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am 31. Juli 2011
Was dieser Film mit Auschwitz zu tun haben soll frag ich mich wirklich.
Ich beschäftige mich seit Jahren mit dem Thema, aber so eine unprofessionell und schlecht produzierte Dokumentation habe ich noch nicht gesehen.
Das einzige was an diesem Film richtig ist, (aber schlecht dargestellt) ist das in Auschwitz die Menschen durch Gas ermordet wurden.

Wenn jemand einen Film über Auschwitz macht, kann man ja zumindest erwarten dass er sich vorher mit dem Thema auch ausgiebig befasst hat und das die wichtigsten Vorgänge und Handlungen die im Lager stattgefunden haben auch glaubhaft und detailgenau umgesetzt werden. Das fehlt bei diesem Film völlig.

Hier nur ein paar Punkte die im Film falsch und deletatnisch dargestellt sind:

1. Transport:
Bei den Transporten waren die Deportationszüge so mit Menschen vollgestopft, dass es teilweise nicht möglich war das sich einzelne Personen hinsetzen konnten. Im Film war der Wagon nur ca. zu einem viertel gefüllt.

2. Selektion:
Als die Züge in Auschwitz eintrafen, bestanden die Transporte aus mehreren tausend Menschen, die dann von SS-Wachen und dem Sonderkommando schnell aus den Zügen getrieben wurden und anschließend von SS-Ärzten auf der Rampe selektiert wurden. (Welche Szenen sich hierbei ereignet haben, brauch ich wohl nicht zu erwähnen)
Im Film bestand der Transport aus ca. 50 Leuten die gemütlich ins Lager gebracht wurden und ohne größere Vorkommnisse in die Gaskammern gingen.

3. Vergasung:
Da wie oben erwähnt, die Transporte aus mehreren tausend Menschen bestanden und durchschnittlich 75 % direkt in die Gaskammer geschickt wurden, waren die Gaskammern so gefüllt, dass die Menschen teilweise nicht einmal umfallen konnten.
Welche Todeskämpfe sich hierbei abgespielt haben, dürfte jedem klar sein.
Im Film sieht man wie ca. 20 Menschen in der Gaskammer sitzen und etwas husten und gegen die Tür klopfen.

4. Kulisse:
Um einen Film über Auschwitz halbwegs glaubhaft zu gestalten so das man auch nur annähernd die schrecklichen Dinge dort geschehen sind erahnen kann, sollte zusätzlich zu den zuvor genannten Punkten auch die Kulisse stimmen.

- Die Rampe von Auschwitz ist im Film ein normaler Bahnhof
- Das Lagertor mit der Schrift 'Arbeit macht frei' wurde ersetzt durch 'Arbeitslager'
- Die Baracken (abgesehen von der geringen Anzahl im Film) sehen denen in Auschwitz nicht im Geringsten ähnlich
- Die Krematorien und Gaskammern haben im Aufbau sowie vom Aussehen aber auch nicht einmal nur Ansatzweise mit denen in Auschwitz etwas zu tun.

Wer sich näher über Auschwitz informieren möchte, dem empfehle ich die Auschwitz-Dokumentation der BBC. Hier sind alle Vorgänge genau detailliert, teilweise von Zeitzeugen beschrieben und mit modernster Computertechnik rekonstruiert.
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am 1. Dezember 2012
Ich habe mit viel Interesse die bisher 38 Rezensionen zu diesem Film durchgelesen und kann den 1-Sterne-Wertungen absolut zustimmen. Die inhaltlichen Fehler, die minderwertigen Dialoge, die unterirdische schauspielerische Leistung der Hauptakteure, welche aus den RTL Nachmittags-Dokus entliehen zu sein scheinen, und vor allem die übertriebene Sensationsgier durch Schockeffekt lassen mich vor Wut kochen.

Man fragt sich tatsächlich, warum Uwe Boll nicht gleich die Hirnakrobaten aus den gezeigten Schüler-Interviews für diesen Film besetzt hat, genau wie er ja auch, erst streng mahnend, dann als grobschlächtiger SS-Aufseher eine Rolle verkörpert. Diese Idee ist wohl von einem Tarantino oder einem Alfred Hitchcock abgekupfert, die zu Recht stolz auf ihre Werke sind/waren, so dass Sie gern selbst Cameo-Auftritte in ihren eigenen Filmen haben/hatten.

Was diesen Film so scheußlich macht:

1.) Das Auswählen von größtenteils minderbemittelten Teens, die hier gemäß RTL- oder SAT-Dokusoapniveau durch ihr absolutes Unwissen vorgeführt werden sollen. „Wie ist denn Deine Meinung zu den Gräueltaten in Auschwitz?“ „Hm, weiß nicht.“ „Also hast Du keine Meinung dazu?“ „Nö!“ (Und die Menschheit schreit auf!) Um Gottes Willen. Wie kann man denn eine solche Personengruppe, die teilweise nicht mal einen vernünftigen Satz hingestammelt bekommt, zu einem solch sensiblen Thema befragen?

2.) Die übertriebene Gier nach Schockeffekten, die in einem so schlecht recherchierten Film völlig deplatziert wirkt. Einerseits wirkt Auschwitz in diesem Film wie ein Luftkurort, andererseits werden Szenen wie Kopfschüsse bei Kindern, Ausbrechen von Zähnen und das Einschieben einer Kinderleiche in einen Verbrennungsofen gezeigt. Diese Szene schlägt ohnehin dem Faß den Boden aus. Clever wäre es gewesen, das Einschieben von außen anzudeuten und dann einen Cut zu machen, um weitere Grausamkeiten zu vermeiden und den Zuschauer zum Nachdenken anzustoßen. Stattdessen erdreistet sich der Regisseur, im Inneren des Ofens weiterzufilmen, um jetzt zu zeigen, wie das in Menschengestalt geformte „Marzipanbrot“ Feuer fängt. Das ist unglaublich geschmacklos!

3.) Der Dialog zwischen dem SS-Aufseher und seinem Vorgesetzten. Da die „Hauptakteure“ dem Zuseher ohnehin nicht vorgestellt werden, ist es auch völlig nebensächlich, einen Dialog zu erfinden, der aufzeigt, dass die Frau des SS-Aufsehers bald ein Kind erwartet und mit wem er zwecks Urlaubsplanung seine Schicht tauschen kann. Diese Szene wird aber entsprechend ausgeschlachtet, um zu zeigen, was die Nazis doch für eine Bande saufender, gieriger Rohlinge war.

4.) Die Auschwitz-Kulisse wirkt wie eine alte Westernstadt auf dem Land. Es gibt scheinbar nur eine Gaskammer. In einem Graben wühlen 3 oder 4 in Sträflingsuniform gehüllte Männer im Matsch. Nebenher werden Kinder von ihren Müttern getrennt (und wie oben erwähnt erschossen) und alles läuft mit einer derartigen Ruhe ab. Es scheinen fast mehr SS-Aufseher als Inhaftierte in Auschwitz interniert zu sein.

5.) Die Aneinanderreihung von Szenen und Sequenzen, die immer wieder von Kommentaren durch Uwe Boll, scheinbar aufgenommen in seinem Badezimmer, unterbrochen werden. Diese kurzen mahnenden Sequenzen wurden sicherlich auch nur ein einziges Mal gedreht, denn Versprecher, englische Patzer usw. wurden nicht geschnitten.

6.) Die Kürze des Films. Einerseits tatsächlich ein Pluspunkt, dass dieser Schund so schnell vorbei ist. Andererseits erscheinen zum Ende wieder die vorbenannten Teens (diesmal sogar 2-3 intelligentere Kids), und verbreiten ihre hanebüchen Gedanken. „Und warum war Hitler so erfolgreich?“ „Weil er super reden konnte.“ Um den Film dann auf eine Laufzeit von 70 Minuten zu bringen, wird nochmal ein Ausschnitt aus einer Hitlerrede gezeigt, die nichts mit dem eigentlichen Thema dieses Films zu tun hat. Dann ist der entsetzliche Mist endlich zu Ende und ich stelle die DVD zum Weiterverkauf ein, bin mir aber jetzt schon sicher, dass ich drauf sitzen bleiben werde.

Fakt ist, dass Auschwitz eine der schlimmsten Massenmordfabriken des 3. Reiches war und dass dieser Film für alle Opfer aber auch für alle Überlebenden des KZ’s eine absolute Beleidigung ist. Er zeigt nicht im Geringsten die wahren Gräuel von Auschwitz und wird dem Thema absolut nicht gerecht. Daher: Finger weg von diesem Film.

Wer sich für dieses Thema interessiert, dem empfehle ich die Autobiographie des ehemaligen Lagerkommandanten Rudolf Höß, der in diesem Buch unverblümt von der Vernichtungsindustrie erzählt.
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am 3. August 2011
Die Idee, einen Film über Auschwitz zu drehen, bei dem es keinen "Helden" wie Schindler gab, ist gut. Schließlich waren Helden die Ausnahme und stumpfes Morden die Regel. Leider kommt Boll bei seinem Film über die gute Idee nicht hinaus: Es wird wirklich "nur" ein Abbild einer "KZ-Schicht" skizziert - mit allen hier bereits beschriebenen Mängeln, grauenvollen Dialogen und einigen Geschmacklosigkeiten, wie sie nur Boll fertig bringt. Sich selbst zum feisten Gaskammer-Aufseher zu machen, der stulle-mampfend die Häftlinge in den Tod treibt, zeigt halt doch, worum es Boll wirklich ging: einen kleinen Skandal, eine "Ausbeutung" (= Exploitation) des Themas. Und ein kleiner Skandal genügt auch sicher finanziell, um diesen unglaublich schäbig in den recycelten Kulissen seiner anderen "Reichsfilme" heruntergekurbelten Streifen (Film wäre ein Euphemismus) in die Gewinnzone zu bringen.

Im Vorfeld "hoffte" der Verleih auf eine FSK 18 Freigabe und hat auch das Vorab-Cover gleicht mit dem "bösen" roten 18-Etikett gestaltet. Auch das zeigt, auf welchen Effekt und welches Publikum man in Wahrheit schielte... Gleiches gilt für den Vorab-Trailer, der auch nur auf Schock setzte. Als lahme Entschuldigung für die filmische Leichenfledderei müssen ein paar bedauernswerte Schüler herhalten, die der Film als wenig kenntnisreich und desinteressiert vorführt. Wäre man boshaft, würde man diese "Rahmenhandlung" als Propaganda-Schachzug bezeichnen, wie er durchaus auch im Dritten Reich üblich war. Der (vorgeschobene) Zweck soll die (dürftigen) Mittel heiligen. Darauf werden nicht einmal die Schüler im Film hereinfallen.

Denn: Boll liefert im Film nichts, aber auch gar nichts, was das Wissen der Schüler oder Zuschauers wirklich erweitert. Zu sehen, wie Menschen sortiert, misshandelt und umgebracht werden, erklärt den Holocaust nicht. Aber das interessiert Boll eben auch nicht wirklich. Was ein Volk dazu brachte, zu morden oder wegzuschauen, Mechanismen der Macht, Manipulation etc, all das wird nicht einmal gestreift. Was soll man also lernen bzw. "nicht vergessen"? Boll sah es vermutlich letztlich selbst ein und liefert die Moralpredigt persönlich "im On" ab. Peinlich, wenn auch ihm klar wurde, dass dies dem Film nicht gelang und deshalb eine Art vorgetragener Beipackzettel dazu herhalten muss.

Wenn angeblich "gegen das Vergessen" hier Bolls Mission ist - warum geht nicht wenigstens der Profit an eine Einrichtung, die sich um den Erhalt der Gedenkstätten oder um Jugendarbeit kümmert? Nein, hier passt wirklich nichts zusammen und man kann nur hoffen, dass die Idee zu einem Holocaust-Film ohne Helden von einem echten Regisseur aufgegriffen wird.
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am 5. Januar 2012
Was lässt sich über Herrn Dr. Uwe Boll sagen? Zunächst einmal, dass er es sich zur Aufgabe gemacht hat, Computerspiel-Adaptionen mit (meistens) passablen Schauspielern und einem beachtlichen Budget konsequent langweilig, relativ dilettantisch und mit zielsicherer Flop-Garantie in Szene zu setzen. Da helfen weder Jason Stateham, schon gar nicht Till Schweiger und auch nicht Christian Slater als Schauspieler und an sich spannende Computerspiele wie Dungeon Siege, Farcry und Alone in the Dark als Vorlage.
Mit Auschwitz will Boll einen Film der "Nazi Konzentrationslager, was sie wirklich waren...Tötungsfabriken" zeigen. Ein ambitioniertes Ziel, dem sich wohl jeder (ernsthafte) Filmemacher mit dem allergößten Respekt, einem Höchstmaß an Fingerspitzengefühl und sehr hohen selbstkritischen Maßstäben nähern würde. Aber wie gesagt, dies würden vermutlich eher ernsthafte Filmemacher tun.

Es ist müßig, auf die darstellerischen und dargestellten Unzulänglichkeiten des vorliegenden Werks einzugehen. Nichts, GAR NICHTS beschreibt hier auch nur im entferntesten Sinne die in ihrer Dimension unbeschreibliche, in den auslösenden Faktoren hochkomplexe und in gesellschaftlicher Hinsicht beispiellose Entmenschlichung des Menschen auf Täter-/Opferseite angemessen.
Dies beginnt bereits bei der am Anfang abgegebene Erklärung von Boll selbst, der sich um einen mahnenden, kritischen und kritisierenden Tenor bemüht. Schade, dass er dabei schon im Vorfeld völlig übersieht, dass jedes künstlerische Werk, dass nicht aus sich selbst heraus verständlich ist, sondern erst noch erklärt werden muss, in der Hauptsache die Unfähigkeit und Schwäche des Künstlers dokumentiert. Das war schon mal Eigentor Nr.1!

Das Boll neben allen "formalen" Fehlern, die man im Film machen kann, (angefangen von der unpassenden Location über die historisch fehlerhaften Requisiten bis hin zu den offensichtlichen Laiendarstellern) tatsächlich die Nerven besitz, selber eine Rolle als SS-Wärter vor der Gaskammer zu spielen (in diesem Kontext möge man mir diese Wortwahl bitte verzeihen), setzt dem Ganzen nicht die Krone, sondern vielmehr die unge(b)ollt zynische Narrenkappe auf! Hier entsteht bei mir jedenfalls nicht der Eindruck, eine Abschreckung oder Anprangerung erzielen zu wollen, sondern eher der zweifelhafte Wunsch, das Gefühl der entsetzlichen Macht über Leben und Tod einmal selbst spüren zu können -und wenn auch nur in einem Film fragwürdiger Qualität. Eigentor Nr.2!

Glücklicherweise beschränken sich diese filmischen Eskapaden auf einen relativ überschaubaren Zeitraum. Den Löwenanteil des Films macht eine Art Vorher-Nachher-Interview mit einer Gruppe Schüler aus. Am Anfang werden die Schüler über die NS-Zeit befragt, wobei schon die implizierten Fragen und der gesamte Aufbau der Interviews darauf abzielen, das Unwissen und die Unkenntnis der Schüler über diese Zeit zu portraitieren. Also: "Vorher".
Im Weiteren werden dann differenziertere und fundierte(re) Antworten anderer Schüler gezeigt, die den "Nachher"-Lerneffekt -höchstwahrscheinlich durch Bolls Film- belegen wollen. Um es kurz zu machen: Es wird weder eine repräsentative Probandengruppe benannt oder gar definiert, noch ein valides und geeignetes Erfassungstool gewählt und auch keine Auswertung und Evaluation im Sinne einer brauchbaren empirischen Befragung durchgeführt. Eigentor Nr.3!

Bolls Machwerk in einem Atemzug mit NS- und KZ-Filmen wie "Schindlers Liste", "Triumph des Geistes", "Das Leben ist schön" oder "Kornblumenblau" zu nennen wäre eine Ehre, die weder Boll noch sein Film "Auschwitz" auch nur ansatzweise verdienen. Dies dient an dieser Stelle daher auch ausdrücklich eher dazu, dem Leser einige andere Filme an die Hand zu geben, die....."vorzugswürdiger" sind.

FAZIT: Mag man ihm sein mediales Untalent im Fiction- und Unterhaltungsgenre ja noch verzeihen, im Falle von "Auschwitz" grenzt Bolls auf ganzer Linie gescheiterter Versuch der ernsthaften Auseinandersetzung mit einem derart sensiblen Thema an eine Ignoranz - ob gewollt oder unge(b)ollt lassen wir mal dahinstehen-, die für einen Regiesseur, Drehbuchautor und/oder Produzenten vollkommen indiskutabel ist. Boll erfüllt alle drei Funktionen in Personalunion und hat seiner filmischen Unfähigkeit damit ein dreifaches Denkmal gesetzt. Und das ist wohl das einzig Bemerkenswerte an diesem....ich glaube, es sollte ein Dokumentarfilm werden.
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am 11. August 2013
Bei diesem "Film" fällt es einem äußerst schwer, vor lauter Fassungslosigkeit nicht ausfallend zu werden. Uwe Boll hat damit gezeigt, zu welcher Arroganz, Gewissenlosigkeit, lächerlichen Unwissenheit und fatalen Selbstüberschätzung ein Mensch, der sich selbst Regisseur nennt, fähig ist. Über die damit einhergehende bodenlose Beleidigung und Missachtung aller Opfer der Nazis möchte man gar nicht erst nachdenken, sonst kommen einem sofort die Tränen. Ein unglaubliches Machwerk des schlechten Geschmacks, das schleunigst verboten, vernichtet und vergessen gehört.

P.S. Und wenn hier zu allem Überfluss sogar ein studierter Historiker fünf Sterne verteilt, möchte man lachend in eine Kreissäge laufen. Wie können Sie nur!!? Ganz armes Deutschland...
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am 23. August 2011
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Im Grunde hatte ich schon nach der entsetzlichen Einleitung durch den Regisseur die Nase voll.
Auf mich wirkte er wie ein aufdringlicher Besserwisser und Selbstdarsteller, der vor allem in seine eigenen Reden verliebt ist. Wer sich auf diese Weise exponiert, hat zumindest bei dem intelligenten Teil seines Publikums schon gleich zu Beginn verloren (aber das war wohl ohnehin nicht seine Zielgruppe). Ein kleines bisschen Verstand hätte Uwe Boll bei seinem Publikum schon voraussetzen dürfen, denn die meisten Menschen sind durchaus in der Lage ihre Informationen selbst zu bewerten, und ihre eigenen Schlüsse daraus zu ziehen !!!
Was am Ende die Mohammed-Karikaturen mit dem Thema zu tun haben, ist irgendwie auch nicht klar geworden. Hier hat der Regisseur einfach nur auf plumpe Weise die Gelegenheit genutzt, um ein persönliches politisches Statement in die Runde zu schmeißen, was aber zum einen total uninteressant ist, und zum anderen auch absolut nichts in solch einer Dokumentation verloren hat. Und wieso er den ganzen Müll dann auch noch auf englisch loswerden musste, erschließt sich mir ebenfalls nicht. Entweder ist der Film nur für den deutschsprachigen Raum vorgesehen, oder er muss sowieso in Gänze synchronisiert werden. In beiden Fällen ist die englische Einleitung durch den Regisseur total sinnlos und dient wohl ebenfalls nur der Selbstdarstellung.

Gleich im Anschluss an die nervige Einleitung kamen die mindestens ebenso nervigen Schüler-Interviews, für die man sich wirklich die größten Dumpfbacken rausgepickt hat die weit und breit zu finden waren. Dass diese Schüler auf die Fragen über Auschwitz nichts intelligentes antworten konnten, ist nicht weiter verwunderlich. Das hat sicher nichts mit mangelnder Holocaust-Vorbildung bei der deutschen Jugend zu tun, sondern viel eher mit einem Mangel an Intelligenz und Reife bei diesen speziellen Schülern. Sie hätten sicher auch auf alle anderen Fragen (z.B. über Literatur, Politik, Geschichte, Natur- oder Geisteswissenschaften) nichts sinnvolles erwidern können. Es gibt solche Typen, das ist zwar traurig aber nicht zu ändern (und auch schon immer so gewesen).
Sie dann aber derart vorzuführen, oder ihre Aussagen so hinzustellen als würden sie den Durchschnittsjugendlichen repräsentierten, ist vollkommen überflüssig und würde vom Niveau her vielleicht in eine Stefan Raab-Show passen, aber nicht in solch eine Doku.

Die Szenen die dann im eigentlichen Film folgten, waren (man kann es kaum anders beschreiben) eine Farce - zumindest wenn man davon ausgeht, dass es sich hier um einen LEHRFILM handeln soll. Ich will mich hier gar nicht über irgendwelche Details im Bezug auf die Rampe, das Lager oder die Gaskammern aufregen. Ich nehme an, der Film hatte nur ein kleines Budget und konnte deshalb nicht alle diese Dinge so im Einzelnen berücksichtigen - was aber für einem LEHRFILM natürlich trotzdem ein Armutszeugnis ist.
Aber nein, es geht mir hier viel eher um die Gesamtsituation der deportierten, die sich in wirklich krasser Form von allem unterscheidet, was Zeitzeugen zu dem Thema je berichtet haben.

Alleine die Zugfahrt muss schon die Hölle gewesen sein ...
Die einzelnen Waggons waren in der Regel hoffnungslos überfüllt, und die meisten Menschen waren auf diese Weise bereits tagelang ohne Wasser und ohne Nahrung unterwegs gewesen. Ihre Notdurft mussten sie in einen Eimer verrichten und sehr viele sind bereits auf der Fahrt dorthin vor Entkräftung, Durst, Hitze oder Kälte gestorben - noch nicht einmal die Leichen konnten aus den Waggons geschafft werden.
Ganz sicher hatte die Zugfahrt im Film damit nicht viel gemeinsam !!!

Dann die Ankunft in Auschwitz ...
Bei den einzelnen Transporten kamen in der Regel tausende von Menschen an, und hunderte Familien wurden auseinandergerissen.
- Brüllenden und prügelnden SS-Wachen
- kläffenden Hunde
- viele Menschen in Sträflingskleidung
- dichtes Gedränge auf der Rampe
- Hektik, Stress und Demütigungen von Seiten der Wachmannschaft
- völlige Orientierungslosigkeit in einer solchen Stresssituation nach so einer Zugfahrt.

Dann die Selektionen ...
- Hunderte Kinder wurden mit Gewalt ihren Eltern entrissen
- Ehepaare und ganze Familien wurden voneinander getrennt
- Abschiedsszenen bei denen die was geahnt haben
- weinende Kinder und verzweifelte Eltern

GANZ SICHER LIEF DAS ALLES NICHT SO RUHIG UND FAST BEILÄUFIG AB, WIE IN DIESEM FILM !!!

Und dann der Tod in der Gaskammer ...
Ich bin davon überzeugt, dass man in einem Realfilm niemals wird zeigen können, welch grausame Szenen sich wohl im inneren einer Gaskammer abgespielt haben mögen - und um ehrlich zu sein, halte ich es auch nicht für erforderlich.
Wer sich darunter aber gar nichts rechtes vorstellen kann, der sollte mal hören, was zum Beispiel Filip Müller hierzu sagen kann. Er war in Birkenau beim Sonderkommando tätig und musste die Menschen anweisen sich auszuziehen und sich die Nummer ihres Kleiderhakens zu merken. Anschließend musste er die Leichen aus den Gaskammern holen und verbrennen.

Wer die unten angegebene YouTube-Adresse in seinen Browser kopiert, der sieht einen Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm "SHOAH" (von Claude Lanzmann). Es handelt sich um die Stelle, wo Filip Müller die Momente beschreibt, wenn nach den Vergasungen die Türen der Gaskammern wieder geöffnet wurden. Ich garantiere, danach braucht es keinen Boll-Film mehr um sich ein Bild von diesem fürchterlichen Szenario zu machen, und es wird auch jedem klar werden, wie wenig Uwe Boll's Version vom Tod in der Gaskammer mit der Realität zu tun hat.

Hier die URL:
[...]

Alles in allem muss man hier einfach sagen: Das Ziel wurde zu 100% verfehlt !!!
Ich weiß nicht, ob dieser Regisseur das Zeug für große Themen hat, aber vom Holocaust sollte er in jedem Fall die Finger von lassen.
Mir tun vor allem die Schauspieler aus den Gaskammer-Szenen Leid. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass gerade diese Dreharbeiten für die beteiligten Darsteller eine erhebliche Belastung waren. Auch kann ich mir vorstellen, dass ein Großteil dieser Leute solche Strapazen vor allem deswegen auf sich genommen hat, weil sie damit ihren Teil für eine gute, sinnvolle und lehrreiche Dokumentation beitragen wollten.
Neben allen Opfern des Holocausts sollte Herr Boll sich vor allem bei diesen Darstellern für das totale misslingen des Films entschuldigen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 21. August 2014
Ja, Ausschwitz war das Grauen auf Erden. Und es ist bis heute unglaublich, was Menschen anderen Menschen antun konnten.
Ja, es ist kaum aushaltbar, daß (einige) deutsche Schüler viel zu wenig über Ausschwitz wissen.
Und es ist bitter, daß das Know-how mit der Schulform abnimmt (am besten am Gymnasium, bedenklich an der Hauptschule).

Werden Schüler mit oder wegen dieses Films mehr wissen?

Klares Nein. Oberlehrerhafte Abfrage "was weißt Du über Ausschwitz" gleich zu Beginn und immer wieder dazwischen. Die Spielszenen als "von Laienschauspielern gespielt" zu betiteln, ist ein Euphemismus. Das ist schlimmste Schmiere. Ehrlichgesagt habe ich ziemlich sprachlos davor gesessen...

Empfehlung: Finger weg.
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am 24. Oktober 2015
Der schlechteste "Film" den ich zu diesem Thema gesehen hab.Ich habe mehr erwartet und bin maßlos enttäuscht. Für mich ist auch unklar,wie soetwas als DVD erscheinen konnte. Die Schüler, die da interviewt werden kommen mir alle vor,als wenn die Befragung am "Hammercollege" stattgefunden hat.Oder war das Absicht? Wird dieses Thema heutzutage nur noch kurz erwähnt in der Schule? Eigentlich verdient dieser "Film" gar keinen Stern, aber das ist hier leider nicht machbar.
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am 9. Juli 2015
Wer sich diesem Thema nähert, sollte sich vorher Gedanken machen ob er die Mittel und Fähigkeiten hat auf respektvolle Weise damit umzugehen. Hier drängt sich der Eindruck auf, dass jemand ein möglichst drastisches Thema wählt um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Es werden im Vorspann Dinge miteinander vermischt wie Mohammed Karikaturen und Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent um sie dann in den Kontext mit dem Zivilisationsbruch der Shoa zu bringen. Das unfassbare Leid der Menschen in den Lagern verdient in der Aufarbeitung einen Mindeststandard an Recherche und Darstellung.
Die voyeuristischen Interviews mit den Schülern, die ob ihrer Unwissenheit schamlos vorgeführt werden macht sprachlos.
Ein unfassbar schlechtes Machwerk!
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am 19. August 2012
Ich kenne diesen Film nicht, darum werde ich mich nicht zu diesen äußern. Mir sagt aber der Regisseur etwas. Wer einen Film von Uwe Boll kauft, der sollte nicht soviel geistreiches erwarten. Dieser Mensch ist nicht in der Lage, auch nur einen einzigen brauchbaren Film zu machen. Uwe Boll -> No GO! Und das sich dieser Mensch an so einem sensiblen Thema heranmacht ist ungefähr so, als wenn man an solchen Orten ein Megaparty veranstalten würde. Ich kann jedem nur empfehlen Uwe Boll zu meiden. Denn wo Uwe Boll drauf steht, ist auch Uwe Boll drin, leider...!

mfg
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