Jeans Store Hier klicken Jetzt informieren Neuerscheinungen Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More sommer2016 Herbstputz mit Vileda Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
53
4,5 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Thomas Dunson (John Wayne) beginnt mit dem Willen zum Erfolg in Texas als Rancher. Gemeinsam mit seinem treuen Gehilfen Groot (Walter Brennan) und Pflegesohn Matthew Garth beginnt er die Rinderzucht auf bisher ungenutztem Land. Jahre später - Matthew (Montgomery Clift) ist inzwischen erwachsen - verfügt er über eine große Herde, nur sind Rinder inzwischen in Texas nichts mehr wert. Dunson plant daher einen großen Viehtrieb über den berühmten Red River nach Missouri, wo die Aufkäufer gut zahlen und inzwischen ein Eisenbahnaufschluss vorhanden ist. Zahlreiche Cowboys werden angeheuert, die sich schriftlich zur Teilnahme bis zum Ziel verpflichten müssen. Mit nahezu 10000 Rindern startet der Treck, bei dem Dunson seinen Leuten das Letzte abverlangt und sich zunehmend tyrannisch zum Herren über Leben und Tod aufschwingt. Bald stellt sich ihm Matthew entgegen ...

Howard Hawks (1896-1977) verfügte für seine erste Zusammenarbeit mit John Wayne (der legendäre Filme wie RIO BRAVO, HATARI und EL DORADO folgten) über ein für 1948 gigantisches Budget von 3 Millionen US-Dollar. Für zahllose spektakuläre Szenen waren 5000 Rinder im Einsatz. Die als Stampede bezeichnete panische Flucht der Rinder wurde mit in den Boden eingegrabenen und mit Panzerglas abgedeckten Kameras gefilmt. Insbesondere mit den ersten Szenen setzte Hawks dem Pioniergeist des Westens ein Denkmal und dokumentiert in einer epischen Parabel gewissermaßen den Übergang von feudaler Herrschaft (Dunson) zu bürgerlich-demokratischen Ansätzen (Matthew). In Deutschland startete RED RIVER 1951 in einer um 40 Minuten gekürzten Fassung unter dem Verleih-Titel PANIK AM ROTEN FLUSS. Für die Ausstrahlung der ungekürzten Fassung erstellte die ARD 1968 eine neue deutsche Synchronfassung, die auf dieser Disc enthalten ist.

Die Blu-ray von MGM/FOX präsentiert RED RIVER ungekürzt mit einer Laufzeit von 133 min im Original-Kinoformat 4:3. Die gelegentlich wechselhafte Bildqualität macht die Problematik der HD-Konvertierung alten schwarz-weiß-Materials deutlich. Die englische Tonspur liegt in DTS-HD MA 1.0 vor. Deutsche Synchronfassung sowie (auf der Verpackung nicht genannt) spanische und italienische Tonspur sind in DD 1.0 vorhanden. Optional gibt es Untertitel (Englisch für HG) in den genannten Sprachen. Als Extra ist die Original-US-Kinofassung (127 min) in SD mit englischem Ton und optionalen Untertiteln enthalten, deren Bildqualität mitunter besser als die HD-Konvertierung wirkt. Das Wendecover ohne FSK hat ein alternatives Bildmotiv.

Für Sammler von Klassikern mit Sicherheit ein Pflichtkauf!
0Kommentar| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Mai 2010
"Red River" war Howard Hawks'erster Western, und John Wayne soll ziemlich skeptisch gewesen sein wegen der "Unerfahrenheit" von Hawks und ob er die Rolle des Tom Dunson wirklich spielen sollte. Hawks gab Wayne eine passende Antwort, sinngemäß etwa: "Du wirst älter! Es wird Zeit, daß du den Quatsch nicht mehr drehst (Wayne hatte in den 40er Jahren nur in einer Reihe von mittelmäßigen B-Western mitgewirkt) und eine echte Charakterrolle spielst!" Angelehnt an die wahre Geschichte des ersten großen Viehtrecks auf dem "Chisholm Trail" nahm Hawks Motive aus "Moby Dick" und "Meuterei auf der Bounty" und versetzte sie in die Prärie. Tom Dunson ist der "Kapitän Ahab" des Westens, der geradezu manisch getrieben und unter allen Umständen seine riesige Rinderherde über tausende von Meilen durch Dürre, Wind und Wetter und unter Bedrohung durch Indianer nach Missouri bringen will um sie dort gewinnbringend zu verkaufen. 14 Jahre hat er dafür geschuftet, hat sich eine Ranch aufgebaut, eine der größten Viehbestände im Westen angehäuft, um dann festzustellen, daß er durch den Krieg pleite ist und für seine Rinder keine Absatzmärkte findet. Obwohl bald heraus ist, daß es im wesentlich näheren Abilene eben einen guten Markt gibt (und eine Bahnlinie), hält der monomanische Dunson an seinem Plan fest das unter wesentlich strapaziöseren Bedingungen und weiter entfernte Missouri zu erreichen. Besessen treibt er seine erschöpften Männer voran, Meuterer werden erschossen, Widerspruch duldet er nicht. Als er zwei Männer, die sich nachts mit Vorräten aus dem Staub gemacht hatten und von dem Revolvermann Cherry wieder eingefangen wurden, hängen lassen will, erhebt sich auch sein geliebter Ziehsohn Matthew Garth gegen Dunson, entwaffnet ihn und läßt ihn zurück. Matt führt den Treck nach Abilene, wissend, daß sich Tom Dunson schnell Männer suchen wird um sich die Herde zurückzuholen... und um Matt zu töten wie er geschworen hat.
Und jetzt bringt Hawks Poesie und diejenige Frau ins Spiel, die Tom Dunson läutern und die Geschichte zu einem guten Ende bringen wird. Tess Millay verliebt sich in Matt und erfährt von Toms altem Partner Groot (Walter Brennan - der die ganze Geschichte im Stil einer Tagebuch-Chronik erzählt) viel über das Verhältnis von Matt und Tom und warum Tom Dunson "eben so ist wie er ist". Dunsons Besessenheit basiert auf einem furchtbaren Fehler, den er sich selbst nie verziehen hat: Die Frau, die er einst geliebt hatte, ließ er vor 14 Jahren mit einem Treck weiterziehen, obwohl sie ihn anflehte bei ihm zu bleiben und seine Ranch mit aufbauen wollte. Nur wenige Tage später wurde besagter Treck von Komantschen überfallen und am Arm eines getöteten Indianers findet Dunson das Armband, das er seiner Geliebten Fen zum Abschied geschenkt hatte. Dieses Armband wandert als Leitmotiv immer weiter: Dunson gibt es dem jungen Matt, der für ihn wie ein leiblicher Sohn wird, Matt reicht es weiter an Tess, und die konfrontiert bei ihrer Begegnung mit Tom Dunson eben jenen mit dieser schmerzhaften Schuld. Mit aller Macht versucht Tess Dunson davon abzubringen sich an Matt zu rächen, weil sie erkennt, daß sich Dunson und Matt wie Vater und Sohn lieben...
Hawks setzte das Happy End gegen die Produzenten durch. Die wollten, daß Dunson im finalen Duell von Matt tödlich verwundet wird. Matt und Tess sollten in der ursprünglich geplanten Schlußszene den sterbenden Dunson an die Ufer des Red River führen... aber Hawks mochte so ein tragisches Ende nicht, weil er seine Figuren liebt, lotet die Seele des im Grunde positiv angelegten Charakters von Tom Dunson aus und läßt Tess als starke Frau die Versöhnung von "Vater" und Ziehsohn nach einer finalen Schlägerei herbeiführen.
"Red River" ist einer jener Hollywood-Filme, die man in jeder Hinsicht als makellos und zeitlos bezeichnen kann. Es wirkt alles so echt und authentisch wie es tatsächlich auf dem gigantischen Viehtreck von 1885 zugegangen sein muß. Die riesige Rinderherde, das Filmen an Originalschauplätzen und die geradezu poetische Szene im Morgengrauen, als Tom Dunsons Treck aufbricht, lassen den Aufwand und die Strapazen erahnen, die das Filmteam bei den Dreharbeiten annähernd wie die echten Protagonisten von damals durchmachen mußte. Es läßt auch den Pioniergeist dieser Cowboys erahnen, die den ersten großen Rindertreck in den Osten brachten und einen Grundstein für die Fleischindustrie großer Städte wie Chicago oder Boston legten.Atemberaubende Szenen wie eine Rinder-Stampede oder die Überquerung eines Flusses bleiben haften in diesem epischen Western-Klassiker, der mit bärbeißigem Humor durchsetzt ist und durch den "Beobachter" und "Chronisten" Groot eine geschickte Erzähler-Perspektive gefunden hat, die die Motive und Handlungsweisen von Matt und Tom umso mehr verdeutlicht und greifbar macht. Groot, der treue Freund und Partner Dunsons, ist es auch, der Tom immer wieder an die Folgen seiner Handlungsweisen erinnert: "That was wrong, Mr. Dunson", sagt er als Tom seine Fen mit dem Treck weiterziehen läßt, und er sagt diesen Satz immer wieder... Warum es diesen Film (der übrigens hervorragend synchronisiert ist) immer noch nicht in einer adäquaten DVD-Fassung gibt, ist ebenso rätselhaft wie die Frage warum er denn nicht in Farbe gedreht wurde. Dies vielleicht um den Realismus und die Authetizität dieses einzigartigen Films noch zu verstärken.
44 Kommentare| 28 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. September 2009
dieser überaus gute western von john wayne wartet immer noch auf eine gute deutsche veröffentlichung - warum geht kein namhaftes label diesen film mal an. es ist eine schande und unverständlich nach all den vielen guten bis sehr guten veröffentlichungen rund um john wayne, nur " RED RIVER " ist und bleibt dem deutschen markt vorenthalten, warum? genauso wäre eine veröffentlichung der langen version von " ALAMO " die es nur in den staaten auf video gab mal pflichtprogramm - MGM was ist los? wäre auch was für KOCH-MEDIA!!! EMS!!! gebt diese veröffentlichungen endlich den fans!!! wir warten!!!
22 Kommentare| 36 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Mai 2009
Ich frage mich, nach welchen Kriterien Filmverleiher entscheiden, ob ein Film es "wert" ist, digitalisiert und auf DVD verkauft zu werden? Einen der wichtigsten und besten Western überhaupt suchen Fans bisher vergeblich: Red River. Da gab es eine verhunzte, farbige Kurzfassung auf "Premiere" und dann gibt es die Original-Fassung als UK-Import. Und wir hier? Wann endlich wird es "Red River" auch in Deutschland auf DVD geben? Ich könnte mir vorstellen, dass es eine große Fangemeinde gibt (John Wayne, John Ford, Western überhaupt). Jeder Quark und Ballermist ist in technisch brillianten Kopien zu haben - so mancher Klassiker verschwindet in staubigen Kisten. Ein Jammer. Nu macht mal hinne!
22 Kommentare| 27 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 26. Januar 2014
Durch John Fords “Höllenfahrt nach Santa Fe“ mit John Wayne wurde 1939 das Westerngenre erwachsen. Knapp 10 Jahre später konnte sich Wayne in Howard Howks’ “Red River“ erstmals als Charakterdarsteller profilieren. Der von ihm verkörperte Thomas Dunson ist zwar die Hauptfigur des Filmes um den ersten großen Viehtransport quer durch den Wilden Westen, ein Held ist er aber noch lange nicht. Ein kurzer Prolog schildert, wie Dunson die Liebe seines Lebens bei einem Indianerüberfall auf einen Wagentreck verlor und den einzigen Überlebenden, den kleinen Matthew Garth, als Pflegesohn adoptierte. 15 Jahre später ist Thomas Dunson ein verbitterter Mann, der seine Ranch in Texas mit eiserner Hand führt. Auch bei einem langwierigen und sehr gefährlichen Vieh-Trail zur Eisenbahnlinie nach Missouri nimmt Dunson wenig Rücksicht auf seine Männer. Dies schmeckt Matthew überhaupt nicht und er rebelliert gegen seinen Stiefvater, den er eigentlich bewundert...

Lange bevor James Dean in “Denn sie wissen nicht was die tun“ oder “Jenseits von Eden“ gegen seine Väter aufmuckte, sollte Montgomery Clift in seinem ersten Kinofilm dem übermächtigen John Wayne auf seine ruhige besonnene Art Paroli bieten. Doch “Red River“ wäre heute nicht der große Westernklassiker wenn er nur einen Vater-Sohn-Konflikt erzählen würde. Mit beeindruckenden Naturaufnahmen, realistischen Einblicken ins harte Cowboyleben, der legendären in “City Slickers“ zitierten Yihaa!-Aufbruchsszene, seiner wilden Stampede mit Tausenden von Rindern und einer kernigen alles bereinigenden Schlägerei gelang Howard Howks ein Meisterwerk des Westernkinos. Lange hat es gedauert bis der Film endlich auf DVD vorliegt, wenn auch anscheinend nur eine deutsche TV-Ausstrahlung als Master diente und die DVD-Edition nur Textbeiträge als Bonusmaterial bietet. Der Süddeutsche Zeitung Cinemathek, die in ihrer Western-Reihe als weitere DVD-Premiere “Mit stahlharter Faust“ herausbrachte, kann gar nicht genug dafür gedankt werden.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Mai 2008
Es ist so schade dass dieser Artikel in deutscher Sprache und in schwarz-weiss Aufnahme nicht lieferbar ist Ich und ich nehme an noch mehr Fans von John Wayne bedauern dieses es würde mich freuen wenn dieser Artikel demnächst lieferbar wäre
mgf Roland Lenz
33 Kommentare| 23 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. September 2002
Unwahrscheinlich mitreißender und tiefgehender Western um die Hass-Liebe eines starrköpfigen und verhärteten Viehtreibers (John Wayne) und sienes Adoptivsohnes (Montgomery Clift). Im Gegensatz zu den meisten Western stehen hier keine wilden Schießereien der Guten gegen die Böden im Mittelpunkt, sondern es geht um menschliche Emotionen, um Ehrgeiz, Verbitterung, Liebe von Menschen, die durch ihre rauhe Umgebung ständig Extremsituationen ausgesetzt sind.
Fesselnder Film mit zwei phantastischen Hauptdarstellern!
44 Kommentare| 45 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Deutscher Titel: Red River. Früherer deutscher Titel: Panik am roten Fluß. Originaltitel: Red River
Produktionsland: USA. Premiere: 1948
Mit: John Wayne, Montgomery Clift, Joanne Dru, Walter Brennan, John Ireland, Noah Beery Jr., Harry Carey Jr., Chief Yowlachie, Paul Fix, Hank Worden, Harry Carey Sen., Ray Hyke, Wally Wales, Mickey Kuhn *, Wally Wales, Richard Farnsworth, Coleen Gray ** u. A.
Regie: Howard Hawks. Drehbuch: Borden Chase und Charles Schnee. Musik: Dimitri Tiomkin. Kamera: Russel Harlan
Genre: Western

Da hier die Rezensionen sowohl der Blu Ray, als auch der DVD zusammengemischt werden, beschreibe ich in dieser Rezension beide Produkte. Zuerst die Blu Ray, dann die DVD.

Produkt BLU RAY (1 Stück). Herausgeber: Twentieth Century Fox. ASIN: B00M16LJVU
BLU RAY Disk: Spielfilm in der Gesamtlänge von 132,42 Minuten (Originallänge in der identischen Geschwindigkeit des NTSC-Verfahrens)
BLU RAY Specials: Spielfilm in der Gesamtlänge von 127,00 Minuten (Original US-Kinofassung) mit deutschen, italienischen und spanischen Untertiteln
Bild: sehr gut / SW / 4:3 / Originalformat
Die Bildqualität der BLU RAY ist gut, kommt aber z.B. bei Weitem nicht heran an eine Bildqualität von The Searchers oder Shane
Sprache: Englisch
Deutsche Synchronisation: solide in authentischer Klanghöhe
Weitere Synchronisationen: Italienisch und Spanisch,
Untertitel: Italienisch und Spanisch

Produkt: DVD (1 Stück). Herausgeber: Süddeutsche Zeitung GmbH(ALIVE AG). ASIN: B0053UBN62
Bild: gut / SW / 4:3.
Sprache: Englisch. Synchronisation: Deutsch. Untertitel: keine
Filmlänge: 126 Minuten und 48 Sekunden (Originallänge im PAL-Verfahren)
Specials: keine

Spoiler-Elemente.
Red River ist einzigartig und zeitlos.
John Wayne als Tom Dunson ist nicht nur ein mutiger Held, sondern von Anbeginn auch ein Versager. Er ist verhärtet und stark, weil er es in einem kurzen Moment seines unverrückbaren Starrsins verabsäumte, seine Zukünftige vor dem Tod zu bewahren. Dieses Stigma macht ihn in Folge zu einem fatalistischen, unbarmherzigen Schinder und Schleifer seiner selbst und aller seiner Cowboys. Er verlangt von keinem, was er sich nicht selber abverlangt. Aber diese Härte geht bis an die Grenze der Zumutbarkeit.
Die Großartigkeit des Films beginnt schon mit der Musik, die mit dem Film so verwachsen ist, wie der Cowboy mit seinem Pferd.
Der Beginn allein ist wuchtig und romantisch, wie wenige Werke. Dunson trennt sich von dem Wagentreck und geht eigene Wege. An dieser Wegscheide wirft sich ihm die außerordentlich hübsche Coleen Gray mit Blicken wie Sternefunkeln um den Hals mit Worten, die den härtesten Granit zum Schmelzen bringen würden - allein John Wayne nicht. Sie offenbart ihm, wie stark sie ist, um mit ihm zu ziehen in das unbebaute Land, um ihm als Frau und Freund beizustehen in Allem. Und er küsst sie, hängt ihr das Band seiner verstorbenen Mutter um den Arm und dreht ihr den Rücken zu, ohne sich umzudrehen und sie jemals wiederzusehen. Denn sie wird getötet im Zuge eines Überfalls der Indianer (im Film nicht zu sehen). Etwas später sichtet Dunson mit seinem unzertrennlichen Kumpanen Walter Brennan schwarzen Rauch, aus der Richtung des Trecks, den sie zuvor verließen. In der Nacht werden die Beiden von Indianern überfallen und können sie besiegen. An der Hand eines der getöteten Indianer erkennt Dunson den Armring von Coleen Gray, zu deren indirektem Mörder er wurde, da er ihr den Rücken zukehrte und allein ließ. So hat sich Coleen Gray, die 1922 geboren wurde und immer noch unter uns Lebenden weilt, unvergesslich eingebrannt in das tragische Herz Dunsons und auch das unsere. Aus der Asche der Toten erhebt sich ein Jüngling, der das Massaker überlebte, von Dunson zur Buße adoptiert wird und zu dessen zweitem Ich emporwächst. Obwohl John Wayne in überirdischer Tragik strahlt, so Montgomery Clift nicht weniger in seiner jugendlichen Unaufhaltbarkeit. Red River war seine erste Filmrolle, denn er kam vom Theater. Unverkennbar ist seine Ähnlichkeit mit Tom Cruise. In diesem Film erkennt man sehr gut, welch monumentale Größe in diesem Mann steckte, vor seinem tragischen Unfall im Jahre 1956.
Worum es bei dem Film geht: um das Treiben einer Viehherde auf dem Chisholmtrail von Texas nach Kansas.
Im Eigentlichen geht es um viel mehr. Es geht um die visuelle Beschreibung des schweren und naiven Cowboylebens. Und zum Beispiel um den banalen Umstand, dass klirrendes Geschirr eine ruhige Viehherde im Nu in eine rasende Stampede versetzt mit Todesfolge für Mensch und Vieh.
Es geht auch um die schmerzliche Metamorphose eines unnachgiebigen Patriarchen, der im letzten Moment die Notwendigkeit erkennt, loszulassen, auszuatmen, nachzugeben. Und das ist ein sehr guter Moment. Es ist nicht in erster Linie eine Boshaftigkeit Dunsons, seine Männer zu quälen und zu bestrafen, sondern die Unmöglichkeit, angesichts der Härte des Landes, weich werden zu dürfen. Darin aber ist ein Fehler und eine Verkennung der Wirklichkeit. Sich Muße und des Abstandes zu sich selbst zu verbieten, entbehrt einer nötigen Selbsterkenntnis und erzwingt Starrheit. Diese Elemente verpackt Howard Hawks in diesen Film unnachahmlich und bis zur letzten Konsequenz. Natürlich brilliert John Wayne in dieser abgrundlos tragischen Rolle außergewöhnlich. Es ist sehr denkwürdig, ihn dabei zu verfolgen, wie er seine Unnachgiebigkeit geradlinig zelebriert, um im entscheidenden Augenblick von seinem eigenen Adoptivsohn gestoppt zu werden. Und dieser Paradigmenwechsel geschieht nicht am Ende des Films. Montgomery Clift übernimmt die Initiative, weil er flexibel ist, weil er die objektivere Übersicht über die Gesamtlage hat. Das kann ihm Dunson zunächst nicht verzeihen und verdammt ihn zu seinem Erzfeind. Er duldet keine Autorität neben der seinen und kann mit Ebenbürtigkeit nicht umgehen, bis er vom Gegenteil überzeugt wird.
Im Finale findet Dunson seinen gehassten Erzfeind, seinen geliebten Sohn, sein zweites Ich. Er schlägt auf ihn ein, um selber auf die Schnauze zu kriegen. Und er bekommt reichlich zurück, was er stets gesät hat.
Und als Joanne Dru wahrnimmt, dass sich zwei Männer schlagen, die sich eigentlich lieben, weil es sich dabei um Vater und Sohn handelt, schießt sie ihnen fuchsteufelswild um die Ohren und verwandelt deren unreifen Dialog in ein einträchtiges, erlösendes und endgültiges Lachen.
Erwähnenswert ist der psychologische Umstand, dass Montgomery Clift in der Rolle des Ziehsohnes im Laufe der Handlung einer jungen Frau das Leben rettet, als sie mit dem Siedlertreck von Indianern überfallen wird. Er begleicht damit quasi die Schuld seines Adoptivvaters, der früher einen Siedlertreck mit siner Verlobten fast schäbig im Stich ließ, um seine persönlichen Interessen zu verwirklichen. Der Regisseur ermöglicht somit eine Korrektur, eine historische Änderung des Verhaltens in der Verkörperung des Sohnes und seinem heldenhaft-selbstlosen Verhalten.
Absurderweise gibt es in einigen TV-Fassungen geschnittene Szenen des finalen Duells zwischen Wayne und Clift. Die hier vorliegenden Fassungen sind ungeschnitten.
Ein Film, der beweist, dass John Wayne ein sehr guter, ausdrucksstarker und vielseitiger Schauspieler war.
Für mich der zweitbeste Western der Filmgeschichte nach The Searchers.

Noch lebende Schauspieler (letzter aktueller Stand 6. 2. 2015):

*) Mickey Kuhn (geb. 1932), der in dem Film den jugendlichen Adoptivsohn von Tom Dunson spielt.

**) Coleen Gray (geb. 1922) in kurzer Rolle am Anfang des Filmes als die Verlobte von John Wayne, spielte in bedeutenden Filmen, wie Der Scharlatan, Kuss des Todes, Father is a Bachelor, The Sleeping City u. a.

Mladen Kosar
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Januar 2012
Tim Dunson (John Wayne) kommt mit spärlicher Begleitung und nur einer mageren Kuh in Texas an, um sich dort in einer neuen Existenz zu versuchen. Als er die mexikanischen Landbesitzer verscheucht hat, lässt er sich nieder. Einen elternlosen, aber unerschrockenen Jungen, der ihm zuläuft, nimmt er auf. Jahre später hat Dunson eine grosse Herde. Seine Farm ist gross und auch Garth (Montgomery Clift), der Junge von damals, ist erwachsen geworden. Dunson sieht die Zeit gekommen, aus seiner über Jahre gewachsenen Herde Profit zu machen. Deshalb will er sie zum Verkauf nach Kansas treiben, dorthin, wo die Eisenbahn ist. Er treibt einige Männer auf, die mitkommen sollen. Bedingung: wer mitmacht, muss bis zum Ende dabei bleiben. Bald darauf geht es los. Aber die Reise wird schwierig. Es passieren Fehler, die den Viehbestand verkleinern. Dunson erhöht den Druck. Ausserdem beharrt er darauf, dass die Herde nach Kansas getrieben wird, obwohl bekannt ist, dass an der Staatsgrenze Banditen nur darauf warten, bis sie den nächsten Überfall tätigen können. Garth wäre es lieber, man würde weiter westlich nach Abilene gehen, doch ob die Bahn dort wirklich schon hinfährt, ist unklar. Als wieder zwei Männer den Viehtreck verlassen, brennen bei Dunson die Sicherungen durch und er will sie auf jeden Fall hängen. Garth hält das für völlig übertrieben und meutert mit den anderen Männern. Sie lassen Dunson zurück und brechen mit der Herde nach Abilene auf. Für Garth ist das eine schwierige Ausgangslage, denn er hat den wütenden Dunson hinter sich und angriffslustige Indianer vor sich. Ausserdem kann er sich nicht sicher sein, ob er das richtige Ziel ansteuert.
Was sich hier nach einer interessanten Geschichte anhört, ist in der Tat ein sehr sehenswerter Film geworden. "Red River" (United Artists, 1948) ist spannend, unterhaltsam und zum Teil auch lustig. Die technische Umsetzung ist insgesamt sehr ansprechend. Die Figuren sind relativ gut gezeichnet und wirken glaubwürdig. Nur der Titel führt auf eine falsche Fährte, denn die Geschichte spielt zum grössten Teil auf dem Trockenen, Flussüberquerungen kommen selten vor. Der Film hat es definitiv verdient, auf DVD veröffentlicht zu werden.
Aber bitte nicht auf einer solch mageren Ausgabe. Die Verpackung macht zunächst noch Hoffnung, in dem sie eine vorzeigbare Auswahl an Sprachen ankündigt und nicht geizt mit Logos von Fox, MGM und UA. Doch auf der DVD selbst folgt die Ernüchterung. Die angemeldeten Untertitel fehlen, die gezeigte Filmfassung hat keinerlei Logos und wurde wahrscheinlich von einer deutschen TV-Version übernommen (was die Frage nach der Vollständigkeit eröffnet). Somit bleibt dann nur doch ein einigermassen annehmbares 4:3-Bild in schwarz-weiss mit den beiden Tonspuren Deutsch uns Englisch. Die vorliegende Version dauert knapp 127 Minuten. Grobe Hintergründe zum Film und zum Regisseur erfährt man aus den bei der DVD-Reihe üblichen Klappentexten, das war dann aber auch schon alles an Bonusmaterial. Von der Beispielhaftigkeit, die der Fachmann dem Film auf dem Umschlag attestiert, ist in der DVD-Umsetzung leider nicht viel übrig geblieben. Das gibt noch 2 von 5 Kraftfutterportionen und ein gut gemeintes Pfeifsignal vom Lokomotivführer.
0Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Dezember 2011
ein Genrevertreter, wie er klassischer nicht sein kann.
Es sind alle Zutaten vorhanden: der starrköpfig, unbeirrbare, rücksichtslose und am Ende geläuterte Held, der jugendlich, edle Widerpart, die episch erzählte Geschichte eine Pioniertat, gewürzt mit dem üblichen Faktotum, und fast etwas zu kurz gekommen- eine Liebesgeschichte und Indianer. Es fehlt eigentlich nur der echte Bösewicht, aber den deckt John Wayne in seiner grandiosen Darstellung des Tom Dunson irgendwie gleich mit ab.
All diese Klischees werden durch die Personendarstellung wunderbar überhöht -fast schon so, wie bei Melville im Thrillergenre- im Gegensatz zum anderen großen Hawks-Wayne Klassiker, Rio Bravo 10 Jahre später, wo die reichlich vorhandenen Klischees ironisiert werden.
Insgesamt ist der Film ein wunderschön stimmig-ausgewogenes Gesamtkunstwerk und wenn das märchenhafte Happy-End auch nicht so geplant gewesen sein soll, anders ist es nicht mehr vorstellbar.

Fazit: Volle 5 Sterne für die "Software"

Zur "Hardware" (Deutsche DVD Ausgabe):

Au weh! Das Fehlen der (am Cover angekündigten!) deutschen Untertitel ist da noch das geringste Ärgernis, wenngleich völlig unverdständlich. 1 Punkt Abzug
Ton: dem Alter entsprechend o.k., die Synchro ist die originale.
Ganz schlimm kommt es dann aber beim Bild. Die Unterschiede zu meiner alten VHS-Aufnahme müssen als marginal bezeichnet werden.
Im HD-Zeitalter fast schon ein Affront, insbesondere wenn man an andere sehr alte Filme wie z.B. Quo Vadis denkt.
Dass es sogar mit dem vorhandenen Material besser geht zeigt die UK-DVD von Red River.
Weitere 3 Punkte Abzug, schade!

Gesamturteil: 5 Punkte für den Film, 1 Punkt für die DVD, sind rechnerisch 3 im Schnitt + 1 persönlicher Bonuspunkt von mir.

Aber: Da geht viel mehr!

Hardware Blu-Ray:

Nicht perfekt, da gibt es -auch bei alten Filmen- besseres (z.B Casablance, High Noon) aber ausreichend, damit der Filmgenuss nicht gestört wird. Bei der direkt anwählbaren Version ohne "Off-Kommentar" -entspricht daher nicht jener auf der deutschen DVD- ist das Bild schön scharf aber ziemlich grobkörnig. Ton ist mono aber durchaus voluminös. Bei der aus den Extras anwählbaren Version -die mit den "off-Kommentaren" ist das Bild nicht körnig aber unschärfer -maximal DVD Qualität, aber insgesamt o.k.- der Ton jedoch deutlich leiser mit weniger Volumen. In beiden Fällen ist die Originalversion gemeint.

Gesamturteil der Blu-Ray: Volle Punkte, trotzdem noch Luft nach oben bei der Technik.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

7,49 €

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken