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am 10. Februar 2018
Für seinen 1924 erschienenen Roman „Der Zauberberg“ erhielt Thomas Mann (1875-1955) im Jahr 1929 den Nobelpreis für Literatur.

Der Zauberberg ist ein Bildungsroman, der die persönliche Entwicklung des Protagonisten Hans Castorp über einen mehrjährigen Zeitraum darstellt. Der 24-jährige Ingenieur Castorp reist 1907 von seiner Heimatstadt Hamburg in den schweizerischen Kurort Davos, um seinen Vetter Joachim Ziemßen zu besuchen, der sich wegen einer Tuberkulose-Erkrankung in einem Sanatorium aufhält.

Die Relativität der „Zeit“ thematisiert Thomas Mann in verschiedensten Sachzusammenhängen. Das Zeitempfinden wird offenbar stark beeinflusst von der jeweiligen Lebenssituation und der Gedanken- und Gefühlswelt jedes einzelnen Menschen. Auch der Handlungsablauf des Romans ist mit verschiedenen „Zeit-Geschwindigkeiten“ unterlegt: Während die ersten Monate des Castorp‘schen Aufenthalts in Davos zeitdehnend etwa die Hälfte des Romans einnehmen, entfällt auf den über sechsjährigen „Rest“-Abschnitt zeitraffend ein vom Roman-Volumen ähnlicher Anteil.

Offenbar besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem individuellen Zeitempfinden und den im „Zauberberg“ behandelten Motiven Leid, Krankheit und Tod, die im Sanatorium zwar allgegenwärtig sind, aber von den Patienten doch oft verdrängt werden. Thomas Mann beschreibt detailliert die unterschiedlichsten Charaktere der aus ganz Europa stammenden Kranken, die im Sanatorium – manchmal zurecht, oft vergeblich - auf Heilung hoffen.

Der Ingenieur Castorp befasst sich in Davos intensiv mit verschiedensten naturwissenschaftlichen Themen, beispielsweise im Zusammenhang mit der Flora der Schweizer Alpen. Auch die Erkundung von Musik und Kunst spielen für den wissensbegierigen Castorp. Castorp wächst zunehmend aus der Rolle eines Sanatoriums-Besuchers in diejenige eines „Bildungsreisenden“, der schließlich die Kontakte in seine Heimat („Flachland“) abbricht und sich in der Welt des Sanatoriums heimisch fühlt.

An den intensiven philosophischen und politischen Diskussionen zwischen seinen Mentoren Settembrini und Naphta nimmt Castorp vorwiegend als von den Diskutanten hart umkämpfter Zuhörer teil. Die Figuren Settembrini und Naphta verkörpern gegensätzliche, ja fanatisch unversöhnliche Ideologien: Settembrini vertritt als Humanist und Freimaurer Positionen der „Freiheit“, der Jesuit Naphta lehnt die individuelle Freiheit zugunsten eines auf Terrorismus gestützten Gottesstaates ab. Letztlich setzt sich keiner der beiden Kontrahenten mit seiner „Vernunft“-Idee durch: Während Naphta anlässlich eines Duells mit Settembrini Selbstmord begeht, erliegt Settembrini schließlich seinem Tuberkulose-Leiden.
Einen völlig anderen Charakter stellt Thomas Mann mit der Figur des Niederländers Mynheer Peeperkorn vor. Peeperkorn überzeugt nicht durch den Inhalt seiner (zumeist vom Satzbau her unvollständigen) Kommunikation, sondern durch seine natürliche Autorität, mit der er sich als unwidersprochene Leitfigur innerhalb einer Gruppe positioniert.

Aus dem von Castorp zunächst geplanten dreiwöchigen Besuch in Davos wird schließlich ein siebenjähriger Aufenthalt: Erst 1914, zu Beginn des Ersten Weltkrieges reist Castorp in die Heimat zurück, um als Soldat an vorderster Front mitzukämpfen. Hier verliert sich zum Abschluss des Romans die Spur Hans Castorps. So wird „Der Zauberberg“ letztlich zu einer Beschreibung den Verfalls – die lange Zeit fragil zwischen Hoffnung und Krankheit schwankt und schließlich im Todes-„Donnerschlag“ Weltkrieg endet.
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am 6. August 2015
Kurz zum Inhalt: Ein junger Mann möchte eigentlich seinen Cousin im Sanatorium besuchen,teils aus Unentschlossenheit ,teils aus Sorge um die Gesundheit wird er selbst zum Patienten und bleibt 7 Jahre dort. In diesen 7Jahren,in denen rein handlungstechnisch wenig passiert,durchläuft er seine Entwicklung zur gereiften Persönlichkeit. Das Sanatorium wird zum Mikrokosmus für ihn,was ihn mit Liebe,polit. Einstellungen,dem Tod und sich selbst konfrontiert.
Die Zahl 7 hat hierbei eine magische Bedeutung.
Die Sprache ist wunderschön,sehr beschreibend,einfach perfekt,wenn man sich so ausdrücken kann und Gefühle,Gegebenheiten so elegant treffend beschreiben kann.
Eine klare Leseempfehlung,es ist ein Meisterwerk der deutschen Sprache.
Das Einzigste was mich sowohl beim Zauberberg als auch bei den Buddenbrocks etwas irritiert,ist,dass beide Bücher ein sehr raschen Ende haben,was im krassen Gegensatz zu den mehr als ausführlichen Beschreibungen im gesamten Buch stehen.
Für mich hat das so ein Eindruck,als wenn T.Mann keine Lust mehr hatte und "das Ding irgendwie schnell beenden wollte".
Vielleicht hat das schnelle Ende auch eine Bedeutung,die ich einfach nicht verstehe.
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am 5. Mai 2012
Die Ausgabe des Klassikers bietet einen schönen Einband mit Illustration des "Berghofs", des Sanatoriums bei Davos, in welchem sich die Geschichte um H. Castorp abspielt.
Dem Umfang nach ein "Wälzer" ist das Buch doch einigermaßen handlich und das Papier angenehm anzufassen. Sein Text ist tadellos gesetzt und sehr gut lesbar.

"Der Zauberberg" fordert vom Leser einige Geduld - sich der Erzählung mit ihren treffenden, sinnenreichen Beschreibungen von Menschen und Umgebungen sowie den feingeistigen Konverstationen und Betrachtungen zu widmen, wird aber auch als lohnend empfinden, wer Manns Meisterschaft im epischen Sprachgebrauch zu schätzen weiß! Derjenige liegt vermutlich richtig, der das Ganze vom "Donnerschlag" (dem Schlusskapitel) her versteht. Man bekommt eine tragfähige Deutungsmöglichkeit durch die unausgesprochene Frage: "Was teibt uns, die wir doch scheinbar alles haben, was wir brauchen, um glücklich zu sein, immer und immer wieder in den KRIEG?"

Als Geschenk ist das Buch bspw. geeignet für Personen, welche die Russischen Klassiker lieben. Solche, die auch sonst gerne zu DICKEN Büchern greifen, werden hingegen oftmals enttäuscht sein, da die Handlung nicht viel "Action" und kaum Spannung her gibt.
Auch für Menschen, die einen längeren Krankenhausaufenthalt zu erdulden haben, wird das Buch nicht die richtige Wahl sein, da sehr viel von fehlender Gesundheit die Rede ist. (Lange Exkurse über Zeit, das eigentliche Thema "Des Zauberbergs", und "Langeweile" könnten hingegen gerade von Interesse sein!)
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am 25. November 2012
Dass es sich hier um große Literatur handelt, merkt man sofort. Nicht, weil der Roman von Thomas Mann geschrieben wurde, sondern weil man hier eine tolle Sprache und eine durchdachte Handlung vorfindet. Zur Handlung nur soviel: Der Held des Romans, Hans Castorp, als ein wenig intelligenter Ingenieur geschildert, irrt durch die begrenzte Soziologie eines Schweizer Luftkursanatoriums und wird im Laufe des Romans fester Bestandteil des Hauses. Liebe, Leid, Tod - alles lernt er hier kennen. Sicher sind einige Figuren zuviel hierin, Mann hatte wohl Mühe, die Geschichte zu Ende zu bringen und so kommt halt immer noch ein neuer Patient und noch einer ...
Was gemeinhin als starke Teile gilt, die Gespräche zweier Philisophen, haben mich persönlich eher gelangweilt. Doch Manns wunderbare Sprache helfen über diese Teile hinweg lassen den Leser weiter mit Hans durch das beschränkte Leben dort irren. Die leise Ironie und den Humor der Buddenbrooks habe ich hier vermisst, auch ist das Ende, Hans im 1. Weltkrieg, mit der Brechstange eingefügt, wohl um den Roman irgendwann zu doch noch Ende zu bringen. Trotzdem 5 Punkte, als Leser sollte man vorher die Buddenbrooks gelesen haben, um sich auf Thomas Mann eingestellt zu haben.
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am 2. August 2015
Dieser Roman spielt in den Vorkriegsjahren des anrückenden 1. Weltkrieges, also vor gut 100 Jahren in einer Abgeschiedenheit auf einer Anhöhe in Davos. Es wird der Tagesablauf an Tbc erkrankter Patienten in diesem Sanatorium wortreich und leicht morbide geschildert. Philosophische Exkurse und weltanschauliche Betrachtungen inbegriffen.
Empfehlenswert für alle die Literatur mit Tiefgang mögen.
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am 14. August 2016
...für diesen Roman, bei dem es ja auch um das Verstreichen der Zeit geht. Mal eben und nebenbei lässt sich Der Zauberberg nicht lesen. Aber Manns Sprache und Genauigkeit der Beobachtung sind diese Zeit bis zur letzten Minute wert.
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am 11. Januar 2013
Was soll man zum Zauberberg noch gross sagen? Entweder man schreibt einen Riesenartikel ueber die Genialitaet und Vielschichtigkeit dieses Romanmeisterwerks oder man beschraenkt sich auf das Wesentliche.
Walter Jens hat es versucht: "Das 'Buch der Bücher' ist für mich 'Der Zauberberg', das einzige Werk, das ich, neben dem Alten Testament, auf die berühmte Insel mitnehmen würde, die dem Schiffbrüchigen weder Menschen noch Bücher bieten kann." Ich persoenlich wuerde in diesem Falle dann sogar den Zauberberg dem Alten Testament vorziehen, aber da bin ich vielleicht keine Ausnahme in unserer Zeit.
Der Zauberberg stellt Ansprueche an den Leser und ist dennoch nicht wirklich schwer lesbar, schon das allein sagt vieles aus. Das heisst fuer mich, dass er sich nicht ganz so leichtgaengig und prickelnd liest wie Manns allererster Roman, die Buddenbrooks. Da eines der Hauptthemen des Zauberbergs eine gross angelegte Reflexion ueber die Zeit und unsere Wahrnehmung der Zeit und ihres Verstreichens ist, spiegelt sich dieses Faktum schon in der Struktur des Romans wieder, der gaaanz langsam und ausfuehrlich beginnt - eine neue Erfahrung verlangsamt die (Wahrnehmung der) Zeit, alles ist neu und man sieht ganz genau hin. Sobald sich aber allmaehlich die Routine einstellt und das Neue mehr und mehr zum Alltag wird, faengt die Zeit - anscheinend - an, immer schneller und schneller zu vergehen und schliesslich beginnt sie zu rennen und die Jahre fliessen nur so ineinander.
Ich will nur soviel sagen, dass mich dieser Roman, seitdem ich ihn las, nicht mehr losgelassen hat und dass ich noch heute begeistert bin, wenn ich mir Einzelheiten oder auch den Gesamteindruck des Romans in Erinnerung rufe. Da steckt so viel drin, dass man getrost der Empfehlung Thomas Manns folgen kann, dies sei ein Buch, das man eigentlich zweimal lesen sollte. Das war in keiner Weise ueberheblich oder vermessen und man kann dieser Empfehlung eigentlich nur beipflichten. Ich freue mich schon jetzt darauf, den Roman in ein paar Jahren tatsaechlich noch einmal zu lesen. Er gehoert definitiv in meine Top 5 und man kann den Herren des Nobelpreiskomitees nur widersprechen, die in ihrer Begruendung zur Preisverleihung 1929 ausdruecklich darauf bestanden, der Preis werde hauptsaechlich wegen der Buddenbrooks vergeben und nicht fuer den nur 5 Jahre zuvor erschienenen Zauberberg (der in keinem Wort erwaehnt wurde). Der Zauberberg ist vielschichtiger und anspruchsvoller, erfordert mehr Geduld und Ausdauer, aber wenn man sich einmal eingelesen hat, laesst er einen nicht mehr los.

Zuletzt noch ein paar Worte zu dieser Ausgabe: Wunderschoener Leineneinband mit dem Bild des Sanatoriums mit dem charakteristischen Kuppeldach. Macht sich (bitteschoen nach dem Lesen) auch wundervoll aus auf dem Buecherregal. Einziger Kritikpunkt: Die Farbe auf dem Einband geht irgendwie sehr leicht ab. Da dies ein Werk ist, das man schon etliche Stunden in der Hand halten darf/muss, ist das ein wenig schade. Trotzdem 5 Sterne fuer Werk und Aufmachung. Der "Zauberer" hat hiermit den vielleicht besten deutschen Roman aller Zeiten vorgelegt, der heute nicht jedermanns Sache sein wird, aber sein sollte. Wer ihn nicht liest, ist selber schuld :).
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am 30. Januar 2012
Ich beziehe mich auf das Hörbuch.
Mein absolutes Lieblingsbuch: In den Jahren auf dem Zauberberg passiert wirklich so einiges.
Erstaunlich wie aktuell hinsichtlich Medizin und Philosophie das Werk immer noch ist.
Negativ ist für mich einzig, dass es sich nicht um den gesamten Text handelt.
Wer bisher Th. Manns "Wälzer" gescheut hat - den "Zauberberg" sollte, muss man gelesen (bzw. zumindest gehört) haben!
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am 7. April 2013
Zum Buch will ich nicht viele Worte verlieren, es ist ein episches Werk, ich habe es genossen und kann es nur jedem wohlwollend an den Busen drücken.

Zur Kindle-version: Ich bin mir nicht sicher, warum, aber es befinden sich immer mal wieder Zahlen in geschwungenen Klammern im Text, die außerdem blau markiert sind. (Seitenzahlen im Originaltext?) Zudem sind einige Sätze- ich schätze grob so etwa 10-20 im ganzen Buch, maximal, also nicht viele- unterstrichelt und "markiert". ich habe den Sinn dieser Dinge nicht herausfinden können, es hat auch nicht gestört, nur Neugierig gemacht- vielleicht gibt es irgend eine Sekundärliteratur, die sich auf genau die markierten Stellen bezieht? Ich weiß es nicht, es hat mich auch nicht gestört, ich wollte es nur mal anmerken, den im Anhang befindet sich nur eine Übersetzung einer französischen Textpassage.
Interessant auch die Schreibweise mancher Wörter, oft wird aus einem "ck" ein "kk", ich vermute, es handelt sich um alte Rechtschreibung.
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am 31. Januar 2016
Macht mir wahnsinnig viel Spaß zu lesen. Bin immer wieder restlos erstaunt, dass ein einzelner Mensch sich das alles ausgedacht haben kann. So viele sprachliche und gedankliche Facetten, sei es in beschreibenden Szenen oder in den Dialogen ist wirklich sehr beeindruckend.
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