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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
7
Der Rosenkavalier
Format: Audio CD|Ändern
Preis:25,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 5. Juni 2017
Die Live-Aufnahme des "Rosenkavalier" aus Baden-Baden mit Christian Thielemann habe ich mir insbesondere wegen des dritten Akts gekauft.

Einen Durchschnittsdirigenten stellen die ersten beiden Akte sowie das große Finale des dritten Akts vor keine allzu großen Hürden. Ganz anders die erste Hälfte des dritten Akts mit der Wirtshausszene zwischen dem Baron von Lerchenau und dem als Kammerzofe Mariandl verkleideten Octavian. In der Regel wird das dazugehörige Orchestervorspiel und diese Szene ohne großen musikalischen Aufwand "durchdirigiert". Der Zuhörer stellt seine Ohren auf Durchzug und wartet geduldig auf das große Finale mit Terzett und Schlussduett.

Selbst Herbert von Karajan spult in der berühmten EMI-Einspielung von 1955 diese erste Akthälfte ohne leidenschaftliches Engagement herunter und lässt die walzerhafte Orchesterbegleitung des Stelldicheins größtenteils als Hintergrundmusik verkommen.

Ganz anders hier Christian Thielemann. Er filetiert insbesondere das Vorspiel des 3.Akts und macht es zu einem musikalischen Großereignis, wie man es sonst kaum erlebt. In der Orchesterbegleitung des Stelldicheins zeigt er deutlich, um was es sich hier handelt: um eine Tanzsuite, in der jeder Walzer eine Perle des Dreivierteltakts darstellt. Thielemann kostet mit den hervorragend aufgelegten Münchener Philharmonikern jede dieser Walzerfolgen aus, er beseelt sie mir einem derartigen Wiener Walzercharm, den man sonst nur aus den besten Neujahrskonzerten aus Wien kennt. Hier wird etwas deutlich: Thielemann kommt zwar aus Berlin, aber sein Herz schlägt wienerisch. Die Tumultszene mit Kinderchor und Polizei wird unglaublich dramatisch und mit großem Bogen musiziert, und das große Finale mit Terzett und Schlusschor schließt sich derart flüssig an, so dass man hinterher nur sagen kann: Strauss hat einen großartigen dritten Akt komponiert, und nicht nur ein großes Finale.

Bei den Sängern schließe ich mich größtenteils den anderen Kritiken an, bis auf eine Ausnahme. Ich finde, Franz Hawlata kommt hier oft zu schlecht weg. Man sollte seinen Live-Auftritt nicht mit Otto Edelmann im Tonstudio vergleichen. Müde wirkt er ganz und gar nicht, stattdessen stellt er den baronhaften Proleten aus seine Weise überzeugend und mit voller und wunderbarer Stimme dar.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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TOP 1000 REZENSENTam 25. Januar 2014
Christian Thielemann, ein ausgewiesener Wagner- und Strauss-Experte, und die Münchner Philharmoniker boten 2009 im Festspielhaus Baden-Baden Richard Strauss' "Der Rosenkavalier" dar. Ihnen standen Renée Fleming, Sophie Koch, Diana Damrau, Franz Hawlata und Jonas Kaufmann zur Seite.

Rosenkavalier brillant

Thielemanns Rosenkavalier ist farbenfroh, prächtig und immer den Erfordernissen des Moments angepaßt. Weder wird zuviel geschwelgt, noch zu sehr gerast. Weder zuviel Rokoko, noch zuviel Komik. Fast möchte ich sagen, Thielemann dirigiert preußisch nüchtern, ich möchte aber keinesfalls den Eindruck erwecken, daß es trocken und langweilig sei. Nein, vielmehr nimmt er den Rosenkavalier handwerklich, mit kühlem Kopf und läßt ihn auf dieser Basis bald komisch, bald schwelgend, bald bedrückt, bald romantisch klingen. Dabei schimmern die Münchner Philharmoniker ebenso farbenfroh, wie sie ihrem Chef diszipliniert und freudig folgen.

Rosenkavalier deluxe

Einen Genuß fürs Ohr bietet Flemings Marschallin. Man ist von ihr angezogen, soviel Reiz strahlt sie aus, man leidet mit ihr, wenn Zweifel sie quälen, man genießt ihre Präsenz. Dazu ihre dunkle, weibliche Stimme – ich kann mir keine fesselndere Marschallin vorstellen als diese. Sophie Koch bietet einen stürmisch, jugendlichen Octavian, der sowohl mit seiner Marie Theres als auch mit Sophie traumhaft harmoniert. Letztere wird von Diana Damrau mit viel junger, inniger Weiblichkeit gegeben. Drei starke Frauen, drei große Künstlerinnen.

Der Ochs von Hawlata ist solide, erreicht aber keinesfalls das überragende Niveau der drei Damen. Er klingt ein wenig müde. Besser schlägt sich da Franz Grundhebers Faninal. Einen leider sehr begrenzten, dafür um so anmutigeren Auftritt legt Jonas Kaufmann als Sänger hin. Ein wahrer Genuß ist seine Leistung, leider nur viel, viel zu kurz – aber sein Figur bot schon immer die Möglichkeit, ein Juwel nur für den Moment unterzubringen.

Rosenkavalier aktuell

Wenn ich mir überlege, daß mit Carlos Kleibers 1973er Aufnahme der letzte große Rosenkavalier (für CD) schon einige Zeit zurückliegt, dann kann ich reinen Gewissens feststellen, daß Thielemanns Rosenkavalier die herausragende Interpretation der letzten Jahre ist.

Daß die Live-Aufnahme irgendwie negativ zu Buche schlägt, kann ich nicht feststellen. Letztlich muß man auch bedenken, wie man seinen Thielemann will: Der musiziert aus dem Moment heraus, nutzt die Inspiration des Augenblicks. Deshalb würde ich im Zweifel einem inspirierten Live-Thielemann immer den Vorzug vor einem eventuell uninspirierten Studio-Thielemann geben.

Musikalisches: 5 /5 Sterne
Gesang/Darstellung: 4,5/5 Sterne

CD oder DVD?

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge muß ich noch sagen, daß man sich hier im Gegensatz zur DVD-Veröffentlichung zwar die uneinheitliche Inszenierung erspart, aber dafür auf die großartige Frauen-Trias verzichten muß, deren Darbietung auch darstellerisch begeistert.

Was der Zusatz: "[...] interpretation has been completely re-edited for this CD release" auf der CD-Hülle jedoch an Mehrwert haben soll, ist mir offengestanden schleierhaft.

(Das Begleitheft ist in englischer, französischer und deutscher Sprache.)
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 12. Juni 2015
Wie hier schon öfters gesagt wurde: die CD ist wirklich einmalig schön: alle Darsteller, zuerst natürlich Renée Fleming und Sophie Koch, bis an Jonas Kaufmann als italienischer Sänger gehören auch zur absoluten Weltspitze in der Opernwelt heute. Nur den Ochs von Franz Hawlata bleibt ein wenig zurück. Schade. Als ich die Produktion auf Blu-Ray sah hatte ich den Eindruck das er sich eher mit der Darstellung seiner Figur - also pur Schau-spielerisch - beschäftigt als mit der Musik der Partie. Sonst ist er doch ein ganz anständiger Sänger. Dann mag ich doch lieber den großartigen Günther Groissböck in dieser Rolle! Christian Thielemann führt Sänger und Orchester zu großen Höhen.
Was mich aber richtig irritiert hat an dieser CD-Box sind die zwei Büchlein die man dazu bekommt. Die passen nicht zusammen in der Box, also kann man das Ganze nicht einmal richtig aufbewahren. Deshalb keine fünf Sterne!
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am 6. September 2012
Vermutlich muss man sich glücklich schätzen, dass es überhaupt mal wieder ein Aufnahme gibt. Leider hat das Geld offenbar wieder nicht für eine Studioaufnahme gereicht. Schade, denn das Frauentrio ist wirklich Spitze, der Ochs überzeugt mich akustisch nicht, auf DVD mag das anders aussehen. Ich denke mal, man hätte im Studio noch mehr Finessen hingekriegt und das Klangbild ausgewogener gestalten können. Warum gibt es denn keine Mäzene mehr, die sowas unterstützen? Megareiche Opernliebhaber gibt es doch bestimmt eine Menge! Also, 1 Stern Abzug wegen der Akustik!
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 21. Juni 2014
Sehr gute Aufnahme. Fabelhaftes Orchester mit ausgewaelte Solisten. Kleine Rolle fuer (noch sehr junge) Jonas Kaufmann. Stimme sofort wieder erkannt.
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TOP 500 REZENSENTam 18. September 2012
Dieser CD-Mitschnitt liegt auch auf DVD vor - die Inszenierung ist ganz gelungen, wenn auch kein großer Wurf. Insofern bleibt es zu überlegen, ob man das Bild dazu will oder nicht.
Von der musikalischen Seite her ist dies eine durchaus gelungene Aufführung. Thielemann dirigiert einen sehr überzeugenden Rosenkavalier, mit teilweise eigenwilligen Tempi, aber immer musikantisch und sehr spannend. Dabei legt er großen Wert auf den Farbenreichtum der Partitur und wird hierbei vortrefflich unterstützt von den Münchner Philharmonikern. Vom Dirigat her kommt Thielemann - mit anderen Mitteln - in etwa auf das Niveau von Kleiber (Vater und Sohn!), oder auch Karajan.
Seine Besetzung ist größtenteils exquisit: R. Fleming ist eine berührende Marschallin, in einer guten Mischung exaltiert/maniriert und dann wieder "echt", sie verfügt über einen wunderschönen, sehr farbenreichen Sopran, ihre Gestaltung ist sehr stimmig (aber natürlich auch Geschmacksache). S. Koch ist ein stimmlich guter, darstellerisch stürmischer Octavian, sehr überzeugend. Und die Damrau ist eine stimmlich opulente Sophie. Einzig der Ochs von Herrn Hawlata kann hier leider nicht mithalten, er wirkt stimmlich müde, ausgesungen (da er darstellerisch gut ist, wäre das ein Grund, vielleicht die DVD vorzuziehen). Und die Besetzung des Faninal mit Herrn Grundheber und des Sängers mit J. Kaufmann ist Luxus pur.
Die Tonqualität ist ganz in Ordnung, aber ein Live-Mitschnitt (mit entsprechenden Nebengeräuschen).
8 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 20. September 2013
Interpretation: 4 -5
Sound: 4
Zu erwartender nationaler Verkaufserfolg: 4
Zu erwartender internationaler Verkaufserfolg: 3
Genrevielfalt: entfällt
State of the art: 3
Repertoire wert: 3 -4
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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