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  • Sascha
  • Kundenrezensionen

Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
27
4,4 von 5 Sternen
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am 25. Dezember 2015
Film ist recht in Ordnung,. Hat mir gut gefallen.
Besonders Tim Bergmann und Sacha Kekez sind großartige Schauspieler.
Aber leider zu wenige Liebeszene von beiden.
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TOP 500 REZENSENTam 4. Januar 2012
Der 19-jährige Sascha Petrovic stammt aus einer konservativen, montenegrinischen Familie. Seine Eltern betreiben eine kleine Gastwirtschaft in Köln, die Mutter verdient mit einer Nebentätigkeit noch ein bisschen was dazu, der jüngere Bruder drückt die Schulbank. Eine ganz normale Familie. An sich haben sie sich gut eingelebt. Vater Vlado jedoch träumt von einer Rückkehr in die alte Heimat. Als Familienpatriarch hält er die Zügel fest in der Hand und die Söhne im Zaum. Jedenfalls denkt er das.

Sascha ist ein begabter Pianist. Wenn seine Finger über die Tasten fliegen, dann scheint es leicht, schwungvoll, hoffnungsfroh und ja, unbeschwert. So, genauso wünscht er sich sein erstes Mal mit dem Mann seiner Träume. In seinem Leben scheint das allerdings nicht vorgesehen zu sein: Er ist bis über beide Ohren in seinen attraktiven Klavierlehrer Gebhard Weber verliebt. Kurz vor der alles entscheidenden Prüfung, die über Saschas weiteres Leben bestimmt, eröffnet ihm sein Mentor, dass er die Stadt verlassen und nach Wien gehen wird. Dort hat er eine Professur bekommen. Das ist natürlich reizvoller für einen ambitionierten Pianisten als nur Kinder zu unterrichten. Für Sascha bricht eine Welt zusammen. Gerade hat er sich damit auseinander gesetzt, dass er schwul ist, und jetzt das.

Er kann nicht anders, er folgt Gebhard. Erst ins Schwimmbad, auf Drängen seiner besten Freundin Jiao hin auch auf dessen Abschiedsparty. Sascha erkennt, dass sein Schwarm bereits ein offen schwules Leben in Köln lebt, mit Ex-Freunden, Männerbekanntschaften und One-Night-Stands. Ohne Scham, ohne Scheu. Die Aumerksamkeit des Jungen schmeichelt ihm zwar. Aber soll er nur seinetwegen seine Karriepläne in den Wind schießen? Es ist schließlich nicht so, als ob ihm nicht auch andere schöne Männer hoffnungslos verfallen wären.

In dem verzweifelten Versuch, Gebhard zu halten, setzt Sascha alles auf eine Karte: Als seine Welt vollends ins Wanken gerät, geht er zu ihm. Und er bleibt die ganze Nacht...

"Sascha" erzählt vom Erwachsenwerden, von Selbstfindung im Migrantenmilieu und der Schwierigkeit, die eigene kulturelle und sexuelle Identität zu finden. Aber der Film spiegelt auch Träume und Sehnsüchte. Mutter Stanka, selbst eine begnadete Klavierspielerin, sieht den Sohn schon auf den großen Konzertbühnen der Welt. Sie will das er übt, übt, übt. Er soll es schaffen, er soll erreichen, was ihr nicht vergönnt war.

Vater Vlado sperrt sich vor zu viel westlichen Einflüssen. Bidets weiß er allerdings durchaus zu schätzen. Ihn interessiert jedoch weniger die musische Begabung seines Sohnes; er will sehen, dass in dem Jungen ein echter Kerl steckt. Mädchen, Sport, Prügeleien, Alkohol - alles hervorragend. Hauptsache, das Verhalten passt ins traditonell männliche Muster. Als Sascha schließlich mit der Wahrheit herausrückt, prallen die Vorstellungen und Sichtweisen unterschiedlicher Generationen mit ungebremster Wucht zusammen. - Und die Folgen seines Coming-Outs haben weitreichende Auswirkungen. Für alle Familienmitglieder.

Homosexualität ist in der extrem homophoben Balkan-Republik Montenegro nach wie vor absolut tabu. Gleichgeschlechtliche Liebe darf weder öffentlich sichtbar sein noch thematisiert werden. Dementsprechend wird ein Film wie "Sascha" dort als gesellschaftspolitisch sehr brisant aufgefasst. Einen Tag nach der Premiere am 30. Mai 2011 sollte die Gaypride-Parade in Podgorica stattfinden. Öffentliche Sichtbarkeit ist gerade in solch einem Umfeld wichtig. Es stärkt die Solidarität unter Schwulen und Lesben, macht ungewouteten Menschen Mut und zeigt dem Rest der Gesellschaft: Wir existieren! Uns gibt es! Von vornherein war klar, dass man sich auf Polizeischutz nicht verlassen konnte. Das Risiko, dass es Ausschreitungen geben würde, bestand von Anfang an. Doch zu der Parade kam es dann nicht mehr: Eine kroatische Band hatte in der Stadt ein Konzert gegeben. Eines ihrer Lieder beschäftigte sich mit weiblicher Homosexualität, was zu einem Tränengasanschlag führte. Nicht einmal im Rahmen einer solchen Veranstaltung mit Polizeischutz war man in der Lage, die Besucherinnen und Besucher zu schützen. Die schwul-lesbische NGO wollte nicht riskieren, dass es während der Gaypride-Parade zu Gewalt und Verletzungen kommt. Sie sagten die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen ab.

"Sascha" kann dazu beitragen, die Sichtbarkeit von Homosexualität in Montenegro zu erhöhen. Es ist das Kinodebut von Regisseur Dennis Todorovi', der 1977 in Ellwangen geboren wurde. Auch er hat unter anderem montenegrinische Wurzeln. Es ist eine Stärke des Film, dass er die Charaktere vielschichtig und glaubwürdig zu Wort kommen lässt. Besonders Predrag Bjelac als Vlado Petrovic beweist sowohl ein ungeheures komödiantisches Talent als auch die Fähigkeit, Emotionen nuanciert und vielschichtig allein über seine Mimik zu transportieren. Es ist eine Freude, ihm zuzusehen! Auch der junge Sascha Kekez überzeugt voll und ganz in der Titelrolle. Die Aufregung, als er es zum ersten Mal in einem Laden wagt, ein Schwulenmagazin aufzuschlagen und zu kaufen, nimmt man ihm ebenso ab wie seine Nervosität und teils rührende Unsicherheit im Umgang mit Gebhard. An anderer Stelle ist er jedoch derjenige, der eindeutig die Initiative ergreift. Und Klartext redet er auch. Er ist vielschichtig und in sich stimmig angelegt. Leider bleibt ausgerechnet Tim Bergmann als Gebhard Weber fast blass und uninteressant. Dazu wirkt er in weiten Teilen des Films überaus unsympathisch. Ein Highlight ist definitiv die Szene, in der er versucht, Sascha zu helfen. Vater und Sohn sind in einer hitzigen Diskussion verstrickt. Der Deutsche versteht kein Wort, von dem, was sie reden.Er nimmt an, dass es ums Klavierspielen und Saschas Zukunft geht. Ungewollt macht er durch sein Eingreifen alles noch schlimmer. Seine eindeutig zweideutige Aussage bringt die Situation vollends zum Kippen...

Der Film meistert den nicht ganz einfachen Balanceakt zwischen Komödie und Tragödie. Zahlreiche Momente spielen auch mit Klischees. Hier nehmen sich die Migranten mitunter selbst auf die Schippe und beweisen Humor. Nicht immer "politisch-korrekt": So nennt Sascha einen schwarzen Schwulen "Obama", als er in ihm Konkurrenz um Gebhards Gunst wittert. Dafür gibt es die passende Quittung. Das montenegrinische Frühstück und der Versuch, den Zoll hinters Licht zu führen, sind sehr unterhaltsam. Saschas beste Freundin Jiao ist Chinesin. Dementsprechend will ihr bildungsfokussierter Vater, dass sie in jeder freien Minute Geige übt und permanent über Büchern brütet und lernt. Der deutsche Chef der Mutter ist nicht einmal in der Lage, sich ihren Namen zu merken. Dabei schätzt er sie für ihre Leistung. Die Kollegin verwechselt sogar das Heimatland usw.

Am Ende hat der Film eine klare Botschaft: Kontakt mit einem anderen Land bedeutet immer auch Kontakt mit einer anderen Kultur. Davor kann man sich nicht verschließen. In gewissem Rahmen verwirklichen sich einige der Träume. Andere bleiben unerfüllt oder suchen sich eine neue Ebene. All das gelingt Regisseur und Drehbuch-Autor Dennis Todorovi' ohne erhobenen Zeigefinger. Ein schönes, sehr sehenswertes Kinodebüt und ein Film, der im DVD-Regal nicht fehlen darf!
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am 14. Dezember 2011
Habe diesen Film mal im Kino als Vorschau gesehen. Fand ihn sofort gut, auch wenn die Trailer meistens nur 2 Minuten gehen. Er lief leider nicht in einem Kino in meiner Nähe und deshalb hatte ich schon im Sommer gegoogelt ob und wann er auf DVD erscheint. Fand dann bei AMAZON den Hinweis...ab Ende September lieferbar. Der Film ist LUSTIG und gleichzeitig auch NACHDENKLICH. Ich mag die Schauspieler sehr.
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am 19. November 2011
Nur ein paar kurze Worte:
Dieser Film ist zum kaputtlachen :-)
Hab mich köstlich amüsiert, vor allem über Onkel Pero, der anscheinend meistens etwas neben sich steht ;-)
Auch Vlado hat mich mit seinen Flüchen oft zum lachen gebracht.
Die Szenen von Sasa und seinem Lehrer Gebhard Weber sind emotional und wirken echt.
Was die Beziehung von Sasa und Gebhard angeht leider (mal wieder) nicht das Ende was ich mir gewünscht hätte, deshalb nur 4 Sterne.
Der Film endete für mich trotzdem nicht unbefriedigend, schon allein weil er so witzig war und auch die geschnittenen Szenen sind sehenswert.
Alle Schauspieler spielen ihre Rolle wunderbar und glaubwürdig!
Ein Rundum-Wohlfühl-Film :-)

PS: Bilde ich mir das nur ein oder ist der Darsteller der Vlado spielt derselbe der in Harry Potter den Igor Karkaroff spielt???
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am 11. Januar 2014
Der Film lief vor wenigen Tagen auf dem Sender Eins Festival und ich muss sagen, mir hat der Film von dem Regisseur Dennis Todoroviæ sehr gut gefallen. Der Film geht auf die Sorgen und Probleme junger Homosexueller ein, die dazu noch Eltern mit den Wurzeln aus anderen Ländern und die mit dem Thema Homosexualität ihre Probleme haben.
Auch nahm ich in diesem Film wahr, wie manche Eltern Ansprüche an ihre Kinder haben, die diese vielleicht gar nicht erfüllen wollen. Der Film hatte Humor und war witzig, gleichzeitig jedoch auch ernst und nachdenklich. Die Schauspieler haben in ihren Rollen überzeugt und ich fand sie in diesen sehr sympathisch.
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Der 19jährige Sascha kehrt mit seiner Familie aus einem Urlaub in der alten Heimat im Balkan nach Köln zurück. Recht schnell wird klar: Er interessiert sich nicht für Mädchen. Doch das ist sein unausgesprochenes Geheimnis. Allerdings seiner besten Freundin Jiao vertraut er sich schließlich an. Nur zu dumm, dass sie eigentlich ein Auge auf ihn geworfen hat. Doch sein Bruder wittert nun endlich Morgenluft, selber einen Stich bei ihr landen zu können.
Sascha bereitet sich unterdessen auf die Aufnahmeprüfung an die Musikhochschule vor. Seinem Klavierlehrer Gebhard ist er mit Haut und Haaren verfallen. So fällt er aus allen Wolken, als dieser ihm eröffnet, dass er bald nach Wien ziehen möchte, um dort eine Professur anzunehmen. So drängt die Zeit und Sascha sieht sich gedrängt, endlich Nägel mit Köpfen zu machen, sich zu offenbaren und Gebhard zum Bleiben zu bewegen. Doch dieser lebt ein tendenziell promiskuitives Schwulsein und präsentiert sich alles andere als bereit für eine Beziehung mit seinem Schüler, obgleich er ihm nicht gänzlich abgeneigt zu sein scheint.....

Sascha hat es sicherlich nicht einfach, wie die meisten jungen Männer, die erkennen, dass sie dem gleichen Geschlecht zugetan sind. Erschwerend kommt für ihn jedoch hinzu, dass er aus seinem kulturellen Hintergrund kein Verständnis für seine Homosexualität erwarten darf. Ganz im Gegenteil. Sein Vater ist diesbezüglich eindeutig gewaltbereit. Als wirkliche Stütze erweist sich auch seine Mutter nicht, die eigentlich nur die Musikkarriere ihres Sohnes im Sinn hat, der sich alles andere unterzuordnen hat. So tut sich zunächst Sascha schwer, gewinnt aber im Handlungsverlauf zunehmend an Selbstsicherheit, wirklich etwas zu wagen und seinen Kopf nicht mehr weiter in den Sand zu stecken.

Glaubhaft agierende Schauspieler, allen voran Sascha Kekez (immerhin schon Jahrgang 1983, dennoch nimmt man ihm den 19-jährigen ab) die Rolle des Sascha spielend, in einer gut durchdachten Dramaturgie machten für mich dieses Werk rundherum sehenswert. Einige Szenen weisen eindeutige Tendenzen zu kultureller Selbstironie auf. Insgesamt aber auch eher dramatische Elemente, doch nie zu düster und immer mit einem Hauch von Hoffnungsschimmer.

Extras: reichhaltig....Trailer; B-roll; 'gekürzte Szenen' (viel Material, ca. 24 Minuten); 'Behind the scenes' - am Set, unkommentierte Aufnahmen vom Dreh - ca. 15 Minuten; 'Ostbande-Gedanken zu Sascha': Es kommen der Regisseur, die Schauspieler von Sascha und seiner Mutter zu Wort, außerdem Kameramann und Produzent - 12 Minuten; Making of 'Der Soundtrack'

Fazit: Erfrischend anders.
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am 2. Mai 2013
Sehenswerter Film über das in Deutschland leider immer noch schwierige Thema Homsexualität mit hervorragenden Schauspielern und in eindrucksvollen Bildern umgesetzt.
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am 29. März 2013
Guter Film.
Gute Schauspieler, starkes Thema.
Besonders Tim Bergmann hat gut gespielt.
Die Handlung war spannend und gut nach vollziehbar.
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am 12. Januar 2013
Hatte zuvor noch nichts von dem Film gehört und ihn auf Amazonempfehlung bestellt.
War sehr überrascht. Eine 100 %-ige Punktlandung.
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am 10. Oktober 2011
Als ich die Zusammenfassung über die Handlung des Films gelesen hatte, war ich anfangs etwas desinteressiert. Für mich persönlich sind Sprache, Mentalität und Menschen aus dem Kulturkreis des ehemaligen Jugoslawien nicht nur fremd, sondern auch gänzlich unbekannt (gewesen). Die Thematik Coming Out und Homosexualität sind mir wiederum durchaus sehr nahe und schließlich dachte ich mir, dass ich dem Film eine Chance geben sollte.

Für mich persönlich hat der Film drei generelle Aspekte, die ihn für mich in gewisser Weise zu etwas besonderem und auch etwas wertvollem machen.

Der erste Aspekt ist wohl der sprachlich-kulturelle Aspekt. Der Film lebt letztendlich von seinen zwei polarisierenden Kreisen, die hier aufeinander treffen. Zum einen das weltoffene, multikulturelle Köln, das wohl die bekannteste deutsche Metropole für Homosexuelle ist ' zum anderen die patriarchalische, konservative, ost-europäische Familie, mit ' nennen wir es: gefestigten Werten, sowie klaren Vorstellungen, was Homosexualität und Erziehungsfragen angeht.
Für mich persönlich war es kulturell sehr wertvoll, wie präsent beide Sprachen in den dargestellten Dialogen waren. Hier gab es Missverständnisse, Gemeinsamkeiten und interessante, sprachliche Übergänge. (Das ist für mich als studierenden Linguisten besonders interessant, ich möchte auch niemanden weiter damit nerven.) Sprache ist in diesem Film jedenfalls ein entscheidender Faktor, den man nicht unbeachtet lassen sollte.

Der zweite Aspekt beinhaltet für mich die Schauspieler, sowie die dargestellten Charaktere (u.a. mit dem bekannten Namen Tim Bergmann). Fast jeder einzelne der Charaktere, die in dem Film eine tragende Rolle spielen (und das sind sehr viele, wenn man es sehr genau betrachtet), ist für mich durch und durch gefestigt und nachvollziehbar. Die liebevolle, sorgende, und dennoch strenge Mutter ' der beängstigende, jähzornige und autoritäre Vater - und (um es nicht allzu sehr in die Länge zu ziehen) natürlich Sascha, der einer der komplexesten, und gleichzeitig durchschaubarsten Charaktere ist, den ich seit langem gesehen habe. Hier treffen Naivität, Ehrgeiz, Liebe, Verwirrung und auch Angst zusammen ' was für mich eine äußerst präzise Darstellung des quasi-typischen Zustandes kurz vor einem Coming Out ist.
Hier werden Charaktere sorgfältig und liebevoll in Szene gesetzt, die Schauspieler liefern Glanzleistungen ab. Das kühle, leicht distante und dennoch unterschwellig liebevolle Familienverhältnis ist so glaubhaft und nachvollziehbar, wie die Menschen, die darin leben.

Der dritte Aspekt umfasst für mich die Szenerie von Köln, die Bildgewalt und die Kameraführung. Auch wenn ich kein Experte in solchen Dingen bin, spürt man dennoch, dass man im künstlerischen Bereich etwas sehr wertvolles vor sich hat. Bilder, mit den typischen Gassen von Köln, die Szenerie der Stadt selbst, die wunderschöne Kameraführung, die manche Szenen so besonders machen (v.a. Saschas Coming Out vor seiner besten Freundin Jiao, das Klavierspiel im Hörsaal, das Klavierspiel der Mutter, als sie von Saschas Homosexualität erfährt, und die geschmackvolle Liebesszene zwischen Sascha und seinem Klavierlehrer).
Wenn man Wert auf subtile, unterschwellige Bild- und Lichtgewalt legt, dann hat man in diesem Film sicherlich etwas gefunden.

Nun noch kurz zum Inhalt und der Handlung des Films.
Für mich wurde die Thematik sehr geschmackvoll und nachvollziehbar behandelt. Dennoch konnte man an gewissen Stellen Saschas Gedanken- und Handlungsabfolgen nicht so recht folgen. Überhaupt ist die Handlung an manchen Stellen ein wenig verworren, Zufälle treffen gar zu unwahrscheinlich aufeinander und Konflikte werden ein wenig fragwürdig gelöst, v.a. wenn man das Ende betrachtet.

Saschas Coming Out ist nicht Hauptthema des Films und es ist wichtig das auch zu benennen. Wer mit einer stereotypischen Heulkrampf-Geschichte à la 'Prayers For Bobby' (sehr empfehlenswert!) rechnet, wird wohl 'enttäuscht' werden. Hier geht es nicht darum, wie in anderen Produktionen, die Charaktere in ihren Überzeugungen zu wandeln (auch wenn dies letztendlich geschieht), oder moralische Fragen aufzuwerfen. Es geht eher um ein Zusammentreffen vieler Kulturen und Überzeugungen, und die Folgen, die dieses Zusammentreffen letztendlich hat, für die Beteiligten der Kulturkreise. Da der Film dies, meiner Meinung nach, zu seinem Thema macht und auch nicht versucht den genretypischen Produktionen nachzueifern, hebt er sich ab von einer Masse Einheitsbrei.

Fazit:

Der Film ist, meiner Meinung nach, nichts für zwischendurch. Er ist in seiner Botschaft anspruchs-, aber auch liebevoll. Bilder und Kameraführung sind in ihrer Schlichtheit gewaltig. Die Schauspieler überzeugen ' wenn auch manche Dialoge ein wenig hölzern und bisweilen auch langatmig sind.
Ein wertvoller, unterschätzter und sicherlich auch missverstandener Film.
4 Sterne
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