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TOP 1000 REZENSENTam 28. Juni 2011
Bridgeport ist ein ruhiges und idyllisches Kaff in Kalifornien. Vor einiger Zeit tauchte dort ein Fremder namens Jeff Bailey (Robert Mitchum)auf und liess sich dort als Besitzer einer kleinen Tankstelle nieder.
Und mit Ann Miller (Virginia Huston) hat er sich auch schon ein Mädel geangelt. Sheriff Jim (Richard Webb) ist eifersüchtig, denn er liebt Ann und macht sich Sorgen sie, zumal keiner im Ort etwas über den erst kürzlich zugezogenen Bailey weiss.
Einziger Freund von Bailey ist ein taubstummer Junge (Dickie Moore).
Eines Tages erscheint an der Tankstelle ein Mann namens Joe Stephanos (Paul Valentine). Er sah dieses Schild "Baileys", dachte an einen verschwundenen Bekannten mit gleichem Namen und hat wohl ins Schwarze getroffen.
Da Jeff sich nicht länger vor der Vergangenheit verstecken will, geht er mit nach Lake Tahoe, wo der reiche Lebemann und Gangster Whit Sterling (Kirk Douglas) bereits auf ihn wartet, denn er hat noch eine Rechnung mit Jeff offen.
Bailey, der eigentlich Jeff Markham heisst, war ein Privatdetektiv und arbeitete gemeinsam mit seinem Partner Jack Fisher (Steve Brodie) in New York.
Damals sollte er für 10.000 Dollar Sterlings verschwundene Freundin Kathie Moffat (Jane Geer) suchen, die sich mit 40.000 Dollar aus dem Staub gemacht hat.
Sterling will die Frau und das Geld zurück.
Bailey verfolgt die Spuren der Betrügerin und spürt sie tatsächlich im mexikanischen Acapulco auf.
Es ist eine diese verhängnisvollen Begegnungen im Film Noir...
Jacques Tourneur drehte nach seinen beiden großartigen Horrorfilmen "Cat People" und "I walked with a zombie" 1947 mit "Out of the Past", so der Originaltitel", einen waschechten Film der schwarzen Serie.
Mehr noch: "Goldenes Gift" ist einer der besten Noirs überhaupt und einer meiner erklärten Lieblingsfilme.
Umso erfreulicher ist es, dass er nun endlich nach langem Warten in der "Arthaus Retrospektive" mit 4 weiteren interessanten alten Klassikern (Todeskuß, Macao, Liebe 1962, Mr. und Mrs. Smith) erscheint und wo der Text auf dem Cover andeutet, dass weitere Filme in dieser Reihe folgen werden. Nur zu...ich freue mich schon.
Zurück zum Goldenen Gift: Tourneur erzählt die Geschichte eines Mannes, der mit seiner Vergangenheit und seiner eigenen Labilität konfrontiert wird. Er muss wieder von vorne anfangen und versucht dies in einer Stadt mit einem neuen aber ehrlichen Job und mit einem neuen und vor allem anständigen Mädchen. Doch in dem Augenblick als der Handlanger des Gangsterbosses ihn findet und bei ihm Benzin abpumpt, werden auch die positiven Ambitionen von Jeff mit abgepumpt, er fällt wieder in diesen chaotischen Strudel der Kriminalität und durchlebt vor allem die verhängnisvolle Affäre mit einer undurchsichtigen Femme Fatale noch einmal....
Trotz mittelmässigem Bild ein MUST HAVE.
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am 5. Januar 2013
Bei Filmen läuft das bei mir normalerweise so: Ich lege die DVD in das Abspielgerät, starte den Film und - nach 20-30 Minuten ist alles klar und gelaufen und das anfängliche Interesse soweit entschwunden, dass ich den Film stoppe, um ihn, wenn überhaupt, später zu Ende zu schauen. Oft am Ende dann die schon gewohnte Frage: Warum „funktioniert“ der Film nicht richtig beziehungsweise was ist hier schiefgelaufen (einmal vorausgesetzt, dass der/die Macher des Films gewisse Qualitätsansprüche an ihr eigenes Werk stellen, was beim „alten Hollywood“ wohl noch der Fall ist)?
Ist es die Rollenbesetzung, liegt es an einem zu kleinen (oder zu großem) Budget, liegt es an der Uninspiriertheit des Regisseurs oder, wie so oft, an lieblos kopierten, 100-fach schon gesehenen Szenen, und stereotypen, abziehbildartigen Filmcharakteren, die einen gefühlsmäßig kalt lassen?

Bei diesem Film, einem Film noir aus dem Jahre 1947, war es anders!

Es begann mit der einleitenden Szene und dann habe ich ihn mit wachsendem Staunen bis zum Ende angeschaut. Wow- was für ein Film!
Sind es die Dialoge (genau auf den Punkt), die Schauspieler, Regie und Kamera oder die Musik? Natürlich die Hauptdarsteller: Robert Mitchum als Privatdetektiv, der keinen Ärger will, was ihm aber nichts nützt, eine süße Jane Greer, überzeugend als Femme Fatale, und - last but not least - Kirk Douglas, der eine Halbweltgröße verkörpert und in dessen schnurrender Katerstimme immer ein drohender Unterton mitschwingt (unbedingt in englischer Originalfassung anschauen). Aber auch die Nebenrollen überzeugen.
Kurz: Alles drin, was ich in einem solchen Film erwarte, und in der richtigen Mischung - logische Handlung, differenzierte Charaktere, inspirierte Schauspieler, ansehliche Hauptdarsteller, Spannung, treffende Dialoge etc.

Wer für solche Filme, d.h. SW-Filme, Schwarze Serie, etwas übrig hat, für den eine klare Empfehlung. Absolut gelungenes Werk, das vergleichbare Filme aus dieser Zeit in den Schatten stellt.
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am 6. Dezember 2016
Warum dieser Film Noir "Goldenes Gift" heißt, wird ewiges Geheimnis von RKO bleiben. Der Originaltitel "Out of the Past" trifft es wesentlich besser. Jaques Tourneur drehte diesen Film 1947 und es sollte ein großer Erfolg werden. Es ist auch mein Lieblings-Noir!
Jeff Bailey (Robert Mitchum) hat sich in das verlassene kalifornische Nest Bridgeport zurückgezogen und dort eine Tankstelle eröffnet. Niemand kennt seine Vergangenheit als Privat Detektiv in New York. Er hat in Bridgeport Ann Miller (Virginia Huston) kennengelernt und man geht davon aus, dass die beiden heiraten werden. Sheriff Jim (Richard Webb) ist eifersüchtig, denn Ann ist seine heimliche Liebe. Einziger Freund von Jeff ist sein taubstummer Gehilfe (Dickie Moore). Eines Tages taucht an der Tankstelle ein Mann namens Joe Stephanos (Paul Valentine) auf und nimmt Jeff mit nach Lake Tahoe, wo der reiche Geschäftsmann Whit Sterling (Kirk Douglas in einer seiner ersten Rollen) in einer wunderschönen Villa residiert. Er wartet bereits auf Jeff. Jeff, der eigentlich Jeff Markham heißt, arbeitete früher mit seinem Partner Jack Fisher (Steve Brodie) in New York. Damals sollte er Sterlings verschwundene Freundin Kathie Moffat (Jane Greer) wiederfinden, die mit 40.000 Dollar abgetaucht war. Sterling will Geld und Frau zurück! Wie der Zufall es will gelingt es Jeff tatsächlich die Dame mit Hilfe ihres ehemaligen Zimmermädchens in Mexiko aufzuspüren. Diese Begegnung wird er noch schwer bereuen. Wenn er dachte, mit der Tankstelle in Bridgeport und mit Ann Miller ein neues Leben angefangen zu haben, so war dies ein Irrtum. Mit Kathie Moffat begibt er sich wieder auf den verhängnisvollen Weg des Verbrechens und selten wurde eine Weisheit deutlicher zur Realität als hier: Verbrechen lohnt sich nicht! Kathie schwört ihm, sie habe das Geld nicht - aber da ist er ihr schon verfallen. Whit und Joe Stephanos spüren Jeff in Mexico auf - aber er erzählt Ihnen, dass er Kathie noch nicht gefunden habe und dass sie ein Boot nach Süden nehmen wollte. Tatsächlich brechen Jeff und Kathie am nächsten Morgen nach San Francisco auf und hoffen, dort nicht entdeckt zu werden. Doch es kommt anders...Fisher entdeckt die beiden tatsächlich und will sie erpressen...Von nun an überschlagen sich die Ereignisse.
Das Drehbuch ist von Daniel Mainwaring, die Musik von Roy Webb, Produzenten: Warren Duff und Robert Sparks, Kamera: Nicolas Masuraca.
Das Bild ist FullScreen 4:3 (schwarz/weiß), der Ton Dolby Digital Mono. Sprachen Deutsch und Englisch. Als Extra gibt es den US-Trailer.
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am 27. April 2015
Dieser durchdachte und packend erzählte Film wurde sehr bald als ein Höhepunkt des Noir Genres angesehen. Basierend auf dem Roman Build My Gallows High von Daniel Mainwaring, der sich hinter dem Pseudonym Geoffrey Homes verbarg, gelang es dem Team von Jacques Tourneur ein Meisterwerk zu schaffen. Der Sohn des französischen und angesehenen Stummfilmregisseurs Maurice, war in den 1930er Jahren nach Hollywood gekommen, wo er knapp zehn Jahre später zwei der besten Horrorfilme drehte, die Klassiker Cat People (1942) und I Walked With a Zombie (1943). Allerdings ist der Genrebegriff in beiden Fällen nicht ganz korrekt, denn obwohl die Filme Horrorelemente aufweisen, ist die Handlung doch stark melodramatisch geprägt. Der Höhepunkt von Tourneurs Schaffen ist zweifellos Out of the Past (1947, dt.: Goldenes Gift) der alle Merkmale eines paradigmatischen Film Noir besitzt. Mainwaring verbesserte das Skript mit Hilfe des im Abspann unerwähnten James M. Cain (The Postman Always Rings Twice) noch zusätzlich, indem die Dialoge pointierter und witziger sind und Plot effizienter wurde, weil mehrere Figuren zu einer verschmolzen wurden.

Der chronologische Ablauf des Romans wurde in eine komplexere Rückblendenstruktur gewandelt. So wie Hitchcocks Vertigo von einem Labyrinth bestehend aus Raum und Zeit zusammengehalten wird, ist hier ein Ansatz zu erkennen, der an Jorge Luis Borges erinnert, indem der Held in verschlungenen Zeitebenen der Vergangenheit noch stärker gefangen gehalten wird. Weshalb sich eine anfangs szenische Ähnlichkeit mit Hemingways Kurzgeschichte The Killers bald auflöst (1946 von Robert Siodmak grandios verfilmt). Mainwaring betonte später, dass er seinen Roman sehr stark an Dashiell Hammetts The Maltese Falcon angelehnt hatte und RKO spielte tatsächlich mit dem Gedanken, Humphrey Bogart von Warner auszuleihen um die Hauptrolle zu spielen.

Dieser Deal kam nicht zustande, glücklicherweise, könnte man rückblickend sagen denn Out of the Past stellt einen Mitchum vor, den das Publikum bis zum Ende seiner Karriere sehen würde, den Typ Rauhbein, den Hollywood heute nicht mehr liefert, an der Oberfläche scheint er träge zu sein, verbirgt aber dahinter eine feinfühlige Intelligenz im Spiel. Wie er die Rolle des Jeff Bailey bis zum Ende des Films beibehält ist geradezu genial. Selbst als Jeff immer tiefer im Schlamassel versinkt, schafft es Mitchum jedes Mal ihn wieder hochzuspielen als eine Art smart guy. Auch die anderen Darsteller sind grossartig, Kirk Douglas gibt einen raffiniert tückischen und verschlagenen Whit und ist Mitchum in jeder Szene ebenbürtig, sodass es ein Vergnügen ist, den beiden zuzusehen. Douglas, der später typischerweise jede Szene solange durchkaute bis sie auf Briefmarkengrösse geschrumpft war, muss sich vis à vis Mitchum zurückhalten. Die beiden verbindet sofort ein Rapport, vor allem in der ersten gemeinsamen Szene, wenn Whit alles über Kathie erzählt und Jeff den Auftrag gibt, diese zu suchen. Selbstverständlich ist es unmöglich, Jane Greer als Kathie zu vergessen, sie hat die beste Rolle des Films und beherrscht sie. Über Tourneur sagte sie, "He did not tell his actors very much. He said to me, 'First half of picture, Good Girl. Last half of picture, Bad Girl. No big eyes'." (Nachruf The Guardian, 28.8.2001) Genau so verwandelt sie sich problemlos von der sympathisch attraktiven jungen Frau in eine gefährlich gewissenlose Opportunistin, die über Leichen geht um ihre Interessen zu verfolgen und wird zur Definition der femme fatale.

Der Film beginnt in der Handlungsgegenwart im kalifornischen Kaff Bridgeport, wo Jeff Bailey (Robert Mitchum ), ein ehemaliger Privatdetektiv gemeinsam mit dem taubstummen Kid (Dickie Moore) eine Tankstelle betreibt und mit seiner Freundin Ann Miller (Virginia Huston) ein einfaches neues Leben beginnen möchte. Doch eines schönen Tages taucht ein Mann auf, der die wahre Identität von Jeff zu kennen scheint. Schon die Ankunft dieses Joe (Paul Valentine) in der kleinstädtischen Idylle bereitet auf den subversiv amoralischen Inhalt des Films vor. Joe verlangt ein Treffen mit Whit Sterling - einem Casinobesitzer und Gangsterboss, der sich am nahegelegenen Lake Tahoe niedergelassen hat. Bailey kann die Einladung aufgrund ihrer gemeinsamen Vergangenheit und der Macht über die Whit verfügt, nicht ablehnen obwohl ihm bewusst ist, damit alte Wunden wieder aufzureissen. Er sagt zu, Whit am nächsten Tag in einer Villa zu treffen um "Geschäftliches" zu besprechen. Zuvor möchte er jedoch seine Freundin über seine Vergangenheit aufklären, auch dass er sie in einigen Punkten belogen habe. Diese Vergangenheit wird in einer langen Rückblende rekapituliert.

Damals gab ihm der wutentbrannte Sterling den Auftrag, dessen durchgebrannte Freundin Kathie zu finden. Sie hatte ihn niedergeschossen, schwer verwundet liegengelassen, hat ihm 40.000 Dollar geraubt und ist geflüchtet. Widerwillig nahm Bailey den Auftrag an und folgte den Spuren Kathies bis nach Acapulco. Dort findet er die Schönheit und nach einigen rendez-vous verfiel er ihr hoffnungslos, er wies jede Gefahr, die von dieser unwiderstehlichen Frau ausging weit von sich und verschwieg seinem Auftraggeber, dass er die Gesuchte gefunden habe, da er mit ihr an einem neuen Ort glücklich werden wollte. Doch bald überschlugen sich die Ereignisse, denn Baileys Ex-Partner Fisher (Steve Brodie) fand das scheinbar glückliche Paar und drohte, sie zu erpressen. Kathie zögerte nicht lange und erschoss den Mann, der ihr gefährlich werden könnte. Bailey beseitigte die Leiche aber Kathie verschwand daraufhin spurlos. Nach dieser ausführlichen Darstellung beginnt der zweite Teil des Films in der Handlungsgegenwart und Bailey befindet sich auf dem Weg zur Villa Whit Sterlings.

Whit, der sich zwischenzeitlich mit Kathie versöhnt hat, will Bailey noch einmal engagieren. Er soll ihm helfen, Dokumente sicherzustellen, die seine Steuerhinterziehungen beweisen würden. Als Druckmittel dient Whit der Mord an Fisher, den er Bailey in die Schuhe schieben würde. Bailey muss einwilligen, aber er ahnt, dass auch an dieser Sache etwas faul ist. Es ist tatsächlich die Gegenwart, die nun für etliche Überraschungen sorgt und der eigentliche Beginn zahlreicher komplexer Verwicklungen, aus denen sich Bailey kaum befreien kann. Es ist die zweite Hälfte des Films die ein hohes Tempo vorlegt und manchmal in schwer nachvollziehbaren Wendungen erzählt wird und dadurch an einen weiteren grossen Film Noir erinnert, Howard Hawks The Big Sleep (1946). Es ist der Kampf um Baileys Leben, seine Unschuld, es geht um Liebe und Verrat. Der Film entwickelt sich zum Paradebeispiel für die Darstellung der Abgründe menschlicher Emotionen, die sich nicht täuschen lassen. Dies alles ist enorm spannend und sollte deshalb nicht in einer Rezension verraten werden.
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[Vorsicht, Spoiler!]

Dieser Wortwechsel aus Jacques Tourneurs Noir-Klassiker „Out of the Past“ (1947) bezieht sich zwar auf das Roulettespiel, doch ebenso gut könnte er zum Motto des gesamten Filmes, wenn nicht sogar einer ganzen Reihe von Noirs, erhoben werden, denn in der Welt der Schwarzen Serie gibt es keine Gewinner – nur Menschen, die von anderen getäuscht und vernichtet werden, und solche, die dies sich selbst antun.

„Out of the Past“ greift ein noir-typisches Thema auf, nämlich das eines Mannes, der in der Vergangenheit einen schweren Fehler gemacht hat und der nun langsam, aber unerbittlich von eben dieser Vergangenheit eingeholt wird. Jeff Bailey (Robert Mitchum) ist in der Provinz als Tankstellenbetreiber untergetaucht, nachdem er als Privatdetektiv den Fehler begangen hat, der scheinbar so engelsgleichen Kathie Moffat (Jane Greer) zu verfallen. Eigentlich war er im Auftrag des Gangsters Whit Sterling (Kirk Douglas) losgezogen, um Kathie aufzuspüren und zu Sterling zurückzubringen, den sie eiskalt niedergeschossen und um 40.000 Dollar erleichtert hat. Sterling denkt dabei nicht an Rache, sondern er möchte Kathie zurückhaben, und als Jeff sie zum ersten Mal sieht, weiß er auch, warum. Schnell sind die Vorsicht gegenüber Sterling und seine Berufsehre über Bord geworfen, und um mit Kathie durchzubrennen, ist er sogar bereit, sein altes Leben hinter sich zu lassen und neu – nur viele, viele Stufen unter seinem bisherigen beruflichen Status – anzufangen. Als sein alter Partner Fisher (Steve Brodie) jedoch eines Abends auftaucht und das Liebespaar zu erpressen versucht, zeigt Kathie ihr wahres Gesicht, erschießt Fisher und verschwindet daraufhin aus Jeffs Leben. Jeff faßt langsam in einer Kleinstadt Fuß und verliebt sich sogar in eine andere Frau, Ann (Virginia Huston), die nichts mit der gewissenlosen und durchtriebenen Kathie gemein hat. Doch das Schicksal holt ihn wieder ein, denn Sterling, zu dem Kathie inzwischen wieder zurückgekehrt ist, ist nicht gewillt, zu vergeben und zu vergessen. Da er plant, einen seiner Mitarbeiter, der ihn erpressen will, zu beseitigen, kommt ihm der Gedanke, daß es doch praktisch wäre, Jeff diesen Mord anzuhängen. Und auch Kathie beginnt wieder, ihr falsches Spiel mit dem leichtgläubigen Jeff zu treiben.

In vielem erinnert „Out of the Past“ an Siodmaks Klassiker „The Killers“ (1946). So reisen wir als Zuschauer auch diesmal mit dem Bösen zu Beginn des Filmes in die Kleinstadt ein, wenn wir auf dem Hintersitz des Wagens sitzen, in dem Sterlings rechte Hand, der Killer Joe Stephanos (Paul Valentine) bei Baileys Tankstelle vorfährt, bevor er Jeffs Leben aus den Fugen geraten läßt. Und auch Jeff hat ja, wie der ehemalige Boxer Swede, vor langer Zeit etwas Falsches getan. Doch Tourneur nimmt sich, anders als Siodmak, mehr Zeit, um die aufkeimende Liebe Jeffs zu seiner Femme fatale, sich langsam entwickeln und für uns glaubwürdiger werden zu lassen. So wirkt Kathie zunächst einmal wie ein unschuldiges junges Ding, wie eine Lichtgestalt, und immer wenn sie einen Raum betritt, kommentiert der Erzähler Jeff in der Rückblende dies, indem er seiner jetzigen Freundin Ann erzählt, wie Kathie aus dem Sonnen- oder dem Mondlicht in seine Welt tritt. Kameramann Nicholas Musuraca, der mit Tourneur auch an „Cat People“ (1942) zusammenarbeitete und der mit Mitchum für den Regisseur Robert Wise den Western noir „Blood on the Moon“ (1948) drehte, versteht es, mit weichem Chiaroscuro einerseits die Romantik zwischen den beiden Liebenden herauszustellen, andererseits aber auch anzudeuten, daß da etwas im Dunkeln lauert und daß beide, der Mann und die Frau, etwas zu verbergen haben. Sehr subtil läßt Tourneur schon früh erahnen, daß da etwas nicht stimmt: So genießen Jeff und Kathie in einer kleinen Hütte ein romantisches Stelldichein, und es erklingt gefühlvolle Musik, und als Jeff die Geliebte schließlich fragt, ob sie mit ihm davongehen wolle, fragt sie kurz, wohin – und nimmt im selben Moment die Nadel von der Platte. Es wird still im Raum, und wir erkennen, daß wir diegetischer Musik gelauscht haben, und sind um eine Illusion ärmer. Jeff hingegen erkennt hier noch nichts, und erst der Abend, an dem Kathie kaltblütig seinen ehemaligen Partner niederschießt, kommt für ihn, aber auch für uns, die wir doch schon etwas ahnen konnten, wie ein Schock.

Dabei scheint Jeff im Grunde ein klarsichtiger und abgebrühter Mann zu sein, denn als ein Taxifahrer seine Bewunderung für die schöne Meta Carson (Rhonda Fleming) zum Ausdruck bringt, kommentiert Jeff nur müde: „Awfully cold around the heart.“ Bei Kathie hingegen schläft seine Wachsamkeit wieder und wieder ein, und auch wenn er sie bei ihrem erneuten Zusammentreffen zunächst angewidert zurückweist – mit den Worten „Look, just get out, will you? I have to sleep in this room“, die ein wenig an Philip Marlowe in Chandlers “The Big Sleep” erinnern –, so ist er doch nur zu gerne bereit, sich der Illusion hinzugeben, auch Kathie sei wie er ein Opfer der Umstände, das gezwungen werde, sich an dem abgekarteten Spiel gegen ihn zu beteiligen.

„There’s a way to lose more slowly.“ Jeff beherrscht diese Methode perfekt, denn selbst in dem Moment, in dem er glaubt, Kathie endgültig durchschaut zu haben, erweist sich diese doch cleverer und gewissenloser, als er – und Sterling – es je für möglich gehalten hätten, und so kann es für ihn trotz all seiner Bemühungen keinen Ausweg aus dem Netz dieser Spinnenfrau geben.

Der Film endet damit, daß der taubstumme Junge, der für Bailey an der Tankstelle gearbeitet hat, es Ann mit einer Notlüge erleichtern möchte, sich emotional von Jeff zu lösen und mit ihrem Freund aus Kindertagen glücklich zu werden. Ann steigt denn auch in das Auto dieses Mannes, doch es bleibt mehr als zweifelhaft, ob die beiden eine glückliche Beziehung führen werden. Another way to lose more slowly – sollte man meinen. Der Noir ist eben voll davon.
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am 25. Juni 2014
Wunderbarer Noir Film, zum Mitleiden und Entdecken. Es ist mir ein Rätsel warum dieser Film nicht richtig berühmt ist! Robert Mitchum trägt den Film komplett. Gehört in jede Mitchum-Sammlung! Absolute Empfehlung!!!!
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am 29. September 2011
Wer eine Antwort auf die Frage in der Überschrift zu meiner Rezension erhalten möchte, sollte sich den Film 'Goldenes Gift' anschauen. Es gibt gute Frauen, böse Frauen und verdammt böse Frauen. In 'Goldenes Gift' gibt's von allen reichlich. Liebhaber von Filmen der Schwarzen Serie /Film noir kennen den Film sicher, und solche, die Liebhaber werden wollen, sollten nihn sich ansehen, um die Begeisterung für dieses Genre verstehen zu lernen. Meine Frau, die mit mir den Film angesehen hat, kann Robert Mitchum nicht ausstehen (ganz im Gegensatz zu mir!), und nach Betrachten des Films mochte sie Mitch immer noch nicht wirklich, aber sie kam nicht umhin, zuzugeben, dass er genau hier hinein passt (wie übrigens auch in 'Engelsgesicht'). Die Atmosphäre des Films zieht einen sofort in seinen Bann, lässt einen nicht mehr los und spätestens, wenn ein junger Kirk Douglas in den wenigen Dialogzeilen, die er in diesem Film hat, sein diabolisches Gesicht zeigt, möchte man wissen, wie viele Männer die Femme Fatale des Films noch ins Verderben reißt. Es sind einige - und auch eine Frau letztendlich, aber mehr wird nicht verraten. Anschauen und die tollen SW-Aufnahmen genießen!
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am 30. Oktober 2011
Und wieder einmal präsentiert Kinowelt unter seinem Label Arthaus eine neue, exklusive DVD-Reihe mit dem Titel "Arthaus Retrospektive", in welcher unvergessene aber bisher unveröffentlichte Meisterwerke der Filmgeschichte erstmals das Licht der Silberscheiben-Welt erblicken sollen.
Eines dieser Meisterwerke ist Jacques Tourneurs Klassiker "Out of the past", ein Highlight des Film-Noir-Genres, welcher vor allem durch seine brillant-düstere Photographie, seine unpathetische Erzählweise & seine darstellerische Intensität (vor allem Mitchums Lakonie & szenische Präsenz sind bis heute unerreicht) besticht.

Als Verpackungsform für diese Reihe wählte Arthaus das klassische Keep-Case (leider kein Mediabook oder Digipak wie bei anderen Reihen von Arthaus - dies würde die Klasse dieses Films/dieser Filme noch mehr würdigen). Das FSK-Logo ist zwar fix aufgedruckt, das Case verfügt aber über ein Wendecover, wodurch man sich dessen entledigen kann.
Bild- & Ton-Qualität sind für einen 1947 gedrehten Streifen tadellos. Als Bonus gibt's nur einen Trailer, was aber bei einem Film dieses Alters kaum verwunderlich ist.
Einziges wirkliches Manko für mich bei dieser Edition sind die fehlenden englischen Untertitel, welche (mir zumindest) beim Filmgenuss im O-Ton recht hilfreich sein können - daher auch ein Stern Abzug.
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am 6. Juli 2016
Alle heutzutage denken, dass Steve McQueen der König von Cool war, aber Robert Mitchum war der König als Steve immer noch eine kleine Rotznase war - und mit viel mehr Witz und Intelligenz und Gefährlichkeit. Dazu ist Jane Greer unglaublich sexy und BÖSE . . .
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am 22. Dezember 2013
Viele Filme der FilmNoir Reihe zeichnen sich in erster Linie durch die Filmtechnik aus und den - oft glänzenden - Effekten, die nur schwarz-weiss Bilder ermöglichen.

Dieser Film lebt allerdings noch stärker von seinen hervorragenden Schauspielern. Robert Mitchum stellt dabei Kirk Douglas locker in den Schatten.

Der psychologisch ausgefeilte Plot macht den Film zu einem Erlebnis, soweit man für dieses Genre eine Ader hat. Man sollte den Film allerdings mehrmals sehen, denn erst dann erschließt er sich tatsächlich, während sonst die Gefahr besteht, dass einige der Feinheiten an einem vorbei laufen.

Also: Ein weit überdurchschnittlicher FilmNoir der Sonderklasse, den es lohnt, sich anzusehen.
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