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VINE-PRODUKTTESTERam 6. September 2009
London im Spätsommer 1666. Drückende Hitze liegt wie eine Dunstglocke über der Stadt und ihren Bewohnern. Während sich die Bevölkerung langsam wieder von einer wenige Monate zurückliegenden Pestwelle erholt, ahnt sie nicht, dass ihr noch eine viel größere Katastrophe bevorsteht. In Mitten dieser Zeit des Aufbruchs begegnen wir dem 13-jährigen Geoffrey, der nicht nur unter seinem trunksüchtigen Vater leidet sondern auch noch vor dem Rätsel steht, was mit seiner Schwester Jezebel passiert ist, die von einem auf den anderen Tag spurlos verschwunden ist. Als er sich nach einem belauschten Gespräch auf die Suche nach ihr macht, setzt er Dinge in Gang, die das Schicksal der Menschen in seinem Umfeld dauerhaft verändern werden.

Tom Finneks Geschichte setzt einige Zeit nach dem großen Brand von London an, der die Stadt vom 2. bis zum 5. September 1666 zu vier Fünftel zerstört hat und dessen Ursache bis heute nicht ganz geklärt ist. Das Feuer spielt in diesem Roman aber nur eine kleinere Rolle und ist die Konsequenz sämtlicher Handlungen, die das Buch bis zu diesem Zeitpunkt erzählt. Tom Finnek erzählt in Rückblicken die Geschichte von Geoffrey, seiner Schwester Jezebel, dem Eremiten von St. Olave, dem Ranzigen Ray und dem verrückten Rat Scabie und weiteren Protagonisten aus unterschiedlichen Perspektiven. Während Geoffrey die Geschehnisse in der Ich-Perspektive erzählt, kommen die anderen Protagonisten in der dritten Person zum Zug. Hin und wieder kreuzen sich die Erzählstränge, sodass man die gleiche Geschichte aus dem Blickwinkel der jeweils agierenden Figur erfährt. Der Leser kann sich eigentlich nie sicher sein, welche Sicht der Dinge stimmt, wer die Wahrheit erzählt oder wer sich die Wahrheit nach eigenem Ermessen zurechtbiegt. Es ist ein grandioses Verwirrspiel, das der Autor mit dem Leser treibt und oft genug glaubt man, auf dem richtigen Weg zu sein, um and Ende festzustellen, dass man doch wieder in einer Sackgasse gelandet ist.

Tom Finneks Figuren sind nicht gefällig. Es gibt keine Superhelden, es gibt auch keinen bloßen Schurken. Statt dessen gibt es Figuren wie aus dem richtigen Leben. Jeder trägt sein Päckchen, jeder trägt seine Schuld, jeder hat angenehme und weniger angenehme Wesenszüge. Tom Finneks Figuren sind skurril, komisch, tragisch, liebenswert, verachtenswert. Man mag sie, man lehnt sie ab. Aber eines haben sie alle gemeinsam - sie sind Kinder ihrer Zeit und der Umstände, in denen sie leben. Es gab in der letzten Zeit selten ein Buch, bei dem mich Figuren so beschäftigt haben. Durch die ungewöhnliche Erzählweise - das Buch besteht aus 8 Teilen plus Prolog und Epilog, bei denen immer abwechselnd eine der Figuren im Mittelpunkt des Geschehens ist, gibt es so gut wie keine Nebenfiguren. Alle stehen im Laufe der Geschichte irgendwann einmal im Licht der Scheinwerfer und haben ihre 15 Minuten Ruhm.

Tom Finneks London des 17. Jahrhunderts ist die Bühne, seine Protagonisten das Ensemble und die Leser das Publikum eines grandiosen Theaterstücks über Liebe, Wahnsinn, Rache, Schuld und Vergebung. Ein Theaterstück, bei dem die Darsteller nicht nur auf der Bühne sondern auch im Publikum agieren und es ganz tief in die Vorstellung mit einbeziehen.

Ich habe mich großartig unterhalten gefühlt und mich durch die ausgeklügelte Handlung gerne und oft an der Nase herumführen lassen. Wenn die letzte Seite umgeschlagen ist und der Vorhang gefallen, sage ich mit einem großen Bedauern "Alle ab" und hoffe, dass ich in Tom Finneks Theater des Lebens bald wieder zu Gast sein darf.
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"Aber so ist das mit der Liebe, sie schlägt gern in Wahnsinn um und genau davon handelt diese Geschichte. Vom Irrsinn der Liebe" Zitat Seite 23 dieses Buches

Das Jahr 1665 brach an und mit ihm kam die Pest nach London. Das grosse Sterben begann und hörte das ganze Jahr nicht mehr auf. Die Seuche wütete und überall lagen Kranke und Leichen auf den Strassen oder den Hauseingängen. Tag und Nacht wurden wurden die Toten auf Leichenkarren zu den riesigen Pestgruben geschafft. Die anfängliche Angst hatte sich in Panik und dann dumpfe Lethargie gewandelt. Hokuspokus sowie Aberglauben hielten Einzug, Angst und Misstrauen regierten und der Wahnsinn folgte auf dem Fusse und entfachte die grosse Feuersbrunst von London ein Jahr später... vier Tage lang sollte London schliesslich brennen!

In dieser Geschichte geht's um Pest und Feuer, um Lüge, Verrat und Mord und im Mittelpunkt stehen die ganz (un-)gewöhnlichen Menschen des heruntergekommen Londoner Stadtteils Southwark. Dort findet man nur lasterhafte Wirtshäuser, Brauereien, Absteigen, Bordelle, Gefängnisse und windschiefe Häuschen. Der Dreck und Mief der von diesem elenden Stadtviertel ausging war berüchtigt. Solche ruchlose Orte ziehen die seltsamsten Menschen an wie Pferdemist die Fliegen. Es wimmelt von Bettlern, Gaunern, Säufern und Huren und die Verrückten waren eindeutig in der Überzahl. Und um ein paar dieser einfachen aber kauzigen Leute spinnt der Autor Tom Finnek eine spannende aber auch seltsam verworrene Geschichte, spielt mit der Wahrheit, erzählt von den vielen Irrungen und Wirrungen die das Leben bieten kann.

Bei Beginn der Lektüre muss man sich nicht nur wie üblich an die Namen der Personen und Orte gewöhnen sondern auch an den ungewöhnlichen Schreibstil. Ich erfreche mich diesen als schwatzhaft und leicht schnodderig zu bezeichnen und doch passt diese gossenhafte Sprache perfekt zu den Menschen von denen die Erzählung handelt. Sie zeichnet ein stimmungsvolles Bild von der Zeit von anno dazumals und es bleibt das Gefühl dem Autor hat das Schreiben nicht nur sehr viel Spass gemacht sondern es ging ihm auch federleicht von der Hand. Ganz verwundert nahm ich zur Kenntnis das ich als Leser immer wieder von der 13-jährigen Hauptfigur Geoff direkt angesprochen wurde, dieses spezielle und gewagte Stilmittel habe ich noch nicht allzu oft erlebt. Es folgt ein steter Wechsel der Erzähler zwischen Geoff als Ich-Erzähler und den restlichen Personen in der gewohnten Form der 3. Person.

Eines möchte ich den potentiellen Lesern als Tipp noch mit auf den Weg geben: Der Autor Tom Finnek ist ein Schelm, er versteckt viele Andeutungen spielt mit der Wahrheit und dadurch auch mit dem Leser. Wie soll man wissen was wirklich geschehen war wenn jeder etwas anderes erzählt? Manchmal kommt es mir so vor als gäbe es nicht nur eine Wahrheit sondern unendlich viele und jeder zimmert sie sich zurecht wie es ihm gerade in den Kram passt. Unter der Oberfläche glimmt und glüht es, dass man sich verbrennen kann und bringt man alle Wahrheiten zusammen kommt nichts als Unsinn und heilloses Durcheinander heraus. In jeder weiteren Wahrheit steckt auch eine neue Lüge, man muss nur tief genug danach graben. Zwischendurch ist es zum verrückt werden, ich blickte nicht mehr ganz durch. Mal hü mal hott, erst links dann rechts und ich hätte vor lauter Kraut und Rüben am liebsten laut geschrien. Will die Wahrheit etwa nicht gefunden werden oder gibt es gar mehr als eine?

Von mir gibt es 5 Amazon Sterne für einen aussergewöhnlichen Historischen Roman der von der Konzeption, über die Sprache bis hin zum eigentlichen Inhalt eindeutig vom der gewohnten Norm abweicht. Ein etwas "anderer" Historischer Roman der den Leser zwischendurch fordert aber sehr viel Lesespass bereitet.
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am 24. August 2011
So müssen Bücher geschrieben sein! Voller Lebenslust und Erzählkraft, schrill und bunt und mit großartigen Figuren und einem satt ausgemalten Hintergrund. Und genau so muss Londen im 17. Jahrhundert gewesen sein, man kann es sich nicht anders vorstellen. Die dreckigen stinkenden Elendsviertel, die vollgestopfte London Bridge, die mittelalterlichen Handelsviertel. Alles so lebendig, als machte man eine Zeitreise. Dazu ein mysteriöses Geheimnis aus der Vergangenheit, dass Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten betrifft und schließlich der große Brand, bei dem London untergeht. Selten habe ich so viel Vergnügen beim Lesen gehabt!
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am 16. Oktober 2011
Ich habe mir das Buch kurz nach Erscheinen aufgrund der hervorragenden Rezensionen (ca 4,5 Sterne) gekauft. Nach meinem Geschmack wurde es leider etwas zu hoch gehandelt. Das Geschehen ist in den unterschiedlichen Kapiteln aus der Sichtweise verschiede Charaktere geschildert. Dabei sind die Handlungsstränge durchaus geschickt verknüpft, teilweise aber auch einfach zu vorhersehbar.
Die ersten Kapitel aus der Perspektive von Geoff sind sehr unterhaltsam, insbesondere da seine Rotzlöffel-Logik einen Recht trockenen Humor transportiert. Im Gegensatz dazu sind Jezebels Schilderungen einfach nur langweilig und erinnern mitunter an eine Mischung aus Ken Follet und Rosamunder Pilcher Tragik-Liebesschnulze. Das größte Problem ist dabei, dass das Buch vor allem in emotionalen Passagen ziemliche Schwächen hat und mich einfach nicht mitreisst. Vor allem zum Ende hin flacht das Niveau insgesamt ziemlich ab.

Dazu kommen kleinere Ungereimtheiten, die dass ganze Szenario eines Londoner Armenviertels im 17 Jhdts etwas unglaubwürdig machen. Alles in allem kein totaler Fehlkauf, aber ich hab schon deutlich bessere Bücher gelesen.
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am 20. Oktober 2012
Mir hat dieses Buch gut gefallen, was nicht zuletzt daran lag, dass die scheinbar einzelnen Geschichten der Protagonisten sich zu einem stimmigen Gesamtbild und einer komplexen "Gesamtgeschichte" fügten. Stückchenweise erkannte der Leser wie die einzelnen Schicksale und Lebensgeschichten der Charaktere miteinander verknüpft sind, und die verschiedenen Erzählperspektiven erlaubten sich ein ganz eigenes Bild der Geschehnisse zu machen, Für und Wider der Wahrheiten abzuwägen.
Geschickt wurden hier Familiendrama, Mord, leidenschaftliche Liebe, Wahnsinn zu einem packenden Gesamtwerk verflochten.
Was ich Anfangs häppchenweise genoss, habe ich gegen Ende hin verschlungen.
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am 20. Februar 2015
Ich habe mir das Buch bestellt um bevor ich selbst nach London fahre ein paar historische Eindrücke zu bekommen. Der Roman liest sich leicht und man hat ihn schnell durch. Ich fand es toll während der Reise Orte und Geschichten aus dem Buch dann in Wirklichkeit zu sehen und schon einiges an Hintergrund Info's zu haben, sodass man nicht nur mit dem Reiseführer in der Hand unterwegs ist,
Lieferung ging fix und das Buch selbst war im Top Zustand. Deshalb 5 Sterne von mir.
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am 25. Januar 2015
eine spannende und interessante Geschichte, erzählt aus verschiedenen Perspektiven- auch mal interessant.Man erhält Einblick in den Alltag und die Lebensumstände im Mittelalter, die man sich so gar nicht vorstellen kann.
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am 7. April 2015
Der Roman, der im 17. Jahrhundert in und um London spielt hat mir
gut gefallen. Die Erzählung ist gut verständlich, die Personen interessant.
Wenn man London in der jetzigen Zeit kennt, ist es sehr interessant, sich diese
Stadt in früherer Zeit mit dem Leben der Einwohner vorzustellen.
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am 18. Januar 2015
Ein sehr schönes Buch, das unterhaltsam geschrieben ist und mich zu begeistern wusste. Aus den Rezesionen wusste ich ja schon, dass es sich nicht nur (bzw anfangs ja gar nicht) um den Brand an sich dreht. Aber die Charaktere werden lebhaft dargestellt und es machte - mir zumindest- Spaß die Geheimnisse zu lüften.

Ich bin froh das Buch trotz der teils negativen Bewertungen gekauft zu haben.
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am 6. Dezember 2011
Als Freund historischer Romane hatte ich mich mal wieder nach etwas Interessantem umgeschaut und war aufgrund der sehr guten Bewertungen auf diesen Roman aufmerksam geworden. Leider kann ich diese gute Bewertung nicht unterstützen. Einzig der etwas andere Schreibstil aus Sicht der verschiedenen Protagonisten konnte mich überzeugen.
Die Story war aus meiner Sicht totlangweilig (der große Brand von London z.B. spielt eigentlich nur eine unbedeutende Nebenrolle) und auch verschiedene Wendungen sind sehr vorhersehbar, so dass für mich keine Spannung aufkam. Ich habe selten so mit einem Buch zu kämpfen gehabt. Kann deshalb die guten Rezensionen für mich nicht nachvollziehen.

Erhält den einen Stern nur für den Schreibstil - nicht für die Story
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