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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
132
4,4 von 5 Sternen
A Dramatic Turn of Events
Format: Audio CD|Ändern
Preis:9,97 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 20. Oktober 2011
"A Dramatic Turn of Events" ist wohl der optimale Name für das neue Werk, nachdem Mike Portnoy leider Dream Theater verlassen hat. Nach den Auditions für den neuen Drummer, die auf der DVD zu sehen sind (aber auch auf Youtube), fiel die Entscheidung auf Mike Mangini. Er ist sicherlich ebenfalls ein sehr guter Schlagzeuger, wobei die ehemalige Rolle von Portnoy auch aus Songwriting und z.T. Gesang bestand.
Portnoy wollte nach meiner Kenntnis eine künstlerische Pause bei DT, die die anderen Mitglieder nicht mittragen wollten bzw. konnten. Nachdem Portnoy auch in anderen Projekten (u.a. Transatlantic) sehr erfolgreich ist, war die Trennung wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Nach diesem dramatischen Wechsel ist etwas Neues entstanden, was erfrischend anders und dennoch nach Dream Theater klingt. Die anderen Bandmitglieder bringen sich jetzt offensichtlich mehr ein beim Songwriting, was der Scheibe sehr gut bekommt und auch gekonnt den bisherigen Stil weiterentwickelt. Besonders gelungen finde ich "Build Me Up, Break Me Down", das komplex und trotzdem leicht zugänglich zugleich ist. Auch der Rest ist durchgängig klasse und hörenswert.

Sollte DT auf dem eingeschlagenen Weg fortsetzen und die entstandene Lücke beim Songwriting (Portnoy) auch weiterhin durch die anderen Mitglieder schließen können, freue ich mich auf jede neue CD.

Mike Manginis Drums sind übrigens exzellent, abwechslungsreich und exakt gespielt. Was kann man mehr wollen? Da er vom Alter und wohl auch vom Typ gut in die Band passt, kann man optimistisch in die Zukunft sehen.
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am 11. September 2011
Eins vorweg: Im Wettstreit um die Prog Krone bekommen Dream Theater diese Jahr nur Silber hinter dem Projekt von Arch /Matheos. Aber in jedem anderen Fall hätte es zu Gold gerreicht!!!!

Zum ersten muss konstaniert werden: Der Weggang von Mike Portnoy hat dem Traumttheater nicht geschadet.(Manche sagen sogar: eher genützt!!) "A dramatic turns of events" ist für mich jedenfalls das stärkste Album seit "Six degrees..". Mit "On the back of Angels" hat man einen der genialsten Tracks der Neuzeit, der mit allen superben Dream Theater Trademarks ausgeastattet ist, am Start."Lost and forgotten" ist eine Hymne mit genialem Chorus, der im Ohr sofort hängenbleibt. Bei "Outcry" tobt sich dann eher die Instrumentalfront aus und auch die Balladen " This is the life", "Far from heaven" und Beneath the surface" sind alle drei mehr als gelungen und erinnern teilweise an die erfolgeichen Songs der zweiten Dream Theater Scheibe "Images and Words" "Another day" oder "Sorrounded".James La Brie singt wieder gefühlvoller, fast schon befreit, und Mr. Petrucci spielt und soliert gewohnt brilliant und zeigt manche seiner stärksten Leistungen ever. Mike Mangini trommelt solide und kann seinem übermächtigen Vorgänger auf CD zumindestens das Wasser reichen.Jordan Rudess hat einige mächtige, fast schon orchestrale, Arrangements eingbaut und spielt mannschaftsdienlich stark auf.
Somit agiert die "Neue Dream Theater " auf stetig sehr sehr hohem Niveau und verdient sich die fünf Punkte durch Gefühl, genialem Songwriting und technischer Ausführung auf höchstem Niveau. Super tolles Teil ohne Schwächen!!
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am 22. Februar 2014
Elftes Studio-Album von 2011 der amerikanischen progressiven Metal-Band, die ihre absolute Ausnahme-Stellung in der Prog-Rock-Szene künstlerisch eindrucksvoll belegt. Herzstück und Überflieger der Wahnsinns-Scheibe sind ihre vier unglaublichen Prog-Rock-Epen "Breaking all illusions", "Outcry", "Lost not forgotten" und "This is the life", wo die Band in 42 Minuten Spielzeit das unfassbare Register ihres Könnens zelebriert, das dich mit offen Mund zurückläßt. Der Wahnsinns-Sound mit genialen und wunderbaren Melodien gehen dir einmal gehört, nie wieder aus dem Kopf, dass ist wahrlich der Stoff aus dem die Träume bestehen. Die Band trägt dies in ihrem perfekten Zusammenspiel aller Instrumente mit einer künstlerischen Leichtigkeit vor, als wäre dies das Einfachste auf der Welt, und legt nebenbei damit ein erneutes Meisterwerk in ihrer furiosen Karriere vor.
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TOP 1000 REZENSENTam 11. Mai 2013
Dream Theater hat sich mit "A Dramatic Turn Of Events" eindrucksvoll zurück gemeldet und den Weggang von Mike Portnoy hervorragend weggesteckt. Nun besitze ich schon an die 20 Alben dieser begnadeten Band und habe mir dieses Album erst jetzt zugelegt, da ich es in einem Musikladen für einen enorm günstigen Kurs erstanden konnte. Dabei dachte ich, dass ich bei so einem Preis eigentlich nichts verkehrt machen kann. Eigentlich müsste ich mich schämen, dass ich mir das Album nicht sofort zugelegt habe. Ich möchte es nicht, wie einige der Kritiker in eine Bestenliste von Dream Theater einordne. Es ist einfach toll. Zunächst dachte ich, dass so ein Song wie "Lost Not Forgotten" das beste Stück des Albums ist und es ist meinem Erachten nach ein wirklich überragendes Stück, welches wie ein heftiges Gewitter für frische Luft sorgt. Die Ballade "This Is The Life" wirkt dann wieder beruhigend auf das Gemüt. Es folgt aber schon das nächste Gewitter mit "Bridges In The Sky". Eigentlich höre ich nicht so gerne solch harte und brachiale Musik. Aber Dream Theater versteht es, mich in Bann zu halten. Immer wieder kommen wunderbar melodische Parts zu diesen musikalischen Gewaltausbrüchen. Vielleicht liegt es an diesem Spannungsbogen, dass ich auch dieses Album sehr gut finde. Auch wenn ich Mike Portnoy für einen der besten Schlagerzeuger der Rockmusik halte, so muss ich doch gestehen, dass Mike Mangini eine mehr als ordentliche Arbeit an den Drums abgibt. Respekt! Aber die anderen Gefährten spielen wieder in Höchstform. Mein Lieblingsstück des Album ist "Breaking All Illusions"! Hier lebt mein "Dream Theater-Herz" nochmals voll auf. Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass mir die Covergestaltung ausgesprochen gut gefällt. Das "Drahtseil ist gerissen und der Artist fährt hierauf in aller Ruhe über den Wolken und über das Flugzeug von "Dream Theater Airline" weiter. Liebe Freunde von Dream Theater und Freunde guter Rockmusik, beim Hören dieses Album erhält man sehr kurzweilige und hochwertige musikalische Kost geboten! Es ist halt ein 5 Sterne Album.
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am 7. März 2012
Seien wir doch mal ehrlich. In den letzten Jahren haben sich die New Yorker nicht grad mit Ruhm bekleckert was herausragende Alben anbelangt. Zwar bemühte man sich stets um große Abwechslung aber unterm Strich hatten alle Alben aus den Jahren 2002-09 "nur" zwei, drei absolute Übernummern.
Eine Tatsache die zu Zeiten von "Images and Words" oder "Scenes from am Memory" völlig undenkbar gewesen wäre, aber auch bei so einer außergewöhnlichen Band wie Dream Theater schlich sich irgendwann die Routine ein.
Somit war klar, dass die Band den Ausstieg von Mike Portnoy, der in fast sämtlichen Belangen die Zügel (zu) stramm in der Hand hielt, als Chance witterten einen Neuanfang zu wagen.
Auf "A dramatic Turn of Events" besinnen sich die Progkönige endlich wieder voll und ganz auf ihre Trademarks ohne sich bei gewissen Zielgruppen wie in der Vergangenheit anzubiedern.
Formvollendeter, melodischer Prog Metal trifft auf eine gesunde Portion Härte, die sich seit "Awake"- Tagen nicht mehr so gut ins DT- Klangkomsmos einfügte noch dazu legt man endlich auch wieder mehr wert auf eingängige Gesangsmelodien, die in großartigen Gänsehautrefrains der Marke "Build me up, break me down" oder "Outcry" münden.
Auch Neuzugang Mike Mangini feiert einen tadellosen Einstand hoffen wir nur, dass John Petrucci ihn beim nächsten mal etwas mehr von der Leine lässt, denn was der Junge beim Düsseldorfer Konzert diesen Jahres insbesondere beim Solo aus den Kesseln holte, ist schlicht atemberaubend!
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am 21. Dezember 2011
Also, Diese CD ist einfach der Hammer! Wer "Images and Words" oder "Awake" von Dream Theater schon gut findet, wird bei dieser CD Freudentränen vergießen! Was Dream Theater mit "A Dramatic Turn of Events" ins digitale Silber gehämmert haben, ist schlichtweg Kunst! Allerdings kann man sich die "Deluxe Edition" sparen, ich habe mir von der DVD mehr erhofft aber das muß jeder selbst entscheiden.

Gruß Didi
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TOP 1000 REZENSENTam 9. September 2011
Was wurde nicht alles spekuliert in den Foren und in der riesigen Fanbase dieser einmaligen Band, daher in diesen Zeilen (fast) kein einziges Wort zum Wechsel der Drummer. Für mich klingt 'Dramatic Turn of Events' sehr stark nach den DT Meisterwerken aus den 90ern, 'Images and Words', 'Awake' und vor allen auch 'Scenes from a memory' und ist damit weniger dramatisch, als der Albumtitel erwarten lässt. In der 00er Dekade waren DT deutlich um mehr Komplexität bemüht, immer etwas getrieben. Wahrscheinlich tatsächlich der klare Einfluss von Portnoy. Für Fans, die das Frühwerk mehr verehren, wird mit dem aktuellen Album wahrscheinlich ein langer heimlicher Wunsch wahr. So geht es mir zumindest mir, sie klingen wieder wie früher. Immer noch verspielt und komplex, aber kompakter und harmonischer, mit einer Vielzahl eingängiger Hooks in eigentlich fast jedem Song und nicht mehr so teilweise überladen. Daher volle Punktzahl. Anhänger, die eher die Entwicklung des letzten Jahrzehnts verehren, werden vielleicht eher enttäuscht sein. Aber zum wichtigsten, den Songs:

ON THE BACKS OF ANGELS. Schon bekannt, gibt einen guten Vorgeschmack auf das was noch kommt.

BUILD ME UP, BREAK ME DOWN. Einer der etwas agressiver Songs, sehr kompakt. Die Solos sind technische Brillianz, die Melodie genial. Der frühe erste Höhepunkt. Wer die Platte beim Autofahren hört sollte sich hier lieber auf den Standstreifen stellen, der Drive und die Dynamik könnten etwas zu gross sein.

LOST NOT FORGOTTEN. Was für eine Tour de Force! Der Song beginnt treffend mit Hufgeräuschen und wird ein wahrhafter Ritt. Nach einem Piano Intro zeigen DT ihre Metalseite wie auf 'Train of Thouhts', unterbrochen nur von einem YES gleichen Mittelteil. LaBries Stimme ist sehr kraftvoll, treibt den Song zum grandiosen Finale. Fürs Hören beim Autofahren gilt die Empfehlung von Track 2 ;-).

THIS IS LIFE Eine sehr sphärische Nummer, zum Durchatmen. Klasse Gitarrenparts zu Beginn und mit einer Variation wieder zum Ende. James singt fabelhaft, wie überhaupt auf diesem Album. Erinnerungen an 'Another Day' kommen und gehen. Der Song ist eingänglicher als die beiden vorhergenden, und damit auch radiofreundlicher. Vielleicht die beste Melodie des Album. Und ist damit die perfekte Verschnaufspause für die beiden kommenden Epen.

BRIDGES IN THE SKY. Das erste von zwei Elfminuten Epos. Kann es noch gar nicht richtig erfassen, der härteste Rhythmuspart des Albums, aber sehr catchy im Chorus, ein metalisches Monster von Song. Die Melodie wird im zweiten Teil des Songs durch eine weitere hervorragende Passage ergänzt. Wahrhaft 'proggy', auch wenn ich dieses Wort nicht so mag, keine Note in den über zehn Minuten wirkt umsonst.

OUTCRY. Das Tempo wird etwas gedrosselt, ein Epos wie zu Beginn ihrer Karriere, mit einem wunderbaren Refrain, der mir einen Schauder wie 'Pull me under' über den Rücken jagt. Das Hauptthema wird von Petrucci immer weiter ausgearbeitet und verfeinert. Es macht einfach Spass, dem zu folgen und zuzuhören. GROSS!

FAR FROM HEAVEN Ein Ballade von James und Jourdan, pur akustisch und von Klavier und streichern untermalt, sehr melodramatisch. Zum Durchatmen nach dem epischen Vorgänger. Wenn der Song es ins Liveprogramm schafft, sehe ich engumschlungene Pärchen auf Open Air Geländen, die sich verträumt in die Augen schauen. Auch wenn die hervorragenden Lyrics eher melancholisch und düster sind.

BREAKING ALL ILLUSIONS Ein Meisterwerk, das längste Stück und das erste Stück mit einem Text (danke!:- von Myung seit Jahren. Rockiger, polternden Beginn, ein schöner Chorus. Der Highlight ist aber der iinstrumentale mittlere Part. Er ruft all die Geister hervor, die DT schon lange nicht mehr so intensiv bemüht haben, Yes, Rush, Pink Floyd. Hier wird das altmodisch progressive Element zelebiert, zum niederknien.

BENEATH THE SURFACE Eine wunderbare akustische Ballade, wie sie sich DT ja seit Jahren verkniffen haben, beendet das Album. Erinnert ein wenig an 'Take away the Pain', die Nicht-Balladen Freunde seien vorgewarnt.

Wow! Many Killers (BUILD ME UP, BREAK ME DOWN; BREAKING ALL ILLUSION; THIS IS LIFE; OUTCRY), keine Fillers - ausser vielleicht FAR FROM HEAVEN, das aber gut geparkt zwischen zwei Klassetracks nicht wirklich negative auffällt. Dazu noch die gewohnt erstklassische Produktion und die wiedergenese Stimme von LaBrie.

Ich wünsche dem Album sehr, dass es die Fans nicht zu sehr spaltet, da es vielleicht für einige ein kleiner Schritt zurück sein könnte. Für mich ist es ein in sich geschlossenes DT Meisterwerk, am ähnlichsten 'Awake', mit dem sich wie schon so oft die Nachfolgeralben vergleichen lassen werden müssen.

UPDATE nach 8 Wochen: Die Platte "funktioniert" immer noch, hat sich nicht abgenutzt. Höre gerade beim morgendlichen Arbeiten BREAKING ALL ILLUSIONS. So einen Effekt hatte ich schon lange nicht mehr bei einem DT Album. Und beim Sichten der Kommentare, muss ich mich outen. JA, ich bin ein Fanboy. Ja, ich verehre diese Band für ihre Musikalität. Und wenn Fanboy bedeutet, dass ich die Musik nicht zu Tode analysieren muss, bis zur letzten Synkope, sondern sie vielmehr einfach einfach wirken lassen kann, dann bin ich gerne ein Fanboy ;-)
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am 6. Januar 2013
Ich bin durch "Dramatic Turn Of Events" erstmalig (ja, ja, Schande über mein Haupt!) auf DT aufmerksam geworden und es hat mich schlicht aus den Socken gehauen. Eine Band, die sich traut, Songs zu schreiben, die die 5-Minuten-Marke teils deutlich überschreiten und das auch noch auf einem so außerordentlich hohen musikalischen Niveau mit viel Spielfreude und Virtuosität!
Das Album ist durchweg ohne nennenswerte Schwächen, besondere Highlights für mich: "Outcry", "Breaking All Illusions", "On The Backs Of Angels" und "Lost Not Forgotten".

Nach DTOE habe ich mir eifrig einige weitere Alben von DT zugelegt. Wenn ich die ebenfalls fantastischen Live-Alben "Budokan" und "Score" mal außen vor lasse, finde ich, DTOE ist auf einem Spitzenplatz mit "Scenes From A Memory", dicht gefolgt von "Systematic Chaos", "Octavarium" und "Six Degrees Of Inner Turbulence". Im Grunde ist es außerordentlich schwierig, eine qualitative Rangfolge zu finden, muss man das überhaupt? Nein, eigentlich nicht. DTOE ist definitiv ein Album, an dem ich mich vorerst nicht satt hören werde!
Klangqualitativ ist die Aufnahme vielleicht nicht überragend, aber durchaus ansprechend.

Musikalisch und kompositorisch spielen DT einfach in einer anderen Liga als die meisten anderen Bands. Wer auf rundgelutschten Einheitsbrei verzichten und sich musikalsich Anspruchsvollerem hingeben kann und will, sollte beherzt zugreifen. Daumen hoch!
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am 4. November 2011
Eine Rezension über ein Album von DreamTheater zu schreiben, bedeutet vor allem eines: Jammern auf hohem Niveau. Seit fünfundzwanzig Jahren bepflügen die New Yorker nun schon den Acker der Rockwelt und haben sich dabei einen Ruf unter Fans und Experten erarbeitet, der seinesgleichen auf der Welt sucht. Immer ging es um durchdachte und komplexe Musik, gepaart mit allerhöchster Spielkunst. Es besteht kein Zweifel, dass sich Dream Theater schon lange von allen anderen Mitstreitern aus der MTV-Rockmusikszene abgesetzt haben, zumindest, was den künstlerischen und kreativen Aspekt angeht.
Um die Wertigkeit des aktuellen Albums a dramatic turn of events" zu beurteilen, bedarf es einen kleinen Blicks in die Vergangenheit. Der Rezensent lehnt sich jetzt mal gewaltig aus dem Fenster und behauptet, die Musik von DT einigermaßen gut zu kennen, denn er ist Fan der ersten Stunde und hat jedes Studioalbum gefühlte tausend Mal gehört. Und wie in jeder Bandgeschichte gibt Aufs und Abs, sowohl was persönliche als kreative Dinge angeht. Das ist auch gut, denn ohne Veränderung entsteht keine Innovation. Manchmal müssen neue Dinge ausprobiert werden, um wenigstens hinterher zu wissen, wo man seine Stärken hat. Aber der Rezensent schweift ab.
Das kleine Drama bei DT begann nach Six Dregrees Of Inner Turbulence, jenem fantastischen Doppelalbum aus dem Jahr 2002. Mit dessen Nachfolger Train of Thought wollte die Band ein Highlightalbum herausbringen, das eine Sammlung von Stücken sein sollte, die bei einem Konzert die Fans besonders zum Kochen bringen. Herausgekommen ist ein düsteres Album mit niedrigen Keyboardanteilen und dunkelschwarzer Basis. Wirkliche Highlights des Albums waren nach Meinung des Rezensenten nur die Stücke Honor Thy Father und In the Name of God. Der Nachfolger Octavarium wurde etwas kommerzieller ausgerichtet. Wenig Proganteile, einfachere Kompositionen und eine überschaubare Durchschnittslänge der Stücke. Die einzige positive Ausnahme stellt der Titelsong dar. Octavarium (der Song) ist einzigartig und hat schon auf den Nachfolger neugierig gemacht. Hervorragendes Intro mit RudessŽ Fingerboard, durch und durch rund und stimmig und endlich wieder Prog (unbedingt die Octavarium-Animation im Netz anschauen). Aber ein Stück kann die Scheibe eigentlich nicht retten.
Dann kam Systematic Chaos und die Welt schien wieder in Ordnung. Ein klasse Album von vorne bis hinten. Hervorragende Kompositionen, jede Menge Prog, hoher Anteil von Keyboard- und Gitarrenläufen, genau das was wir hören wollen. Leider aber auch das letzte gelungene Werk unter der Mitwirkung von Mike Portnoy.
Dann kam der nette Versuch" Black Clouds & Silver Linings. Ohne den Brechersong The Count of Tuscany wäre das Album fast als Totalausfall zu bezeichnen. Gleichzeitig stellt es den Höhepunkt der Portnoyifizierung der Band dar. MPŽs Einfluss auf das Songwriting hat Ausmaße angenommen, die der Band offen geschadet haben. Und mal ehrlich, Medleysongs, die beim Konzert die Leute ausflippen lassen (Live at Budokan), stellen auf einem Studioalbum einen Ausbund an Kreativitätslosigkeit dar und das Stück The Best of Times gehört eigentlich auf ein Mike Portnoy-Soloalbum.
Dann kam der große Knall. Portnoy raus, Mangini rein. Der Rezensent kann MP`s Gründe und Motivation nicht beurteilen und erspart sich deshalb einen Kommentar.
Der Titel a dramatic turn of events" beschreibt voll und ganz die Drehung oder besser die Befreiung der Band aus ihrem kreativen Gefängnis. Das Album stellt nicht weniger die Rückbesinnung auf alte Stärken dar, die DT zu der Band gemacht haben, die sie heute ist. Jede Komposition ist bis ins Letzte ausgefeilt, hochkomplex und mit hoher spielerischer Technik umgesetzt. Die Arrangements sind Weltklasse und die Chorusparts lassen Gänsehautfeeling aufkommen.
Der Opener On the backs of Angels lässt schon nach den ersten Minuten anläuten, in welche Richtung es während des ganzen Albums geht. Voluminöser, orchestraler Sound, starke Läufe von Keyboard und Gitarre. Endlich wieder ein mehr als gelungener Opener.
Nach Meinung des Rezensenten ist Build me up, Break me down das schwächste Stück des Albums, im Gegensatz zu anderen Schreibern, die den Song weit höher ansiedeln. Das Stück hat einfach zu wenig Schmiss und hätte ein Stück mehr Soloparts und Proganteile vertragen können. Die erwähnten exzellente Instrumentierung, die hammerharten Riffs und der kluge Einsatz von Soundeffekten können das Stück aber noch retten.
So, ab jetzt ist Schluss mit Kindergeburtstag, denn es beginnt der Ernst des Albums. Lost not forgotten rollt auf uns zu und schüttelt zu Beginn erst mal eine rechte gerade aus Prog und Frickelspiel nach DT-Rezept aus dem Ärmel, um danach mächtig stark weiter zu marschieren. Mitreisende Passagen, ein Spitzenchoruspart und die erste längere Solospielkampagne machen aus dem Stück das erste ernsthafte Ausrufezeichen.
Danach kurzes Durchatmen mit This is the Life. Der Zuhörer wird in der ersten Hälfte mit traumhaft schönen Balladetönen aus Akustikgitarre, Klavier und sanften Streichern in Watte gepackt, um danach mit starkem, hymnenhaften und fülligen Sound auf ein tolles Finale zuzustreben und auf den nächsten Brecher vorzubereiten.
Ein basstiefer Schamanengesang gepaart mit choralen Gesang läutet den Beginn eines Spitzentitels ein. Bridges in the Sky ist ein Brechersong vor dem Herrn. Knallharte Riffs schieben das Stück mächtig voran und Jordan Rudess schafft eine schaurig schöne bedrohliche Stimmung. Die Band holt mit diesem Stück alle Qualitäten zurück, für die sie bekannt ist und die wir solange vermisst haben. Endlose Soloparts, das perfekte Zusammenspiel von Petrucci/Rudess, den perfekten Choruspart und ein wie befreit wirkender James La Brie bieten hier den ersten Höhepunkt des Albums.
Keine Zeit zum Durchatmen. Outcry steht an und das Stück prescht genau so los, wie das vorherige. Alle Akteure laufen in diesem hochdramatischen Stück zur Höchstform auf und zeigen alle Facetten ihres Könnens. Die Soloparts sind urproggy. Man wird überschwemmt von Klangelementen, verspielten Rhythmuswechseln, allerhöchster Technik und kann nur noch mit offenem Mund vor dem Lautsprecher sitzen. Ein weiterer Höhepunkt
Es folgt mit Far from Heaven die erste richtige Ballade der Scheibe und gleichzeitig das kürzeste Stück. Nur getragen von RudessŽ Klavierspiel mit einigen dezenten Streichern trällert La Brie ein sanftes und trauriges Poem daher, das den überreizten Zuhörer wieder auf die Erde zurückholt. Sehr, sehr gelungen und traumhaft schön.
Einen haben wir aber noch. Breaking all Illusions ist der letzte Brechersong des Albums. Das Stück ist weniger dramatisch und ernst gehalten, wie Bridges ... und Outcry, trumpft aber mit einer Eruption aus positiver Energie auf. Das Stück stellt den größten und eindrucksvollsten Ausdruck dessen dar, was DT zu leisten vermögen. Als ob es nichts wäre, hauen die fünf einen Lauf nach dem anderen raus. Ein Riff wird durch das nächste bessere ersetzt, um danach den Zuhörer in einer langsamen Sektion kurz entspannen zu lassen und den Soloteil danach mit einem klassischen DT-Progelement auf die Zielgerade zu schicken. Die Band sprüht vor Spielfreude und Spaß am Musizieren. Das ist die Band, die wir hören wollen.
Mit dem letzten Stück Beneath the Surface beschließen DT ihr neuestes Werk und im Gegensatz zu den meisten Vorgängeralben gibt es kein Epos wie Octavarium, sondern eine wunderschöne Ballade, die den Zuhörer sofort in ihren Bann zieht. Mit herrlichen Akkustikgitarrenklängen, gelungener Streicherunterstützung und einem kurzen aber prägnanten Keyboardsolo rundet die Band das Album ab, der Zuhörer versinkt nach dieser gewaltigen Soundflut und den schier endlosen Tempo- und Rhytmuswechseln in tiefe Entspannung und wird seidenweich zurück in die Wirklichkeit entlassen.
Dream Theater haben mit diesem Album wieder voll auf ihrer Stärken gesetzt. Die Band hat schon immer ihre beste Musik gespielt, wenn der Keyboardanteil hoch ausgerichtet war und sich mit der Gitarre seine weltberühmten Duelle geliefert hat. Wir erleben Spielfreude, höchste Technik, hochkomplexe Kompositionen, einen mächtigen und orchestralen Sound voller Volumen und wiedergefundenen Spaß an der Arbeit. Einige Rezensenten mögen sich über die Anzahl an Balladen echauffiert haben, aber das ganze Album ist bis ins Letzte durchdacht und jedes Stück ist genau an der Stelle, wo es hingehört, um daraus ein stimmiges und harmonisches Stück Rockmusik zu machen.
Ein Wort zu Mike Mangini. Sein Spiel auf dem Album ist tadellos. Sonderlob für die Bewältigung der Mammutaufgabe, auf Portnoy Stuhl Platz zu nehmen. Mangini hat von Anfang an gesagt, dass er kein zweiter Portnoy sein wird, sondern sein Spiel bringen will. Es mag sein, dass seine Drums auf diesem Album nicht so fordernd klingen, wie bei Portnoy, aber die Band wird sich etwas bei dieser Art der Produktion gedacht haben. Mike Mangini wird sich mit Sicherheit immer besser in die Band integrieren und in der Zukunft noch stärkere Leistungen abliefern. Der Rezensent hebt Portnoys Verdienste um die Band deutlich hervor, aber er vermisst ihn nicht. Und wenn ich die Wahl hätte, dann entscheide ich mich für fünf Prozent dünnere Drums und dreißig Prozent bessere Songs.
A dramatic turn of events ist noch vor Systematic Chaos das beste Album seit 2002 und ganz großer Sport von Dream Theater.
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am 13. Februar 2012
Natürlich spreche ich nur für mich und meinen Geschmack. Und über den lässt sich bekanntermaßen nicht streiten. Viele ursprüngliche Fans mögen Differenzen in den neuen Songs nicht. Ich finde die Differenzen, die ich für mich erkennen kann, wunderbar. Dream Theater schafft es als eine der wenigen Bands bei Stiländerungen und Experimenten ihren Charm beizubehalten. Für mich ist dieser Charm die filigrane Spieltechniken, variable Soundchemas, Genrewechsel (auf Worte lege ich keinen großen Wert). Man merkt sofort bereits mitten im Song, dass es sich um progressive Metal handelt, wie es die Begründer selbst erschaffen haben. Extrem professionelle Musiker mit unerreichtem anspruchsvollen Niveau. Hat man Dream Theaters Musik einmal begriffen und zu lieben gelernt, klingt alles andere wie DSDS oder HR4.
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