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am 8. Dezember 2014
Wie es ist, wenn das Pech ein Leben in den Griff bekommt. Dem begabten aber unsicheren und schüchternen Pianisten Charlie will nichts gelingen. Seine Pechsträne wird nur noch von der seines Bruders und noch deutlicher von der seiner beiden trotteligen Kontrahenten übertroffen, die ihm nach Geld und Leben trachten. Nachdem ihm seine erste Frau aus dem Fenster gesprungen ist, geht sein zweiter Versuch, sich in Liebe an eine Frau zu binden, im Kugelhagel einer dilettantischen Knallerei zu Bruch. Aber noch im größten Unglück bleibt ihm seine Bierkneipe, deren Pächter er erstach und in der er zur Unterhaltung der betrunkenen Gäste auf dem Klavier klimpern kann. Er nimmt es mit stoischer Gelassenheit hin. Am Ende sind ihm selbst seine tiefschürfenden Selbstgespräche vergangen. Truffauts Inszenierung ist eine sehr französische Mischung aus Krimi und Komödie. Es wird viel gequasselt und ein Bisschen geliebt. Die Rollen der Dubois und Berger sind zwar nicht besonders entwicklungsfähig, aber die beiden Frauen sind auch so schön genug. Aznavour bewährt sich als Schauspieler. Er durfte wohl absichtlich kein Chanson singen, denn das wäre nicht so komisch ausgefallen wie das Geblöke des bockigen und öden Barsängers. Ein liebenswürdiges Beispiel des französischen Films vom Anfang der sechziger Jahre.
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TOP 1000 REZENSENTam 29. März 2013
Chico Saroyan (Albert Remy) hat drei Brüder und ist ein kleiner Ganove, der sich immer mal wieder mit anderen Gaunern Ärger einhandelt. Jetzt hat zwei seiner Kumpane betrogen, da er deren Anteil kurzerhand mitgehen liess. Die beiden Gangster jagen hinter ihm her, Chico sucht wie schon so oft Schutz bei seinem Bruder Charlie Kohler (Charles Aznavour), der vom Können her völlig unterfordert, in einer Pariser Nachtbar Piano spielt. Eigentlich will Charlie mit den gefährlichen Dummheiten seines Bruders überhaupt nichts zu tun haben, aber Bruder ist nun mal Bruder und so deckt er den Verfolgten. Von seinem Boss, dem Barbesitzer Plyne (Serge Davri) erfährt er dann noch am selben Abend, dass die Kellnerin Lena (Marie Dubois) ein Auge auf ihn geworfen hat. Mit ihr tritt er dann am Feierabend den Heimweg durchs nächtliche Paris an, doch die Gangster lassen nicht locker und verfolgen Charlie und Lena.
Den beiden gelingt es zwar die Gangster abzuschütteln, doch auch Charlies Annährerungsversuche misslingen. Er geht nach Hause, dort wartet sein kleiner Bruder Fido (Richard Kanayan) und auch die Hure Clarisse (Michele Mercier) auf ihn. Am anderen Morgen geht es aber weiter. Die Gangster haben es jetzt nicht nur auf Chico, sondern auch auf Charlie und den kleinen Fido abgesehen...
Mit sehr ruhiger Hand erzählt Francois Truffaut seine Gangsterballade "Schießen sie auf den Pianisten", der auch durch seine Dialoge sehr locker und cool wirkt. Mich hat sogar die Unterhaltung, die die Gangster im Auto mit Charlie und Lena führen, irgendwie an manche Dialoge aus "Pulp Fiction" erinnert, die Konversation zwischen den Gangstern oder auch von Jägern und Gejagten läuft dort auch ähnlich unkonventionell ab. Hat Tarantino, der ja gerne bei Filmklassikern genial klaut auch etwa Truffauts Film als Inspirationsquelle ?
Der späte Film Noir entstand 1960 und hat vor allem einiges an tragikomischen Elementen zu bieten, das Ende ist allerdings sehr bitter gehalten.
"Schießen sie auf den Pianisten" wird auch geprägt durch die Kameraarbeit von Raoul Coutard (Z, Außer Atem, Weekend, Braut trug schwarz) und zeigt trotz der Leichtigkeit auch ein düsteres nächliches Paris.
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am 6. Oktober 2011
Einst spielte der gefeierte Konzertpianist Charlie Kohler auf den großen Bühnen dieser Welt. Doch dann warfen ihn private Schicksalsschläge hoffnungslos aus der Bahn. Jetzt schlägt er sich als vereinsamter Kneipenmusiker durchs Leben. Doch dann verliebt er sich in die Kellnerin Lena. Und in diesem Moment tauchen seine beiden Brüder auf, die ihn in eine Gangstergeschichte mit tragischem Ausgang verwickeln.

Die poetische Geschichte, die Francois Truffaut in diesem 1960 entstandenen Film mit lakonischem Witz erzählt, gilt heute als Klassiker des Nouvelle Vague und ironische Hommage an den amerikanischen Gangsterfilm.

Für den französischen Chansonnier Charles Aznavour bedeutete dieser Film den internationalen Duurchbruch als Schauspieler. Seine sensible Darstellung eines zum ewigen Scheiterns verurteilten Fatalisten, begeisterte Kritik und Publikum. Zu Recht gilt "Schießen sie auf den Pianisten" als Sternstunde des französischen Kinos.

Dem Alter entsprechend ist der Film in schwarz/weiß, jedoch im anamorphen Cinemascope. Ton Dolby Digital 2.0. Bildqualität: ausgezeichnet.

PS. In einer der Nebenrollen ist die spätere "Angelique"-Darstellerin Michele Mercier zu sehen.
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am 7. Februar 2012
Was für ein aufreizender Titel, inklusive Mordauftrag. Aber auf diesen schüchternen, freundlichen Klavierspieler (beindruckend Charles Aznavour) wird niemand auch nur eine Kugel abfeuern. Truffaut erzählt in drei Handlungssträngen, die alle miteinander verbunden werden: einer spielt im Jetzt, auf zwei Ebenen und einer in der Vergangenheit in Rückblenden. Hier erfahren wir etwas von Charlies früherem Leben als Konzertpianist und das tragische Ende seiner Frau. Dagegen als Kontrastprogramm läuft das Heute, wo Gangster hinter ihm und seinen Brüdern her sind. Und weil sie nicht gerade die Hellsten sind, ist Komik angesagt. Der dritte Faden ist Charlies Privatleben heute, in das die Ganoven und sein Arbeitgeber eingreifen. Hier entsteht eine Mischung aus beidem: mörderische Absichten treffen auf sonderbare Situationen bei dem Versuch der Akteure das Leben in den Griff zu kriegen. Und als ständigen Begleiter sehen wir das tief traurige Gesicht von Charlie, der am Ende wieder alles auf Anfang setzt, ein mutmaßlicher Mörder, der aus einer Familie von Dieben stammt und den Frauen in seiner Umgebung u.a. Marie Dubois und Michèle Mercier kein Glück bringt. Gelegentlich ist sogar Platz für einen Joke.
'Was starren sie so auf meinen Busen?' - 'Ich studiere Medizin.'
Mit Humor aber auch nicht gerade mit Optimismus bewies Truffaut bereits 1960 in düsteren Bildern sein Talent. Vor allem sein technisches Können überzeugt hier besonders.
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