flip flip Hier klicken Jetzt informieren Xmas Shop 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Mehr dazu HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle MusicUnlimited Fußball wint17



am 14. August 2014
Bissig und satirisch nimmt Fontane die Besitzbürger des 19. Jh. mit ihrer Schmalspur-Bildung gekonnt auf die Schaufel. Lesevergnügen ist garantiert, und die Jenny Treibel erkennt man auch in unserer Gesellschaft auf Schritt und Tritt wieder.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. September 2017
Die blasierte Kommerzienrätin Treibel, geb. Bürstenbinder, war einst eine Berliner Krämerstochter; doch sie heiratete in feine Fabrikantenkreise hinauf. Nun stellt die Neureiche ihren Sozialstolz durch viel Getue und Gerede heraus – Theodor Fontane zeigt sie und ihre Kreise deutlich spöttischer und satirischer als andere Figuren in seinen Gesellschaftsromanen.
Dicke Satire:
Die Satire trägt Fontane fast zu dick auf, auch in zahlreichen deftigen Bürgernachnamen wie Wulsten, Wedderkopp, Rindfleisch, Honig und Ziegenhals, die das Fontane-Personal mokant kommentiert; dann ein Agathon Knurzel; und ein Hannibal Kuh hat zwei Töchter, die als Kälber bezeichnet werden. Das Schaulaufen zwischen Bürgerlichen und Geldadel, das Fontane hier inszeniert, verlieren die Geldigen mit Verve.
Im Vergleich zu anderen Romanen bringt Fontane in kurzer Zeit ungewöhnlich viel Personal aufs Tapet, teils verschwippt, verschwägert oder durch geplatzte Verlobungen verbunden. Diese Figuren lernen wir palavernd bei zwei Gesellschaften kennen, die das gesamte erste Romanviertel einnehmen. Einige Namen kehren später kaum wieder. Das Online-Figurenlexikon der Uni Saarland ist diesmal hilfreich. Erst ab dem zweiten Viertel wirkt der Roman rund und genussfördernd.
Anders als in Fontane-Romanen wie Effi Briest, Unwiederbringlich oder Irrungen, Wirrungen erscheinen die Konflikte in Frau Jenny Treibel läppisch; hochfliegende Liebe, tödlichen Ernst und bittere Beklemmung beschreibt Fontane diesmal nicht. Zwar verloben sich einige Figuren über Standesgrenzen und Elternwillen hinweg, doch all das geschieht fast beiläufig spielerisch, samt späterer Neuorientierung.
Meine Reclam-XL-Ausgabe enthält neben dem vollständigen Roman allerlei Anmerkungen und Aufsätze. Besonders interessant klingt ein Brief Fontanes an seine Tochter, in dem er die Geburtstagsfeier bei Tante Jenny (sic), das "Speckhökerthum" und den "Bourgoiston" in der Verwandtschaft niedermacht.
Die Ausgabe ist bei offenbar unterschiedlichem Format zeilenidentisch mit dem Reclam-Heft ohne Anmerkungen. Daraus resultieren Absurditäten:
Die besonders kurzen Anmerkungen zu den vielen historischen, heute weniger bekannten Begriffen erscheinen unten auf der betreffenden Seite; geringfügig längere Erklärungen erscheinen am Buchende (darauf verweist jeweils ein kleiner Pfeil neben der betreffenden Zeile). So muss man für einige, aber nicht für alle Erklärungen hinten ein zweites Lesezeichen einstecken (erklärt werden auch sehr schlichte Begriffe wie frivol oder Stuck, andererseits vermisste ich auch Erläuterungen).
Beim Blick auf eine Doppelseite sind die äußeren weißen Ränder viel zu breit; dagegen läuft der Text zu eng auf den Steg zu, so dass die auf den Innenrändern gesetzten Zeilennummern fast untergehen.

Medienkommentare, Links und Vergleiche m.a. Fontane-Romanen i.m.Blog.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. September 2013
Theodor Fontane ist ein Autor des Realismus. Seine Werke werfen zugleich auch immer einen kritischen Blick auf das Zeitgeschehen. Adel und Finanzwirtschaft trafen sich im Zeitalter der Industrialisierung beim abendlichen Diner und tauschten freundliche Nettigkeiten aus. Garniert wird das Ganze mit künstlerischen Einlagen. Die Industriekapitäne planten ihren nächsten Schachzug. Die Damen der Gesellschaft schmückten sich mit Edelsteinen und Halbwissen. Krönender Abschluss der Soiree im Hause der Treibels ist der Liedervortrag von Frau Kommerzienrätin: „Wo sich Herz zum Herzen find’t“.

Das, was für die Ohren der modernen Leser nach gesellschaftlichem Small Talk klingt, birgt politischen Sprengstoff. Die Arbeiter forderten ihr Recht und die Privilegien des Adels werden bedroht. Deshalb tritt man bescheiden auf, um nicht „dem Neid der Menschen und dem sozialdemokratischen Gefühl so ganz nutzlos neue Nahrung zu geben“.

In Theodor Fontanes Roman ‚Frau Jenny Treibel’ prallen Wirtschaft und Wissenschaft in Person zweier sehr ungleicher Frauen aufeinander. Auf der einen Seite steht ‚Frau Kommerzienrätin Jenny Treibel’ - Fontane verschweigt den Gesellschaftsrang im Romantitel - geborene Bürstenbinder. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen („die gute Frau Bürstenbinder, die das Püppchen drüben im Apfelsinenladen immer so hübsch herauszuputzen wusste“), hatte aber durch die Heirat mit dem „Berlinblaufabrikanten“ Treibel Geld und Titel erworben. Professor Willibald Schmidt, der in jungen Jahren vergebens um die Gunst von Jenny Bürstenbinder warb, nennt die Kommerzienrätin „Ein Musterstück einer Bourgeoise.“ Nach außen betont Jenny Treibel, dass „Geld eine Last ist und dass das Glück ganz woanders liegt“, doch Corinna Schmidt pariert im Gespräch der beiden Damen: „Das sagen alle die, die drüber stehen und die kleinen Verhältnisse nicht kennen“.

Corinna Schmidt, Tochter von Professor Willibald Schmidt, ist ihre Gegenspielerin. Sie ist gebildet und besitzt Verstand. Das Werben ihres Cousins Marcel, ein angehender Archäologe, weist sie zurück. Sie träumt von einem sorglosen Leben im Wohlstand und legt ihre Motive Marcel gegenüber offen: „Aber ein Hang nach Wohlleben, der jetzt alle Welt beherrscht, hat mich auch in der Gewalt, ganz so wie alle anderen, und so lächerlich und verächtlich es in deinem Oberlehrers-Ohre klingen mag, ich halt es mehr mit Bonwitt und Littauer als mit einer kleinen Schneiderin, die schon um acht Uhr früh kommt und eine merkwürdige Hof- und Hinterstubenatmosphäre mit ins Haus bringt und zum zweiten Frühstück ein Brötchen mit Schlackwurst und vielleicht auch einen Gilka kriegt. Das alles widersteht mir im höchsten Maße; je weniger ich davon sehe, desto besser. Ich finde es ungemein reizend, wenn so die kleinen Brillianten im Ohr blitzen, etwa so wie bei meiner Schwiegermama in spe …. ‚sich einschränken’, ach, ich kenn das Lied, das immer gesungen und immer gepredigt wird …“.

Während eines Diners bei Treibel kokettiert mit Ihrem Wissen und umgarnt geschickt den jüngsten Spross der Treibelschen Dynastie, Leopold. Aber eine Ehe mit dem als willensschwach, ängstlich und zögerlich beschriebenem Leopold will Jenny Treibel auf jeden Fall verhindern.

Fontanes Roman endet mit einem Happy End. Corinna gelangt zur Einsicht, dass man nicht „die ganze Welt auf den Kopf stellen“ kann, um mit den Worten der Wirtschafterin Schmolke zu sprechen, und dass man „sein Leben nicht auf Hass stellen“ soll. Professor Schmidt bezeichnet die Eskapade als Irrtum, Tollheit und Schritt vom Weg. Corinna heirate Marcel, bekennt jedoch: „Sieh das mit dem Leopold, das wäre vielleicht gegangen, warum am Ende nicht? … Aber diese Mama, diese furchtbare Frau … Und mehr noch Marcel, ich glaube nicht, dass ich sehr unglücklich geworden wäre …“. Sieg des Verstandes oder Eingeständnis der Niederlage? Wenn Professor Schmidt Pindar zitiert („Werde, der du bist“) sieht er Marcel an den großen Grabungsstätten forschen, aber für Corinna fällt ‚nur’ die Rolle der Begleiterin ab. Ob die junge Frau darin die Erfüllung ihres Lebens finden wird?
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Juni 2011
Die Kerngeschichte "Jenny Treibel" ist die Beziehung der Tochter des eher klein- bis mittelbürgerlichen Gymnasialprofessors Corrina Schmidt und dem Sohn Leopold des wohlhabenden Industriellen Kommerzienrats Treibel, dessen Frau die eher aus einfachen Verhältnissen stammende Jenny ist. Corrina möchte sich Leopold gerne schnappen; der ist auch interessiert, aber die Frau Mama ist dagegen. Die Kerngeschichte nimmt aber gar nicht soviel Raum ein, sondern wird umlagert von der Beschreibung einer Reihe anderer Personen und Beziehungen (etwa eines Gelehrtenzirkels des Gymnasialprofessors, der Ehe der Treibels oder eines englischen Besuchers), welche hauptsächlich in Form vieler Gespräche bei Tisch, Besuchen und gesellschaftlichen Anlässen bestehen. Der Charakter ist heiter; Fontane macht sich über die vielen kleinen Eitelkeiten und Nicklichkeiten der Berliner Gesellschaft und die Spannungen zwischen gesellschaftlichen Schichten mit viel Ironie lustig.

Das Buch ist sicher nicht das ganz große Werk. Die Liebesgeschichte ist nett, aber nicht allzu packend und nicht 'groß'. Die auftretenden Figuren sind schön und präzise gekennzeichnet, aber an vielen Stellen nix Neues; der Humor ist süffisant und geistreich, manches wird aber auch einen Tick langatmig. In der Dramaturige kann das Fehlen von echter Handlung anstatt nur Gesprächen gelegentlich etwas nerven. Man muss sich darauf einlassen, wird dann aber mit viel Sprachschönheit und Wortwitz belohnt. Kein Buch, das einen berührt oder bewegt, aber sehr gut unterhält und einen interessanten Einblick in das Leben der Zeit bietet.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Dezember 1999
In Anbetracht des Verlages, der Aufmachung und des ungemein günstigen Preises der vorliegenden Ausgabe drängt sich mir folgendes auf: Sicherlich geht es mir wie vielen anderen Lesern: Zahlreiche Bücher, die man in der Schule lesen mußte, werden alleine schon durch diese Tasache zu unsäglichen Machwerken, die man mit der nächsten Appollo-Rakete auf den Mond schießen möchte. Bei "Frau Jenny Treibel" von Fontane ging es mir nicht so. Denn die Geschichte ist einfach zu stark, die Sprache zu gewitzt als daß man das Buch nach bestandenem Abitur einfach zur Seite legt - auf Nimmer Wiedersehen. Fontanes Gesellschaftssatire über den sozialen Aufstieg und den damit verbundenen mentalen und psychischen Veränderungen eines Menschen stammt aus dem vergangenen Jahrhundert, es könnte jedoch auch heute spielen. Selbstsucht, Überheblichkeit, Vergessen der Vergangenheit, soziale Härte, aber auch gleichzeitig die Idealisierung der guten alten Zeit - alles Elemente eines ständig aktuellen Themas, hier thematisiert in Jenny Bürstenbinder, der Tochter eines kleinen Gemüsehändlers, die in die höchsten bourgeoisen Kreise einheiratet. Fontanes witzig-ironischer Schreibstil macht die Lektüre darüber hinaus zu einem einzigartigen Erlebnis!. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
0Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Juli 2010
Stück Fontanes. Eines der bedeutendsten. Wichtiger Bestandteil in seiner Berliner-Romane-Zeit und behält den typischen Charakter Fontanes bei. Man findet ihn selbst in einer Figur wieder und auch seine Mitmenschen spiegeln sich in den handelnden Figuren. Schönes Buch. Ab und zu komplizierte Formulierungen oder langatmige Sätze - aber die damalige deutsche Literatur ist so. Und das macht sie so schön.
Gerne gekauft - nicht bereut es im Unterricht behandelt zu haben.
Empfehlenswert für Schüler.
Gute Erklärungen für heutige ungebrauchte Worte.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. März 2005
Dieses Buch ist eines der wenigen, das mich in der Schule wirklich fasziniert hat! Die Handlung an sich gibt nicht besonders viel her: Jenny Treibel versucht die Heirat ihres Sohnes Leopold mit Corinna, einer Professorentochter, zu vereiteln, da sie diese als unter ihrerm Stand/Würde ansieht.
Hierbei kommt der Charakter der Jenny Treibel voll zur Geltung: selbst einmal arm gewesen versucht sie nun alles, um ihre Stellung im Besitzubürgertum zu halten und zu mehren. Fontane hat es wirklich verstanden den Realismus in dieses Buch zu bringen und er zeichnet ein detailliertes Bild der wilhelminischen Gesellschaft.
Ich empfehle dazu die Lektürehilfe von Klett, die einem wirklich noch jeden Winkelzug und die versteckten Genialitäten in diesem Werk aufzeigt, um voll in den Genuss dieses Buchs zu kommen.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Juni 2007
Jenny Treibel hat es geschafft: Durch die Heirat mit einem Fabrikanten ist sie aus einfachen Verhältnissen ins Berliner Großbürgertum aufgestiegen. Stolz trägt sie den Pomp ihrer Klasse zur Schau und schwärmt gleichzeitig verklärt von der romantischen Liebe und vom einfachen Leben. Diese Ideale vergisst sie allerdings ganz schnell, als sich die kluge Professorentochter Corinna mit Jennys willenlosem Sohn Leopold verlobt. Die Mutter wirft ihr ganzes Gewicht in die Waagschale, um die nicht standesgemäße Verbindung zu verhindern. Der lebhaften Corinna bleibt trotz ihres Charmes der gesellschaftliche Aufstieg verwehrt, sie muss sich den bürgerlichen Konventionen fügen. Theodor Fontane hat mit "Frau Jenny Treibel" im Alter von 72 Jahren seine Höchstform erreicht. Voller Humor zeichnet der Meister des poetischen Realismus ein lebendiges Bild der Berliner Gesellschaft am Ende des 19. Jahrhunderts. Der Roman besitzt alle Qualitäten, für die Fontane verehrt wird: Lächelnd und voller Menschenliebe schildert der Autor unterschiedliche Charaktere, deren Gespräche er mit ironischen Seitenhieben auf die konservative Gesellschaft spickt. Die Lektüre von Fontanes witzigstem Werk ist eine Zeitreise in eine andere Welt, in der die Suche nach dem Glück aber offenbar ebenso dramatisch und komisch war wie heute.
0Kommentar| 22 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Juli 2012
Den Hintergrund der Geschichte kann man nur zwischen den Zeilen finden: Jenny Treibel, aus kleinen Verhältnissen stammend, hat einen reichen Kaufmann geheiratet. Sehr zu ihrem Mißvergnügen hat ihr ältester Sohn Otto die Halbengländerin Helene aus Hamburg geheiratet - das Mädel ist einfach zu hochnäsig, um nach Madames Pfeife zu tanzen, auch wenn das sonst jeder tut. Sonst jeder, das ist ihr jüngerer Sohn Leopold und ihr Ehemann, aber auch ihr Jugendfreund, der (Gymnasial-)Professor Willibald Schmidt, der mittlerweile selbst verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter (Corinna) ist. Corinna will sich - aus welchen Gründen genau teilt Fontane nicht mit: ob sie in die Fußstapfen von Jenny T. treten oder einfach nur ihren mit seinem eigenen Antrag recht zögerlichen Cousin Marcell eifersüchtig machen will, bleibt unerzählt - Leopold angeln, das will aber auch Helene im Namen ihrer Schwester Hildegard und im Auftrag der kompletten Hamburger family. Jenny T. selbst will auf jeden Fall beides verhindern (noch eine Schwiegertochter mit eigener Meinung wäre denn auch etwas zu viel des Guten...)

Die nicht gerade wenigen Personen des Buches (die Nebenpersonen habe ich nicht aufgeführt, das sind aber mindestens noch zweimal so viel) miteinander in Beziehung zu setzen ist bei dem doch eher mittleren Umfang des Buches gar nicht so einfach. Es gelingt Fontane auch nicht vollständig, viel zu viele Handlungsfäden hängen eher lose in der Luft, ohne am Ende so richtig eingefangen zu werden. Das Gesellschaftbild, das er herausarbeitet, stimmt bedenklich (was wahrscheinlich auch die Absicht ist), wobei es mir weniger um das oberflächlicher zu Tage liegende Problem "Durchlässigkeit der Gesellschaft zwischen Klein- und Großbürgertum" geht als um das interessantere, in allen Schichten und zu allen Zeiten anzutreffende Phänomen des alltäglichen Kleinkriegs mit und gegen eine Frau (sei es in ihrer Rolle als Mutter, Schwiegermutter, Cousine, Großmutter oder auch Freundin, Chefin oder Kollegin), die alle und jeden in ihrer Umgebung unterbuttern und beherrschen will. An sich ist Jenny T. (und das erklärt für mich einige der Schwierigkeiten, die manche Leser mit dem Buch haben) eine ziemlich unsympathische Person, der bislang sich lediglich die ebenfalls unsympathische Helene gewachsen gezeigt hat...
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Mai 2012
Frau Jenny Treibel, Kommerzienrätin, ist eine alte Freundin von der jungen Corinna Schmidt. Sie fährt im Landauer vor und überbringt ihr eine Einladung zum Dinner. Die Treibels sind das Sinnbild der Bourgeoisie. Sie verkörpern die hohlen Phrasen und tun alles um den Schein zu wahren, um gut in der Gesellschaft angesehen zu sein. Die Schmidts sind das genaue Gegenteil. Eine gebildete Familie, die nicht zum Geldadel gehören. Corinna freundet sich mit Leopold an. In der Gesellschaft der Treibels kommt die neue Bürgerschicht zum Ausdruck. Herr Treibel schließt sich der Politik an und möchte in der Gesellschaft etwas gelten. Die Gesellschaft der Schmidts ist geprägt von Gymnasiallehrern und gebildeten Professoren. Sie stellen die Bildungsbürger dar. Ein bisschen verstaubt und an die alten Griechen gebunden. Durch Corinna und Leopold werden die beiden Schichten miteinander konfrontiert. Corinna möchte dieser Schicht entweichen und für sie ist Leopold der Rettungsanker. Mit ihm kann sie das verwirklichen, was eine junge gebildete Frau erreichen möchte. Marcel möchte ihr die Flausen austreiben und redet ihr gut zu. Er erfährt, dass Willibald Schmidt in früheren Zeiten Interesse an Jenny Treibel hatte. Sie es aber nicht ernst meinte. Beide blieben freundschaftlich verbunden. Sie werde Leopold nur für einen ansehnlichen Zins abgeben. Die Poesie ist bei ihr falsch und nur gespielt. Sie entledigt sich ihrer niedrigeren Herkunft. Das beruhigte Marcel. Jenny Treibel ist erbost, als Leopold ihr die Verlobung mit Corinna mitteilte. Sie möchte einen Skandal vermeiden und verheiraten ihn mit Hildegard. Sie ist das gewünschte Objekt für Leopold. Die Eltern machen sich nichts vor und verheiraten ihn standesgemäß mit einer Kaufmannsfamilie. Leopold scheitert an seine Untätigkeit, so dass Corinna das Interesse an ihm verliert. Marcel ist schließlich ihre Wahl.
Es ist eine Satire auf die Koketterie. Der Untertitel, wo sich Herz zum Herzen find't, ist der poetischen Anklang und doch ist er nur Schein. Sprachlich ist es eine Charakterisierung der Positionen. Man bleibt in den besseren Kreisen unter sich. In den Gesprächen sieht man den Witz Fontanes. Unverhohlen spricht er die Sicht der Dinge aus.
11 Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

Effi Briest: Roman
0,49 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken

Gesponserte Links

  (Was ist das?)