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TOP 1000 REZENSENTam 2. August 2011
Über den Film möchte ich gar nicht so viele Worte verlieren, jeder, der sich für diese Blu-ray interessiert wird ihn wohl kennen. Dass er auch nach 25 Jahren so packend ist und auch bei einer Laufzeit von zwei Stunden keine Durchhänger hat und dabei ganz ohne Action und dramatische Spitzen auskommt ist schon eine herausragende Leistung, die man in erster Linie den beiden hervorragenden Hauptdarstellern zu verdanken hat.

Dass dies auch ganz anders hätte kommen können erfährt man in der äußerst ausführlichen Dokumentation "Tangled Web" mit einer Laufzeit von sage und schreibe 108 Minuten, in der praktisch keine Frage offen bleibt und viele nie gestellte Fragen beantwortet werden. So erfahren wir, dass wir nur einem komplett neu erstellen Schnitt des Films zu verdanken haben, dass dieses Meisterwerk überhaupt jemals ins Kino kam. Denn haben wollte die Urfassung kein Studio und selbst um die endgültige Fassung hat sich keiner gerissen und wurde von 'wahren Kulturkennern' wie den Reagans verschmäht. Eigentlich ist das ja schon eine Auszeichnung für den Film. Die anderen Featurettes sind bei weitem nicht so informativ. Wenn ich den Film nochmal anschaue werde ich mal den Trivia-Track einschalten, vielleicht birgt der noch weitere Details. Kann ich mir aber fast nicht vorstellen. Alles in allem kommt man beim Bonusmaterial auf eine Laufzeit von 2,5 Stunden, was für einen Low-Budget Film, der erstmals auf einem digitalen Medium bei uns erscheint, wirklich erstaunlich ist.

Nun zur Blu-ray selbst: Einen Vergleich kann und braucht man zum Glück nicht anzustellen, denn bisher gab es nur eine Veröffentlichung auf VHS. Hier wurde nicht die xte Neuauflage zelebriert und der Kunde immer und immer wieder von neuem gemolken mit einer leicht verbesserten Special Edition oder ähnlichem. Nein, man musste einfach nur sehr sehr lange warten und bekommt dann dafür praktisch gleich die ultimative Blu-ray, kann also auch die zeitgleich erschienene DVD gleich überspringen. Das nenne ich mal eine lobenswerte Veröffentlichungspolitik.

Der Ton: Es wurde ein 5.1 Upmix in beiden Sprachen erstellt. Man sollte hier aber keine allzu hohen Erwartungen stellen. Ich kannte bisher nur einen Mono-Mix und dem ist der Surround-Ton um Längen überlegen. Auch einige Backsurround-Töne haben sich in dem dialoglastigen Film auf die hinteren Kanäle getraut und das immer passend und nie aufdringlich. Auch die seltenen Musikeinlagen sind schön über alle Kanäle verteilt und sorgen für angenehme Räumlichkeit. Die Dialoge sind gut verständlich, wobei ich hierbei ausdrücklich die fantastische Synchronfassung erwähnen möchte. Ich wage fast zu behaupten, dass Williams Hurts deutsche Stimme noch überzeugender ist als seine originale. Sie klingt noch etwas melancholischer und auch femininer. Der leider zwischenzeitlich verstorbene Randolf Kronberg liefert hier die beste Leistung seines Lebens ab. Wer es nicht weiß wird es kaum glauben: Ihn kennen wir vor allem als hysterische Stimme von Eddie Murphy. Bis zu seinem Tod hat er auch William Hurt permanent seine wandlungsfähige Stimme geliehen. Raul Julia wird von dem überaus talentierten Wolfgang Condrus gesprochen, den man vor allem als Stammsprecher von Sam Neil, Ed Harris und Jeff Daniels kennt. Auch er kann hier mit seiner Wandlungsfähigkeit auftrumpfen durch weinen, schreien, flüstern und fluchen. Wer den Film so ursprünglich wie möglich hören möchte dem hält die BD die beiden originalen Mono-Tonspuren bereit. Somit kann man auch sehr schön vergleichen und hören, dass eine neue Abmischung tatsächlich eine Bereicherung darstellen kann.

Das Bild: Der Film wurde aufwändig restauriert. Natürlich ist prinzipiell mehr drin bei einer Restaurierung. Es gibt viele noch deutlich ältere Filme, bei denen ein sehr viel überzeugenderes Ergebnis erzielt wurde. Nur muss man natürlich bedenken, was für ein Ausgangsmaterial zu Grunde liegt und vor allem welche finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Bei einem Nischenfilm wie "Der Kuss der Spinnenfrau" steht kein finanzkräftiges Major-Studio dahinter, das gerne mal die eine oder andere Million spendiert um einen Klassiger aufwändig zu restaurieren. Man kann ja nicht davon ausgehen, dass die enormen Kosten wieder durch den Verkauf von DVDs und Blu-rays eingespielt werden. Nichtsdestotrotz hat "Der Kuss der Spinnenfrau" nie besser ausgesehen. Vor allem analoge Defekte wurden ordentlich entfernt. Die Schärfe ist eher mittelmäßig, vergleichbar mit einer durchschnittlichen DVD dafür bleibt aber auch ein Filmkorn relativ unsichtbar. Die Film-im-Film Szenen in Sepiatönen sind leider eine Katastrophe. Natürlich war das schon ursprünglich als Stilmittel gewollt, hebt sich nun aber äußerst negativ vom restlichen Film ab. Zum Glück halten sich (nach dem Umschnitt vor der Kinoaufführung) diese Szenen im Rahmen. Auch die bläulichen Traumsequenzen sehen eher aus wie ein altes VHS-Band. Hier konnte man wohl einfach nicht mehr aus dem Ausgangsmaterial rausholen. Sehr schade.

Alles in allem muss man einfach dankbar sein, dass diese Filmperle endlich fürs Heimkino erschienen ist. Und das ohne große Umwege, einfach nur mit einer extrem langen Verzögerung. Mit einer besseren Veröffentlichung sollte man nicht rechnen, deshalb mein Tipp: Zugreifen und bei einigen Szenen ein bisschen die Augen zukneifen und nicht so empfindlich sein. Der Film ist vollkommen zeitlos und sollte in keiner Cineasten-Sammlung fehlen.
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am 7. Mai 2005
"Der homosexuelle Luis Molina teilt sich eine Zelle eines Gefängnisses irgendwo in Südamerika mit dem Journalisten & politischen Aktivisten Valentin Arregui. Obwohl Valentin nur am Rande für die Untergrundorganisation aktiv war, soll er Informationen zum Kern der Bewegung liefern & wird daher brutal gefoltert. Er ist willensstark, jähzornig + engagiert & lehnt den sensiblen, weichen & unpolitischen Molina zunächst ab. Um Schmerz & Gefangenschaft zu vertreiben, erzählt Molina von einem Film, dessen Hauptfigur Leni, eine schöne & begehrte Diva, ihre große Liebe in den Reihen der verhassten nazistischen Besatzermacht findet. Molina identifiziert sich mit Leni, ahmt während der Erzählung ihre Gestik & ihr Aussehen nach, während Valentin sich mehr & mehr als Lenis Liebhaber sieht & ihr in seiner Fantasie das Äußere seiner großen Liebe gibt. Über diese gemeinsame Fantasie kommen die beiden Männer sich näher & entwickeln eine tiefe Freundschaft. Molina möchte dem Gefängnis entkommen & er soll im Auftrag der Gefängnisleitung Valentin ausspionieren, aber die haben die Rechnung ohne die Liebe gemacht...
Spannende Konfrontation zweier Gegensätze: Babenco lässt die anfangs bewusst klischeehaft gezeichneten Charaktere im Lauf des Films einen beeindruckenden Rollenwechsel durchleben. Über sparsam gestreute überraschende Enthüllungen gewinnen die Figuren an Tiefe & nehmen im Wechsel die Sympathie des Zuschauers für sich in Anspruch. Die Begrenztheit des Raums & die Atmosphäre der Gefangenschaft lassen auch das Publikum Erleichterung in den Phantasien der Männer finden.
"Der Kuss der Spinnenfrau" feierte im Juli 1985 in New York Premiere & wurde schnell zum Kassenschlager. 1986 wurde Babencos Werk für 4 Oscars nominiert, doch kurz nach diesem großen Erfolg ging der ursprüngliche Verleih Island Alive Pleite & die Aufkäufer des Bestands stritten sich um die Rechte. So verschwand der Film für 10 Jahre in den Schubladen der Verleihfirmen, bis er 2001 ein großes Comeback feiern konnte, denn Strand Releasing brachte ihn in die Kinos der USA zurück. Das Drehbuch basiert auf einer Novelle von Manuel Puig von 1976, deren Theaterversion auch heute noch erfolgreich auf Bühnen in aller Welt gespielt wird.
William Hurt erhielt für seine Rolle als Luis Molina neben vielen anderen internationalen Auszeichnungen die goldene Palme in Cannes sowie den Oscar als bester Schauspieler. Damit wurde erstmals ein Oscar für die Darstellung eines homosexuellen Charakters vergeben & Hurt etablierte sich als einer der vielseitigsten Schauspieler unserer Zeit."
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am 4. Februar 2013
Lange hab ich auf die Erscheinung dieses Filmes auf DVD gewartet und nun gibt es ihn in einer so ausführlichen Ausgabe.
Mit einem grandiosen William Hurt, dem Raul Julia in nichts nachsteht. Kaufen, ansehen!
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am 16. April 2007
...sie ihre Wirkung nicht werden verlieren können. Dieser Film gehört mit aller Sicherheit dazu.

Alleine die Idee, die ganz und gar unterschiedliche, und doch im Grunde so eng benachbarte Gefühlswelt zweier Männer, welche ganz unfreiwillig auf engem Raum zusammen sind, durch eine dritte "Welt" (nämlich die Welt des erzählten Filmes) miteinander zu verflechten, ist wunderschön und sehr künstlerisch. Der Film im Film ist ohnehin ein äußerst geschickter Kunstgriff und öffnet eine weitere Spiel- und Empfindungsebene. Letztendlich sind alle Figuren des Filmes, und zwar sowohl die beiden männlichen Hauptfiguren als auch alle Figuren des von Luis Molina erzählten Filmes, auf geheimnisvolle Weise ineinander verwoben.

Es geht um Wünsche, Träume, unerfüllte Bedürfnisse und Hoffnungen der beiden Männer, deren ganz unterschiedliche Erfahrungshintergründe in ein gemeinsames Empfindungsresultat münden, und die im Laufe der Geschichtsentwicklung sich auf ausgesprochen sensible Weise einander nähern. Es geht um sehr viel intime Berührung auf geistiger Ebene. Der Film ist hochsensibel.

Die Schauspieler sind genial gewählt, und zwar alle zusammen:
Die Figur des Luis Molina ist wohl eine der Glanzrollen für William Hurt und gibt ihm die Möglichkeit, die ganze Tiefe seines Könnens und seines Künstlerseins auszuloten. Und durch seine künstlerische Arbeit an dieser Figur gelingt ihm dann auch nicht alleine ein an die Substanz gehender, durchdachter und empfundener Charakter. Sondern durch das gefühlstiefe Spiel, durch welches er seinem Mitgefangenen Valentin Arregui seine Sehnsüchte und seine Verletztheit in filmischen Bilder offenbart, nimmt er auch uns als Zuschauer mit auf eine Reise in seine empfindsame Gefühlswelt.

Das schauspielerische Niveau dieses Filmes würde man sich heute nicht selten als Maßstab wünschen, um der zunehmenden Verwahrlosung in diesem künstlerischen Bereich entgegenzuwirken.

Für uns ein wunderschöner Film, der ganz offensichtlich wenig übrig zu haben scheint für ein bloßes Aneinanderreihen von äußerlichen, oberflächlichen Ereignissen, sondern der von einem einzigen Ausgangspunkt mit der ganzen Kunst des Filmes ziemlich steil in die Tiefe geht.
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am 18. August 2015
... und die Hoffnung beinahe aufgegeben, dass es diesen außergewöhnlichen intensiven Film jemals wieder auf Video oder DVD geben würde. Klasse - auch das ganze Bonusmaterial gab hervorragend Aufschluss über die Entstehung und die einzelnen Charaktere! Eine hervorragende Verfilmung eines besonderen Romans!
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am 6. September 2016
Das ist ein sehr guter Film mit tollen Schauspielern. Zum Nachdenken.
Hätte mehr geschreiben, bin aber keine Kinokritikerin :-). Das war es.
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am 24. Juli 2011
- Spoiler nicht ganz ausgeschlossen -
1985 kam die Verfilmung des 1976 erschienen Romans "Kuss der Spinnenfrau" von Manuel Puig in die Kinos und war dank seines künstlerischen und finanziellen Erfolgs Wegbereiter des Independent Kinos. Jahrelang hatten Produzent David Weisman und Regisseur Hector Babenco um die Filmrechte, die Besetzung und die Finanzierung des Projekts gekämpft. Weil die Hauptdarsteller Hurt und Julia zugunsten einer Gewinnbeteiligung für Tariflohn arbeiteten, gelang es, den Film zu finanzieren, der von den großen Studios als Kassengift angesehen wurde.
Zur Handlung: Der Homosexuelle Luis Molina (William Hurt) und der politische Gefangene Valentin Arregui (Raul Julia) teilen sich eine Zelle in einem Gefängnis eines autoritären, südamerikanischen Landes. Molina ist wegen Verführung eines Minderjährigen zu acht Jahre Haft verurteilt, der linksgerichtete Journalist Valentin wird regelmäßig "verhört", d.h. gefoltert. Um sich die Langeweile an den langen, dunklen Abenden zu vertreiben, erzählt Molina Filme, die er gesehen hat. Zunächst ist Valentin angewidert von Molinas unpolitischer Art. Ganz offensichtlich erzählt dieser aus einer Nazischnulze. Molina verteidigt sich: "Ich habe keine Lust, meine Filme zu erklären, das macht nur die Gefühle kaputt." Ein neuer Gefangener im Gefängnistrakt weckt Valentins Interesse. Molinas vermeintlich harmlose Frage, ob er ihn kenne und Valentins Verblüffung darüber, dass er schon über eine Woche nicht verhört worden sei, machen deutlich, dass etwas nicht stimmt. Tatsächlich arbeitet Molina als Spitzel für den Gefängnisdirektor, der ihm die Aussetzung seiner Haftstrafe auf Bewährung in Aussicht stellt. Langsam erwächst Vertrauen zwischen den beiden Männern, zumal sich Molina aufopferungsvoll um Valentin kümmert, als dieser aufgrund medikamentös verunreinigten Essens erkrankt. Gerade aus diesem Grund ist Molina aber nicht mehr bereit für den Direktor zu arbeiten.

Der Film spielt fast ausschließlich in der Gefängniszelle. Die meisten anderen Szenen sind die Filmhandlung, die Molina erzählt und Rückblenden. Zunehmend ergeben sich Parallelen zwischen der Filmhandlung und den Gefühlen der Inhaftierten. Im Film geht es um die französischen Sängerin Leni (Sonia Braga), die sich im besetzten Paris in den gutaussehenden Nazi Werner verliebt. "Man liebt den, den man liebt, nicht den, den man lieben sollte", bemerkt Molina lakonisch, während sich Valentin an seine große Liebe Marta (ebenfalls Sonia Braga) erinnert, die er verlor, weil sie nicht seine politischen Ziele unterstützte. Der Kontrast zwischen der schwülstigen Liebesgeschichte und dem kargen Alltag im Gefängnis verleiht der Rahmenhandlung einen fast dokumentarischen Anstrich.
Obwohl Kopfmensch Valentin zunächst empört ist über den Propagandastreifen, berühren manche Szenen sein Herz. Auch muss sich Valentin bewusst machen, dass sein Kampf um Gleichberechtigung nicht vollkommen ist, solange er als Hetero-Macho die Rechte von Homosexuellen nicht respektiert. Während der vermeintlich unpolitische Molina von Valentin darin bestärkt wird, für seine Rechte und seine Würde zu kämpfen ("Ein richtiger Mann ist der, der keine anderen erniedrigt."), erkennt Valentin die Kraft der Imagination. Zum Schluss scheinen die beiden ihre Rollen vertauscht zu haben, als Molina in Lebensgefahr gefasst bleibt und Valentin, von einem mitleidigen Arzt mit Morphium versorgt, sich in Wunschträumen verliert. "Dieser Traum ist kurz, aber es ist ein glücklicher Traum."

Die Kamera zeigt zu Beginn des Films die beiden Hauptdarsteller immer alleine, Molina "in sich verstrickt, vollkommen verloren" wie die Spinnenfrau in einer seiner Erzählungen, Valentin mit blutverkrustetem Hemd, abweisend, Angst habend, sich verpflichtet fühlen zu müssen. Erst zum Schluss, ab Valentins Erkrankung sehen wir sie immer öfter zusammen im Bild, bis dann ein Kuss den Abschied der beiden markiert. Ästhetisch nimmt die letzte Szene Molinas Bezug auf den Tod einer der Heldinnen in der Filmhandlung.
Großes Verdienst Hurts ist es, Molinas Körpersprache niemals lächerlich wirken zu lassen, er lässt quasi seine hängenden Schultern spielen, die seine Verletzlichkeit unterstreichen ("Mein ganzes Leben - ein Irrtum.").
Einen großen Anteil an der mitreißenden Wirkung des Films hat die Musik von John Neschling. Die Streicher und die klagende Oboe sind nie sentimental, treffen aber mitten ins Herz.
Bei der Oscarverleihung 1986 wurde William Hurt als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet, weitere Nominierungen gab es für den besten Film (das erste Mal überhaupt, dass ein Independent-Film in dieser Kategorie nominiert wurde), das beste adaptierte Drehbuch (Leonard Schrader) und die beste Regie. Bei den Filmfestspielen in Cannes 1985 wurde Hurt ebenfalls ausgezeichnet.
Notizen am Rande: Ursprünglich sollte Burt Lancaster Molina spielen, er überwarf sich aber mit Weisman und Babenco und schied offiziell aus gesundheitlichen Gründen aus dem Projekt aus. Puigs Roman spielt in Argentinien und wurde deshalb dort auch verboten.

Zur Ausstattung: Der Film verfügt über optionale deutsche Untertitel, sowie eine Untertitelspur mit Hintergrundinfos. Auf der zweiten DVD befinden sich die Extras: Eine 109-minütige Dokumentation über die Entstehung des Films, ein 37-minütiges feature "Vom Roman zum Film", ein 9-minütiges Portrait von Manuel Puig (alle Dokus mit deutschen Untertiteln), eine Fotogalerie und die verschiedenen Trailer zum Film. Zudem gibt es ein achtseitiges Booklet, eine Karte mit dem Kinoplakat, ein Wendecover und Werbung für drei weitere Filme. Während das Making of etwas redundant wirkt, fand ich den Film "Vom Roman zum Film" besonders aufschlussreich, da an konkreten Beispielen belegt wird, wie für die Dialoge im Roman passende Bilder inszeniert wurden.

Fazit: Eine überfällige Veröffentlichung eines der wichtigsten Filme der 1980er. Immer noch packend, aktuell und zu Herzen gehend. Ein großer Film über Solidarität und die überwältigende Kraft der Phantasie. Ans Herz gelegt!
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am 26. Juli 2011
Ich war sechzehn oder siebzehn als ich den Film im TV gesehen habe und er hat mich tief berührt was zum großen Teil an der Schauspielkunst von William Hurt liegt, aber auch die Geschichte an sich nimmt mich genauso genauso wie das dem Film zugrunde liegende Buch.

Zum Inhalt wurde schon genug geschrieben. Ich kann jedem nur empfehlen sich auf den Film einzulassen (auch wenn er nicht den Filmen entspricht, die man normalerweise mag)
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am 29. Juni 2009
Eine tolle Ausgangssituation für ein preisgekröntes Kammerspiel der besonderen Art: Luis, ein Homosexueller(ganz toll William Hurt) und Valentin, ein Journalist und Widerstandskämpfer (ebenso beeindruckend Raul Julia) sitzen im Gefängnis. Es wird sehr komplex gezeigt, wie sie sich näher kommen. Zusätzliche Spannung entsteht als dann noch Verrat mit im Spiel ist. Nur durch die eindrucksvolle Schilderung von Filmen kann Luis von der misslichen Lage ablenken. Und man sieht, was er erzählt. Da kommt Sonja Braga gleich in mehreren Rollen ins Bild. Und dann der grandiose Schluss. Selten gab es einen so lyrischen, der mit soviel Euphemismus und im Zurückgreifen auf eine fantasievolle Filmgeschichte ein todernstes Ende beschreibt.
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am 29. April 2011
...endlich auf DVD-einer der wohl besten Drama-Filme der 80ziger-William Hurt als Tunte, Raul Julia als politischer Gefangener.Ein packendes Stück-erzählt hinter Gefängnismauern-absolut sehenswert
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