Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Jetzt informieren 30 Tage lang gratis testen Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Learn more Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited Autorip longss17

Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
59
4,4 von 5 Sternen
Format: Audio CD|Ändern
Preis:11,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 26. Februar 2015
Über die Musik möchte ich nicht viel sagen, das haben andere vor mir schon getan. Nur so viel: Sie hat fünf Sterne auf jeden Fall verdient. Auch wenn ich kein ergebener Floydianer bin, weiß ich das Frühwerk der Band doch zu schätzen und zähle Ummagumma zu meinen Lieblingsalben, auch die of kritisierte Studiosektion. Dass es anstatt der eigentlich verdienten fünf nur vier Sterne werden, hat folgende Gründe:

Auch über die Geldbeschaffungsprogramme der Plattenfirma wurde hier schon genügend lamentiert, zu Recht, wie ich finde. Nun bin ich selbst darauf reingefallen und habe mir die Ummagumma mal wieder bestellt, die Ausgabe von 2011. Wie manchen hier, stört auch mich die Verpackung. Cardbox, Papptasche, nix Digipack. Habe ich Wurstfinger? Jedenfalls schaffe ich es nicht, die CD herauszunehmen, ohne mit dem Fingern auf ihr herumzutatschen. Was ich ganz und gar nicht gut finde.

Bei der Ausgabe von 1994, die ich schon habe, ist die Verpackung wenig elegant, aber durchaus brauchbar mit zwei getrennten Jewel-Cases gelöst. Und mit dieser Ausgabe von 1994 möchte ich das 2011-Mastering klanglich vergleichen:

Die CD von 2011 kommen mit hörbar mehr Bass daher. Die Höhen sind etwas zurückgenommen und sauberer als bei der älteren Ausgabe abgemischt. Dafür ist das Klangbild kompakter, auch schärfer und metallischer. Das Mastering von 1994 klingt also weniger kräftig und mitunter bei den Höhen unschön überzeichnet, dafür voller und natürlicher. Obwohl ich eigentlich zu den Bassfetischisten zähle, habe ich mich nach einigem Hören denn schließlich doch für die ältere Ausgabe entschieden.

Das alles ist natürlich ein subjektiver Eindruck. Ein anderer Hörer mag es anders hören. Trotzdem möchte ich behaupten, dass man diese neuere Ausgabe nicht unbedingt braucht, wenn man eine halbwegs hörbare ältere Ausgabe besitzt. Jedenfalls wünschte ich mir, dass die Soundbastler von Emi so gut sein möchten, wie es Pink Floyd seinerzeit war, doch sind sie das nicht. Es gibt Abmischungen anderer Bands von anderen Plattenfirmen, die meinen Geschmack eher treffen.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. März 2017
Es ist sehr schnell angekommen. Die Qualität ist sehr gut und der Sound auch. ich habe es sehr genossen.
Sehr empfehlenswert
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Mit ihrem vierten Album „Ummagumma“, das im Jahr 1969 erschien und dessen Name ein Slangwort aus Cambridge für Geschlechtsverkehr ist, gingen Pink Floyd erneut neue Wege. Das Album ist seinerzeit als Doppel-LP erschienen und besteht aus einem Live- und einem Studioteil.
Die erste Platte beinhaltet vier Live-Stücke, die Pink Floyd im Juni 1969 während ihrer Konzerte in Birmingham und Manchester aufgenommen haben. Mit dabei ist der Song „Careful with That Axe, Eugene“, eine instrumentale B-Seite, die bis dahin exklusiv auf der 1968er Single „Point Me At The Sky“ enthalten war. Die Live-Interpretation des Titels ist auf dem „Ummagumma“ Album allerdings deutlich expandierter als es die Single B-Seite war.
Bei den anderen Live-Aufnahmen handelt es sich um das Stück „Astronomy Domine“ vom Pink Floyd Debütalbum „The Piper At The Gates Of Dawn“ sowie um die beiden Songs „Set The Controls For The Heart Of The Sun“ und „A Saucerful Of Secrets“ vom gleichnamigen zweiten Album der Briten.
Die Qualität der Live-Aufnahmen war schon zu der damaligen Zeit sehr gut und wenngleich die atmosphärischen Untermalungen mit Publikumsgeräuschen nur bedingt zu hören sind, so machen diese vier Stücke, die für lange Zeit die einzigen offiziell veröffentlichten Live-Aufnahmen von Pink Floyd bleiben sollten, viel Spaß und zeigen die progressive experimentelle Ausrichtung und das breite musikalische Spektrum des Quartetts zur damaligen Zeit sehr gut auf.
Selbiges gilt auch für das Studioalbum, das sich auf der zweiten schwarzen Scheibe dieser Veröffentlichung befindet. Für die Studiotracks sind Pink Floyd andere Wege als bisher gegangen, denn jedes Bandmitglied bekam eine halbe Plattenseite Platz und Zeit und konnte sich im Rahmen dieser Vorgaben ganz nach den eigenen Wünschen Ausleben. So hat dich Richard Wright mit „Sysyphus“, einem spannenden und hervorragend umgesetzten instrumentalen Stück, das sich in vier Abschnitte gliedert, dem Schicksal der griechischen Sagenfigur „Sisyphus“ gewidmet.
Roger Waters hat sich bei „Grantchester Meadows“ auf eine sehr naturbelassene Weise verwirklicht und den Song lediglich mit einer Akustikgitarre musikalisch unterlegt. Alles scheint harmonisch im Fluss und so stellt dieser Titel des Pink Floyd Bassisten einen auffälligen Kontrast zum Stück von Richard Wright dar. Ähnlich verhält es sich auch mit dem zweiten Roger Waters Titel „Several Species of Small Furry Animals Gathered Together in a Cave and Grooving with a Pict“ auf dem Ummagumma“ Album. Dieser Song ist eine weitere experimentelle kurze Reise, die als eine Art Collage mit vielen Tiergeräuschen aus verschiedenen Quellen beschrieben werden kann.
Die weiteren Songs der B-Seite des Studioalbums stammen von David Gilmour und Nick Mason. Sowohl „The Narrow Way“ von David Gilmour als auch „The Grand Vizier's Garden Party“ von Nick Mason sind in jeweils drei Teile gegliedert und speziell der Track von David Gilmour ist ein reines Klangexperiment mit Gitarren, Drums und Elektronik, das erst im dritten Abschnitt mit dem einsetzenden Gesang etwas mehr seine Konturen durchscheinen lässt.
„The Grand Vizier's Garden Party“ von Nick Mason beginnt mit einem schönen Flötensolo und steigert sich dann mit einsetzenden Drums und Percussions kurz auf einen Höhepunkt, um sodann wieder mit Trommeln und Becken und anderen Soundquellen komplett in einer Art experimentellen Avantgarde zu gipfeln und danach wieder zum Ende hin mit Flötenklängen, ähnlich derer der Anfangssektion zu enden.
Die neue Veröffentlichung von „Ummagumma“ auf 180g Vinyl lässt sowohl die Live- als auch die Studio-Aufnahmen sehr klar und ausgewogen erscheinen. Hier wurde eine wirklich gute Arbeit beim neuen Vinyl-Mastering geleistet und die bei diversen Titeln beabsichtigte Atmosphäre kommt beim Hören der schwarzen Scheiben sehr gut zur Geltung. Die Stereo-Abmischung ist nahezu perfekt und so werden speziell die sehr experimentellen Stücke der vier Bandmitglieder auf der Studio-LP zu wahren Hörerlebnissen.
Die beiden Platten fassen sich zudem - genau wie die anderen Vinyl-Wiederveröffentlichungen - qualitativ hochwertig an und so lässt auch diese Wiederveröffentlichung nostalgische Gedanken an die guten alten Zeiten aufkommen.
Einziger Wermutstropfen ist auch hier - wie bei den anderen drei neuen Vinylpressungen - die Tatsache, dass sich die schwarzen Scheibe lediglich in schwarzen Schutzhüllen befinden.
Es gibt keinerlei Booklet mit Informationen noch ist die Innenschutzhülle der Platte bedruckt. Hier hätte man sich seitens der Band und des Labels dann doch mehr in das Fanherz hinein versetzen sollen und wenn schon nicht direkt auf der Innenhülle, dann aber doch mit einem separaten Vinyl-Booklet noch ergänzende Informationen rund um die neuen Vinyl-Auflagen, Fotos und einiges mehr für den Pink Floyd Fan zugänglich machen sollen.
Und auch, wenn die ursprünglichen Vinyl-Veröffentlichungen keinerlei Informationen rund um die Band und das Album gaben, so wäre es schön gewesen, hätte man mit diese aktuelle neue Edition dennoch darum ergänzt.
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Mai 2014
Ich weiß nicht ob in der heutigen Zeit Top-Bands eine solche Platte abliefern dürften. Ich glaube nein. Solche Freiräume bekommt man heutzutage wohl nicht mehr, wenn der kommerzielle Erfolg nicht absehbar ist.

CD1 wird von mir weitaus öfter gehört als CD2.
Die Live-Versionen sind toll. Hatte zu meiner DVD "Live at Pompeij" eine Musik-CD gesucht, auf denen die Live-Aufnahmen speziell von "Set the Controls", "Careful with that Axe, Eugene" und vor allem "Saucerful of Secrets" drauf sind. Bei Ummagumma bin ich fündig geworden.

Wenngleich die Ummagumma-Versionen nicht ganz an die Interpretationen von "Live at Pompeij" heranreichen (speziell die Harmonien beim Orgeleinsatz von Saucerful of Secrets kommen in Pompeij viel eindringlicher zur Geltung), sind sie doch sehr schön anzuhören.

CD2 höre ich eher selten. Wer gerade anfängt sich mit den Floyd zu beschäftigen, der sollte sich vorher andere Werke zulegen. CD2 von Ummagumma ist sehr experimentell, und man tut sich manchmal schwer, irgendwelche Song-Strukturen herauszuerkennen.

Alles in allem hat "Ummagumma" definitiv meine Pink Floyd-Sammlung bereichert.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 28. August 2014
Das 1969 erschienene Pink Floyd-Doppelalbum "Ummagumma" (ein Begriff,der damals in GB von Jugendlichen gerne für "Liebe machen" gebraucht wurde,vielleicht mit "Poppen" gut übersetzt,allerdings ging der Begriff Rock n Roll auch in diese Richtung,sodaß unklar ist,was davon PF meinten,vielleicht beides ;-)) besteht aus zwei Teilen.
Scheibe eins besteht aus unglaublich gelungenen Live-Mitschnitten.Diese wird zu Recht allgemein sehr hoch eingeschätzt.
Sie ist (nicht nur) für mich das Beste,was von der Gruppe je an Live-Scheiben offiziell veröffentlicht wurde.
Selbst die Studio-Versionen können da nicht mithalten,das gilt insbesondere für das atemberaubende,schon gruselige Atmosphäre zaubernde "Careful With That Axe,Eugene".
Die Live-Scheibe erschafft geradezu magische Momente,ist ein echter Gewinn;und das schreibt jemand,der mit Live-Veröffentlichungen nur selten warm wird.
Allein diese erste rauschhaft-psychedelische Hälfte langt schon für 5 Sterne und rechtfertigt den Kauf ganz locker.
So einig sich Hörer,Fans und Kritiker beim Bejubeln des Live-Teils sind,so unterschiedlich oder zumindest zwiespältig wird der Studioteil wahrgenommen.
Er besteht aus Solo-Stücken der vier Musiker David Gilmour,Roger Waters,Richard Wright und Nick Mason.
Die Meinungen zu den Tracks reichen von avantgardistisch über interessant,experimentell bis unhörbar.
Einig sind sich wohl so ziemlich alle Hörer,daß das Material (von vielen wird es nur als das wahrgenommen,nicht als "richtige" Musik) extrem fordernd und abgefahren ist.
Die Musiker selbst bezeichneten dieses "jeder darf mal"-Projekt als eher mißglücktes Experiment.
Ich persönlich halte die Studio-Tracks für zumindest unglaublich interessant und im besten Sinne inspirierend.
Die Begriffe psychedelisch,abgefahren,sphärisch,rauschhaft,atmosphärisch sind auch hier sicher zutreffend.
Der Aussage,daß vieles dort schräg,wirr,provozierend unkonventionell daherkommt,kann ich mich anschließen,der Kritik daran allerdings nicht.
Zur Erläuterung meiner Gefühle vielleicht ein visueller Vergleich:
Ich stehe in einer Galerie vor dem Bild eines jungen Künstlers,das aus vermeintlich wirren,ungeordneten Farbzusammenstellungen besteht und kann meinen Blick davon nicht abwenden,weil es mich gleichzeitig verwirrt und doch in höchstem Maße interessiert,ja fesselt.Nun erklärt mir ein Kunstkenner,daß das ein wertloses,künstlerisch unbedeutendes Werk ohne echte Substanz sei und zeigt mir ein Bild daneben,welches wunderschön ist,auf eine Art,wie ich es aber schon häufiger erlebt habe.Auf dem mir empfohlenen Bild ist alles perfekt,auch aus Sicht des Kunstkenners,dennoch wandert mein Blick immer wieder zum "wirren" Bild hinüber.Welches ist nun besser?
Ich meine,daß Pink Floyd mit der Studioseite von "Ummagumma" etwas sehr schräges,jedoch überaus interessantes,inspirierendes geschaffen haben.
Wer sich damit partout nicht anfreunden kann,kann es ja als überdrehtes Bonusmaterial zu einer der besten Live-Scheiben aller Zeiten ansehen. Wie auch immer..."Ummagumma" bleibt mMn ein absolutes "Must Have".

Die Aufnahmequalität ist für 1969 sehr gut,allerdings bin ich heilfroh,daß ich noch eine leidlich erhaltene Schallplatte besitze,denn die digitalen Veröffentlichungen empfinde ich alle als enttäuschend.
Die erste CD-Serie war ohnehin mehr als mäßig,auch die neuen 2011er Remasters sind nicht sonderlich gelungen (dazu noch die üble Verpackung !),auch der 94er Remaster von Ummagumma überzeugt nicht;dazu habe ich mehrfach gelesen,daß bei dieser Ausgabe sogar Kürzungen bei Ein-und Ausblendungen vorgenommen wurden.Ich habe das gar nicht mehr kontrolliert,der enttäuschende Klang dieser CD reichte mir schon.
Leider sind neuere Vinyl-Pressungen auch nicht die Lösung,da diese auf neuen Masterings beruhen und die Pressungen oft grottig sind.Es ist ein Elend!
Japan-Pressungen von Ummagumma habe ich leider noch nicht gehört.
Trotz des leidigen Themas Remastering bleibt "Ummagumma" ein Album,das man dem aufgeschlossenen,offenen Psychedelic-/Progressive-Rock Hörer nur wärmstens empfehlen kann;allein das atemberaubende,fesselnde Live-Album ist den Kauf wert.
22 Kommentare| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. September 2014
Nach dem Ausscheiden des psychisch zerstörten Bandleaders Syd Barrett versuchten Pink Floyd sich zunächst an einem Livekonzept namens "The Man and The Journey", in welchem sie ältere und neue Stücke mit avantgardistischen Performances verbanden. Unter anderem wurde auf der Bühne ein Tisch zusammengebaut und Tee serviert. Allerdings fehlte eine Idee, wie man das auf einer Studioplatte umsetzen könnte - und daher wurde "The Man and the Journey" verworfen. Statt dessen entschied man sich dafür, jedem Bandmitglied eine halbe Plattenseite für Solo- Studioexperimente zur Verfügung zu stellen und das Ergebnis mit einer Liveaufnahme zu ergänzen. Dabei fanden u.a. "Grantchester Meadows" und "Narrow Way (Part 3)" ihren Weg von "The Man and the Journey" zu "Ummagumma", ersteres in Waters', letzteres in Gilmours Partition. Allerdings sind das auch die einzigen Teile, die nach Songs klingen. Der Rest sind mehr avantgardistische Studiospielereien und experimentelle Instrumentalsoli. Obwohl "Ummagumma" eine Vielzahl von Fans fand, haben sich in der Rückschau alle Beteiligten damit unzufrieden geäußert. Ich schließe mich diesem Urteil an: Mit "Dark Side of The Moon", "Wish you were here" und "Animals" hat "Ummagumma" nichts zu tun.

Einen Kauftipp spreche ich dennoch aus: Die Liveaufnahmen von "Astronomy Domine", "Careful with that Axe Eugene", "Set the Controls" und "Saucerful of Secrets" sind unverzichtbare Dokumente für Fans der Pink Floyd- Frühphase. Daher gebe ich insgesamt drei Sterne.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Dezember 2005
Die Doppel-Lp ,Ummagumma' ist das erste Juwel der Nach-Barrett-Phase, das ohne Einschränkungen jedem Fan (und allen, die es werden wollen) empfohlen werden kann.
LP 1 enthält Live-Tracks mit den vier Highlights der damaligen Zeit: ,Astronomy Dominé', ,Careful With That Axe, Eugene', ,Set The Controls For the Heart Of the Sun' und ,A Saucerful Of Secrets'. Alle Stücke haben Überlange und ufern in herrliche Sound-Impros aus, die den Hörer in eine spacig-gruselige Atmosphäre versetzen, seine Fantasie anregen und das Bewusstsein verändern. Alle Stücke klingen besser als die Originale auf den Platten, von denen sie stammen. Die Live-Arbeit hat sie wachsen und reifen lassen. Die junge Band hatte damals auch noch genug Zeit und Engagement, ihre Musik ständig zu verbessern. Die Musik ist ideal geeignet, gepflegt abzuhängen und in fremde Welten auszusteigen. Alles, was der Hörer braucht, ist Offenheit für seltsame Klänge und ein bisschen Geduld.
LP 2 führt den eingeschlagenen Weg weiter, allerdings nicht ohne Gefahr, in allzu avantgardistische Gefilde abzudriften. Jeder der einzelnen Jungs konzentrierte sich dabei sozusagen auf sein Soloprojekt, deshalb tragen die jeweiligen Stücke ein eigenes Gepräge.
Wright legt mit Sisyphos Part 1-4 die instrumentale Vertonung eines alten griechischen Mythos vor. Sisyphos ist der Mann, der als Strafe für seine Überheblichkeit in der Unterwelt immer wieder einen schweren Stein einen Hügel hinaufrollen muss, der dann wieder hinabrollt - intellektuell, avangardistisch und ziemlich ernst.
Waters konterkariert seinen Folksong ,Grantchester Meadows' mit Geräuschen von rauschenden Bächen, auffliegenden Rebhühnern, dem Bellen von Füchsen und legt mit ,Small Furry Animals ..' eine Hammer-Collage vor, die elektronisch erzeugte Klänge mit Geräuschen kombiniert. Was hier genau geschieht ist unklar - jedenfalls treffen sich kleine Pelztiere zu einer Versammlung im Wald, um dort der Rede eines Neandertalers zu lauschen. "And the wind cries Mary .." - völlig skurril und abgedreht, aber humorvoll und inspirativ.
Gilmour versucht sich zum ersten Mal selbständig als Composer und zeigt mit ,The Narrow Way', was an Qualitäten in ihm steckt. Es beginnt mit einer Folkpicking-Fahrt ins Grüne, die mehr und mehr in enge Gefilde gerät (klasse gemacht mit dem Slide!) und schließlich im tiefen dunklen Wald landet (die Musik wird verzerrt und düster). Schließlich endet die Fahrt und mündet in den Songteil, der wie eine Mischung aus ,House Of Rising Sun' und ,More'-Psychedelia daherkommt. Fantasieanregend und atmosphärisch ist das auf jeden Fall!
Mason benutzt seine Drums und verschiedene Percussions-Instrumente dazu, das Geplänkel während einer Garten-Party darzustellen, bei der sich immer wieder vorlaute Stimmen zu Wort melden, ohne wirklich etwas zu sagen zu haben. Das Experiment endet mit einem eher konventionellen Drum-Solo. Respekt!
Fans, die eher auf einprägsame Songs fliegen als auf Experimente, werden es wohl mit ,Ummagumma' nicht leicht haben. Anderen wird das Werk vielleicht den Zugang zu ähnlichen Versuchen in der sogenannten E-Musik öffnen (so wie damals viele E-Musik-Hörer anfingen, Rockmusik interessant zu finden). Die Platte kann den Horizont erweitern und trotzdem eine Menge Spaß machen.
Für mich war ,Ummagumma' für meine Musik-Sozialisation sehr wichtig, deshalb mag ich nicht ganz objektiv sein. Doch ich wünsche mir, dass sie jeder einmal gehört hat!
11 Kommentar| 85 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Dezember 2016
1973 klang dieses Album so fremd, dass ich es einem Klassenkameraden sehr preiswert abkaufen konnt. Auch das Live Album klang damlas komplett 'anders'. Aber es sagte mir zumindest dass es noch andere Klänge gibt, als das was so in den damaligen Medien lief. Lese gerade eine Pink Floyd Biographie, und bin gerade beim Erscheinen dieses Albums. Das Live Album hört sich immer noch gut an. Das Studioalbum würde ich wie so einiges aus vergangener Zeit als guten Witz bezeichnen, obwohl einzelne Parts doch ab und zu in die Erinnerung springen. Die Floyds waren nach Syds Ausstieg ehrer Suchende, als geniale Künstler. Von Meddle bis The Wall waren sie genial, danach komplett obsolet, eine Marke halt.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. August 2013
Nach dem großen Werk "Atom Heart Mother" von Pink Floyd kann ich nun auch seit einiger Zeit "Ummagumma" mein Eigen nennen. Nun, nach dem ersten Durchhören war ich doch etwas verwirrt und erstaunt zugleich. Das Album besteht aus 2 CDs, wobei jede CD eigentlich ein eigenständiges Album darstellt! CD 1 enthält 4 überlange, angerockte, langsame Live-Stücke der Band, die sehr mystisch, psychedelisch und extrem eindringlich klingen. Diese Songs gehen sehr tief in das Unterbewusstsein! Hier braucht der Hörer einige Durchläufe um sich aus heutiger Sicht in die Klänge und in die Musik einzufinden! Sehr genial!!!!!! CD 2 besteht aus einer Vielzahl meist kleinen instrumentalen, bedrohlichen und unheimlichen Kompositionen, welche dem Hörer eine harte Nuss zu knacken geben! Alles klingt sehr fremdartig, gespenstisch und sehr experimentell. Die Grundlagen der Kompositionen sind meist sehr harmonisch, jedoch wird diese Harmonie zeitweise bewusst zerstört oder verzerrt und erzeugt so Widersprüche! Hier geht es weniger um Musik, sondern mehr um Stimmungen zu erzeugen, die angsteinflößend und voller Spannungen sind. Wer dieses einmal verstanden hat, kann mit dieser zweiten CD evtl. besser klar kommen! Der Zugang zur dieser 2.CD ist ein völlig anderer wie bei einer normalen Musik-CD, denn hier wird der Begriff oder die Bedeutung von Musik völlig neu definiert! CD 2 wird oft kritisiert und findet meist weniger Beachtung. Für mich ist sie jedoch unverzichtbar und macht "Ummagumma" erst vollständig! Zudem wäre sie ein wundervoller Soundtrack für einen alten schwarz/weiß-Gruselschocker. Ich persönlich höre CD 2 weitaus öfter, denn sie stellt für mich die Essenz des Albums dar und zeigt "Pink Floyd" von der ausgeprägtesten, experimentellsten Seite! CD 2 sollte als Ganzes gehört und betrachtet werden, denn nur zusammenhängend entfalten die Songs und die Klangwerke eine einzigartige Stimmung! Die verwendeten Klänge auf "Ummagumma" sind heute vollkommen ausgestorben, deshalb sollte sich der Hörer viel Zeit für dieses Album nehmen! Es ist auch ein unheimlich komplexes Werk! Man findet irgendwann hinein oder lässt es auf Nimmerwiedersehen in eine dunkle Kiste verschwinden. Das vollständige Werk lässt sich mit der heutigen Musik in keiner Weise vergleichen. So ein gewagtes Album wird es vermutlich nie wieder geben! Das Cover ist unverwechselbar und soo passend zur Musik! Legt die CDs ein, zündet bei Dunkelheit eine Kerze an und legt euch aufs Sofa. Lasst euch in eine fremde Welt entführen! Das Album ist wegen der Fremdartigkeit nicht jederzeit konsumierbar. Es braucht Dunkelheit, oder zumindest gedämpftes Licht und man sollte sich in einer gewissen Stimmung befinden. Das Album sollte dann am Stück genossen werden, so wird es zu einem wahren Trip. Selbst Menschen, die dem Album Aufgrund der Fremdartigkeit nicht viel abgewinnen können, bestätigen mir eine heilende Wirkung auf den Geist! Einige Fragmente aus diesem tollen Album kannte ich noch aus meiner frühsten Kindheit ( 1970??? ), allerdings verblassten diese Erinnerungen im laufe der Dekaden. Durch Zufall hörte ich es vor einiger Zeit nach all den Jahren wieder und da überkamen mich ganz unerwartet diese alten Gefühle und Erinnerungen, was mich dann auch sofort fesselte! Für mich ist diese wunderbare Platte ein wiedergefundener Schatz und eine sehr schöne Kindheitserinnerung! Trotz aller Dunkelheit und bedrohlichen anklängen verströmt dieses Werk Behaglichkeit und eine große Ruhe aus! Wenn ich mir die heutigen Alben so anhöre, dann denke ich immer wieder daran, was damals für unterhaltsame und gewagte Alben erschienen sind! Besonders die frühen Pink Floyd-Alben zwischen 1969-71 sind für mich ein pures Hörerlebnis! Zu dieser Zeit musste meines Erachtens ein Album noch eine hohe Unterhaltungsqualität vorweisen! Musikhören sollte wie ein Abenteuer sein und genau dieses fehlt den heutigen Alben! Trotz des alters wirkt "Ummagumma" keineswegs angestaubt auf mich. Ganz im Gegenteil, dieser Future-Sound wartet in ferner Zukunft auf seine Wiederentdeckung. Eher klingen die heutigen modernen Alben im Vergleich mit "Ummagumma" wie ein totaler musikalischer Rückschritt. Auf jeden Fall ist "Ummagumma" ganz großes Kino für meine Ohren! Ich liebe dieses Album wie kein anderes! Wer dieses Album aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet, wird sehr viel Freude damit haben, anderen wird es immer ein Rätsel bleiben. So experimentell und hell lodernd hat sich die Band nie wieder gezeigt! Auf dem nachfolgenden Album "Atom Heart Mother" konnte die Band noch einmal einen Teil dieser Magie transportieren, dann erlosch das Licht! Ohne "Ummagumma" hätte es z.b. den berühmten Stil von "The Cure" nie gegeben. Auch "Depeche Mode" fühlen sich eher mit "Pink Floyd" verbunden als mit "Kraftwerk". Viele Künstler sind und waren von diesem Album begeistert und beeinflusst! Jedem Käufer sollte bewusst sein, das dieses Werk absolut einzigartig ist und man vor dem Anhören dieser CDs alle gewohnten musikalischen Klänge hinter sich lassen muss! Diese Musik stammt nicht von dieser Welt, sondern vom äußersten Rand des Universums! Als habe die Band kosmische Klänge und Geräusche aus Lichtjahre entfernten Galaxien aufgenommen! Während der Entstehung des Albums müssen sich die Bandmitgliedern in einer ganz speziellen Energie befunden haben, egal ob mit oder ohne Drogen! Es sind vermutlich jene Energien, mit denen auch andere Künstler absolute Meisterwerke schufen! "Pink Floyd" ist hier ein extrem spirituelles, bewusstseinserweiterndes Album gelungen, welches beim Hören unbekannte Bilder und Filme im inneren erzeugt! Noch nie hat mich ein Album so gefesselt wie dieses, denn es verbreitet eine atemberaubend mystische, unheimliche, aber warme Atmosphäre! Diese Songs nutzen niemals ab und man kann immer wieder etwas neues in ihnen entdecken. Es ist ein völlig zeitloses Werk, welches die Menschen in 100 Jahren noch begeistern dürfte. Natürlich hat auch dieses Album für mich leichte Schwachstellen, die aber absolut verzeihlich sind und die nicht weiter ins Gewicht fallen. So stößt mir der deplatzierte, etwas nervige Song "Astronomy Domine" auf. Diesem Song fehlt das hypnotische und mystische. Auch "Several Species Of Small.... finde ich etwas überdreht und beschert mir weder Musik noch eine gewisse Stimmung, aber ist am ende dann doch irgendwie interessant. "Ummagumma" ist meine große musikalische Liebe und deshalb vergebe ich mindestens 10 Sterne. Wer herausfordernde Musik schätzt und wer sich mal richtig die Zähne ausbeißen will, dem kann ich dieses komplexe Werk ans Herz legen. Am ende wird man es lieben oder hassen.

Zu meinem Leid befinden sich im Booklet und auf der Innenseite dieser CD-Ausgabe nicht mehr die Originalfotos von der LP von 1969. Ein Album ist ein Zeitdokument und sollte deshalb völlig unangetastet bleiben. Diese Originalfotos sind untrennbar mit der Musik verbunden. Veränderungen sind wie das Salz in der Suppe, aber nicht hier. Das auch die CDs in eine billige Pappschachtel gequetscht werden müssen, ist eine Frechheit.

Wer zu diesem Album noch etwas Ergänzendes sucht, sollte sich die Pink Floyd-DVD "Live at Pompeji" unbedingt zulegen! Ein großartiges Konzert in einer fremdartigen Umgebung voller Sand und Vulkane! "Ummagumma" und "Live at Pompeji" gehören einfach zusammen! Nick Masons Schlagzeugspiel ist einfach atemberaubend und das satte Orgelspiel von Richard Wright tut sein übriges! Hier sind Musik-Götter am Werk!
11 Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Januar 2012
Bevor ich zur Musik komme, ein Wort zur Klangqualität dieser Ausgabe: Lang hat es gedauert, bis dieses (Vinyl- wie CD-) Doppelalbum so wunderbar, so transparent, so kraftvoll klingend zu haben war bzw. ist. Wer nur ältere CD-Editionen besitzt und von diesen (wie ich) enttäuscht war, darf hier mit zwei Händen zugreifen!

Zur Musik: Cream hatten ein Jahr davor damit begonnen, ein Doppelalbum mit einer Live- und einer Studioplatte herauszubringen ("Wheels Of Fire"), und die Floyd setzten das fort. Vier Stücke, die sich zum Teil erheblich von den Studioversionen unterscheiden, bietet die Live-Platte, und was mit diesen Nummern herüber kommt, zählt zum Epochalsten, das damals veröffentlicht wurde. Eine Unzahl von Krautrockern holte sich hier seine Kicks, und dass auf Lieblingsalbenlisten einer Reihe von Musikern solcher Bands (seinerzeit im "Musikexpress" veröffentlicht) dieses Doppelalbum meistens am ersten oder zweiten Platz zu finden war, braucht niemand als Zufall werten. Dass eine Reihe von namhaften Musikkritikern in den Folgejahren jede neue Floyd-Scheibe an diesem Album maß und 1973 im deutschen "Sounds" die heute grenzenlos bejubelte "Dark Side Of The Moon" mit Verweis auf "Ummagumma" sogar verrissen wurde (ist wirklich passiert, Leute!), spricht da erst recht für sich. Alleine schon "Astronomy Domine" macht deutlich, dass die Vier damals eine der innovativsten und unverwechselbarsten Gruppen überhaupt waren, und dieser Track war obendrein noch eine würdige Hommage an den verloren gegangenen Bandgründer. Meines Erachtens spielten in GB 1969 nur noch Caravan, Soft Machine, Van der Graaf Generator und King Crimson in dieser Liga, die alle aber den Namen und das Management (und auch das voll unterstützende Label) der Floyd nicht hatten. Alles in allem eine der allerbesten Live-Platten, die es im Psychedelic- und Prog-Bereich jemals gab, diese ersten der beiden Platten.

Am zweiten Album schieden sich schon immer irgendwie die Geister. Fest steht, dass die Gruppe, von rund der Hälfte der "Atom Heart Mother" einmal abgesehen, sonst nie wieder so experimentell und kompromisslos musiziert hat. Wrights "Sisyphus" hat ein hinreißendes Motiv, und Waters Vokalexperimente haben Esprit. Verhalten wirkt Masons Beitrag, aber es ist Gilmours "The Narrow Way", das mich schon immer am meisten begeistert hat: Riff und Melodie grandios, und aus der Gitarre alles herausgeholt, was anno '69 (nach Hendrix' "Electric Ladyland" und "Truth" von Jeff Beck, beide '68) möglich, und ein schön philosphischer Text mit leichten Bergpredigt-Anklängen. Ein Beweis auch dafür, wie gut David nach seinem Einstieg während der Aufnahmen zum Zweitling "A Saucerful Of Secrets" mittlerweile integriert war.

Für meine Begriffe haben Pink Floyd nie wieder ein derart gelungenes Album gemacht, bei aller Wertschätzung für "Dark Side" und "Wish You Were Here", den weltweit favorisierten Alben der Band, und so mancher Alben dazwischen und danach, die ich auch alle gut finde.
11 Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden


Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken