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Kundenrezensionen

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am 27. Juni 2004
Ein Krimi mal ganz anderer Bauart: Ein neunjähriger Junge verschwindet nicht ganz spurlos. Seine Mutter will keine Vermißtenanzeige aufgeben, sondern wendet sich "einfach nur so" an die Polizei. Ihr Sohn verschwand nämlich, kurz nachdem sie ihn mit einem Kleiderbügel blutig geprügelt hatte. Der Vater des Jungen, der sich bei einem länger dauernden Vorstellungsgespräch befindet, will trotz des Verschwindens seines Sohns nicht nach Hause kommen. Die Mutter schweigt sich aus, weiß aber offensichtlich etwas, das die Polizei nicht wissen soll. Dann verschwindet auch eine Freundin des Jungen. Offensichtlich nicht durch äußeren Einfluss...
Was mir an diesem Buch besonders gefiel, war die ungewöhnliche Realitätsnähe der Geschichte. Ein Kind läuft von zu Hause weg, weil das zu Hause keins ist. Den Eltern ist es wichtiger, die Fassade zu wahren, als ihr Kind wiederzubekommen. Die Schilderung zwischenmenschlicher Spannungen, Gefühlskälte und Ablehnung ist großartig. Die Figuren sprechen wie richtige Menschen und kein Schriftdeutsch. Manche Macken und Spinnereien der Charaktere sind einem selber schon mal begegnet, und sie beobachtet und festgehalten zu sehen, überrascht und erfreut. Ich habe für die Lektüre der 200 Seiten drei Stunden gebraucht, das nächste steht schon im Regal!
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am 10. Dezember 2015
"Süden und das Lächeln des Windes" ist Band acht der Krimireihe um den Vermisstenfahnder Tabor Süden. Sein Kollege und gleichzeitig bester Freund Martin Heuer und seine Kollegin Sonja Feyerabend begleiten uns hier auch wieder durchs Buch.
Es geht um den 9-jährigen vermissten Jungen Timo, dessen Eltern in meinen Augen recht eigenartige Menschen sind, und mit eigenartig meine ich, dass die Mutter von Zeit zu Zeit scheinbar aus einer Überforderung oder Verzweiflung heraus auf ihren Sohn einprügelt und der Vater so gut wie nie Zuhause ist und sich auch sonst einen Dreck um Timo kümmert. Von Nachbarn wird die Mutter als "ein wenig daneben" beschrieben, was ich persönlich, während ich sie beim Lesen kennengelernt habe, auch absolut so unterschreiben kann. Der Vater wird als jemand dargestellt, der nur aufgrund seiner zukünftigen Arbeitsstelle bzw. der damit verbundenen Praktika, sich fast nie Zuhause blicken lässt.
Ganz allgemein dürfte es für Timo wohl ein schreckliches Familienleben gewesen sein, verwundert hat es mich also keineswegs, dass er einfach nur weg wollte. Denn von mütterlicher Fürsorge und Liebe ist bei denen Daheim weit und breit nichts zu entdecken ...

~ Noch in derselben Nacht begann unsere Fahndung, die ich bald als so vergeblich empfand, als suchte ich nach einer Träne im Schnee. ~
(S. 98)

Immer wieder bin ich vom Schreibstil des Autors ganz begeistert, man sieht es an obigem Zitat: solche Sätze finde ich nicht nur wahnsinnig kreativ, nein, sie zeigen mir auch jedes Mal aufs Neue, welche Schönheit man mit "kunstvoll" aneinandergereihten Worten hervorbringen kann. - Das ist mit ein Grund dafür, warum ich Lesen so liebe!

~ Es stimmte, zuhören fiel mir leichter als reden, ich übte Schweigen seit meiner frühen Jugend, und während der zwölf Jahre meiner Arbeit in der Vermisstenstelle hatte ich gelernt, Stunde um Stunde Lügnern zuzuhören. ~
(S. 22)

Tabor Südens Menschenkenntnis und seine teilweise ungewöhnlichen Methoden, Leute zu vernehmen, pardon, mit ihnen zu sprechen, wirken auch hier wieder ganz faszinierend auf mich. Süden, der eigensinnige Kauz, sagt von sich selbst, dass er lieber Zuhörer als Sprecher ist, dass er sich lieber als Eremit denn als Teamplayer sieht. In einem Beruf, wie er ihn hat, stelle ich mir diese Wesensart gar nicht so leicht zu händeln vor, schließlich sind Polizisten auf Teamwork angewiesen. Aber nicht nur das, auch die Tatsache, dass Süden sich in so einem Posten weigert, sich ein Handy zuzulegen und Auto zu fahren, finde ich ... mutig. Schwer zu glauben, aber Süden schafft es dennoch irgendwie, ohne all diesem Kram ordentlich und erfolgreich seinen Job zu machen, was natürlich nicht ganz unbeeindruckend ist.

~ Und das war mein Ziel: Ein mir angemessener Einzelner zu bleiben, in einem Beruf, der auf Teamgeist und ständiger Kommunikation basiert. ~
(S. 43)

Ein ausgerissener Junge, jede Menge Fragen, was denn der Grund dafür sein könnte (Ist er bei seiner Tante, bei der er sich immer mal wieder aufhält? Warum reden die Eltern keinen Klartext? Was haben die beiden zu verbergen? Was geht hier eigentlich vor sich?) und ein Vermisstenfahnder, der zwar sehr schweigsam und einsilbig ist, in diesem Fall aber trotzdem ein wenig aus seiner Melancholie herauskommt und sogar aus seiner höchst interessanten Vergangenheit erzählt, machen diese 200 Seiten zu einem lesenswerten Vergnügen!
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am 23. Februar 2007
Nicht der erste Band der "Süden-Reihe", aber der erste, den ich gelesen habe. Tabor Süden ist Kommissar und arbeitet auf der Vermisstenstelle der Münchner Kripo. Sehr erfolgreich übrigens, auch wenn er von sich selbst sagt: "Ich arbeite auf der Vermisstenstelle der Kripo und kann meinen eigenen Vater nicht finden." In "Süden und das Lächeln des Windes" machen sich Tabor Süden und seine Kollegen auf die Suche nach Timo, einem Neunjährigen, der von seiner Mutter als vermisst gemeldet wurde. Kurz darauf verschwindet auch noch Sara, angeblich Timos Freundin. Seltsam an diesem Fall ist, dass sich die Erwachsenen kaum Sorgen um ihre verschwundenen Kinder machen, der Vater von Timo, in Norddeutschland auf Arbeitssuche, will noch nicht einmal wegen seines vermissten Jungen nach Hause kommen. Süden findet schnell heraus, dass die zerrütteten Familienverhältnisse für das Verschwinden der Kinder verantwortlich sind. Mein erster "Süden", aber sicherlich nicht der Letzte. Friedrich Ani, der übrigens auch die Drehbücher zu zwei sehr guten Batic/Leitmayr-Tatorten geschrieben hat ("Und dahinter liegt New York" und "Das Glockenbachgeheimnis") beschreibt realitätsnah das Leben am äußeren Rand der Gesellschaft. Seine Protagonisten kommen nicht aus Schwabing oder Bogenhausen sondern leben im Hasenbergl. Ani beschreibt unspektakulär das Grauen hinter der bürgerlichen Fassade. Friedrich Ani erhielt mehrere Auszeichnungen, u.a. den Deutschen Krimipreis 2002 für den ersten Band der Tabor Süden-Reihe.
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am 1. November 2012
Wie bei meinem ersten Roman von Friedrich Ani saß ich am Ende da, wusste selbst nicht genau “Hat mir dieser Roman jetzt gefallen oder nicht?” und kam dann doch zum Schluss “Ich glaube er hat mir gefallen.” Meine Verwirrung lässt sich wahrscheinlich am ehesten dadurch erklären, dass dieses Buch, noch weniger als Totsein verjährt nicht, mein erster Roman von Ani, ein typischer Krimi ist. Tabor Süden arbeitet nicht bei der Mordkommission sondern im Vermisstendezernat. Am Anfang steht kein Verbrechen sondern das Verschwinden eines Kindes. Anders als sonst gibt es hier nicht nach einem Drittel die erste Leiche oder zumindest einen handfesten Hinweis, dass tatsächlich ein Verbrechen geschehen ist. Ob tatsächlich eines vorliegt oder das Kind nur weggelaufen ist bleibt lange offen.
Wenn man sich aber auf dieses etwas ungewohnte Schema einlassen kann hat man ein Buch in der Hand, dass zwar schnell zu lesen aber keineswegs leicht verdaulich ist. Auch Ani zeigt menschliche Abgründe auf, wenn auch anders als einige seiner Kollegen. Er wird nicht ganz so melodramatisch wie Elizabeth George und anders als Mankell, bei dem man immer mit dem Gefühl zurückbleibt, dass Wallander der letzte anständige Mensch auf der Erde ist, ist bei Ani nicht alles düster. Es gibt gute Menschen, weniger gute, schlechte, und die die wahrscheinlich nicht so schlecht wären aber es nicht fertig bringen sich etwas anzustrengen. Keiner ist in irgendeiner Art 'besonders'. Das gibt einem das Gefühl, dass all das genauso gut in der eigenen Nachbarschaft passieren könnte.
Zusammen mit den Hauptcharakteren, die allesamt sehr menschlich, nicht dauer- depressiv und sich nur gelegentlich etwas zu viel über Indianische Rituale und diverse Kindheitserinnerungen auslassen ergibt das eine Reihe von der ich definitiv mehr lesen möchte.
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am 20. Mai 2003
Vom Weglaufen
Zwei Kinder sind verschwunden. "Wir konnten uns an keinen Fall erinnern, bei dem ein Sexualtaeter zwei Kinder gleichzeitig entfuehrt und missbraucht hatte." Im vorliegenden Roman mag die Ueberlegung des Ermittlers Tabor Sueden noch Gueltigkeit haben. In der Realitaet wurde die entsetzte OeÖffentlichkeit hingegen vor nicht allzu langer Zeit eines Besseren belehrt. Zunaechst muss der auf der Vermisstenstelle der Kripo arbeitende Fahnder in diesem Fall herausfinden, warum die Eltern der Kinder sich so merkwuerdig unkooperativ verhalten. Und wie gewohnt ist das Aufzeichnen eines gesellschaftlichen Stimmungsbilds dem Autor Friedrich Ani allemal wichtiger als spektakulaere Action und Gangsterhatz. Seine dialogreiche, kammermusikalisch anmutende Krimihandlung spult er mit sensiblem Gespuer fuer die verraeterischen Zwischentoene ab. Ins Film- und Fernsehgenre uebersetzt: Eher "Der Alte" oder "Tatort" als Bruce Willis. Tatsaechlich hat Ani frueher schon als Polizeireporter und Drehbuchautor gearbeitet. Die glaubwuerdigen Dialoge treiben aber nicht nur die Handlung voran; sie erschließen dem Leser auch die Charaktere der Figuren. Mitunter nimmt der geschulte Drehbuchautor das Tempo aus der Geschichte, indem er nebensaechlich erscheinende Details sorgfaeltig ausmalt. Letztlich profitiert der Leser von diesem Stilmittel, da er jede Szene als Vorstellungsbild deutlich vor Augen hat. In eindringlich gezeichneten Rueckblenden erlaubt Ani zudem Einblicke in die Vergangenheit des schweigsamen Ermittlers, der in seiner Kindheit selbst einmal das Weite gesucht hat. Ein gewitzter Einfall des Autors. So kann er naemlich in die psychischen Abgruende aller Beteiligten hineinleuchten. Dass er bei Fahndern und Verdaechtigen nicht bis auf den Grund kommt, macht die Sache realistisch. Immerhin zerren Autor und Ermittler mit zaeher Geduld am Ende doch die hinter den Fassaden normaler Lebensgeschichten verborgene Wirklichkeit ans Licht. Dass der Uebergewichtige, unrasierte Tabor Sueden sich in diesem Roman nebenher auch noch verlieben darf, goennt man ihm von Herzen.
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am 6. August 2003
Spannungsarm, ohne innere und dramaturgische Höhepunkte zieht sich die Handlung wie ein Kaugummi dahin. Echte Überraschungen oder ein Hinzukommen neuer Ebenen und Handlungsstränge bleiben aus. Die Figuren bleiben trotz steter Bemühungen zur Charakterisierung auf merkwürdige Weise fremd. Recht realistische Schilderungen des Handlungsmilieus und der Polizeiarbeit sowie ein unrasierter Kommissar machen noch keinen lesenswerten Kriminalroman. Dass dieses spröde Buch den Deutschen Krimipreis 2003 erhalten hat, kann ich nicht nachvollziehen.
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