und Intimität bei Pina Bausch und ihren Tänzern im Spiel ist, wie viel Zerbrechlichkeit und Kraft, auf allen Seiten. "Deine Zerbrechlichkeit ist deine Stärke" hat Pina einmal zu einer ihrer Tänzerinnen gesagt. Einer anderen hat sie die Frage gestellt, was sie ihr getan habe, dass sie so viel Angst vor ihr habe. Es sei dieser große Respekt gewesen, sagt diese Tänzerin, sie versteckte sich bis dahin hinter den Rücken anderer.

Jeder Tänzer und jede Tänzerin teilt uns zwischen Tanz-Szenen aus "Le Sacre du Printemps", "Café Müller", "Vollmond" und dem erwähnten "Kontakthof" in geschlossenen Räumen und im Freien, etwa im Park oder unter der Wuppertaler Schwebebahn, eine ganz persönliche Erinnerung oder Frage an Pina mit. Einige schweigen. Pina selbst fand es zeitlebens schwierig, sich mündlich auszudrücken. Sie war scheu, ihre Sprache war der Tanz. Ein Tanz, der Traum-Bilder schafft mit Bezug zur Realität und aus der Realität heraus. Sie hinterfragte Gefühle. Sie fragte ihre Tänzer: Wonach sehnen wir uns? Woher kommt unsere Sehn-Sucht..

Wim Wenders hat mit den Tänzern gearbeitet, wie Pina Bausch es mit ihnen tat. Er hat sie befragt, und sie haben geantwortet, ohne Worte: mit Gesten und Mimik, mit dem ganzen Bewegungs-Vokabular. Die Tänzer sind verschiedener Nationalität. Alle sprechen diese eine Sprache Tanz. Jeder findet eine andere Antwort, wenn Pina fragt: Wie drückst du Freude aus? Die Interpretation eines Tänzers gefiel ihr so, dass daraus eine ganze Szene wurde. Die Antworten der Tänzer auf Pinas und Wims Fragen verbinden sich. Wir kennen die Fragen nicht, wir sehen eine Komposition aus Antworten.

Die Elemente seien Pina wichtig gewesen, erfahren wir im Film von einem Tänzer, und so sehen wir Eisberge und Felsen auf der Bühne, Wasser oder Sand. Sie vermischen sich mit Sandbergen unter freiem Himmel, unter dem Wim auch drehte. Wenn sich die Tänzerinnen und Tänzer in Pfützen wälzen, während es regnet, plötzlich wieder hochspringen, rennen, rauf den Abhang draußen, runter den Felsen auf der Bühne, ist das atemberaubend. Genauso gebannt fällt der eigene Blick auf die Frau mit dem vor Kraft verzerrten Gesicht, ihre Arme sind Muskelpakete.. Luftige Kleider, zuweilen trägt auch ein Mann eines - und wie der Stoff dem Körper alle Freiheit gibt, soll die Musik dem Bild genügend Raum lassen. Von ruhig bis hektisch, von traurig bis beschwingt reicht die Palette.

Individualität und Authentizität - noch einmal sehen wir es hier. Ertragen und Tragen. Pina, nur hauchzart eingestreut zwischendurch und beschließend das Fest, in Bildern aus frühen und späteren Jahren, mit markanten Sätzen wie Pinselstriche, die akzentuieren. Wenn sie erklärt, dass es ein Unterschied ist, ob man mit geschlossenen Augen nach unten sieht oder geradeaus. Das Gefühl ist ein anderes. "Alle Kleinigkeiten sind ja wichtig."

Ein Tänzer betont, Pina sei eine Malerin gewesen. Wim Wenders sagt von sich selbst auch, er komme von der Malerei. So konnte dieses Feuerwerk aus farbenfrohen, leichtfüßigen, grotesken und verzweifelten Bildern entstehen - ein Best of der Arbeit von Pina, die ihrerseits aus allem, was die Tänzerinnen und Tänzer ihr zur Verfügung stellten - nicht weniger als ihre ganze Persönlichkeit - "Best of's" kreierte. Und wenn dieser Film auch FÜR Pina ist, weil es MIT ihr nicht mehr ging, so steht sie - so ist mein Empfinden - doch unsichtbar als Regisseurin mit hinter der Kamera. Wim und Pina tauschen ihre Rollen oder schlüpfen in die jeweils andere, der Traum geht weiter. Die Tänzer marschieren von der Bühne in die Unendlichkeit.

Dieser Film ist ein Geschenk.
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am 23. August 2013
Für Pina Bausch-Fans ein absolutes Muss, wenn auch die 3-D Vorführung im Kino, einen noch viel tieferen Eindruck hinterlassen hat.
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