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HALL OF FAMETOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 15. Juni 2010
Es ist wie immer. Wenn es um die Schöpfung geht, gehen die Meinungen auseinander. Kommt dann eine Evolutionsdebatte und gar noch der Name Richard Dawkins hinzu, gibt es nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder man lehnt sich zurück und weidet sich am Anblick sich heiß redender Leute oder man begibt sich selbst in den Ring.

Warum ist das vorliegende Buch so umstritten? Der Hamburger Karl Olsberg promovierte über Anwendungen künstlicher Intelligenz und er warnt uns in seinem Buch vor dem immer mehr an technischen Fortschritt. Ja er fragt uns: Sind wir eigentlich noch die Herren dieser Technik oder hat sie uns nicht längst fest im Griff?

Damit trifft der Autor für mich eindeutig das Thema unserer Zeit und spricht sicher vielen Lesern aus der Seele. Olsberg bringt beim Schreiben Fantasie und Humor mit. Er definiert mutig den Begriff "lebendig". Das mag sicher einige verärgern. Mir gibt es sehr zu denken, wenn in unsere allgemeingültige Definition für "lebendig" sogar unsere Dienstleister, wie zum Beispiel das Auto und der Virus im Computer einzuordnen sind. Ich bin erschrocken über die Tabelle auf Seite 132. Da sollte schon das Nachdenken einsetzen.

Wenn die technische Entwicklung so weitergeht und ich bin überzeugt davon, dass sie nur durch Nachdenken unsererseits über die Folgen an unserer Schöpfung gebremst werden kann und in andere Bahnen gelenkt werden kann, dann möchte ich diese Welt in 100 Jahren gar nicht mehr sehen.

Egal wieviele Zitate und wieviele wenn und abers sich die Leserschaft dieses Buches noch um die Ohren haut, für mich war es eine spannende Lektüre. Einiges sehe ich jetzt mit anderen Augen. Karl Olsberg öffnet Augen und will dass wir nachdenken und uns über die Konsequenzen unseres Tuns im klaren sind.

Für mich ist der Autor im positiven Sinne ein Mahner. Solche Leute hatten es immer schwer, aber sie werden dringender denn je gebraucht.
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am 5. Juli 2010
Auf dieses Buch wurde ich aufmerksam durch eine Werbeanzeige in der Zeitschrift "Emotion".
Die lustige Karikatur von der Evolutionsgeschichte, die beim Affen startet und beim Menschen vor dem PC endet, kennen viele. Diese in Verbindung mit dem Buchtitel hat mich sofort neugierig auf das Buch gemacht.
Karl Olsberg schreibt normalerweise Thriller. Von denen habe ich allerdings noch keinen gelesen. Somit war dieses Sachbuch also mein Debüt mit dem Autor.

Auch wenn ich den Computer und das Internet jeden Tag rege nutze - beruflich sowie privat - auch um mich mit anderen Menschen über Bücher auszutauschen, so bin ich doch ein Gegner, was die rasche Weiterentwicklung der Technik angeht.
Mit dem zunehmenden Einsatz von Maschinen katapultiert sich der Mensch selber ins Aus. Maschinen sind die billigeren und zuverlässigeren Arbeitskräfte und so wundern wir uns weiter, warum die Arbeitslosenzahlen steigen und immer mehr Leute auf der Straße stehen ...

Olsbergs Buch ist keine Hetze gegen die Technik, sondern vielmehr ein Sachbuch mit verständlichen und auch mal weniger verständlichen Fakten - ein Wegweiser in der Welt der Maschinen. Manchmal zum Schmunzeln, wie z. B. mit seiner Widmung "Gewidmet der ersten Maschine, die diesen Text lesen und verstehen kann." und manchmal zum Nachdenken mit Sätzen wie: "Wir haben längst die Kontrolle verloren über die Dinge, die wir schufen. Wenn wir eine Zukunft haben wollen, tun wir gut daran, das zu verstehen."

Ich habe aus diesem Buch so einiges für mich mitnehmen können, was interessant war und mich zum Nachdenken gebracht hat. Aber es gab auch Stellen, die mich weniger interessiert haben, oder die mir einfach zu kompliziert waren. Mit dem Evolutionsspiel auf S. 55 habe ich mich zum Beispiel überhaupt nicht beschäftigt und habe auch nicht das Gefühl, etwas Wichtiges versäumt zu haben.
Karl Olsbergs Sachbuch ist sicherlich ein Buch, über das kontrovers diskutiert werden kann, aber es ist immer noch beruhigend zu wissen, dass es von einem Menschen und keiner Maschine verfasst worden ist ...

Vier Sterne für ein gut recherchiertes Buch!
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am 18. August 2014
Ein ohne Zweifel interessantes Buch, das in einem wunderbar leicht und flüssig zu lesenden Stil geschrieben ist.
In den ersten Kapiteln war ich auch noch ganz einer Meinung mit dem Autor, so etwa dort, wo er die allgemeinen Bedingungen für Evolution beschreibt. Dort wird deutlich, dass er sich gründlich mit der Materie befasst hat, und die wesentlichen Punkte kultureller Evolution verstanden hat.

Doch leider "kippte" das Buch irgendwann, weil der Autor, so meine Kritik, sein Blatt überreizt.
Der Punkt, wo die Theorie "kippt" und Gefahr läuft, ins Absurde abzugleiten, ist, wenn der Autor so tut, als seinen die Elemente menschlicher Kultur, also die von uns geschaffenen Artefakt, Lebewesen, und zwar nicht in irgendeinem metaphorischen Sinne, sondern durchaus im Wortsinne. Sehr schön wird dies auf Seite 138 deutlich, wo er schreibt: "Wir Menschen benutzen die Städte, um uns mit den Dingen zu versorgenm die wir zu brauchen glauben. Aber umgekehrt benutzen uns auch die Städte, um sich mit Rohstoffen zu versorgen und zu wachsen. Wir leben mit ihnen in einer Symbiose, wir sind Teil ihres Organismus." Und dann fährt er fort, indem er eine Symbiose in der Natur anhand des Beispiels von Bienen und Blütenpflanzen beschreibt.

Hier geraten ihm die Dinge doch einigermaßen durcheinander; die Metapher läuft sozusagen "Amok": Blütenpflanzen brauchen Bienen zwar zur Fortpflanzung, aber dennoch hat jede Seite ein gewisses Eigenleben. Städte hingegen haben überhaupt kein Eigenleben. Verlassen die Menschen eine Stadt (siehe etwa Tschernobyl), dann rührt sich dort von Stund an nichts mehr. Eine Stadt ist für die Menschen, was ein Ameisenhügel für die Ameisen ist. Kein Biologe hat jemals von einer Symbiose zwischen Ameisenhügel und Ameisenvolk gesprochen. Es ist deswegen in meinen Augen ein Fall überschießender Metaphorik, wenn man Artefakte als Quasi-Lebewesen betrachtet.

Natürlich sind wir Menschen mit unseren Artefakten inzwischen überfordert; wir "verlieren die Kontrolle". Doch der Grund ist nicht, weil sich die Dinge verselbständigt haben (so wie ein Tiger, den ich als kleines Kätzchen kaufte, mir über den Kopf wächst und ich Angst haben muss, dass er mich irgendwann auffrisst...), sondern weil unsere Welt dermaßen komplex geworden ist, dass niemand, keine UNO und kein noch so schlaues Expertengremium, noch den Überblick oder gar die Kontrolle hat.
Und was die Computer betrifft, die sich angeblich demnächst selbständig machen und uns dann eines Tages versklaven, so halte ich dies für sensationsheischende Science Fiction.
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am 30. März 2013
sehr interessant sollte man man mal drüber nachdenken, gerade unsere smatphon - generation, ich staune sowiso dass die nicht stolpern oder hinfallen beim laufen. wie auch immer, uns wird es genauso ergehen wie den dinos; falls wir uns nicht vorher selbst umgebracht haben.
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am 30. Oktober 2010
Kurz vorneweg: Ich tue mich etwas schwer meine Meinung zu diesem Buch niederzuschreiben, das liegt nicht etwa am Buch sondern an meiner Leseunerfahrenheit im Bereich der Sachbücher. Mir fehlt einfach der Vergleich mit anderen Büchern dieses Genres.

Das Buch beginnt sehr interessant und der Autor spricht mich als Leser bereits bei der Einführung ganz direkt an. Diese ersten Seiten enthalten etliches an Diskussionspotential und wirken auf mich fast philosophisch. Ist der Mensch die Krone der Schöpfung oder ist er nur ein kleiner Baustein der Evolution dessen Zeit vielleicht schon bald abgelaufen ist? Wenn wir nur ein kleiner Baustein sind wie und was machen wir Menschen daraus? Was bewegt uns dazu die Evolution voranzutreiben und sind wir Menschen sogar ein Beschleuniger der Evolution? Diese und mehrere solcher Fragen versucht der Autor Karl Olsberg zu beantworten.

Selbstverständlich nimmt die Technik einen grossen Raum in diesem Buch ein denn kein anderes Lebewesen hat sich in den vielen Millionen Jahren so viele kleine Helferlein, sprich Maschinen jeglicher Art, gebaut und zunutze gemacht wie der Mensch. Wir sind Umgeben von technischen Errungenschaften die uns das Leben erleichtern sollen, sei es im beruflichen Umfeld oder auch in privaten Belangen. Und genau da besteht ein nicht zu unterschätzendes Problem oder auch Risiko weil immer weniger Menschen in der Lage diese sind diese hochkomplexen Maschinen zu verstehen. Falls eine solche Maschine kaputt geht und sei es vielleicht nur eine Lappalie, sind wir darauf angewiesen das ein Spezialist diese defekte Maschine flickt. Oder wer kann heute noch einen Computer, die Kaffeemaschine oder das Auto selbst reparieren? Meist sind es keine mechanischen Defekte die es zu flicken gilt sondern es ist ein Problem der Software. Selbst Autos, Waschmaschinen oder eben Kaffeemaschinen sind viele Mikrochips verbaut und sie verfügen über eine eigene Software. Da stellt sich die Frage: Sind wir Menschen noch Herr über unsere Maschinen oder bloss ihre Lakaien?

Und dann ist da noch die Frage des Lebens? Was treibt uns an? Besteht es aus Reproduktion, Mutation und Selektion? Kann man das Leben mit der etwas trockenen Materie der Mathematik vergleichen oder sogar begründen? Lesen Sie das Buch und Sie werden verstehen und begreifen was ich hier andeute.

Als unerfahrener Leser im Bereich der Sachbücher war ich überrascht mit welch verständlicher Sprache dieses Buch geschrieben ist. Es ist ein leichtes der Erzählung und der Argumentation von Karl Olsberg zu folgen. Es könnte daran liegen das der Autor bereits mehrere Romane veröffentlicht hat und somit ein erfahrener Schreiber ist. Er weiss, dass ein zu trockenes erzählen den Leser bald langweilt und die Aufmerksamkeit leidet. Entsprechend ist das Buch mit vielen Beispielen angereichert und es ist sogar so interessant das sich ein schöner Lesefluss einstellt. Man sollte das Buch deshalb immer wieder kurz weglegen und sich Fragen: Hat der Autor recht? Stimme ich ihm zu? Kann ich ihm widersprechen?

Zuguterletzt gibt uns der Autor noch ein paar Tipps mit auf unseren weiteren Lebensweg und sorgt für ein versöhnliches Ende. Falls Sie das Buch nun kaufen wollen habe ich ein positives Mem verbreitet. Was es mit den Memen auf sich hat lesen Sie in diesem Buch. Ich wünsche Ihnen viel Spass beim lesen dieses interessanten und lehrreichen Buches.
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am 1. März 2015
Karl Olsberg gelingt es in diesem Buch zum einen sehr gut, die Komplexität unserer Gesellschaft, die Symbiose zwischen der Menschheit und unserer Technologie, darzustellen. Die Parallelen zwischen der Evolution zwischen Natur und Technik sind sehr interessant dargestellt und nachvollziehbar. Eine sehr spannende Lektüre für Menschen die sich fragen, wohin unsere weitere Entwicklung vielleicht gehen kann.
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am 5. September 2014
Karl,Olsberg ist stilistisch und in seiner logischen Argumentation unschlagbar uns lesenswert, um nicht zu sagen " verschlingensqert". Dennoch schleicht sich ein leichtes Gruseln ein, wenn man den Gedankengängen folgt und sich drauf einlässt die Perspektive zu wechseln. So könnte es in der Tat sein: wir sind auch nur ein winziger Teil , Zubringer und Nutzer eines gewaltigen Kosmoses.
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am 19. April 2016
Es gibt eine hübsche, kleine Parabel von einem Schäfer und einem ungerufenen Unternehmensberater. Der Unternehmensberater hat zwar keine Ahnung von dem, was der Schäfer macht, vermittelt diesem aber trotzdem Informationen, die der Schäfer schon kennt - und will noch Geld dafür.

Karl Olsberg arbeitet als Unternehmensberater.

Olsberg ist zumindest ehrlich, denn er schreibt am Ende seines Werkes: »… wir [müssten] eigentlich nur ein wenig bewusster und bescheidener leben, unseren gesunden Menschenverstand vielleicht noch etwas häufiger nutzen und uns eine vernünftige Dosis Skepsis bewahren gegenüber allem, was allzu schön klingt. Insofern erzählt dieses Buch nichts Neues.« Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Das Buch ist ein recht banales Sammelsurium erstaunlich unwissenschaftlicher Theorien, bizarrer Ideen, eigentümlicher Vorstellungen und vorgeblicher Fakten; alles sehr selektiv ausgewählt, teilweise unlogisch und widersprüchlich, untermauert mit bemerkenswert wilden Analogien.

Der Verfasser verweist auf einige andere Autoren, auf die Ideen aus vielen anderen Werken, doch verbindet er diese leider nicht mit oder zu einem einleuchtenden roten Faden.
- Olsberg ist von den von Richard Dawkins spezifizierten Memen sehr angetan, übernimmt diesen Ansatz aber absolut unkritisch und ignoriert beispielsweise die erstaunlichen Ergebnisse der Epigenetik.
- Olsberg meint: »Die durch Al Gore mitverursachte Veränderung der Selektionskriterien führte inzwischen … zu einem Absatzeinbruch bei Geländewagen.« SUVs und Geländewagen steigern in der Realität seit Jahren ihren Anteil an den Neuzulassungen von Personenkraftwagen in Deutschland!
- Oder : »politische Systeme mit Absolutheitsanspruch [setzen sich] in der Evolution durch.« Die Demokratie scheint auf verlorenem Posten zu stehen.

Ich mag es, wenn Menschen sich neben dem Mainstream eigene, auch schräge Gedanken machen. Eine Stadt als lebenden Organismus zu betrachten ist ein spannendes Konzept; die bekannte Gaia-Hypothese lässt grüßen. Doch Olsberg zitiert zu viel, verquickt seine persönliche Meinung mit obskuren Gedankengebilden und fesselt bzw. überzeugt (mich) insgesamt einfach nicht.
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