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am 19. Juni 2015
Dieser Film ist vielleicht nichts für Actionfans. Aber auf jeden Fall etwas für Cineasten, die einen wirklich grandiosen Film sehen wollen. Ich hatte dieses beeindruckende Zusammenspiel von schauspielerischer Leistung, Dramaturgie, Musik und Landschaftsaufnahmen (schon alleine der Landschaftsaufnahmen wegen lohnt sich das Anschauen) nicht erwartet hinter dem eher düsteren Titel - eine Anspielung auf die erste Plage Ägyptens. Und Blut fileßt viel in diesem Film, ob nun in schwarzer Form als Öl aus der Erde oder eben auch das Blut derer, die sich dem Protagonisten des Films in den Weg stellen wollen. Ein Film über einen Menschen, der besessen ist von der Idee, als "Ölmann" einer der reichsten Menschen überhaupt zu werden - und der über diesem Ziel alle Menschen, denen er vertraut oder vertrauen könnte, nach und nach verliert. Am Ende der Satz "Ich bin fertig" - und das ist dann auch der Zuschauer für eine Weile. In den Sitz gedrückt lauscht er verwundert dem 3. Satz des D-Dur Violinkonzerts von Brahms und weiß nicht, wie ihm in den letzten zwei Stunden geschehen ist. Ist "There will be blood" eine Parabel auf die rücksichtlose Ausbeutung der Ressourcen der Erde, bei der und mit der Menschen rund um den Globus über Leichen gehen? Sicher nicht das letzte Mal, dass ich dieses Epos angeschaut habe. Es gibt vieles zu entdecken, auch über die heutige Zeit.
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am 12. August 2016
Über Drehbuch, Schauspielerische Leistung und Musik wurde hier schon viel, teils auch kontrovers, geschrieben. Deshalb möchte ich mich bei dieser Rezension ausschließlich auf die visuelle Wirkung des Films beschränken. Dabei sei von vornherein gewarnt, dass ich den Film und die Bluray hinsichtlich grafischer Feinheiten analysieren möchte. Wer den Film also nicht auf einer Leinwand oder auf einem großen Fernseher genießen möchte, dem kann ich nur sagen, dass die Bluray selbstverständlich eine große Verbesserung im Vergleich zur DVD darstellt. Die Rezension weiter zu lesen ist dann aber überflüssig.
Bevor ich nach langer Zeit und und zum ersten Mal auf Bluray "There will be blood" erneut sah, habe ich mich zuvor zum regelrechtn aul Thomas Anderson Fan entwickelt. Deshalb ging ich mit dem grandiosen "the Master" im Hinterkopf an diesen mit schon bekannten Film heran. Und wie das so bei Filmen ist, die man schon kennt, aber zum ersten mal auf Bluray sieht, achtete ich vor allem auf die Bildsprache und Bildqualität und wurde dann leider dich etwas enttäuscht. Da ich auf dem gebiet ein Laie bin, kann ich nicht immer sagen, ob die Gründe hierfür in der Arbeit PTA's liegen oder der HD-Transfere schuld ist. Deshalb kann ich hier nur das visuelle Erlenis der Bluray bewerten, ohne abschließend die Schuldfrage klären zu können. Dennoch möchte ich hier erläutern, welche Probleme vermutlich dafür verantwortlich sind, dass der Film nicht so eindrucksvoll wirkt, wie erwartet.
Einer der größten Unterschiede im Vergleich zu "the Master" liegt wohl im verwendeten Filmmaterial. Dieser wurde nämlich auf 70mm gedreht, während für den vorleigenden Film 35 mm Film verwendet wurde, allerdings im Cinemascope Verfahren, welches besonders bei neueren Filmen ebenfalls eine beeindruckende Auflösung vorweisen kann. Dennoch ist 35 mm kein 70mm, allerdings ist die Mehrheit der Filmgeschichte auf 35 mm Film realisiert worden ohne das dies negativ aufgefallen wäre. Die Fehlersuche geht also weiter. Auch fällt auf, dass im Film bräunliche Töne dominieren, hier wurde vermutlich ein Filter verwendet, was wohl dem Bild einen historischen touch verleihen soll. Letztendlich ist das natürlich Geschmackssache. Ein großes Problem scheinen mir allerdings Unschärfe zu sein. Ein Paradebeispiel ist hierfür der finale Dialog zwischen Daniel und Eli. Während Daniel perfekt scharf ist, wirkt Eli eher unscharf. Ob hier der Kameramann geschlafen hat, es sich um ein Stilmittel handelt oder beim Mastering ein Fehler aufgetreten ist, lässt sich nicht genau sagen. Jedenfalls treten solche Schärfenprobleme regelmäßig auf, was deshalb störend wirkt, weil man von PTA eigentlich perfektionistische Bilder gewöhnt ist.
Ein weiteres Problem hängt mit einem Bewusst gewählten Stilmittel zusammen. Entgegen dem Lehrbuch filmte PTA hier viel mit Gegenlicht. Damit sind keine Schattenrissaufnahmen gemeint. Vielmehr dringt hier meist das Sonnenlicht durch irgendwelche Fugen, Ritzen oder schimmert hinter Konstruktionen hervor. Auch die vielen Halbdunklen und zwielichtigen Szenen sind durch eine solche Lichtgestaltung gekennzeichnet. Dies führt aber zu lokalen Überblendungen und ich vermute, dass hier der digitale Bloomingeffekt einsetzt, wodurch in einer Reihe verbundene Pixel überbelichtet werden und dadurch helle Streifen bilden. Richtig beobachten kann man das in der ersten Kirchenszene (54:54). Das Licht scheint hier durch die Ritzen der Bretterwand und überblendet dermaßen, dass die Hosenbeine des davorstehenden Elis ebenfalls lichtdurchlässig zu werden scheinen. Vermutlich handelt es sich dabei um einen Masteringfehler. Dieser in dieser Szene ganz deutlich sichtbare Fehler ist wohl dafür verantwortlich, dass der Film über weite Strecken nicht so gut aussieht. denn viele in diesem Stil gedrehte Szenen wirken dadurch diesig, nebelig unscharf und nicht sauber komponiert. Ich vermute, dass ohne diesen Masteringfehler diese Szenen wesentlich besser weggekommen wären. Ich muss hier vor allem an ähnliche Szenen aus Clint-Eastwood-Western denken (High Plains Drifter, Pale Rider). Auch hier wurde innerhalb schlecht belichteter improvisierter Behausungen gedreht, während von draußen das grelle Licht hereindrang. Hierdurch wurde eine fast einmalige Atmosphäre erzeugt. Vermutlich wirkte das beim Ursprünglichen Filmmaterial ähnlich und wurde bei der Umsetzung auf Bluray versaut. Das hierin der Grund für die unbefriedigende Schärfe und Auflösung zu finden ist, wird auch dadurch belegt, dass klassisch also von hinter der Kamera beleuchtete Szenen (Ankunft mit dem Auto, Taufe) tatsächlich sehr gut aussehen. Allgemein könnte man dem Transfer ein leichtes Problem mit der korrekten Wiedergabe von Farben und Kontrasten vorwerfen, so dass große Teile des Filmes hinter einem Art digitalen Schleier verborgen zu sein scheinen, so dass ein echtes Filmfeeling oftmals nicht aufkommt. Dieses Filmfeeling ist aber natürlich eine filigrane Sache und das Nichtzustandekommen lässt sich nicht immer leicht erklären und wird von vielen auch gar nicht erkannt. Denn obwohl der Film in einigen Szenen eine hohe Auflösung aufweist und auch das Filmkorn deutlich zu erkennen ist, hat man manchmal den Eindruck trotz der hohen Auflösung in Sachen Farben und Kontrasten eine DVD zu schauen und eben keine Bluray, geschweige denn einen analoge Film. Und das ist schade. Einen ähnlichen Eindruck hatte ich schon bei Magnolia und interessanterweise wurden sowohl Magnolia als auch There will be blood von Studiocanal herausgebracht. Dass wir es also hier mit Detailfehlern bei der Abtastung zu tun haben, erscheint zumindest möglich. Aber natürlich ist das ein kontroverses Feld und ich würde mich freuen, wenn Leute die etwas anderes, etwas ähnliches oder gar entgegengesetztes gesehen haben in den Kommentaren darüber berichtet und debattieren würden. Dennoch sei die Bluray aus Mangel an Alternativen empfohlen. Allerdings sollte man seine Erwartungen etwas reduzieren und sich keine Gelegenheit entgehen lassen, den Film im Kino zu sehen.
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am 5. März 2016
Die Geschichte eines Besessenen, grandios verkörpert von Daniel Day-Lewis, der dafür zu Recht mit einem Oscar als bester Schauspieler bedacht wurde. Ansonsten finde ich den Film zwar interessant, aber auch etwas eintönig, da es eben sehr stark auf die Rolle des "Daniel Plainview" fokussiert ist.
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am 6. Januar 2016
Diese Rezension bezieht sich auf den Film, nicht auf Versand oder andere Dinge.

Eins vorweg: Daniel Day Lewis Schauspiel in "There will be blood" ist das beste das ich jemals sah, ich bin ein großer Cineast verfolge jährlich die Academy Awards und meine mich wirklich gut auszukennen. Die Auszeichnung für seinen Oscar als Daniel Plainview ist ABSOLUT gerechtfertigt!

Der Film ist ruhig, sehr ruhig. Hier sprechen Bilder mehr als Worte. In den ersten 20 Minuten wird kein Wort gesprochen, ähnlich wie in "Spiel mir das Lied vom Tod". Wunderschöne Landschaftsaufnahmen und Daniel D. Lewis, der direkt zu Beginn als Daniel Plainview aus einem Erdloch in dem er nach Öl sucht an die Oberfläche klettert. Für mich symbolisch als der Teufel, der die Hölle verlässt und in unserer Welt ankommt. Wir erleben seinen ganzen Werdegang vom Glücksritter der nach Öl bohrt bis zum größten Öl Tycon der gnadenlos seine Konkurrenz ausrottet, seine Familie verstößt und sich mit der Kirche anlegt. Das Ende, die letzten 20 Filmminuten die viele Jahre nach den eigentlichen Geschehnissen ansetzen sind überragend und machen den Film erst zu dem was er ist. Was D.D. Lewis hier schauspielerisch darbietet kann man nicht in Worte fassen und muss man einfach gesehen haben. Auch der restliche Cast überzeugt vollends, besonders hervorzuheben wäre hier noch Paul Dano, der seinen Pfarrer immer am Rande einer Karikatur darstellt, diese Linie jedoch nie wirklich überschreitet. Neben D.D. Lewis Performance nicht unter zu gehen heißt schon was und Paul Dano meistert diese Herausforderung.

Fazit: Paul Thomas Anderson hat neben seinen Klassikern wie "Boogie Nights" und "Magnolia" sein ganz persönliches Meisterwerk abgeliefert. Für mich sein definitiv stärkster Film. Die 8 Oscarnominierungen, wovon 2 Auszeichnungen erteilt wurden, sind auf jeden Fall gerechtfertigt und alleine wegen Daniel Day Lewis sollte diesen Film jeder einmal gesehen haben.
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am 16. August 2015
Hier stehen einige Resensionen, die alles sehr gut beschreiben. Ich könnte sagen, das ist nicht ein Film zur Entspannung.. er beschreibt harte Zeiten und ein Mann, der zu allem fähig ist, sein Erfolg zu erreichen.
Sehr gut gespielt von den Schauspielern und dazu eine sehr originelle und passende Musik, die die Atmosphäre unterstützt.
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am 4. Oktober 2014
Keine charismatischen Figuren, düstere Bilder, kurze prägnante Dialoge, ein großartiger Daniel Day-Lewis, ein widerlicher Paul Dano und ein Film für keinen glücklichen Fernsehabend. Ein Meisterwerk der visuell zu beeindrucken weiß. Filmkunst auf ganzer Linie. Das Werk von Anderson ist so beängstigend wie beeindruckend. Der Zuschauer ist nach dem Film geplättet und lässt den Abspann passieren und denk sich ... Gott sei dank hab ich zu dieser Zeit nicht gelebt. Die Qualität der DVD ist sehr gut und dem Preis angemessen.
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TOP 500 REZENSENTam 7. September 2015
Der Film "There Will Be Blood" ist zwar spannend bis zum Schluß, zeichnet aber ein durchweg düsteres Bild eines Öl-Mannes, bzw. Erfolgsmenschen, der seinen Sohn völlig vernachlässigt, vor Selbstjustiz nicht zurückschreckt und alles und jeden mit seinem Geld zu kaufen versucht. Zum Schluß bleibt der Protagonist selbst auf der Strecke und schreckt sogar für einer Tötung des Pastores nicht zurück. Menschen läßt er auch nicht an seinem eigenen Wohlstand teilhaben, sodaß der Hauptdarsteller für den Zuschauer völlig unnahbar bleibt. Als Pastor hätte ich dem jähzornigen und selbstverliebten Hauptdarsteller die Bibel über den Kopf gezogen und das Wort Gottes deutlich gemacht. Vielleicht wäre er dann auf den Pfad der Tugend zurückgekehrt.
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am 29. März 2013
Liest man diesen auf der Rückseite der Verpackung vermeint man beim Schauen tatsächlich, im falschen Film zu sein.

Was sieht man tatsächlich, ohne zu spoilern: Die degenerative Entwicklung eines von Zwängen besessenen Menschen, welcher keine Möglichkeit hat, sich mit anderen auszutauschen, was dazu führt, dass die paranoiden Zwänge am Ende vollends von ihm Besitz ergreifen.
Klingt zum Gähnen, ist jedoch unglaublich erzählt. Alles passt, Story, Bilder, Musik, Stimmung - einer der größten Filme des 21. Jahrhunderts, jetzt schon!

Vorsicht: Es gibt zahlreiche verstörende Momente, insbesondere das auf seine Weise fulminante Ende.

Gute Unterhaltung ist aus meiner Sicht jedenfalls nicht angesagt.
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am 26. Oktober 2015
Also die Musik sollte es wohl wirklich reinhämmern, da sie oft wesentlich lauter ist als die Leute die Sprechen...
agbesehen davon - GUTER FILM... überzeugende Schauspieler und interessantes Thema... etwas über Ölbohrungen sah ich bisher noch nie :)

GUT. Nicht perfekt... aber GUT.
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Lange habe ich damit gezögert, mir diesen Film zuzulegen, denn in vielen Rezensionen heißt es, "There Will Be Blood" sei langweilig und ohne rechte Struktur, doch ich kann nur sagen, dass diese Kritik ins Leere geht - ja mehr noch, dass dieser Film ein echtes Erlebnis ist, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Der Film beginnt mit einem Blick auf zwei karge, sonnenbeschienene Berge, an deren Fuß Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) mit verbissener Zähigkeit in einem Schacht nach Silber gräbt und es schließlich auch findet. Als er von der Leiter in die Grube abrutscht, bricht er sich ein Bein, doch verbissen und fanatisch gräbt er weiter, bis er schließlich genügend Silber zusammenhat und sich in das nächste Dorf quält. Vier Jahre später sehen wir Plainview in der Wüste, wie er mit einigen anderen Männern nach Öl bohrt, im Dreck lebt, Apparate entwirft, Schwerstarbeit leistet und sich des Säuglings eines Mannes annimmt, der bei den Bohrungen tödlich verunglückt. Immer weiter begleiten wir Plainview bei seiner entgegen aller Widrigkeiten hartnäckig vorangetriebenen Arbeit, die ihn nach und nach zu einem wohlhabenden Mann macht. Mehr als fünfzehn Minuten dauern diese Szenen, und während dieser Zeit wird kein einziges Wort gesprochen, wir hören nur das Stöhnen der Männer, das von Schmerz und Anstrengung zeugt, dazu die avantgardistische und verstörende Musik von Jonny Greenwood.

Der Film lädt uns ein, Daniel Plainview, einen machtbesessenen Selfmademan auf seinem Weg zu Reichtum und menschlicher Vereinsamung zu begleiten; er erzählt eigentlich keine wirkliche Geschichte, sondern beleuchtet nur wichtige Episoden im Leben dieses Mannes, bis er schließlich in einer absurd-tragischen Situation abrupt endet.

"There Will Be Blood" ist lose an den Roman "Oil!" von Upton Sinclair angelehnt, einem jener Journalisten und Schriftsteller, die Anfang des letzten Jahrhunderts von Präsident Roosevelt als "Muckrakers" verunglimpft wurden, weil sie es wagten, die sozialen Kosten des Kapitalismus in ihren dem Naturalismus verhafteten Werken anzuprangern - etwas, das Dickens auf mildere Weise im 19. Jahrhundert für das industrialisierte England tat. Allerdings macht sich Regisseur Anderson den sozialkritischen Impetus Sinclairs nicht zueigen, sondern konzentriert sich auf den Charakter Plainviews, der als Musterbeispiel entschlossenen Unternehmertums auf der einen Seite Bewunderung erzeugt, wegen seiner Unfähigkeit, menschliche Bindungen aufzubauen, und der damit einhergehenden Skrupellosigkeit jedoch auch Abscheu hervorruft.

Am Anfang überwiegen noch die positiven Seiten in Plainviews Charakter: Wir sehen ihn, wie er mit seinem Sohn spielt und ihm das Ölgeschäft erklärt, wir sehen, wie durch ihn die Stadt Little Boston, deren Bewohner ursprünglich am Rande des Existenzminimums lebten, einen bescheidenen Aufschwung und die Segnungen der Zivilisation erfährt, aber wir erleben ihn auch als knallharten Verhandlungspartner, der sich nicht scheut, die unwissenden Bauern über den Löffel zu barbieren. In der Folge, vor allem mit dem Auftauchen seines Rivalen, Eli Sundays, eines bigotten, sektiererischen Predigers, überwiegen allerdings die Schattenseiten seines Charakters. Als sein Pflegesohn H.W. bei einer Bohrtumexplosion sein Gehör verliert, kümmert sich der Vater mehr um das Bohrloch als um seinen Sohn, der voller Panik nach ihm schreit; später weiß Plainview nicht, mit der Behinderung des Kindes umzugehen, und schiebt es kurzerhand in ein Internat ab. Am Lagerfeuer verrät er seinem Bruder in einem Anflug alkoholbedingter Aufrichtigkeit, dass er die Menschen hasse und anderen jeden Erfolg neide.

Sein Rivale Eli Sunday (Paul Deno) hingegen ist eine noch unambivalentere Figur, denn er erregt das Missfallen des Zuschauers von Anfang an. Ein unbedarfter Bauernsohn, wählt er den Weg des evangelikalen Erweckungspredigers, der die Menschen mit inszenierter Glaubensverzückung in seinen Bann schlägt. Von Plainview gedemütigt, sinnt er auf Rache, die er sich auch auf Umwegen verschafft.

Im Grunde sind sich beide Rivalen recht ähnlich insofern als es ihnen darum geht, monomanisch Macht und Einfluss über andere Menschen zu gewinnen, und auch die Gier nach Geld ist Sunday nicht fremd. Der Unterschied ist, dass Plainview erschreckend brutal zu Werke geht - in einem Verhandlungsgespräch droht er beispielsweise in einem Anfall von Wut seinem Gegenüber damit, sich nachts in sein Haus zu schleichen und ihm die Kehle durchzuschneiden -, während Sunday eher kriecherisch und feige ist - die Schläge und Tritte, die er von Plainview empfängt, reich er an seinen alten Vater weiter - und dabei an Uriah Heep aus "David Copperfield" erinnert.

Es sind zwei ausnahmslos gierige und egozentrische Menschen, die Anderson hier zeichnet, und das mag den Film für viele abstoßend machen, aber wenn ich mir die Welt so angucke, gibt es doch eine Menge Plainviews und Sundays.

Man mag sich darüber streiten, ob das Ende dieses großartigen Filmes ebenso gelungen ist wie der Rest. Ich für meinen Teil finde, dass die beiden Rivalen in ihrem letzten Zusammentreffen wie Zerrbilder ihrer selbst agieren, was zum Teil sicher auf die Verachtung zurückzuführen ist, die der Regisseur für seine zwei Figuren empfinden mochte, doch die Aussage, die Anderson damit macht, ist eindeutig.

Ein besonderer Reiz dieses Filmes liegt auch in der Filmmusik, die überwiegend von Jonny Greenwood komponiert wurde (es gibt allerdings auch Musik von Brahms und anderen). Die Musik unterstreicht die fehlende Balance im Charakter Plainviews aufs trefflichste, wobei sie dem Ohr nicht immer, dem Bauch aber durchweg einen Gefallen tut.

Einziger großer Makel an der DVD ist die Verpackung, die doch recht billig und instabil geraten ist, da sie nicht plasti-elasti, sondern pappig ist. Doch dies hat nichts mit dem Film zu tun, und meine Bewertungen gelten in erster Linie immer dem Inhalt, so dass ich diesem grandiosen Epos fünf Sterne gebe und noch einmal die Empfehlung ausspreche, dass man sich diesen Film nicht entgehen lassen sollte. Da ist nichts mit Langerweile!
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