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Kundenrezensionen

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am 19. Juni 2011
So könnte der Titel, wie der des gleichnamigen Ausnahmewestern Leones, hier auch heißen, denn jede (männl.) Figur des Films trägt die Überschrift in sich.

Das Gesellschaftsdrama in Kleide eines Spätwestern, inszeniert von Regieurgestein John Huston, mag zur damaligen Zeit (Anfang der 60er) intellektuelles Hochglanzkino gewesen sein. Heute wirkt das Drama, um Monroe und Gables letzten Film, von seiner Dialoglastigkeit in einzelnen Szenen etwas gestelzt; wie z.B. die Szene mit Monroe und Clift im Kneipenhinterhof (beim Umschalten auf den Originalton wirkt die Sache dann wieder frischer).
Ergo: Das ist die Voraussetzung für das "Mögen" des Films.
Dass das so ist, wundert kaum, da der große Schriftsteller Arthur Miller und damalige Nochehemann der Monroe das Drehbuch schrieb. Sollte und wollte Miller ihr eine "echte", eine seriöse Rolle auf dem Leib schneidern, um endlich als Charakterdarstellerin (nach den ersten Versuchen in Niagara, Bus Stop und 809) Fuß zu fassen. Und die blonde Popikone mag hier wirklich überzeugen, bleibt aber -für mich- trotzdem unverwechselbar und typisch die Monroe.

Die unschuldige Naive und gefühlsehrliche, dazu frisch geschiedene, Roslyn Taber (M.M.), verdreht den drei hölzernen Kerlen mächtig den Kopf. Die reagieren darauf unverhohlen. Aber mit ihrer liebenswerten, lasziven Ehrlichkeit, stößt sie erstmal keinen der drei Landeiern vor den Kopf; hält sie und sich dabei unschuldig auf Distanz. Zu gern beweisen sich die "echten" Burschen (Cowboys und Pilot), als verständnisvolle Gentlemen im rüden Cowboygewand, die sich dazu durch ihre weibliche, friedfertige Art erstmals einer Frau öffnen. Sie alle zeigen ihr gebrochenes, raues, einsames Herz und geben so der Ex-Tänzerin, im Umkehrschluss, eine starke Schulter. Schließlich entscheidet sich die auffallende Blondine für den Ältesten.
Die suspekte Harmonie, in der immer ein latenter Eifersuchtskampf der drei Raubeine von Anfang an bestand, zerbröselt so im Laufe des Films. Der Dramazwist gipfelt letztlich in einer Pferdehetzjagd. Öffnen sich hier durch die archaische Jagd der Männer, wo purer Instinkt und Lust an der Freiheit zählt, die wahren Ideale und Charaktereinstellungen der nicht Gesellschaftsfähigen. Der Tod einer Handvoll Wildpferde, bestimmt als Hundefutter, wird zur Zerreißprobe der vier Außenseiter und zur Erkenntnis ihres eigenen Ichs.

Einzigartig wirken nach dem Abspann des Films die großen Namen Gable, Clift, Wallach und Monroe.
Die letzten Worte vom Gable, auf dem Trittbrett des Lkws, klingen in treffender Traurigkeit, weiß man um den nahen Herztod des Darstellers. Auch, dass die Ehe Monroes mit dem Drehbuchautor Miller während der Dreharbeiten zerbrach, scheint ein Plus für die Glaubwürdigkeit der Filmaussage, sowie auch ihren nahen Tod. Und der nach Method Acting spielende Montgomery Clift, der zeigt ein seelenzerrissenes Leben, was seinem wahren Dasein wohl sehr nahe stand. Keiner in Hollywood jener Zeit soll ein selbstzerstörerisches Wesen gehabt haben.
Das alles wirkt also nicht nur echt gespielt, es ist echt!
Die Melancholie der Darsteller, das Nachhecheln der verlorenen Zeit, der ewige Wandel der Gesellschaft, in den man hilflos schlingert, wie ein Korken im Fluss der Zeit, das alles wirkt in der Einsamkeit Nevadas einzigartig eingefangen. Die Freiheit verliert ihren Mythos, was an den letzten Cowboys von Arthur Miller grandios zelebriert wird. Einzig der vom Theaterfach kommende Wallach verdeckt hier irgendwie, hinter seinem professionellen Spiel, sein wahres Ich.
Zudem wird die manchmal aufkommende filmische Antiquiertheit, aus der heutigen Sehgewohnheit, von der Tatsache verdrängt, wenn man um die traurigen Umstände während und nach den Dreharbeiten weiß.

Der Film, ein Meisterwerk, ist eine grandiose Charakterstudie von vier Außenseiter und setzt ein letztes Denkmal für Clark Gable und die Monroe.

Fazit: 4,5 Sterne

Einen halben Stern Abzug, da ich schon etwas "bessere" S/W-Blu-ray-Umsetzungen, aus der etwa gleichen Entstehungszeit, gesehen hab. Die Bildqualität schwank ein wenig, wird nach hinten heraus aber besser. Der Ton ist halt "entknistert", aber eben alt. Die 15:9 Umsetzung (1,66:1) ist allerdings das richtige Kinourformat und war zur damaligen Zeit das Standardbreitwandverfahren, neben dem "breiteren" Cinemascope. Also, rechts und links sieht man schwarze Balken beim 16:9er TV. Eine ganz kurze Szene (ein Satz, mit neuer Synchro) wurde auch eingeschnitten.

Ferner noch erwähnt: die Hetzjagd der Pferde, die heute bestimmt nicht mehr so abgedreht würde.
Setzt sie zwar den dramaturgischen Höhepunkt punktgenau, aber aus der heutigen, filmischen Machart auch äußerst tragisch dar.
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am 15. Mai 2015
Ein seltsamer Film. Bis zur sechzigsten Minute war mir nicht ganz klar, worin die Kernaussage besteht, wohin sich die Handlung entwickeln wird, doch dann öffnet der Film sich in seiner ganzen Tiefe und überrascht den Zuschauer mit einer berührenden Dramatik.
Worum also geht es?
Drei traurige, verloren wirkende Männertypen, die sich mit Pferdeverkäufen über Wasser halten, nehmen auf ihrer Fahrt in die Berge eine ebenso traurige, verloren wirkende Frauengestalt mit. Eine Fahrt, die für alle eine Katharsis wird. Jeder öffnet sein Herz, jeder offenbart sein Innerstes. Viele intensive Dialoge, die ein jeder wie ein Kammerspiel wirken, eine Gesprächstherapie, die darin gipfelt, dass jeder am Ende einsehen muss: Hier und jetzt muss ich mit allem neu anfangen!
Die Männer verlieben sich, wen wundert's, reihum in eine Marylin Monroe, die sich selbst zu spielen scheint; eine herzoffene, labile junge Frau, die an nichts gebunden ist, als an die Suche nach Wahrheit und Sicherheit und sich daher am Ende für Clark Gable entscheidet, weil nur er begriffen hat, dass es keine Cowboys mehr braucht, keine Männer mehr, die aus Gewohnheit des Geldes wegen quälen und töten.
Die letzten zwanzig Minuten des Films, in denen Wildpferde gefangen und gedemütigt werden, und Mann und Frau ihre Seele offenbaren, sind ergreifend und belehrend zugleich. Ebenso die Schlussfahrt von Gable und Monroe im Lastwagen in Richtung des Sternbild des Grossen Wagen, die symbolisch für die Suche nach einem Neubeginn steht, die auf nichts gründet ausser dem Abschied vom Altvertrauten, ist bewegend.
Und umso bedeutungsvoller, wenn man bedenkt, dass beide Schauspieler kurze Zeit später starben.

Fazit: Der Film handelt vom definitven Ende des amerikanischen Western und dem Endes des Traums von Freiheit, Unabhängigkeit und jener Cowboy-Männer-Mentalität, die uns bis in die heutige Zeit alias "Marlboro-Man" oder "Eisenhans-Typus" vertraut ist.
Die Rollen sind gut besetzt, die Dialoge berührend und die Pferdeszene am Ende geradezu überwältigend.
"Misfit" bedeutet übersetzt "Aussenseiter" oder "unpassendes Stück", ein Titel, der im Nachhinein selbst ein "Misfit" zu sein scheint, genauso wie der deutsche Titel "Nicht gesellschaftsfähig".
Passender wäre: " The Missing - Die Verlorenen".
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am 24. Juni 2015
Diesen Film, aus dem Jahre 1960, habe ich schon sehr oft gesehen, und er gefaellt mir immer wieder. Die psychologische Analyse der Hauptdarsteller ist hervorragend: Alles Aussenseiter, Eigenbroetler (englisch: Misfits), mit vielen persoenlichen Problemen. Es sind Leute, fuer die in der Gesellschaft kein Platz mehr ist. Es sind einsame, isolierte Menschen, die sich rein zufaellig treffen und anfreunden. Auch die schauspielerische Leistung von Clark Gable und insbesondere Marilyn Monroe ist ausgezeichnet. Sie ist eine sehr feinfuehlige und naive, gar melancholische Frau, die sehr menschlich denkt und fuehlt. Jeoch das Positive des Films wird total entstellt, vollkommen zerstoert durch die schreckliche Tierquaeleri waehrend der Mustangjagd in der Wueste von Nevada. Das ist kaum tolerierbar. Deshalb nur 3 Sterne.
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am 27. März 2013
Klassiker - der einzige ernste und mit Sicherheit beste Monroe-Film
C C C C C C C C C C
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am 14. Mai 2015
Okay, ganz so toll wie der Film heute angesehen wird finde ich ihn nicht. Liegt nicht an den Darstellern, nein, nein. Gable, Monroe, Clift, Wallach - allsamt geben sie eine perfekte Leistung. Sehr gefuehlsecht, kommt realistisch rueber. Regisseur Huston hat seine Arbeit auch gut gemacht, sag ich ehrlich, auch wenn ich kein grosser Freund von vielen seiner Filme bin. Nur das Drehbuch stoert mich manchmal.

Arthur Miller! Was, der beruehmte Miller kann "stoeren"? Mich schon. Da ist diese wirklich duestere Story, mit extrem guter Charakterzeichnung. Gescheiterte, unglueckliche, wie man sie auch im echten Leben treffen kann. Doch dafuer ist der Erzaehlfluss viel zu glatt und schnell. Irgendwie geht mir das alles viel zu einfach wenn man die komplizierten Charaktere bedenkt. Frisch geschiedene trifft irgendeinen Cowboy in der Kneipe und zieht noch am selben Tag in das Haus eines seiner Freunde irgendwo auf dem Land. Ich wuerd das nicht machen. Und dann trifft man ganz zufaellig hier und dort jemanden. Die Freundin Marilyns (Thelma Ritter) verschwindet spurlos mit dem Holzhammer aus der Story. Eli Wallach, der es ja eigentlich auf Marilyn abgesehen hat akzeptiert es fast augenblicklich das Gable sie nun will. Die beiden scheinen dann ja fuer eine laengere Zeit gemeinsam zu wohnen. Auch schade, das man nur sehr wenig von der Vorgeschichte der Leute erfaehrt. Von Wallach recht viel, von den anderen eigentlich gar nichts. Besonders von Gables Charakter. Er war wohl verheiratet (die Szene mit seinen Kindern in der Bar ist exzellent), aber sonst? Er hat kein Zuhause, keinen Job, nichts? Wie hat der denn vorher gelebt? Als Landstreicher? Und das Happy End wirkt verlogen. Naja, das sind so Sachen die mir durch den Kopf gehen. Ansonsten ist alles ok. Gut, da gibts noch dieses Close-up von Marilyns Po waehrend sie reitet. Ich weiss nicht was Huston da wollte. Wenns sexy gemeint war gings gehoerig schief. Der Shot wirkt derb und billig (vielleicht hatte Huston an dem Tag wieder ein paar Glaeser zuviel). Ansonsten ist die Kamerafuehrung vom feinsten (Russell Metty verstand sein Handwerk, stand bei an die 100 Filmen hinter der Kamera). Und wenn ich das Happy End auch als verlogen bezeichne ruehrt es natuerlich. Gable und Monroe fahren den Sternen entgegen - wo sie ja nur kurze Zeit spaeter beide ankommen sollten. Eine bessere Schlussszene haetten die beiden nicht haben koennen.

Davon ab ist der Film gut. Interessant einen so bitteren Film mit Starbesetzung aus den fruehen 60ern in Hollywood zu sehen, war noch eher unueblich. Wenn man nicht allzuviel hinterfragt fesselt das Werk, die Stimmung des Films uebertraegt sich auf dich. Ich habe ihn mir auf der alten MGM DVD angesehen, die das vielleicht fuerchterlichste Bild eines Klassikers bietet, welches ich jemals sah. Bild beschnitten, und teilweise so unscharf das man meint, die Kopie einer Kopie einer Kopie zu sehen. Manchmal sind die Hintergruende eine graeuliche Matsche, manchmal die Gesichter. Also, Film 4 Sterne, DVD 1 Stern.
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am 13. März 2006
Also, ich werde das Gefühl nicht los, daß Arthur Miller (mit dem Marilyn Monroe damals noch verheiratet war) seiner Frau nicht einfach nur "diese Rolle auf den Leib schrieb", um ihr zum Durchbruch als ernstzunehmende Schauspielerin zu verhelfen, weg vom Image des "blonden Dummchens". Vielmehr scheint er die damaligen Eheprobleme der beiden zu verarbeiten (in dieser Filmrolle ist Marilyn bereits geschieden, kommt mir fast wie eine Miller´sche Prophezeiung vor), und Marilyn scheint in einigen Szenen über ihren vergangenen Ruhm als "Star" (ihr Beruf ist Tänzerin) zu reflektieren. Ebenso scheinen ihre privaten psychischen Probleme "ungefiltert" in ihre Rollendarstellung einzufließen. Ein letzter Gedanke zum Thema Monroe/Miller: Misfits heißt ja wörtlich "nicht (zusammen)passend". Meinte Miller bewußt oder unbewußt mit der Titelwahl sein Verhältnis zur Monroe?
Sei es wie es sei: Ein sehr trauriger und trotzdem schöner Film!
(Schräg finde ich immer nur die deutsche Synchronisation bei alten amerikanischen Filmen, klingt immer etwas "martialisch-militärisch" (bei den männlichen Stimmen) oder "theatralisch-schrill" (bei den weiblichen Stimmen)! Liegt das vielleicht daran, daß deutsche Schauspieler (und Synchronsprecher?) früher meist ihr Handwerk am Theater (daher "theatralisch") lernten? Oder sprachen die Leute früher wirklich so?
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am 30. März 2015
Obwohl John Hustons Fähigkeit, sich in jedes Thema hineinzudenken anerkannt wird, musste er sich oft den Vorwurf einer fehlenden eigenen Richtung oder Philosophie gefallen lassen. Trotzdem weist The Misfits in eigenartiger Weise die Handschrift des Regisseurs auf, Huston war zu diesem Zeitpunkt bereits mit einem Academy Award und drei Nominationen für 4 seiner 16 vorhergehenden Filme ausgezeichnet worden. Trotz der vielberichteten Spannungen am Set, spürt man auch eine gewisse Souveränität der Regie, denn es war Huston, der Marilyn Monroe in Asphalt Jungle (1950) zum Star gemacht hat und mit Männern wie Clark Gable bestens umzugehen wusste, und so ist es ihm gelungen, das Drehbuch, das Arthur Miller (Tod des Handlungsreisenden) seiner damaligen Ehefrau Marilyn Monroe sozusagen auf den Leib geschrieben hat, emotional und symbolisch aufzuladen und kompakt zu gestalten. Dies wird durch Szenen unterstützt, die vollkommen natürlich ineinander übergehen, was nicht zuletzt dem Können von zwei weiteren Männern zuzuschreiben ist: Kameramann Russell Metty (Academy Award für Spartacus) und Editor George Tomasini, der auf eine lange Zusammenarbeit mit Hitchcock zurückblicken konnte (so sind z.B. die Attacke auf die Telefonkabine von Montega Bay in The Birds und die Dusch-Szene in Psycho ihm zu verdanken).

Wegen der weltberühmten und geradezu legendären Mitwirkenden, Huston, Arthur Miller, Marilyn Monroe, Clark Gable und Montgomery Clift war The Misfits ein Film der bereits bevor er in die Kinos kam, eine enorme Erwartungshaltung aufgebaut hatte. Die Produktion gestaltete sich jedoch schwierig. Warum ausgerechnet während der heissesten Jahreszeit in der Wüste von Nevada gedreht werden musste, wo Temperaturen ohne weiteres 50 Grad Celsius überschreiten, ist nicht ersichtlich. Hinzu kam eine instabile Hauptdarstellerin, ein 60jähriger Clark Gable, eine auseinanderbrechende Ehe und ein reichlich undiszplinierter Regisseur (Huston verbrachte unzählige Nächte and den Spieltischen von Reno, wofür ihm das Studio sogar ein wöchentliches Taschengeld zur Verfügung stellte). All dies wirkte fast dramatischer als der Film selbst. Arthur Miller schrieb drei Jahre am Drehbuch und damit indirekt über seine Ehe mit Marilyn Monroe, wobei eine mehr oder weniger gelungene Psychoanalyse der Monroe entstand, die als frisch Geschiedene Geschichten aus ihrer Kindheit wiedergibt und vor allem darlegt was in ihrer Ehe danebenging. Der offensichtlich für Miller einstehende Clark Gable zeigt sich verwirrt, über deren Unfähigkeit, die Realität zu erkennen. Trotzdem drehte Huston eine hervorragende Charakterstudie über vier Misfits, also Aussenseiter.

Die Handlung ist längst Kult. Die attraktive Nightclub Tänzerin Roslyn Taber (Marilyn Monroe) kommt nach Reno um sich scheiden zu lassen. Während der Wartezeit wohnt sie bei der mütterlichen Isabel Steers (Thelma Ritter), die ihr nach vollzogener Scheidung, den ironisch-weisen Rat gibt, den Ehering in den Fluss zu werfen: "This river has more gold than all of the Klondyke." Roslyn lernt nacheinander den Mechaniker Guido (Eli Wallach), den entwurzelten Cowboy Gay (Clark Gable) und den Rodeo-Reiter Perce (Montgomery Clift) kennen, die sich alle in unterschiedlicher Weise in Roslyn verlieben. Der Film ist weniger ein unterhaltsamer Neuzeit-Western, sondern eine intellektuelle Exploration von Schmerz, Veränderung und Tod. Die niedergeschlagenen und heimatlosen Charaktere suchen einen Weg um ihr Schicksal in den Griff zu bekommen und ihr zerbeultes Leben zu reparieren. Wie in The Treasure of the Sierra Madre und vielen anderen von Hustons Filmen befinden sie sich auf der Suche nach einer Heimat, die entweder verloren oder nie gefunden wurde. Der Zusammenschluss der drei Männer um wilde Mustangs einzufangen, erweist sich sehr schnell als kaum aufrechtzuerhaltende Idealisierung eines Daseins ohne Würde, denn es geht ihnen lediglich darum, möglichst viele Pferde einzufangen, um sie an eine Futterfabrik zu verkaufen. Lediglich Perce erkennt, wie stark Roslyn von dieser Aktion angeekelt ist und lässt die bereits gefangenen Tiere frei. Der alternde Gay verliert darüber seine Beherrschung und versucht in dramatischer Weise den Leithengst wieder einzufangen. Es ist gleichzeitig sein letzter Versuch, das Wunschbild seiner selbst aufrechtzuerhalten, aber dies ist bereits genau so zerstört wie Roslyns Hoffnung, auf ihre Art ein freies und besseres Leben zu führen. Die Handlung entspricht konsequent dem Ziel von John Huston und Arthur Miller, amerikanische Heldenmythen zu demontieren und das Kommerzdenken anzuklagen.

Die Weite des Hochplateaus von Nevada mit seiner Wüstenlandschaft und den Foothills im fernen Hintergrund wird trotz Einsatz von Teleobjektiven nur undeutlich sichtbar, der mehrfach verdeutlichte klare Nachthimmel mit seinem bis in die letzte Szene richtungsweisenden Stern erscheint zwar prominent aber doch unerreichbar. Obwohl der grösste Teil des Films in geschlossenen Räumen oder innerhalb von Menschenmengen fotografiert wurde, bestimmt der Hintergrund der unbewohnten Berge und das Hochplateau die Bedeutung der Szenerie und definiert die Einsamkeit des Menschen, der in dieser Leere der Natur keinen Ort hat, zu dem er zurückkehren kann. Dieser Verlust von Heimat oder Zuhause und der Verbindung zum Land repräsentiert in Hustons Filmen häufig den Verlust einer Unschuld die seine Charaktere mühselig zurückgewinnen möchten. Die Eingeborenen in Filmen wie The Treasure of the Sierra Madre, Key Largo oder The Man Who Would Be King sind förmlich und in einer engen Art mit ihrer Muttererde verwurzelt, die anglophone Eindringlinge nicht verstehen und deshalb korrumpieren. In The Misfits werden native Mustangs gejagt um zu Haustierfutter verarbeitet zu werden, oder einfach abgeschossen und zum Verrotten liegengelassen weil sie den Rindern niedergelassener Rancher das Futter wegfressen. (Ein Problem, das in der gegenwärtigen Realität alarmierender ist als in den 1960er Jahren. Wildpferde werden mit Helicoptern gejagt und aus der Luft abgeschossen.)

Die Leistungen der Schauspieler und Hustons Regiearbeit liessen den schwierigen Film zum Welterfolg werden. Vor allem die Auftritte der Monroe kann man nach jedem Standard nur als exzellent bezeichnen. Hier verbirgt sich kein "dummes Blondchen", Roslyn Taber ist eine sensible junge Frau mit Idealen, die ihre überwältigende äussere Erscheinung so transformiert, dass nun nicht mehr ihre Sexualität im Vordergrund steht, sondern ihre Verwundbarkeit. Die feine Linie, die oft zwischen Kunst und Realität besteht, ist in The Misfits bemerkenswert, da Monroe, Gable und Clift Charaktere darstellten, die ihrem wahren Leben verblüffend ähnlich waren. Der Film wurde 1961 von Kritikern eher zurückhaltend aufgenommen, trotzdem ist The Misfits unbestreitbar ein Werk, das auch heute noch Gültigkeit hat weil es den Verlust der traditionellen Werte im modernen Western beispielhaft darstellt und ein Paradebeispiel ist für einen von Hustons Haufen charismatischer Verlierer. Und somit schliesst sich der Kreis, dass Huston vielleicht doch eine typische Handschrift und eine Botschaft mitzuteilen hatte.
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am 27. August 2014
Der FIlm trägt Züge eines ("Spät"-) Westerns,aber auch z.T. von Komödie, Beziehungs- und sogar Actiondramas. Natürlich soll das ganze auch ein "Außenseiter- Drama" sein (siehe Titel!).

Der Film ist einer von m.E. der besten Filmen der Monroe (auch wenn diese ihre Rolle hierin angeblich ja nicht gemocht haben soll) - und war auch ihr letzter, der mit ihr vollendet wurde. Sie konnte hiermit - in einer ernsteren "Charakter"- Rolle - durchaus echtes schauspielerisches Talent beweisen, und spielt hier nicht einfach nur eine oberflächliche, naive Dummchen- Rolle, sondern liefert eine reife LEistung ab. Der Film selbst ist dieses Mal auch keine Komödie, sondern eher eine Tragödie.
Obwohl schon aus dem Jahr 1961, hatte sich der Regisseur John Huston hierfür noch für einen schwarz- weiß- Film entschieden (was natürlich aus dem Farb- Cover der DVD nicht hervorgeht!); vermutlich,weil ihm das passender für die Filmthematik schien.
In einer Zeit, in der US- FIlme ziemlich oberflächlich und irgendwie "rückwärtsgewandt" schienen, kann dieser Film durchaus wie ein "Lichtblick" gewirkt haben; er wirkt vergleichsweise modern, realistisch und auch kritisch.
Das Drehbuch für den Film schrieb der damalige Noch- Ehemann der Monroe, Arthur Miller, der sich damit bemühte, seiner Frau dem Wunsch nach ernsteren Rollen nachzukommen, und in mancher Hinsicht seiner Frau wohl die Rolle auf den Laib schrieb, die hierin auch recht solide, abgeklärt und selbstsicher wirkte. Tatsächlich zieht der Film einige Parallelen zu Monroe's Leben, anderen Filmen/ Rollen, und ihren Vorstellungen und Wünschen. In einigen Einstellungen spielt sie auch hier wieder das eher naive Dummchen, aber selbstbewusster und stellt sich als moderne Frau dar; auch ihre in anderen Filmen oft gespielte Fürsorglichkeit und Verständnis gegenüber Anderen (Männern) kommt hier öfter zum Ausdruck; auch ist ihre Rolle hier sensibel und mitfühlend, wenn auch etwas naiv. Und auch eine Nachtclubtänzerin hatte sie ja schon vorher in mehreren Filmen gespielt. Und auch im Rodeo- Umfeld bewegte sich die attraktive Darstellerin ja schon in anderen Filmen ...
Obwohl der Dreh des Films in der Wüste von Nevada äußerst chaotisch verlief, und z.B. von übermäßigem Alkoholkonsum u.a. Probleme von zahlreichen Filmmitwirkenden geprägt war (Alkoholprobleme des Regisseurs und der Monroe (die oft daher tagelang nicht beim Filmset erschien, deren Zustand sich ständig verschlechterte, wodurch das Filmende hinausgezögert wurde; Montgomery Clift's Alkoholprobleme, ...), sieht man das dem Film in keinster Weise an.
Doch nciht nur die Monroe, auch ihrem Filmpartner Clark Gable gelingt hier eine glaubwürdige und überzeugende Darstellung, als gealterter Cowboy, der dem modernen Leben als "Lohntütenempfänger" nichts abgewinnen kann, und der stur an seinen alten Cowboy- und Männlichkeitsidealen festhalten will, auch wenn sich die Zeiten dafür längst sehr zum Schlechten geändert haben. Montgomery Clift als noch etwas naiver und unreifer Rodeoreiter wirkt hier ebenfalls recht überzeugend; wie auch Eli Wallach als etwas rücksichts- und skrupelloser und unsensibler Mechaniker und (Ex- Bomber-) Pilot.

Marlyn Monroe spielt hier die attraktive, aber auch sensible und naive Nachclub- Tänzerin "Roslyn", die ihren Job erstmal an den Nagel hängen will, da sie es leid ist, dass sie ständig durch ihren Job nur wegen ihres Äußeren begehrt wird, und man sie nicht als Mensch ernst nimmt (Parallelen zu ihrem eigenen LEben sind sicherlich nicht zufällig), die die Nase voll von ihrem schlechten Ehemann hat, und mit Hilfe ihrer Freundin "Isabelle" (Thelma Ritter) den Mut aufbringt, nicht nur ihren Job zu kündigen, sondern auch ihrem Mann, durch Scheidung. Zufällig trifft sie hierbei auf den Mechaniker "Guido" (Eli Wallach), der sich als ihr Chauffeur anbietet und sich von der Attraktivität von Roselyn sich angezogen fühlt. Er trifft seinen alten Kumpel "Guy" ((Clark Gable), der trotz scheinbar guter Geschäftsmöglichkeiten nichts vom "modernen Arbeitsleben" als "Lohntütenempfänger" hält, und der ihm anbietet, Wildpferde in Nevada einzufangen, wozu Guido einwilligt und dazu kurzerhand seinen Automechaniker- Job an den Nagel hängt. Da sie dazu noch einen dritten Mann brauchen, besuchen sie in Reno kurzerhand das Rodeo, wo sie auf den Rodeoreiter "Perce" (M. Clift) treffen, der dazu gerne bereit ist, da er notorisch pleite ist. Zusammen mit Roslyn wohnen die Beiden dann aber noch zunächst dem Rodeo bei, in dem Perce auftritt. Roslyn ist von der Härte und Brutalität, sowie der "Tierquälerei" dabei abgestoßen, und fühlt sich dabei bestätigt, als Perce sich hierbei gefährlich verletzt. Die 4 tanzen und trinken und lernen sich kennen und mögen, fühlen sich voneinander angezogen. Dabei interessieren sich vor allem Alt- Cowboy Guy und Roslyn füreinander, obwohl die Beiden grundverschieden sind. - Damit entwickelt sich fortan eine Konkurrenz zwischen den beiden "Geschäftspartnern" Guy und Guido. Die 4 leben eine zeit lang in Guido's halb fertigen Haus, wo Roslyn von Guido erfährt, dass Guido's Frau vor einiger Zeit auch wegen Guido's Fahrlässigkeit zu Tode gekommen ist, was ihr zu denken gibt. - Die junge Frau, die mehr von Gefühl und Herz statt von Geist gelenkt wird, stellt entrüstet fest, dass Guido offenbar recth unsensibel und gefühllos ist, und dieser sich offenbar schnell mit diesem Schicksalsschlag abgefunden hat. Ebenso beunruhigt Roslyn ein wenig, dass der Ex- Bomber- Pilot Guido offenbar nicht besonders viel Mitleid mit seinen zahlreichen - auch unschuldigen - Opfern in den Kriegen, in denen Guido mitwirkte, hat, und dass er seine Probleme offenbar gerne in Alkohol ertränkt; ein Zustand, in dem er Roslyn etwas Angst macht. Doch auch Guy ist der jungen Frau nicht ganz geheuer, mit seiner Philosophie vom "Töten, um zu leben". - Der naiv- idealistische, sensible, mitfühlende und eher romantische Roslyn macht es sogar zu schaffen, dass Guy fest entschlossen ist, auf Karnickel, die seinen mühsam bei Guido errichteten Garten zu zerstören im Begriff sind, zu schießen. Mit der rauhen, wenn auch ehrlichen Lebensweise dieser Männerwelt der Cowboys kann Roslyn sich nicht ganz anfreunden. Das Quartett bleibt eine Weile bei Guido wohnen, wo sie auch an seinem Haus weiterbauen. Roslyn beginnt Guy zu lieben, und die beiden beginnen eine (lockere) Beziehung. Nach einer Zeit machen sie sich dann Alle auf in die Berge, um Mustangs zu jagen. Obwohl Roslyn die Freiheit und endlose Weite der Prärie genießt, ist sie wieder schockiert, als die Männer dann auf die Mustangs Jagd machen: zum Einen stellt sie fest, dass die sie faszinierenden Wildpferde als Hundefutter verarbeitet werden sollen; zum Anderen ist das Einfangen der Mustangs äußerst brutal. Dabei jagt Guido mit seinem alten Flugzeug zunächst die Mustangs auf und in die Arme der Anderen, die mit dem Pickup dann die gehetzten Pferde verfolgen, die von dort aus mit dem Lasso eingefangen werden. Die ganze Szenerie ist sehr archaisch. Roslyn kann sich mit dem Einfangen der Pferde und deren Schicksal, das auf sie wartet, nicht abfinden. Verständnis findet sie dabei bei Perce, der ihr zuliebe den gefangenen Leithengst der kleinen Herde befreit. Jedoch läuft der Hengst nicht weg, sondern bleibt bei seiner Herde, was Guy die Möglichkeit gibt, den Hengst mit dem Lasso wieder einzufangen. Da er dabei ohne weitere Hilfe ist, entsteht ein Kampf zwischen dem erfahrenen Cowboy und dem Wildpferd, in dessen Verlauf der zähe Haudegen so EIniges abbekommt und dabei u.A. über weite Strecken mitgeschleift wird (spektakuläre (Action-) Szenen!), bevor er dann den Hengst bändigt. Das Ganze scheint ihm dabei wie ein Spiel zu sein; er scheint auch keine HIlfe von den Anderen zu wollen. Bei diesem "wilden Spiel der Natur" sehen die Anderen nur entsetzt zu. Zum Erstaunen der Anderen lässt Guy die Pferde danach frei; anscheinend haben die Gespräche mit Roslyn ihn zu der Überzeugen gelangen lassen, dass es die Sache nicht wert sei, für eine hand voll Dollar die Tiere als Hundefutter enden lassen zu wollen? Besonders entrüstet darüber ist Guido, der hierbei vor allem an das Geld denkt. Aber Guy macht ihm klar, dass es ihm bei diesem Job nicht in erster Linie um das Geld geht, und es ihn stört, dass er hiermit das Gefühl hat, sich mit diesem Job wieder zu einer Art "Diener des Geldes" zu machen; er hat offenbar archaische Wertvorstellungen (vielleicht denkt er dabei auch an Roslyn, oder es tun ihm jetzt sogar die Pferde und deren trauriges schicksal leid?). Guido versucht Guy noch davon zu überzeugen, den Wildpferdfang "Im großen Stil" aufzuziehen; er denkt an das Geld. Aber Guy ist dieser Gedanke abwegig, weil das gegen seine Prinzipien und seinen Stil verstößt. Auf der Rückfahrt mit dem Auto sitzt Guy am Steuer und neben ihm Roslyn, die erstaunt von ihm erfährt, dass er sich bei seinem Weg Richtung Autostraße von der Prärie aus an den Sternbildern orientiert ...

Einigermaßen überzeugend an dem Film sind die ZEichnung der (dennoch eher einfachen) Charaktere - wozu in höhrerem Maße auch die Dialoge der Personen untereinander beitragen soll -, sowie die Konzentration und das Spiel der Darsteller(innen). Spannung kommt vor allem am Schluss in den "Acion- Sznen" der Wildpferd- Fangszenen auf. - Clark Gable soll hierbei einige gefährliche Szenen selbst gespielt haben, was der Authentizität dieser Dramatik sicherlich nur gut getan haben kann. Der dennoch recht ruhige, 119 Minuten lange Film hat aber einige Längen. - Aus heutiger Sicht wirkt er über weite Strecken doch etwas langweilig. Dramatische "Highlights" des Films sind eindeutig die WIldpferdfang- Szenen, bei denen die Kameraführung und nicht zuletzt das engagierte (sportliche) Spiel Clark Gable's dabei beeindrucken können. - Ohne diese Szenen - und in geringerem Maße auch noch die Rodeo- Szenen - wäre dieser Film doch - seien wir mal ehrlich - ziemlich langweilig.
Der Film wirkt zudem lange Strecken eher "erzählt" als "gespielt". - Gerade die vielen Dialoge machen das Ganze ein wenig zäh und nehmen dem Film die Spannung. - Doch kennzeichnet einen guten Film aus, dass in ihm die Handlung "erzählt", statt irgendwelche Gespräche das ersetzen.
Die Story hat zumindest mich nicht ganz überzeugt; die Motivationen der handelnden Personen sind für mich nicht immer ganz nachvollziehbar, bzw. wirken sehr naiv. Auch könnte das - für mich enttäuschende - Filmende ja einige Fragen aufwerfen, bzw. ist recht offen (wie geht es weiter?).
Auch die (tiefere) Aussage des FIlms, die der Film z.T. ja haben soll, hat sich zumindest für mich kaum erschlossen ("tiefe" Interpretationen darüber haben mich meist selbst nicht überzeugen können).
Die "Außenseiter"- (= "MIsfits")- Thematik kommt hier m.E. nicht ganz durch. Immerhin scheinen die Leute miteinander und mit ihrem - z.T. "neuen" und selbst gewählten - Leben recht zufrieden zu sein; ihre Probleme und ihr Scheitern in einer modernen und sehr auf menschliche Beziehungen angelegten Welt, und die gegenseitige Ablehnung dabei, wird zwar angedeutet; aber kaum - z.B. "bildlich" - dargestellt. Das tragische Schicksal, denen diese "unangepassten Außenseiter" ja irgendwie entgegensehen, kommt hier kaum zum Ausdruck. Na ja ...
Die "erotischen Momente" des Films sind als solche für den heutigen Zuschauer kaum mehr erkennbar.
Der relativ "fortschrittliche Geist", in dem dieser Film gedreht wurde, kann heutzutage nur nachvollzogen werden, wenn man sich mit den anderen (US-) Filmen aus jener Zeit (und vorher) auseinandersetzt.
AUch wenn der FIlm, der immerhin so auch weitgehend auf Kitsch, Klischees, u.Ä. verzichtet, an sich nicht schlecht ist, und für die Dokumentation der darstellerischen Leistungsfähigkeit von M. Monroe wichtig ist: sicher hätte man hier noch Einiges besser machen können ...

In technischer Hinsicht fällt der recht schlechte TON auf (z.T. habe ich die Dialoge nicht verstehen können; was aber auch daran z.T. liegt, dass die Hintergrundmusik die Gespräche der Protagonisten verschluckt. - Wo waren da die Tontechniker?).
Der BILDUALITÄT sieht man ihr Alter an und zeugt nicht von einer perfekten Restaurierung; doch ist das Bild noch einigermaßen in Ordnung.

Die FILMMUSIK von Alex North besteht aus zu dieser Zeit üblichen orchestralen Untermalung für eine entsprechende Dramatisierung der Szenen, sowie stellenweise Jazz- Musik.

Eine SZENENANWAHL über das Menü ist hier möglich.

Die FSK 12 - Freigabe für diesen Film ist ohne weiteres nachvollziehbar.

EXTRAS bietet die DVD - mal abgesehen von dem Original- US- Kinotrailer leider nicht.

Anwählbare SPRACHEN sind hier außer Deutsch noch Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. - Diese sind jeweils auch als UNTERTITEL anwählbar; außerdem in den SPrachen: Niederländisch, Schwedisch, Norwegisch und dänisch.

Ich gebe dem Film 3,5 / 5 Sternen.
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Die eben geschiedene Nachtclubtänzerin Roslyn Taber (Marilyn Monroe) lernt in Reno, Nevada drei von ihrem Leben und der modernen amerikanischen Gesellschaft enttäuschte Cowboys (Clark Gable, Montgomery Clift und Eli Wallach) kennen. Auf der Suche nach dem Unbekannten, das ihrem Leben einen Sinn geben soll, gerät sie zwischen die Außenseiter mit bewegter Vergangenheit. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist, dass sie in Roslyn verliebt sind. Zu viert brechen sie zu einer dramatischen Mustangjagd auf, bei der die endgültige Entscheidung um Roslyns Gunst fällt...
John Hustons (1906-1987) UNITED-ARTISTS-Produktion von 1960 entstand nach einem Drehbuch des damaligen Monroe-Ehemanns Arthur Miller und ist ein ebenso melancholischer wie actionreicher (Mustangjagd!) Spätwestern, der gleichzeitig viel Verzweiflung über den gesellschaftlichen Wandel ausdrückt. Es ist ein Film des Abschieds in vielerlei Hinsicht. MISFITS ist der letzte vollendete Film von Marilyn Monroe, die sich hier als sehr gute Charakterdarstellerin profilieren konnte. Clark Gable verstarb bereits kurz nach Ende der Dreharbeiten und Montgomery Clift spielte vor seinem frühen Tod 1966 nur noch in einem Film.
Die Blu-ray bietet den in schwarz-weiss gedrehten Film in sehr guter Bildqualität. Als Sonderausstattung ist nur der Original-Kinotrailer enthalten.
Neben der Einzelausgabe ist die Disc seit Juli 2012 auch als Bestandteil der Monroe-Edition (7 Blu-ray) erhältlich.
Sehenswert - aber kein Muss auf Blu-ray.
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TOP 1000 REZENSENTam 20. Februar 2013
The Misfits" ist sehr schwere Kost, aber dennoch einer meiner Filmfavoriten, denn die Aussagen, die der Film trifft sind radikal und elementar.
Ausserdem brilliert Marilyn Monroe mit einer sehr sensiblen und intelligenten Darstellung der jugen Roslyn Tabor.
Der Film spielt irgendwo in der westlichen Wüste von Nevada, zuerst in Reno. Denn dort wird die Ehe der jungen, einsamen Rosyln geschieden. Sie wird von ihrer älteren Freundin Isabelle Steers (Thelma Ritter) zum Scheidungsrichter begleitet. Ihr Mann (Kevin McCarthy) steht schon vor dem Eingang zum Gerichtsgebäude, möchte die junge Frau noch einmal umstimmen. Doch die bleibt hart, denn er liess sie die ganze Zeit alleine.
An diesem Tag lernt sie den Mechaniker Guido (Eli Wallach) kennen, der sofort Feuer und Flamme für die Blondine ist. Er macht sie mit seinem Kumpel Gay Langland (Clark Gable) bekannt, der als alternder Cowboy von der Pferdejagd lebt und unzählige Affären mit Frauen hat.
Zu Viert geht es dann in die Einöde, hinaus auf die Berge - dort steht ein halbfertiges Haus, das Guido für seine verstorbene Frau baute.
Unbeschwert trinkt und tanzen das Quartett. Obwohl Gay gar nicht der Typ der jungen Roslyn ist, kommen die beiden zusammen und verbringen eine gewisse Zeit miteinander.
Erste Spannungen gibt es, als Rosyln Mitleid mit einem Kaninchen hat, dass sich an Gays Gemüsegarten vergriffen hat.
Doch der Besuch von Isabelle und Guido uterbricht die Unstimmungkeiten. Gemeinsam besuchen sie das Rodeo, um einen Cowboy zu finden, der ihnen hilft Mustangs für gutes Geld einzufangen. Dort auf dem Weg treffen sie auf Perce Howland (Montgomery Clift), der ebenfalls am Rodeo teilnimmt.
Gay will Perce das fehlende Startgeld zahlen, wenn er mitmacht. Der willigt auch ein. Isabelle setzt sich ab. Am anderen Tag machen sie sich auf zur Pferdejagd. Als Rosyln von Gay erfährt, dass die Tiere geschlachtet und zu Hundefutter verarbeitet werden, kochen die Emtionen extrem hoch...
Johh Huston hat mit "The Misfits" einen selten unangenehmen Film gemacht, der sich eben in dieser brutalen Pferdejagd gipfelt und seine Akteure dabei mit allen emotionalen Facetten ins schonungslose Bild rückt. Nie wird man die grausamen Szenen vergessen als die Pferde gefesselt auf dem Boden liegen. Hier gibt der Film viel Potential zum Nachdenken und zeichnet mit diesem schonungslosen Abgesang auf die guten alten Zeiten des Wilden Westens eine bittere Parallele zum heutigen, zerstörerischen Konsumverhalten, insbesondere auch dem Umgang mit den Tieren. Immer noch ist der Mensch der Jäger und noch viel mehr zählt heute dieser Profitgedanke. Für mich ist und bleibt "The Misfits" ein ganz wichtiger Film, der vieles exakt auf den Punkt bringt.
Man muss sich allerdings auch auf einen sehr dialoglastigen Film einlassen können.
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