find Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle Unlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longss17



Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Dieses „Älter Werden“, der Frankfurter Literaturwissenschaftlerin und Essayistin Silvia Bovenschen, die schon sehr viele schöne Bücher geschrieben hat, ist was die breite Verständlichkeit angeht sicherlich ihr schönstes Buch. Es klingt wie ein Ratgeber-Buch. Doch älter wird man eigentlich vom ersten Tag des Lebens an. Die Autorin reflektiert, räsoniert kommentiert und bringt dabei in bunter Reihenfolge, Kaleidoskop ähnlich, Ereignisse und Erlebnisse aus Kindheit, Jugend und späteren Jahren ins Bewusstsein zurück. Sie spricht über die Mode, den Zeitgeist, Verlust von Schönheit, dem Wahlalter, dem großem Begleiter des Alters, dem Vergessen, der Dankbarkeit, von der Theorie vom im Alter zunehmenden Langzeitgedächtnis und dem abnehmenden Kurzzeitgedächtnis, der Altersdummheit und den Ausblick auf noch Kommendes. Es schreibt auf zum Teil sehr drastische Art über Älter werden und Behinderung. Und das Außerordentliche ist, dass es die Würde der Menschen, um die es in diesem Buch geht, bewahrt durch die Klarheit und Schönheit der Sprache. Es geht auch um die Würde des Lesers, unabhängig vom Alter, das heißt, in dem ich das Buch lese fühle ich mich als Leser geachtet. Was bedeutet das alles für uns? Keine Weigerung Erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen, und durch das Herausfinden der eigenen Konturen schließlich zu sagen, das bin Ich.

Die Autorin lebt von einer Stofffülle die tatsächlich frappierend und faszinierend ist. Man sagt ja von gewissen Büchern, dass man sie verschlingt und bei diesem schmalen Buch kann man wirklich ein Verschlinger von Lesestoff werden. Es gibt so unendlich viele Reflexionsebenen. Wir haben Bücher, die beginnen einfach vorne und enden hinten. Dieses Buch kann man hier oder dort aufmachen und lesen, das geht. Es hat keinen durchgehenden roten Faden.

Also, es ist ein vergnügtes und erstes, sehr kluges, präzises, psychologisch ausgefeiltes, ein ganz schön zu lesendes Buch, von einer zauberhaften Sicherheit und wunderbaren Stimmigkeit. Rasant geschrieben, von unglaublicher Sogkraft, in einer Klarheit der Sprache und Gedanken, die geradezu phantastisch ist. Es ist ungeheuer intelligent und in hohem Maße luzid, es hat eine unglaubliche Reife.

Ich empfehle dieses Buch mit Nachdruck und Leidenschaft aus vielen Gründen.
0Kommentar| 211 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. November 2010
Ein sehr persönlicher Text der weisen Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen. Berührende, auch witzige Sequenzen einer bürgerlichen Mädchenzeit in Deutschland nach 1945 erfreuen Herz und Hirn. Berichte einer tapferen Frau, die an MS erkrankt ist, berufstätig war/ist und mitten im Leben steht oder besser gesagt sitzt! Kluge und immer wieder sehr amüsante Überlegungen zum Älter werden und zum Alter an sich: 'Grammatik: Das ist bekannt: eine ältere Frau ist jünger als eine alte Frau. Wie groß muss doch die Angst vor dem Alter sein, dass sie sogar die Grammatik vergewaltigt.' Silvia Bovenschen vermag es mit Leichtigkeit und Heiterkeit über große und immer wieder sehr traurige, schwere Themen zu schreiben: 'Zu meiner Zeit ' höre ich mich tatsächlich sagen: Zu meiner Zeit? Wie kam diese alberne Formulierung in meinen Sinn? Die liebe Zeit, wann ist, vielmehr wann war das denn: meine Zeit? Bin ich schon aus der allgemeinen Zeit herausgefallen?' Böse kann sie auch sein und sogar dies kann sie auf eine kluge Art und Weise: 'Was mich ärgert. Dass sie (die 68 sechziger, die immer noch abschwören) in ihrem Renegatentum vergessen, dass nicht alles dumm oder falsch an der Sache war, dass nicht alle sich damals in allem irrten, nein, falsch gedacht, sie vergessen es gar nicht, sie müssen es zum Verschwinden/Vergessen bringen und das Ganze denunzieren, um ihren individuellen Irrtum zu verwässern ' es allgemein in einer pauschalen Irrtumsbezichtigung vergessen zu machen. Verallgemeinerter Selbsthass. Ach, würden sie sich doch weniger lieben. Ach, würden sie sich doch weniger hassen.' Auch die ein wenig spöttische Aufzählung einzelner Symptome des Älterwerdens erheitern:
1. Symptom: 'Untrügliches Anzeichen des Älterwerdens. Ich ertappe mich beim Konsum von Tierfilmen im Fernsehen. Das hätte ich nicht von mir gedacht. Ich höre aber wieder damit auf. Ich kann den verschmunzelten onkelhaften Ton der Kommentatoren nicht ertragen.'
2. Symptom '''
3. Symptom: 'Ein aus meiner Perspektive sehr junger (er ist mindestens 20 Jahre jünger als ich), attraktiver Freund vertraut mir an, dass er die ersten Spuren seiner Alterung daran erkenne, dass er sich seit kurzem dabei ertappe, wie er in bestimmten Situationen 'ach, herrjemine' zu sich selbst sagte.'

Silvia Bovenschens Gedanken zu Raucherzimmern in den Krankenhäusern, zu Zahnbehandlungen, zum Gralshüter der Kritischen Theorie Theodor W. Adorno - u.a. 'ich fand den kleinen rundlichen Mann mit den großen dunklen Augen sehr liebenswürdig' ' zur Domestikation der Erinnerung, zu den Wegen aus der Verzweiflung, zu den Versäumnissen, zum Glück, etc. berühren. Die Zitate anderer AutorInnen regen an, bei diesen weiter zu lesen. Einfach ein feinsinniger Bericht über eines der zentralen Themen unserer nahen Zukunft und somit von ungewöhnlicher Notwendigkeit für alle, die alt werden möchten und pures Lesevergnügen für alle, die gerne Denken und gerne Nachdenken.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Oktober 2006
Silvia Bovenschen ruft beim lesen Erinnerungen herauf, die ich schon verschüttet glaubte. Kindheit, Jugend und die Anfänge des "Erwachsen seins" kehren Bildhaft zurück und da macht es kaum einen Unterschied, dass sie es aus der Sicht einer Frau beschreibt.

Endlich einmal ein Buch, dass nicht ratgeberisch und besserwisserisch daher kommt. Hier schreibt eine bewundernswerte, starke Frau über Vergänglichkeit und über das, was uns noch erwarten mag....

Ein wunderbares Buch!!!
0Kommentar| 87 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Januar 2007
Mit diesem Büchlein ist es der Autorin gelungen, die kritisch-dialektische Denkweise ihres Lehrers Adorno weiterzuentwickeln und sie um die bewusste subjektive und weibliche Sichtweise zu bereichern - ihre Beobachtungen sind akut und von den richtigen Fragen begleitet.

Ein Buch, das nahe geht und zum tiefen Nachdenken über das Leben, die Zeit und unsere sonderbaren Existenzen anregt - ein Buch, das wirklich bereichert. Danke!
0Kommentar| 22 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. April 2011
Ein tolles Buch, so fein in allen Details, auch in der geistigen Haltung dieser Autorin, die überhaupt keinen Wind um ihre eigene Person macht, sondern genau hinsieht und aus der Betrachtung so viel für ihre Leser herauszieht. Ich liebe dieses Buch, dabei ist es alles andere als "gemütlich"in seinem Danken; es ist so selten, dass man wahre Weisheit in heutigen Büchern findet - wenn man nicht zu den alten Philosophen oder nach Klassikern wie Tolstoj greifen will! Dieses Buch sollten nicht nur ältere Menschen, sondern vor auch die Dreißigjährigen lesen, es lohnt sich, sie öffnet unseren Blick für das Innere und für das Äußere!
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Mai 2013
Mich hat das Buch "Älter werden" von Silvia Bovenschen sehr beeindruckt.
Die Autorin beschreibt darin zum Teil autobiografische Szenen ihres eigenen Lebens und dennoch scheint sie sich in gewisser Weise aus einer neutralen Sicht zu äußern. Sivia Bovenschen zeigt dem Leser in diesem Buch häufig den Rückblick und die Gegenwart ihres Lebens auf.

Schon zu Beginn des Lesens merkte ich, dass man dieses Buch nicht verstehen oder begreifen darf. Sein Inhalt erschließt sich ausschließlich, wenn man es auf und in sich wirken lässt. Ansonsten verliert man irgendwann jeglichen Zusammenhang. Das Buch würde einen sehr verwirren.

Ich habe es auf mich wirken lassen und festgestellt, dass die Gedanken der Silvia Bovenschen eine ungeheure Tiefe offenbaren.
Es zeigt dem Leser immer wieder Unterschiede vom Vergangenen zum Gegenwärtigen auf, schmälert jedoch in keiner Weise das Hier und Jetzt.

Selbst die Autorin, welche in frühen Jahren an Multiple Sklerose erkrankte und der viele Vorzüge des Lebens vorenthalten blieben, erkennt immer noch das, was für ihr Dasein schön und wichtig ist.

Vielleicht ist dieses Buch gleichzeitig ein Aufruf an die Leser, mit sich selbst zufriedener zu sein und nicht immer in den Himmel wachsen zu wollen.

Aus meiner Sicht kann man dieses Buch immer wieder lesen.
Ich vermute, dass ich die Worte der Autorin bei jedem weiteren Lesen anders hören, vielleicht auch anders deuten werde.

Dieses Buch hat mich sehr bewegt und ich kann es jedem weiterempfehlen, der ein wenig zum nachdenken bereit ist.

Es handelt sich aus meiner Sicht um ein sehr gutes Buch!!
Doch Vorsicht, es ist keine Lektüre die nebenher laufen sollte.
Dieses Buch verdient Beachtung und seine Autorin großen Respekt.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Maier
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Der Titel "Älter werden" von Silvia Bovenschen ist einmal ein erfrischend anderes Buch zum Thema "Altern". Es ist völlig subjektiv u. daher auch so authentisch. Die Autorin schildert unter anderem ihre eigene Sichtweise zum Thema "Älter werden" indem sie Rückblenden in frühere Lebensalter macht u. diese der Jetzt-Zeit gegenüber stellt, was die momentanen Befindlichkeiten besonders gut illustriert.

Das Buch ist in kleine "Häppchen" unterteilt, die durch Überschriften neue Gedankenabschnitte markieren, so kann man wunderbar immer mal wieder darin lesen u. das Gelesene wirken lassen, ohne gleich alles von Anfang bis Ende lesen zu müssen.

Besonders bemerkenswert finde ich, daß die Autorin keinen Hehl aus ihrer persönlichen Erkrankung macht, was dem Aspekt des Alterns natürlich noch einmal eine ganz andere Dimension gibt.

Man ertappt sich bei der Lektüre festzustellen einige der von Frau Bovenschen notierten Gedanken so oder ganz ähnlich zu verschiedenen Dingen auch bereits einmal gedacht zu haben, wahrscheinlich ist gerade dieser Wiedererkennungswert in Zusammenhang mit den "fremden" Eindrücken u. Gedanken von Silvia Bovenschen zusammen das Reizvolle an dem Buch.

Es ist ein kleines feines Büchlein, das das Alter einmal aus der miefigen piefigen Ecke herausholt u. ihm frischen Wind via Intellekt einhaucht.

Eindeutig lesenswert, gerade auch für jüngere Leute sehr zu empfehlen !!!
0Kommentar| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Oktober 2006
Silvia Bovenschen, Jahrgang 1946, hat mit ihrem Buch "Älter Werden" eine stilistisch und sprachlich sehr elegante sowie psychologisch absolut stimmige Abhandlung über den Prozess des Alterns geschaffen.

Das Lob zahlreicher Kritiker nimmt nicht wunder, denn hier finden sich persönliche Erinnerungen in sehr gelungener Manier verknüpft mit intellektuellen Spielarten um das Thema.

Die Autorin selbst ist bedauerlicherweise physisch sehr in Mitleidenschaft gezogen, denn sie leidet an Multipler Sklerose. In ihrem Buch ist nichts zu finden von einer Stilisierung oder Dramatisierung dieses Gebrechens und ebenso wenig geht da eine Schriftstellerin laut pfeifend durch den dunklen Wald - wie so manche, die frohen Mutes mit ihren Leiden hausieren gehen, getreu dem Motto "mir macht das nichts".

Bovenschens Analysen regen zum Nachdenken an, aber sind auf angenehme Weise befreit von Klischees oder Stilisierungen. Man gewinnt den Eindruck, dass hier eine nicht nur zu gut weiß, wovon sie schreibt, sondern dies auch überzeugend vermittelt!

Fazit: Ein vollkommen zurecht gelobtes Buch, das in seiner klaren, geistreichen Sprache keine Friedhofsstimmung erzeugt, sondern einen psychologischen Prozess beschreibt, und das in hochgradig gekonnter Weise.
0Kommentar| 133 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Januar 2011
Ich habe das Buch als Amazon-Vorschlag gesehen und wegen der vielen positiven Kritiken erworben. Was sich mir da präsentierte, hat mich dann allerdings doch überrascht.
Eine erst 60-jährige - wie ich - vergleicht ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit mit denen der Gegenwart, an der sie wenig Gutes findet, was deutlich durch ihre körperliche Krankheit beeinflusst ist, die regelmäßig Erwähnung findet.
Da gesunde 60-jährige im allgemeinen noch viel Zukunft vor sich haben, konnte ich mich mit den Betrachtungen der Autorin wenig identifizieren. Sie haben mich eher traurig gestimmt. Ist wirklich alles so schlimm, nur weil wir den normalen Prozess des Älterwerdens durchlaufen?
Im Gegensatz zur Autorin habe ich eine fröhliche Familie und Enkelkinder um mich und mache völlig andere Erfahrungen mit der Realität des Alterns, auch wenn manche ihrer Gesichtspunkte selbstverständlich für alle Zeitgenossen gültig sind, die das Glück haben, lange leben zu dürfen.
0Kommentar| 44 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Juli 2008
Der Untertitel des Buchs ist "Notizen". Es sind teilweise nur einen Absatz lange, teilweise ein, zwei Seiten lange Erzählungen von autobiografischen Begebenheiten oder Überlegungen, an einigen Stellen thematisch gebündelt, dann übergangslos um ein neues Thema kreisend. Wie die 60-jährige Autorin nachvollziehbar feststellt, ist eine ihrer persönlichen Eigenschaften, die sie besonders qualifizieren, über das Alter zu schreiben, dass sie seit längerer Zeit an MS erkrankt ist und damit schon in jüngeren Jahren Erfahrungen gemacht hat, die eigentlich dem Alter vorbehalten sind. Damit ist auch das Wichtigste schon zusammengefasst, was es zum Alter zu sagen gibt, und was später noch mit den Worten Jean Amérys auf den Punkt gebracht wird: Dass das Alter eine Krankheit ist. Die Pointe am Ende des Buchs ist schon bekannt aus der Fernsehwerbung eines großen Brillen-Herstellers, aber das tut ihrer tröstlichen Wirkung wenig Abbruch.

Die Schilderungen ihrer persönlichen Befindlichkeiten entwickelt die Autorin sehr vorsichtig zu Wahrheiten weiter. Dabei ist sie gerade nicht locker-flockig, selbstironisch, stattdessen geistreich mit einer eher leisen Distanz zu sich selbst und zieht den Leser auf diese Weise sehr in ihren Bann. Sie spricht eigentlich alle Aspekte an, die ein Leben ausmachen und gibt einiges von sich preis, stoppt aber auf angenehme Weise immer dort, wo es indiskret werden könnte. Dass es da möglicherweise noch so einiges mehr zu erzählen gäbe, wird allerdings gerade dadurch nur umso deutlicher ' etwa an jener Stelle, wo von den Eindrücken der Autorin von T. Adorno an der Frankfurter Uni die Rede ist. An einer Stelle bedauert sie, dass Intellektuelle zu einem bestimmten Zeitpunkt ihre Vorliebe für Trash entdeckt hätten, was sie quasi abgeschafft habe. Nach beendeter Lektüre dieses wirklich nicht trashigen Buchs beginnt man, dieses Bedauern etwas zu teilen. So viele Eselsohren bei bedenkenswerten Stellen habe ich schon lange in kein Buch mehr geknickt.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

9,99 €
17,99 €
9,99 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken

Gesponserte Links

  (Was ist das?)