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am 5. Juli 2011
Faszinierend in wie vielen verschiedenen Konstellationen die Band schon CDs aufgenommen hat - so viele, dass es wohl schwer fiele einen Kern zu benennen: hier dabei sind auf jeden Fall die Alt-Yesler Chris Squire, Stewe Howe und Alan White. Am Gesang finden wir diesmal Benoit David. Da musste ich erst einmal genau hinhören - zumindest in der Tonhöhe unterscheidet er sich nicht von Jon Anderson und Trevor Horn, der sich auf "Drama" in derselben Höhe versucht hat. Also klingt es insofern eindeutig wieder nach "Yes".
Ich war sehr gespannt, wie sich die Produktion des ehemaligen mitgliedes Trevor Horn auf die Scheibe auswirken würde, der ja altes Liedmaterial, was er einst für die "Buggles" geschrieben hatte, einbrachte. Anscheinend herrscht zwischen Trevor Horn und dem Rest wieder Friede, der Pop-Produzent hatte sich ja enttäuscht von der Gruppe abgewandt, nachdem seine Remixes für die 90125-Scheibe, die der Band richtigen kommerziellen Erfolg bescherte, abgelehnt worden waren.
Nun ja, jetzt musizieren sie wieder zusammen und ich hatte offen gestanden etwas Angst vor der Horn-Produktion, die ja im Laufe der Jahre immer klinischer und synthetischer geworden ist, finde ich. Hier ist davon allerdings nichts zu merken, gottseidank. Vielleicht hat Horn insofern einen Einfluss gehabt, als dass viele Songs nicht mehr so diesen frickeligen Prog-Touch haben, wie man das von "Yes" auch schon kannte. Gerade aber die Stücke, die nicht von Horn geschrieben wurden, haben einen hohen Anteil an akkustischen Gitarren ("Life on a Film Set") - auch vor Geoff Downes Einfluss muss also keine Angst gehabt werden - und wirken eher folkig, was wunderbar passt. Ich empfinde dieses Album als eine gelungene Synthese aus Altem und Neuen, ohne aufgesetzt oder imitierend zu wirken. Kein Rückschritt in poppige Trevor Rabin Zeiten, aber auch kein Rückschritt in endlose Synthiesoli. Dies ist ein weiterer Schritt in eine neue Zukunft für zugegebenermaßen etwas in die Jahre gekommene Herren (Steve Howe braucht unbedingt einen Stilberater), die der Versuchung widerstehen alte Suppen aufzuwärmen und stattdessen eine gute Mischung aus Bewährtem und Neuem finden. Kauftipp!
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am 14. Juli 2011
ir schreiben das Jahr 2011 und es erscheint ein neues Studio-Album von Yes, 10 Jahre nach Magnification. Was kann, was darf man sich davon erwarten? Zwei Mitglieder der Stammbesetzung fehlen, da sie schwere Erkrankungen hinter sich haben und dem Tournee-Betrieb nicht mehr folgen können. Der Sänger einer Yes-Coverband nimmt Andersons Posten ein und Geoff Downes ersetzt Rick und Oliver Wakeman. Trevor Horn produziert. Beim Songmaterial greift man einige alte Kompositionen von Downes und Horn auf sowie Material von Howe und Squire, nur ein Song ist anscheinend eine echte Band-Komposition aus jüngster Zeit. Die Musiker sind zwischen 59 (Downes) und 64 (Squire) Jahre alt, Ausnahme Benoit David (45). Der Popularitätsstatus von Yes sank in den letzten 20 Jahren stetig, sie sind von einer Band, die auf der Union-Tour 1991 noch große Hallen füllte, zu einer Nischengruppen-Angelegenheit geworden, können allerdings nach wie vor auf eine solide Fan-Basis bauen, die für allzugroße Deals mit Plattenfirmen freilich nicht mehr ausreicht. Mit Frontiers Records aus Italien hat man nun ein kleineres, nach eigenen Angaben eher auf 80er-Jahre-Musik spezialisiertes Label gefunden, das demnach aller Wahrscheinlichkeit nach Yes eher in 90125- als in Relayer-Gefilden zuhause sieht und seinen Einfluss sicher in dieser Richtung auch geltend machte. Die Musikindustrie hat zudem gewaltige Umwälzungen hinter sich, der Druck auf die Firmen ist groß. Die Yes-Klassiker der Siebziger entstanden in einem für Künstler unglaublich fruchtbaren Klima. Da sich progressive, abenteuerlustige Musik damals sehr gut verkaufte, ließ man den Musikern alle Freiheiten bei der Entstehung neuer Alben. Ab den 80ern beeinflussten zunehmend A&R - Knechte aus den Plattenfirmen die Aufnahmen, das Lineup und das Image der Bands. Heute schafft es nur noch eine Handvoll Künstler im Profi-Business, ihre Alben ungestört zu schreiben und aufzunehmen, im Progrock-Bereich fällt mir dabei eigentlich nur noch ein großer Act ein, der so produziert und das ist Rush. Yes gehört nicht mehr in diese Liga, sie haben also sicher deutliche Kompromisse einzugehen.

Macht man sich dies alles klar, sieht man, wie schwer es unter diesen Umständen sein muss, halbwegs brauchbare Musik zu produzieren. Selbst wenn sie noch die Energie hätten, kühne und kompromisslose Musik zu machen, wäre es eher unwahrscheinlich, dass eine größere Plattenfirma das veröffentlichen würde.

Lässt sich unter diesen widrigen Umständen und im Angesicht einer sehr kritischen Fangemeinde überhaupt ein halbwegs vernünftiges Album realisieren? Diese Frage muss jeder für sich selber entscheiden, denn musikalische Qualität ist nicht messbar und es ist alles Geschmackssache. Hier nun meine Sicht der Dinge:

Ich persönlich habe zunächst mal weder mit Horn noch mit Downes ein Problem, ich mag Drama sehr gerne und halte Horn für einen fähigen Produzenten, der 90125 zu einem Album machte, das für die 80er prägend war und weit mehr als seelenloser Poprock. Sogar Frank Zappa spielte "Owner of a lonely heart" live. Nach einigen eher schwach gemischten und produzierten Studioalben war ich mir außerdem wegen der Verpflichtung Horns sicher, dass es sich diesmal zeitgemäß und klanglich einwandfrei anhören würde. Ich stand dem Album also anfangs schon wohlwollend gegenüber.

Der 23minütige Longtrack "Fly From Here" leidet zwar etwas an ein paar schludrigen Übergängen, ist aber imho weit mehr als ein Konstrukt aus lieblos aneinandergekleisterten alten Buggles-Songs. Themen werden wiederholt und variiert, Trademarks wie Chorgesang, typische Howe-Gitarrenparts und die voluminösen, warmen Bass-Sounds von Squire kommen gut und pointiert zum Einsatz, Benoit David klingt meist eher nach Trevor Horn als nach Jon Anderson. Downes ist kein Wakeman, täterätätää-Soli bleiben also aus, neben geschmackvollen Texturen gibt es sparsame Hammond-Sounds und die Downes-typischen synthetischen Streicher. Das Stück wuchs hier nach und nach immer mehr und ist mittlerweile mein klarer Favorit, der das Album prägt und zu einem für mich guten Album macht.

Die kürzeren Songs der zweiten Albenhälfte gefallen mir nicht alle gleich gut, ich habe aber keinen klaren "Skip-Song", den ich beim Hören des Albums ausspare. Außer "Into The Storm", das etwas vertrackter und rockiger ist, sind das alles leicht zu hörende Songs, die hi und da durch kleine nette Details etwas gewürzt werden, meist sind es vorsichtig eingebaute krumme Takte. Keine Sensationen, wobei ich sagen muss, dass hier Life on a Film Set ein kleiner Hit geworden ist, ich höre das unheimlich gern, es ist eingängig, ohne stupide zu sein. Hour of Need und The Man You Always Wanted Me To Be sind brauchbare, für mich auch gänzlich unpeinliche Pop-Songs, die mich dennoch zufrieden schmunzeln lassen, wenn ich Chris Squires Vocals höre, die ich so mag, ebenso wie die akustische Instrumentierung in Hour of Need. Die stimmliche Nähe Davids zu Anderson bei Hour of Need macht die Sache noch schöner. Solitaire bietet bewährte Steve Howe - Akustik - Kost zum Zurücklehnen und Genießen.

Ist das "progressiv", abenteuerlustig, mutig, kühn, kompromisslos? NEIN, zu keinem Zeitpunkt. Dennoch ist es weit mehr als ich erwartet hatte. Das Album bietet ein geschlossenens musikalisches Bild, ist sorgfältig ausgearbeitet, hat eine gelungene Dramaturgie. Das Songwriting ist solide und die musikalischen Leistungen souverän. Produktion und Mix sind überzeugend, druckvoll und transparent. Es macht Spaß, das Album zu hören. Außerdem empfinde ich große Dankbarkeit dafür, dass ich einige der Yes-Trademarks nochmal auf neu aufgenommenen Studio-Songs hören darf.

Danke, Yes!
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am 1. Juli 2011
Meine Erwartungen an die neue CD waren relativ gering. Yes ohne Sänger Jon Anderson? Geht das überhaupt? Obwohl... es gab ja bereits 1980 ein Album namen "Drama", das mir, entgegen der damaligen, sehr kritischen Rezeption, recht gut gefiel. Und genau diese Drama-Formation spielte jetzt das neue Album ein. Mit dem Unterschied, dass der damalige Sänger Trevor Horn sich nun auf die Produktion des Albums konzentrierte und die Rolle des Leadsängers von einem gewissen Benoit David übernommen wurde. Benoit wer? David war bis vor kurzem noch Sänger der kanadischen Yes-Coverband "Close To The Edge" und macht auf "Fly From Here" einen durchgängig brillianten Job. Streckenweise hatte ich beim Hören des neuen Werks sogar den Eindruck, dass Anderson selbst singt. Von seinen Yes-Mitstreitern Squire, Howe, White und dem Keyboarder Geoff Downes bekommt man die gewohnt qualitative Kost geboten. Besonders herausstechend und faszinierend fand ich diesmal den besonders fetten, unnachahmlichen Basssound von Yes-Urgestein Chris Squire. Steve Howe füllt seinen Platz als Leadgitarrist an E- und Akustikgitarre wie eh und je virtuos aus und steuert mehrere Eigenkompositionen zum Album bei, unter anderem die von ihm allein vorgetragene, entspannte Akustiknummer "Solitaire".
Basierend auf zwei Demos von den Buggles (dem kurzlebigen Projekt der Musiker Downes und Horn) wurde ein Großteil des Albums aufgebaut. Der Longtrack "Fly From Here" wurde außer als vor kurzem veröffentlichter Bonus Track des zweiten Buggles-Albums "Advenures In Modern Recording" auch bereits live von Yes gespielt (zu hören auf "The Word Is Live", 2005), jedoch für das Album von einer 7- Minuten Nummer auf ein 24minütiges Epos gepimpt. Was sich nun nach schwerer Kost anhört, kommt jedoch beim Hören absolut kurzweilig daher und hat für mich das Zeug zum Yes-Klassiker.

Ich muss mich in der Bewertung des Albums meinen Vorgängern anschließen: Man darf das neue Album natürlich nicht mit revolutionären Prog-Werken wie "Fragile", "Close To The Edge" oder "Relayer" vergleichen, aber dass noch einmal ein so homogenes,inspiriert und frisch klingendes Progressive-Rock-Album von den britischen Rockpionieren erscheinen würde, habe ich nicht geglaubt.
44 Kommentare| 26 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Nachdem sich die Aufregung gelegt hat, tatsächlich noch einmal ein Album
mit den aneinandergereihten drei Buchsteben "y", "e" und "s" in den Händen
zu halten und ich die CD erstgehört habe, stellt sich unmittelbar danach die
Frage: Wahnsinn? oder Na ja? Eher "Na ja", muß ich, ziemlich enttäuscht, zu
diesem Album bemerken, dass für mich weder etwas mit "DRAMA" zu tun
hat, noch an die 70er Jahre erinnert - absolut nicht. Wie kommen die Herren;
-allen voran Steve Howe -, nur darauf? Reines Wunschdenken. Der Song "Into The
Storm"erreicht gerade einmal das Niveau der Bee Gees bei deren spätsechziger
Versuchen, die Beatles zu kopieren. Die ganze Produktion klingt manchmal
blechern, equalizverdorben; flach und kitschig; dazu kommen spielerische
Unsauberkeiten (besonders bei "The Man you always wanted me to be").
Für das Jahr 2011 einfach enttäuschend; und einer Koryphäe wie Horn unwürdig.
Oftmals ist der vorherrschende Eindruck der von einer durchweg schrammelnden
Akustik-Gitarre (wahrscheinlich Benoit David) und einem beinah stupiden drum-sound.
Es stimmt: Trevor Horn hat sich wohl Alan Parsons zum Vorbild genommen. Schlimmer
hätte es Trevor Rabin wohl auch nicht machen können. Dennoch hat das Album
begeisternde Momente; etwa bei "Hour Of Need" oder "Mad Man At The Screens";
jedoch werden diese entweder nicht weiter ausgearbeitet, oder (besonders beim
Longtrack) in's Unendliche gezogen, und dadurch verwässert.

Jon Anderson hat mich von "TALK" bis "MAGNIFICATION" (von den späten Solo-
Platten ganz zu schweigen) davon überzeugt, dass von ihm nichts weiter zu erwarten
ist; insofern gehöre ich nicht zu denen, die das Album schon von Vornherein verdammen,
nur weil er nicht mehr dabei ist. Auch "The Living Tree" ist leider nur ungenutztes
Potential, und über weite Strecken seicht und peinlich. Als Fan der Platte "DRAMA" war
ich äußert erfreut, Trevor Horn und Geoff Downes bald wieder auf einer Yes-Platte begegnen
zu dürfen; aber was hier abgeliefert wurde, ist über weite Strecken einfach nur lahm und
langweilig. Man sollte meinen, die Herren Howe und Squire (von White kam ja sowieso noch nie
viel) hätten in den vergangenen zehn Jahren Unmengen von Songs erarbeitet, oder
wenigstens zahlreiche bits and biddles beizusteuern gehabt - Fehlanzeige. Stattdessen
werden Buggles-Reste verwertet. Das Album leidet unter enormen Kreativ-Mangel;
"Fly From Here" ist - rein kompositorisch - noch der beste Moment; zusammen mit "Solitaire"
einem typischen Steve-Howe-Solo). Echt schlimm ist das wirklich abgewrackte, eindimensionale
drumming von Alan White, was in dieser Form auch nur so in der Hintergrund gemixt gehört,
wie es hier geschehen ist. Selbst ein simples fill-in, ein roll oder ein Wechselschlag scheint
ihm nicht mehr möglich zu sein - und wer schon einmal gehört hat, wie lahm und falsch die
Band sich im Augenblick live präsentiert, kommt automatisch zu der Frage, ob man hier
schon daran gedacht hat, im, Studio nichts mehr zu produzieren, was auf der Bühne dann nur
noch peinlicher ausgehen könnte. All die Rhythmuswechsel, die Breaks, die gesamte DRAMAtik,
die eben DRAMA ausgezeichnet hat, wird man auf "FLY" vergeblich suchen - und an Alan's Spiel
lässt sich das sehr gut ausmachen. Stattdessen über weite Strecken ein ödes auf die "1" schlagen.

Geoff Downes keyboards erinnern tatsächlich ein wenig an "DRAMA", da gibt es kaum etwas
auszusetzen; außer vielleicht, dass der besondere, unter die Haut gehende Einfall eben kontinuierlich
fehlt. Seine Klangfarben mag ich nach wie vor. Trotzdem ist der größte keyboard-Moment für mich
Oliver Wakemans Vater-Reminiszenz-Spiel bei "Hour Of Need". Mehr solche Momente hätte das
Album gebraucht; dazu Interaktionen mit Steve - das ist eben der große Unterschied zu "DRAMA",
dass das hier einfach nicht geschieht. Gespannt bin ich da noch auf die erweiterte Version von der
Japan-CD. Benoit David macht seine Sache sehr gut; er singt durchaus mit der spirituellen
Tiefe von Jon; hat aber weder dessen Stimme, noch dessen Botschaft (oder sonst eine). Stimmlich
liegt er beinah exakt auf der gleichen Höhe wie Trevor Horn (mit dem er sich auf dem Album gesanglich
wohl sehr oft "überlegt", ohne dass wir es so recht herauskristallisieren könnten, wer jetzt was singt.
Auch vom sogenannten "Longtrack" hätte ich mehr erwartet. Hier wurden - noch dazu auf dilettantische
Weise - unzusammenhängende oder sich einfach nur wiederholende Parts auf "Anspruch komm rein"
aneinander gefügt; die Übergänge sind oft equalizerverdorbene, aus- und einsgeblendete! schlechte
Schnitte (so geschehen unter den Augen des godfathers aller Produzenten; einfach unglaublich).
Was schade ist, denn für mich hat das Stück durchaus das Zeug zu mehr - insofern kann man da auch
auf die Single nicht verzichten, weil jene, als solche, eben funktioniert, der Song nicht so
zerissen wird.

Ich habe bewußt meine ersten, unverfälschten Eindrücke unmittelbar nach dem ersten Anhören der
CD hier aufgeschrieben - schön"spielen" kann man sich durch endlose Wiederholungen ja alles.
Das Album hat seine guten Momente; und ist in etwa mit "The Ladder" zu vergleichen - für mich also
besser alls "Talk", "Open Your Eyes" und "Magnification". Aber ich hätte mir nach so langer Zeit
mehr versprochen. Vor allem von Trevor Horn. Wenn er wenigstens versucht hätte, die Power von 90125
im drum-sound zu reproduzieren. Was mich dann doch an die Siebziger Jahre erinnert, ist die
für eine CD der 2000er Jahre viel zu kurze (dem Vinyl entsprechende) Spielzeit von 47:34.

Und die DVD? Was für eine Verschwendung, den Ton- und Bildträger so leer zu lassen.
Da hätte ein 5:1 Mix drauf gehört, ein bis zwei Clips für die Singles (Hour of Need würde ich noch
auskoppeln). So. Done. Ich will niemanden das Album schlecht reden. Kaufen! Alleine "Solitaire"
ist es wert - ein Hauch von "Your Move" (Steve's 10saitige Potugiessische). Gerade, weil ich Yes
von allen Bands mit Abstand am meisten liebe, gestattete ich mir kritische Worte. Und ich denke,
viele, die die Platte hochjubeln, tun das aus emotionaler Verbundenheit mit den 3 Buchstaben y, e
und s - was auch in Ordnung ist.
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am 1. Juli 2011
Rund 10 Jahre nach dem letzten Studioalbum Magnification veröffentlichen die alten Herren von Yes einen neuen Silberling. Die Abwesenheit Jon Andersons (der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so viel touren möchte) haben eine Neuauflage des "Drama"-Lineups ermöglicht: Neben den Herren Squire, White und Howe sind die Buggles Trevor Horn (mittlerweile ein äußerst erfolgreicher Produzent) und Geoff Downes ergänzt um Sänger Benoît David ins Studio gegangen, um einen neuen Silberling zu produzieren.

Wie Bassist und Gründungsmitglied Chris Squire im Vorfeld verlauten lies, sollte das neue Album alles Yes Fans der wichtigsten Phasen in den 70ern und 80ern ansprechen: Ein 20 minütiger Longtrack plus radiotauglicher Pop, glatt produziert von Trevor Horn, der ja sich auch für 90125 mit dem Hit "Owner of a Lonely Heart" verantwortlich zeichnete.

Los geht es mit dem Longtrack: eine Suite bestehend aus einzelnen Songs. Wenn man genauer hinhört, findet man mehrere rote Fäden, die das ganze zusammenhalten: Das "Madman At The Screens" Thema z.B. wird schon in der Overture zitiert, das "We Can Fly" Thema kehrt am Ende wieder zurück. Die Übergänge gefallen mir nicht so gut: ein einzelner Song wird erst komplett ausgespielt, bevor der nächste beginnt. Da kommt nicht unbedingt das Gefühl auf, dass alles zusammengehört. Bis auf den Instrumentalteil "Bumpy Ride" (Howe) stammt alles aus der Feder der Herren Horn/Downes und wurde größtenteils Anfang der 80er Jahre zu Buggles/Drama Zeiten geschrieben. Die Qualität des Materials ist aber durchgehend gut: Knackiger Bass, stetes Gitarrengefiddel, dezente Keyboards und die glockenhelle Stimme Davids, der seine Sache wirklich gut macht.

Die zweite Hälfte des Albums besteht aus recht unterschiedlichen Songs: "The Man You Always ..." (Squire, der auch den Leadgesang übernimmt) und "hour Of Need" (Howe) sind simple gitarrenlastige Popstücke, die man auch im Radio hören könnte, "Life On A Film Set" wieder eine aufgepeppte Buggles-Nummer, "Solitaire" ein akustisches Steve-Howe-Solostück und zum Abschluß die einzige Bandkomposition: "Into The Storm", ein Rocker, der zunächst vor sich hin dudelt, aber in ein großartiges Finale mündet.

Im Gegensatz zu den letzten Yes-Alben fällt auf, dass ein Großteil der Songs von Gitarren geprägt wird: Fast immer eine Akustische im Hintergrund, die Leadgitarre hat auch ständig zu tun. Steve Howe hat sich bei den letzten Alben darüber beschwert, dass seine Gitarre in den Hintergrund gemischt wurde. Diesmal dürfte er nichts zu meckern haben.

Komme ich zum schwierigsten Teil dieser Rezension: der Punktevergabe. Man muss sich darüber im Klaren sein, in welchen Kontext Fly From Here gestellt werden muss. Mit Close To The Edge kann man das vorliegende Werk nicht vergleichen, muss man aber auch nicht. Nach mehrmaligem Hören bin ich der Meinung, dass hier das stärkste Album seit dem Ende der YesWest Ära vorliegt (hätte Horn doch nur auch Keystudio produziert ...). Die alten Herren werden sicher keinen Singlehit landen (in den von Lady Gaga dominierten Charts haben sie auch nichts zu suchen). Yes klingen frisch, sie bedienen ihre Zielgruppe perfekt und liefern glattpolierten Artpop mit sehr vielen Prog-Sprengseln. Ich runde daher 4,5 Sterne zu fünfen auf. Wohl wissend, dass Close To The Edge und Relayer auf dieser Skala mindestens 7 Sterne verdient hätten!
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am 25. Dezember 2014
Mit Fly From Here bieten Yes ein Album, das sich durch starke Melodien und tatsächlich so etwas wie einem konzeptualen Rahmen auszeichnet. Die neue Gesangsfarbe passt sich hervorragend in die Musik ein. Fly From Here hat bei mir einen dicken Stein im Brett, hör sie immer wieder mit Freude. Die DVD ist charmant, bietet einen Einblick in den Entstehungsprozess. Mit dem aktuellen Werk Heaven And Earth sowie der Liveaufnahme Like It Is scheint mir mit Fly From Here eine Phase neuer Spielfreude und guter, melodiöser Songs eingeläutet worden zu sein. Bitte weiter so!
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am 30. August 2011
...kriegen YES mit ihrem neuen Werk sicherlich nicht, deshalb gibt es im Vergleich mit ihrem Backkatalog auch nur 4 Punkte. Die aber aus voller Überzeugung! Das Album läuft in meinem mp3-Player momentan auf Repeat, und das hat schon lange keine Platte mehr geschafft. FLY FROM HERE ist nicht besonders spannend, virtuos gespielt oder komplex komponiert, aber es ist richtig GUT! Immer wieder gibt es feine Yes-typische Melodiefetzen, die man immer und immer wieder hören möchte, nichts nervt, nichts bremst. Man könnte dem Album übertriebene Glätte vorwerfen, mangelnde Vertracktheit, und zu kurz ist es eigentlich auch noch. Aber irgendwie macht es glücklich. Toll, dass eine so uralte und immer wieder totgesagte Truppe in der heutigen Zeit noch mal ein Exempel statuiert, wie gut Pop-Musik (das ist es nun mal, und das ist auch gut so) klingen kann. Für die härteren Progrockparts gibt es schließlich Porcupine Tree, Dream Theater und Opeth, gell?
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am 14. November 2014
Als großer Fan der Alben aus der Frühzeit der Band war ich gespannt auf das, was "Fly From Here" musikalisch bieten würde. Ich war aber vor dem Kauf skeptisch und habe lange überlegt, ob ich mir das Album überhaupt zulegen soll. Die bereits vorhandenen Rezensionen boten ein gespaltenes Bild. Für mich sind "Close To The Edge", "Relayer" oder "The Tales Of Topographic Oceans" musikalische Juwelen aus der Jugend, die ich immer noch begeistert höre.
Etwas Ähnliches zu erwarten wäre nach zig Jahren irgendwie komisch. Die Band sollte aber schon noch wieder zu erkennnen sein. Und das ist sie in jedem Falle.
Auf "Fly from here" gibt es ein paar kurze musikalische Momente, die mich an die alten Zeiten erinnern.
Ansonsten klingt das Album sehr frisch, ist sehr gut produziert Erstaunlicherweise "stört" mich auch die andere Stimme nicht, obwohl ich den Gesang Jon Anderson wirklich sehr mag.
Für mich gehört die CD auf jeden Fall in die Sammlung.
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....auch ich höre YES seit 1971, da war ich 13. Klar kann man LP's wie "Close to the edge" nicht am Fliessband produzieren. Wer kann das schon? Aber mit der neuen YES's muss sich niemand der Musiker schämen. Vergleicht doch mal mit anderen "alten" Bands, die schnell nochmal absahnen wolen, bevor es zu spät ist......die letzte von Queen, oder ELP oder Asia. Da ist diese CD ein Traum!

Bleibt mal alle auf dem Teppich. Yes haben mit dieser (vielleicht) letzten CD ein sehr gutes Werk abgeliefert. Wen stört es, dass die Suite am Anfang noch von den Buggles stammt? Mich auf jeden Fall nicht, es ist einfach nur sehr gute Musik. Klar ist es kein Progrock mehr der alten Schule, aber ehrlich? Will das heute noch jemand hören? Die Jugend bestimmt nicht, und wir Alten....naja, es darf auch mal ohne Gefrickel sein. David Benoit als Sänger gefällt mir übrigens sehr gut.....Anderson wurde mehr als ebenbürtig ersetzt. Allerdings konnte ich keine so grosse Ähnlichkeit mit Anderson feststellen wie andere Rezensenten. Ich denke, hier war der Wunsch Vater des Gedanken.

Horn als Produzent, sehr gut. Gutes Mastering, gute Abmischung. Downes ist nicht Wakeman, klar. Er versucht es gar nicht mal. Spielt sein Ding, und das ist gut. Howe an der Gitarre: anfangs zurückhaltend, doch im Laufe des Albums immer bestimmender. Hier kann ich verschiedene negative Kritiken auch nicht verstehen, was "Solitaire" angeht. Ich find den Song klasse.

Alles in allem bin ich froh die CD gekauft zu haben. Ich hätte mich fast von vereinzelten negativen Kritiken dazu verleiten lassen, es nicht zu tun......
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am 10. Januar 2014
Ich (31 Jahre alt) bin eigentlich hauptsächlich in Heavy Metal Gefilden unterwegs und dort gerne im wohlbekannten "Progressive Metal" Genre. Bands wie "Dream Theater", "Threshold", "Symphony X", "Riverside" oder "Fates Warning" zählen hier zu meinen Favoriten. Daneben bin ich schon früh mit der Band "Genesis" durch Verwandte in der Familie in Berührung gekommen (Album "I can't dance), wodurch ich erst auf die großen Art-Rock Bands der 70er aufmerksam geworden bin. Ich habe dann schnell gemerkt, dass diese Ära viel interessantere Musik zu bieten hatte, wie jenes Album von Genesis, dass ich eingangs erwähnt habe. Kurzum ich war von dem ganzen Genre angefixt und wollte mehr, viel mehr. Mittlerweile nenne ich alle Genesis Alben mein Eigen und auch die Yes Alben sind fast vollständig erkundet. Auch wenn ich bei Yes noch länger gebraucht habe um die Musik komplett erfassen zu können, aber diese Erfahrung haben sicherlich viele andere Hörer auch gemacht.

Ich habe es aber bis zum heutigen Tage nicht bereut meine kostbare Lebenszeit für diese Musik zu verwenden, denn hat man den Zugang erst einmal gefunden, wird man reichlich belohnt und kommt an Orte, die vorher unerreichbar und unvorstellbar waren. Diese Orte manifestieren sich in Gefühle, die man im gewöhnlichen Alltag nicht erleben kann. Ein Grund warum ich immer wieder zu dieser Art Musik zurückkehre, auch dann wenn ich wieder sehr viel moderneres höre.

Warum schreibe ich das alles?! Na um alle Zweifler davon zu überzeugen, sich dieses Kleinod mit offenem Herzen anzuhören, denn hier haben es Yes wiedermal geschafft den Hörer vollkommen in eine andere Welt zu entführen. An Orte die schöner nicht sein könnten. Klingt etwas abgehoben? Mag sein, aber ich kann es einfach nicht anders beschreiben.

Dieses Album kostet mittlerweile nicht mehr die Welt, kann dir aber eine ganz neue Welt schenken! Trau dich und tritt ein.
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