Sale70 Sale70w Sale70m Hier klicken Jetzt informieren studentsignup Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedFamily BundesligaLive longss17

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
74
4,5 von 5 Sternen
Format: Audio CD|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 3. August 2017
Atom Heart Mother hat mir noch gefehlt in meiner PF-Sammlung. Ehrlich gesagt muß ich gestehen, daß ich die Platte bis vor ein paar Tagen noch nie gehört hatte. Ansonsten kenne ich alles an Original-Studio-Alben von PF. Ich bin schlichtweg begeistert. Auch die Klangqualität dieser Auflage ist sehr erfreulich. Vergleichen mit der Original-LP kann ich den Klang aus bereits genannten Gründen nicht. Trotzdem möchte ich dem Klang 4 Sterne geben. Man muß in diesem Fall, auch wegen des Alters des Ausgangsmaterials, ein wenig nachsichtig sein. Klasse Album.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. August 2017
Tolle Platte mit guter Klangqualität. Ansprechendes Cover und gute Musik, womit sich schöne lange Musikabende gestalten lassen. Super guter Interpret.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. April 2017
Diese LP fehlte mir noch in meiner Pink Floyd Sammlung . Die Aufnahme find ich gut und 180 Gramm Plattengewicht war früher auch nicht normal.Originale im hörbarem Zustand sind leider selten zu bekommen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Dezember 2003
Aus meiner Sicht waren Pink Floyd hauptsächlich in den Sechzigern wirklich kreativ und genial. Für die meißten Produktionen der Band seit Beginn der Siebziger gilt aber, daß sie sich durch zunehmende Verflachung und Beschränkung auf reine Klangeffekte anstelle musikalischer Substanz auszeichnen. Das 1970 erschienene Album "ATOM HEART MOTHER" steht da so ziemlich genau am Scheideweg: Einerseits findet sich eine Fülle von Ideen, aus denen andere Bands wahrscheinlich ihre ganze Discographie bestritten hätten, andererseits bahnt sich in einigen Songs schon eine unüberhörbare Hinwendung zu wohlgefälligen und damit verkaufsträchtigeren Klängen an. Nachdem ich die Platte nun seit etwa 25 Jahren kenne, muß ich sagen, daß das 18 minütige Titelstück heute auf mich schon etwas zusammengestückelt wirkt, so als wollten uns die Jungs mit aller Gewalt von ihrer gleichbleibend hohen Kreativität überzeugen. Das vergleichsweise spärlich instrumentierte "If" aus Roger Waters' Feder dagegen trifft meinen Nerv mit seiner stillen Intimität immer mehr, was ich früher nie für möglich gehalten hätte! Schade, daß der Mann später größenwahnsinnig wurde, hier zeigt er, daß er bei aller musikalischen Begrenztheit imstande war, mit wenigen Mitteln intensive Stimmungen zu erschaffen. David Gilmour's "Fat Old Sun" beschwört auf ziemlich sentimentale Weise alte Hippiemythen, ist aber trotzdem sehr schön. Und mit Rick Wright's "Summer 68" sowie der dreiteiligen Gemeinschaftsarbeit "Alan's Psychedelic Breakfast" hätte die Band einen Weg zu künftiger, wahrer Musikalität einschlagen können, entschied sich dann aber - leider - mehr für Verkaufszahlen und Dümpeleien à la "Dark Side Of The Moon". Insgesamt kann ich dieses Album aber schon empfehlen, es blitzt noch so einiges von der alten Genialität auf, und das berühmte Cover mit den bunten Kühen hat ja schließlich auch immer noch was.
11 Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Oktober 2016
aber ein nettes Gimmick fehlt nun doch auf diesem Release.
Auf der Original-LP ist der tropfende Wasserhahn am Ende
von Seite 2 eine Endlosrille. Wenn man den Turntable nicht
abschaltet, tropft er bis ans Ende aller Tage.
Dies ist bei der neuen Ausgabe nicht der Fall.
Der Sound, ja, ist ganz gut. Ich jedoch meine, etwas zu
glattgebügelt. Die Original-Scheiben klingen da wesentlich aggressiver.
Nicht unbedingt besser, rauer in jedem Fall.
Außerdem sind das nicht - wie von einem Rezensenten bemerkt -
neue Remaster. Diese hier sind von 2011.
22 Kommentare| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 20. September 2010
Wo soll man bei diesem Monument beginnen...

Meine erste Hörerfahrung mit dieser Platte (vor über 20 Jahren) war eine ziemliche Enttäuschung! So sehr mich die einzigartige Cover-Ästhetik faszinierte, fand ich die Musik dazu enorm abweisend, sperrig, pathetisch und sogar dezent beängstigend. Diese unheimliche Schwere und Trostlosigkeit, die darin auch mitschwingt, waren für meine damaligen Hörgewohnheiten einfach much too much.

Nun ein kleines Geständnis: Ich habe nur zweimal in meinem Leben Drogen genommen. Und ein Ereignis davon war, dass ich eine wirklich nur sehr geringe Menge einer Substanz nahm, die man allgemein mit einem Chemiekonzern in der Schweiz in Verbindung bringt. Die klangliche Erfahrung dabei, war eine sehr spezielle. Danach wußte ich aber, was man generell mit psychedelischer Musik assoziiert und auch wo diese Klangästhetik herrührt.

Komischerweise hörte ich ein paar Jährchen nach besagtem Ereignis, "Atom Heart Mother" ("zufällig") erneut. Und siehe da! Plötzlich hörte ich dieses Album, wortwörtlich, mit ganz anderen Ohren, und empfand das Ganze nun auch ganz anders und viel schlüssiger. Es ging so weit, dass ich mich regelrecht in diese Klangwelt vernarrte.
Ich will jetzt nicht behaupten, dass einzig und alleine diese vorangegangene Erfahrung DER SCHLÜSSEL zu dem Werk ist oder sein müßte - um Gottes Willen! Aber mir hat das damals extrem die Augen geöffnet. Ich hatte also zumindest meinen Frieden mit ihr gefunden; doch alle Fragen waren noch lange nicht geklärt.

Irgendwann fiel mir dann, extrem, dieser pastorale Teil, mit dem monotonen Basslauf, im zweiten Teil des ersten Stückes auf. Dieses Hypnotische, dieses extreme Feeling, welches einen augenblicklich in eine kontemplative Stimmung versetzt! Meiner Meinung nach, einer der magischsten Momente, die Pink Floyd jemals erzeugt haben. Das hat mich sehr berührt und ich werde diesen Part niemals mehr vergessen. Er ist absolut einzigartig!

Nach weiteren Jahren und einigen hunderten Alben - auch an horizonterweiternden, legte ich "Atom Heart Mother" mal wieder auf. Und hörte es, mal zur Abwechslung, im Dunkeln.
Plötzlich ging mir auf, was Pink Floyd da damals eigentlich angestellt hatten. Eine Rockband läßt klassische Musiker auf teilweise avantgardistische Themen los und versucht ihre eigene Artikulation von Progressivität. Und im typischen "Floyd-Karma" musste das ja, nebenbei, größenwahnsinnige Schönheit und eine einzigartige, beseelte Kunstfertigkeit innehaben - Das lag bei der Gruppe anscheinend einfach in den Genen.
Gibt es im gesamten Musikzirkus (bei wirklich allem Respekt vor anderen Größen!) ein perfekteres Gesamtkunstwerk als das von Pink Floyd?! Im Verbund mit Storm Thorgenson entstand eine Ästhetik, die dermaßen bis ins Extrem getrieben wurde. Noch heute wirken Artwork und die Musik dazu, wie vollendete Pop-Ikonen. (Und das gilt für fast alle ihre Alben)
Sicher erreichten auch z.B. die Beatles eine ähnliche Geschlossenheit. Aber die "Radikalität" mir der Pink Floyd sowohl Tradition als auch die Moderne verschmolzen haben, bleibt bis heute eine unerreichte Messlatte an scheinbar perfekten Zusammenkünften. Mir ist niemand bekannt, der da ernsthaft mithalten kann. Auch Radiohead nicht - und ich liebe diese Band wirklich!

Ich wußte lange nicht, dass Pink Floyd sich teilweise so stark von "Atom Heart Mother" distanzieren. Aber ich bewerte dies auch nicht über. Der Grund ist folgender: In der damaligen Zeit gab es soviel Umbruch und auch Wahrheit, allenortens! Ich behaupte, dass viele Platten unter einer sehr hohen Zeitgeist-Eigendynamik entstanden sind, auf welche die einzelnen Individuen gar keinen so riesigen Einfluss hatten. Dieser ganze Egokram war da einfach noch kein Thema und man hat gearbeitet. Es gab sehr hohe "Industriestandards" und es ging um wesentlich mehr als in der heutigen Zeit. Es gab auch noch Werte und eine Art Ehrenkodex. Ausreisser waren da sehr selten (hehe, ausgerechnet Syd Barrett's schräge Soloalben gehören vielleicht dazu, aber ich finde sie dennoch göttlich)

Wenn ich heute "Atom Heart Mother" höre, wird mir fast Angst und Bange; soviel Ehrfurcht habe ich vor diesem erschütternd-majestätischen Resultat. Auch werden mich ihre Vision und Zeitlosigkeit bis in alle Ewigkeit angenehm "erschlagen"!
Es ist mir auch egal, ob Drogen mitverantwortlich waren (ich weiß, es heißt, es hätte angeblich Probleme bei der Synchronisation der Orchester- und Bandparts gegeben, aber das habe ich ehrlichgesagt noch nie so gehört...), oder ob die Floyd rein via Genius ein solches Resultat wahr machten.
Es ändert weder an der Brillianz noch an der schieren Fusion dieser scheinbaren Gegensätze etwas. Selten war "avantgardistische Rockmusik" vermutlich "Charts-tauglicher" und fand mehr offene Hörer. Ob viele davon enttäuscht waren? Das glaube ich noch nicht einmal. Ich denke das Pink Floyd es hier geschafft haben, sehr sperrige Kunst mit tiefgründigen Emotionen zu vermengen. Emotionen, die fremdartiger nicht klingen könnten, aber die ein jeder dennoch nachvollziehen kann. Und die Tür, die sie da geöffnet haben, erlaubt es sehr vielen Hörern, Grenzerfahrungen zu machen. Erfahrungen, bei denen zuletzt eine seltsame Schönheit herausgeschält wird, die man selten erfährt. Aber vielleicht führt es uns einfach auch ein gutes Stück weit zu unserer innersten Natur und zu verborgenen Sehnsüchten... (Sorry, das ich so weit abschweife, aber ich versuche wirklich den Reiz und den Zauber ein bißchen greifbar zu machen)
Und dann dieses Kuh-Cover! Einfach vollkommen! Auch wenn ich selbst nicht verstehe, warum.

Und, ja, ich finde die ursprüngliche zweite Seite auch wunderschön. Die teils entspannten Songs passen, für mein Gefühl, perfekt zum Bombast und stimmen auch wieder ein gutes Stück weit versöhnlich. Ausserdem erinnern sie an eine bessere und stressfreiere Epoche, finde ich.

Und nochmal zum Titel der Lp/Cd: "Atom Heart Mother" stammt aus einem Zeitungsartikel (eine Überschrift), der angeblich eine schwangere Frau thematisierte, die einen nuklearbetriebenen Herzschrittmacher (kein Gag!) hatte.
Die Band muss sofort einstimmig gesagt haben: "Das ist der Titel für das Album! Perfekt!"

Das war wohl die ungewöhnlichste Rezension, die ich je geschrieben habe! Ich würde mich dennoch sehr freuen, wenn ich Euch damit helfen konnte, bzw. die Neugierde auf dieses unglaubliche Werk entfachen konnte.

Und bitte!: ...ihr seht ja selbst, wie lange es dauern kann, bis man da hinein findet... Gebt dem Album Zeit; ganz egal wie lange das auch dauern sollte...

Gruß und ganz viele intensive Momente damit!
99 Kommentare| 79 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Januar 2015
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich ein wenig mit der Pink Floyd und ihrer Musik.
Vor kurzem las ich über ihre programmatische Phase zu der die Alben Atom Heart Mother, Meddle und Obscured by Clouds gehören. Angezogen von dem 23 minütigen Echoes, das mich beim Hören sehr beruhigt, hörte ich mir Atom Heart Mother an. Das gleichnamige Lied ist schon ein wenig außergewöhnlich, nicht nur weil es auch 23 Minuten dauert, sondern weil es verschiedenste musikalische Elemente enthält. Mal ein Ton, mal ein Chor, mal ein Blasorchester. Beim ersten Hören machte mir das alles erst einmal wenig Sinn und ich kam mir ein wenig verloren vor. Ich habe das Lied dann noch einmal gehört. Man kann diese Musik mit Nervengift vergleichen: Sie braucht Zeit zu wirken. Die Wirkung stellt sich erst nach und nach ein. Dann aber kommt sie nur um so heftiger: Ich erkannte, dass das Lied streng durchkomponiert ist, dass eine Spannung aufgebaut wird, die am Ende in einem gigantischen Soundteppich entladen wird.

Zu den anderen Liedern: "If" ist in meinen Augen ein schönes harmonisches Schlaflied, Summer '68 erinnert an den Sound der Beatles. Ein schöner, dunkler, klarer Bass ist zu hören. Am Anfang von Fat Old Sun sind Glocken zu hören, der Rest klingt auch ein wenig nach den Beatles, sehr harmonisch und abgestimmt. Am Anfang von Alan's psychedelic breakfast sind Küchen Geräusche zu hören. Sie werden mit Musik kombiniert. Sehr interessant und gelungen. Und dann dieser klare Sound mit dem starken Bass, einfach wunderbar.

Ich bin froh und dankbar dieses geniale, relativ unbekannte Album gefunden zu haben.

So bin ich in den Bann dieser Musik geraten.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Januar 2015
Mit Atom Heart Mother liegt mir nun, der ich musikalisch in den 70`ger Jahre groß geworden bin, dass letzte Mosaik diesem auf ewig verbundenem Werkes Pink Floyds, in der "remastered" Form vor. Meine Alben waren natürlich die Großen damals: Dark side, Wish you oder Animals. Ich kannte einige Menschen im Umfeld, die von Atom Heart Mother schwärmten. Das wenige was ich von dieser Platte seinerzeit kannte, war mir damals zu dünn, zu bizarre, oder wie auch heute noch, überflüssig. Alan's Frühstückssession hat Platz belegt, den man evtl. anders hätte nutzen können. Ich beziehe die Kritik der Musiker später zu ihrem Werk, gerade auch auf diese Soundschnipselei. Denn heute finde ich den Rest der Platte einfach Wunderbar! Selbst das Cover, welches mir nie so zugesagt hatte, wie vieles andere aus der Schmiede Storm Thorgerson, gefällt mir im Kontext. Als ich etwa Ende der 90`ger Jahre meinen Musikgeschmack wieder in die Richtung drehte, in der Pink Floyd eine zentrale Bedeutung haben, meinen Wurzeln folgend, deren Schaffenskatalog aufarbeitete, klammerte ich immer Atom Heart Mother aus. Das frühe Werk um den psychedelischen Lizzar- King Barrett war es, dann die deutlich bodenständigere Arbeit Gilmours, der die musikalische Qualität erhöhte. Die Film- Musiken, all das entdeckte ich wieder, oder neu. Und nun ist mit The Endless River das letzte Ergebnis einer großen und erfolgreichen Reise herausgekommen und wird kontrovers diskutiert, was die Bedeutung dieser Musiker für die zeitgenössische Musik nur unterstreicht. Nun fällt mir also Atom Heart Mother in die Hände, ich lasse mich darauf ein, wissend wie sperrig die Platte sein kann, und bin hin und weg. Das remastern hat dem Werk gut getan. Stücke wie das zarte -If- klingen floydig angenehm. Summer `68 gut, und das frühe Gilmour Stück -Fat old Sun- bekommt hier schon den Hauch, welchen es später, wieder aufgeführt bei seinen Solotouren schon zu einen gewissen Höhepunkt macht. Das Titelstück ist die Blaupause allen was später von diesen Musikern noch kommen sollte. Meddle, Dark side und auch Wish you werfen hier ihre Schatten voraus, die Richtung zeigt sich, auch wenn die Musiker selbst noch nicht genau wissen, wo die Reise hingeht. David Gilmour spielt seine Gitarre so, das schon erkennbar wird, welch großartiger Musiker er mal auf diesem Instrument sein wird. Trotz der oben genannten sperrigen Passagen halte ich Atom Heart Mother für den erkennbaren Ausgangspunkt, der in einer mäandernden Linie zu The Endless River führt, und den Kreis schließt, da es leider kaum noch irgendein Output geben wird. Atom Heart Mother, von einigen geliebt, von mir lange missachtet/verkannt, bildet zusammen mit The Endless River einen wunderbaren Abschluss, einer der meistgeschätzten Bands, in diesem Gewande zeitlos und wichtig. Wer hätte das gedacht, als vor so vielen Jahren eine Kuh vom Plattencover aus den Betrachter anglotzte...
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. September 2015
Im Jahr nach ihrer experimentellsten Platte UMMAGUMMA setzten Pink Floyd mit ATOM HEART MOTHER ihre Reise durch die Grenzbereiche der populären Musik fort, bzw. betraten als Pioniere Neuland. Pink Floyd sind eine seltsame Band und sie haben einige seltsame Platten kreiert. ATOM HEART MOTHER ist eine seltsame Platte.

Kernstück der Scheibe ist der über 23 Minuten lange Titelsong. Damals war bei progressiven Rockbands die Zusammenarbeit mit einem Orchester oder auch einem Chor schwer in Mode. Also versuchten sich die Herren Gilmour, Mason, Waters & Wright an einer Suite und ich finde, dass ihnen dass hervorragend gelungen ist. Manche dieser Kollaborationen klingen aus heutiger Zeit sehr angestaubt. Pink Floyd begingen in der Zusammenarbeit mit Ron Geesin, der Roger Waters schon bei Several Species Of Small Furry Animals Gathered TogetherIin A Cave And Grooving With A Pict unterstützte, nicht den Fehler das Stück auf konservative Art zu arrangieren. Man kann sich auch schwer vorstellen Atom Heart Mother würde ähnlich süßlich klingen wie DAYS OF FUTURE PASSED von den Moody Blues, auch wenn Nights In White Satin ein toller Song ist. In Nick Masons sehr lesens- und empfehlenswertem Buch INSIDE OUT kann man lesen, dass es nicht einfach war, das Orchester zur Mitarbeit an dem Stück zu bewegen. Klassisch ausgebildete Musiker hegten damals zumeist große Abneigung gegen Rockbands.

Atom Heart Mother besteht laut Booklet aus sechs Teilen. Um eine Verbindung zum Cover herzustellen wurden den einzelnen Teilen Namen wie Funky Dung und Breast Milky gegeben. Ruhige Parts wechseln sich mir dramatischen ab, melodiöse Teile mit schrägen Sequenzen. Alles passt hier aber für meinen Geschmack sehr gut zusammen. Heute ist es kaum vorstellbar, dass Nick Mason und Roger Waters die Rhythmusspuren in einer einzigen ununterbrochenen Session einspielten, ohne irgendein anderes Instrument dabei und auch ohne einen Fehler machen zu dürfen. Nick Mason beschreibt in seinem persönlichen Blick auf die Jahre mit Pink Floyd, dass diese Herausforderung die beiden auf eine harte Probe stellte und dass die metronomische Genauigkeit darunter litt. In unregelmäßigen Abständen wurden Waters und Mason schneller und langsamer. Jeder, der selber Musik macht kennt das. Wenn alle die Schwankungen mitmachen und das Feeling stimmt, ist es okay. Blöd nur, wenn dann noch Overdubs eingespielt werden. Noch blöder, wenn es ein ganzes Orchester oder ein Chor sein müssen. Für mich klingt der Song aber gut und überzeugend. Manche meinen, dass es Pink Floyd erst mit Echoes gelungen ist, ein ( etwa gleich )langes überzeugendes Stück zu produzieren. Ich sehe das nicht so. Ich mag beide Stücke sehr gerne und empfinde keinen qualitativen Unterschied. Irgendwann gegen Ende des fünften Teils verkündet eine Stimme 'Silence in the studio!', die chaotische Kakophonie endet und die Instrumente spielen danach wieder in abgestimmter Lautstärke und geordnetem Tempo weiter. Ich hab da lange 'Violence in the studio!' verstanden und ehrlich gesagt höre ich das heute noch so, oder zumindest will ich es so hören.

Nach der Suite folgen nun drei 'normale' Stücke. Von Waters stammt die Ballade If. Ein netter Song, der nach dem langen Titelstück für etwas Ruhe und Leichtigkeit sorgt. Kommt für mich nicht ganz an die beiden Songs von Wright und Waters ran. Gefällt mir aber besser als das ebenfalls ländlich klingende Waters-Stück Grantchester Meadows von UMMAGUMMA. Aber das sind Abstufungen auf hohem Niveau. Summer '68 ist für mich nicht nur ein der besten Songs von Richard Wright, er gehört auch zum Besten, was unter dem Namen Pink Floyd geschaffen wurde. In einem seiner wenigen Texte beschreibt er die negativen Aspekte des flüchtigen Lebensgefühls der späten Sechziger. Das Lied beginnt als Klavierballade und steigert sich dann mit ineinander fließendem Gesang zu einer fanfarenartigen Stimmung. Dann kommt Fat Old Sun von David Gilmour, auch ein wunderbares Lied und genau wie der Vorgänger einer meiner Band-Favoriten. Klassiker und Songs für die Ewigkeit!

Abschließend folgt Alan's Psychedelic Breakfast. Ein englisches Frühstück als Hörspiel. Sicher ist das Stück, vermutlich noch mehr als Atom Heart Mother für die meisten Rock/Pop-Musik-Hörer schwer einzuordnen und wohl wenig zu genießen. Ich höre es aber immer wieder gerne. Man hört das Anzünden eines Streichholzes, die entzündete Gasflamme, das Brutzeln von Speck und den vor sich her murmelnden Pink Floyd-Roadie Alan Styles ( 'Marmalade, I like marmalade !' bringt mich immer zum Schmunzeln ), der auch zum Namensgeber des Werks wurde. Das Stück endet mit einem tropfenden Wasserhahn. Auf manchen Plattenspielern konnte man das Tropfen endlos weiterlaufen lassen.

Die Kuhbildern auf dem Cover schienen zunächst gar nicht zu einer spacigen Band wie Pink Floyd zu passen. Heute gehören Lulubelle III vom Frontcover und ihre Artgenossen zu den berühmtesten Plattencovern der Rockgeschichte. Da ich schon immer Kühe, vor allem Schwarzbunte wie die drei Damen von der Rückseite, mag, halte ich das Cover für sehr gelungen. Der CD-Version von 1994 ist ein Zettel mit Frühstücktipps beigelegt. Hier findet man sowohl das Rezept für ein 'Original fränkisches Kuhhirn Frühstück' als auch die Anleitung für ein 'Traditional Bedouin Wedding Feast', beides erinnert mich an den von mir sehr geschätzten Humor von Monty Python.

ATOM HEART MOTHER ist eine gute Pink Floyd-Scheibe. Ich würde die Platte allerdings nicht als Einstieg empfehlen. Dazu sind die beiden Stücke Atom Heart Mother und Alan's Psychedelic Breakfast zu verschroben. Wer sich mit der Band aber eingehender beschäftigen möchte sollte sich ATOM HEART MOTHER anschaffen.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. März 2003
Als "Atom Heart Mother" vor mehr als 30 Jahren erschien, war die Pink Floyd-Gemeinde überwiegend enttäuscht, ja geradezu verärgert. Den Fans fehlte wohl der psychedelische Bombastik-Sound und sie vermissten die sich lang hinziehenden elektronischen Klanggewitter. Zwar kommen auch diese Soundmarkenzeichen von Pink Floyd immer wieder zum Tragen, aber dennoch ist "Atom" keine typische Pink Floyd-Platte. Mit ihrer melodischen Schmelzkraft und subtilen Einfachheit, zählt "Atom" noch heute zu meinen Lieblings-CDs. Das 23-minütige Titelsong ist streng durchkomponiert und eröffnet die Stimmung: ernst, gedrückt, ja fast schon ein wenig depressiv und entlädt sich dann in einer befreienden Melodie. Pink Floyd variieren das musikalische Thema immer wieder in unterschiedlichen Instrumentierungen. Fette Blechbläser und gemischter Chor kommen zum Einsatz, das lyrische Motiv wird von einer Sologeige wiederholt, mittendrin übernimmt die Gitarre mit ihrer gleitenden Akkordik die Führungsrolle. "Klassik" und "Rock" sind hier wunderbar integriert. Die anderen Stücke sind von gerissener Einfachheit. In "Summer 68" lassen sich die Floyds sogar zu einem ironischen "Beach Boys"-Gesang hinreissen. Es fällt auf, dass Akkustikgitarre und Klavier zumeist die Führungsrollen der Songs übernehmen. Die ganze Musik wirkt enstpannt, unaufdringlich, hoffnungsfroh, ja geradezu lebensfroh. Wohl deshalb auch das amüsante "Breakfast"-Stückchen, dass in seiner Schlichtheit etwas "Beschwingtes" ausstrahlt. Mit der Akkustik-Gitarre werden Stimmungen vorweggenommen, wie sie dann besonders auf "Wish your were here" zu hören sein werden. Musik mit aufwühlenden und traurigen Momenten, die aber immer wieder in Melodien von fröhlichem Entspanntsein hinübergleitet.
0Kommentar| 37 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden


Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken